CH306048A - Verfahren zur Herstellung von Trichlorbenzol. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Trichlorbenzol.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Trichlorbenzol. Bei der Herstellung des als Insektizid wirk samen γ-Isomeren des Hexachlorcyelohexans dureh Anlagerung von Chlor an Benzol unter Belichtung entsteht als Hauptprodukt das als Insektizid praktiseh unwirksame und deshalb für den genannten Zweek wertlose a-Isomere des Hexachloreyclohexans, weshalb diese Substanz ein leicht zugänglicher und billiger Roh- stoff geworden ist. Es ist bekannt, dass Hexachlorcyclohexan, z. B. das a-Isomere, beim Behandeln mit Lange oder andern alkalischen Stoffen unter Abspaltung von I-IC1 (bei gleichzeitig eintretender Neutralisation) in ein Gemisch isomerer Trichlorbenzole umgewandelt wird : EMI1.1 Es ist aueh möglich, durch Erhitzen von a-Hexaehlorcyelohexan bei Normaldruck zum Sieden unter Rückfluss einen Teil dieser Sub- stanz infolge thermischer Zerlegung in Trichlorbenzol und gasförmige Salzsäure zu spalten : EMI1.2 Dabei war es bisher für eine technische Durchführung sehr hindernd, dass ein grosser Teil des eingesetzten α-Hexachloreyclohexans auch bei sehr langen Reaktionszeiten unzersetzt blieb. Die Zerlegungsreaktion kommt nämlich einige Stunden nach Beginn des Sie dens praktisch zum Stillstand, und es wird dann bei einer ansehliessenden Eochzeit von vielen Stunden verhältnismässig nur mehr sehr wenigTrichlorbenzolundHCl-Gasgebildet, obwohl z. B. noch über die Hälfte des eingesetzten a-Hexachloreyclohexans sieh im Zersetzungsgefäss befindet, wie es ans dem naehfolgend angeführten Versuch hervorgeht, Die angegebenen Teile sind Gewiehtsteile. 100 Teile a-Hexachloreyclohexan (Smp. : 158 ) wurden 8 Stunden unter Rückfluss zum Sieden erhitzt, wobei sich 15, 08 Teile IICI- Gas entwickelten. Diese HCl-Menge, deren grösster Teil bereits in den ersten Stunden des Siedens entstanden war, entsprielit etwa 40, 1% der theoretisch aus 100 Teilen a-Hexa- chlorcyclohexan möglichen Menge. Bei weiterem 8stündigen Sieden entwickelten sich nur noeh 2, 32 Teile HCl-Gas, das sind 6, 2% der theoretiseh mögliehen Gesamtmenge. Ins- gesamt haben sich bei 16stündiger Reaktions- zeit demnaeh nur etwa 46,., % der theoretiseh zu erwartenden Menge an HCl-Gas und an Trichlorbenzol gebildet, Über die Hälfte des eingesetzten a-Hexachlorcyclohexans ist. praktiseh unverändert geblieben. Auch bei Zusatz von Katalysatoren, die die gewünschte Zerlegungsreaktion beschleu- nigen, wie z. B. Aluminiumchlorid, ist selbst bei langen Reaktionszeiten nur ein teilweiser Umsatz zu erreichen. Es kurde nun gefunden, dass die Zerlegung von a-Hexaehlorcyclohexan oder dessen Isomeren, Isomerengemischen sowie die Zerlegung von höher chlorierten Cyclohexanen mit, mehr als 6 Chloratomen im Molekül (z. B. Heptachlrocyclohexan) in HC1-Gas und in Benzolderivate mit 3 oder mehr als 3 Chloratomen (z. B. Tetrachlorbenzol) praktisch vollständig und mit wesentlich kürzerer Reaktionsdauer durchführbar ist, wenn man dafür sorgt, dass das dureh die Zerlegung gebildete chlorierte Benzolderivat laufend (das heisst während der Zerlegungsreaktion) oder portionenweise (das heisst jeweils nach verhältnismässig kurzen, mehrmalig wiederholten Zerlegungsperioden) abfrakt. ioniert. wird. Zweekmässigerweise wird das Abfraktionieren über eine Kolonne dureh- geführt, damit keine oder nur geringe Mengen an Hexchloreyclohexa bzw. hoher chlorierten Cycloliexanen mit dem Trichlorbenzol bzw. den hoher chlorierten Benzolderivaten übergehen. Gegenstand des vorliegenden Patentes ist ein Verfahren zur Herstell7ung von Trichlorbenzol aus Hexachloreyclohexan durch thermische Zerlegung, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass die aus dem Ausgangsstoff durci Erhitzen auf Temperaturen bis höch- stens 350 C gebildete Menge an Trichlorbenzol während der Zerlegungsreaktion aus dem Reaktionsgefäss durch fraktionierende Destillation entferut wird. Durci dieses erfindungs- gemässe Verfahren ist es möglich geworden, a Hexachloreyclohexan auch ohne Katalysator unter technisch einfachen Bedingungen in wenigen Stunden praktisch vollständig in Trichlorbenzol und HCl-Gas zu spalten. Durch Anwendung von Katalysatoren, die dié gewünschte Zerlegung besehleunigen, kann natürlich der beim Arbeiten nach der erfindungsgemässen Vorschrift erzielbare Effekt noch erhöht werden. Bei der erfindungsgemässen Zerlegungs- reaktion wäre die Anwendunhg von Vakuum naheliegend. Überraschenderweise hat sich aber gezeigt, dass die durch Druckerhöhung erzielbare Temperatursteigerung im Reaktionsgefäss die theoretiseh zu erwartende AVir kung der Anwendung von Vakuum. übersteigt, weshalb die Geschwindigkeit der Zerlegungsreaktion durch Druck bedeutend erhöht wer- den kann. Da die thermische Zerlegung von Hexachloreyclohexan ein irreversibler Vorgang ist, besteht bei Druckerhöhung keine Gefahr der Rückbildung des Ausgangstoffes. Das neben dem HCl-Gas gewinnbare Triehlorbenzolgemisch stellt ein vielseitig ver wendbares Produkt dar. Die in den nachfolgenden Beispielen ange- gebenen Teile sind Gewichtsteile. Beispiel. 1 : 100 Teile reines a-Hexachloreyelohexan (sep. : 158 ) wurden 5 Stunden zum ieden erhitzt, wobei gleichzeitig über einen Frak- tionieraufsatz laufend das Trichlorbenzol bei einer 215 nicht übersteigenden Übergangstemperatur abdestilliert wurde. Es wurden so 54, 5 Teile Trichlorbenzol entsprechend 87,4% d. Th. und 32 Teile HCl-Gas entsprechend 85,2% d, Th. gewonnen, Beispiel 3 : 100 Teile teehnisehes α-Hexachloreyclohexan. (Smp. : 156 bis 157 ) wurden 1¸ stunden unter Rückfluss gekoeht, dann über einen Fraktionieraufsatz das gebildete Trichlor benzol bis zu einer Übergangstemperatur von 215 abdestilliert, anschliessend nochmals eine Stunde unter Rückfluss gekocht und das neuerdings gebildete Trichlorbenzol bis zu einer Cbergangstemperatur von 215 aus dem Reaktionsgefäss durch fraktionierende Destil lation entfernt. Nach erneutem Istündigem Koehen und anschliessendem Abdestillieren des gebildeten Trichlorbenzols bis 215 wurde der Versuch abgebrochen. Die Gesamtdauer des beschriebenen Vorganges betrug 6 Stun- den. Es wurden 55, 3 Teile Trichlorbenzol ent spreehend 88, 7 % d. Th. und 32, 7 Teile HCl C'as entsprechend 87 % der Theorie gewonnen. Im blieben 8 Teile des Einsatzes als Rückstand. Beispiel 3 : 100 Teile technisches Isomerengemisch des Hesachloreyclohexans, wie es durch Anlagevon Chlor an Benzol, bei Belicht. ung erhalten wird, wurden 4 Stunden zum Sieden erhitzt und gleichzeitig über einen Fraktionier- aufsatz das gebildete Trichlorbenzol abdestilliert. Es hatten sich dabei 43, 6 Teile rohes Trichlorbenzol, entsprechend 70 % d. Th., imd 27, 2 Teile HCl-Gas, entsprechend 72, 4%d, Th., gebildet.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Trichlor- benzol neben HC1-Gas aus Hexachlorcyclo- hexan dureh thermische Zerlegung, dadurch gekennzeichnet, dass die aus dem Ausgangs- stoff durch Erhitzen auf Temperaturen bis höchstens 350 C gebildete Menge an Trichlor- benzol. während der Zerlegungsreaktion aus dem Reaktionsgefäss durch fraktionierende Destillation entfernt wird.UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdestillieren der Produkte der thermischen Zerlegung kon tinuierlich durchgeführt wird.2. Verfahren nach Patentanspruch, da durch-gekennzeichnet, dass das Abdestillieren der Produkte der thermischen Zerlegnng stol- fenweise durchgeführt wird.3. Verfahren nach Patentansprueh und Unteransprueh 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerlegungsreaktion unter Druck durch- geführt wird.4. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerlegungsreaktion unter Druck durchgeführt wird.
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