Hilfsbrexusvorrichtung an Kraftfahrzeugen Die Erfindung bezieht sieh auf eine Hilfs- breinsvorriehtung an Kraftfahrzeugen, bei der durch Schliessen eines Ventils der Auspuff leitung eine Hilfsbremskraft in dem mit den Laufrädern in Antriebsverbindung verblei benden Motor erzeugt wird. Hierdurch wird die normale Radbremse in bekannter Weise wesentlich entlastet und ihre Neigung züm Blockieren verringert.
Die Erfindung ist auf eine verbesserte und vereinfaebte Ausführung einer derartigen Hilfsbremsvorriehtung gerichtet, die eine selbsttätige und wirksame Einschalttuig der Hilfsbremsung vor dem Einsehalten der ei,--entliehen Radbremse ermöglicht.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Hilfsbremsvorriehtung ein Solenoid zum Sehliessen des Ventils der Auspuffleitung und einen durch das Bremspedal der Radbremse 1)(,tätig-ten Schalter aufweist, der den #Strom# kreis des Solenoids für die Betätigung des Ventils der Auspuffleitung sehliesst.
Vorzugsweise ist in dein Stromkreis dieses Solenoid's ein mit einem Kurzschlusssehalter kombinierter Widerstand angeordnet, der in bestimmter Zeit nach dem Einschalten des Solenoids seinen Stromdürchgang vermindert. Hiermit wird erreicht, dass derMotor beim Ein schalten der Hilfsbremsung zwar eine stai#Ke Hilfsbremskraft liefert, dass zugleich aber auch ein Abwürgen des Motors unterbleibt.
Im Falle einer Brennstoffeinspritzpumpe kann dem auf das Ventil der Auspuffleitung einwirkenden Solenoid ein zweites, gegebenen falls relaisgesteuertes Solenoid zugeordnet sein<B>'</B> das auf die Steuerung der Brennstoff- einspritz-Pum-pe einwirkt und das d,afür sorgt, dass beim Einschalten der Hilfsbremskraft die Brennstoff#lieferung nachlässt oder auf hört.
Die selbsttätige Einsehaltung des Wider- stand.es, der den Stromdurehgang im Solenoid- stromkreis vermindern soll, kann beispiels weise dadurch erreicht sein, dass der Kurz- sehlusssehalter elektromagnetiseh gesteuert und die Zeitkonstante der Magnetwieklung so gewählt ist,
dass der Widerstand in be.- stimmter Zeit nach dem Schliessen des So- lenoidstromkreises durch öffnen des Kurz- sehlusssehalters eingeschaltet wird.
Die Hilfsbremsvorrichtung kann weiterhin mit einer Warnlampe oder sonstigen Signal- vorriehtung ausgestattet sein, die selbsttätig anzeigt, ob das Ventil der Auspuffleitung offen oder geschlossen ist. Weiterhin können zusätzliche Schalter und Steuerungsvorrieh- tungen vorgesehen sein, die im nachstelienden näher erläutert werden.
Zweckmässig ist die Auspuffleitung des Fahrzeugmotors mit einem Klappenventil ver sehen, das vorzugsweise so gelagert ist, dass in der Schliessstellung des Ventils der Druck der Auspuffgase in der Offnungsrichtung des Ventils auf eine grössere Fläche wirkt als in der andern Richtung.
Auf der Achse des Klappenventils kann ein zweiarmiger Hebel sitzen, dessen einer Hebelarm, mit einem ein stellbaren Anschlag zusanunenwirkt, der die Öffnungs- und Schliessstüllung des Ventils festlegt und überdies mit einer schwachen Feder verbunden sein kann, die das Ventil öffnet, während dr andere Hebelarm durch einen Lenker mit dem Anker des Solenoids verbunden ist.
Die Zeichnung zeigt Ausführungsbeispiele der Hilfsbremsvorriehtung nach der Erfin dung, und zwar zeigen: Fig. <B>1</B> das Sehaltsehema für den Solenoid- stromkreis und für seinen Sehaltstromkreis, Fig. 2 eine abgeänderte Ausführung der Schaltung, Fig. <B>3</B> einen durch Unterdruck gesteuerten el Schalter und' Fig. 4 die Mittel zur Steuerung einer Brennstoffpumpe, die normalerweise nach dem, Ausschalten des Motors überschüssigen Brennstoff zum leichteren Anlassen liefert.
Bei der Vorrichtung nach Fig. <B>1</B> ist ein Solenoid a, das ein Ventil der Auspuffleitung des Fahrzeugmotors betätigt, mit der Fahr zeugbatterie<B>b</B> über ein Paar Relaiskontakte <B>e,</B> c', eine Elektromagnetwieklung <B>d,</B> und einen stro,mbegrenzend'en Ohniselien Widerstand<B>c</B> verbunden, der mit einem Kurzschlussschalter <B>f</B> kombiniert ist.
Dieser Schalter wird durch den Anker<B>g</B> dür Magnetwieklung <B>d</B> mit be stimmter Verzögerung nach Schliessen der Relaiskontakte geöffnet. Die Relalsspule <B>lt</B> ist mit der Batterie<B>b</B> über einen Selialter i ver bunden, der durch den Fussbremshebel der I-,"ahrzeugrad','bremse beim Niederdrücken be tätigt und sofort _geschlossen wird, noch ehe die normale Radbremse beim weiteren Nieder drücken des Bremspedals angezogen wird.
In dieseni Stromkreis befindet sieh noch ein wei- terer Schalter<B>j,</B> der sieh öffnet, wenn die Motorkuppluno- ausgerückt wird.
Wird das Bremspedal etwas drückt, so wird der Stromkreis der Relais spule li geschlossen, die, ihren Anker anzielit und die Kontakte<B>e,</B> e' zur Berührung bringt. Hierdurch wird der Stromkreis des Solenoids a ebenfalls geschlossen und das Ventil der Auspuffleitung betätigt.
Da der Kumsehlusssehalter <B>f</B> am Wider stand e anfangs geschlossen ist, fliesst ein star ker Strom durch das Solenoid a" das einen kräftigen Sehliessdi-Lieh auf das Ventil aus übt. Nach bestimmter Zeit, die von der Zeit konstante der 31agnetwieklung <B>d</B> abhängt, wird jedoch der Kurzsehlusssehalter <B>f</B><I>geöff-</I> net.
Hierdurch wird der Widerstand e allein mit dem. Solenoid a, in Reihe -esehaltet, der durch das Solenoid fliess-ende Strom also ver mindert. Dieser Zustand hält so lange an, wie das Bremspedal niedergedrückt und der Schalter i geschlossen bleibt.
Zur Steuerun- der Relaisspule<B>lt.</B> kann zu sätzlich ein in der Zeichnun nicht darge stellter, von Hand zu betätigender Schalter oder dergleichen vorgesehen sein, d;er zum Beispiel betätigt wird, wenn das Fabrzeug längere Zeit mit angezogener Bremse bergab fährt. Hierdurch bleibt dann die'IIotorbrenise während dieser Zeit mit Sicherheit einge schaltet.
In manchen Fällen, beispielsweise bei Vor handensein eines derartigen Handsehalters, kann weiterhin eine Sperre für den<B>G</B> ashebel vorgesehen sein, die durch ein anderes, ini Stromkreis des Bremsventils liegendes So- lenoid betätigt, -wird, damit die Drosselklappe nicht geöffnet werden kann, solange das Ven til der Auspuffleitung geschlossen ist.
Damit der Motor nicht stehenbleibt, wenn das Fahrzeug anhält, kann das Ventil der Auspuffleitung einen Beggrenzungsansehlag in solcher Lage aufweisen, dass es nicht ganz dicht geschlossen werden kann. Bei Bedarf kann das Ventil jedoch auch so eingerichtet sein, dass es sieh vollkommen dicht schliessen lässt. In diesem Fall kann das Stehenbleiben des Motors durch den zusätzlichen Schalter<B>j</B> #Fig, <B>1)</B> verhindert werden, der sich öffnet, wenn das Kupplungspedal niedergedrückt wird.
Hierdurch wird dann der Stromkreis der Relaisspule h geöffnet so dass die Kon takte<B>e,</B> c' ausser Berührung kommen und aueli der Stromkreis des Solenoids a und das Ventil der Auspuffleitung geöffnet werden.
[Tm auf andere Weise sicherzustellen, dass der 31otor beim Anhatten des Fahrzeuges nicht stehenbleibt, kann auch ein im Stromkreis der Lichtmaschine liegender, spannungsabhän- friger Schalter verwendet, sein, der den So- lezio,idstromkreis des Ventils der Auspufflei- tun- öffnet, wenn die von der Drehzahl des Motors abhängige Spannung unter einen be stimmten Wert sinkt.
Die zeitliche Verzögerung zur Einsehal- tum,- des Widerstandes<B>c</B> oder einer sonstigen Vorrivlitung, die den Stromdureligang durch (las Solenoid a vermindert, kann auch auf an dere Weise erreicht sein.
In manehen Fällen, zum Beispiel bei Fahr zeugen mit Dieselmotor, kann ein zusätzliches Solenoid <B>k</B> vorgesehen sein, das zu dem So- letioid a für die Betätigung des Ventils der Auspuffleitang parallel geschaltet ist und dazu dient, die Brennstoffpumpe vom Motor abzuschalten, wenn der Schalter i geschlos- seil ist, das Fahrzeug also gebremst wird.
Statt des relaisgesteuerten, elektrisehen <B>S</B> Solialters mit den Kontakten<B>e,</B> e' können aueli pneuinatiseh oder hydrauliseh betätigte Schalter für den Solenoidstromkreis benutzt sein. Die Solenoide können auch von einer atidern Stromquelle als der Fahrzeugbatterie gespeist werden.
Ferner kann man bei Bedarf zusätzlich einen Handhebel oder dergleichen zum Schliessen des Ventils der Auspuffleitung #,orselien. Durch eine zum Beispiel mit. der Solenoidwieklung in Reihe geschaltete All- zeigelampe oder eine andere Warnvorrieh- tum, kann angezeigt werden, ob das Ventil der Auspuffleitung geschlossen oder geöffnet ist.
Damit die Hilfsbreinsvorriehtung auch bei Fahrzeugen zufriedenstellend arbeitet, deren Motor mit einer durch Unterdruelz ge- Z, steuerten Einspritzpumpe versehen ist, sind besondere Vorkehrungen erforderlich. Ent steht nämlich beim Motorbreinsen ein Über druck in der Auspuffleitung, so wird der Unterdruck in der Saugleitung der Brenn stoffpumpe vermindert, und dies würde eine Einspritzung von Brennstoff zur Folge haben.
Dies lässt. sieh dadurch vermeiden, dass die Zahnstange der Brennstoffpumpe, während der Betätigung der Bremse in der Ausschalt stellung verbleibt und, dafÜr gesorgt wird, dass der Motor leer läuft, wenn das Fahr zeug mit niedergedrilektein. Bremspedal zum Stehen gebracht worden ist.
<B>-</B> Eine Anordnung, mit der dies erreicht werden kann, ist in Fig. 2 bis 4 dargestellt. Hierbei ist das Solenoid <B>k,</B> das bei Erregung die Zahnstange der Brennstoffpuiupe in die Aussehaftstell:ung bringt und sie in d.ieser Stellung hält, parallel zu deni das Breins- ventil der Auspuffleitung betätigenden So- lenoid a geschaltet.
In dem #Stromkreis beider Solenoide a und<B>k</B> liegt der mit dem Brerns- pedal betätigte Schalter i und ein durch den Unterdruck der iSaugleitung der Brennstoff pumpe gesteuerter Schalter m. Ein Schalter eb, der die Brennstoffpumpe abschaltet, über- brüekt die beiden Schalter i und m.
Solange der Motor mit geöffneter Drossel klappe o in der Ansaugleitung q (Fig. <B>3)</B> läuft, herrscht in der 3augleitung <B>p,</B> die die Ansaugleitung<B>(1</B> mit der Unterdruck- kanimer r der Einspritzpumpe verbindet, ein Unterdruck von etwa 3#8:0 mm, durch den der Schalter m mittels einer Membran s gesehlos- sen wird, die. sich in einer mit der ;Sauglei- tun'.- <B>p</B> verbundenen Dose t befindet.
Wenn der Fahrer das Bremspedal niederdrüekt, wird der Schalter i geschlossen und mit dein Solenaid a a.Lich das Solenoid <B>k</B> unter Strom gesetzt, das die Brennstoffpumpe abschaltet. Ist das Fahrzeug so weit abgebreinst, dass sieh die Drehzahl des Motors der Leerlauf drehzahl nähert, so sinkt der Unterdruck in der Saugleitung<B>p</B> auf etwa<B>90</B> mm.
Hierdurch öffnet sich der Schalter m, der die Solenolde <B>k</B> und a ab-Schaltet, so dass der Notor im nor malen Leerlauf laufen kann. Bei gewissen, durch Unterdruck gesteuer ten Einspritzpumpen wird, beim Betätigen des Aussehaltsolenoids die Steuerung der Pumpe automatisch so betätigt, dass die Pumpe über- sehüssigen Brennstoff zum leichteren Anlas sen des Motors fördert.
Um dies zu verhin dern, kann gemäss Fig. 4 eine Hilfssperre vor gesehen sein, bei der ein Kolben u, der in dem Gehäuse der Pumpensteuerstange w<I>ge-</I> lagert ist, normalerweisedieBrennstoffzufuhr vollständig sperrt.
Hierbei ist gemäss Fig. 2 ein Solenoid v vorgesehen, mit dem der Kol ben u' (Fig. 4) so weit gehoben werden kann, dass die Pumpensteuerstange u# in die Um fangsnut x des Kcolbens eingreift, damit nur dann überschüssiger Brennstoff zum Anlassen geliefert wird, wenn das Solenoid v unter Strom steht.
Das #Solenoid v ist zweckmässig gemäss Fig. 2 mit der Wicklung<B>y</B> des Motoranlas sers para.Ilel geschaltet, so cIass nur dann über- sehüssigerBrennstoff gefördert wird, wenn der Anla,ssersehalter z geschlossen ist.
Eine Feder 2 (Fig. 4) & ückt den Kolben u' in die in Fig. 4 dargestellte Lage zurück, wenn die Pumpensteuerstange w nach rechts bewegt wird und der Fahrer den Gashebel bei der Normalfahrt teilweise nachlässt.
Wird die Hilfsbremsvorriehtung bei Mo toren verwendet, die mit, durch Unterdruck gesteuerten Pumpen ausgerüstet sind, so muss dafür gesorgt werden, dass die Zahnstange der Brennstoffpumpe in der Ausseha.Itstellung verbleibt, solange die Bremse betätigt wird. Dies kann zweckmässig dadurch erreicht wer den, dass das Einstellgehäuse der Pumpen zahnstange am vordern Ende der Pumpe so abgeändert wird, dass es einen mit der Pum penzahnstange gleiehaehsig liegenden Kolben erhält, der durch einen ;Seilzug mit dem Be tätigungshebel des Bremsventils verbunden wird,.
Wird dann die Bremse betätigt, so hält der Kolben die Pumpenzahnstange in der Ausschaltstellung, und die Zahnstange kehrt in ihre normale Lage zurück, wenn die Bremse gelöst wird.<B>.</B>
Wird die Häfsbremsvorriehtung bei Otto motoren verwendet,-so wird vorzugsweise ein besonderes Luftventil in der Ansaugleitung 21 des Motors vorgesehen, das sieh öffnet, wenn die Bremse betätigt wird, damit die Luft un mittelbar in die Zvlinder gelangt, ohne den Vergaser zu durchströmen. Dieses Luftventil kann von Hand oder selbsttätig durch ein Solenoid betätigt werden, das gleichzeitig mit dem Solenoid zum Steuern des Ventils der Auspuffleitung erregt. wird.
Hierbei wird dann das zusätzliche Luftventil geöffnet, während es unter Federdruel-, wieder ge schlossen wird, wenn das Solenoid stromlos wird.