CH322916A - Verfahren zur Fortleitung von Gasströmungen unter gleichzeitiger Schallabsorption in Kanälen. - Google Patents
Verfahren zur Fortleitung von Gasströmungen unter gleichzeitiger Schallabsorption in Kanälen.Info
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Description
Verfahren zur Fortleitung von Gasströmungen unter gleichzeitiger Schallabsorption in Kanälen In Ventilationsschächten, Ansaug-, Aus puff- und andern Gas führenden Leitungen kann bekanntlich das durch diese laufende Geräusch während seiner Ausbreitung da durch verringert werden, dass man diesen Leitungen eine schallschluckende Wandung gibt. Meist werden hierzu Schichten aus pori gen Stoffen von wenigen Zentimetern Dicke vor einem starren Mantel verwendet.
Die Absorption gelingt allgemein umso besser, je grösser der Umfang des Kanalprofils iin Verhältnis zu seiner Fläche ist. Daher sind Schmale, rechteckige Querschnitte am gün- @,t igsten.
Für diesen Spezialfall liegt ausserdem eine von mehreren Autoren entwickelte Theorie vor, die, wenn der sogenannte Wandwider stand, das heisst das Verhältnis des Schall- di-uekes an der Wandoberfläche zu der in die Wand eindringenden Schnelle, als vorgege bene Grösse betrachtet werden kann, auch noch für alle Frequenzen und Widerstände gilt. Die erwähnte Voraussetzung ist umso eher erfüllt, .je mehr zur Wandoberfläche par- allele Bewegungen in der schluckenden Scliielit verhindert werden.
Bei Schichten mit hohen Strömungswiderständen ist dies von @ ornherein erfüllt. Bei Schichten mit geringen Strömungswiderständen, wie sie im folgenden interessieren werden, ist eine Unterteilung durch Querwände erforderlich. Eine solche Unterteilung ist ausserdem, wie vom Erfinder an früherer Stelle dargelegt, für die Erhö hung der Schallschluckung bei streifendem Einfall sehr günstig. (Siehe akustische Zeit schrift Band V, Seite 71 ff. [1940].) Neuere theoretische Untersuchungen des Erfinders, die eine Weiterführung der Arbeit von P. M.
Morse (Journal Acoust. Soc. Ama. Band 11, Seite 205 ff. [1939]) darstellen, haben dazu geführt, dass die höchstmögliche Längsdämpfung nach dein erfindungsgemä ssen Verfahren zur Fortleitung von Gasströ mungen unter gleichzeitiger Schallabsorption dann erreicht wird, wenn der Wandwider stand W für die jeweils zu dämpfende Fre quenz f möglichst dem optimalen Wert <I>W =</I> o <I>f b</I> (0,91--40,76) (1) angenähert wird. .
Hierin bedeutet o die Dichte des betreffen den Gases im Kanal, f die Frequenz und b bei beidseitiger Auskleidung mit schallschlucken den Stoffen die Breite des Kanals, bei ein seitiger Auskleidung die doppelte Breite. Der optimale Wandwiderstand besteht also aus einem Wirkwiderstand und einem Blindwider stand von Federungscharakter, der umso klei ner ist, je niedriger die Frequenz ist.
Die in Formel (1) aufgestellte Bedingung lässt sich z. B. bei Verwendung homogener Schichten aus porösen Schluckstoffen mit Querwänden nahezu erfüllen etwas unterhalb derjenigen Frequenzen, für welche die Pol- Klasse<B>7</B> d stertiefe das ungerade Vielfache einer Viertel wellenlänge für die Schallausbreitung in der schluckenden Schicht beträgt.
Abb. 1 zeigt ein im Laboratorium des Erfinders gewonne nes Messergebnis. Die Abszisse gibt die Fre quenzen des vor dem Kanal erzeugten Schalles an, die Ordinate den bei Bewegung eines Mikrophons längs des Kanals gemessenen Ab fall der Schallenergie in db/m. Die Packungs tiefe betrug hierbei 17 cm, die Füllung be stand aus lockerer Aluminiumwolle von einer Packungsdichte von 50 kg/m3. Die Versuche wurden mit Luft von Zimmertemperatur ge wacht. Da hierbei die Schallgeschwindigkeit etwa 340 m/sek. beträgt, sind die oben er wähnten Bedingungen bei 500 Hz, 1500 Hz, 2500 Hz usw. zu erwarten.
Etwas unterhalb dieser Frequenzen erreicht der Frequenzgang des Dämpfungsmasses Gipfelwerte. Die er reichte Höchstdämpfung betrug bei der hier vorhandenen Kanalbreite von 10 cm 200 db je Meter. Allgemein kann man also Dämp- fungsmasse von 20 db je Kanalbreite erzielen.
Dies gelingt aber nur, wenn man durch geeignete\ Wall des spezifischen Strömungs widerstandes des Schluckstoffes, das ist das Verhältnis von Druckgefälle zur Schnelle im Schluckstoff bei Gleichströmung, dem in For mel (1) geforderten Wirkwiderstand sich nähert. Da dieser Wirkwiderstand von der Kanalbreite und von der Frequenz und diese wiederum von der Packungstiefe L abhängt, wird der optimale spezifische Strömungs widerstand eine Funktion von b und L.
Für alle Fälle, in denen die Kanalbreite b kleiner ist. als die Polstertiefe L, ergibt sich der opti male spezifische Strömungswiderstand r.nt aus der Näherungsformel tunt = 0,4 -<I>2 - c -</I> b/L2 <I>(2)</I> (o # c stellt das Produkt aus Dichte und Schallgeschwindigkeit des betreffenden Gases dar, bedeutet also seinen Schallwiderstand).
Man sieht jedenfalls aus dieser Formel, dass der optimale spezifische Strömungswiderstand umso kleiner ist, je grösser die Polstertiefe ist und ferner, dass der Strömungswiderstand auch nmso kleiner zu wählen ist, je kleiner die Kanalbreite ist. Man wird hierbei meist auf Packungsdichten geführt, die viel geringer sind als sie die im Handel bisher vertriebenen ; Schluckstoffe aufweisen. Die zu den Ver suchen benutzte Aluminium- bzw. Glaswolle musste erst noch von Hand lockerer gemacht erden.
Man braucht übrigens die Querwände nicht so dicht wie im Beispiel der Abb. 1 ein zusetzen. Wie das Beispiel der Abb. 2 zeigt, bei welchem die Abstände doppelt so gross waren und ausserdem als Schluckstoff eine Glaswolle von der Packungsdichte 16 kg/m3 benutzt war, lassen sich hierbei immerhin noch Gipfelwerte von 170 db je Meter erzielen.
In Fällen, in denen es nur auf die Dämp fung bestimmter Frequenzen ankommt, ist daher die vorliegende Anordnung von ausser ordentlicher Wirksamkeit.
Liegt dagegen die Aufgabe vor, ein breit bandiges Frequenzgemisch zu absorbieren, so kann man diese dadurch lösen, dass man nebeneinander verschiedene Polstertiefen ver wendet. Schon die Aufteilung in zwei v er- sehiedene Arten, wie sie in Abb. 3 behandelt ist, ergibt, wie die ausgezogene Kurve in Blatt 3 zeigt, gegenüber den Abb. 1 und 2 einen ausgeglicheneren Frequenzgang. Der Schluck stoff bestand in diesem Falle aus Aluminium wolle von der Packungsdichte<B>100</B> kg/m3. Ge mäss der erst später abgeleiteten Formel (2) wäre es günstiger gewesen,
für die tieferen Kammern eine losere Packung zu verwenden.
Wie wichtig jedenfalls die richtige An passung des Strömungswiderstandes ist, zeigt die gestrichelte Kurve, die sich auf eine Packungsdichte von 200 kg/m3 bezieht und die fast überall zu wesentlich geringeren Dämpfungsmassen führt.
Eine noch gleichmässigere Verteilung der Wirkung auf alle Frequenzen ist zu erwarten, wenn man z. B. die Kammertiefen schrittweise ändert. (Panflöten-Anordnung), wie sie in Abb. 4 gezeigt ist. Die stufenförmige Ab- sehlusswand kann ohne Beeinträchtigung der Wirkungsweise auch durch eine ebene gegen den Kanal geneigte Fläche ersetzt werden. Konstruktiv ergibt sich eine solche Anord- nun- auch, wenn man den Kanal schräg durch einen mit Schluckstoff gefüllten und durch Querwände unterteilten Kasten führt, wie ihn Abb. 5 zeigt.
Dieses Beispiel zeigt zugleich, dass es unter Umständen günstig sein kann, die Querwände mit der Kanalwand spitze Winkel bilden zu lassen.
Auch eine Anordnung, wie sie als Beispiel in Abb. 6 gezeigt ist, bei welcher die Schräg lage der Querwände periodisch wechselt, führt zu einem Wechsel zwischen zwei ver- sehiedenen Kammern, in denen die gegen die äussere Wand sich erweiternde tiefer abge stimmt ist als die gegen den Kanal sich er weiternde. Eine Weiterführung dieses Gedan kens fährt zu der Anordnung der Abb. 7, in welcher Kammern geringer Tiefe mit solchen abwechseln, die aus einem schmalen Zugang und einem breiteren Raum dahinter bestehen. Die ersten erfassen insbesondere hohe, die letzten tiefe Frequenzen. Auch bei dieser Anordnung ist eine weitere allmähliche Va riation der einzelnen Kammern möglich.
Der oben angeführten Regel, dass die tiefer abgestimmten Elemente mit geringerem spe zifischem Strömungswiderstand zu kombinie ren sind, ist, in den Abb. 4 bis 7 durch die -verschiedene Punktierungsdichte Rechnung getragen.
Schliesslich zeigt Abb. 8 noch einmal ein Messbeispiel, bei dessen zugehöriger Anord nung sowohl Kammern nach Abb. 7 als auch Kammern konstanter Breite und verschiede ner Tiefe verwendet sind. Das Dämpfungs- mass dieser Konstruktion beträgt zwischen 200 und 2000 Hz bei b = 10 ein im Mittel etwa 60 db/m und sinkt nirgends unter 45 db/m.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Fortleitung von Gasströ mungen -unter gleichzeitiger Schallabsorption in rechteckigen Kanälen, insbesondere Ent lüftungskanälen, dadurch gekennzeichnet, dass der Widerstand der Kanalwandung möglichst dem optimalen Wert <I>W = o - b</I> # <I>f</I> (0,91-m 0,7,6) angenähert wird, wobei o die Dichte des Gases im Kanal, f die Frequenz und b bei beider seitiger Auskleidung mit schallschluckenden Stoffen den Abstand der einander gegenüber liegenden schluckenden Wände,bei einseitiger Auskleidung den doppelten Abstand bedeuten. II. Kanal zur Durchführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dass der Wandwiderstand durch eine homogene Packung aus lockerem Schluckstoff mit seitlicher Unterteilung durch Querwände gebildet ist, deren Abstand kleiner als die Packungstiefe ist. UNTERANSPRÜCHE 1. Kanal nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die von den Querwänden gebildeten Kammern verschiedene Tiefe haben. 2. Kanal nach Patentanspruch II und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungswiderstand des Schluckstoffes umso niedriger ist, je tiefer die Kammer ist. 3.Kanal nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Querwände teilweise schräg geführt sind. 4. Kanal nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Querwände teilweise winklig geführt sind.
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