<B>Schalteinrichtung an einer</B> Fadenbruch-Absauganlage <B>für</B> Spinnmaschinen Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schalteinrichtung an einer Fadenbruch-Ab- sauganlage für Spinnmaschinen, bei welcher die Steuerung der Maschine durch Bruchteile des Spinnmaterials ausgelöst wird, die den Absaugkanal passieren.
Die Schalteinrichtung kennzeichnet sich dadurch, dass die Fadenbruch-Absauganlage an mindestens einer Stelle des Absaugkanals, durch welche die Bruchteile des Spinnmate rials zwangläufig hindurchpassieren müssen, ein Elektrodensystem aufweist, das an äussere Spannungsquellen angeschlossen ist und min destens in Teilen des freien Strömungsquer schnittes des Absaugkanals ein elektrisches Feld erzeugt, dessen Verlauf und Feldstärke so bemessen sind, dass es an sich noch keine selbständige Entladung in der Luftströmung erzeugt,
aber beim Hindurchpassieren von Bruchteilen des Spinnmaterials mit Sicher heit Entladungserscheinungen bewirkt, die ihrerseits Organe zur Steuerung der Spinn rnaschine beeinflussen.
Es sind bereits verschiedene Ausführungs formen von Schalteinrichtungen an Faden- brueh-Absauganlagen für Spinnmaschinen be kannt, um beim Abreissen des Spinnmaterials, einer Lunte oder eines Fadens, den Antrieb der Spinnmaschine stillzusetzen. Es sind Vor richtungen vorgeschlagen worden, bei denen das abgerissene Spinnmaterial in einen Ab saugkanal gesogen wird und sich auf eine in diesem quer zur Luftströmung angeordnete perforierte Klappe legt.
Diese Klappe, die um eine Achse leicht schwenkbar ist, bewirkt eine gewisse Drosselung des Luftstromes, welche Drosselwirkung sich erhöht, wenn sich ein Bruchteil eines Fadens auf dieselbe legt, was eine gewisse Winkelverstellung der Klappe hervorruft. Diese Bewegung dient dann zur Steuerung der Mittel, welche die Spinn maschine ausser Betrieb setzen. Derartige me chanische Vorrichtungen haben sich in der Praxis als zu langsam und zu unsicher arbei tend erwiesen, da erst nach Ansammlung einer gewissen Menge von Spinnmaterial auf der Klappe ein genügend grosser Überdruck ent steht, um die Schwenkbewegung auszuführen. Ferner führt die nicht zu vermeidende Ver schmutzung solcher perforierter Klappen zu Fehlbetätigungen.
Ausser diesen mechanischen Einrichtungen sind auch optisch arbeitende Schalteinrich tungen bekanntgeworden, bei denen der Ab saugkanal, durch den die Bruchteile des Spinnmaterials hindurchpassieren, an minde stens einer Stelle einen vorwiegend quer zum Luftstrom gerichteten Strahlengang auf weist. Durch Lichtabsorption bzw. Schatten wirkung wird ein lichtempfindliches Organ beeinflusst, das die Anwesenheit von Bruch teilen des Spinnmaterials signalisiert und die Steuerungsmittel der Spinnmaschine zum An sprechen bringt.
Zwar ist die Reaktions geschwindigkeit solcher optischer Schaltein richtungen jener der mechanischen Appara- turen weit überlegen, aber es haben sich andere wesentliche Nachteile gezeigt, so vor allem die Empfindlichkeit gegen Verschmutzung und die unsichere Wirkungsweise bei zerfaser ten Lunten.
Gegenüber diesen bekannten Schalteinrich tungen an Fadenbruch-Absauganlagen ist die Sehalteinriehtung gemäss vorliegender Erfin dung auf einem rein elektrischen Prinzip auf gebaut und zeichnet sieh durch seine Robust heit und sein deutliches Ansprechen aus. Durch weitere Massnahmen kann eine weit gehende Unterdrückung von Fehlbetätigun gen ermöglicht werden. Die Erfindung ist zur Verwendung an allen Maschinen zur Ver arbeitung fadenähnlicher Materialien, insbe sondere für Flyer, Ringspinnmaschinen usw., geeignet.
An Hand der Fig. 1 bis 16 der beiliegen den Zeichnung werden Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes beschrieben.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Fadenbruch- Absauganlage, Fig. 2 eine in der Anlage nach Fig.1 ver wendbare Luftsteuereinriehtimg, Fig. 3 bis 6 schematische Feldlinienbilder zur Erläuterung der Wirkungsweise, Fig. 7 bis 11 verschiedene beispielsweise Ausführungen von Elektrodensystemen, Fig.12 ein Blockschaltbild der Schaltein richtung,
Fig. 13 und 14 zwei beispielsweise Ausfüh rungen der Speisestromkreise für das Elektro- densystem, Fig.15 ein Blockschaltbild der Schaltein- riehtung mit Koinzidenzgerät, Fig. 16 ein aufklappbares Elektroden- System.
Bei der in Fig.1 dargestellten beispiels weisen Fadenbrueh-Absauganlage wird die Spinnmasehine von der Welle 1 durch den Motor 2 angetrieben. Die Rollen 3, welche auf der Welle 4 sitzen, fördern die Lunte, das Garn oder den Faden 5 oder Bruchstücke desselben, im nachstehenden einheitlich mit Faden bezeichnet, zum Flügel 6. Ein sich über die ganze Länge der Spinnmaschine erstrek- kender Luftkanal 7 ist mit Saugdüsen 8 ver- sehen, die hinter den gestreckten Fäden 5 zwischen dem Flügel 6 und der Rolle 3 mün den.
Der Saugkanal 7 ist. mit einem Luft umlenkbogen 10 versehen, der in den Filter kasten 12 mit Filterwand 13 mündet, aus dem der Exhaustor 14, der durch den Motor 15 angetrieben ist, die Luft absaugt. Bei Faden bruch wird der von den Rollen 3 geförderte Bruchfaden 5ca durch die Saugmündung 8 in den Kanal 7 hineingesogen und durch den Luftumlenkbogen 10 in den Filterkasten 12 befördert.
Die Fadenabsaugdüsen 8 können auch durch Saugköpfe mit und ohne Saugrohrstut- zen ersetzt und zusätzliche Staubabsaugöff- nungen vorgesehen werden, falls erwünscht.
Hinter dem Luftumlenkbogen 10, aber vor seiner Einmündung in den Filterkasten 12, ist an mindestens einer Stelle des Absaug- kanals, die von den Bruchteilen des Faden materials z #angläufig passiert werden muss, ein Elektrodensystem 17 -eingebaut, das all seits von den Wandungen des Absaugkanals isoliert, ist und in der hier dargestellten bei spielsweisen Ausführungsform zwei Anschluss klemmen 18 und 19 aufweist.
Der Aufbau des Elektrodensystems und seine Wirkungsweise wird später noch ausführlich dargelegt. Über die Anschlussklemme 18 wird das Elektroden system 17 aus der Spannungsquelle 20 ge speist, und es liefert an seiner Anschluss klemme 19 eine Signalspannung, sobald ein Fadenbruehteil in dasselbe hineingelangt bzw. es passiert. Das vom Faden erzeugte Signal wird im Steuergerät 21 so umgewan delt, dass es über die Leitung 28 das Schalt schütz 27 betätigen kann.
Der Kraftstrom der Anlage wird von einem normalen Drehstromnetz 25 geliefert. Von diesem zweigt eine Leitung 26 ab, die durch den Schalter S von Hand unterbrochen werden kann. Das Schütz 27 ist über die Lei tung 28 mit dem Steuergerät 21 verbunden, ferner führt von ihm eine Leitung 29 zum Motor 2 und eine solche 30 zum Motor 15 des Exhaustors 14. An Spinnmasehinen, auf denen kräftige Fäden gesponnen werden, ist es nicht. notwendig, den Luftstrom abzuschal- ten, während die Spinnmaschine zur Behebung des Bruches stillsteht, so dass der Motor 15 nicht von dem Schütz 27 gesteuert wird.
Da gegen ist dies bei Vorspinnmaschinen erfor derlich, da sonst die Lunte beim Anlaufen vom Luftstrom abgerissen wird. Um dies be stimmt zli vermeiden, kann der Motor 15 um eine einstellbare Zeitspanne, z. B. einige Se kunden, später eingeschaltet werden, zu wel chem Zwecke ein in die Leitung eingeschal tetes Verzögerungsrelais 32 dient.
Falls der Absaligkanal 7 keinen eigenen Absaugmotor 15 aufweist, sondern an eine Sammelleitung angeschlossen ist, was in grö sseren Anlagen vorkommt, dann wird zweck mässigerweise der Luftstrom im Kanal 7 durch eine Klappe unterbrochen, wie in Fig. 2 gezeigt. Auf dem Kanal 7 sitzt ein Rohrstut zen 35, in dem eine Klappe 37 im Kanal 7 und 36 im Rohrstutzen 35 durch die Hebel 38 und 39 sowie die Verbindungsstange 40 miteinander zwangläufig verbinden sind.
Der Hebel 38 ist ferner durch einen Lenker 42 mit einem Hebel 43 verbunden, der um den Bolzen 43a schwenkbar ist. Der Hebel 43 wird durch die Feder 44 nach oben gezogen, und die Klappen 36 und 37 sind derart an geordnet, dass bei stillstehender Maschine die Klappe 36 geöffnet und die Klappe 37 ge schlossen ist, so dass der Luftstrom durch den Stutzen 35 in den Kanal 7 einströmt, wäh rend die Düsen 8 luftstromlos sind. Entgegen der Feder 44 wirkt der Magnet 45, dessen Wicklung an die Leittrog 30 hinter dem Re lais 32 angeschlossen ist.
Wird nun der Motor 2, welcher die Maschine antreibt, eingeschal tet, dann wird über das Verzögerungsrelais 32 der Elektromagnet 45 verzögert eingeschal tet, welcher den Hebel 43 nach unten zieht, wodurch die Klappe 37 geöffnet und die Klappe 36 geschlossen wird, so dass erst wenn der Spinnvorgang läuft, die Saugdüsen 8 wie der in Funktion sind.
-NVerden die Sammelkanäle mehrerer Ma schinen, beispielsweise eines ganzen Saales, zu einer zentralen Stelle geführt, dann spielt das Abschalten eines einzelnen Kanals für die Ge samtluftströmung keine grosse Rolle, so dass im Kanal 7 eine Abschlussklappe 37a vorgese hen werden und der Rohrstutzen 35 mit Klappe 36 in Fortfall kommen kann.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Schalteinrichtung wird nachfolgend näher er läutert. Das Spinnmaterial stellt stets einen mehr oder weniger guten Isolator für elek trische Ströme dar und besitzt. eine merklich verschiedene Dielektrizitätskonstante gegen über Luft.
Befindet sich eine Lunte oder ein Faden aus solchem dielektrischen Material in einem elektrischen Feld, das in einem Luft raum auf beliebige Weise erzeugt wird, so be wirkt das dielektrische Material eine Feld verzerrung und bei geeignetem Feldverlauf eine stellenweise Vergrösserung der Feldstärke durch Konzentration der Feldlinien, die zu Entladungserscheinungen führen kann. Diese Entladungserscheinungen, die im ungestörten Feld nicht auftreten, werden als Mittel zur Anzeige der Anwesenheit von Fadenstücken im Bereich des elektrischen Feldes benützt.
Wird beispielsweise, wie in Fig. 3 schema tisch dargestellt, an zwei zur Zeichnungsebene senkrechte Drähte 50 und 51 eine elektrische Spannung angelegt, so wird ein elektrisches Feld erzeugt, das symmetrisch zu der Verbin dungsgeraden der Drahtachsen verläuft.
Be findet sich, wie in Fig. 4 angedeutet, ein Fa den 53 aus dielektrischem Material im Bereich des elektrischen Feldes, so bewirkt derselbe eine Feldverzerrung, die zu einer Erhöhung der Feldliniendichte an gewissen Stellen führt, vor allem in der Umgebung der Leiterober fläche (wo bereits im ungestörten Feld die Liniendichte am grössten ist) gegenüber dem dielektrischen Faden und längs der Faden oberfläche.
Noch ausgeprägter ist diese Wir kung des dielektrischen Fadens, wenn. dieser, ivie in Fig. 5 angedeutet, die das Feld erzeu genden Elektroden berührt, hier also auf den Drähten 50 bzw. 51 aufliegt. Obwohl wegen des hohen Ohmschen Widerstandes der dielek- trischen Materialien kein direkter Stromüber gang zwischen den Elektroden stattfindet, kann die höhe elektrische Feldstärke,
die an den Berührungsstellen zwischen Faden 53 und Elektrodenoberfläche 50 bzw. 51 sowie längs der Fadenoberfläche herrscht, zu elektrischen Entladungserscheinungen in der diesen Stel len unmittelbar benachbarten Luft führen.
Diese elektrischen Entladungen beim Vor handensein dielektrischer Materialien in elek trischen Feldern sind in der Hochspannungs technik eine bekannte Erscheinung. Herrscht beispielsweise zwischen den metallischen, flä chenhaften Elektroden 54 und 55 der Fig. 6 ein elektrisches Feld und befindet sich der Körper 56 aus dielektrischem Material zwi schen den Elektroden, so tritt bei langsamer Spannungssteigerung zwischen den Elektro den 54 und 55 an mindestens einer der Elek troden, hier beispielsweise an der Elektrode 54,
eine schwach sichtbare Entladungserschei- nung auf, die als Streifenentladung 57 be kannt ist. Bei weiterer Vergrösserung der Feldstärke durch Spannungserhöhung an den Elektroden zeigen sich bläulich leuchtende sogenannte Gleitbüschelentladungen 58, die mit einem prasselnden Geräusch verbunden sind. Eine geringe weitere Feldstärkeerhöhung erzeugt dann rasch aufeinanderfolgende Gleitfunkenentladungen, bei denen die Ent ladungsfunken stets längs der Oberfläche des Isoliermaterials entlanglaufen.
Wird aber bei dieser Spannung an den Elektroden 54 und 55 der dielektrische Körper 56 aus dem Be reich des elektrischen Feldes zwischen den Elektroden weggenommen, so hören diese Entladungserscheinungen sofort auf, und an den Elektroden 54 und 55 selbst verbleibt höchstens, je nach deren Gestaltung, eine schwache, kaum sichtbare Koronaentladung. Es bedarf einer bedeutenden weiteren Span nungssteigerung um mindestens 1001/a oder mehr, um Funkenentladungen durch den Luftraum zwischen den Elektroden 54 und 55 zu bewirken.
Die Ursache für diese längs der Oberfläche von dielektrischen Materialien stattfindenden Entladungen liegt in der Kon zentration elektrischer Feldlinien und der un regelmässigen, faserigen Struktur solcher Oberflächen, die erfahrungsgemäss derartige Entladungserscheinungen begünstigen.
Dabei ist auch von Bedeutung, dass die Entladung selbst immer nur in der Luft stattfindet und nicht im Isoliermaterial verläuft, dieses also auch in keiner Weise angegriffen oder beein flusst wird - irgendwelche Zerstörungen des Isoliermaterials treten immer nur nach län gerer Einwirkung solcher Entladungen auf, und zwar nur durch sekundäre Prozesse ther mischer oder chemischer Natur.
Um diese Entladungserscheinungen zur Anzeige des Vorhandenseins von Fadenbruch stücken benützen zu können, muss also ein elektrisches Feld genügend grosser Feldstärke in einem Raumteil geschaffen werden, durch den die Fadenbruchstücke auf ihrem Weg im Absaugkanal sicher hindurchkommen. Der Verlauf von dessen Feldlinien soll im umge störten Zustand so sein, dass zu grosse Feld stärken vermieden werden, anderseits aber ein längliches dielektrisches Gebilde, wie es ein Fadenbruchstück darstellt, eine möglichst grosse Feldverzerrung bewirkt.
Dazu ist von Wichtigkeit, _dass ein Verlauf der Feldlinien angestrebt wird, der mindestens in Teilen des elektrischen Feldes quer zur Luftströmung gerichtet ist. Für die Dimensionierung der Feldstärke gilt die Regel, dass diese keines falls eine Grösse annehmen darf, die bereits im ungestörten Feld zu Entladimgserschei- nimgen führt, aber immerhin gross genug ist, um bei Anwesenheit von dielektrischen Faden bruchstücken die beschriebenen Entladungen zu verursachen.
Dabei ist nicht notwendig, dass das elektrische Feld zeitlich konstant ist, sondern es können nieder- oder auch hochfre- quente Wechselfelder angewendet werden.
Das Auftreten elektrischer Entladungs erscheinungen muss von geeigneten Organen angezeigt werden. Da erfahrungsgemäss die mit solchen Entladungen verbundenen Licht erscheinungen ziemlich schwach sind, ist deren optische Anzeige unzweckmässig. Da gegen sind solche Entladungen ener giev er brauchende Vorgänge, die bei plötzlichem Auftreten in den das elektrische Feld erzeu genden Spannungsquellen impulsartige Strom- und Spannungsstösse bewirken, welche bei ge eigneter Dimensionierung dieser Quellen eine deutliche Signalisierung ermöglichen.
Dabei können diese Impulse an beliebiger Stelle im Stromkreis des Elektrodensystems abgenom men und als Steuerimpulse verwendet wer den. Ausser solchen Belastungsimpulsen im speisenden Stromkreis bewirken derartige Entladungserscheinungen aber auch ge dämpfte Schwingungen in den an der Ent ladungsstrecke liegenden Stromkreisen. Die Frequenz dieser gedämpften Schwingungen wird durch die Dimensionierung der durch die Entladungen zum Schwingen angeregten Schaltungsteile bestimmt.
Solche Schwingun gen können mit bekannten Mitteln der Hoch frequenztechnik festgestellt werden und- zur Signalisierung dienen.
Es kann mehr als ein Stromkreis zur Er zeugung des elektrischen Feldes vorgesehen werden, so dass ein Fadenbruchstück mit Si cherheit je einen oder mehrere Entladungs impulse in allen verschiedenen Stromkreisen erzeugt und eine Signalisierung nur dann er folgt, -wenn jeder der Stromkreise gleichzeitig solche Impulse aufweist - hierfür ist ein so genanntes Koinzidenz-Prüfgerät erforderlich.
Ferner können aber auch mehrere Gebiete, in denen ein elektrisches Feld herrscht, in ge wissen Abständen längs der Absaugleitung vorgesehen sein und nur dann, wenn in den verschiedenen Speisestromkreisen für diese Felder nicht gleichzeitig die Entladungs- impulse auftreten, eine Signalisierung erfol gen - hierfür wird ein sogenanntes Anti- koinzidenzgerät verwendet.
Mittels derartiger Koinzidenz- oder Anti- koinzidenzanordnungen kann eine zuverläs sige Unterscheidung zwischen echten Signal impulsen und Störimpulsen irgendwelcher Herkunft erzielt werden. Damit wird aber eine bedeutende Betriebssicherheit der Schal tungsanordnung erreicht, wie sie bei andern bekannten Anordnungen bisher nicht erzielt wurde.
Für das Elektrodensystem zur Erzeugung des gewünschten elektrischen Feldes können naturgemäss eine grosse Anzahl verschiedener Bauformen angegeben werden, die je nach Form und Grösse des Querschnittes des Ab saugkanals mehr oder weniger zweckmässig sind. Für einen relativ engen Absaugkanal sind nachstehend einige beispielsweise Aus führungsformen und deren Merkmale be schrieben.
Die Fig. 7 und 8 zeigen die Vorderansicht bzw. einen Längsschnitt eines aus fünf glei chen Metallringen 59 von kreisförmigem Querschnitt bestehenden Elektrodensystems; eingebaut in ein Rohr 60 aus elektrisch nicht leitendem Material. Die Metallringe 59 sind, wie Fig.8 zeigt, wechselweise mit der An schlussklemme 18 bzw. 19 verbunden, an denen die beiden Pole einer geeigneten Spannungs quelle angeschlossen werden. Zwischen je zwei benachbarten Metallringen 59 entsteht dann ein elektrisches Feld mit einem Verlauf der Feldrichtung ähnlich jenem in Fig. 3.
Dabei ist -wichtig, dass die Rohrwandung 60 mit ihrer Innenseite einen genügend grossen Ab stand von der Oberfläche der Metallringe 59 aufweist, damit das dielektrische Material der Rohrwandung 60 keinen merklichen Einfluss auf die Feldverteilung besitzt. Bei Verwen dung glatter und feinpolierter Metallringe 59 kann die Spannung an den Anschlussklemmen 18 und 19 sehr hoch gemacht werden, bis ein Funkenüberschlag im ungestörten Feld statt findet.
Erniedrigt man die Spannung von diesem für Funkenüberschläge erforderlichen Wert etwa auf die Hälfte, so ist sichergestellt, dass solche Funkenüberschläge im ungestörten Feld nicht auftreten können. Dagegen zeigen sich Entladungserscheinungen, sobald ein Fa denbruchstück in Pfeilrichtung das Elektro- densystem innen oder aussen passiert, infolge der Feldverzerrungen, die weiter oben an Hand der Fig.4 und 5 erläutert wurden.
Grundsätzlich sollte die Spannung an den Anschlussklemmen 18 und 19 möglichst hoch gewählt werden, jedoch hängt die zulässige Höhe vom Ringquerschnitt und dem klein sten Abstand benachbarter Ringelektroden 59 ab, sowie davon, ob Gleichspannung oder nie der- bzw. hochfrequente Wechselspannung verwendet wird. Für das richtige Funktionie ren dieser und ähnlicher Elektrodenformen ist von grundsätzlicher Wichtigkeit, bei deren Befestigung innerhalb des isolierenden Rohres 60 dafür Sorge zu tragen, dass die in Fig.8 mit 61 bzw.
62 bezeichneten Punkte verschie denen Potentials längs der Innenwandung des Rohres 60 einen Abstand aufweisen, der ein Vielfaches der gegenseitigen Elektroden abstände in axialer Richtung beträgt. Wird diese Vorschrift nicht beachtet, so treten bei Spannungssteigerung keine Funkenüber schläge zwischen den Elektroden auf, sondern Gleitfunkenentladungen längs der Innenwan dung des Rohres 60.
An Stelle der Metallringe 59 können in einem Elektrodensystem nach Fig. 8 auch sternförmige Metallteile 63 verwendet werden, die in Fig. 9 schematisch dargestellt sind, oder konzentrische, gegeneinander abgestützte Me- tallrohrstücke 64, wie sie beispielsweise Fig.10 zeigt.
Nährend bei dem Elektrodensystem nach Fig.8 bis 10 die optimale Wirkung erzielt wird, wenn ein Fadenbruchstück in gestreck ter Lage mit dem Luftstrom das Elektroden system passiert, ist ein Elektrodensystem der in Fig.11 schematisch dargestellten Bauweise dann besonders wirksam, wenn das Faden bruchstück teilweise quer zur Strömungsrich tung oder verknäuelt eintrifft.
Als Elektroden sind hier flache Metallstreifen 65 parallel zueinander angeordnet, wechselweise mit -den Anschlussklemmen 18 und 19 verbunden und quer mir Luftströmung in den Absaligkanal eingebaut. Die Spannung wird an den An schlussklemmen 18 bzw. 19 zugeführt und er gibt ein elektrisches Feld, dessen Feldlinien innerhalb des Elektrodensystems senkrecht zu den Elektrodenoberflächen verlaufen, aber an den Ober- und Unterkanten nach oben bzw. -unten ausgebaucht sind.
Legt sieh ein Faden bruchstück aus dielektrischem Material quer auf die Elektrodenstreifen, so bewirkt es an deren Kanten eine Feldverzerrung und Feld stärkevergrösserung, die zu Entladungserschei nungen führt. Das Fadenbruchstück wird hier aber aufgehalten und vom Luftstrom nicht weitertransportiert. Auch bei dieser Bauform des Elektrodensystems muss bei der Befestigung der einzelnen Metallstreifen das Auftreten von Gleitfunken längs der Innen- Wandung des Absaugkanals vermieden wer den.
Die analoge Wirkung wie bei dem Elektro- densystem nach Fig.11 lässt sich mit Rind stäben an Stelle der Metallstreifen 65 erzielen. Ferner ist es bei dieser Bauweise zweckmässig, zwei gleichartige Elektrodensysteme dicht hin tereinander im Absaugkanal einzubauen, aber die Richtung der einzelnen metallischen Elek troden gegeneinander um 90 zu drehen.
Eine beispielsweise Zusammenschaltung der drei wesentlichen Teile der Schalteinrichtung zeigt das Blockschema nach Fig.12. Das Elek- trodensystem 17 mit seinen Anschlussklemmen 18 und 19 ist dabei entsprechend Fig. 8 aus gebildet, es kann aber auch irgendeine andere Ausführungsform verwendet werden. Das Elektrodensystem 17 wird über ein Netzwerk 66 von der Spannungsquelle 67, die hier ein seitig auf Erdpotential liegt, gespeist. Die Anschlussklemme 19 liegt über ein weiteres Netzwerk 68 an Erde.
Am Punkt 69 wird die am Netzwerk 68 auftretende Signalspannung abgenommen und dem Steuergerät 21 zuge führt, das aus einem Netzwerk 70, einem Verstärker 71 und Impulsgerät 72 besteht.
Ein Schaltbild für eine beispielsweise Aus- führung der Baugruppen 66, 67 und 68 der Fig.12 ist in Fig.13 dargestellt, in der das Elektrodensystem 17 der Einfachheit halber als Funkenstrecke angedeutet ist. Die Span nungsquelle 67 liefert Gleichspannung über das aus den Widerständen 73 und 74 sowie den Kondensatoren 75 und 76 bestehende Netzwerk 66 an die Anschlussklemme 18 des Elektrodensystems 17, an dessen Anschluss klemme 19 der Widerstand 77 den Entla dungsstromkreis schliesst. Der Widerstand 73 dient nur dazu, um die übrigen Schaltele mente des Netzwerkes 66 von der Gleichspan nungsquelle 67 zu entkoppeln.
Durch den Kondensator 75 und den Widerstand 74 wird eine Entladezeitkonstante für die Spannungs. quelle realisiert, die eine Dauerentladung über das Elektrodensystem 17 verhindert und in eine Impulsfolge auflöst.
Der Kondensator 76, der auch die unvermeidliche Zuleitungskapa- zität verkörpern soll, ermöglicht, die Inten sität der einzelnen Entladungen in einem ge wissen Bereich zu beeinflussen. Findet in der angegebenen Schaltung eine Entladung statt, so entsteht am hochohmigen Widerstand 77 ein Spannungsimpuls, der an der Anschluss klemme 69 erscheint. Bei geeigneter Dimen- sionierung des Netzwerkes 66 kann auch eine niederfrequente Spannungsquelle 67 verwen det werden.
Eine andere beispielsweise Ausführung der Baugruppen 66, 67 und 68 der Fig.12 ist in dem Schaltbild nach Fig.14 wiedergegeben. Durch die überbrückung des Widerstandes 74 mittels des verhältnismässig kleinen Kon- densators 78 und die Indaktivität 79 wird ein Schwingkreis gebildet, der durch Ent ladungen im Elektrodensystem 17 zu ge dämpften Schwingungen angeregt wird, die am Anschluss 69 eine oszillierende Spannung ergeben.
Das Steuergerät 21 mit dem Netzwerk 70 zur Festlegung des Fr equenzdur chlassberei- ehes, dem Verstärker 71 zur Amplitudenver- stärkung der Signalspannung und das Im pulsgerät 72 zur Umformung der Signalspan nungen in Steuerimpulse der erwünschten Stromart und Intensität, enthält nur bekannte Baugruppen und entspricht dem Stand der Technik, so da.ss sich eine Beschreibung erüb rigt.
Je nach Art der am Anschluss 69 entste henden Signalspannung bedürfen Durchlass- bereich und Verstärkungsgrad des Steuer gerätes 21. einer entsprechenden Modifikation, um über die Leitung 28 dem Schütz 27 die erforderlichen Steuerimpulse zu liefern.
Eine beispielsweise Ausführung der Schalt einrichtung gemäss der vorliegenden Erfin dung unter Verwendung eines Koinzidenz ; Prüfgerätes zeigt das Prinzipschema der Fig.15, wieder in Verbindung mit einem Elektrodensystem entsprechend Fig. 8, ohne aber hierauf beschränkt zu sein. Das Elek- trodensystem wird über seine Anschluss klemme 18 und ein Netzwerk 66 aus der Span nungsquelle 67 gespeist.
Gegenüber der Aus führungsform nach Fig.12 weist das Elek- trodensystem hier aber zwei Klemmen 19a und 19b auf, die je mit der Hälfte der nicht an der Anschlussklemme 18 liegenden Elek troden in der-gezeichneten Weise verbunden sind. Das Elektrodensystem 17 stellt hier gewissermassen zwei ineinandergeschachtelte Elektrodensysteme dar, deren Klemmen 18 miteinander verbunden, deren Klemmen 19a bzw. 19b aber einzeln beibehalten sind.
Der Entladestromkreis der Anschlussklemme 19a ist über das Netzwerk 68a geschlossen, der jenige der Anschlussklemme 19b entsprechend über das gleichartige Netzwerk 68b.
Tritt im Elektrodensystem eine Entladungserschei nung auf, an der sowohl der Entladestrom- kreis über das Netzwerk 68a wie auch jener über das Netnverk 68b beteiligt ist, so ent stehen gleichzeitig Signalspannungen gleicher Art an den Punkten 81 bzw. 82, und ein Koinzidenz-Prüfgerät 80 kann die Gleichzei tigkeit feststellen und den Signalspannungen den Weg zur Anschlussklemme 69 des Steuer gerätes 21 freigeben.
Irgendwelche Impulse oder Signale, die nicht gleichzeitig an den beiden Klemmen 81 und 82 vorhanden sind, können das Koinzidenzgerät 80 nicht zum An sprechen bringen, Lund der Weg zur Anschluss klemme 69 des Steuergerätes 21 bleibt ihnen versperrt, so dass keine Betätigung der Schalt einrichtung möglich ist.
Eine solche Koinzidenz-Anordnung setzt natürlich voraus, dass durch Fadenbruch stücke in einem Elektrodensystem, wie es in Fig. 15 angedeutet ist, tatsächlich Entla dungserscheinungen stattfinden, die beide Entladungsstromkreise beeinflussen. Dies kann aber bei einem Elektrodensystem von geringer axialer Ausdehnung relativ zur Länge eines Fadenbruchstückes als weit gehend sicher gelten, wenn auch nicht im ersten Augenblick des Eintreffens eines sol chen Fadenbruchstückes, so doch unmittelbar anschliessend.
Gegebenenfalls kann das Koin- zidenz-Prüfgerät auch mit einem einstellbaren Impulsspeicher versehen werden, um den goinzidenzbereich zeitlich erstrecken zu kön nen. Sämtlichen beispielsweisen Elektrodenbau- formen nach Fig. 8 bis 11 ist gemeinsam, dass die an den Anschlüssen 18 bzw. 19 ange schlossenen beiden Elektrodengruppen minde stens in einer Richtung ohne gegenseitige Be rührung voneinander entfernt werden können.
Dies ist auch bei allen andern möglichen Elek- trodenbauformen durch geeignete Elektroden halterungen stets zu erreichen und aus be trieblichen Gründen von Wichtigkeit. Es kann bei der Anwendung der erfindungsgemässen Schalteinrichtung durchaus vorkommen, dass Fadenbruchstücke, die zu einem Ansprechen der Schalteinrichtung geführt haben, im Je weiligen Elektrodensystem hängenbleiben.
Die Tatsache, dass dann- die Wiederinbetriebnahme der Maschine nicht möglich ist - weil das Fadenbruchstück ständig weitere Entladungs erscheinungen im Elektr odensystem auslöst -, zeigt das Vorhandensein von Teilen des Spinnmaterials im Elektrodensystem an. Um solche Teile einfach entfernen zu können, werden die Elektrodensysteme aufklappbar konstruiert, wie beispielsweise in Fig.16 sche matisch dargestellt.
Hierbei wird das Elektro- densystem, das hier beispielsweise in der Bau- art nach Fig. 11 angegeben ist, in einen recht eckigen Absaugkanal 83 eingebaut, der im Längsschnitt dargestellt ist. Die eine Wan dung desselben weist eine Klappe 84 auf, die auf einem Isolator 85 aufgebaut, die eine Gruppe 65a, von Elektroden trägt, die mit der Ansehlussklemme 18 verbunden sind. Die andere Gruppe 65b von Elektroden ist auf dem Isolator 86 montiert und mit der An schlussklemme 19 verbunden.
Im Betriebs zustand ist die Klappe 84 geschlossen, und die beiden Elektrodengruppen bilden ein Elek- trodensystem, wie es schematisch Fig. 11 zeigt. Wird vom Luftstrom, der in Pfeilrichtung durch den Absaugkanal geführt ist, ein Fa denbruchstück auf dem Elektrodensystem zu rückgelassen, so kann dieses - wobei die Ma schine abgeschaltet ist - durch Öffnen der Klappe 84 leicht beseitigt werden. Ein Tür kontakt 87 bewirkt dabei, dass die am Elek- trodensystem 65a, 65b liegenden Betriebsspan nungen unterbrochen werden.
Eine ähnliche Konstruktion des Elektro- densystems, aus mindestens zwei auseinander klappbaren Teilen bestehend, lässt sich für alle andern beschriebenen Elektrodensysteme verwirklichen.