Farbfernsehaufnahmegerät. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Aufnahmegerät für das Fernsehen in Farben.
Bei der Übertragung von Fernsehbildern in natürlichen Farben werden bekanntlich auf der Sendeseite die auf passend gewählte (;iiindfarben bezogenen Farbauszüge gebildet und durch Teilfarbsignale übertragen. Auf der Empfangsseite werden diese wieder in die Farbauszüge zurückverwandelt, deren Zu sammensetzung das farbige Bild ergibt. Bei der U-berlagerung der Teilfarbauszüge dürfen keine Deckungsfehler auftreten, da dies stö rende Effekte, wie z. B. F.arbsäuine, zur Folge hatte. Solche Deckungsfehler können sowohl auf der Sendeseite wie auf der Empfangs seite entstehen.
Bei der Aufnahme treten sol ehe Deckungsfehler beispielsweise auf, wenn die zu einem Bildpunkt gehörigen Teilfarb- signale eines Simultansystems nicht gleich zeitig erzeugt werden, was zur Folge hat, dass beim Empfänger keine korrekte Zusammen setzung der einzelnen Bildpunkte aus den zu sammengehörigen Teilfarbsignalen möglich ist.
Die vorliegende Erfindung stellt sieh die Aufgabe, die bei -den bisher bekanntgewor denen Aufnahmegeräten für farbiges Fern sehen auftretenden Deckungsfehler. der Teil- farbsignale zu vermeiden.
Gemäss der vorliegenden Erfindung ge langt ein Fernsehaufnahmegerät zur Verwen dung, bei welchem mindestens zwei der ein farbiges Fernsehbild zusammensetzenden Teil- farbsignale mittels eines gemeinsamen Bild schirmes erzeugt werden.
Dieses Gerät ist er- findungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass sich vor dem Bildschirm ein Raster aus zylin drischen Linsen befindet, durch dessen Wir kung in der Ebene des Bildschirmes streifen förmige- Bilder eines Mehrzonenfarbfilters entstehen, und dass der Bildschirm durch den Elektronenstrahl senkrecht zur Richtung der durch die Rasterlinsen entworfenen Bilder der Farbfilterzonen abgetastet wird, und dass am Rand des Farbfilters parallel zu den Farb- filterzonen eine zusätzliche, nicht vom Auf nahmelichtstrom durchsetzte Zone vorgesehen ist, und dass die bei der Abtastung auftreten den,
den Bildern der zusätzlichen Zone ent sprechenden Signalimpulse zur korrekten Aufteilung der am Ausgang der Röhre erhal tenen Gesamtsignalspannung in die Teil signalspannungen verwendet werden.
Ausführungsbeispiele der vorliegenden Er findung sollen in folgendem an Hand der beiliegenden Zeichnungen erläutert werden, in welchen Fig. 1 schematisch ein Ausführungsbei spiel in Anordnung und Schaltung darstellt. Fig. 2 erläutert schematisch die Auftei lung der Gesamtsignalspannung in die Teil- farbsignale bei Verwendung einer entspre- ehend geformten Lichtquelle als Steuerzone und Fig. 3 die Aufteilung bei Verwendung einer lichtundurchlässigen Steuerzone.
Fig. 4 dient zur Erläuterung der Aus scheidung des Übersprechens der Steuerzonen auf die Teilfarben, und Fig. 5 zeigt eine Anordnung zur Aus scheidung des störenden Übersprechens der Steuerzone in die Teilfarbzonen.
Fig. 6 dient zur Erläuterung des Über- sprechens der Teilfarbzonen aufeinander, und Fig. 7 zeigt eine Schaltanordnung zur Ausscheidung dieses gegenseitigen überspre- ehens der Teilfarbzonen.
Fig. 8 zeigt ein Aufnahmegerät mit zwei Aufnahmeröhren.
Fig. 1 zeigt als Ausführungsbeispiel ein Gerät gemäss der vorliegenden Erfindung. Das zu übertragende Bild 1 wird durch ein Aufnahmeobjektiv 2 auf den lichtempfind lichen Bildschirm 3 der Aufnahmeröhre 4 ab gebildet. Die schematisch in der allgemein üblichen Weise dargestellte Aufnahmeröhre selbst bildet nicht Gegenstand der vorliegen den Erfindung und ihr Aufbau und ihre Wir kung kann als bekannt vorausgesetzt werden. Innerhalb des Glaskolbens 5 befindet sich das zur Erzeugung des Elektronenstrahls 6 die nende Elektrodensystem 7.
Mittels des Elek tronenstrahls wird der lichtelektrische Bild- schiim 3 in bekannter Weise auf nebeneinan- derliegenden Linien abgetastet, und so das Bildsignal am Ausgang 8 erhalten. Als Auf nahmeröhre kann jede beliebige Aufnahme röhre Verwendung finden, beispielsweise ein Orthicon, Vidicon usw., deren Auflösungs vermögen bzw. Bildschirmgrösse der Teilung des Linsenrasters angepasst sein muss, wie weiter unten noch erläutert werden wird.
Gemäss der vorliegenden Erfindung befin det sich zwischen Aufnahmeobjektiv und Bildschirm ein Linsenraster 10, welches aus zylindrischen Linsen besteht, und in der Ob jektivpupille des Aufnahmeobjektivs 2 ist ein mehrzoniges Farbfilter 11 angebracht, dessen Zonengrenzen parallel zu den Zylinderachsen des Rasters 10 verlaufen.
Die Brennweite der Rasterlinsen ist so be messen, dass jede einzelne Linse in der Ebene des Bildschirmes 3 ein Bild des Farbfilters 11 entwirft. Wie aus der Technik des Linsen rasterfarbfilmes bekannt ist, wird dadurch die Fläche des Bildschirmes in parallele, ne- beneinanderliegende Streifen ,aufgeteilt, die in gleicher Weise wie die Zonen des Filters den Teilfarben zugeordnet sind. Besitzt das Farbfilter beispielsweise drei Zonen 12, 13 und 14, welche im allgemeinen Rot, Grün und Blau sind, so liegen rote, grüne und blaue Streifen usw. auf dem Bildschirm nebeneinan der.
Da sich das Mehrzonenfarbfilter in der Objektivpupille befindet, ist die Helligkeit auf den einzelnen Streifen des Bildschirmes quer zur Streifenrichtung gleich der über das entsprechende Element, des Bildes 1 Bemittel ten Helligkeit der jeweiligen Farbkompo nente. Dieser Effekt ist aus der Technik des Linsenrasterfilms berannt.
Der Bildschirm 3 wird durch den Elektro nenstrahl 6 senkrecht zur Richtung der Zylin derlinsen abgetastet, so dass ein punkt- sequenzartiges Signal entsteht, in welchem nacheinander die roten, grünen und blauen Teilsignale ein und desselben Bildelementes auftreten. Die Grösse der Bildelemente ist durch die Feinheit des Rasters gegeben, und zwar ist die Grösse eines Bildelementes senk recht zu den Rasterlinsen gleich einer Linsen breite. Der Bildschirm muss demgemäss ein Auflösungsvermögen besitzen, das noch die getrennte Auflösung der hinter den Raster linsen verschachtelt liegenden Farbzonen ge stattet.
Bei dieser Anordnung folgen also im Ge samtsignal stets zusammen-ehörige Teilfa.rb- signale eines bestimmten Bildelementes auf einander. Es können somit keine Deckungs fehler der Signale auftreten,
wie dies bei spielsweise bei Simultansystemen unter Ver wendung von drei getrennten Aufnahmeröh ren für die einzelnen Teilfarben infolge man gelnder optischer Deckring oder urangelnder Deckung der Abtastraster der einzelnen Röhren oder bei Bildsequenzsystemen durch mangelnde Deckung aufeinanderfolgender Abtastraster entstehen können.
Für die Über tragung und Wiedergabe erweist. es sieh als erforderlich, die Gesamtsignalspannung in die einzelnen Teilsignalspannungen aufzutei len, um diese unabhängig voneinander ver wenden zu können. Gemäss der vorliegenden Erfindung wird rur korrekten Aufteilung der am Ausgang der Röhre erhaltenen Gesamtsignalspannung in. die Teilsignalspannungen eine entspre chend geformte Zone im Farbfilter angebracht, welche vom Aufnahmelichtstrom nicht durch setzt wird, welche aber ebenfalls durch die Rasterlinsen auf den Bildschirm abgebildet wird.
Auf dem Schirm wird so zwischen den Farbzonengruppen eine Steuerzone abgebildet, deren Beleuchtung nicht von der schwanken den Helligkeit des aufgenommenen Bildes ab hängig ist. Der bei der Abtastung im Gesamt- si@,lnal auftretende Steuerimpuls hat also stets gleiche Grösse und kann leicht aus dem Ge samtsignal ausgeschieden werden, wie weiter unten erläutert werden wird.
Die Steuerzone kann beispielsweise licht undurchlässig, das heisst schwarz, sein, so dass der Steuerimpuls stets dem Schwarzwert des Bildes entspricht.
Es kann aber auch eine entsprechend ge formte Lichtquelle oder ganz allgemein eine leuchtende Fläche mit konstanter und gleich mässiger Leuchtdichte als Steuerzone verwen det werden, welche über das Linsenraster Zonen konstanter Helligkeit auf dem Bild- seliirm entwirft. Macht man die Helligkeit dieser Zonen um einen bestimmten Betrag grösser als die grösste überhaupt auftretende Bildhelligkeit, so ist der Steuerimpuls stets um den entsprechenden Betrag grösser als die Teilfarbsignale und kann leicht amplituden- mä.ssig aus dem Gesamtsignal ausgesiebt wer den.
Ein Ausführungsbeispiel für den zweiten Fall wird in Fig. 1 gezeigt. Parallel zu den Zonen des Filters 11 ist eine längliche, sich in Richtung der Filterzone erstreckende Licht duelle 7.5 angeordnet. An Stelle einer Licht quelle kann beispielsweise auch eine reflek tierende Fläche verwendet werden, welche von einer geeignet angebrachten fremden l.iclitquelle angestrahlt wird. Die Breite der Farbzonen und der .Steuerzone, das heisst der leuchtenden Fläche, wird vorteilhafterweise gleich gewählt, so dass die entsprechenden Streifen auf dem Bildschirm gleich breit sind.
Fig. 1 zeigt ferner schematisch im Block schaltbild die Elemente, in denen mittels des im Gesamtsignal enthaltenen Steuerimpulses das Gesamtsignal in die Teilfarbsignale auf geteilt wird. Bei einer Anordnung gemäss der Fig. 1, bei der eine Lichtquelle als Steuerzone dient, wird die Leuchtdichte der leuchtenden Fläche so eingestellt, dass sie um einen be stimmten Betrag - beispielsweise 25 % - grösser ist als das grösste vorkommende Bild signal.
Dies zeigt Fig. 2. Das Gesamtsignal setzt sich aus aufeinanderfolgenden Grüppen von vier Imuplsen zusammen, welche nacheinan der der Steuerzone und den Filterzonen Rot, Grün und Blau entsprechen. Das Gesamt signal 30 wird einem Amplitudensieb (20 in Fig. 1) zugeführt, in welchem, z. B. durch vorgespannte Gleichrichter, das Signal so be schnitten wird, dass am Ausgang nur noch die Steuerimpulse 31 auftreten. Diese ausgesieb ten Steuerimpulse werden nun einer Lauf zeitkette (21 in Fig. 1) zugeführt, welche drei den Teilfarben gesondert zugeordneteAbgriffe 22, 23 und 24 aufweist.
Die Verzögerungszeit zwischen den einzelnen Abgriffen der Lauf zeitkette 21 ist so bemessen, dass die Steuer impulse .an den Ausgängen 22, 23 und 24 gleichzeitig mit den einzelnen zugeordneten Teilfarbsignalen auftreten. So tritt beispiels weise am @ Abgriff 22 das um eine Impuls länge verzögerte Signal 32, am Ausgang 23 das um zwei Impulslängen verzögerte Signal 33, am Abgriff 24 das um drei Impulslängen verzögerte Signal 34 auf. Fig. 2 zeigt, dass die Impulse 32 in zeitlicher Koinzidenz mit dem roten Signal. 38, die Impulse 33 mit dem grünen Signal 39 und die Impulse 34 mit dem blauen Signal 40 sind.
Die Abgriffe 22, 23 und 24 der Laufzeitkette sind mit getrenn ten Schaltgeräten 26, 27 und 28 verbunden, welche durch die Steuerimpulse in der Weise betätigt werden, dass bei vorhandenem Steuer impuls das Schaltgerät durchlässig ist. An die Eingänge der Schaltgeräte wird die von der Röhre erzeugte Gesamtsignalspannung gelegt. Durch die Steuerung der einzelnen Schalt geräte mit den um verschiedene Beträge ver- zögerten Steuerimpulsen tritt nun an den Ausgängen nur noch das zugeordnete Teil- fa.rbsignal 38, 39 und 40 auf.
Um aus den auf diese Weise aufgespal tenen Teilfarbsignalen wirkliche Simultan signale zu machen, .das heisst Signale bei denen die zum einen Bildpunkt bzw. Bild element gehörigen Signale gleichzeitig auftre ten, kann man beispielsweise die Teilsignale 38 und 39 mit Laufzeitgliedern uni die Dauer zweier bzw. eines Impulses verzögern. Zu diesem Zweck wird hinter den Schaltgeräten 26 und 27 je eine Laufzeitkette 126 und 127 eingeschaltet, deren Verzögerungszeit zwei bzw. eine volle Impulslänge beträgt. Nach Durchlaufen dieser Laufzeitkette treten dann die Impulse 38, 39 und 40 gleichzeitig auf und stellen somit deckungsfehlerfreie Simul tansignale dar.
Statt dessen kann man auch in den Schaltgeräten selbst durch Abflach- oder Integrierschaltungen die Impulse ver breitern, so dass die Impulse am Ausgang der Schaltgeräte den in Fig. 2 gestrichelt einge tragenen zeitlichen Verlauf 138, 139 und 140 annehmen. In diesem Falle besitzen die Teil- farbsignale natürlich eine gewisse, der Zonen breite entsprechende Welligkeit. Für prak tische Zwecke können aber auch diese Signale als simultan und frei von störenden Deekungs- fehlern angesehen werden.
Die Fig. 3 zeigt schematisch den Vorgang der Aufteilung bei Verwendung einer licht undurchlässigen schwarzen Zone. Werden hierbei keine besonderen Massnahmen ergrif fen, so macht hier die amplitudenmässige Aus scheidung des der schwarzen Zone entspre- ehenden Steuerimpulses Schwierigkeiten, wenn nicht dafür gesorgt wird, dass der Steuer impuls um einen bestimmten Betrag, z. B. 42, niedriger ist, als die kleinste Amplitude (Schwarz) der Teilfarbimpulse, welche dem Fehlen einer bestimmten Teilfarbkomponente im Bild entspricht.
Nimmt man aber an, dass normalerweise grosse, völlig schwarze Bild stellen nur selten vorkommen, oder min destens auf kleinere Teile des Bildes begrenzt sind, so kann man von solchen Massnahmen absehen und den Steuerimpuls zur Synchron steuerung eines Impulsgebers verwenden. Dieser erzeugt seinerseits einen Impuls defi nierter Grösse, der dann auf die Laufzeitkette gegeben wird, und in der angegebenen Weise die Aufteilung steuert. Die Konstanz solcher Impulsgeneratoren reicht im allgemeinen aus, um das Fehlen des ursprünglichen schwarzen Steuerimpulses in dunkeln Bildteilen zu über brücken. Eine solche Anordnung hat den Vor teil, dass im Aufnahmegerät keine eigene Lichtquelle vorgesehen werden muss.
Es tritt also kein Lebersprechen des grossen, von der Lichtquelle erzeugten Steuerimpulses in die Farbimpulse ein, welches dann die weiter unten angegebene Kompensation nötig ma chen würde.
Ein solches überspreehen zwischen dem Steuerimpuls und .den Teilfarbsignalen oder zwischen den Teilfarbsignalen untereinander wird verursacht insbesondere durch das be grenzte Auflösungsvermögen des Bildschirmes. Der Verlauf der Signalspannung beim Ab tasten einzelner Farbzonen ist folglich auch bei Aufnahme einer gleichmässig ausgeleuch teten Fläche nicht rechteekförmig, sondern besitzt die in den Fig. 4 und 6 angedeutete Form.
Um ein möglichst detailreiches Bild zu erhalten, wird man die Teilung des Linsen rasters so klein machen, als dies mit R ück- sieht auf das Auflösungsvermögen des Bild schirmes möglich ist. Geht man von einem Bildehirm von der Grösse von 12 X 16 cm und einem Bild von 625 Zeilen aus, so ergibt sich ein Raster mit etwa 5 Linsen/mm. Jede ein zelne Linse besitzt also eine Breite von etwa 200 ,u und die einzelnen Teilfarbstreifen von etwa 50,u. Damit liegen aber die einzelnen Streifen an der Grenze des Auflösungsvermö gens der zur Verfügung stehenden Aufnahme röhre,
und die Abtastung des Bildschirmes ergibt naturgemäss keinen rechteckförmigen, sondern einen abgerundeten zeitlichen Ver lauf der Impulse. Durch diese Abflachung der Impulse tritt aber ein übersprechen der Steuerimpulse in die Teilfarbimpulse auf, wie a:us Fig. 4 hervorgeht. Wird mit der Anord nung der Fig. 1 ein Dunkelfeld aufgenom- men, so treten in der Gesamtsignalspannung lediglich die Steuerimpulse auf. Diese be sitzen, wie in Fig. 4 dargestellt, keine recht eckige Form 60, sondern den abgerundeten Verlauf 61.
Bei der Aufteilung dieser Ge- samtsignalspannung treten in den Teilfarb- kanälen Störspannungen auf, die in den ein zelnen Kanälen den schraffierten Bereichen 62, 63 und 64 entsprechen. Da der Steuer impuls konstante Grösse besitzt, sind auch die in den Teilfarbkanälen erzeugten Störspan nungen konstant. Das Übersprechen des Steuerimpulses auf die Teilfarbkanäle kann also durch Abziehen eines entsprechend ärossen konstanten Betrages von den einzel nen Teilfarbsignalen kompensiert werden.
Dies kann mit einer Anordnung gemäss der Fig. 5 erreicht werden. Soweit diese mit der Anordnung der Fig. 1 übereinstimmt, sind solche Teile mit gleichen Hinweiszahlen versehen. Im Gegensatz zur Anordnung der Fig. 1 befindet sich bei der Fig. 5 das Linsen raster nicht unmittelbar vor dem Bildschirm, sondern es wird das Prinzip der sogenannten Zwisehenabbildung angewendet. Das Linsen raster 70 befindet sich wiederum in solchem Abstand vom Farbfilter, dass in seiner rück wärtigen Ebene 71 die Bilder der Filter zonen entworfen werden.
Diese Ebene 71 wird durch eine Linse 72 auf den Bildschirm 73 abgebildet. Eine solche Anordnung erfordert zwar zwei Linsen, hat aber den Vorteil, dass das Linsenraster nicht unmittelbar vor dem Bildschirm, das heisst innerhalb der Auf nahmeröhre angeordnet sein muss. Darüber hinaus ist es möglich, für die Zwischenabbil dung ein von 1 : 1 verschiedenes Verhältnis zu wählen, und so für die Grösse von Linsen raster und Bildschirm unabhängig voneinan der die günstigst mögliche Dimension zu wählen. Das von der Aufnahmeröhre erzeugte Gesamtsignal wird in der gleichen Weise auf gespalten wie in der Fig. 1.
In den Farb- kanälen befinden sich zur Kompensation der Störspannungen drei Schaltglieder 74, 75 und 76, welche dazu dienen, von den Teilfarb- signalen die Beträge abzuziehen, die dem (\bersprechen des Steuerimpulses entsprechen. Infolge des oben erwähnten, begrenzten Auflösungsvermögens des Bildschirmes tritt ferner ein Übersprechen der einzelnen Teil farben ineinander auf. Wie in Fig. 6 gezeigt, besitzen die von den einzelnen Filterzonen herrührenden Komponentendes Gesamtsignals nicht die rechteckige Form 80, 81 oder 82, sondern zeigen den abgeflachten Verlauf 83, 84 und 85.
Aus deren Überlagerung ergibt sieh, dass die Grösse der nach der Aufspaltung erhaltenen Teilfarbsignale nicht nur von der zugehörigen Teilfarbkomponente, sondern auch von den beiden andern Komponenten abhän gig ist. Dieses Übersprechen der einzelnen Teilfarbsignale aufeinander lässt sich nicht durch Abzug eines konstanten Betrages kom pensieren, wie das Übersprechen des Steuer impulses, vielmehr ist es notwendig, von den einzelnen Teilfarbsignalen Beträge abzu ziehen, welche proportional jeweils den beiden andern Teilspannungen sind. Für die Grösse der abzuziehenden Beträge gelten folgende Überlegungen.
Die an den drei Ausgängen er haltenen Teilfarbsignale hängen mit den drei Farbkomponenten nach folgender Formel zu sammen:
EMI0005.0035
<I>SR <SEP> ==1 <SEP> -R+kGR.G+kBR#B</I>
<tb> SG=kRG#R+1 <SEP> <I>#G+kBG#B</I>
<tb> SB=kRB#R+kGB.G+l <SEP> -B wobei die Koeffizienten sinngemäss das -Über sprechen von jeweils einer Teilfarbe in eine andere bezeichnen. Beispielsweise ist also der , Koeffizient kGR für das Übersprechen der grünen Komponente auf die rote Komponente gültig.
Die Auflösung der Gleichung liefert die Formel
EMI0005.0037
<I>R=k1SR-(k2'SG+k3'SB)</I>
<tb> <I>G <SEP> = <SEP> k4</I> <SEP> SC <SEP> - <SEP> (k5 <SEP> <I>'SR</I> <SEP> + <SEP> k6 <SEP> <I>'SB)</I>
<tb> <I>B=k7SB-(ks#SR+ks#SG)</I> Darin bezeichnen die Koeffizienten ki <B><I>-kg</I></B> die Koeffizienten, mit denen die drei Teil- Farben multipliziert werden müssen, um die nur jeweils den einzelnen Teilfarben entspre chenden Signale zu erhalten. Die Koeffizien ten des ersten und zweiten Gleichungssystems hängen zusammen wie folgt:
EMI0006.0001
Die Koeffizienten kGB usw. können für ein bestimmtes Aufnahmegerät .durch Messung bestimmt werden.
Dabei werden im allgemei nen abhängig von der gegenseitigen Lage der Farbstreifen einige der Koeffizienten mit einander übereinstimmen.
Fig. 7 zeigt eine Anordnung bei der unter Anwendung der soeben entwickelten Gesetz mässigkeiten das Übersprechen der Teilfarb- komponenten aufeinander kompensiert wird, wobei die Anordnung grundsätzlich mit der der Fig. 5 übereinstimmt. Es wird wieder ein Linsenraster mit Zwischenabbildung verwen det. Im 1Vlehrzonenfilter befindet sich aber keine Lichtquelle zur Erzeugung des Steuer impulses, sondern eine schwarze, lichtundurch lässige Zone 91.
In den drei Teilfarbkanälen befinden sich drei Subtraktionsgeräte 92, 93 und 94, welche von den Teilfarbsignalen ent sprechend der oben angegebenen Beziehungen jeweils bestimmte Teilbeträge der beiden an dern Teilfarbsignale subtrahieren.
Es ist bekannt, .dass es keine physikalisch realisierbaren Farbfilter gibt, welche die zur Aufteilung in die Teilfarbkomponenten theo retisch nach der Dreifarbenmethode erforder liche spektrale Charakteristik besitzen. Solche Filter müssten bekanntlich Filterkurven mit negativen Teilabschnitten besitzen.
Dagegen lässt sich bei elektrischen Verfahren, bei wel- chen die Teilfarbkomponenten als elektrische Signale erhalten werden, eine Korrektur der Farbfilterkurven durchführen, indem man be stimmte, nach Grösse und Vorzeichen bekannte Beträge der einzelnen Teilfarbsignale mit einander kombiniert. Dieses Korrekturverfah ren ist an sich bekannt, kann aber in vorlie gendem Fall mit der Korrektur des Über- sprechens von Steuerzone und Teilfarbzone kombiniert werden.
In vorliegendem wurden Ausführungs beispiele besprochen, bei welchen eine einzige Aufnahmeröhre zur Erzeugung von drei Teil- bildsignalen dient. Die Erfindung kann aber auch bei Aufnahmegeräten angewendet wer den, welche mehr als eine Aufnahmeröhre aufweisen, wobei dann mindestens zwei der *das farbige Bild zusammensetzenden Teil signale auf einem gemeinsamen Bildschirm, das heisst in einer der beiden Röhren, erzeugt werden.
Solche Anordnungen wird man ver wenden, wenn man beispielsweise neben den drei Teilfarbkomponenten noch eine vierte, der Helligkeit des Bildes entsprechende Kom ponente übertragen will, wobei erstere mit schmalem und letztere mit breitem Frequenz band übertragen werden, wie dies zur Fre- quenzbandverringerung ohne Beeinträchti gung der Bildschärfe vorgeschlagen worden ist. Es ist aber auch beispielsweise möglich, in einer Röhre eine bestimmte Farbkompo nente und in der andern Röhre die restlichen Farbkomponenten zu erzeugen, wobei dann nur die erstere mit breitem Frequenzband übertragen wird und damit für die Auflösung des Bildes massgebend ist.
Ein Ausführungsbeispiel eines Aufnahme gerätes mit zwei Röhren ist in Fig. 8 schema tisch dargestellt. Durch ein Aufnahmeobjektiv 102 wird ein Bild des Originals 101 auf den Bildschirm 105 der einen Röhre 104 geworfen. Darstellungsgemäss ist im Aufnahmestrahlen- gang ein halbdurchlässiger Spiegel 103 unter einem Winkel von 45 angeordnet, durch dessen Wirkung ein weiteres Bild 106 des Ori ginals 101 entsteht. Dieses Zwischenbild 106 wird durch eine Linse 107 auf den Schirm 109 der Röhre 108 abgebildet, wobei das Lin- senraster im Aufnahmestrahlengang der zwei ten Röhre angeordnet wird.
In der Pupille der Linse 107 befindet sich das Mehrzonen Iilter 111 und die als Lichtquelle dargestellte Steuerzone 112, deren streifenförmige Bilder in .der erwähnten Weise durch das Linsen raster<B>110</B> in der Ebene des Bildschirmes 109 entworfen werden. Bei dieser Anordnung wird in der Röhre 104 ein der Bildhelligkeit entsprechendes Signal und in der Röhre 108 drei der Farbverteilung des Bildes entspre chende Signale gebildet. Bekanntlich genügt es in diesem Fall, die Helligkeitskomponente allein mit dem Frequenzband zu übertragen, welches der gewünschten Bildschärfe ent spricht., während die der Farbverteilung ent sprechenden Signale mit einem wesentlich ver ringerten Frequenzband übertragen werden können.
Auf diese Weise kann eine erhebliche Einsparung an Frequenzband erzielt werden, ohne dass die Schärfe des am Empfangsort aus den vier Komponenten zusammengesetzten Bildes leidet. Der der Lichtquelle 112 ent sprechende Steuerimpuls wird verwendet, um das am Ausgang der Röhre 108 erhaltene Ge samtsignal in drei den Teilfarben entspre chende Simultansignale zu verwandeln.
Die Anordnung der Fig. 8 kann aber auch so ausgebildet werden, dass man in der Röhre 104 nur ein, beispielsweise das grüne, Teil- farbsignal bildet, während die beiden rest lichen, das heisst das rote und blaue Teilfarb- signal, in der Röhre 108 gebildet wird. In. die sem Fall wird anstatt eines halbdurchlässigen Spiegels 103 ein Interferenzfilter verwendet, welches nur das der grünen Farbkomponente entsprechende Spektralgebiet durchtreten lässt und die der blauen und roten Komponente entsprechenden Gebiete reflektiert.
In diesem Fall weist das Filter 111 neben der Steuer zone 112 zwei Zonen, und zwar eine rote und eine blaue Zone auf. Die Steuerzone 112 dient wiederum zur Aufspaltung des rotblauen Ge samtsignals in simultane Teilfarbsignale, während das grüne Teilfarbsignal in der Röhre 104 erzeugt wird.
Es ist leicht einzu sehen, dass bei gleichem Auflösungsvermögen der Bildschirme 105 und 109 das grüne Teil- farbsignal wesentlich mehr Details enthält als die aufgespaltenen roten und blauen Teil- farbsignale, so dass letztere wiederum mit verringertem Frequenzband übertragen wer den können, ohne dass dadurch die Schärfe des Bildes leidet, welche massgebend durch das grüne Teilbild bestimmt wird.