CH299647A - Verfahren zum Betonieren. - Google Patents
Verfahren zum Betonieren.Info
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Description
Verfahren zum Betonieren. Beim Herstellen von Beton, insbesondere oon Betonformteilen, hat das Rütteln der in ciie Schalung bzw. in die Form eingebrachten Betonmischung besondere Bedeutung erlangt und ist häufig besonders dann angewendet worden, wenn wasserarme Mischungen ver arbeitet und damit hohe Druckfestigkeiten er zielt werden sollten.
Bei den üblichen Rüttelverfahren wird das Gut ausschliesslich in der Form gerüttelt. Bei einem neueren Verfahren, das die Gleitver hältnisse zwischen den Gemengeteilchen weni ger mechanisch als chemisch beeinflussen will, indem durch besonders hochfrequente Schwin gungen ein thixotroper Zustand des Gemenges angestrebt wird, wurde festgestellt, dass ein entsprechendes Rütteln des noch nicht. in der Form befindlichen wasserarmen Betongemi sches oder eines Teils seiner Bestandteile die dort angestrebten Wirkungen erhöht, wobei aber nach dem Einbringen in die Form das Nut von neuem gerüttelt werden muss. Die Erfindung verwendet das Rütteln nicht zu einem solchen Zweck.
Sie erreicht ihr Ziel auch bei Mischungen mit einem Wasser-Ze- ment-Faktor, der oberhalb des angestrebten, durch das Rütteln ermöglichten niederen Be reichs liegt. Sie basiert auf der Beobachtung, dass die beim Rütteln erzeugte Plastizität der Betonmischungen bei Beendigung des Rüt- telns mehr oder weniger schnell wieder ver schwindet.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum Be tonieren ist somit dadurch gekennzeichnet, dass die Betonmischung ausserhalb der Form bzw. der Verschalung gerüttelt und unmittel bar danach verformt wird, wobei die Zusam mensetzung der Mischung und der Zeitpunkt des Rüttelns so gewählt werden, dass die Mi schung durch das Rütteln wohl plastisch wird, die Plastizität aber nach dem Aufhören des Rüttelns so schnell verlorengeht, dass der Beton unmittelbar nach seiner Formung ent- schalt bzw. aus der Form entfernt werden kann.
Dadurch wird eine neuartige Verarbei tungstechnik geschaffen, die vergleichbar ist mit der Verarbeitung thermoplastischer Mas sen, deren physikalisch-chemische Eigenschaft., in der Hitze und/oder bei Druck formbar zu sein und z. B. bei Raumtemperatur fest zu werden, mit grossem wirtschaftlichem Erfolg zur Massenherstellung von Formlingen in der Press- und Spritztechnik ausgenutzt wird. In Annäherung an diese Methoden kann nach der Erfindung auch bei Beton verfahren wer den.
Der Formling hat nach der Formung in folge des erreichten beschleunigten Wieder- festwerdens der Masse nach dem Rütteln be reits eine Formfestigkeit, die es gestattet, ihn so schnell auszustossen, wie dies etwa bei rohen Ziegeln oder sonstiger keramischer Rohware möglich ist. Für diese Beschleunigung bestehen ver schiedene Möglichkeiten.
So kann man entwe der auf den Abbindevorgang Einfluss nehmen, oder aber man kann das Rütteln zeitlich so legen und so gestalten, dass eine im Verhält nis zum Wassergehalt übermässige Verflüssi gung eintritt, die beim Aufhören des Rüttelns schnell wieder verschwindet.
Für den ersteren Weg empfiehlt es sich besonders, den Zement. so vorzubehandeln, dass der Abbindevorgang schon vor Beendi- gung des Anmachens der Betonmischung ein geleitet und sein Ablauf in der Mischung be schleunigt wird (Aktivieren des Zements).
Im einzelnen kann dies z. B. dadurch ge schehen, dass mindestens ein Teil der vorge sehenen Zementmenge mit. hohem Wasseran teil, gegebenenfalls unter Zugabe von Alkali und/oder Wasserglas und Benetzungsmitteln, zu einer Vormischung angemacht und erst nach mehrstündigem Stehen, gegebenenfalls zusammen mit dem Rest des Zementanteils der Betonmischung (Frischzement) zur fer tigen Mischung verarbeitet wird. Rühren vor dem Stehen erhöht die Wirkung.
Durch dieses Abstehen ist der Abbindevor- gang in dem Zement bereits eingeleitet, je doch in einer Weise, die das Plastisehwerden durch Rütteln nicht behindert, wohl aber das Wiederverschwinden der Plastizität beim Auf hören des Rüttelns der Mischung sehr be schleunigt. Ausserdem wirkt das beim Abste hen anfallende Cberschusswasser als Katalysa tor für den Abbindevorgang im Frischzement.
Hier münden die Massnahmen zur Bc- schleunigung des Wiederfestwerdens der durch Rütteln plastisch gewordenen Masse in den andern oben angedeuteten Weg: Ausge staltung des Rüttelvorgangs zur Erzielung übermässiger Plastizität. Hierzu eignet sich besonders ein neuartiges Rüttelverfahren, bei dem als (zweckmässig vertikal) schwingendes Organ eine mit Durchlässen versehene Unter lage (z. B. ein Siebsatz) verwendet wird, durch die das steif angemachte Schwingungs gut hindurchgerüttelt wird.
Da dieses Rüttel verfahren bei normalen Frequenzen gestattet, einen steifen Zement-Wasser-Brei von der Konsistenz eines Kitts in den tropfbaren Zug stand zu bringen, ist es mit seiner Hilfe mög lich, den beim Abstehen der Zement-Wasser- Vormischung abgesetzten steifen Brei der mit dem Übersehusswasser angemachten Mischung aus Frischzement und Zuschlägen zuzutrop- fen.
Um die durch die Aktivierung des Zements unter-Uniständen bewirkte Herabsetzung seiner Mischbarken. aufzuheben und darüber hinaus die Plastifizierung des Betongeinisehes noch weiter zti fördern, ist es zweelzmässig, der 3li- schung Zuschläge. beizugeben, die den. Cbergang in den plastischen Zustand beschleunigen; als solche Zuschläge können hydratisierte Stoffe, z.
B. aktivierte Tonerde in stark hydratisier- tem Zustand in einer Menge von 3 % des Ze- mentanteils dienen.
Neben der für die Formgebung besonders wichtigen Wirkung der Zementaktivierung auf die Beschleunigung .der Rückkehr des Ge misches aus dem durch Rütteln gewonnenen plastischen Zustand in den ursprünglichen breiig-festen Zustand ergab sich die weitere Wirkung einer ganz erheblichen Steigerung der Frühdruckfestigkeit. Es ist, oft nicht rat- süm, die Betonmischung allzu wasserarm zu verarbeiten, da mit aktiviertem Zement höhere Festigkeitswerte erzielt-werden können als bei geringerem Wassergehalt mit Normalzement.
Ausserdem ist. dann die bei geringerem Was sergehalt beobachtete Gefahr mangelnder Dichtigkeit. der besonders schnell abbindenden Betonmischung vermieden, welcher Mangel die festigkeitserhöhende Wirkung der Akti- vieu-Ling wieder aufheben könnte. Wird aber j,Vert. darauf gelegt, das Letzte an Festigkeit herauszuholen, so empfiehlt es sich, zusätzlich zum Einrütteln der Betonmischung diese noch einzustampfen.
<I>Beispiel:</I> a) 1000 g Normalzement werden mit 700-800 eins Wasser unter Zusatz von 5-10 g Wasserglas in einem Gefäss mit Quirl bei etwa 300 U./min 8-12 Stunden behandelt (Raumtemperatur 18 C). Der flüssige Brei bleibt 10-1. Stunden stehen. Es entsteht ein fester Zementbrei mit überschüssigem An maehwasser.
b) 1000 g Normalzement werden mit. 6-10 kg Feinsand günstiger Kornverteilung mit Grösstkorn von 3 mm Durchmesser trocken ge mischt.
c) Dann wird die nach a) erhaltene Was- scr.Zement-Mischiing beigemischt, indem ent weder das Produkt des Abstehens vorher noch- ritrals kurz zu einem zähflüssigen Zementbrei aufgequirlt und der Mischung nach b) zuge geben wird, oder indem die Mischung nach b) zunächst nur mit dem überschusswasser von a) gemischt., evtl. unter weiterem Wasserzu satz, und dann der steife Brei von cc) über einen Rüttler besonderer Art, der weiter un ten beschrieben ist,
in diese Feinbeton mischung eingetropft wird.
c7) Diese Feinbetonmischung nach c) wird ihrerseits mit einem Rüttelgerät, und zwar zweckmässig mit einem solchen der oben er wähnten Art, bis zur tropfbaren Konsistenz plastifiziert und zweckmässig unmittelbar in die gerüttelte Form oder Schalung einge tropft. Nach beendigtem Rütteln, z. B. beim Herunternehmen der Form vom Rütteltisch, verschwindet die Plastizität so rasch, da.ss un mittelbar danach ausgeformt werden kann.
Durch die Aktivierung erhalten Teile des verwendeten Zementanteils eine gewisse Bin- digkeit.. Diese teilt sich bei der Mischung sehr rasch dem Frischzement mit und macht die Gesamtbetonmischung bindig .
Die Wirkung von Vibration auf solche bindige Gemische ist besonders gut, da die erhöhte verklebende Wirkung des Zementleims nötig ist, um den Zusammenhalt des Betons während des Rüt- telns zu gewährleisten, damit die Zuschlag- teile verschiedener Grösse bei kräftiger Ein wirkung der Vibration keine zu unterschied lichen Bewegungen ausführen, was züi Auf loekerung und Entmischung führen würde, aber nicht zu einem zähflüssigen, bei Aus setzen der Vibration rasch erstarrenden Brei.
Die hohe Bindigkeit des fertig geformten Teils ergibt. die erhöhte Frühdruckfestigkeit, da der Abbindev organg schon weitgehend eingeleitet ist. Bei grösseren und längeren Formen emp fiehlt es sich, das Rüttelgerät über der Form oder diese unter dem Gerät verschiebbar an zubringen. Gegebenenfalls kann aber auch das tropfbare Rüttelgut durch gerüttelte Trans- portrinnen i-sw. in diesem Zustand der Ford zugeführt werden.
Das oben erwähnte Rüttelgerät, welches sich als besonders zweckmässig erwiesen hat, weist als Rüttelorgane vertikal schwingende Siebsätze auf, auf die der steife Mörtel aufge bracht wird und durch die er hindurchtropft. Für Feinbeton mit Kornhöchstgrösse von 3 mm ist ein Satz von 2-3 Sieben mit unter sich gleichem Lochdurchmesser von 4-5 mm zweckmässig. Die Schwingung hat eine Weite von z. B. 0,8-1,2 mm und eine Frequenz von z. B. 100 Hertz.
Für grobe Betonmischungen mit Zuschlä gen mit Höchstdurchmesser von 30-70 mm werden am besten senkrecht stehende Profil stäbe als schwingende Organe gewählt, an denen entlang die Betonmischung nach unten auf eine schiefe Ebene gerüttelt wird, von der die verflüssigte Mischung abtropft.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Betonieren, dadurch ge kennzeichnet, dass die Betonmischung ausser halb der Form bzw. der Verschalung gerüttelt und unmittelbar danach verfoimt wird, wobei die Zusammensetzung der 1Vlischung und der Zeitpunkt. des Rüttelns so gewählt werden, dass die Mischung durch das Rütteln wohl plastisch wird, die Plastizität aber nach dem Aufhören des Rüttelns so schnell. verloren- geht,dass der Beton unmittelbar nach seiner Formung entschalt bzw. aus der Form ent fernt werden kann. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Zement so vor behandelt wird, dass der Abbindevorgang schon vor dem Anmachen der Betonmischung eingeleitet und -sein Ablauf in der Mischung beschleunigt wird. \?. erfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der vorgesehenen Zementmenge mit hohem Wasseranteil zu einer Vormischung ange macht wird, welche erst nach mehrstündigem Stehen zur fertigen Betonmischung verarbei tet wird. 3.Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass nur ein Teil des Zementanteils zur Vormischung angemacht wird, während der Rest nach dem Stehen zu gesetzt wird. 4. Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass der Vormischung Alkali einverleibt wird. 5. Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass der Vormischung 'Wasserglas einverleibt wird. 6. Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass der Vormischung Alkali und Wasserglas einverleibt werden. 7.Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass die Vormischung vor dem Abstehen mehrere Stunden gerührt wird. B. Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass die Vormischung in einem Rührwerk mehrere Stunden bei etwa 300 U./min gerührt wird. 9. Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass man die Vor mischung 8-24 Stunden abstehen lässt. 10.Verfahren nach Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass das beim Abstehen anfallende Überschusswasser unmittelbar der trockenen Mischung aus dem restlichen Ze ment und Zuschlägen zugegeben und der beim Abstehen abgesetzte feste Zement-Wasser-Brei unter Rütteln in diese Mischung eingetropft wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Betonmischung Zuschläge beigegeben werden, welche den Übergang in den plastischen Zustand erleich tern. 12. Verfahren nach Unteranspruch 11, da durch gekennzeichnet, dass als Zuschlag ein hydratisierter Stoff verwendet. wird. 13.Verfahren nach Unteranspruch 12, da durch gekennzeichnet, dass als Zuschlag akti vierte Tonerde verwendet wird. 14. Verfahren nach Unteranspruch 13, da durch gekennzeichnet, dass die aktivierte Ton erde in stark hydratisiertem Zustand in einem Anteil von 3 % des Zementgewichts zugegeben wird.
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