CH310843A - Verfahren zur Herstellung von Schneiden aufweisenden Werkzeugen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Schneiden aufweisenden Werkzeugen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Schneiden aufweisenden Werkzeugen. Die Erfindung liegt auf dem Gebiet de Werkzeugherstellung und betrifft ein Verfah ren zur Herstellung von Schneiden aufweisen den Werkzeugen, wie beispielsweise Stanz werkzeugen und dergleichen, mit Schneiden auf gekrümmten Flächen. Zur Herstellung von Faltschachtelzuschnit ten aus Karton, Pappe und andern stanzfähi- gen Werkstoffen ist es bekannt, Bandstahl schnittformen zu verwenden. Zu diesem Zweck werden z. B. in ebene Platten Stahlbänder eingelassen, die an der aus der Plattenebene herausragenden Schmalseite angesehärft sind. Beim Stanzvorgang wird zwischen einem Stanztiegel mit Bandstahlschnittformen und eine Gefgenplatte der Werkstoffstreifen gelegt und die Platten unter Druck aneinander ge presst. Es liegt auf der Hand, dass mit der flach gegen flach arbeitenden Maschi nen keine hohen Leistungen erzielt werden können, vor allem wegen der dauernden Um teuerung der Bewegungsrichtung der Plat tenmassen. Man ist daher auch dazu übergegangen, die erwähnten Faltschachtelzusehnitte rotie rend zu stanzen. Hier sind die sich in den Karton einpressenden Schneid-, Stanz- und Rillwerkzeuge auf der Oberfläche eines Zylin ders angeordnet, der sich auf einem Gegen zylinder abwälzt. Beim Arbeitsgang wird die Pappe zwischen beide Zylinder geschoben. Während aber die Anordnung von Band stahlsehneiden auf den ebenen Platten keine Schwierigkeiten bildet, ist die Anordnung von Bandstahlschneiden auf Zylinderoberflä chen schwierig, ja überhaupt nur bei ganz einfachen Stanzformen möglich. Dies liegt darin begründet, dass man den an einer Schmalseite mit einer Schneide versehenen Bandstahl nicht so um die Zylinderoberfläche herumbiegen kann, dass die Schneiden senk recht zur Zylinderoberfläche stehen. Band stahlschneiden können auf Zylinderoberflä chen nur zur Ausbildung der Schneidlinien verwendet werden, die parallel zur Zylinder achse verlaufen, das heisst also auf nicht ge krümmten Linien. Um auch auf der Zylinder oberfläche senkrecht zur Zylinderachse ver laufende Schneidlinien zu erzeugen, ist es be kannt, die verwendeten Walzen zu unterteilen, und zwischen den einzelnen Walzenstücken Schneidscheiben anzuordnen, deren Durch messer etwas grösser ist als der Zylinder durchmesser, so dass die Schneidscheiben mit ihrem geschärften Aussenrand aus der Zylin deroberfläche herausragen. Sobald aber der herzustellende Faltschach telzuschnitt Schneidlinien auf der Zylinder oberfläche verlangt, die nicht in axialer oder radialer Richtung verlaufen, ist man gezwun gen, die Linien, an denen entlang der Werk stoff gestanzt, gerillt, geritzt, perforiert oder gebogen werden soll, aus einem Vollzylinder herauszuarbeiten. Die Herstellung von rotie rend arbeitenden Stanzformen ist. dement sprechend sehr kostspielig und lohnt sich nur dann, wenn hohe Auflagen vorgesehen sind. Ausserdem lässt sich nicht immer die ge wünschte Werkzeuggenauigkeit erreichen. Hier setzt die Erfindung ein. Sie besteht darin, dass in eine Fläche einer Mater, welche Fläche die Form der gekrümmten Fläche hat, den Schneiden formgetreu entsprechende Negative eingeformt werden, worauf die Flä che der Mater einschliesslich der Einformun gen galvanoplastisch abgeformt wird. Der zur galvanoplastischen Abformung verwendete Elektrolyt kann bei Bedarf Härtungszusätze, z. B. Fremdmetalle enthalten. Das Ausführungsbeispiel des Verfahrens gemäss der Erfindung wird im folgenden an Hand der beiliegenden Zeichnung erläutert. In den Zeichnungen zeigt: Fig. 1 den ersten Abschnitt des Verfah rens, nämlich das Eingravieren von Schneid-, Rill_ und Ritzlinien in die innere Fläche einer eine Mater bildenden Zylinderhalbschale. Fig. 2 ist ein Schnitt durch die mit Metall niederschlag versehene Mater. In eine metallene Zylinderhalbschale 1 ist ein aus einem vorgedruckten Papierbogen be stehender Schachtelzuschnitt 2 eingeklebt, der mit Hilfe von rotierend arbeitenden Werk zeugen vervielfältigt werden soll. Zur Erhö hung der Bearbeitungsgenauigkeit ist der Musterschnitt 2 im Massstab vergrössert. Die Schneid-, Ritz- und Biegelinien werden mit Hilfe eines. Pantographen 3, der an der Füh rungsseite 4 mit einem Führungsstift 5 in den Linien 6 geführt wird, in gewünschtem Mass stab auf die Materhalbschale 7 übertragen. Es werden so den Schneiden formgetreu ent sprechende Negative in die gekrümmte Fläche 7' der Mater 7 eingeformt. Hierzu dient ein auf der Werkzeugseite 8 arbeitender Fräs- apparat 9. Der Fräsapparat 9 ist im vorlie genden Falle mit einem rotierenden Werkzeug (Fräser) ausgerüstet, dessen Form der jeweils zu gravierenden Linie entspricht, das heisst, dass bei spitzen, keillinienförmig verlaufen den Schneidlinien zum Durchtrennen oder Einschneiden des Kartons der Fräser ebenso spitz und scharfkantig ausgebildet ist, wäh- rend der Fräser bei Linien mit rechteckigem oder trapezförmigem Querschnitt eben diese Form aufweist. Bei den spitzen Keillinien ändert sich bei den verschiedenen Frästiefen natürlich auch die Breite der Linien. Diese Breite ist, aber für die Form selbst ohne Be deutung, wohl aber für den galvanischen Prozess, da bei sehr sehmal verlaufenden Linien durch mangelnden Elektrolytaustausch eine Störung im Gefügebau eintritt, während dies bei genügend breiten Linien nicht der Fall ist. Allerdings kann eine zu breite Linie sich wiederum auf die Schneidwirkung un günstig auswirken, so dass danach erkennbar ist, dass zwischen diesen beiden Faktoren beste Niederschlagsmöglichkeit bei grösster Schneidwirkung - ein beiden Erfordernissen gerecht werdender Mittelweg gesucht werden muss. Es wurde erkannt, dass ein Keilwinkel von zirka 40 diesen Anforderungen ent spricht. Die tatsächliche Form der einzelnen Stanzlinien zeigt die Fig. 2. In Fig. 2 ist 10 eine Schneidlinie, an der entlang die Pappe bis auf einzelne Punkte durchgetrennt wird. 11 ist eine Ritzlinie, und 12 eine Biegelinie. Wenn die Negativlinien. in die Materhalb schale 7, die aus einem im Elektrolyten sich positiv verhaltenden Material besteht, z. B. aus Blei, eingraviert sind, wird die Mater halbschale in bekannter Weise mit einer Trennschicht 13 aus Leitöl versehen. Auf diese Schicht wird auf elektrolytischem Wege in einem Nickelelektrolyt ein Metallnieder schlag 14 aufgebracht (das Nickelgalvano), dessen physikalischen Eigenschaften den an das Werkzeug gestellten Anforderungen ge nügt. Die Zusammensetzung des Elektrolyten und die Abscheidungsbedingungen sind so ge wählt, dass harte, verschleissfeste und korro sionsbeständige Abscheidungen entstehen. Ist eine Mindestsehichtdieke von z. B. 0,5 mm erreicht, so wird die Abformung in einem andern Elektrolyten durch eine weitere Schicht aus einem billigen Material verstärkt, z. B. durch einen Kupferniederschlag 15, oder mit einem billigen Material, z. B. Giessharz, hintergossen. Dank der Trennschicht kann nach der Beendigung des elektrolytischen Prozesses das gewonnene Galvano von der Matrize ohne Zerstörung abgehoben werden. Die Materhalbschale 7 kann aber z. B. auch aus Wachs bestehen. In diesem Falle wird sie nach dem Eingravieren durch Ein- graphitisieren, Versilbern oder durch Auf dampfen einer Metallschicht elektrisch leitend gemacht. Diese leitende Schicht dient dann gleichzeitig als Trennschicht. Die fertigen Halbschalen werden auf den in der Stanzmaschine hierzu vorgesehenen Zylinder aufgezogen. Mit Hilfe des beschriebenen Verfahrens wird es möglich, die Verschleisseigenschaften der Stanzwerkzeuge der Höhe der vorgesehe nen Auflage anzupassen. Während sich, wie erwähnt die Herstellung rotierend arbeitender Stanzwerkzeuge durch Gravieren eines Voll zylinders bisher nur bei hohen Auflagen lohnte, lassen sich mit Hilfe dieses Verfah rens schnell galvanoplastisch abgeformte tanzzylinder herstellen, mit denen auch kleine Auflagen lohnenswert werden. Bei klei nen Auflagen reicht die Verschleissfestigkeit der auf der Zylinderoberfläche galvanopla stisch abgeformten Werkzeuglinien völlig aus. Bei sehr hohen Auflagen ist es zweckmässig, die Abformung noch hart zu verchromen, wie dies auch teilweise bei den bisher bekannten Stanzformen üblich ist. Bei dem beschriebenen Verfahren entsteht ein feineres und gleichmässigeres Kristallkorn, als bei der spanabhebenden Schneidenherstel lung erzeugt bzw. aufrechterhalten werden kann. Die ungünstigen Einflüsse des Befesti gungsverfahrens der Schneiden auf dem Trä ger (Wärmeeinwirkung, Spannung) fallen fort, die Schneiden lassen sich aus Legierun- gen herstellen, die den bisher gebräuchlichen Legierungen überlegen sind und sich auch schwer spanabhebend behandeln lassen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Werkzeu gen mit Schneiden auf gekrümmten Flächen, dadurch gekennzeichnet, dass in eine Fläche einer Mater, welche Fläche die Form der ge krümmten Fläche hat, den Schneiden formge treu entsprechende Negative eingeformt wer den und dass dann die Fläche der Mater ein schliesslich der Einformungen gälvanopla- stisch abgeformt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, insbe sondere zur Herstellung von rotierend arbei tenden Stanzformen, dadurch gekennzeichnet, dass den gewünschten Schneidlinien entspre chende, formgetreue Negative in die innere Fläche eines Hohlzylinders eingeformt wer den, welche Fläche aus einem im Elektrolyten sich positiv verhaltenden Material gebildet ist. 2.Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass ein Hohlzylinder verwendet wird, der aus mit einer leitenden Schicht überzogenem Wachs besteht. 3. Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Negativlinien in eine Zylinderhalbschale unter Verwendung eines Pantographen eingraviert werden. 4. Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die galvanoplasti- sche Abformung durch eine weitere Schicht verstärkt wird. 5. Verfahren nach Unteranspruch 4, da durch gekennzeichnet, dass die galvanopla- stisch erzeugte Abformung hartverchromt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE310843X | 1952-08-04 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH310843A true CH310843A (de) | 1955-11-15 |
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ID=6126453
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH310843D CH310843A (de) | 1952-08-04 | 1953-07-14 | Verfahren zur Herstellung von Schneiden aufweisenden Werkzeugen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH310843A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1118592B (de) * | 1960-02-29 | 1961-11-30 | Klaus Neumann | Verfahren zum Herstellen von planen Werkzeugen im Kopierverfahren fuer eine Presse zum Stanzen und/oder Praegen und Ausbrechen von mit Stanzschnitten versehenem Papier, Karton, Kunststoff od. dgl. |
| DE1210310B (de) * | 1961-10-25 | 1966-02-03 | Rudolf Otto | Kunststoffmatrize zum Herstellen von Rillen in Karton-, Pappe- oder dergleichen Boegen mittels Bandstahlschnittwerkzeugen |
-
1953
- 1953-07-14 CH CH310843D patent/CH310843A/de unknown
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1118592B (de) * | 1960-02-29 | 1961-11-30 | Klaus Neumann | Verfahren zum Herstellen von planen Werkzeugen im Kopierverfahren fuer eine Presse zum Stanzen und/oder Praegen und Ausbrechen von mit Stanzschnitten versehenem Papier, Karton, Kunststoff od. dgl. |
| DE1210310B (de) * | 1961-10-25 | 1966-02-03 | Rudolf Otto | Kunststoffmatrize zum Herstellen von Rillen in Karton-, Pappe- oder dergleichen Boegen mittels Bandstahlschnittwerkzeugen |
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