Verfahren zum Feststellen der Dauer des Stillstandes von Maschinen und Apparat zur Ausübung des Verfahrens. An den meisten Maschinen treten Störun gen und Defekte auf, die zum Teil auf falsche Bedienung oder auf Materialfehler zurückzu führen sind. Will man die durch diese Stö rungen bedingten Stillstandszeiten verringern, so ist es nötig, dass man ihre Ursachen kennt und im speziellen weiss, wie gross die Still standszeiten sind, die von den einzelnen Ur sachen herrühren. Diesem Zweck dient nun das nachfolgend an Hand eines Beispiels be schriebene Verfahren zum Feststellen der Dauer des Stillstandes von Maschinen, z. B.
von Textilmaschinen, das dadurch gekenn zeichnet ist, dass durch ein erstes Messinstru- ment die Dauer jedes Stillstandes einer Ma schine gemessen und diese Stillstandszeiten für diese Maschine addiert werden, und dass für die verschiedenen Stillstandsursachen dieser Maschine ein Satz zweier Messinstrumente ver wendet wird, von denen jedes die von ihm gemessenen Zeiten fortlaufend addiert. Es kann natürlich gleichzeitig mit einem Zähl werk die Anzahl der Stillstände gezählt wer den.
C?egenstand der Erfindung ist im weiteren ein Apparat zur Ausübung dieses Verfahrens, der durch ein erstes Zeitmessgerät gekenn- zeiehnet ist, und durch einen Satz zweiter Zeitmessgeräte, die so geschaltet sind, dass das erste die Stillstandszeiten der zu überwachen den Maschine unabhängig von der Ursache des Stillstandes misst und diese Zeiten. fortlaufend addiert, während den andern Zeitmessgeräten je ein Schalter zugeordnet ist, der eingeschal tet sein muss,
damit das betreffende Zeitmess- gerät die Stillstandszeiten messen und fort laufend addieren kann.
Im folgenden werden die Erfindungs gegenstände an Hand von Ausführungsbei spielen des Verfahrens und des Apparates erläutert. Von den Figuren der Zeichnung zeigen: Fig.1 das elektrische Schaltschema, Fig.2 eine Draufsicht auf den Apparat, Fig. 3 eine Hintenansicht, Fig. 4 ein Schnitt nach der Linie IV--IV der Fig. 2, Fig.5 ein Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 2.
Die Fig.1 zeigt ein mögliches elektrisches Schaltschema für einen Stillstandskontroll- apparat, wie er zum Beispiel für einen Web stuhl verwendet werden kann. Die innerhalb der strichpunktierten Linie liegenden Schalt elemente gehören in den Kontrollapparat, während die andern Schaltelemente mit dem. Webstuhl verbundene Organe sind.
Der mit 31 bezeichnete Motor des Web stuhls wird mittels der durch das Relais El betätigbaren Kontakte ä ein- und ausgeschal tet. Die Steuerleitung, welche über die An schlussklemmen U gespeist wird, verbindet fol gende Schaltelemente: Den Kontakt b, den Steuerschalter P, die Spule des Relais A, die Kontakte dl,<I>ei,<B>f l,</B></I> gi, <I>hl, il,</I> k1, 1i und die Spule des Relais G. Zwischen der Steuerlei- tung imd der einen Anschlussklemme liegt noch der Hauptschalter N.
Die Spule des Re lais B ist zur Steuerleitung parallel geschaltet. Die wesentlichen Schaltelemente des Kontroll apparates sind die Schlüsselschalter F, G, H, <I>I, X, L,</I> der aus einem Motor 1, einem Unter setzungsgetriebe, einer Nockenscheibe 2 und einem Kontakt r bestehende Impulsgeber und die zehn Zählwerke Zo bis Zo. Dazu kommen noch drei Signallampen So, S7 und S9. Mit D und E sind die mit dem Fadenwächter ver bundenen Schalter bezeichnet, wobei der Schussfadenw ächter den Schalter D und der Kettenfadenwächter den Schalter E betätigt.
Der Impulsgeber wird zweckmässig so aus gebildet, dass er jede Hundertstelstunde den Kontakt r einmal schliesst.
Im Schema ist der Apparat im Nicht , Betriebszustand dargestellt : Der Hauptschal ter N ist geöffnet. Ausser dem Steuerschalter <B>P und</B> -dem Kontakt b sind alle Kontakte in der Steuerleitung geschlossen.
Bei Arbeitsbeginn wird der Hauptschalter N eingeschaltet (dieser Hauptschalter kann natürlich auch für mehrere Apparate zentral angeordnet sein). Das Relais B schliesst den Kontakt b und der Apparat beginnt zu arbei ten: Die Signallampe So leuchtet atü und zeigt an, dass der Motor<B>31</B> stillsteht.
Das Zählwerk ZO zählt die vom Impulsgeber er zeugten Impulse und misst somit die Zeit, im vorliegenden Beispiel in Hundertstelstunden, während welcher der Motor 111 stillesteht. Wird der Steuerschalter P geschlossen, schliesst das Relais A die Kontakte a, so dass der Webstuhl. läuft, während das Relais C den Kontakt c öffnet,
so dass die Signallampe So löscht, der Impulsgeber stehenbleibt und auch das Zählwerk ZO stromlos wird, falls zufälligerweise der Kontakt z- geschlossen blei ben sollte. Der Webstuhl kann nun mittels des Steuerschalters P nach Belieben aus- und eingeschaltet werden: Die Signallampe So zeigt jeden Stillstand an, der Zähler ZO und der Impulsgeber arbeiten zusammen als Zeit messgerät, das die Stillstandszeiten fortlau fend addiert.
Mit allen andern Zählwerken sind Schalter in Serie geschaltet, deren Zweck im folgenden erklärt wird: Reisst ein Schuss- iaden, so betätigt der zugehörige Fadenwäeh- ter den Schalter D: Der Kontakt d, wird ge öffnet, die Kontakte d2 und d3 werden ge schlossen. Dadurch wird die Steuerleitung unterbrochen, die Relais A und C werden stromlos. Der Motor 11 wird also abgestellt, während, wie beschrieben, die Signallampe So den Unterbruch anzeigt und das Zählwerk ZO seine Dauer misst.
Der Kontakt d2 bewirkt, dass auch die Signallampe S7 brennt, damit die Ursache des Stillstandes ersichtlich ist. Der Kontakt d3 bewirkt, dass die vom Impuls geber erzeugten Impulse vom Zählwerk Z7 ge zählt werden. Dieses Zählwerk misst also nur die Stillstandszeiten, die durch den Bruch eines Schussfadens verursacht wurden. Wenn der Schaden behoben ist, wird der Schalter D wieder ausgeschaltet, und der Webstuhl ar beitet weiter.
Reisst ein Kettenfaden, ' so betätigt. der zu gehörige Fadenwächter den Schalter E: Der Kontakt ei wird geöffnet, die Kontakte e2 und e3 werden geschlossen. Die Steuerleitung wird also unterbrochen; somit werden die Relais A und C stromlos, wodurch der Motor 3ab- gestellt wird, während die Signallampe So den Unterbruch anzeigt und das Zählwerk ZO seine Dauer misst. Der Kontakt e2 bewirkt, däss auch die Signallampe Sq brennt, damit die Ursache des Stillstandes ersichtlich ist.
Der Zähler Zo erhält einen Impuls und zählt somit die Anzahl der Kettenfadenbrüche. Der Kontakt e3 bewirkt, dass die vom Impulsgeber erzeugten Impulse vom Zählwerk Z8 gezählt werden. Dieses Zählwerk misst also nur die Stillstandszeiten, die durch den Bruch eines Kettenfadens verursacht wurden. Wenn der Schaden behoben ist, wird der Schalter E wie der ausgeschaltet, und der 'ss'ebstuhl arbeitet weiter.
Die Schalter F,<I>G, H, I,</I> K und<I>L</I> sind Sehlüsselsehalter, die mit verschiedenen Schlüsseln betätigt werden können. Der Mei ster besitzt zrun. Beispiel den Schlüssel zum Schalter F. Wenn er also wegen Reparaturen, Kontrollen oder andern Gründen den Web stuhl abstellen will, muss er nur mit seinem Schlüssel den Schalter F betätigen. Dadurch öffnet er den Kontakt f 1 und schliesst den Kontakt<B>f2,</B> wodurch einerseits, wie oben be schrieben, die Steuerleitung unterbrochen und der Webstuhl abgestellt wird.
Anderseits wird der Zähler Z1 eingeschaltet, so dass er die vom Impulsgeber erzeugten Impulse regi striert und so die Zeiten misst und addiert, während welcher der Webstuhl ausser Betrieb ist, da der Meister daran arbeitet.
Zum Schlüsselschalter G besitzt der Zet telaufleger den Schlüssel, zum Schlüsselschal ter II der Andreher, ziun Schlüsselschalter I der Stuhlputzer usw.
Natürlich liesse sich das Schaltschema auch etwas anders anordnen: Weiter vorn wurde schon erwähnt, dass ein Hauptschalter N für alle Webstuhlkontrollapparate eines Saales oder einer ganzen Fabrik genügt, der viel leicht durch die Kontrolluhr geöffnet und geschlossen wird. Ebenso liesse sich auch ein zentraler Impulsgeber anordnen. Die Signal lampen So mehrerer Webstühle könnten über sichtlich nebeneinander gruppiert sein. Auch liesse sich ohne weiteres ein abstellbares aku stisches Anzeigeinstrument den Signallampen parallel schalten. Weiters wäre es möglich, auch der Signallampe S7 ein Zählwerk par allel zu schalten.
Die Schaltung würde etwas einfacher, wenn die Schlüsselschalter nur einen Kontakt hätten, wenn also die Kontakte f <B><I>l,</I></B> g1, <I>hl,</I> il, k1 und 1l nicht vorhanden wären. Dann müsste der Webstuhl einfach mit dem Steuerschalter P ausgeschaltet werden, wobei allerdings die Gefahr besteht, dass der betreffende Arbeiter oder Meister vergisst, auch sein Zählwerk einzuschalten.
An Hand der Fig. 2 und 5 wird nun ge zeigt, wie ein solcher Apparat gebaut sein kann.
An der Frontplatte 3 des Gehäuses sind die Schlüsselschalter F,<I>G, H, I,</I> K, L und der ebenfalls als Schlüsselschalter ausgebil dete Steuerschalter P befestigt. Darunter lie gen Elektromagnete 4-12 zur Betätigung der Zählwerke 14-22. Der Elektromagnet 4 und das Zählwerk 14 bilden zusammen den Zäh ler Zi, der Elektromagnet 5 und das Zähl- werk 15 den Zähler Z2 usw. Der Elektro magnet 13 und das Zählwerk 23, die etwas anders angeordnet sind, bilden den Zähler Z8. Die einzelnen Elektromagnete sind mit -den entsprechenden Zählwerken je durch eine Stange 4' bis 13' verbunden.
Die Zählwerke sind je mit einem Kegelzahnrad 14'-23' ver sehen, damit sie auf Null zurückgestellt wer den können. Diese Zahnräder kämmen mit Zahnrädern 7.-I"-23" (Fig.3), die auf der Welle 24 befestigt sind: Diese Welle kann mit einem speziellen Schlüssel gedreht werden, iun jeweilen am Schluss der Zahltagsperiode oder nach Beendigung eines Auftrages alle Zählwerke gemeinsam auf Null zurückzustel len. Das Zählwerk 23 ist so unter dem Deckel 25 angeordnet, dass durch ein Fenster der Zählerstand abgelesen werden kann.
Im Ge gensatz dazu besitzen die übrigen Zählwerke Ziffernrollen mit Druckziffern, wie es aus der Fig. 4 ersichtlich ist. Durch einen Karten- einwurf 26 im Deckel 25 kann eine garte in den Zwischenraum 27 zwischen einem Farb band 28 und einem gepolsterten Stempel 29 gelegt werden. Der Hebel 30 dient dazu, den Stempel 29 entgegen der Kraft der Federn-31 und 32 gegen die Zählwerke zu pressen, da mit so mit einer Bewegung die Stellung aller Zählwerke auf eine Karte gedruckt werden kann.
Aus der Fig.4 ist auch die Anordnung der Signallampe sowie des Impulsgebers er sichtlich. Im untern Teil des Gehäuses 33 ist der Motor 1 untergebracht, im obern Teil das Reduktionsgetriebe. Die Nockenrolle 2 betä tigt über einen Füllhebel 34 den Schalter R. Da ein solcher Apparat sehr wenig Platz be nötigt, kann er ohne Schwierigkeit an einen Webstuhl angebracht werden, sei es am Web stuhl selbst, sei es an Stelle des gewöhnlichen Motorschalters.