Getriebe an Motorrädern Das Hauptpatent betrifft ein Getriebe an Motorrädern mit mindestens zwei vom Fahrer schaltbaren Gängen, welches sich gemäss dem Patentanspruch dadurch auszeichnet, dass der kleinere Gang eine Freilaufkupplung enthält, während der grössere Gang durch eine will kürlich ein- und ausrückbare Kupplung unter Überbrüclkung der Freilauflkupplung einschalt bar ist.
Dieses Getriebe ermöglicht es nicht, dass die Antriebsverbindung zwischen Motor und Fahrzeugrad gelöst werden kann, wie dies oft erwünscht wäre.
Die zusätzliche Erfindung schlägt nun vor, dass zwischen die Abtriebswelle und ein Ab triebsrad zum Antreiben des Fahrzeugrades eine ausrückbare Reibungskupplung einge schaltet ist, welche die Antriebsverbindung zwischen Motor und Fahrzeugrad zu lösen ge stattet. Mit dieseln Getriebe können die Vor teile der einfachen, billigen und raumsparen den Bauart und die leichte Bedienbarkeit er halten bleiben, und es ist ausserdem nunmehr möglich, den Motor beim Halten weiterlaufen zu lasen und das Fahrzeug mit laufendem oder stehendem Motor in beiden Richtungen zu schieben.
Wegen der Anordnung der Kupplung hin ter den Getriebegängen hat sie auch den nicht zu umterschätzenden Vorteil, dass sie nur mit verhältnismässig niedriger Drehzahl läuft. Dieser Vorteil wird augensheinlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Leichtfahrzetig- Motoren heute mit Drehzahlen bis zu 7000 Umndrelhungen pro Minute laufen. Die Dreh zahl hinter den Getriebegängen kann dagegen bei rund 1500 Umdrehungen pro Minute lie gen.
Zweckmässig ist eine Tretkurbelwelle über eine Freilaufkupplung mit einer der die Ge trieberäder tragenden Wellen an einer Stelle verbunden, die sich in Richtung des Kraft flusses vom Motor zum Fahrzeugrad hin vor der Reibungskupplung befindet.
Ist die Tretkurbelwelle als zweikurbelige Pedalantriebswelle ausgebildet, so kann das Fahrzeug bei eingerückter Reibungskupplung ohne Motorkraft fortbewegt oder der Motor kann durch Treten unterstützt werden, es kann aber auch der Motor bei ausgerückter Reibungs kupplung im Stillstand des Fahr zeuges durch Niedertreten des einen oder an dern Tretkurbelarmes über die Gangkupplung angeworfen werden. Dies ist bedeutend mühe loser als das für Motorfahrräder allgemein übliche Ingangsetzen des ganzen Fahrzeuges mit Hilfe der Pedale, obwohl natürlich auch diese Startmögliehkeit nach wie vor bei einge rückter Reibungskupplung besteht.
Die Tretkurbelwelle kann aber mich als einkurbelige Kickstarterwelle ausgebildet sein, was auf ein Motorrad mit normaler Fussrasten- ano:rdnimg hinführt,. Für das Starten dass Motors. ist .dann wiederum die ReibungskLipp- limg auszurücken und die Gangkupplung In der Zeichnung ist. ein AusführLuigsboi- spi:
el der Erfindung dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 das Getriebe am Motorrad schema tisch in Seitenansicht, Fig. 2 einen horizontalen Schnitt durch das Getriebe und Fig. 3 einen senkrechten Schnitt durch eine Ausführungsform der Reibungskupplung. Wie Fig. 1 zeigt, ist am Rahmen 1 des Fahrzeuges ein in sich geschlossener Motor getriebeblock 2 aufgehängt. Dieser umfasst den Motor und das Getriebe. Auf der Ab triebswelle des Getriebes befindet sich die aus rückbare Reibungskupplung 3, welche das Ab triebskettenrad 4 mit, der Getriebewelle kup pele. Das Abtriebskettenrad 4, die Kette 5 und das hintere Kettenrad 6 übertragen die Kraft auf das hintere Fahrzeugrad 7.
Im einzelnen ist beim Getriebe die Kurbel- wedle 8 im Getriebegehäuse 9 drehbar gelagert. Auf ihr ist, die Verzahnung zweier Ritzel 10, 11 eingeschnitten. Mit diesen stehen die Ge genzahnräder 12 und 13 in dauerndem Ein griff, welche von der Getriebeabtriebswelle 14 getragen werden. Das Gegenrad 12 des kleinen Ganges steht mit der Abtriebswelle 14 durch eine Freilaufkupplung 15 in Verbindung, wel che die Antriebskraft vom Gegenrad 12 auf die Welle 14 lediglich in der Vortriebarich- tung überträgt. Das Gegenrad 13 des grossen Ganges ist durch eine unter Federkraft ste hende Spreizkupplung 16 mit der Abtriebs welle gekuppelt.
Diese lässt sich mit Hilfe der abgeflachten Steuerwelle 17 -durch Bewegen des Druckbolzens 18 nach links ausrücken. Diese Kupplungen ermöglichen ein stossfreies Schalten, wobei bei ausgerückter Kupplung 16 der kleine Gang über die Freilaufkupplung 15 eingeschaltet ist.
Mit der Abtriebswelle 14 ist noch ein Rit zel 19 starr verbunden, mit dem das Zahnrad 20 eines Vorgeleges kämmt, dessen zweites Zahnrad 21 in Eingriff mit dem Zahnrad 22 steht, mit welchem die Tretkurbelwelle 24 durch eine Freilaufkupplung 23 in Vortriebs richtung gekuppelt ist. Auf ihren über das Getriebegehäuse 9 hinausragenden Enden sind beiderseits die Tretlkurbelarme 25 aufgekeilt. Schliesslich ist das auf der Abtriebswelle 14 an sich lose laufende Kettenrad 4 durch die ausrückbare Reibungskupplung 3 mit der Welle gekuppelt.
Nach Fig.3 weist die Reibungslkupplung auf dem Konus 26 der Abtriebswelle 14 eine abgesetzte Mitnehmerbuchse 27 auf, die durch die Mutter 28 unverdrehbar aufgepresst ist. In ihrem erweiterten Teil ist die Mitnehmer buchse 27 mit Schlitzen 29 versehen, in wel che in bekannter Weise ausgeführte, metallene Lamellen 30 mit nach innen gerichteten Mit nehmernasen eingreifen. Zwischen den Metall- lamellen 30 liegen wie üblich Korklamellen 31, die mit, ihren nach aussen gerichteten Mitneh mernasen in Schlitze 32 des mit, demn Abtriebs kettenrad 4 vereinigten Kupplungskorbes 33 eingreifen. Das Kettenrad 4 mit dem Kupp lungskorb 33 läuft lose auf dem nebenartigen Abschnitt der Mitnehmerbuchse 27.
Es ist darauf durch einen Sprengring 34 gegen Längsverschiebung gesichert. Die Lamellen 30, 31 stützen sich nach aussen (d. h. in der Zeich nung nach links) auf einen zweiten, von der Mitnehmerbuchse 27 getragenen Sprengring 35.
Das La-mellenpaket ist durch die zentral angeordnete Schraubenfeder 36 belastet, die über einen mit zentralem Vorsprung 37 ver sehenen Federfänger 38 auf eine Spinne 39 einwirkt. Diese Spinne 39 greift:
mit ihren zunächst parallel zur Achse geführten und dann nach aussen gebogenen Beinen 40 durch die Schlitze 29 hindurch hinter das Lamellen- paket, auf welches sie über einen Draekring 41 die Federkraft überträgt. Dieser ist zweek- mässig mit den aufgebogenen Enden der Beine 40 durch Löten oder Schweissen verbunden.
Im Gehäuse 9 ist noch der Lagerbock 42 ein geschraubt, an dessen Auge 43 der Ausrück- hebel 44 für .die Kupplung angelenkt ist. Für dessen Betätigung ist ein Bowdenzug 45 an geordnet. In .der Ruhestellung, .d. h. bei einge rückter Kupplung, liegt der Hebel. 44 etwa au seiner Mitte gegen den Vorsprung 3 7 des Federfängers 38 mit. verhältnismässig leichtem Druck an.
Zum Ausrücken der Kupplung wird der Hebel 44 vom Bowdenzug nach rechts gezogen und drückt über den Federfänger 38 die- Fe der 36 zusammen, wodurch die Lamellen 30, 31 entlastet werden -und der Reibungsschluss zwischen ihnen gelöst wird.
Abgesehen von den Vorteilen, welche das vorbeschriebene Wechselgetriebe an sich bietet und die trotz der Kupplung 3 zwischen der Abtriebswelle 14 und dem Kettenrad 4 vor handen sind, ermöglicht die Kupplung, das Fahrzeug mit laufendem Motor anzuhalten oder es mit stillstehendem oderlaufendem Mo tor sowohl vorwärts als auch rückwärts zu schieben. Die verhältnismässig niedrige Dreh zahl, mit der die Kupplung 3 umläuft, ge währleistet eine zuverlässige Funktion der Kupplung und ermöglicht eine einfache, raum sparende Bauart.
Des weiteren erlaubt die Kupplung dass Anwerfen des Motors bei stillstehendem Fahr zeug mittels des Pedals. Hierza russ die Kupp lung 3 ausgerückt werden, so dass die Verbin dung zwischen dem Motor und dem Fahrzeug rad 7 unterbrochen ist. Ferner ist der grosse Gang einzuschalten. Nun wird der eine oder andere gerade in geeigneter Stellung befind liche Tretkurbelarm 25 energisch niedergetre ten. Dadurch wird die Motorkurbelwelle S über den grossen Gang in Drehung versetzt und der Motor springt an.
Nun hat der Fah rer noch die Wahl, ob er zum Anfahren so fort (natürlich unter entsprechendem Gas geben) die Kupplung 3 einrücken lassen oder ob er - was vorzuziehen ist - vorher noch durch Ausrücken der Sp reizringkupplung 16 den kleinen Gang für das Anfahren einschal- ten will.
Nach wie vor ist es natürlich möglich, das Fahrzeug auch zu starten, indem es bei einge rückter Reibungskapplung 3 und gelöster Gangkupplung 16 in Gang gesetzt und her nach durch Einrücken der Kupplung 16, das heisst durch Einschalten des grossen Ganges, der Motor angeworfen wird. Auch kann wei terhin das Fahrzeug bei stillstehendem Motor durch Treten fortbewegt werden und schliess lich auch der Motor bei eingerückter Reibungs kupplung 3 in beiden Gängen durch Treten unterstützt werden.
Die Tretkurbelwele 24 mit den beidersei tigen Armen 25 kann durch eine einfache Kick- starterwelle ersetzt und dazu das Fahrzeug in der Art eines gewöhnlichen Motorrades mit festen Fussrasten oder dergleichen ausgestattet sein. Für das Anwerfen des Motors ist dann ebenfalls die Reibunglkupplung 3 auszurücken und die Gangkupplung 16 einzurücken.