Vorrichtung zum Verändern des Luftdruckes in Fahrzeugreifen auch während der Fahrt. Es sind verschiedene Vorrichtungen be kannt, die es erlauben, den Luftdruck in Fahrzeugreifen gegebenenfalls während der Fahrt zii verändern. In einigen Fällen war dabei die Anordnung so getroffen, dass die luftdiehte Verbindung zwischen einem festen Teil des Fahrzeuges und dem umlaufenden liad erst im Bedarfsfalle selbsttätig herge stellt wurde. Hierdurch wurde eine Abnut- ziirrg der Dichtung weitgehend verhindert. Die bekannten Vorrichtungen sind jedoch in folge ihres Aufbaues nicht geeignet, den Luft druck auch während der Fahrt. zu messen.
Des weiteren erlauben die bekannten Vorrich tungen auch nicht eine Ausführung, bei der die Veränderung des Luftdruckes selbsttätig durchgeführt wird.
Die vorliegende Erfindung stellt sieh die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Vor- rielrtungen zu beseitigen. Die erfindungsge mässe Vorrichtung zum Verändern des Luft- druckes in Fahrzeugreifen auch während der Fahrt ist.
eine solche, bei welcher die Verbin dung zwischen einem festen Teil des Fahrzeu ges und dem rimlaufenden Rad mittels Druck luft hergestellt werden kann, und sie zeich net sieh durch einen, zum umlaufenden Rad axial versschiebbar angeordneten Drucküber- tragungskörper aus, der sieh mit einer axialen Bohrung in Flucht mit dem Sitz des zentral angeordneten Reifenventilkörpers befindet, wobei eine in der Bohrung verschiebbare Na del dazu eingerichtet ist,
ein willkürliehes Ab- heben des Reifenventilkörpers zur Messung des Reifendruckes auch während der Fahrt zu gestatten.
Mit Vorteil kann die axiale Verschiebung des Druckübertragungskörpers durch einen mittels Druckluft gesteuerten Kolben erfol gen, dem ein Verriegelungsorgan zugeordnet. ist, das ihn unabhängig vom Luftdraack in Angriffsstellung am Druekübertragungskör- p r festhält. Ferner kann durch diesen Kolben eine Bohrung führen, die in Arbeitsstellung des Druckübertragungskörpers zur wahlwei sen Verbindung des Reifens mit einer Füll- luftleitung bzw. mit, einer Messluftlleitung ein gerichtet ist.
Die Vorrichtung kann zur axia len Verschiebung des Druckübert.ragungskör- pers von Hand oder durch in Abhängigkeit vom Reifendruck selbsttätig arbeitende Steuerorgane, zum Beispiel Magnetspulen, eingerichtet sein. Die Vorrichtung kann durch Druckmesser, gegebenenfalls für jeden ein zelnen Reifen des Fahrzeuges, ergänzt sein.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Ventil nach Linie I-1 der Fig.2. Fig. 2 einen Schnitt nach Linie 11-II der F'ig.1. Fig. 3 einen) Längsschnitt durch den mitt leren Teil des Ventils bei Betätigung, Fig. 4 einen Schnitt nach Linie IV-IV der F'ig. 5,
Fig. 5 einen Längsschnitt durch den glei chen Teil wie in Fig.3 in Ruhestellung, Fig. 6 einen Längsschnitt durch den Steuer schalter für Füllung in grösserem Massstab nach Linie VI-VI der Fig. 8, Fig. 7 einen Längsschritt! durch den Steuer sehalter für Entlüftung in grösserem Massstab, Fig. 8 einen Schnitt nach der Linie VIII-VIII d'er Fig. ö, Fig. 9 eine Ansicht der Leitbuchse und des Bolzens,
Fig. 10 einen Längsschnitt der Teile nach Fig. 9 in der Ruhestellung des Ventils, Fig. 11 die Leitbuchse und den Bolzen bei Betätigung des Ventils und Fig.12 eine Ansicht der Kontroll- und Einstellgeräte am Armaturenbrett.
Bei der dargestellten Vorrichtung ist je dem Radreifen und somit. jedem Radkörper des Fahrzeuges ein Ventil zugeteilt.
Das Gehäuse 1 des Ventils besteht aus einem mittels eines Gewindestutzens 2 mit der feststehenden Radachse gesichert versehraub- ten feststehenden Gehäuseteil 4 und einem mit. dem Radkörper verbundenen umlaufen den Gehäuseteil 3. Beide Gehäuseteile sind aufeinander durch ein Kugellager 5 abge stützt.
In dem durchbohrten Achsschenkel sind zum Ventil drei Leitungen geführt, und zwar eine Dinlckluftleitung 6 von einem Druck luftbehälter (nicht gezeichnet), eine Messluft- leitung 7 zum Reifendruckmesser am Arma turenbrett sowie ein Kabel 8 vom Armaturen brett.
Der feststehende Gehäuseteil 4 des Ventils trägt axial einer Druckzylinder 9 und einen in ihm in Achsrichtung verschiebbaren Druck kolben 10. Gegen Drehung ist. der Druck kolben 10 durch seine Führung in Nuten 11 gesiehert. Auf dem Druckzylinder 9 sitzt ein Begrenmingsring 12, der dem im Druekkolben 10 befindlichen Federkolben 13 einen An sehlag gibt. Zwischen beiden: Kolben ist eine Druckfeder 14 angeordnet. Der Federkolben 13 erhält seine zentrale Führung durch den Druekkolben 10.
Dem Druckkolben 10 ist im Druckzylinder 9 ein Zylindervorraum 1.5 vorgelagert., der ge genüber der Druekzy linderbohrung geringe ren Durchmesser aufweist, so dass der Druck kolben. 10 bei seiner Zurückführung in die Ruhestellung nicht in den Vorraum gelangen kann. Im Zylindervorraum 15 befindet sich eine Zugfeder 16, die den Zylinder 9 mit dem Dxiiekkolben 10 verbindet und die Aufgabe hat, diesen beim Abschalten des Ventils in seine Ruhestellung zurückzuführen und dort zu halten.
Im Drtiekzylinder 9 ist axial ein Bolzen 17 vorhanden, der eine Längsbohrung 18 und an -dem vom Druekkolben abgewandten Teil eine Aussparung 19 besitzt. (Fig. <B>10).</B> Der Bolzen 17 ist, mit dem Druckzylinder 9 ver schraubt und gibt. dem Druckkolben, 10 eine mittige Führung. Die Aussparung 19 dient zur Aufnahme eines Ventilkegels 20, der mit einer Nadel 21 starr verbunden ist. Die Nadel 21 ist. im Durchmesser schwächer gehalten als die Bohrung 18 des Bolzens 17. Zum Zwecke einer zentralen. Führung bei der Betätigung ist die Nadel 21 mit- Führungsflügeln 22 ver sehen.
Der Bolzen 17 trägt eine verschiebbar auf ihm angeordnete Leitbuchse 23. Beim Betä tigen des Druckkolbens 10 wird sie durch eine Magnetspule 2-I (Fig. 4), die einen ein armigen Ilebel 25 in eine in ihr befindliche Ausnehmung 26 einrasten lässt, von diesem mitgenommen. Der Hebel. 25 wird durch eine Zugfeder 2:7 wieder in seine Ruhestellung ge bracht.
Gelangt nun Druckluft an einem Ventil kegel 28 vorbei in den Zylinderv orraum 15, so wird der Druckkolben 10 unter Mitnahme der Leitbuchse 23 in seine Arbeitsstellung ge bracht und in ihr festgehalten. Dies erfolgt durch einen Winkelhebel 29, der durch eine Magnetspule 30 betätigt werden kann und dessen Nase 31 in eine Kerbe 32 des Druck- kolbens 10 einrastet.
Nach erfolgter Arretierung des Druckkol bens 10 wird die Sperrung der Leitbuchse 23 durch die Magnetspule 24 aufgehoben. Eine nviseben Leitbuebse 23 und 1)raekzylinder 11 angeordnete Zugfeder 33 bringt. die erstere wieder in ihre Ausgangsstellung zurück. Die Leitbiiehse 23 hat eine Bohrung 34. Der Bol zen 17 besitzt ebenfalls im Bereich seines Sitzes in der Leitbuchse 23 eine Bohrung 35, die mit. seiner axialen Bohrung 18 in Ver- b'indiung steht.
In der Ruhestellung des Druck kolbens 10 sind diese beiden übereinanderlie- genden Bohrungen 34 und 35 durch den Druckkolben 10 überdeckt. Bei dem Zurück gleiten der Leitbuchse 23 in ihre Anfangs stellung gelangen diese beiden Bohrungen im Zylindervorraum frei übereinander. 'Somit kann nunmehr die Druckluft durch diese Bohrungen in die axiale Bohrung 18 des Bol zens<B>17</B> gelangen.
Der Federkolben 13 ist durch eine ge sicherte Verschraubung 36 mit einem Druck- übertragungskörper 37 axial fest, aber dreh bar verbunden. Der Druekübertragungskörper 37 hat die Form einer axial auseinandergezo- genen Kugel und hat in seiner Längsachse eine Bohrung 38. In der Ruhestellung des Druckkolbens 10 liegt er frei drehbar in einer runden muldenförmigen Aussparung des Fe derkolbens 13. Durch seine Bohrung 38 ist die Nadel. 21 hindurchgeführt.
Bei einer Betätigung des Druckkolbens 10 und damit. des Federkolbens 13 wird der Druck- übert.ragungskörper 37 in eine halbkugelför mige Ausbuchtung 39 des umlaufenden Ge häuseteils 3 hineingedrückt. Dadurch gelangt die Bohrung 38 des Druckübertragungskör- pers 37 auf den in Flucht dazu befindlichen Zugangskanal 40 einer kegeligen Bohrung 41 im rotierenden Teil 3 des Ventilgehäuses 1. Da der Federkolben 13 nur axial verschiebbar gehalten ist, erfolgt. gegebenenfalls ein Mut drehen des DruckübertTagiingskörpers 37.
Die Nadel 21 ragt bis nahe an die Bohrung 41 heran und kann bei einer axialen Verschie bung gegen die Bohrung 41 hin einen diese abschliessenden zentralen Reifen.ventilkegel42 heben.
Die Druekluftleitung 6 mündet- in eine luftdicht, abgeschlossene Kammer 43. In: dieser befindet sich eine Magnetspule 44 und ein von ihr betätigter zweiarmiger Hebel 45, der um den, Punkt 46 drehbar gelagert ist. Bei einer Einschaltung der Magnetspule 44 kann also der Ventilkegel 28 gehoben werden und dadurch Druckluft auf dem vorhergehend be schriebenen Weg dem umlaufenden Ventil gehäuseteil 3 zugeführt werden. Eine Zug feder 47 hat. die Aufgabe, den zweiarmigen Hebel 45 bei Nichtbetätigung in seine Ruhe stellung zurückzuführen.
Im Druckzylinder 9 ist eine luftdichte Kammer 48 angeordnet, in die die mit einem Reifendruckmesser verbundene Messluftlei- tung 7 einmündet. In der Kammer 48 befin den: sich eine Magnetspule 49 und ein zwei armiger Hebel 58, der an dem in der Aus sparung 19 des Bolzens 17 liegenden Ventil kegel 20 und damit an der Nadel 21 angreift. , Eine Zugfeder 51 führt den zweiarmigen Hebel 50 in seine Ausgangsstellung zurück.
Um dem umlaufenden Teil 3 des Ventil gehäuses und somit dem Radreifen Fülluft zuzuführen, wird nicht nur durch die Magnet spule 44 in der Kammer 43 der zweiarmige Hebel 45 betätigt., sondern ebenfalls durch die Magnetspule 49 der zweiarmige Hebel 50 in der Kammer 48 und damit auch die Nadel 21, damit der Ventilkegel 4,2 gehoben wird.
Soll jedoch dem rotierenden Teil des Ven tilgehäuses Reifenluft zum Messen entzogen werden, so muss mittels der Magnetspule 44 der Ventilkegel 28 für den Durchlauf eines Druckluftstromes gehoben' werden, der für diesen Fall nur die Aufgabe hat, den Druck kolben 10 in seine Angriffsstellung am Druck übertragungskörper 37 und, diesen in Anlage am umlaufenden Gehäuseteil 3 zu bringen. Nach Erreichen der Sperrung wird der c Stromzufluss zur Magnetspule 44 unterbro chen und damit auch die weitere Zufuhr von Druckluft. Alsdann wird die Magnetspule 49 betätigt, was zur Folge hat, dass der Ventil kegel 20 gehoben und die Nadel 21 in An- s griff an dem Ventilkegel 42. gebracht wird.
Dadurch wird erreicht, dass Reifenluft aus dem rotierenden Gehäuseteil 3 durch die Boh rung 18 in die Kammer 48 und somit. durch die Messluftleitung 7 an den hierfür ange schlossenen Druckmesser gelangt. Soll der Reifendruck vermindert, werden, so genügt die Einschaltung der Magnetspule 49. Die Ventilnadel 21 hebt den Kegel 42 von seinem Sitz und die Reifenluft kann frei entweichen.
Die erwähnten 'Schaltungen der Magnete können willkürlich von Hand erfolgen oder aber automatisch. Im nachstehenden sind die Mittel zur automatischen Schaltung ,dargelegt.
Im feststehenden Gehäuseteil 4 sind um den Druckzylinder 9 ein 'Schalter 52. für die Füllung, ein Schalter '53 für die Entlüftung sowie blosse Führungsorgane angeordnet. Die einzelnen Schalter und Führungsorgane sitzen in Zylindern 52' bzw. 5i3' am 'Teil 54 des feststehenden Gehäuseteils 4. Die Schalter be sitzen je zwei einander gegenüberliegende Reihen von hintereinanderliegenden Metall platten 55, die gegeneinander durch nichtlei tende Platten 5.6 isoliert sind. In den Zylin dern 52' und 513' ist, ein Kolben 57 verschieb bar, der bei den Schaltern mit zwei bzw. einem Kontaktring 58 versehen ist. Der Kol ben 57 trägt an seinem dem umlaufenden Gehäuseteil zugewandten Ende eine Laufrolle 59.
In. seinem Innern ist. eine einen Bund 60 tragende Kolbenstange 6@1 angeordnet. Die Kolbenstange 61 ist durch einen Zylinder- abschlrzssdeckel 62 geführt. Zwischen diesem und dem Bund 60 befindet sich eine Druck- feder 63.
Zwei Schubringe 64 und 65 sind im um laufenden Gehäuseteil konzentriert zueinan der so angeordnet, dass sie bei der Umdre hung des umlaufenden Gehäuseteils 3 eine Ab lauffläche der zugeordneten Rollen<B>5</B>9 bil den. Die Schubringe 64 und 65 liegen in Aussparungen 6,6 des umlaufenden Gehäuse teils 3 und sind- in drei gleich weit. vonein ander entfernten Punkten durch Schub stangen 67 mit je einem !Steuerkolben 68 verbunden, der im Zylinder 69 geführt. ist.
Jeder Zylinder 69 ist mit. einem aufge schraubten Verschlussdeckel 70 versehen. Zwi- sehen dem Steuerkolben 68 und, dem Ver- sehlussdeckel 70 befindet sich eine Druck feder 71. Durch Öffnungen 72 im Zylinder 69 drückt die Reifendruckluft. auf den Steuer- kolben 68.
Da mit dem Steuerkolben 68 über die Schubstange 67 der Schubring 61 bzw. 65 in Verbindung steht., so werden Schwankun gen des Reifendruckes im umlaufenden Ge häuseteil 3 über die unter Federdruck ab laufenden Laufrollen 59 den Kolben 57 mit geteilt. Die Kolben 5 7 bestreichen mit ihren Kontaktringen 58 bei Kolbenbetätigung die leitenden Metallplatten 55 und stellen damit eine Stromverbindung zwischen den Metall platten der einander gegenüberliegenden Reihen her in dem Masse, wie die Metallplat ten nacheinander bestrichen werden.
Beim Füllungssebalter 52 sind zwei Grup pen von Metallplattenreihen vorgesehen. Die erste Gruppe dient zur Steuerung der Fül lung. Wird beispielsweise vom Fahrzeugfüh rer ein gewisser Fülldruckwert eingestellt, so wird demzufolge Strom zu der diesem Druckwert entsprechenden Metallplatte 55 ge leitet. .Solange sieh der Reifendruck unter halb dieses Wertes befindet, sind die für die Füllung benötigten Magnetspulen einge schaltet, so dass, eine Zuführung von Druck luft stattfindet.
Mit der Zunahme des Reifendruckes wird der Kolben 57 verschoben, bis er mit seinem Kontaktring 58 die unter Strom gesetzte Metallplatte 55 der einen Reihe berührt und dadurch eine Verbindun- zur Metallplatte 55 der andern, gegenüberliegenden Reihe herbei führt. Durch Schliessen dieses Stromkreises werden sämtliche für die Füllung eingeschal teten Magnetspulen wieder abgeschaltet.
Der Entlüfttrngssehalter 53 besitzt nur eine Gruppe von Metallplattenreihen. In die ser wird ebenfalls die gleiche Metallplatte 55 bei der Wahl des Druckwertes unter Strom gesetzt. Solange der Reifendruck oberhalb dieses Wertes steht, ist die Magnetspule für die Entlüftung eingeschaltet.
Vermindert sich im umlaufenden Gehäuseteil der Reifendruck, so gelangt der Kontaktring 58 in den Bereich der stromführenden 3letallplatte 55 und bleibt auch bei einer weiteren Drtiekabnahmc zufolge des breit gehaltenen Kontaktringe ständig in Verbindung mit dieser betreffen. den. Metallplatte, wodurch eine sofortige Ab- sehaltung der Magnetspule für die Entlüf tung vorgenommen wird.
Die zweite Gruppe von Metallplattenrei- hen im Füllsehalter 52 dient. der Schaltung einer Hauptkontrollampe 73 am Armaturen brett.
Am Armaturenbrett des Fahrzeuges sind ferner ein Il auptschalter 74 für Abschaltung der Vorrichtung, Messen des Reifendruekes und automatische Schaltung, zwei Druck stufensehalter 75, gemeinsam für die beiden Hinter- bzw. Vorderräder, und vier Kontroll- lampen 76 vorgesehen.