Vorrichtung zum Messen der Fadenspannung beim Abwickeln eines Garnwickels
Vorliegende Erfindung bezieht sieh auf eine Vorrichtung zum. Messen der Fadenspan- nung beim Abwickeln eines s Garnwickels, mit Mitteln zum Halten des Wickels und zum Abziehen des Garnes mit einer gleichm##igen Geschwindigkeit.
Bekanntlieh ist die Überprüfung der momentanen Schussfadenspannung bei der Herstellung von Webwaren hoher Qualität sehr wichtig. Es ist ferner bekannt, dass be trächtliche Unterschiede in der Fadenspan nung auftreten, wenn der Sehussfaden durch den Schiitzen gelegt wird. Anderungen in der momentanen Fadenspannung beim Abwickeln von andern Garnwickeln als den Sehussfaden- wiekeln treten auch in andern Zweigen der Textilindustrie auf.
Es sind nun Messvorriohtungen bekannt, mit denen die momentane Garnspannung beim Abwickeln von einem Garnwickel gemessen wircl, wie beispielsweise von dem im Se-hützen liegenden Kotzer. Bei diesen Vorriehtungen setzt man voraus, dass die Messungen, welche an einem stationären Garnwickel erfolgen, von dem das Garnmitkonstanter, linearer Ge schwindigkeit abl#uft, ein richtiges Ma# f#r clie Spannungen sind, welche während des tat s#chlichen Webvorganges auftreten können.
Diese bekannten Vorrichtungen messen mo- mentane Spannungen, wel, che aus versehiede- nen Ursachen resultieren, inclusive dem Abwickelwiderstand, der Wirkung versehiedener Zugvorrichtungen und des Widerstandes des Schützenauges. Bei der Verwendung dieser Vorrichtungen hat sich gezeigt, da# die Fadenspannung beim Abwickeln des in einem Schützen lieg, enden Kotzers sich mit dem Fortschreiten des Windungsablaufes ändert, und beständig zunimmt, wenn der Abwickel- vorgang sieh dem Wickelgrunde nähert.
Infolge der sehnellen, periodischen Schwankun- gen, die beim Abwickeln der Windungen auftreten, mu#ten bisher komplizierte und ver hältnismässig kostspielige Anzeige-oder Auf- zeichnungsvorrichtungen verwendet werden.
DerartigeVorrichtungenzumMessen der Abwiekelspannungsind mehr für Labo- ratorien oder wissenschaftliehe Untersuchun- gen geeignet als f#r den allgemeinen Gebrauch in Webereien oder Spinnereien. Die Erfindung bezweckt demgegenüber die Schaffung einer Vorrichtung, welche nur den Mittelwert der Abwickelspannung angibt.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist zu diesem Zweck gekennzeichnet dureh ein federndes Befestigungsmittel aufweisendes K#rpersystem, das eine kleinere Eigenfre quenz aufweist als die Frequenz der beim Abwiekeln auftretenden Spannungsschwankun- gen und durch Mittel zum Anzeigen der Verlagerung des Körpersystems beim Abziehen, das Ganze derart, dass die jeweilige Anzeige der Verlagerung den Mittelwert der Abwik- kelspa. nnung des Fadens angibt.
Der Ausdruek Mittelwert ist vorstehend benutzt, um den mittleren Wert der Abwickel- spanm ohne R#cksicht auf die sehnellen, periodischen Spannungsschwankungen beim Windungsablauf zu definieren.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist schematiseh ein Ausführungsbeispiel einer erfin dungsgemässen Vorrichtung zum Messen der Fadenspannung beim Abwickeln eines Garn- wickels im Sehaubild veransehaulieht.
Die auf der Zeiehnung dargestellte Vorrichtung zum Messen der Abwickelspannung eines aus einem Schützen austretenden Schuss- fadens weist einen wiegenförmigen Halter a für den Sehiitzen auf, auf dessen Boden a1 der Schiitzen ruht. Dieser Halter hat eine Stirnwand a2, gegen die sich die Nase des Sch#tzen legt. Der Halter sitzt an zwei parallel verla-ufenden Stahlbändern b, deren obere Enden durch eine ortsfeste Querschiene c verbunden sind. Das ganze Korpersystem kann vor einer vertikalen Fl#che, z. B. Wand fläche, aufgehängt werden, wobei es wie ein Pendel nach unten hangt und parallel der Wand hin und her schwingen kann.
Das Hinund Hersehwingen ist teils durch die Federkraft der Stahlbänder b, aber haupts#chlich durch die Schwerkraft bedingt. Die Stahlbänder b sind fest mit dem Halter a und der Quersehiene c verbunden und erzeugen bei stärkerem Aussehwingen des Halters eine wachsende Widerstandskraft. Durch diese feste Verbindun, g sind innere Reibungswider st#nde beim Schwingen vermieden und ist eine praktisch parallele Halterbewegung ge währleistet.
An der Unterseite des Halters sitzt eine feingezahnte Ratschenschiene d. Hierf#r kann ein S#geblatt einer Metallsäge verwendet werden. An der vertikalen Wand ist eine Rücken- platte e befestigt, die eine ililinke f trägt, welehe dureh die Schwerkraft oder eine schwache Feder gegen die Ratschenschiene gedrüekt wird. Die Anordnung der Sehiene und der Elinke zueinander ist derart, dass der Halter sieh nur in Richtung des Garnzuges, das heisst nach der reehten Seite der Zeichnung, versehieben kann.
Am Halter ist ein Zeiger g befestigt, dem eine geeichte Skala h zugeordnet ist, die an der Riiekenplatte sitzt und ein Ablesen der Kraft gestattet, die f#r die Versehiebung benotigt wird.
Neben der beschriebenen Vorrichtung ist eine Abwickelvorriehtung angeordnet,, welche unterschiedliehe Geschwindigkeiten ermöglicht und durch welche das Garn von dem Schützen in waagrechter Richtung md parallel der Vertikalebene mit jeder gewünseh- ten, gleichmässigen Geschwindigkeit abgezogen werden kann. Diese Abwickelvorrichtung besteht aus einem Elektromotor i, der verschiedene Geschwindigkeitsstufen hat und eine Trommel j aufweist, auf die das Garn aufgewickelt wird. Ferner ist eine feststehende Garnf#hrung k vorgesehen. In der Praxis kann aber auch eine verschwenkbare Garn fiihrung angeordnet sein, die eine gleich m##ige Wickelgeschwindigkeit gew#hrleistet.
Die Abwickelspannung verschiebt den Halter a aus seiner normalen Stellung nach rechts in eine neue Lage, in der sie durch die Schwerkraft und die Federkraft der Stahlbänfder b ausbalaneiert wird. Ein Zurückbewegen des Halters wird durch das Rat seheng, esperre d, f verhindert. Die Versehie- bung des Halters, die jedesmal durch den Zeiger g, der über die Skala. 7t läuft, angezeigt wird, ist eine Funktion der Versehiebe- kraft. Die Vorrichtung spricht nicht auf die schnellen, periodischen Spannun. gsä. nderungen beim Windungsablauf an, zeigt aber bei jeder Abwickelstufe den Mittelwert der Abwiekelspannung an.
Zu diesem Zweek ist die Vorrichtung so gebaut, dass das Korpersystem eine kleinere Eigenfrequenz hat als die Fre quenz der Spannungsschwankungen, die beim Windungsablauf auftreten. Das Ratschenge- sperre d, f verhindert andere zuf#llige Schwingungen der Vorrichtung und ermög- licht gleichzeitig das Anzeigen der Mittelwerte jeder gleichbleibenden oder gleichm##ig zunehmenden Spannung.
Die beschriebene Vorrichtung hat folgende Vorteile :
1. Sie gibt Hinweise fiir den Aufbau der innern Einrichtung der Schiitzen, deren Innenwände mit Pelz oder Lammwolle versehen werden müssen, und sie gestattet, die Wirkung des Belages zu prüfen, um so das Abwickeln eines fortlaufenden Fadens oder stark gezwirnter Garne beeinflussen zu können.
2. Sie sehafft Mittel zum Gleichmachen der Abwiekelspannungen der versehiedenen Schützen von Meihrschützenwebstühlen oder der Schützen von versehiedenen Webstiihlen, die ein ähnliches Gewebe erzeugen sollen.
3. Sie verhilft zu Informationen über Än- derungen der Abwiekelspannung, welche bei Änderungen der Lage der Schützenaugen auf- treten, die mit Spannern versehen sind.
4. Sie ermöglicht. allgemein die Anord nung von Mitteln zum Gleichhalten der Abwickelspannungen.
Bei einer abgeänderten Ausführungsform ist an dem federnd befestigten Körpersystem statt des Wickelhalters eine Fadenumlenkrolle vorgesehen, die den Faden annähernd um 180 umlenkt und sich zwischen dem ortsfesten Wickel und den ortsfesten Abwiekelmitteln befindet, so dass der Körper gegenüber der resultierenden Kraft der Spannung in beiden Fadentrumen federnd ausbalanciert ist.
Die dargestellte und beschriebene Ausfüh- rungsform oder eine andere kann auch zum Messen der Abwickelspannung eines andern Wickels verwendet werden, wie z. B. der einer Spulte einer Schützen-Nähmaschine.