CH321613A - Verfahren zum trockenen Pulverisieren von Polyäthylen - Google Patents
Verfahren zum trockenen Pulverisieren von PolyäthylenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
Verfahren zum trockenen Pulverisieren von Polyäthylen
Vorliegende Erfindung bezieht sieh auf ein Verfahren zur Pulverisiernng von Polyäthy- len.
Es ist bekannt, dass staubformiges Poly äthylen zur Auskleidung von Metalloberflächen zwecks Korrosionsschutz Anwendung findet.
Um diese Auskleidungen vorzunehmen, wendet man das Flammspritzverfahren mit der gleichen Technik wie jene des Flammspritzverfahrens für Metalle an, oder man streut das Pulver auf die auszukleidende warme Oberfläehe und erhöht dann die Temperatur, bis das Polyäthylen schmilzt und einen sehützenden glatten und zusammenhängenden Film bildet.
Es ist auch bekannt, dass Polyäthylen, wie fast alle plastischen Massen, in trockenem Zustand mit normalen Mahlvorrichtungen kaum in ein sehr feines Pulver verwandelt werden kann, da die durch die Reibung erzeugte Wärme das Material schmilzt, bevor es in Pulver verwandelt wird, ein Umstand, der durch das geringe Wärmeleitungsvermogen des PolyÏthylens gefördert wird. Ein für das Mahlen von Polyäthylen angewandtes Verfahren ist dessen Kühlung auf eine stark unter 0 C liegende Temperatur, z. B. durch Bespritzen mit flüssigem Stickstoff (-170¯C), wodureh das Polyäthylen starr und spröde wird, bevor es vermahlen wird. Man erhält so aber nur eine grobe Körnung, und das Verfahren ist unwirtschaftlich.
Nach einem aus der Literatur bekannten Verfahren erhält man pulverförmiges Poly äthylen, indem man in einem Lösungsmittel, wie Lösungsbenzin oder Xylol, bei einer Temperatur von über 70 C 10%ige Lösungen herstellt. Lässt man diese Lösung abkühlen, so fällt das Polyäthylen als ganz feines Pulver aus. Das durch Filtrieren erhaltene Pulver enthält einen sehr starken Prozentsatz (bis 50 /o) an absorbiertem Lösungsmittel, und die Trocknung muss bei kontrollierter Temperatur und unter Mahlung erfolgen, da das Pulver beim Trocknen zum Zusammenballen in harte Körner neigt.
Eiw weiteres aus der Literatur bekanntes feuehtes Verfahren, die Pulverisierung von Polyäthylen, besteht in der Erwärmung des Materials bis zur Schmelztemperatur, wobei eine gewisse Wassermenge oder eine andere nichtlösende Flüssigkeit beigemischt wird.
Wird das Material bis zu einer Temperatur abgekühlt, bei welcher es biegsam wird, und dann einer mahlenden Kraft unterworfen, so verwandelt es sich in lange dünne Fasern, welche, um in Pulver umgewandelt zu werden, bei einer höheren Temperatur als der vorausgehenden, einem mechanischen Mahlvorgang unterworfen werden müssen, immer in Gegenwart der genannten Flüssigkeit.
Auch dieses Verfahren ist langsam und kompliziert, da die Kontrolle der Kühlung und des Druekes wÏhrend den zwei Phasen des Verfahrens schwierig. ist.
Es wurde nun gefunden, dass sich Poly äthylen auf einfaehe und wirtschaftliche Weise durch ein trockenes Mahlverfahren in ein feines Pulver verwandeln lässt.
Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man Polyäthylen bei einer Temperatur zwisehen 50 C und dem Sehmelzpunkt des Polyäthylens mechanisch bearbeitet, bis die Kohäsion stark herabgesetzt ist, ohne dass dabei Depolymerisation eintritt, worauf man das Polyäthylen vermahlt.
Bevorzugt wird eine Arbeitstemperatur zwischen 70 und 110¯ C, je naeh der Mole kulargrösse des verarbeiteten Polyäthylens.
Wenn zum Beispiel das Polväthylen in einer ersten Behandlungsphase durch einen Vlischer mit zwei naheliegenden Zylindern geschickt wird, deren Temperatur in den obengenannten Grenzen gehalten wird, so wird nach drei-bis viermaligem Durchgang bei einem Zeitaufwand von 2 bis 10 Minuten dasselbe in eine derart lockere, leichte und zerreibbare Masse verwandelt, dass nachtrÏglich auch ein Fingerdruck genügt, um sie, wenn sie noeh warm ist, in ein ganz feines Pulver zu verwandeln.
Die Erklärung für dieses Verhalten scheint in der gemischten amorph-kristallinen Beschaffenheit des Polyäthylens zu liegen. In den kristallinen Zonen, welche im Polyäthy- len bei Raumtemperatur im Verhältnis von 3 : 1 gegenüber den amorphen Zonen vorherr schen, sind die Ketten vollkommen gleichför- mig eingereiht und bieten gegen die Zerfaserung einen grossen Widerstand, da in solehen Verhältnissen die gegenseitige Kohäsion zwi schen den Ketten vollkommen ausgenützt wird.
Mit dem Temperaturanstieg nimmt die Bewegung der Ketten zu, bis schliesslich eine ungleichmässige Verteilimg erreicht ist.
Es ist übrigens bekannt (siehe Ind. Chem.
Eng. Vol. 37, No. 6, Seite 527), dass in diesem Temperaturgebiet sich einige physikalische Eigensehaften des Polyäthylens sprungweise ändern, wie z. B. der Brechungsindex, die spe zifische Parme, die Dichte usw. Gerade in diesem Augenblick, in welchem die Bindun- gen zwisehen den Ketten gelockert sind, ist es möglieh, das Polyäthylen zu zerfasern und in ein äusserst feines Pulver überzuführen.
Die vorliegende Erfindung weist folgende wichtige Vorteile auf : Ein Produkt mit guten Eigenschaften, bei welehem die Degradation, die bei andern Mahlverfahren stattfindet, vermieden wird ; einfache Apparatur, rasehe Operation, regelmässiger Betrieb, die Möglichkeit, Polyäthylen eines beliebigen Molekulargewichtes und einer beliebigen Form zu mahlen, Wirtschaftliehkeit des Verfahrens, Gleichför- migkeit des Produktes, hohe Mahlleistung (Ausbeute), Gewinnung eines für die Flamm spritzauftragung usw. besonders geeigneten Pulvers.
Die folgenden Beispiele besehreiben praktisehe Ausführungsformen der Erfindung.
Beispiel 1
20 g 200gradiges Polväthylen mit einem Molekulargewicht von ungefähr 13000 wurden durch die zwei Zylinder eines Mischers getrieben, während die Temperatur der Zylin- der auf ungefähr 75-80 C gehalten wurde.
Naeh vier bis seehs Durchgängen, die 2 Minuten beanspruchten, verwandelte sich das Material in eine loekere zerreibbare Masse, die bei der obgenannten Temperatur zur weiteren Zerkleinerung in eine erwärmte Mühle eingeführt wurde. Man erhielt dadurch ein Pulver folgender Feinheit : 75% gingen durch ein 200-Masehen/em2-Sieb ; hievon waren 57 ío noeh feiner, da sie durch ein 1000-Masehen/ em2-Sieb hindurchgetrieben werden konnten.
Durch AVahl der für die Zerkleinerung der im Mischer gewonnenen loekeren Masse verwendeten Mittel kann ein beliebiger gewünsehter Feinheitsgrad d erreicht werden; f r die Spritzauftragung ein durch ein 200- Masclien/em2-Sieb durehgehendes Produkt.
Der nicht durch das 200-Masehen/em2-Sieb gehende Anteil betrug 25"/o ; dieser wurde unter den gleichen Verhältnissen wieder aufge arbeitet, wobei man ein Pulver erhieJt, von welchem 82"/o ein 200-Maschen/cm2-Sieb pas sierten.
Beispi el 2 20 kg 7gradiges Polyäthylen mit einem un gefähren Molekulargewicht von 18000 wurden durch die beiden Zylinder eines Mischers hin durchgetrieben, während die Zylindertem- peratur auf ungefÏhr 100-105¯C gehalten wurde.
Xaeh vier bis acht Durchgängen, die un 4 bis 5 Vinuten beanspruehten, verÏn derte sich das Material in eine loekere bröcklige Masse, die in eine auf obige Temperatur erwÏrmte M hle eingef hrt wurde, um zerrieben zu werden.
Man erhielt dadurch ein Pulver, von wel elieiii 60, 8% durch ein 200-Masehen/em2-Sieb gingen.
Das erfindungsgemϯe Verfahren lϯt sich auf jeden beliebigen PolyÏthylentyp anwenden. Es ist lediglieh darauf zu achten, dass das Polyäthylen auf eine unter seinem Schmelzpunkt liegende Temperatur gebraeht wird, bei weleher die Kohäsionskräfte zwisehen den Ketten zufolge der Zerstörung der kristallinen Struktur stark geschwäeht werden, so dass eine äussere mechanische Kraft imstande ist, das Polyäthylen zu zerfasern und in Pulver überzuführen.
Es ist klar, dass das Verfahren in einer beliebigen Apparatur durchgef hrt werden kann, welehe die n¯tige mechanische Kraft auszuüben vermag, wÏhrend das Material bei der richtigen Temperatur gehalten wird, welche je naeh dem Molekulargewicht des Materials zwischen 50 C und einer unter seinem Selimelzpunkt liegenden Temperatur schwan- ken kann.
Das Verfahren findet sowohl bei reinem als auch bei gefärbtem oder mit andern Be standteilen gemischtem Polyäthylen Anwendung, wobei man entsprechende Pulver erhält.
Das in dem Pulver der beiden Beispiele bestimmte Molekulargewicht entspricht demjenigen des Ausgangsmaterials.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum trockenen Pulverisieren von Polyäthylen, dadurch gekennzeichnet, dass man Polyäthylen bei einer Temperatur zwi schen 50 C und dem Schmelzpunkt des Poly äthylens mechanisch bearbeitet, bis die Kohäsion stark herabgesetzt ist, ohne dass dabei Depolymerisation eintritt, worauf man das Polyäthylen vermahlt.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadureh gekennzeichnet, dass das Vermahlen bei einer Temperatur zwischen 50 C und dem Schmelzpunkt des Polyäthylens erfolgt.2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man bei einer Temperatur von 70-110 C arbeitet.3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass für das Pulverisieren 10-25 Minuten aufgewendet werden, wovon 2-15 Minuten f r die mechanische Bearbeitung vor dem eigentlichen Vermahlen.4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Bearbeitung in einem Mischer, der zwei Walzen mit geringem Abstand aufweist, erfolgt.5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Vermahlen des meehaniseh bearbeiteten Polyäthylens in einer vom genannten Mischer verschiedenen Zer kleinerungsvorriehtung erfolgt.6. Verfahren nach Patentanspruch, da dureh gekennzeichnet, dass das mechanische Bearbeiten und das anschliessende Vermahlen in ein und derselben Vorrichtung erfolgt.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| IT321613X | 1953-04-02 |
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| CH321613D CH321613A (de) | 1953-04-02 | 1954-03-22 | Verfahren zum trockenen Pulverisieren von Polyäthylen |
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| CH (1) | CH321613A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1089153B (de) * | 1957-02-15 | 1960-09-15 | Pleiger Maschf Paul | Verfahren zur Aufbereitung elastischer, vernetzter Kunststoffe auf der Basis Polyester-Isocyanat fuer eine Wiederverwendung |
-
1954
- 1954-03-22 CH CH321613D patent/CH321613A/de unknown
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