Verfahren zum Herstellen von Gewindeschneidwerkzeugen. Gewindeschneidwerkzeuge, wie Schneid backen, Gewindestrehler, Gewindebohrer und dergleichen, werden bisher im allgemeinen in der Weise ausgeführt, dass von den nach Art der Zähne einer Zahnstange angeordneten Schneidzähnen die für das Anschneiden in Betracht kommenden Zähne unter einem Win kel von etwa. 10 bis 15 schräg weggearbeitet sind. Die beim Anschneiden wirksamen, zum Teil weggearbeiteten Zähne haben daher eine sehr grosse Schneidfläche, so dass sich ein gro sser Schneidwiderstand ergibt und ausserdem ein genaues Ausrichten des Werkzeuges, z. B. einer Kluppe, beim Anschneiden nur schwer zu erreichen ist.
Zur Vermeidung dieser Schwierigkeiten ist bereits vorgeschlagen worden, die Schneid kanten der Werkzeuge so auszuführen, dass die beim Anschneiden wirksamen Schneid zähne gegenüber den für das Fertigschneiden bestimmten Zähnen gegen die Werkzeugvor derseite zu in zunehmendem Masse zurückge setzt. angeordnet sind. Beispielsweise wurden die Anschneidzähne so angeordnet, dass ihre Spitzen auf einer unter einem entsprechenden Winkel schräg zur Werkzeugachse verlaufen den Geraden lagen.
Solche Werkzeuge, bei spielsweise Schneidbacken, stellte man in der Weise her, dass in den zum Anschneiden be stimmten, entsprechend geformten Teil der Schneidorgane des Werkzeuges in genau Blei ehen, der Steigung des zu schneidenden Ge windes entsprechenden Abständen Rillen ein- gearbeitet wurden, zwischen denen dann die Schneidzähne stehenblieben.
Solche Werkzeuge haben sich in der Praxis nicht einführen können, da sich bei ihnen am Ende des Anschneidens, also beim Übergang zum Fertigschneiden der ersten Gewinde gänge, ein zu grosser Schneidwiderstand ergab, der meistens zum Ausbrechen einzelner Zähne führte.
Dies ergibt sich dadurch, dass die An schneidzähne eine in der Schnittrichtung der Fertigschneidzähne gegenüber diesen etwas verschoben liegende Gewinderille vorschnei den, die somit eine andere Lage hat als die Gewinderille, die die Fertigzähne zu schneiden suchen. Infolgedessen tritt dann beim Über gang vom Anschneiden zum Fertigschneiden eine übermässig starke Beanspruchung ein zelner Zähne ein, die, wie erwähnt, meistens zum Ausbrechen dieser Zähne führt.
Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren zum Herstellen von Gewindeschneid werkzeugen, wie z. B. Schneidbacken, Gewinde- strehlern, Gewindebohrern und dergleichen, bei denen sämtliche Schneidzähne, in Achs richtung des zu schneidenden Gewindes ge messen, gleichen Abstand voneinander haben und die Anschneidzähne geben die Werkzeug vorderseite zu zunehmend zurückgesetzt sind. Gemäss der Erfindung wird auf einer Werk zeugmaschine, z.
B. einer Drehbank, ein Kör per mit in: gleichem Abstand voneinander an geordneten Rillen angefertigt, dessen Form als Komplementärform für die Herstellung der Schneidkante des Werkzeuges im Kopierver fahren durch spanabhebende Bearbeitung, z. B. Fräsen oder Schleifen, verwendet wird.
Rillen in genau gleichmässigem Abstand voneinander können mit. normalen Werkzeug maschinen ohne weiteres in ein Werkstück eingearbeitet. werden, z. B. durch Drehen, Frä sen oder Schleifen, wobei das Werkzeug von Hand oder mittels einer entsprechenden Scha blone leicht. so geführt werden kann, dass neben einer Gruppe von Rillen, deren Rillen grund auf einer Geraden liegt, die senkrecht zur Einarbeitungsrichtung der Rillen verläuft, eine weitere Gruppe von Rillen eingearbeitet wird, deren Rillengrund auf einer zu der er wähnten Geraden schräg verlaufenden Gera den oder auf einer Kurve liegt. So kann bei spielsweise auf einer Fräsmaschine in ein facher Weise eine Platte an ihrer einen ent sprechend geformten Kante mit entsprechen den Rillen versehen werden.
Diese Platte kann dann entweder selbst als Schablone für die Herstellung eines Gewindeschneidwerkzeu- ges dienen, dessen Schneidzähne die Form der in die Platte eingearbeiteten Rillen erhalten, oder aber es kann nach der Platte eine die tatsächliche Form der herzustellenden Werk zeugschneidkante aufweisende Schablone ange fertigt werden, die dann bei der Herstellung des Werkzeuges im Kopierverfahren für die Steuerung der Werkzeugbeistellung benutzt wird.
Für die Herstellung des Komplementär formkörpers kann man, wenn z. B. Schneid- baekensätze für Gewindeschneidkluppen her gestellt werden sollen, vorteilhaft eine Dreh bank verwenden. In diesem Falle wird z. B. auf der Drehbank ein Körper entsprechender Form an seinem Umfang zur Bildung der Komplementärform der herzustellenden Schneidkante der Backen mit Gewinderillen von der Steigung des später zu schneidenden Gewindes versehen.
Dieser Körper wird dann, indem er nacheinander in auf dem Umfang gleichmässig verteilten Schnittebenen entspre chend der Zahl der Schneidbacken eines Satzes abgetastet wird, für die Steuerung der Ko- piervorgänge bei der Herstellung der einzel nen Schneidbacken benutzt, wobei dann die ; Zähne der Schneidbacken die Form der Rillen des Komplementärkörpers erhalten. Natürlich können auch nach dem die Komplementär form aufweisenden Körper entsprechend viele Schablonen angefertigt und für die Steuerung der Kopiervorgänge benutzt werden, wobei beim Kopieren die Zahnform der Schablone auf die Zähne der Schneidbacken übertragen wird.
Ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens nach der Erfindung ist im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert.
Fig.1 zeigt einen auf einer Drehbank herge stellten, die Komplementärform der Schneid kante des herzustellenden Gewindeschneid- werkzeuges aufweisenden Körper, während in Fig. 2 ein Gewindestift mit einer Sehneid backe, deren Schneidkante im Kopierverfahren nach dem Körper in Fig.1 hergestellt wurde, dargestellt ist.
In einen Drehkörper, dessen Aussenform in Fig.1 gestrichelt angedeutet ist und der einen zylindrischen Teil\ von der Längen und einen konischen Teil von der Länge b auf weist, sind mittels, eines Drehstahls Gewinde rillen eingearbeitet, die in Achsrichtung des Körpers gemessen genau Bleiehen Abstand c voneinander aufweisen. Beim Einarbeiten der Rillen wird der Drehstahl beispielsweise mit tels der Leitspindel entsprechend einer Ge windesteigung c längs der Achse des auf der Drehbank eingepressten Körpers verschoben und gleichzeitig in dein Bereich b entspre chend der Konizität des Körpers radial zu rückgezogen, beispielsweise von Hand oder unter Steuerung durch ein Lineal oder eine Schablone.
Soll nun ein beispielsweise aus vier Backen bestellender Gewindeschneidbackensatz mit der Gewindesteigung c hergestellt werden, so wird der die Komplementä.rform der Selineidkante der Backen aufweisende Körper naeh Fig.1 als Schablone auf eine Fräs- oder Schleif maschine aufgespannt und nacheinander in vier auf seinem Unifan- um 90 zueinander versetzt.
liegenden Schnittebenen abgetastet, wobei das die Schneidbacken bearbeitende Werkzeug (Fräser oder Schleifscheibe) entspre chend den in diesen Ebenen vorhandenen un terschiedlichen Körperformen gesteuert wird, wobei das Eindringen des Tasters in eine Rille des Körpers ein Zurückbewegen des Werk- zeuges bewirkt, so dass also an den den Rillen entsprechenden Stellen an den Schneidbacken Zähne gebildet werden. Die auf diese Weise hergestellten Schneidbacken dürfen natürlich nicht. verwechselt werden, sondern müssen in der richtigen Reihenfolge in die Kluppe ein gesetzt werden.
Zu erwähnen ist noch, dass der die Kom plementärformen aufweisende Körper keines wegs den gleichen Durchmesser haben muss wie die später mit. Gewinde versehenen Teile. Dieser Körper kann vielmehr mit wesentlich grösserem Durchmesser ausgeführt. werden, wodurch sieh dann der Vorteil grösster Ge nauigkeit bei der Einstellung der einzelnen Abtastebenen für den Kopiervorgang ergibt. Auch ist es natürlich möglich, den Körper in grossem. Massstab herzustellen und beim Ko pieren dann die Abtastbewegungen entspre chend verkleinert auf das die Rillen in die Schneidbacken einarbeitende Werkzeug zu übertragen.
Fig. 2 zeigt einen Gewindestift 1, in dessen Gewinderillen eine gemäss Vorstehendem her gestellte Schneidbacke 2 mit ihren Fertig selineidzähnen eingreift, während die An schneidzähne der Backe von ihren Fertig selineidzähnen weg in zunehmendem Masse vom Stiftgewinde zurückliegen. Die Steigung des Gewindes bzw. der Abstand der Zähne der Schneidbacke 2 ist auch hier mit. c bezeichnet. Aus der Zeichnung ist zu ersehen, dass die Zähne der Schneidbacke 2, in Achsrichtung des mit den Backen geschnittenen Gewindes ge messen, sämtliche den Abstand c voneinander aufweisen.
Bei den Anschneidzähnen ergibt sich durch die zunehmende Zurücksetzung der Zähne, dass die zwischen den Zähnen befind lichen Rillen bzw. Lücken unsymmetrisch zu den Zähnen liegen und ungleiche Mittenab stände d und e von diesen aufweisen. Zur besseren Veranschaulichung der Ar beitsweise einer Schneidbacke 2 sind in Fig. 2 die beim Gewindeschneiden wirksamen Teile der Zähne durch Schraffur hervorgehoben. Aus der Abbildung geht ohne weiteres hervor, dass der beim Anschneiden zuerst wirksame Zahn eine Rille in das Werkstück einarbeitet, die sich genau an der Stelle befindet, an der die Gewinderille eingearbeitet werden soll.
In gleicher Weise dringen auch die weiteren Zähne der Schneidbacke in das Werkstück ein. Die einzelnen Anschneidzähne und der erste Fertigschneidzahn der Schneidbacke arbeiten also genau so wie nacheinander wirksam wer- dend,e Drehstähle, von denen jeder etwas mehr beigestellt ist als der vorhergehende.
Für die Herstellung von Gewindebohrern wird als Schablonenkörper mit der Komple mentärform für die Bohrerschneidkanten eine Mutter mit entsprechenden Gewinderillen an gefertigt, die, wie oben dargelegt ist, in be liebiger Grösse und gegebenenfalls mit ver grössertem Profil ausgeführt werden kann.