Verfahren und Einrichtung zur Ansteuerung eines Telephonographen. Bei den bekannten Telephonographen kann eine Wiedergabe einer Mitteilung bzw. eine Wiederholung eines nicht richtig verstandenen Textes dadurch eingeleitet werden, däss dein Telephonographen über die Telephonleitung Sprachimpulse bestimmter Frequenz zuge sprochen werden. Bei der bekannten Einlei tung einer Wiederholung vermittels Vokalen ist ohne weiteres die Möglichkeit vorhanden, dass ein auf dem Tonträger aufgezeichneter Vokal eine unbeabsichtigte Wiederholung ein leitet.
Wird während der Aufzeichnung einer Mitteilung ein einzelner Vokal ausgesprochen, der eigentlich für die Einleitung einer Wie derholung vorgesehen ist, so wird ebenfalls eine unbeabsichtigte Wiederholung eingelei tet, die zudem immer wieder eingeleitet wird, da der Tonträger über die betreffende Auf zeichnungsstelle dieses Vokals nicht hinaus kommt. Die Ansteuerung mit Vokalen hat fei ner den Nachteil, dass ihre Aussprache in den verschiedenen Sprachen auf Schwierigkeiten stösst, was auch der Fall ist, wenn der An rufende erkältet ist.
Es sind nun bereits verschiedene Einrich tungen bekanntgeworden, vermittels denen versucht wurde, diese Mängel zu beheben. Beispielsweise wurde hierfür eine Brücken schaltung mit Dämpfungsgliedern vorgesehen. Diese bekannte Einrichtung bedingt jedoch eine auf mindestens 50 2 genaue Abgleichung mit der Telephonleitung. Dies lässt sich jedoch nur für eine einzige telephonische Verbin- dung durchführen. Die vorliegende Erfin dung ermöglicht, diese Mängel zu beheben.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur An steuerung von Telephonographen ist dadurch gekennzeichnet, dass man die Ansteuerung auf Wiedergabe während der Tätigkeit des Ant wortgebers vornimmt.
Die Einrichtung zur Durchführung des er findungsgemässen Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass am Eingang des Telephono- graphen ein primärseitig mit der Amtsleitung verbundener Übertrager vorgesehen ist, wel cher zwei sekundäre Wicklungen aufweist, von denen die erste über einen ersten Elektronen röhrenverstärker.. mit der Verschlüsselungs einrichtung und die zweite über einen zwei ten Elektronenröhrenverstärker mit einem von zwei Sprechköpfen zusammenwirkt und ;
.wischen den beiden Elektronenröhrenverstär- kern eine Phasenumkehreinrichtung geschal tet ist, derart, dass die von einem-der Sprech köpfe herrührenden Signalspannungen vom zweiten Elektronenröhrenverstärker einerseits über die Phasenumkehreinrichtüng und an derseits über die beiden Übertragersekundär- wicklungen dem ersten Elektronenröhrenver- stärker derart in Phase und Amplitude zu geführt werden, dass sie sich in demselben aufheben, während derselbe von der Amtslei tung herkommende Signalspannungen ver stärkt weitergibt.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine bei spielsweise Ausführung der erfindungsgemä- ssen Einrichtung dargestellt, an Hand welcher auch das erfindungsgemässe Verfahren bei spielsweise näher erläutert wird. Es zeigen Fig.1 ein Prinzipschema und Fig.2 ein Schaltschema.
In der Fig.1 bedeuten 1, 2 eine Tel.ephon- leitung, welche mit einer Wicklung 3 eines Übertragers 4 in einem Telephonographen ver bunden ist. Eine sekundäre Wicklung 5 des Übertragers 4 ist über einen Verstärker 6 mit einem von zwei Sprechköpfen 7 bzw. 8 verbun den, während eine zweite sekundäre Wicklung 9 über einen Verstärker 10 direkt mit einem Relais 11 oder über ein Filter 12 mit einem Relais 13 verbunden ist. Zwischen den beiden Verstärkern 6 und 10 ist eine PhasenLtnikehr- einrichtLLng 14 geschaltet.
Die Signalspannung des Sprechkopfes 7 bzw. 8 wird im Verstär ker 6 verstärkt und gelangt über die Wick lungen 5 und 3 des Übertragers 4 auf die TelephonleitLmg 1, 2 und zugleich über die Wicklungen 5 und 9 an den Eingang des Verstärkers 10. Dem Verstärker 10 wird nun über die Phasenumkehreinrichtung 14 eine zweite Spannung zugeführt, welche aus dem gleichen, jedoch um 180 phasenverschobenen Signal besteht. Es ist leicht ersichtlich, dass sich auf diese Art und Weise die von den Sprechköpfen über den Übertrager 4 und die von der Phasenumkehreinrichtung herkom menden Spannungen im Verstärker 10 auf beben, so dass sie nicht zum Relais 11 bzw. zum Filter 12 gelangen können.
Die dabei auf tretenden Phasenverhältnisse sind in der Fig.1 durch Wellenlinien angedeutet. Durch die beschriebene Einrichtung wird also ver hindert, dass eine von den Sprechl-,öpfen her rührende Signalspannung eine Wiederholung unbeabsichtigt einleitet. Anderseits kann aber durch den Anrufenden auch bei einer Wieder gabe eine Ansteuerung, der Verschlüsselungs einrichtung erzielt werden.
In der Fig. 2 ist ein Ausschnitt aus dem Schaltschema eines vollautomatischen Tele- phonographen so weit dargestellt, wie dies für die Erläuterung notwendig ist. In diesem Schaltschema kommt das in der Fig.1 erläu terte Arbeitsprinzip zur Anwendung. Durch einen von einem beliebigen Teilnehmer des Telephonnetzes ausgesandten Rufstrom wird im Telephonographen ein Relais 15 über Kon takte 16 und 17 eines Relais 18 und über einen Kondensator 19 erregt. Das Relais 15. schliesst seinen Kontakt 20, so dass auch das Relais 18 über Erde, Kontakt 20, Anzugswicklung des Relais 18, Batterie 60 Volt erregt wird.
Relais 18 schaltet seine Kontakte 16, 17, 21, 22 und 23 um bzw. ein, wodurch ein Motor 24 über Kontakt 23 an ein 110-Volt-Wechselstromnetz gelegt und eine elektromagnetische Kupplung 25 über Erde, Kontakt 26, Kontakt 22, Kupp lungsmagnet 25, Batterie 60 Volt erregt wird. Der Motor 24 treibt in bekannter Weise über die elektromagnetische Kupplung 25 und ein Getriebe mit starker Untersetzung einen Ton- , träger 42 des Antwortgebers und zwei Nok- kenscheiben 28 und 29 in den angegebenen Pfeilrichtungen an. Die Nockenscheibe 28 schliesst sofort ihren Kontakt 30, wodurch das Relais 18 über die Kontakte 21 und 30 und seine Haltewicklung gehalten wird.
Durch die Kontakte 16 und 17 des Relais 18 wird die Amtsleitung 1, 2 mit der primären Wick lung 3 des Übertragers 4 verbunden und ge halten.
Die Signalspannung, welche von den bei den Sprechköpfen 7 und 8 kommt, wird durch die Elektronenröhre 31 verstärkt und gelangt über die Kondensatoren 40 und 62 an die Steuergitter der Elektronenröhren 32 und 34. Die Elektronenröhre 32 ist eine Leistungs röhre, welche das Signal über den Übertra ger 4 an die Amtsleitung 1, 2 abgibt. Für die Fortleitung des Signals ist an letztere maxi mal eine Leistung von 0,002 Watt abzugeben. Als normale Endpentode gibt die Elektro nenröhre 32 jedoch etwa 4 Watt ab.
Sie wird nun mit dem Belastungswiderstand 35 vor belastet, wodurch erreicht wird, dass von der Amtsleitung 1, 2 und vom Übertrager 4 her rührende Belastungsänderungen keinen merk lichen Einfluss auf die Amplitude der Aus gangsspannung der Elektronenröhre 32 haben können. Daraus folgt, dass auch die durch die Elektronenröhre 32 verstärkte Signalspan nung, welche über den Übertrager 4 an das Steuergitter 38 der Elektronenröhre 33 ge langt, von den erwähnten Belastungsänderun gen unbeeinflusst bleibt.
Die Elektronenröhre 34 liefert an das zweite Steuergitter 39 der Elektronenröhre 33 über Kondensator 63 ebenfalls eine Signalspannung, welche mit der in der Elektronenröhre 31 verstärkten Signal spannung amplitudengleich ist, jedoch gegen über derselben eine Phasenverschiebung von 180 aufweist, so dass sich diese zwei Signal spannungen in der Elektronenröhre 30 auf heben. Die Signalspannung der Elektronen röhre 34 wird dabei dadurch erhalten, dass ihr Steuergitter 37 über einen Kondensator 40 an die Anode der Elektronenröhre 31 ange koppelt ist.
Aus dieser Beschreibung ist er sichtlich, dass eine von den beiden Sprech köpfen 7 und 8 herrührende Signalspannung irn Anodenstromkreis der Elektronenröhre 33 nicht auftreten kann, so dass eine solche auch nicht zu einem Relais 41 oder auf das Filter 12 gelangen kann. Eine unbeabsichtigte Ein leitung einer Wiederholung durch von den beiden Sprechköpfen 7 und 8 herrührende Sprachimpulse ist daher vollständig ausge schlossen.
Eine von der Amtsleitung 1, 2 her rührende Signalspannung (Töne, Sprache usw.) gelangt hingegen über den Übertrager 4 an das Steuergitter 38 der Elektronenröhre 33 und wird von dieser verstärkt an das Re lais 41 oder an das Filter 12 abgegeben, da ihr über die Elektronenröhre 34 keine ent sprechende Gegenspannung entgegenwirkt: Hat ein beliebiger Teilnehmer des Tele- phonnetzes den Telephonographen, wie oben bereits beschrieben, angesteuert, so hört er nun in bekannter Weise den Text des Ant wortgebers, welcher auf einem Tonträger 42 aufgezeichnet ist, und zwar über:
Erde, Sprechkopf 7, Kontakt 43, Steuergitter 44 der Elektronenröhre 31, Anodenstromkreis dieser Röhre, Steuergitter 36 der Elektronenröhre 32, Anodenstromkreis dieser Röhre, Wicklun gen 5 und 3 des Übertragers 4, Amtsleitung 1, 2. Dieser Text gelangt, wie bereits erwähnt, auch an die beiden Steuergitter 38, 39 der Elektro nenröhre 33, jedoch mit 180 Phasenverschie bung, so dass er sich nicht weiter auswirkt.
Nun kann der Anrufende dem Telephonogra- phen die dem Code für die Einleitung einer Wiedergabe entsprechenden Wörter, Zahlen usw. zusprechen, wodurch das Relais 41 oder das Filter 12 entsprechende Signalspannun gen erhält und, falls der Code richtig ausge sprochen wurde, ein Relais 45 erregt wird, und zwar über eine an sich bekannte, hier jedoch nicht näher beschriebene Verschlüsse lungseinrichtung 46. Vom Filter 12 aus führt der entsprechende Stromkreis über einen Ver stärker 47, einen Kontakt 48 und die Ver schlüsselungseinrichtung 46 zum Relais 45. Die Erregung des Relais 45 bewirkt die Er= regung eines Relais 49 über den Kontakt 50 des Relais 45.
Das Relais 49 schaltet mit sei nem Kontakt 43 den Sprechkopf 7 des Ant wortgebers ab und schliesst den Sprechkopf 8 an, so dass dieser jetzt mit der Amtsleitung verbunden ist. Dadurch ist die Ansteuerung auf Wiedergabe beendet. Über den Kontakt 51 des Relais 49 wird noch ein Impulsverstär ker 52 an den Übertrager 4 angeschlossen, welcher die Aufgabe hat, die vom Sprechkopf 8 abgegebenen Signale vermittels eines Relais 53 zu überwachen. Über den Kontakt 54 des Relais 49; welches über den Kontakt 55 ge halten wird, wird ein Kupplungsmagnet 56 erregt, wodurch der Aufnahmetonträger 27 in' der angegebenen Pfeilrichtung in Bewegung gesetzt wird. Das Relais 53 wird durch die Signalimpulse erregt. Es ist durch einen par allelgeschalteten Kondensator 57 stark abfall verzögert.
Die elektromagnetische Kupplung 25 bleibt, trotz der Trennung des Kontaktes 26, noch so lange weiter erregt, bis der Kon takt 58 der Nockenscheibe 29 am Ende der vollen Umdrehung derselben getrennt wird.
Sollte der Anrufende einen Textteil der Wiedergabe nicht richtig verstanden haben, so kann er während der Wiedergabe durch Aus sprechen bestimmter Codewörter ein Relais 59 über das Filter 12, den Verstärker 47 und den Kontakt 48 erregen, wodurch über dessen Kontakt 60 ein Stromkreis 61 eingeschaltet wird, der in bekannter Weise die Rückwärts bewegung des Tonträgers 27 bewirkt. Sind auf dem Tonträger 27 keine Aufzeichnungen mehr vorhanden, so fällt das Relais 53 verzögert ab, und das Relais 49 wird entregt. Der Antwort geber bzw.
dessen Nockenscheiben 28 und 29 laufen in die Ausgangsstellung zurück. Die elektromagnetische Kupplung 25 wird über .den Kontakt 26 wieder entregt. Sobald der Kontakt 30 der Nockenscheibe 28 öffnet, wird auch das Relais 18 stromlos, und die Amts leitung 1, 2 wird vom Übertrager 4 abgeschal tet.