CH302903A - Verfahren zur Herstellung von Thiosemicarbazonen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Thiosemicarbazonen.

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CH302903A
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      Verfahren    zur Herstellung von     Thiosemicarbazonen.       Es ist bekannt, dass Salze des Hydrazins,  wie etwa das     Hydrazinsulfat,    mit einem     Rho-          danid    unter Bildung des einfachen Additions  salzes, also von     Hydrazinrhodanid,    reagieren    können und dass dieses sich in wässerigem  Medium durch     innermolekulare    Umlagerung  in     Thiosemicarbazid    umwandeln kann, wie es  die folgenden Gleichungen ausdrücken:

    
EMI0001.0009     
    Es ist zu beachten, dass diese Reaktion ge  wöhnlich nicht vollständig verläuft, sondern       mir    zur Ausbildung eines Gleichgewichtes  führt, und ferner, dass auch die     Isothioeyan-          wasserstoffsäure    mit normaler     Rhodanwasser-          stoffsäure    im Gleichgewicht steht.

   Auch die       innermolekulare    Umlagerung des     Hydrazin-          rhodanides    führt     nur.    zu einem Gleichgewicht  zwischen dieser Verbindung und dem ge  wünschten     Thiosemicarbazid.    Es ist offensicht  lich, dass diese zwar bisher wohl     beste    be  kannte Methode zur Gewinnung von Thiosemi-         carbazid    alle den Gleichgewichtsreaktionen an  haftenden Nachteile     aufweist,    besonders den  Nachteil einer schlechten     Ausnützung    der  Ausgangsstoffe.

   Dieser Umstand und der hohe  Preis des Hydrazins     als    Ausgangsmaterial be  dingen einen noch höheren Preis des     Thiosemi-          carbazides.     



  Es ist auch bekannt, dass sich     Thiosemi-          carbazid    mit einfachen     aliphatisehen    Betonen  zu     Thiosemcarbazonen    umsetzen lässt. Der  Vorgang kann wie folgt dargestellt werden:  
EMI0001.0031     
    wobei R eine niedrige     Alkylgruppe    darstellt.  Bisher wurden aromatische     Thiosemicarba-          zone    durch direkte Reaktion der aromatischen  Aldehyde mit     Thiosemicarbazid    gewonnen,  doch hat dieses Verfahren den Nachteil, dass  als Ausgangsmaterial des sehr teure     Thiosemi-          earbazid    verwendet werden muss.

   Es wurde    auch schon vorgeschlagen, aromatische     Thio-          semicarbazone,    und     zwar    besonders die sub  stituierten, durch eine Stufenreaktion zu ge  winnen: ein     Hydrazinsalz    und ein     Rhodanid     werden zu einer wässerigen Lösung von     Hydra-          zinrhodanid    umgesetzt, welches nach     inner-          molekularer    Umlagerung nach Reaktion     a)         und     Abtrennung    der Nebenprodukte mit einem  einfachen Beton mit niedrigem Molekular  gewicht, etwa mit Aceton,

   zur Reaktion ge  bracht     wird.    Das     Reaktionsprodukt,    z. B.       Acetonthiosemicarbazon,        wird    von den     Neben-          prodiikten    befreit und mit einem aromatischen    Aldehyd zum     gewünschten    Endprodukt um  gesetzt.

   Die sich dabei abspielenden Vorgänge  können durch die folgenden Gleichungen dar  gestellt werden, wobei als     einfaches    Beton das  Aceton und als aromatischer Aldehyd Benz  aldehA angenommen wird  
EMI0002.0010     
    Diese Herstellungsart aromatischer     Thio-          semicarbazone    hat den Nachteil, dass mehrere       Zwischenprodukte    erzeugt     lind    isoliert wer  den müssen, was die Verfahrenskosten erhöht,  ohne dass dadurch die Ausbeute, der Wert  oder die Reinheit des Endproduktes günstig  beeinflusst     würden.    Dem Fachmann ist es aber  klar,

   dass der Versuch einer Vereinfachung  des Verfahrens durch Verzicht auf die Bein  herstellung der     Zwischenprodukte    infolge der  vielen     möglichen    Nebenreaktionen mit grosser  Wahrscheinlichkeit zu einer Verschwendung  des teuren Ausgangsstoffes     führen    müsste und  wohl auch neue, dem geschilderten Verfahren  nicht anhaftende Schwierigkeiten mit sich  bringen würde, so dass auf diesem Wege eben  falls keine befriedigende, womöglich in einem    Schritt verlaufende Herstellung von     Thiosemi-          earbazonen    möglich ist.  



       ,Die    Erfindung betrifft nun ein Verfah  ren zur Synthese aromatischer     Thiosemicarba-          zone,    das gegenüber den beschriebenen Ver  fahren den Vorteil hat, dass verschiedene der  bisher als umvermeidlich oder doch als wich  tig angesehenen kostspieligen Prozesse ver  mieden werden, indem keine Zwischenpro  dukte isoliert werden müssen.  



  Gegenüber einem Teil der bekannten Ver  fahren sind auch die Ausgangsstoffe in ge  ringerer Zahl nötig, was eine Verbilligung be  deutet. Zudem ist der Reinheitsgrad der er  findungsgemäss erhaltenen     Thiosemicarbazone     dem der nach den bekannten Verfahren her  gestellten wenigstens vergleichbar.

        Das erfindungsgemässe Verfahren zur Her  stellung von     Thiosemicarbazonen    aromatischer  Aldehyde durch Umsetzung von     Hydrazin     bzw. einem Salz desselben mit einer     Rhodanid-          Ionen    liefernden Verbindung,     Umlagerung    des  gebildeten     Hydrazinrhodanides    und Konden  sation mit einem aromatischen Aldehyd ist da  durch gekennzeichnet, dass, man den aroma  tischen Aldehyd bei einer zwischen Zimmer  temperatur und dem Siedepunkt des Reak  tionsgemisches liegenden Temperatur     -unter     Zusatz einer Säure direkt auf eine durch  Umsetzung des     Hydrazins    bzw.

   des Hydra  zinsalzes mit der     Rhodenidionen    liefernden  Verbindung in Gegenwart von Wasser berei  tete Lösung zur Einwirkung bringt.  



  Vorzugsweise vermischt man eine heisse       Hydrazinsalzlösung,    z. B. einer     Hydrazinsul-          fatlösung,    mit einer     Rhodanidlösung,    vorzugs  weise der Lösung eines     Alkalirhodanides,    wie       Kaliumrhodanid.    In manchen     Fällen    entsteht  dabei als     Nebenprodukt;    ein     schwerlösliches     Salz, das nach erfolgter Abkühlung der Mi  schung durch     Dekantieren    und Filtrieren ent  fernt werden kann. Man kann aber auch auf  die Abtrennung des     unlöslichen    Salzes verzich  ten.  



  Als Säure setzt man vorzugsweise wässerige  Essigsäure zu, der allenfalls noch ein niedri  ger     aliphatischer        Alkohol,    etwa     Äthanol,    zu  gesetzt werden kann. Das günstigste Tempera  turgebiet für die Umsetzung mit dem Aldehyd  liegt ungefähr zwischen 80 und 100  C. Das    Verfahren eignet sich besonders zur Synthese  von     Thiosemicarbazonen    von durch reaktions  fähige Gruppen kernsubstituierten aromati  schen Aldehyden.

   Als solche     Substituenten     kommen in Frage:     Amino,        Nitro,        Alkyl,        Aral-          kyl,        Alkoxy,        Arylalkoxy,        Aryl,        Acyloxy,    Halo  gen,     Sulfo,        Sulionamido,    einschliesslich     N-          Acyl-sulfonamido,    und dergleichen.  



  Alle Mengenangaben erfolgen in den nach  stehenden Beispielen in Gewichtsteilen, alle  Temperaturangaben in Grad C.  



       Beispiel   <I>1:</I>  Etwa 24,1 Teile     p-Oxy-benzaldehyd,    50  Teile Eisessig und 100 Teile     Äthanol    werden  in ein mit     Rückflussvorrichtung        versehenes          Reaktionsgefäss    gebracht, zur Erzielung     einer     homogenen Verteilung gerührt und auf 80 bis  85  erwärmt. Eine Lösung von 36 Teilen       Hydrazinrhodanid    in etwa 60 Teilen Wasser  wird zugefügt und die Temperatur der     ge-          legentlich    durchgerührten Reaktionsmischung  etwa 21/4     Stunden    bei 80-85  gehalten.

   Beim  anschliessenden Abkühlen auf 10  scheidet sich  das     Reaktionsprodükt    als gelbe,     kristalline     Masse aus. Es wird     abfiltriert,    mit etwa 60'  Teilen Äthanol gewaschen und bei 60  ge  trocknet.

   Das erhaltene Produkt,     p-Oxy-ben-          zalthiosemicarbazon,    hat     einen        Schmelzpunkt          von    etwa     228-233     und ist nach dem Um  kristallisieren aus     Äthanol    analysenrein, wie  die folgenden     Analysenwerte    zeigen:  
EMI0003.0061     
  
    Berechnet <SEP> für <SEP> C8H90N3S: <SEP> <B>N21,57</B> <SEP>  /a; <SEP> S16,41/9,
<tb>  gefunden: <SEP> N <SEP> 21,05 <SEP> %; <SEP> S16,711/o.

         Die     Hydrazinrhodanidlösimg    wurde wie  folgt hergestellt: Etwa 48,5 Teile     Kalium-          rhodanid    werden mit etwa 42,5 Teilen     Hydra-          zindisulfat    in 60 Teilen Wasser reagieren ge  lassen. Es empfiehlt sich, die Mischung zur       Erleichterung    des vollständigen     Lösens    der  Reaktionsteilnehmer und zum Beschleunigen  der Reaktion auf etwa 95  zu erwärmen. Nach  der Umsetzung wird auf 10  abgekühlt und  das ausgeschiedene     Kaliumsulfat    durch De  kantieren oder Filtrieren entfernt.

      <I>Beispiel 2:</I>  Etwa 32,6 Teile     p-Acetylamino-benzal-          dehyd    und ungefähr 95 Teile Essigsäure wer  den in einem Gefäss auf etwa 75  erhitzt und  hierauf eine Lösung von 36 Teilen     Hydrazin-          rhodanid    in 60 Teilen Wasser zugefügt, die  wie in Beispiel 1 angegeben hergestellt worden  ist. Nun wird die Temperatur der Reaktions  mischung auf etwa 85  erhöht, wodurch der  beim Zusatz des     Hydrazinrhodanids    entstan  dene, dicke, gelbe Brei allmählich dünnflüssi-           ger    wird. Die erhöhte Temperatur wird noch  eine Stunde aufrechterhalten, dann wird auf  10  abgekühlt.

   Das Reaktionsprodukt,     p-Acetyl-          amino-benzalthiosemicarbazon,    scheidet sich  dabei aus. Es wird abgetrennt und mit etwa  100 Teilen Methanol gewaschen, wodurch man    etwa 38,5 Teile eines hellgelben Stoffes er  hält, der unter Zersetzung bei etwa     234-236      schmilzt. Durch     Umkristallisieren    aus Äthanol  können farblose Kristalle erhalten werden,  welche folgende Zusammensetzung zeigen:  
EMI0004.0006     
  
    Berechnet <SEP> für <SEP> CioHi20N4S <SEP> : <SEP> N <SEP> 23,71%; <SEP> S13,571/o,
<tb>  gefunden: <SEP> N <SEP> 23,000/a; <SEP> S <SEP> 13,65%.

              Beispiel   <I>3:</I>    Das Reaktionsgefäss wird mit ungefähr  32,6 Teilen     p-Acetylamino-benzaldehyd        -Lind     etwa 157 Teilen Essigsäure beschickt, die Mi  schung auf 100  gebracht und hierauf etwa  80 Teile einer wässerigen     Ilydrazinrhodanid-          lösung    zugefügt.

   Diese wird hergestellt, indem  man etwa 485 Teile     Kaliumrhodanid    mit 425       Teilen        Hydrazinsulfat        (95        %        ig)        in        einem        Liter     Wasser vermischt, die Mischung auf 95  er  wärmt, hierauf auf 10  abkühlt und das aus-    geschiedene     Kaliumsulfat        abtrennt.    Die Re  aktionsmischung wird etwas mehr als eine  Stunde bei 90-100  gehalten und dann auf  etwa 10  abgekühlt, wodurch das Reaktions  produkt,     p-Acetylamino-benzalthiosemicarba-          zon,

      zum Ausscheiden gebracht wird. Durch       Abfiltrieren,    Auswaschen mit Wasser und  Trocknen im Vakuum bei etwa 60  erhält man  ungefähr 40,5 Teile reines Produkt.    <I>Beispiel 4:</I>    Ungefähr 28,5 Teile     p-Dimethylamino-benz-          aldehyd    und etwa 157 Teile Essigsäure wer  den in einem Gefäss auf etwa 100  erhitzt und  dann etwa 95 Teile einer nach Beispiel 3  bereiteten     Hydrazinrhodanidlösung    zugesetzt.  Nach etwas mehr als einstündigem Erhitzen  der Mischung auf 90-100  wird diese auf       Zimmertemperatur    abgekühlt, wodurch sich    ein hellrötlicher Bodensatz bildet, der zur  Gewinnung des Reaktionsproduktes     abfiltriert     wird.

   Der Filterrückstand wird mit etwa 200  Teilen Methanol und 500 Teilen Wasser ge  waschen, wodurch etwa 41,2 Teile     p-Dimethyl-          amino-benzalthiosemicarbazon    erhalten wer  den, das bei etwa 211-214  schmilzt und  nahezu rein ist, wie folgender Vergleich zeigt:  
EMI0004.0033     
  
    Berechnet <SEP> für <SEP> CieHi4N4S: <SEP> N <SEP> 25,200/0; <SEP> S <SEP> 14,41/o,
<tb>  gefunden: <SEP> N <SEP> 24,55 <SEP> %; <SEP> S14,9%.

         <I>Beispiel 5:</I>  Etwa 4,0 Teile     p-Nitro-benzaldehyd    und  26,5 Teile Essigsäure werden auf etwa 100   erhitzt, dann 25 Teile einer nach Beispiel 3  hergestellten     Hydrazinrhodanidlösiuig    zuge  fügt, bei etwa 100  während ungefähr einer  Stunde reagieren gelassen, zur Ausscheidung  des     Reaktionsproduktes    abgekühlt, dieses ab  filtriert und mit Methanol und anschliessend  mit Wasser gewaschen. Etwa 4,7 Teile gelbes       p-Nitro-benzalthiosemicarbazon    werden auf  diese Weise erhalten.

   Das Produkt schmilzt  etwa bei 247-249 , das nach     Umkristallisieren       aus etwa 12 Teilen     Formamid    erhaltene, rei  nere Produkt bei     254-255     unter Zersetzung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Thiosemi- carbazonen aromatischer Aldehyde durch Um setzung von Hydrazin bzw. einem Salz dessel ben mit einer Rhodanidionen liefernden Ver bindung, Umlagerung des gebildeten Hydra- zinrhodanides und Kondensation mit einem aromatischen Aldehyd, dadurch gekennzeich net, dass man den aromatischen Aldehyd bei einer zwischen, Zimmertemperatur und dem Siedepunkt des Reaktionsgemisches liegenden Temperatur unter Zusatz einer Säure direkt auf eine durch Umsetzung des Hydrazins bzw.
    des Hydrazinsalzes mit der Rhodanidionen lie fernden Verbindung in Gegenwart von Was ser bereitete Lösung zur Einwirkung bringt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass wässerige Essig säure zugesetzt wird. 2. Verfahren. nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Umsetzung mit dem Aldehyd ausserdem unter Zusatz eines niedrigen aliphatischen Alkohols vorgenom men wird. 3.
    Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass die Umsetzung mit dem Aldehyd unter Zusatz von Essigsäure und eines niedrigen aliphatischen Alkohols vorgenommen wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Reaktion bei einer wenig unterhalb 100 liegenden Tempe ratur durchgeführt wird. 5. Verfahren nach Unteranspruch 4, da durch gekennzeichnet, dass das Reaktionspro dukt durch Abkiihlen und Filtrieren aus der Reaktionsmischung isoliert wird. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Reaktion bei einer zwischen 80 und 100 C liegenden Tem peratur durchgeführt wird. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man den aroma tischen Aldehyd, die Säure und die aus dem Hydrazin bzw. dem Hydrazinsalz und der Rhodanidionen liefernden Verbindung berei tete Lösung homogen miteinander vermischt, das Gemisch während wenigstens einer Stunde auf wenig unter 100 erhitzt und alsdann. das gebildete Thiosemicarbazon des aromatischen Aldehydes aus der Reaktionsmischung isoliert. B.
    Verfahren nach Unteranspruch 7, da durch gekennzeichnet,. dass man zur Bereitung der genannten Lösung wasserlösliche Salze des Hydrazins und der Rhodanwasserstoffsäure verwendet und die gebildete Lösung filtriert.
CH302903D 1950-12-09 1951-10-04 Verfahren zur Herstellung von Thiosemicarbazonen. CH302903A (de)

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