CH300260A - Verfahren zur Herstellung einer Triebfeder für Uhren sowie nach diesem Verfahren erhaltene Triebfeder. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Triebfeder für Uhren sowie nach diesem Verfahren erhaltene Triebfeder.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung einer Triebfeder für Uhren sowie nach diesem Verfahren erhaltene Triebfeder. Zur Herstellung von Triebfedern für Uhren werden bekanntlich bis heute meistens Kohlenstoffstähle verwendet, die auf klas sische Art gehärtet und angelassen werden, so dass sie vorzugsweise martensitisches Ge füge und einen Elastizitätsmodul von<B>19000</B> bis 21000 kg/mm2 aufweisen.
Solche Feder bänder werden, bevor sie gehärtet werden, entweder am breiten Band heruntergewalzt und dann geschnitten, oder sie werden vom Draht zu Band gewalzt. Charakteristisch für diese Federn ist, dass sie gehärtet werden und dass das fertige Federband keinerlei Textur aufweist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren zur Herstellung einer Triebfeder für Uhren, welches dadurch ge kennzeichnet ist, dass eine ein kubisch-raum- zentriertes Kristallgitter aufweisende, eisen haltige Legier-Lmg in Drahtform homogeni siert und abgeschreckt, hierauf kalt herunter gezogen und kalt zum Band gewalzt wird, wo bei das Verhältnis der Querschnittsverminde- rung beim Ziehen des Drahtes zur Quer schnittsverminderung durch das Flachwalzen des Drahtes so abgestimmt wird,
dass sich die Richtung des Höchstwertes des E-Moduls vor wiegend parallel zur Walzrichtung des Ban des orientiert, worauf bei Temperaturen von 200-600 C nachbehandelt wird, um einen E-blod-Ltl von mindestens 21000 kg/mm9 zu erreichen. Auf Grund von Versuchen wurde festgestellt, dass bei Legierungen mit kubisch raumzentriertem Gitter sowohl die 111- als auch die 110-Richtung Maximalwerte des vor genannten E-Moduls ergeben.
Versuche haben ferner gezeigt, dass zum Beispiel ein Stahldraht mit 0,6 bis 1,0% C, der bei einer Temperatur von über 700 C homogenisiert und hierauf nach einem iso- thermischen Verfahren auf 400 bis 600 C ab geschreckt wird, sich vorzugsweise im perliti- schen Zustand, insbesondere im troostitischen und/oder sorbitischen Zustand, befindet,
der beim Kaltherunterziehen und anschliessenden Walzen des Bandes die gewünschte Orientie rung, nämlich eine ausgesprochene Häufung der 111- und 110-Richtung, ermöglicht. An derseits haben Versuche bestätigt, @ dass mar- tensitisch gehärtete und angelassene Stahl bänder die gewünschte Vorzugsrichtung (111 -Lind 110 in Walzrichtung) nicht ergeben.
Um eine scharf ausgerichtete Textur zu bekom men, wird der Draht vorzugsweise derart kalt heruntergezogen und kalt gewalzt, dass eine totale Querschnittsverniinderung von minde- stens 80% erfolgt. Der Ausgangsdraht wird nach dem Homogenisieren und Kaltziehen, je nach Drahtdurchmesser, vorzugsweise einen Festigkeitswert zwischen 180 und 260 kg/mm2 aufweisen.
Das @ von solchem Draht kaltge walzte Band gibt eine um so schärfere Textur, je weiter die totale Kaltverformung getrieben wird. Die 110-Richtung legt sich dabei im we- sentlichen in die Walzrichtung und in die Walzebene, die 111-Richtung im wesentlichen in die Walzrichtung und unter einem spitzen Winkel zur Walzebene.
Man erhält mit einer solchen Texturwalzung einen erhöhten Wert des E-Moduls und der Elastizitätsgrenze. Gleichzeitig gibt die Kristallage mit der 110- Richtung in der Walzebene und in der Walz- richtung und der Würfelfläche in der Walz- ebene den höchstmöglichen Widerstand gegen Bruch der Triebfeder quer zur Längsrichtung des Bandes.
Das Walzen von Bändern aus sog. paten tiertem Draht ist bekannt. Diese Bänder werden von Drähten gewalzt, die weniger als 20 kg Festigkeit haben, oder es werden zwi schen den Walzstufen Zwischenglühungen vorgenommen oder das Material wird zwi schen den Walzstufen angelassen. Auch das Patentieren , das heisst das isotherme Här ten, wird in bezug auf die Glühtemperatur und die Temperatur des Abschreckbades zweckmässigerweise auf den Kohlenstoff gehalt abgestimmt.
Beliebiger handelsüblicher patentierter Federdraht eignet sich in der Regel nicht für das Texturwalzen . Es ist dies der Grund dafür, dass bis heute auch bei von patentiertem Draht herabgewalzten Bändern für Uhrfedern die oben beschriebene Textur nur unvollkommen oder gar nicht vor handen war; auch war die Wichtigkeit dieser Texturbildimg für Triebfedern für Uhren bisher nicht erfasst worden.
Es wurde ferner festgestellt, dass die beste Texturfeder dann erreicht wird, wenn die Eisen-Kohlenstoff-Legierung unter Ausschluss von Martensit im perlitischen, z. B. insbeson dere sorbitischen Zustand, vorhanden ist und der Festigkeitswert des kaltgezogenen Drah tes mehr als 200 kg/mm2 beträgt.
Folgender Versuch wurde an einer kubisch raumzentrierten Eisen-Kohlenstoff-Legierung enthaltend 0,85% C durchgeführt. Der nach dem bekannten Patentier-Verfahren bei hoher Temperatur homogenisierte und abge schreckte Stahldraht von 2,3 mm Durchmesser wurde bis auf eine Festigkeit von 260 kg/mm2 kalt heruntergezogen, und zwar bis zu einer Dicke von 0,6 mm, und anschliessend kalt. zu einem Band von 0,1 mm Dicke und 1.,5 mm ; Breite gewalzt, und dann bei 250 C während einer Stunde vergütet.
Die röntgenogra phische Texturbestimmung zeigt punktför- mige Reflexe, das heisst eine sehr scharf aus geprägte Textur mit 111.= und 1.10-Richtungen ; in der Walzrichtung, wobei die 110-Richtung in der Walzebene liegt. Somit liegt der Höchst wert des E-Moduls in der Längsrichtung des Federbandes.
Das Band, das vor dem Ver güten eine Härte von 700 Vickers aufwies, , besitzt nach dem Vergüten während einer Stunde bei 250 C eine solche von 820 Vickers. Der E-Modul wurde mit 22000 kg/mm2 er mittelt. Die aus diesem Band hergestellte Uhrentriebfeder gab ein Kraftmoment von , 840 g/mm, das das Kraftmoment einer tex- turfreien, martensitisch gehärteten Stahl feder übertrifft, ohne die Brüchigkeit der letzteren aufzuweisen.
Die Feder brach im Federhaus bei 9300 Aufzügen, während die nach dem bisherigen Verfahren gehärtete Stahlfeder gleicher Federkraft nach 200 bis 600 Aufzügen brach.
Ferner wurde ein zweites Federband aus derselben Fe-C-Legierung hergestellt, indem ein Draht von 1,6 mm Durchmesser mit einer Festigkeit von 200 kg/mm9 auf eine Dicke von 0,6 mm kalt gezogen wurde. Das aus die sem Draht gewalzte Band von einer Dicke von 0,1 mm und einer Breite von 1,5 mm , zeigte eine starke Streuung der 110- und 111- Richtungen der Textur.
Diese unscharfe Tex tur ergab ein E-Modul von nur 19500 kg/mm2 und ein Kraftmoment der Feder von nur 700 g/mm. Auch bei diesem Band hat durch i das Vergüten die Härte nur um etwa l06 Vickerseinheiten zugenommen.
Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie bei richtigem Verhältnis der Kaltverformung des Drahtes durch Zie hen zur Kaltverformung durch Walzen eine Steigerung des E-Moduls um mehr als 10% durch stark ausgebildete Textur (Lage der Höchstwerte des E-Moduls in der Bandrich tung) erzielt werden konnte.
Diese Versuche zeigen die Überlegenheit, das heisst den technischen Fortschritt, der nach dem neuen Verfahren hergestellten Me tallbänder gegenüber den nach bekannten Methoden am breiten Band gewalzten Bän dern.
Die Zusammensetzung der Feder . kann in bezug auf den C-Gehalt und den üblichen Gehalten an Mangan und Silizium verschie- den sein. Die isotherme Härtung wird sich zweckmässigerweise nach der Zusammenset zung richten, so dass Martensitbildung ver mieden werden kann.
Nachstehend seien einige Beispiele von Stählen wiedergegeben.
EMI0003.0006
<I>Typ <SEP> I</I>
<tb> Fe <SEP> 95-99,51/o
<tb> C <SEP> 0,6-1,5%
<tb> Si <SEP> 0-1,0 <SEP> 11/o
<tb> Mn <SEP> 0-1,011/o
<tb> <I>Beispiel <SEP> 2: <SEP> Beispiel <SEP> 2:</I>
<tb> Fe <SEP> <B>98,50/0</B> <SEP> Fe <SEP> 98 <SEP> 0/0
<tb> C <SEP> 0,851/o <SEP> C <SEP> 0,9 <SEP> 0/0
<tb> Si <SEP> 0,2511/o <SEP> si <SEP> 0,25%
<tb> Mn <SEP> 0,350/0 <SEP> Mn <SEP> 0,350/0 Es können auch Eisen-Kohlenstoff-Legie- rungen mit Nickel- und Chromzusatz mit ku bisch raumzentriertem Gitter Verwendung finden, und zwar vorzugsweise mit folgenden Gehalten:
60
EMI0003.0011
<I>Typ <SEP> II <SEP> -</I>
<tb> C <SEP> 0,01-10/0
<tb> Cr <SEP> 0-16 <SEP> 11/o
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<tb> Si <SEP> -i- <SEP> Mn <SEP> 0-4%
<tb> <I>Beispiel <SEP> <B>3:</B> <SEP> Beispiel <SEP> 4: <SEP> Beispiels:</I>
<tb> C <SEP> 0,1% <SEP> C <SEP> ' <SEP> 0,2% <SEP> C <SEP> 0,6%
<tb> Cr <SEP> 4% <SEP> Cr <SEP> 8% <SEP> Cr <SEP> 4%
<tb> Ni <SEP> 8 <SEP> 0/ <SEP> o <SEP> Ni <SEP> _ <SEP> 41/o <SEP> Ni <SEP> 811/o
<tb> Si <SEP> -f- <SEP> Mn <SEP> 2% <SEP> Si <SEP> -I- <SEP> iVIn <SEP> 1% <SEP> Si <SEP> -I- <SEP> Mn <SEP> 111/a
<tb> Fe <SEP> Rest <SEP> Fe <SEP> Rest <SEP> Fe <SEP> Rest Auch bei den obigen Legierungen wird der Draht vorzugsweise isothermisch gehärtet,
die Glühtemperatur und die Temperatur des Abschreckbades werden zweckmässig der Zu sammensetzung der die Feder bildenden Le gierung angepasst, wobei man danach trach ten wird, dass kein Martensit, jedoch vorzugs weise Troostit und/oder Sorbit, gebildet wird.
Je nach der Legierung kann es übrigens von Vorteil sein, dass Niob oder Titan einzeln oder beide bis höchstens total 10% zulegiert werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung einer Trieb feder für Uhren, dadurch gekennzeichnet, dass eine ein kubisch-raumzentriertes Kristallgit ter aufweisende, eisenhaltige Legierung in Drahtform homogenisiert und abgeschreckt, hierauf kalt heruntergezogen und kalt zum Band gewalzt wird, wobei das Verhältnis der Querschnittsverminderung beim Ziehen des Drahtes zur Querschnittsverminderimg durch das Flachwalzen des Drahtes so abgestimmt wird,dass sich die Richtung des Höchstwertes des Elastizitätsmoduls vorwiegend parallel zur Walzrichtung des Bandes orientiert, wor auf bei Temperaturen von 200-600 C nach behandelt wird, iun einen Elastizitätsmodul von mindestens 21000 kg/mm2 zu erreichen. Il. Triebfeder für Uhren, hergestellt naeh dein Verfahren gemäss Patentanspruch I. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentansprueh I, da durch gekennzeichnet, dass der Draht derart heruntergezogen und gewalzt wird, dass eine totale Querschnittsverminderung von minde stens 801/o erfolgt.
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE1148572B (de) * | 1954-06-01 | 1963-05-16 | Straumann Inst Ag | Verfahren zur Herstellung von Triebfedern fuer Uhren |
-
1952
- 1952-01-14 CH CH300260D patent/CH300260A/de unknown
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