CH300478A - Verfahren zum Schützen von Pflanzenkulturen gegen Frostschäden. - Google Patents
Verfahren zum Schützen von Pflanzenkulturen gegen Frostschäden.Info
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Description
Verfahren zum Schützen von Pflanzenkulturen gegen FrostschÏden. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Schützen von Pflanzenkulturen gegen Frostschäden, das gekennzeichnet ist durch die Verwendung einer Räuchermischung, die Zinkstaub und einen hochchlo- rierten Kohlenwasserstoff enthält, zur Erzeu- gung künstlicher Lufttrübung mit einer Dosierung von 1 bis 5 kg/ha der zu schiitzenden Fläehe. Versuche haben ergeben, dass sich mit der erfindungsgemässen Rauchermischung edn guter Erfolg erzielen lässt, wenn man die angegebene Dosierung vornimmt. Der hochchlorierte Kohlenwasserstoff ist zweckmässigerweise fest ; kristallisiertes HexachlorÏthan hat sich bewährt. Die Versuche, die zu der vorliegenden Er findtmg gef hrt haben, ergaben, dass schon eine Dosierung von 10 mg/m3 an ausreicht, um einen bemerkbaren Frostschutz zu erzielen und gleichzeitig eine Beschädigung der Pflan- zen durch den Zinknebel zu verh ten. Die er forderliche Konzentration muss sich natürlich nach den jeweiligen Umständen richten. Sie hÏngt ab von der Strenge und der Dauer des zu erwartenden Frostes, von der etwa auftretenden und den künstlichen Nebel mit sich forttragenden Luftbewegtzg, ferner in besonders starkem Masse auch von dem Gelände, wobei es vor allem auf das Gefälle des Geländes ankommt und die Menge der etwa aus der Umgebung zufliessenden ortsfremden Kaltluft. Die Wirtschaftlichkeit wächst mit der Fläehengrosse des durch die Vernebelung zu schützenden Gebietes. Wenn von m3 gesprochen wurde, ist dabei angenommen, dass die Mächtigkeit der Nebelwolke etwa 8 bis 12 m beträgt. Die durchschnittliche Mächtigkeit ist also 10 m, so dass 1000 m3 einer Fläche von 100 m2 entsprechen. Es w rde also mit einer Mindestmenge von 100 kg bei der angegebenen Dosierung eine Vernebelung von 100 ha vorgenommen werden können. Zweckmässig erfolgt die Anwendung der erfindungsgemässen Räuchermischung f r die Erzeugung der Lufttrübung nicht unmittel- bar durch Verbrennen der f r die Gesamt- dosierung erforderlichen Mengen, sondern in zeitlich aufeinanderfolgenden Teilquanten. Auf diese Weise vermeidet man Störungen, die sich aus dem ständigen Vorhandensein von Luftströmungen auch in-den windstill- sten Frostnächten ergeben und die die Rauchwolke abtreiben oder zu stark verdünnen könnten. Es empfiehlt sich, der Räuchermischung aus Zinkstaub und Hexachloräthan ein Auflockerungsmittel zuzusetzen, beispielsweise Zinkoxyd, Magnesiumoxyd oder Kieselgur. Das Auflockerungsmittel dient dazu, ein Festbacken der Mischung zu verhindern, was einen einheitlichen Brennprozess und damit die kontinuierliche Entwicklung einer Rauch- wolke st¯ren w rde. Räuchermischungen aus Zinkstaub, kristallisiertem Hexachloräthan und Kieselgur lassen sich pulverförmig in Pappdosen verpacken und aufbewahren, so dass der Vorteil einer jederzeitigen Einsatzbereitschaft besteht, weil keinerlei technische Apparatur notwendig wird. Anderseits entsteht ein spezifisch schwerer Rauch von grossem Volumen trotz Verwendung einer verhältnismässig kleinen Menge und eines kleinen Gewichtes des Ausgangsstoffes, so dass das Verfahren auch billig wird. Eine Schädiglmg des Pflanzenwuchses konnte bei der angegebenen Dosierung nicht festgestellt werden. Im Falle, dass besonders empfindliche Pflanzen vernebelt werden müssen oder dass infolge besonderer Umstände eine stärkere Dosierung erforderlich ist, als für die betreffenden Pflanzen zuträglich wäre, kann man-durch gewisse Zusätze zu der Räuchermischung die pflanzenschädigende Wirkung ausgleichen. Vorzugsweise geschieht dies durch Beimischung von säureabstumpfenden Chemikalien, zum Beispiel. Soda oder Hexamethylentetramin. Die Menge der zuzusetzen- den säureabstumpfenden Chemikalien hat sich ebenfalls nach den jeweiligen Verhältnissen zu richten. Je stärker die Dosierung gewählt wird, um so erheblicher muss im allgemeinen auch der Zusatz an säureabstumpfenden Chemikalien sein. Im Durchschnitt wird der Zusatz 1 bis 3% des Gewichtes der Räuchermischung betragen. An Stelle eines unmittelbaren Zusatzes von Soda oder Hexamethylen- tetramin zur. Bäuchermise. hung ist es auch möglich, gemeinsam mit der Räuchermischung, aber räumlich getrennt davon, Am moniumcarbonat unterzubringen, und zwar zweckmässig in Mengen, die 10 bis 15 /o des Gewichtes der Räuchermischung betragen. Beim Abbrennen der Räuchermischung wird durch die entstehende Wärme Ammoniakgas aus dem Ammoniumcarbonat ausgetrieben. Der Erfolg der Säureabstumpfung infolge der grossen Menge von Ammoniakgas ist noch günstiger als bei dem unmittelbaren Zusatz von Soda oder Hexamethylentetramin. Als Beispiele für Räuchermischungen kön- nen folgende Zusammensetzungen dienen : a) 65, 5 /o Hexachloräthan 33, 3% Zinkstaub 0,2% Kieselgur 1, 0"/o Soda oder Hexamethylentetramin b) 64,5 /o Hexachloräthan 33,31/o Zinkstaub 0,2 /o} Eieselgur 2, 0% Soda oder Hexamethylentetramin c) 64,0 /o Hexachloräthan 32,8 /o Zinkstaub 0,2"/o Kieselgur 3,0 /o Soda oder Hexamethylentetramin Bei Verwendung von Ammoniumearbonat als säureabstumpfende Chemikalie befindet sich zweckmässig das Ammoniumcarbonat in einer kleinen Blechdose, die in der Mitte einer grösseren Pappdose untergebracht wird. Der ringförmige Füllraum einer solchen Pappdose möge beispielsweise 1700 g Berger Mischung aus Zinkstaub und Hexachloräthan mit Zusatz von Kieselgur zum Beispiel in der Zusammensetzung 66,5 /o Hexachloräthan 33,3 /o Zinkstaub 0,2"/o Kieselgur enthalten. Dann befindet sich in der kleinen Dose 250 g Ammoniumcarbonat. Die beim Abbrennen der Berger-Mischung entstehende Wärme treibt Ammoniakgas aus, wodurch der an sich saure Rauch neutralisiert wird. In einem praktischen Anwendungsfall sind für eine Fläche von 150 ha, die in einer Frostnacht geschützt werden sollte, insgesamt 200 Frostschutzpatronen mit je etwa 2 kg Inhalt abgebrannt worden. Diese 200 Patronen wurden bei Eintritt des Gefrierpunktes nicht gleichzeitig abgebrannt, sondern es kamen erst 15 Patronen zur Entzündung, um zunächst mit dem entstehenden. Rauch einen leichten Wolkenschleier über die 150 ha zu legen. Im Laufe von dreieinhalb Stunden Frostgefahr wurden dann in Teilquanten nacheinander entsprechende Mengen abgebrannt. Der Versuch hatte ein äusserst gutes Ergebnis. Die von Rauch eingehüllten Obstbäume wurden vor Frost bewahrt, während benachbarte Obstanlagen restlos erfroren sind. 200 Frostschutzpatronen für 150 ha entsprechen 266,7 kg RÏuchermischung für 100 ha oder 26,7 mg/m3. Je nach den Gelände- verhältnissen, nach dem Kulturpflanzen- bestand und nach der Dauer der Frosttemperaturen muss eine mehr oder weniger grosse Anzahl von Patronen abgeräuchert werden, wobei Schwankungen von 1 bis 5 kg/ha vorkommen können mit einem Optimum bei 2,5 bis 3,5 kg/ha.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Verfahren zum Schützen von Pflanzenkulturen gegen FrostschÏden, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Räuchermischung, die Zinkstaub und einen hochchlorierten Kohlenwasserstoff enthält, zur Erzeugung künstlicher Lufttrübung mit einer Dosierung von 1 bis 5 kg/ha der zu schützen- den Fläche.UNTERANSPRUCHE : 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Räucher- mischung ausserdem ein Auflockerungsmittel enthält.2. Verfahren nach Patentanspruchund Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Räuchermischung einen festen hochchlorierten Kohlenwasserstoff enthalt.3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der feste hochchlorierte Kohlenwasserstoff kristallisiertes Hexachloräthan ist.4. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Auflockerungsmittel Magnesiumoxyd ist.5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Auflockerungsmittel Zinkoxyd ist.6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Auflockerungsmittel Kieselgur ist.7. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die RÏuchermischung 1 bis 5 Gewichts prozent säureabstumpfende Mittel enthält.8. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 7, dadurch gekenn zeichnet, dass das säureabstumpfende Mittel Soda ist.9. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 7, dadurch gekenn- zeichnet, dass das säureabstumpfende Mittel Hexamethylentetramin ist.10. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Räucherpräparat verwendet wird, das neben der Räuchermischung, räumlich ge trennt von ihr, noch 10 bis 15% ihres Ge wichtes an Ammoniumcarbonat enthält.11. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 lmd 10, dadurch gekenn zeichnet, dass die Räuchermischung pulver förmig in einer Pappdose enthalten ist.12. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 10, dadurch gekenn zeichnet, dass die pulverförmige Räucher- mischung in einer Pappdose untergebracht ist und dass in der Pappdose ein Behälter für Ammoniumcarbonat sich befindet.13. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspriichen 1, 10 und 12, dadurch ge kennzeichnet, dass die in der Pappdose ent haltene Räuchermisehüng aus 66, 5% Hexa chlorÏthan, 33,31/o Zinkstaub und 0,2 /o Kieselgur besteht-und in dem genannten Be hälter Ammoniumcarbonat in einer Menge von 15% des Gewichtes der Räuchermischung untergebracht ist.
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