CH308684A - Verfahren zur Darstellung gereinigter Polysaccharide aus Mikroorganismen. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung gereinigter Polysaccharide aus Mikroorganismen.

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CH308684A
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Ag Dr A Wander
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    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P19/00Preparation of compounds containing saccharide radicals
    • C12P19/04Polysaccharides, i.e. compounds containing more than five saccharide radicals attached to each other by glycosidic bonds
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/66Microorganisms or materials therefrom
    • A61K35/74Bacteria

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Description


  



  Verfahren zur Darstellung gereinigter Polysaccharide aus Mikroorganismen.



   Es ist bekannt, dass man durch wiederholte fraktionierte Behandlung von gramnegativen und   grampositiven    Bakterien mit 90-bis   95% igem    Phenol und anschliessend mit Wasser aus dem wässrigen Extrakt hochantigene   somatisehe    Glycoproteide isolieren kann (J. W. Palmer und T. D. Gerlough, Science 92, 155, 1940 ; W. T. J.   Morgan und    S.   M.    Patridge,   Biochem.    J. 35, 1140, 1941 ; M.   Heidelberger    und Mitarb., Journal Exp.



  Med. 83, 304, 1946). Es ist ferner bekannt, dass man auch durch Behandlung der Bakterien mit   PhenollWasser-Emulsionen    in der Kälte in einer Stufe derartige Glycoproteide extrahieren und nach Entmischung der Emulsion aus der wässrigen Phase isolieren kann   (0.      Westphal, Angew. Chem.    57, 57, 128, 1944 ; 62, 27, 1950). Bei diesen   Extraktionsverfah-    ren erhält man Produkte, in denen die   spezifi-    sehen Bakterienpolysaccharide jeweils an mehr oder weniger Proteinmaterial gebunden sind, doeh gelingt nach dem ersten Verfahren letzten Endes eine Trennung in undegradiertes Polysaccharid und einfaches amphoteres Protein.



   Es wurde nun gefunden, dass man durch Behandlung der Mikroorganismen mit homogenen   PhenollWasser-Mischungen    in der Wärme, anschliessender Kühlung und Trennung der Phasen wässrige Extrakte erhält, welche die proteinfreien spezifischen Polysaccharide in undegradierter Form und praktisch quantitativer Ausbeute enthalten.



   Die bakteriellen Polysaccharide sind in der Bakterienzelle bekanntlich an Proteine und Lipoide chemisch gebunden. Bei der Einwirkung eines   PhenollWasser-Gemisches    werden nun die Bindungen zwischen Polysaccharid einerseits und den bakteriellen Proteinen und Lipoiden anderseits chemisch aufgespalten. Dabei findet eine Dissoziation der genuinen bakteriellen Polysaccharid-Symplexe unter Abspaltung der undegradierten wasserlöslichen Polysaccharide statt. Die Proteine und Lipoide werden dann beim Abkuhlen der Mischung auf Grund ihrer   Loslichkeitseigen-    schaften vom Phenol aufgenommen, während das Polysaccharid in der wässrigen Schicht   gelöst ist. 2   
Zur Terminologie vgl. W. T. J. Morgan und S. M. Partridge, Biochem. J. 34, 169 (1940) ; 35, 1140 (1941), Brit. J.

   Exp.   Pathol.    23, 51    (1942).   



   Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von proteinfreien, reinen, wasserlöslichen Polysacchariden aus Mikroorganismen ist dadurch gekennzeichnet, dass man die Mikroorganismen bei erhöhter Temperatur mit einer homogenen   PhenollWasser-Mischung    extrahiert, wobei aus dem ursprünglich vorhandenen Symplex die Polysaccharide abgespalten werden, dann die erhaltene Extraktionsmischung abkühlt, die entstandenen Schichten trennt und aus der wässrigen Phase die reinen Polysaccharide isoliert.



   Man geht so vor, dass die getrockneten Mi  kroorganismen    oder das feuchte Sediment in  Wasser suspendiert und unter Rühren auf erh¯hte Temperatur, vorzugsweise 55 bis   68     C, gebracht werden. Hinzu gibt man ein etwa gleiches Volumen von auf die gleiche Tem  peratur    vorgewärmtem 75-90%igem Phenol.



  Es entsteht eine homogene Mischung, welche man während 5-30 Minuten auf die Bakterien einwirken   lasst. Anschliessend    wird gekühlt, wobei die   Flüssigkeitsmischung    zweiphasig wird und sich nach Zentrifugation in eine obere wässrige und eine untere phenolische Phase auftrennt. Die wässrige Phase wird abgehoben, von gelöstem Phenol durch Dialyse oder Xtherextraktion befreit und unter vermindertem Druck konzentriert. Durch Eingiessen in mit Wasser   miselibare    organische Fällungsmittel, wie Methanol,   Athanol,      Aeeton    oder Mischungen derselben, vorteilhaft unter Zusatz von Natriumacetat, erhält man eine flockige Fällung, welehe die spezifischen somatischen   Bakterienpolysaccharide    praktisch quantitativ neben Nucleinsäuren enthält.

   Die Trennung der Polysaccharide von Nucleinsäuren kann durch fraktionierte Fällung mit organischen Mitteln oder durch Elektrophorese durchgef hrt werden.



   Nach dem beschriebenen Verfahren kann man die wasserlöslichen Polysaccharide sowohl von gramnegativen als auch von   grampositiven    Bakterien aus Pilzen und andern   Mikro-    organismen in einer Stufe und mit praktiseh quantitativer Ausbeute extrahieren.



   Die erhaltenen Polysaccharide dienen als   Impf-und    Reizstoffe sowie als   Zwischenpro-    dukte zu Impf-und   Reizstoffen.   



   Beispiel 1 :
10 g Colibakterien (bezogen auf   Trocken-    substanz) werden bei 65-68  C (Wasserbad) in 350 cm3 Wasser suspendiert und unter    Rühren mit 350 cm. s auf 68  vorgewärmtem    90% igem Phenol versetzt. Es wird unter R h  ren 20-30 Minuten    lang bei 65-68¯C belassen, ansehliessend mit Eiswasser auf 5 bis   10       C    gekühlt und zentrifugiert. Die obere wässrige Phase wird abgehoben und die untere Phenolschicht noehmals bei 68  mit 300 cm3 Wasser während weniger Minuten gerührt.



  Nach erneuter   Kühhin g und    Zentrifugation werden die wässrigen Lösungen vereinigt und gegen dest.   Wasserdialysiert.    Die schwach opalisierende Innenlosung wird im Vakuum   auf 10-15 em3 Volumen eingeengt, von    geringen Mengen ungelöster Substanz abzentri  fugiert    und in die   6-l0faehe Wenge    Alkohol unter Zusatz von etwas Natriumacetat eingegossen. Die Substanz fällt in weissen Floeken, welche mit Alkohol und Aceton gewaschen und im Vakuum getrocknet oder in wenig Wasser aufgenommen und   lyophil-getrocknet    werden, an. Ausbcute 0,8-1,3 g (Rohextrakt).



     4    g Rohextrakt werden in 200   em3      Was-    ser gelöst und die Lösung unter Rühren mit 200   em3    ¯thanol versetzt. Die Fällung wird abzentrifugiert ; sie enthält hauptsächlich Nucleinsäuren   (2,      1-2,    3   g).    Die   lIutterlauge    wird im Vakuum auf 30 em3 Volumen ein  geengt    und mit 30 em3 Athanol versetzt. Die geringe Fällung   (100-150    mg) wird durch Zentrifugation entfernt. Das Filtrat lässt man in das sechsfache Volumen Alkohol unter Zusatz von etwas Natriumacetat einfliessen.

   Die   feinflockige    FÏllung wird abzentrifugiert und mit   Alkohol/Aceton gewaschen    oder lyophil  getroeknet    ; sie enthält die Polysaccharide neben etwa 5% Nucleinsäure. Ausbeute : 1, 2 bis   1,    4 g. Durch Wiederholung der Fraktionierung erhÏlt man 0, 9-1,   1 g reine Poly-      saccharidfraktion,    deren Stiekstoffgehalt von 0, 7-1, 0% vollständig auf den Gehalt des PrÏparates an   Hexosamin    entfällt. Diese Polysaccharidfraktion fÏllt aus 4% ig wässriger Lösung bei Alkoholkonzentrationen zwischen 78 und   82% praktisch vollständig    aus. Die Substanz bildet mit Wasser schwach opaleszierende   Losungen.   



   Nach der gleichen Vorsehrift kann man andere Mikroorganismen mit Phenolf/Wasser extrahieren und erhält jeweils nach Fraktionierung die reinen, proteinfreien, wasserlöslichen Polysaccharide.



      Beispiel 2 :   
10 g   Pneumokokken    Typ III (bezogen auf Trockensubstanz) werden wie im Beispiel   1    mit   350    em3 Wasser und 350 cm3 90% igem  Phenol bei 65-68  C während 20-30 Minuten behandelt. Nach Aufarbeitung des Ansatzes analog Beispiel 1 werden 0, 8-1, 2 g Rohextrakt erhalten. Die weitere Reinigung erfolgt wie in Beispiel 1, wobei aus 4 g Rohextrakt 0,   7-0,    9 g reine Polysaccharid-Fraktion erhalten wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von protein lreien, reinen, wasserlöslichen Polysacchariden aus Mikroorganismen, dadurch gekennzeichnet, dass man die Mikroorganismen bei er höhter Temperatur mit einer homogenen PhenollWasser-Mischung extrahiert, wobei aus dem ursprünglich vorhandenen Symplex die Polysaccharide abgespalten werden, dann die erhaltene Extraktionsmischung abkühlt, die entstandenen Schichten trennt und aus der wässrigen Phase die reinen Polysaccharide isoliert.
    UNTERANSPRUCH : Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Extraktion zwischen 55 und 68 C und während 5-30 Minuten vornimmt.
CH308684D 1952-01-24 1952-01-24 Verfahren zur Darstellung gereinigter Polysaccharide aus Mikroorganismen. CH308684A (de)

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CH308684D CH308684A (de) 1952-01-24 1952-01-24 Verfahren zur Darstellung gereinigter Polysaccharide aus Mikroorganismen.

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0135820A3 (en) * 1983-08-26 1987-10-14 Chugai Seiyaku Kabushiki Kaisha Antitumor agent

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0135820A3 (en) * 1983-08-26 1987-10-14 Chugai Seiyaku Kabushiki Kaisha Antitumor agent

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