CH293704A - Verfahren zum Beizen von Pelzfellen mit Enzymlösungen. - Google Patents

Verfahren zum Beizen von Pelzfellen mit Enzymlösungen.

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CH293704A
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CH
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skins
pickling
tryptase
fur
enzymes
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Otto Dr-Ing Grimm
Walter Dr Blencke
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Roehm & Haas Gmbh
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/08Deliming; Bating; Pickling; Degreasing

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description


      Verfahren    zum Beizen von Pelzfellen mit     Enzymlösungen.       Es ist bekannt, geweichte und entfleischte       Pelzrohfelle    zur Erzielung eines weicheren  Griffes am gegerbten und zugerichteten Fell  einer Behandlung mit. Alkali- und     Erdalkali-          lösungen    zu unterwerfen, die durch periodisch  eingeschobene, zur Haarbefestigung dienende       Quellbehandlungen    mit einer Kochsalz- oder       Kochsalz-Säure-Lösung    mehrfach unterbro  chen wird. Nach einem andern bekannten  Verfahren kann die alkalische Behandlung  ganz oder teilweise durch die Behandlung mit  einer neutralen Enzymlösung ersetzt werden.

    Bei diesem Verfahren werden also die geweich  ten und entfleischten     Pelzrohfelle    mit. einer  neutralen Enzymlösung, wie z. B. einem neu  tralen     Kotbeizbad    oder einem neutralen     Schrot-          beizbad,    behandelt, dann gewaschen und in  eine verdünnte     Salzsäurelösung    unter Zusatz  von Kochsalz eingebracht. Nach dem gleichen  Verfahren kann man auch so arbeiten, dass  die     gekälkten        Pelzrohfelle    vor dem Einbringen  in die Salz- oder     Salz/Säurelösung    mit, einer  neutralen Enzymlösung behandelt werden.

   Die  alleinige Verwendung von neutralen Enzym  lösungen zum Beizen von     Pelzrohfellen    ist .  nach der gleichen Patentschrift für     praktische     Zwecke nicht geeignet, da eine Lockerung der  Haare unvermeidlich sei.  



  Beide obengenannten Verfahren weisen  beträchtliche Nachteile auf. Wenn man die  Felle mit Alkali- oder     Erdalkalilösungen,    wie  z. B.     Calciumhydroxyd,    behandelt, ist. es sehr  schwer, die Einwirkung dieser Lösungen zu    dem Zeitpunkt abzubrechen, wo einerseits aus  reichende Auflockerung des Hautgefüges ein  getreten ist und anderseits die Haare erst so  weit gelockert sind, dass sie bei der Nachbe  handlung mit     Salz-    oder     Salz/Säurelösung    wie  der verfestigt werden. Ähnlich liegen die Ver  hältnisse bei der Behandlung mit neutralen  Enzymlösungen, die meist sehr rasch eine  Haarlockerung herbeiführen.

   Bei der Anwen  dung in der     Pelzzurichterei    ist es so gut wie  ausgeschlossen, die Einwirkung der neutralen  Enzymlösung dann     abzubrechen,    wenn bei  allen Fellen der Partie die     Haarlockerung    nur  so weit fortgeschritten ist, dass sie durch die  anschliessende Einwirkung der Salz- oder Salz/  Säurelösung wieder ausgeglichen werden kann.  Infolge der geschilderten Verhältnisse war es  in vielen Fällen beim Beizen von     Pelzrohfellen     nicht möglich, Schädigungen der Haar- oder       Wolldeeke    zu vermeiden.  



  Es wurde nun überraschenderweise gefun  den, dass ausreichende     Beizwirkung    ohne  irgendwelche Lockerung oder Schädigung von  Haar und Wolle erreicht wird, wenn man  eiweissspaltende Enzyme in saurer Flotte auf  die geweichten und entfleischten Pelzfelle ein  wirken lässt.  



  Die Arbeitsweise kann verschiedentlich ge  ändert. werden. So kann man z. B. das für die  Beize der Pelzfelle bestimmte     Enzymbad    durch  Zusatz verschiedener anorganischer oder orga  nischer Säuren oder saurer     Salze    auf den ge-      wünschten     pH-Wert    einstellen oder, was noch  einfacher ist., man kann Beize und Pickel in  einem Arbeitsgang durchführen. Es kann auch  in Gegenwart von     Neutralsalzen,    wie Kochsalz  usw., gearbeitet werden.  



  Von eiweissspaltenden Enzymen, die auch  in saurer Lösung wirksam sind, sei in erster  Linie     Pilztryptase    genannt. Auch     Papain    und       Pepsinasen    seien erwähnt. In manchen Fällen  kann man aber auch mit     Bakterienproteasen     und sogar     Pankrestryptase    noch brauchbare  Ergebnisse erreichen. Vor allem aber kommen  auch Mischungen derartiger Enzyme, wie z. B.       Pilztryptase    +     Pankreastryptase    oder Pilz  tryptase +     Papain,    in Betracht.  



  Als erfindungsgemäss     zii    verwendende  Säuren bzw.     sauerwirkende    Salze kommen  z. B. Salzsäure, Schwefelsäure, Ameisensäure,  Essigsäure,     Milchsäure,        Buttersäure,        Glykol-          säure,    Vorlauffettsäuren von der Paraffin  oxydation, saure Salze, wie z. B.     Natriumbisul-          fat,    usw. in Frage.    Dieses Verfahren kommt für alle ohne Ent  fernung von Haar und Wolle weiterzuverarbei  tenden Felle und Häute in Betracht..

   In erster  Linie findet. es     Anwendung    für     Ziekelfelle,          hartnaturige    Lammfelle, Schaffelle, Kanin  bockfelle und     Persianerfelle.    Das erfindungs  gemässe Verfahren eignet sich zur gefahrlosen  Durchführung von     Beizverfahren    für Pelz  felle im Grossbetrieb, weil es die Auflockerung  des Hartgefüges ohne Gefährdung der     Haar-          oder        N@Tolldecke    in einwandfreier Weise ermög  licht.

      <I>Beispiele:</I>  1. 500 geweichte     Kaninfelle    werden im  Haspel mit 1000 1 Wasser von 25-30 ,     0,-1     bis 0,6     Pilztryptase,    10-20 kg Kochsalz und       1-2    1     Ameisensäure        85%ig        2-3        Stunden     gebeizt. Nach beendeter Beize werden die Felle  wie üblich     gepickelt    und gegerbt.  



       '?.    1000 1 einer für 250     Persianerfelle    wie  üblich angesetzten     Pickelbrühe    werden mit.  0,3-1 kg     Pilztryptase    versetzt. Pickel und  Beize werden im gemeinsamen Bad bei 30   durchgeführt.    Die Dauer des     Picl-#els    bzw. der Beize  richtet sich nach der Struktur der Felle und       beträgt    zwischen 4 und 12 Stunden. Nach  beendeter     Behandlun-    mit dieser Lösung wer- ;  den die Felle wie üblich gegerbt.  



  <B>.</B> Wie üblich geweichte Ziegenfelle wer  <B>3 3</B>  den im     13aspel    mit       500        %        Wasser        vom        Weiehgewieht,        30 ,     2     0io        Ameisensäure        85%ig,          20        %        Kochsalz,          1,5        %        Pilztryptase        und          1,

  5        %        Ammonsulfat     behandelt. Nach dieser in     fyemeinsamem    Bad  durchgeführten     Beizung        und        Pickelung    wer  den die Felle geschleudert, entfleischt und       anschliessend    gegerbt.  



       .1.    Wie üblich geweichte Ziegenfelle wer  den mit       500        %        Wasser        vom        Weiehgewieht,        30 ,          0,5        %        Ameisensäure        85%ig,     1,5      io        Pilztryptase    und       1,5        %        Ammonsulfat     je nach Provenienz der Felle 3-6 Stunden  gebeizt.

   Anschliessend werden die Felle ge  schleudert und     entfleischt.    Die entfleischten  Felle werden nun wie üblich     gepickelt.    Bei  manchen     Gerbarten,    d. h. z. B. bei stark saurer       Angerburg,    können die Felle auch ohne wei  teren Pickel direkt in die     Gerbbrühe    einge  bracht. werden.  



  5. Wie üblich geweichte Ziegenfelle wer  den in eine Brühe aus       500        %        Wasser        vom        Weichgewiebt,        30 ,          1,5        %        Pilztry        ptase        und          1,5        %        Ammonsitlfat     eingebracht. Nach 1- bis 2stündiger Einwir  kung werden  20 0/a     Kochsalz    und  2     9/o    Ameisensäure     85o/oig     zugegeben.

   Nach weiterer 20- bis     24stündiger          Einwirkun        g-    sind die Felle genügend gebeizt       und        gepickelt.     



  6. Wie üblich geweichte     Kaninfelle    wer  den mit           500        %        Wasser        vom        Weichgewicht,        30 ,     2     %        Ameisensäure        85%ig,          20        %        Kochsalz,          7.,5        %        Pankreastryptase        und          1,

  5        %        Ammonsulfat     24 Stunden gebeizt und     gepiekelt.    Nach dieser  Behandlung werden die Felle geschleudert,       entfleischt    und anschliessend gegerbt.  



  7. Trockene     Kaninfelle     erden 1-2 Tage  in Wasser geweicht und anschliessend in eine  Lösung ans       1000        %        Wasser        vom        Trockengewicht,        25 ,          1%        Ameisensäure        85%ig,     3     %        Pilztryptase,        zweckmässig        an        Holz-          mehl    gebunden,

   und  3      /o        Ammonsulfat          eingebraeht.    Nach 8-10 Stunden werden die  Felle herausgenommen, geschleudert,     ent-          fleiseht    und dann wie üblich weiterbearbeitet,  d. h.     gepielzelt    und gegerbt. Bei besonderen  Fabrikationen kann man derartige Felle auch  noch nach Beispiel 6     nachbeizen.     



  B. Trockene Ziegenfelle  erden 1-2 Tage  mit Wasser geweicht, dann gestreckt und an  schliessend in eine Lösung aus       1000%        Wasser        vom        Trockengewicht,        25 ,          -1%        Ameisensäure        85%ig,          401/o    Kochsalz,  3     %        Pilztryptase,        zweckmässig        an        Holz-          mehl    gebunden, und  3     %        Ammonsulfat       eingebracht.

   Nach 1-2 Tagen werden die  Felle geschleudert und entfleischt. Durch die  Enzymbehandlung in saurer Lösung ist. das  Fleisch so stark gelockert, dass es sieh leicht  abstossen     lä.sst.     



  9. Es wird ebenso gearbeitet wie in Bei  spiel 8, doch wird die gleiche Menge     Pan-          kreastryptase    verwendet.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRUCH:</B> Verfahren zum Beizen von Pelzfellen mit Lösungen eiweissspaltender Enzyme, dadurch gekennzeichnet, dass die Enzyme in saurer Lösung mir Anwendung gelangen. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Enzyme zusammen mit Neutralsalzen angewendet werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in Gegenwart sauerwir kender Salze gearbeitet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet., dass Mischungen von in saurer Lösung wirksamen Enzymen verwendet. wer den.
    .1. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Mischungen von Pilztryptase und Pankreas- try ptase verwendet werden. '5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Mischungen von Pilztryptase und Papain ver wendet werden.
CH293704D 1943-09-11 1944-08-14 Verfahren zum Beizen von Pelzfellen mit Enzymlösungen. CH293704A (de)

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DE976107C (de) * 1954-05-19 1963-02-28 Roehm & Haas G M B H Verfahren zum Beizen tierischer Hautbloessen fuer Chevreauleder
DE974813C (de) * 1954-12-24 1961-05-04 Roehm & Haas G M B H Verfahren zum Beizen tierischer Hautbloessen
DE3704465C2 (de) * 1987-02-13 1995-11-02 Roehm Gmbh Flüssig-Formulierungen von Enzymen

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