CH309550A - Verfahren zur Neutralisation von Sulfonierungsprodukten. - Google Patents

Verfahren zur Neutralisation von Sulfonierungsprodukten.

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CH309550A
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Boehme Fettchemie Gmbh
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C303/00Preparation of esters or amides of sulfuric acids; Preparation of sulfonic acids or of their esters, halides, anhydrides or amides
    • C07C303/42Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives

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Description


  



  Verfahren zur Neutralisation von Sulfonierungsprodukten.



   Bei der   Neutralisation von Sulfonierungs-      erzeugnissen ergeben sieh    in vielen Fällen Verluste an wirksamer Substanz infolge SÏure- oder Alkaliempfindlichkeit der Sulfo  nierungserzeugnisse.    Um solche Verluste zu vcrmeiden, ist es  blich, Halbester der   Schwe-      felsäure    in der Weise zu neutralisieren, dass immer überschüssiges Alkali vorhanden ist, indem man zum Beispiel im diskontinuierlichen Verfahren Natronlauge und gegebenenfalls Eis vorlegt und den Ester einrührt.



   Bei   Sulfonierungserzeugnissen,    die neben    der säureempfindlichen Schwefelsäureester-    gruppe noch die alkaliempfindliche Carbon  säureestergruppe    enthalten, zum Beispiel   Sul-      foruernngserzeugnisse    von   Alkylestern unge-    s Fettsäuren, verfährt man im allgemeinen so, dass man in das saure Sulfonat-dem man meistens durch Gie¯en auf Eis und   Sehiehtentrennung    das übersehüssige Sulfo  nierungsmittel    entzogen   hat-die wässrige    Lauge unter Kühlung einrührt, also im sauren   Jtereieh    arbeitet.

   Das Verfahren führt immer zur Spaltung eines Teils der Carbonsäureestergruppen, da diese nieht nur alkali-, son  dern    auch säureempfindlieh sind. Man erhÏlt so seifenhaltige Erzeugnisse, die naturgemäss nieht die höehste erreiehbare Beständigkeit   gegen Säuren    und Härtebildner besitzen.



   Zwar lässt sich die Neutralisation alkali   cmpfindlicher Sulfonierungserzeugnisse durch    ausschliessliche Anwendung schwacher Basen durchführen. Von besonderer technischer Wichtigkeit ist jedoch die Herstellung der Alkalisalze der Sulfonierungserzeugnisse. Die Verwendung von Alkalicarbonat kann unter UmstÏnden zum Ziele führen, doch ist das Verfahren infolge des   Freiwerdens    grosser   Kohlensäuremengen technisch    unbefriedigend.



  Die Verwendung der Alkalihydroxyde aber macht es erforderlich, in einem engen   p-    Bereich in der Nähe des Neutralpunktes   wu    arbeiten. Während die technische   p Iessung    und fortlaufende Registrierung einwandfrei durchgeführt werden kann, ist es noch nicht möglich, in befriedigender Weise selbsttätig den Zufluss der Reaktionskomponenten durch die bei Änderung des   pH-Wertes    auftretenden   Potentialänderungen    zu steuern.



   Es wurde nun gefunden, dass man die Sehwierigkeiten der Feinregulierung vermeiden und sogar grosse Überschüsse an dem einen oder andern Rea. ktionsteilnehmer unschädlich machen kann, wenn man die Neutralisation in Anwesenheit geringer Mengen schwacher   Basen oder Säuren    bzw. deren Salzen vornimmt.



   Gegenstand des vorliegenden Patentes ist deshalb ein Verfahren zur Neutralisation von   Sulfonierungserzeugnissen,    die säureempfindliche oder alkaliempfindliche Gruppen oder beide enthalten, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Neutralisation in Gegenwart ge   ringer Mengen schwacher    Basen oder   schwa-    cher Säuren bzw. deren Salzen stattfindet und gleichzeitig mindestens annähernd äquivalente Mengen der sauren Sulfonierungserzeugnisse und der Alkalilauge miteinander vermischt werden.



   Man kann zum Beispiel bei   diskontinuier-    licher Neutralisation in engen Grenzen konstante   pH-Werte    aufrecht erhalten, wenn man zunächst eine geringe Menge einer schwachen Base mit einer zur vollständigen Neutralisation nicht ausreichenden Menge sauren Sulfonats versetzt und in die erhaltende Lösung in annähernd äquivalenten Mengen saures Sulfonat und wässrige Lauge einrührt.



   Statt eine schwache Base zu verwenden, kann man auch eine geringe Menge einer schwachen SÏure mit einer zur vollständigen Neutralisation nicht ausreichenden Menge wässrigen Alkalis versetzen oder stattdessen ein Alkalisalz einer schwachen SÏure mit einer unterst¯chiometrischen Menge sauren Sulfonats verwenden. Es kann auch das Salz einer schwachen SÏure mit einer schwachen Base vorgelegt werden ; in diesem Falle können von Anfang an wässriges Alkali und saures Sulfonat gleichzeitig dem Neutralisationsbehälter zugef hrt werden.



   Bei der erfindungsgemässen Arbeitsweise hält sich der   pH-Wert    der Lösung innerhalb der durch die Dissoziationskonstanten der verwendeten schwachen Basen und SÏuren gegebenen Grenzen, die unter Berücksichtigung der Empfindlichkeit der gefährdeten Gruppen gewählt werden können. Bei kontinuierlicher Arbeitsweise wird zweckmässig der basische Hilfsstoff der Lösung der Base, der saure Hilfsstoff dem sauren   Sulfonierungserzeugnis    zugemischt..



   Als Hilfsstoffe kommen in Betraeht :
Alle anorganischen und organischen   schwa-    chen Säuren und Basen, sowie deren Salze untereinander und mit starken Basen bzw.



  SÏuren, wie zum Beispiel als   Saurez    :    Borsäure-Phosphorsäure, Oxalsäure, Phthal-    saure, EssigsÏure, ZitronensÏure,   Glykokoll,    als Basen : Ammoniak,   : Alono-, Di und Triäthanolamin,    Äthylendiamin, ferner   cyclisehe    Basen wie Cyclohexylamin, Morpholin, Pyridin, als Salze : Ammoniumearbonat,   Monoäthanolaminacetat,    Natriumearbonat   und-bicarbonat,      Natrium-    tetraborat, primÏres und sekundäres Natrumphosphat, Kaliumaeetat, Ammonsulfat usw.



   Die Ausführung des Verfahrens wird durch folgende Beispiele veranschaulicht :
Beispiel 1:
Ein Sulfonierungserzeugnis, hergeste]] t durch   Einwirkenlassen    von 0, 55 Mol Chlorsulfonsäure auf 0, 5 Mol (210 g) des Tetra  hydrofurfurylesters    technischer   Paraffin-      oxydationsfettsäuren bei 40-50     bis zur   karen    Wasserlöslichkeit, wird auf folgende Weise neutralisiert :
In 900   em3    Wasser werden 6 g Borsäure gel¯st. Unter Aussenkühlung und wirksamem Rühren lässt man die   45"/oie    Natronlauge   ru-    laufen, bis   Bromthymolblau    geblänt wird, wozu etwa 3 cm3 n¯tig sind.

   Man lϯt nun   gleiehzeitig Natronlauge und    sauren Schwefelsäureester etwa im   Gewlehtsverhältnis l    : 3 bis 1 : 31/2 zuflie¯en und beobachtet in kurzen Zeitabständen die Reaktion des   Umsetzungs-    gemisches, die zwisehen den Umschlagspunkten von Bromthymolblau und Methylorange liegen soll. Bei Erreichung eines der Um  schlagspunkte, vorzugsweise schon    bei Annäherung an diesen, wird der Lauge bzw.



  Sulfonatzulauf in dem Sinne verändert, dass sich der   pu-vert    in Richtung auf   7    ändert.



  Die Temperatur wird dabei auf etwa 20¯, gegebenenfalls darunter, möglichst nicht über 30  gehalten. Zur Neutralisation sind etwa    39 m3 (insgesamt etwa 4? em3) Lauge erfor-      derlich.    Zum   Schluss wird auf pjj etwa    7, 5   (Blaugrünfärbung    von Bromthvmolblau) eingestellt.



   Man erhält ein Neutralisat von ausgezeich   neter Lösliehkeit, gutem Sehaum. vermögen,    grosser   Säurebeständigkeit    und unbegrenzter KalkbestÏndigkeit. 



   Die Neutralisation kann auch unter Verwendung von 5 g Soda an Stelle von 6 g Borsäure durehgeführt werden. In diesem Falle e   wird zur wässrigen. Sodalosung zunächst    ein Teil des sauren Sehwefelsäureesters bis zur   Grünfärbung    von Bromthymolblau zugefügt.



  Man lässt dann wie beschrieben Lauge und   Schwefelsäureester    gleichzeitig zulaufen, indem man den pH-Wert des   Neutralisats    zwisehen den   Umschlagspunkten    von Bromthymolblau oder Phenolphthalein und   Methyl-    orange hält. Es ist darauf zu achten, dass keine nennenswerten Mengen Kohlendioxyd in Freiheit gesetzt werden.



   Beispiel 2 :
Der aus 0, 4 Mol (etwa 100 g) des   Athvlen-    glykolesters von technischen   Kokosfettsäuren      dureh    Eintragen von 0, 44 Mol Chlorsulfonsaure bei etwa   25     und einstündigem Nachrühren bei   20     erhaltene saure   Schwefelsäure-    ester wird folgendermassen neutralisiert :
Zu 750 cm3 Wasser und 4 cm3 wässrigem Ammoniak (d = 0, 910) gibt man zunäehst so viel des Schwefelsäureesters hinzu, bis Phenolphthalein entfärbt wird. Dann lϯt man   45-    prozentige Natronlauge und Schwefelsäureester ungefähr im umgekehrten Verhältnis ihrer Alkalität bzw. Acidität zulaufen   und    hält eine Wasserstoffionenkonzentration aufrecht, die weder Phenolphthalein noch Methylorange rötet.

   Der Laugeverbraueh beträgt etwa 40 cm3. Zum Schluss wird gegebenenfalls mit 0, 5 bis 1.   g    Soda schwach   alkaliseh    gestellt.



   An Stelle von 4   em3      Ammoniaklosung      (d    = 0, 910) k¯nnen auch 2 bis   21/2      em3    Eisessig verwendet werden, denen zunächst so   riel Lauge    (etwa 2   em3)    zugegeben wird, dass ¯   Methylorange    einwandfrei gelb, Bromthymolblau höchstens gerade gr n gefÏrbt wird. Von da ab lässt man beide Reaktionsteilnehmer zulaufen und überprüft laufend die Wasserstoffionenkonzentration mit einem   Mischindi-    kator aus   Bromthymolblau    und   Methylorange,    dessen Farbe zwischen orange und grün bis gelb gehalten wird. Zum Schluss wird auf Blaugrün eingestellt.



   Der saure Schwefelsäureester kann auch unter Verwendung eines grossen Überschusses an Schwefelsäure hergestellt werden. Es ist in diesem Fall bekanntlieh üblich, auf Eis zu giessen und das übersehüssige   Sulfonierungs-    mittel abzutrennen. Bei der   erfindungsge-    mässen Durchführung der Neutralisation kann das übersehüssige Sulfonierungsmittel im Produkt belassen werden. Man gelangt so zu stark salzhaltigen Erzeugnissen, die sich besonders zur Herstellung von   Trockenerzeug-    nissen eignen, da diese iiblicherweise grosse Salzzusätze als Füllmittel enthalten.



   Das Verfahren ist auf alle   Sulfonierungs-    erzeugnisse anwendbar, die gleichzeitig   säure-    und   alkaliempfindliehe Gruppen enthalten,    weiter insbesondere auf alle Sulfosäuren und sauren Sehwefelsäureester, die eine Carbonsäureester-oder-amidgruppe besitzen. Diese werden nach bekannten Verfahren gewonnen durch Einwirkung von   Sulfonierungsmitteln    auf Kondensationsprodukte von mehrwertigen Alkoholen oder Aminoalkoholen mit beliebigen Carbonsäuren oder von einwertigen Alkoholen oder von Aminen mit Carbonsäuren, die   sul-    fonierbare Gruppen, wie Hydroxylgruppen, Doppelbindungen oder aromatische Kerne enthalten. Die Ester und Amide   können auel    durch Umesterung oder   Umamidierung    erhalten werden.

   Es kann die Herstellung der   Ester oder Amidbildung aueh naeh    der Einführung der SulfosÏure bzw.   Schwefelsäure-    estergruppe oder gleichzeitig mit ihr vorgenommen werden.



   Ferner kann das Verfahren zur   Neutrali-    sation von analogen Produkten mit Sulfonsäureester-und Sulfamidgruppen bzw. von Derivaten der Sulfaminsäure Anwendung finden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Neutralisation von Sulfo nierungserzeugnissen, die säureempfindliche oder alkaliempfindliche Gruppen oder beide enthalten, mit wässrigen Lösungen von Alkali hydroxyden, dadurch gekennzeichnet, dass die Neutralisation in Gegenwart geringer Mengen schwacher Basen oder schwacher Säuren bzw. deren Salzen stattfindet und gleichzeitig min destens annähernd äquivalente Mengen der sauren Sulfonierungserzeugnisse und der Alkalilauge miteinander vermischt werden.
    UNTERANSPRÜCHE : 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine geringe Menge einer schwachen Base mit einer zur vollständi- gen Neutralisation der letzteren nieht. ausreichenden Menge sauren Sulfonats vorgelegt wird und in diese Lösung annähernd äquiva- lente Mengen sauren Sulfonats und wässrige Alkalilauge eingerührt werden.
    2. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durci gekennzeiehnet, dass eine geringe Menge einer schwachen SÏure mit einer zur vollständigen Neutralisation der letzteren nicht aus- reichenden Menge wϯrigen Alkalis vorgelegt wird und in die Losung annähernd Ïquivalente Mengen sauren Sulfonats und wässriger Lauge einger hrt werden.
    3. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da¯ eine geringe Menge eines Alkalisalzes einer sehwaehen SÏure mit einer unterst¯chiometrisehen Menge sauren Sulfonats vorgelegt wird und in die L¯sung annähernd äquivalente Mengen sauren Sul- fonats und wässriger Lauge eingerührt werden.
    4. Verfahren gemϯ Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in einem durch das Ïquivalente Mengenverhältnis des sauren Sulfonats und der wässrigen Lauge bestimm- ten engen PH-Bereich gearbeitet wird.
CH309550D 1943-09-20 1944-06-20 Verfahren zur Neutralisation von Sulfonierungsprodukten. CH309550A (de)

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