Verfahren zur Herstellung eines Disazofarbstoffes. Das vorliegende Verfahren betrifft die Herstellung von gut wasserlöslichen Disazo- farbstoffen, die sich als Blaukomponente in Farbfilmen bzw. Papieren für Farbenkopien eignen.
Es wurde gefunden, dass man durch Kupp lung von diazotierten Aminophenyl - benzyl- bzw. phenyläthern, die mit Ausnahme von sauren wasserlöslich machenden Gruppen in den Benzolringen noch weitere in Azofarb- stoffen übliche Substituenten - insbesondere noch weitere Äthergruppen - enthalten kön- nen, mit 1-Amino-2-alkoxy- bzw.
2-carboxy- methoxy-naphthalin-6- oder -7-sulfonsäuren, Weiterdiazotierung des so erhaltenen Amirio- monoazofarbstoffes und Kupplung mit einer in o-Stellung zur Hydroxylgruppe kuppelnden 1,8-Dioxy- oder 1-Amino-8-oxy-naphthal4n- mono- oder disulfonsäure bzw.
einem in- der Aminogruppe abgewandelten Derivat davon, in alkalischem Medium sehr reine, grünblaue Disazofarbstoffe der allgemeinen Formel I herstellen kann,
EMI0001.0032
worin A den Rest des diazotierten, vorstehend genauer definierten Aminophenyl-benzyl- bzw.
-phenyläthers, R eine niedere Alkyl- oder die Carboxymethylgruppe, X eine Hydroxyl- oder eine Aminogruppe, die am Stickstoff durch Alkylierang, Arylierung und Acylierung ab gewandelt sein kann und n einen Index mit dem Wert 1 oder 2 bedeuten.
Die erfindungsgemäss verwendbaren An fangskomponenten erhält man nach bekannten Methoden, beispielsweise durch Kondensation von bewegliches Halogen enthaltenden Nitro- benzolverbindungen mit Alkaliphenolaten bei erhöhter Temperatur, bzw.
von Benzylha- Logeniden mit Nitrophenolen bei- Gegenwart von mineralsäurebindenden Mitteln, und Re duktion der Nitrogruppe zur Aminogruppe. Als Substituenten in den Benzolringen der Diazökomponente kommen vorzugsweise Alkyl.- gruppen in Frage, beispielsweise-die Methyl-, die tert. Butyl-,
die tert. Amyl- oder die iso- Octylgruppe, ferner Halogene, insbesondere Chloratome. Besonders wertvoll sind im er findungsgemässen Verfahren jedoch Amino- benzolverbindinmgen, die mehr als eine Phen- oxygruppe enthalten, -wie sie beispielsweise bei der Kondensation von 1,3-Dichlör-4-nitroben- zolverbindungen mit Alkalisalzen des Phenols und seiner homologen Alkylverbindungen, bzw.
Halogenderivate, bei erhöhter Tempera tur und Reduktion der Nitro- zur Amino- gruppe erhalten werden.
Die Dianotierung der Anfangskomponente geschieht nach bekannten Methoden in mine- ralsaurer Lösung oder Suspension mit Alkali nitrit, gegebenenfalls in Gegenwart von orga nischen Lösungsmitteln wie niederen Fett säuren, deren Amiden und Dialkylamiden, nie deren Alkoholen usw.
Die Kupplung mit den il!Ettelkomponenten, als welche im erfindungs gemässen Verfahren 1- Amino - 2 - alkoxy-naph- thalin-6-, oder -7-sulfonsäuren mit niederem Alkylrest oder mit dem Carboxymethylrest in Frage kommen, vorzugsweise jedoch die 1 Amino-2-methoxy- oder -äthoxy-naphthalin-6- sulfonsäure, geschieht zweckmässig in schwach saurer wässriger Lösung oder Suspension.
Die Diazotierimg des Aminomonoazofarbstoffes wird vorteilhaft nach der indirekten Methode imd die Schlusskupplung in Gegenwart von Alkalien, wie Ammoniak oder Natriumcarbo- nat und von basischen Beschleunigungsmit- teln, wie Pyridinbasen, durchgeführt.
Als -in o-Stellung zur Hydroxylgruppe .kuppelnde Endkomponenten kommen im erfindungsge mässen Verfahren solche 1,8-Dioxynaphthalin- bzw. 1-Amino-8-oxynaphthalin-mono- und -di- sulfonsäuren mit gegebenenfalls abgewandel ter Aminogruppe in Betracht, die eine Sulfon- säuregruppe in 4-, 5- oder 6-Stellung,
bezogen auf die 8-ständige Hydroxylgruppe enthalten, wobei die gegebenenfalls vorhandene zweite Sulfonsäuregruppe je nach der Stellung der ersten eine der 2-, 3- oder 4-Stellungen ein nehmen kann.
Als erfindungsgemäss verwend bare Beispiele seien genannt: 1,8-Dioxynaph- thalin-5- oder -6-sulfönsäure, 1,8-Dioxynaph- thalin-3,6-disulfonsäure, 1-Amino-8-oxynaph- thalin-2,4-disulfonsäure, ferner 1-Amino-8-oxy- naphthalin-4-sulfonsäure, 1-Amino-8-oxynaph- thalin-3,6- und -4,
6-disulfonsäure und deren gegebenenfalls am Stickstoff der Aminogruppe alkylierten, arylierten und acylierten Derivate, wobei die 1,8-Dioxynaphthalin-3,6-disulfon- säure, die 1-Amion-8-oxynaphthalin-2,4-disul- fonsäure und die Acylderivate der 1-Amino-8- oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure als besonders brauchbar hervorzuheben sind.
Die erfindungsgemässen Disazofarbstoffe stellen in- Form ihrer Alkalisalze gut, wasser lösliche, dunkle Pulver dar, deren wässrige Lö sungen bzw. Gelatinefärbungen reine grün blaue Farbtöne aufweisen. Sie erfordern im sogenannten silver-dye-bleach process nur eine kurze Bleichzeit und können darum zur Herstellung der Blauschicht in Farbfilmen bzw. photographischen Papieren zur Herstel lung von farbigen Kopien dienen.
Dank ihrer ausgesprochenen Affinität zur Gelatine besit zen sie den grossen Vorteil, in Mehrschicht filmen oder Papieren praktisch nicht in die angrenzenden Gelatineschichten zu diffundie ren. Genauere Angaben über ihre Verwendung in der Farbenphotographie sind aus der schwei zerischen Patentschrift Nr. 300624 ersichtlich.
Gegenstand vorliegenden Patentes ist nun ein Verfahren zur Herstellung eines Disazo- farbstoffes. Das Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass man dianotiertes 1-Amino- 2,4-di- (2'-methylphenoxy) -benzol mit 1-Amino- 2-zriethoxy-naphthalin-6-sulfonsäure kuppelt, den erhaltenen Monoazofarbstoff weiterdiazo- tiert und in alkalischem Medium mit 1,8 Dioxy-naphthalin-3,6-disulfonsäure vereinigt.
Der erhaltene neue Disazofarbstoff stellt ein dunkles Pulver dar, das sich in Wasser mit blaugrüner Farbe löst und Gelatineschich- ten in klaren, sehr gut fixierten, blaugrünen Tönen färbt.
<I>Beispiel:</I> 30,5 Teile 1-Amino-2,4-di-(2'-methyl-phen- oxy)-benzol werden vorteilhaft mit Alkohol oder einem andern geeigneten Lösungsmittel gelöst und bei 3-5 indirekt dianotiert.
Durch Eiszugabe wird die Temperatur auf 0 ein gestellt und eine schwach laekmussaure Lö sung von 25,3 Teilen 1-Amino-2-methoxy-naph- thalin-6-sulfonsäure zum Diazokörper zulau fen gelassen. Die Kupplung wird bei schwach lackmussaurer Reaktion zu Ende geführt und hierauf der gebildete Aminoazofarbstoff vorteilhaft isoliert und nachgewaschen, bis im Filtrat keine 1-Amino-2-methoxy-naphthalin- 6-sitlfosäure mehr nachweisbar ist.
Das feuchte Filtriergut wird nun bei Raumtemperatur-bei schwach brillantalkalischer Reaktion ange- schlämmt, 7,5 Teile NaN02 zugegeben und hierauf bei 14 25 Teile konz. Salzsäure zuge stürzt. Es wird während mehreren Stunden bei 14-16 ausd'iazotiert, ein Nitritüberschuss gegebenenfalls mit Sulfaminsäure zerstört und hierauf die Diazoverbindung auf 0-3 ge kühlt.
Sie wird dann in Gegenwart von Pyridin mit einer sodaalkalischen oder ammoniaka- lischen Lösung von 32 Teilen 1,8-Dioxynaph- thalin-3,6-disulfonsäure vereinigt. Nach been digter Kupplung wird der Farbstoff. durch Aussalzen isoliert und durch gründliches Waschen oder Umlösen gereinigt.
Der getrocknete Farbstoff stellt ein dunk les Pulver dar. Er löst sich sehr gut in Was ser mit blaugrüner Farbe und färbt Gelatine schichten in klaren blaugrünen Tönen. Die Gelatinefärbulngen zeichnen sich durch sehr gute Fixation des Farbstoffes aus.
Da es von Wichtigkeit ist, den Farbstoff in möglichst reiner Form herzustellen, kann es von Vorteil sein, die Diazoverbindung des Aminoazofarbstoffes vor seiner Kupplung zu isolieren. Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn der Aminoazofarbstoff in einer Form. ausgefallen ist, die ein restloses Auswaschen der 1-Amino-2-methoxy-naphthol-6-sulfosäure nicht oder nur schwer zulässt.