Anlage mit einer Dampfkraftmaschine. Die Erfindung bezieht sich auf eine An lage mit einer Dampfkraftmaschine, deren Entnahmedampf und Abdampf zur Beliefe rung von drei Heiznetzen verschiedenen Druckes dienen.
Sie ist dadurch gekennzeich net, dass dem Heiznetz höchsten Druckes Dampf aus der Entnahmestelle ungedrosselt zugeführt wird, so dass in diesem Netz un gefähr der Druck der Entnahmestelle der Kraftmaschine herrscht, dass ferner dem Netz niedrigsten Druckes Dampf aus dem Auslass der Dampfkraftmaschine ungedrosselt zu geführt wird, so dass in diesem Netz ungefähr der Auslassdruck der Dampfkraftmaschine herrscht, und dass schliesslich dem Netz mitt leren Druckes über einen Speicher Entnahme dampf zugeführt und der Druck in diesem Netz durch ein Druckregelventil konstant gehalten wird.
Ein Beispiel des Erfindungsgegenstandes ist: auf der Zeichnung vereinfacht dargestellt. Der Kessel 1 erzeugt Hochdruckdampf, welcher zur Belieferung der Turbine 2 und der Heiznetze 3, 4 und 5 dient. Der Dampf kann vom Kessel 1 beispielsweise mit 100 atü und 500 C erzeugt werden und das Heiznetz 3 einen Druck von 18-24 atü, das Heiznetz 4 einen Druck von 10 atü und das Heiznetz 5 einen. Druck von 6 atii aufweisen. Die Netze 3 und 5 weisen einen mehr oder weniger gleich tnäl3igen Verbrauch auf. Im Netz 4 treten jedoch erhebliche Abnahmestösse auf; es ist deshalb mit einem Dampfspeicher 6 aus- gerüstet, welcher die Stösse zu überbrücken vermag.
Der Dampf kann durch zwei Druekhalte- ventile aus dein Kessel austreten, von denen das Ventil 7 bei 98 atü und das Ventil 8 bei 105 atü zu öffnen beginnt. Diese Ventile wer den je durch einen der Servomotoren 9 und 10 eingestellt, die durch den Druckfühler 11 mit tels der Steuerschieber 12 und 13 gesteuert sind. Vom Druckhalteventil 7 führt die Hauptdampfleitung 14 über das Regelventil 15 zur Turbine 2. Vom Druckhalteventil 8 ge langt der Dampf durch eine Leitung 16 in einen an das Gegendrucknetz 3 ohne Zwi schenschaltung eines Regelorganes ange schlossenen Speicher 17.
Die Turbine 2 treibt einen elektrischen Stromerzeuger 25. Ihre Drehzahl und damit die Frequenz des elektrischen Stromes wer den durch einen Regler 26 geregelt. Hierzu stellt der Regler mittels des Schiebers 27 und des Servomotors 28 das Regelventil 15 ein. Zusätzliche Impulse werden auf das Regel ventil 15 über den Steuerschieber 29 vom Druck des Dampfkessels 1 und über die Steuerschieber 30 und 31 vom Druck im Ge- gendrucknetz 5 ausgeübt.
Die Turbine 2 besitzt eine Zwischenent- nahmestelle, aus welcher Dampf nach Be darf in die Gegendrucknetze 3 bis 5 geleitet werden kann. Die Entnahmeleitung 18 führt über ein Rückschlagventil 19 ohne Zwischen schaltung eines andern Regelorganes in das Heiznetz 3, Ausserdem sind noch zwei weitere Leitungen von der Entnahmeleitung 18 ab gezweigt. Eine erste Zweigleitung 20 führt über ein Regelventil 21 in den Speicher 6. Aus dem Speicher gelangt dann Dampf durch das Ventil 32 geregelt in das Netz 4. Durch eine zweite Zweigleitung 22 kann über ein Regel ventil 23 auch Dampf in das Netz 5 strömen.
Der Abdampf der Turbine 2 wird durch die Leitung 24 direkt ins Netz 5 geleitet.
Das Regelventil 21 wird durch einen Servomotor 33 eingestellt. Die Steuerung die ses Servomotors erfolgt vom Netz 5 aus über die Steuerschieber 31 und 34; zusätzlich kann sie auch noch über die Steuerschieber 35 und 36 beim Sinken des Druckes und über die Steuerschieber 35 und 3 7 beim Steigen des Druckes vom Gegendrucknetz 3 aus beein flusst werden. Das Regelventil 32 ist über den Steuerschieber 40 und den Servomotor 41 unter den Einfluss des Druckes im Gegen stromnetz 4 gestellt. Das Regelventil 23 in der Zweigleitung 22 wird über die Steuer schieber 31 und 39 des Servomotors 38 vom Druck im Gegendrucknetz 5 beeinflusst.
Die dargestellte Regeleinrichtung arbeitet im Betrieb wie folgt: Das Druckhalteventil 7 ist bei normalem Betrieb geöffnet und hält den Druck am Austritt des Dampferzeugers ungefähr auf 100 atü. Sinkt dieser Druck unter 98 atü, was höchstens bei Versagen der Turbinenregelung vorkommen kann, so schliesst dieses Ventil. Steigt der Druck im Dampferzeuger bis auf 105 atü, so beginnt das Ventil 8 zu öffnen, so dass der überschüs sige Dampf in den Speicher 17 abströmen kann.
Das Einlassregelventil 15 der Turbine 2 öffnet, wenn der Druck am Kesselaustritt 100 atü oder mehr ist, der Druck im Gegen.- drucknetz 5 6,2 atü oder weniger und die Frequenz des elektrischen Stromes 50 Peri oden oder weniger ist. Das Ventil 15 schliesst, sobald entweder der Druck am Austritt des Dampfkessels unter<B>100</B> atü sinkt, oder der Gegendruck im Netz 5 über 6,2 atü steigt, oder die Frequenz des elektrischen Stromes über 50 Perioden steigt.
Das Regelventil 21 für die Ladung des Speichers 6 regelt bei 6 atü Gegendruck im Netz 5, solange der Druck im Netz 3 zwischen 18 atü und 24 atü sich bewegt. Das Ventil ist mit einer einstellbaren starren Rückführung 42 ausgerüstet, wodurch die Statik der Regelung den Anforderungen für die Stabilität der Ge samtanlage angepasst werden kann. Un abhängig vom Druck im Netz 5 schliesst das Ventil 21, sobald der Druck im Netz 3 mater 18 atü fällt, und öffnet, wenn dieser über <B>24</B> atü steigt. Das zur Haltung des Dampf- druckes im Netz 5 dienende Regelventil 23, öffnet erst, wenn der Druck im Netz 5 unter <B>5,8</B> atü fällt.
Die Feuerung des Dampfkessels richtet sich nach dem im Speicher 6 herrschenden Druck, der an einem in seiner Nähe angeord neten Instrument 43 abgelesen werden kann. Der Speicher muss hierbei in einem mittleren Ladezustand gehalten werden, so dass das Ladeventil 21 nie ganz ausgesteuert sein kann.
In der beschriebenen Anlage können sich die folgenden Betriebszustände ergeben: 1. Grosser Dampfverbrauch im Netz 5 und grösstmögliche Turbinenleistung.
2. Grosser Dampfverbrauch im Netz 5 und verminderte Turbinenleistung.
3. Geringer Dampfverbrauch im Netz 5 und grosse Turbinenleistung.
4. Stark verminderte Leistung der Tur bine.
5. Umwälzbetrieb ohne Turbinenleistung. Hierbei entstehen die für die nachstehende Tabelle wiedergegebenen Einstellungen.
EMI0003.0003
1 <SEP> ?. <SEP> 3 <SEP> 4 <SEP> 5
<tb> Dampfkessel- <SEP> ungefähr
<tb> druck <SEP> atü <SEP> 100 <SEP> 10.5 <SEP> 105 <SEP> 105 <SEP> 50-80
<tb> Druck <SEP> in <SEP> Lei tung <SEP> 18 <SEP> atü <SEP> 2.1-1.8 <SEP> 24-18 <SEP> 18 <SEP> 18 <SEP> 0
<tb> Druck <SEP> im
<tb> Netz <SEP> 3 <SEP> atü <SEP> 24--18 <SEP> 24-1.8 <SEP> 18 <SEP> 24 <SEP> 24
<tb> Druck <SEP> im
<tb> Netz <SEP> <B>5</B> <SEP> atü <SEP> 6 <SEP> 6 <SEP> 6,2 <SEP> 5,8 <SEP> 5,
8
<tb> Ventil <SEP> 8 <SEP> geschlossen <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 105 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 105 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 105 <SEP> geöffnet
<tb> atü <SEP> im <SEP> Kessel <SEP> atü <SEP> im <SEP> Kessel <SEP> atü <SEP> im <SEP> Kessel
<tb> Ventil <SEP> 15 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> <B>100</B> <SEP> regelt, <SEP> auf <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 6,2 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> geschlossen
<tb> atü <SEP> im <SEP> Kessel <SEP> Frequenz <SEP> atü <SEP> im <SEP> Netz <SEP> 5 <SEP> Frequenz
<tb> flückschlag ventil19 <SEP> geöffnet <SEP> geöffnet <SEP> geschlossen <SEP> geschlossen <SEP> geschlossen
<tb> Ventil <SEP> :
.' <SEP> 1 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 6 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 6 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 18 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 24 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 24
<tb> atü <SEP> im <SEP> Netz <SEP> 5 <SEP> atü <SEP> im <SEP> Netz <SEP> 5 <SEP> atü <SEP> im <SEP> Netz <SEP> 3 <SEP> atü <SEP> im <SEP> Netz <SEP> 3 <SEP> atü <SEP> im <SEP> Netz <SEP> 3
<tb> Ventil <SEP> 23 <SEP> geschlossen <SEP> geschlossen <SEP> geschlossen <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 5,8 <SEP> regelt <SEP> auf <SEP> 5,8
<tb> atü <SEP> im <SEP> Netz <SEP> 5 <SEP> atü <SEP> im <SEP> Netz <SEP> 5 In den Fällen 1 und 2 wird der Druck in der Leitung 18 durch die Belastung der Tur binenstufe nach der Anzapfung festgelegt.
Für den Fall 5, in welchem die Turbine ausser Betrieb ist, wird der Druck im Dampferzeu ger allein nach dem Dampfbedarf eingestellt.