CH307317A - Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung von Karbiden und wertvollem Gas. - Google Patents

Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung von Karbiden und wertvollem Gas.

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CH307317A
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Voor Kolenbewerki Maatschappij
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B32/00Carbon; Compounds thereof
    • C01B32/90Carbides
    • C01B32/914Carbides of single elements
    • C01B32/942Calcium carbide

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Description


  Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung von Karbiden und wertvollem Gas.    Die Erfindung bezieht sich auf die Her  stellung von Karbiden in einem Schachtofen,  bei der die hohe Temperatur, die zu der  Durchführung der Reaktion erforderlich ist,  durch teilweise Verbrennung des anzuwen  denden     Kohlenstoffes    mittels eines sauer  stoffhaltigen Gases erzielt wird,    Es wurde bereits vorgeschlagen, Karbide  in Schachtöfen, deren Beschickung aus einem  Gemisch von Oxyden, Hydroxyden oder     Kar-          bonaten    und festem Brennstoff, vorzugsweise       Koks,    besteht, dadurch     herzustellen,    dass mit  Sauerstoff (bis 60-80 Vol.-%) angereicherte  Luft in die Schachtöfen eingeblasen,

   dem  Schacht oben das sich infolge der Reaktion  entwickelnde Gas entzogen und aus dem  Schachtofen unten das gebildete Karbid in  flüssigem Zustand abgelassen wird.  



  Als nachteilig ist anzumerken, dass bei  dem obenerwähnten Verfahren das Gas, das  t aus dem Generator austritt, einen recht  hohen Stiekstoffgehalt hat und somit ein  Heizgas von nur mässiger Qualität abgibt;  wegen des hohen Stickstoffgehaltes eignet  sieh zudem dieses CO-haltige Gas weder zu  der Synthese von Methanol, noch zu der  Synthese nach Fischer-Tropsch.  



  Auch hat man bereits vorgeschlagen, an  Stelle von Luft, die mit Sauerstoff ange  reichert ist, reinen Sauerstoff bei der Her  stellung von Karbiden in einem Schachtofen  zu verwenden.    Zwar kann man dann erwarten, ein Gas  zu gewinnen, das nahezu völlig     aus    CO be  steht, jedoch aus verschiedenen Gründen  kommt dieses Verfahren für die Anwendung  in der Praxis nicht in Betracht.

       Änderung     der Sauerstoffmenge in dem     eingeblasenen     Vergasungsmittel hat nicht zur Folge, dass  die Auswirkungen auf die Temperatur in der  Zone der Verbrennung (welche in der Regel  etwa,     2400     C beträgt), die     diireh    zufällige  oder vorsätzliche     Änderungen    der Beschaf  fenheit der Beschickung hervorgerufen wer  den     (beispielsweise    sei in diesem Zusammen  hang eine     Änderung    des     Koks-Metalloxyd-,          -hydroxyd-    oder     -karbonatverhältnisses    ge  nannt), beseitigt werden.  



  Nicht nur besagt     dies,    dass man kaum das  Verhältnis Karbid     zii    Gasausbeute zu beein  flussen vermag, sondern auch, dass man nicht  imstande     ist,    eine zufällige Steigung oder  Senkung der Temperatur der Feuerung zu  korrigieren. Beim Verbrennen von     Koks    mit  Sauerstoff kommt es zu Temperaturen von  über 3000  C. Tatsächlich können bei einer  Herstellung von Karbiden, bei der man rei  nen Sauerstoff verwendet, in der Feuerung  örtlich derartige Temperaturen auftreten.

    Davon abgesehen, dass die Ofenwand Be  schädigungen davontragen     kann    oder Küh  lungsaggregate abbrennen können, rufen  derartige Temperaturspitzen eine Sublima  tion von     Koksasche    hervor, welche einen  solchen Umfang erreichen     kann,    dass daraus      die Gefahr erwächst, dass sieh das Brenn  stoffbett ganz oder     zum    Teil verstopft und  die Produktion daher eingestellt werden muss.  



  Zwar empfiehlt es sich, um die Tempera  tur in der Verbrennungsebene zu regeln, die  Menge Sauerstoff, die je Zeiteinheit einge  leitet wird, zu variieren, jedoch eine solche  Regelung lässt sieh in der Praxis nicht recht  durchführen. Nicht nur übt im allgemeinen  die Menge Sauerstoff, die je Zeiteinheit ein  geleitet wird, kaum einen Einfluss auf die  Temperatur aus -     wenigstens    bei den hohen  Belastungen, die für die Praxis interessant  sind - sondern eine solche Variierung     be-          einflusst    auch die     Produktionskapazität.     



  Aus obigem erhellt, dass die     Anwendung     reinen Sauerstoffes als unzweckmässig für die  Praxis abgelehnt werden muss; diese Methode  hat deswegen nie Eingang gefunden.  



  Es     wurde    nunmehr gefunden, dass eine  gleichzeitige     Herstellung    von Karbiden und  wertvollem CO-haltigem Gas bewerkstelligt  werden kann, indem man als Gebläsewind ein  Gemisch verwendet, das sieh aus Sauerstoff  und Wasserdampf oder aus Sauerstoff und  Kohlendioxyd, oder aber aus     Sauerstoff,     Wasserdampf und Kohlendioxyd zusammen  setzt.  



  Da bekanntlich Wasserdampf und Koh  lendioxyd an und für sich oder beide zusam  men mit Karbiden reagieren, wobei die  Karbide in die entsprechenden Oxyde um  gewandelt werden, war es sehr überrasehend,  dass unter den Verhältnissen, die in der Ver  brennungszone in dem Sehachtofen vorliegen,  keine Reaktion zwischen dem bereits gebilde  ten Karbid und dem Wasserdampf oder der  Kohlensäure stattfand.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren schafft  die Möglichkeit, unter ungleichartigen Ver  hältnissen (beispielsweise sei in diesem Zu  sammenhang eine Änderung der Zusammen  setzung der Beschickung     erwähnt)    die für  die Karbidbildung günstigste Reaktionstem  peratur dadurch aufrecht zu erhalten, dass  der Sauerstoffgehalt des Gebläsewindes va  riiert wird, ohne dass dies eine Beeinträehti-    gang der Qualität des erzeugten Gases und  Karbids nach sich zieht.  



  Das Verhältnis Gasproduktion zu Karbid  produktion lässt sich durch Variierung der  Zusammensetzung des Gebläsewindes nach  Belieben ändern.  



  Die Erfindung bezieht sieh demnach auf  ein Verfahren zur gleichzeitigen Heilstellung  von Karbiden und einem CO-haltigen Gas,  bei dem ein Gemisch von Kohle und einer  Verbindung eines carbidbildenden Elementes  in einem Sehaehtofen mit Hilfe eines sauer  stoffhaltigen Gebläsewindes in ein     CO-halti-          ges    Gas, das oben aus dem Schachtofen  entweieht, und in ein Karbid, das unten aus  dem Schachtofen     abgelassen    wird, verwandelt  wird, welches Verfahren dadurch gekenn  zeichnet ist, dass der Gebliisewind aus einem  Gasgemisch besteht, das durch Vermischen  von technischem Sauerstoff mit einem     endo-          thermiscl    reagierenden Vergasungsmittel her  gestellt wurde,

   wobei der Sauerstoffgehalt des  Gemisehes wenigstens 50 Vol.-% beträgt.  



  Vorteilhaft wird als Vergasungsmittel  Wasserdampf verwendet. Man kann auch  Kohlendioxyd oder eine Mischung von Wasser  dampf und Kohlendioxyd benutzen. Zweck  mässigerweise kann der Gebläsewind vorge  wärmt werden.  



  An Hand folgender Beispiele wird das  Verfahren näher erläutert.    Beispiel 1.    Ein Schachtofen wurde kontinuierlich mit  einer Beschickung gefüllt, die aus einem     CTe-          inisch    von 80 kg     Koks    und 30 kg Kalkstein  bestand     (CaCO?,).     



  Der     Gebläsewind,    ein     Gemisch    von     teehiii-          schem    Sauerstoff (Gehalt 95     Vol.-"/o.        Sauer-          stoff)    und Wasserdampf setzte sich     zusammen     aus:         6,6,5    Volumenprozenten     Sauerstoff     30 Volumenprozenten Dampf  3,5     Volumenprozenten    Stickstoff    Die Temperatur dieses     Gebläsewindes     war     120     C.

        Das     erzeugte    rohe Karbid wurde unten ans  dem Selachtofen abgelassen und ergab nach  Zersetzung mit Wasser pro kg rohes Karbid  250 Liter Acetylen, während 85 % Kalk in  Kalziumkarbid umgewandelt worden waren.  



  Die Zusammensetzung des oben aus dem  Schachtofen abgeführten Endgases war:    80 Volumenprozente Kohlenmonoxyd  14 Volumenprozente Wasserstoff  2 Volumenprozente Stickstoff  4     Volumenprozente    Kohlendioxyd         Beispiel     Ein Schachtofen wurde kontinuierlich mit  einer Besehickung aus Briketten gefüllt, in  denen sieh die Gewichtsmengen     Koks    und  Kalk (CaO) wie 4 zu 1 verhielten.  



  Der Gebläsewind, ein Gemisch von     techni-          sehem    Sauerstoff (Gehalt 95 Vol.-% Sauer  stoff) und Kohlensäure, setzte sich zusammen    aus:  71 Volumenprozenten Sauerstoff  25 Volumenprozenten Kohlenstoff  4 Volumenprozenten Stickstoff    Die Temperatur dieses Gebläsewindes war  25  C. Aus dem erzeugten rohen Karbid, das  unten aus dem Ofen abgelassen wurde, wurden  235 Liter Acetylen pro kg rohes Karbid er  halten, während von dem Kalk zu 77% in  Karbid umgewandelt wurden.  



  Die Zusammensetzung des oben aus dein  Ofen abgeführten Endgases war  97 Volumenprozente Kohlenmonoxyd  2 Volumenprozente Stickstoff  1 Volumenprozent Kohlendioxyd    Beispiel 3.  



  Versuche zeigten, dass mittels Vorerhitzung  des Gebläsewindes dessen Sauerstoffgehalt  herabgesetzt werden kann, und zwar um etwa  1 % für jede 100  C Vorerhitzung. Ein  Sehaeltofen wurde kontinuierlich finit einer  Besehiekung gefüllt, die aus einem Gemisch  von 80 kg Koks und 35 kg Kalkstein (Ca CO3 )  bestand. Der Gebläsewind, ein Gemisch von  technischem Sauerstoff (Gehalt: 95 Vol.-%  Sauerstoff) und Wasserdampf, setzte sich    zusammen aus    63,5 Volumenprozenten Sauerstoff  33 Volumenprozenten Dampf  3,5 Volumenprozenten Stickstoff  Die Temperatur dieses Gebläsewindes  war 100  C.  



  Aus dem     erzeugten    rohen Karbid, das  unten aus dem Ofen abgelassen wurde, wur  den nach Zersetzung mit Wasser 240 Liter  Acetylen pro kg rohes Karbid gewonnen,  während 79 % von dem anwesenden Kalk in  Karbid umgewandelt war.  



  Die Zusammensetzung des oben aus dem  Ofen abgelassenen Endgases war    78 Volumenprozente Kohlenmonoxyd  15 Volumenprozente Wasserstoff  Volumenprozente     Stickstoff     5     Volum.enprozenteKohlendioxyd       Obenerwähnte Beispiele beziehen sich auf  die Herstellung von     Kalziiunkarbid;    in glei  cher Weise können aber auch die Karbide an  derer Elemente, beispielsweise die des Sili  ciums, Aluminiums oder Eisens hergestellt  werden, wobei man den Schachtofen dann mit  dem entsprechenden Oxyd,     Hydroxyd    oder  Karbonat beschickt.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren ver  schafft die Möglichkeit, gleichzeitig Karbide  und ein     CO-haltiges    Gas von hohem Heizwert  herzustellen, welches Gas eine solche Zusam  mensetzung aufweist, dass es, wenn gewünscht,  als Ausgangsmittel für die     Methanolsynthese     oder für die Synthese nach     Fischer-Tropsch     verwendet werden kann.  



  Mit     Riicksicht    darauf, dass ein Sauerstoff  haltiger     Gebläsewind    angewendet wird, der  aus Sauerstoff und Wasserdampf, aus Sauer  stoff und Kohlendioxyd, oder aber aus Sauer  stoff,     Wasserdampf    nebst. Kohlendioxyd zu  sammengesetzt sein kann, ist es möglich, auch  bei verschiedenartiger Zusammensetzung der       Besehiekun-    des Schachtofens die richtige  Reaktionstemperatur in der Verbrennungs  zone dadurch aufrecht zu erhalten, dass man  die Zusammensetzung des     Gebläsewindes     ändert.  



  Hierdurch wird die Möglichkeit geschaf  fen, ohne besondere 'Schwierigkeiten ausser      dem erwähnten wertvollen Gas eine höhere  Ausbeute an     Karbiden    bei höheren Belastun  gen des Sehachtofens zu erzeugen, welche über  diejenigen hinausgehen, die bei den bisherigen  Verfahren angängig waren, bei denen der  Gebläsewind aus mit Sauerstoff     angereicher-          ter    Luft oder aus annähernd reinem Sauer  stoff besteht.

Claims (1)

  1. PATENTANN SPRUCH Verfahren zur gleiehzeitigen Herstellung von Karbiden und CO-haltigem Gas, bei dem ein Gemisch von Kohle und einer Verbindung eines earbidbildenden Elementes in einem Schachtofen mit Hilfe eines sauerstoffhaltigen Gebläsewindes in ein CO-haltiges Gas, das oben aus dem Schachtofen abgeführt wird, und ein Karbid, das unten aus dem Ofen ab gelassen wird, umgewandelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Gebläsewind aus einem Gasgemisch besteht, das dureh Ver- misehen von technischem Sauerstoff mit einem endothermisch reagierenden Ver gasungsmittel hergestellt wurde, wobei der Sauerstoffgehalt des Gemisehes wenigstens 50 Vol.-% beträgt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, da- dureh gekennzeiehnet, dass das Vergasungs mittel aus Wasserdampf besteht. 2. Verfahren nach Patentanspruch, da- dureh gekennzeiehnet, dass das Vergasungs mittel aus Kohlendioxyd besteht. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da- dureh gekennzeichnet, dass das Vergasungs mittel aus Wasserdampf und Kohlendioxyd besteht. 4. Verfahren naeh Patentansprueh, da dureh gekennzeiehnet, dass der Gebläsewind vorgewärmt wird.
CH307317D 1951-08-25 1952-08-18 Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung von Karbiden und wertvollem Gas. CH307317A (de)

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