Bremse Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bremse, und zwar eine Bremse mit einem ver schiebbaren Bremsblock und einer Rückführ- feder für diesen Bremsblock.
Für das automatische Zurückziehen des Bremsblockes in die Bereitschaftsstellung wurden schon die verschiedensten Vorschläge gemacht. Das Problem wird nämlich dadurch kompliziert, dass anfänglich der Bremsbelag dick ist, z. B. 127 cm oder mehr, während er vor dem Auswechseln dünner als beispiels weise 0,476 cm ist. Es ist jedoch sehr vorteil haft, wenn der Bremsblock in der Bereit schaftsstellung stets ganz nahe bei der Brems fläche liegt, so dass er stets einen sehr kurzen Weg zurücklegen muss, wenn die Bremse be tätigt wird.
Die vorgeschlagenen Rückstellvorrichtun gen sind kompliziert und benötigen auch stets einen gewissen Unterhalt.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine Bremse, die einen verschiebbaren Brems block und eine Rückführfeder für diesen Bremsblock enthält. Für den Rückstellaus- gleich ist die Rückführfeder selbst verwendet. Sie ist so eingespannt, dass sie bei Brems belagabnützungen über ihre Streckgrenze hin aus beansprucht wird, um schrittweise kürzere Längen anzunehmen, welche die Abnützungen ausgleichen. Dadurch ist es möglich, dass der Bremsblock, auch wenn er durch die Ab nützung stets dünner wird, in der Bereit- schaftsstellung stets sehr nahe bei der Brems fläche liegen kann.
Wenn der Bremsblock aus gewechselt werden muss, ist die Feder wieder auf die ursprüngliche Länge auszuziehen, und der Verkürzungszyklus kann von neuem be ginnen.
Im folgenden wird an Hand einer Zeich nung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben.
Fig. 1 ist ein Teil eines Querschnittes durch ein mit einer Bremse versehenes Rad.
Fig.2 zeigt schematisch, wie die Feder behandelt wird.
In der Fig. 1 ist die Bremse als Ganzes mit 1 bezeichnet. Sie weist ein Gehäuse 2 auf, das auf der Achse 3 befestigt ist. Die Bremse wird in Verbindung mit einem üblichen Rad 4 gebraucht, das mittels eines Lagers 5 auf der Achse 3 drehbar gelagert ist. Das Rad 4 trägt eine Bremsscheibe 6, die durch mehrere am Rad mit Schrauben 8 befestigte geile 7 mit ihm so verbunden ist, dass es mit ihrem rotie ren muss, aber sich axial verschieben lässt, da die geile 7 in Schlitzen im Scheibenrand glei ten, wenn sich die Bremsbeläge abnützen. Das Gehäuse 2 enthält zur Betätigung der Bremse mindestens einen Kolben 10, der in einem Zylinder 9 axial verschiebbar gelagert ist. Als.
Dichtungsmittel dient ein Gummiring 11.
Die Zeichnung zeigt, dass ein Bremsblock 12 auf einer Seite der Bremsscheibe am Ge häuse 2 durch nicht gezeichnete Mittel be= festigt ist, während ein zweiter Bremsblock 13 auf der andern Seite der Bremsscheibe 6 be weglich gelagert ist. Dieser besitzt auf einer Seite eine Metallscheibe 14 und ist mit nicht gezeichneten Mitteln am Kolben 10 befestigt, damit er sich mit ihm verschiebt.
Das andere Ende des Zylinders 9 wird durch einen Deckel 15 abgeschlossen, der durch einen Sprengring 16 gesichert ist. Ein Gummi ring dient dem Deckel als Dichtungsmittel; wenn durch irgendeinen Betätigungsmecha nismus eine Druckflüssigkeit zwischen die innere Deckelfläche und die anliegende Kol benfläche gepresst wird, wird der Kolben gegen die Bremsscheibe 6 verschoben.
Die Axialverschiebung des Kolbens 10 presst den Bremsblock 13 gegen die Brems scheibe 6 und dadurch diese gegen den andern Bremsblock 12, so dass sie beidseitig gebremst wird. Nach dem Bremsen ist es nötig, dass in der Bremse das nötige Spiel entsteht. Um dies zu erreichen, ist zwischen die Schulter 19 des einen Endes des Zylinders 9 und die Schul ter 20 des Kolbens 10 eine Rückführfeder 18 aus weichem Stahl eingespannt.
Diese Feder 18 wird zusammengepresst, wenn der Kolben 10 gegen die Bremsscheibe 6 gepresst wird, und die Feder bewegt, wenn die Bremskräfte nachlassen, den Kolben nach aussen, so dass das gewünschte kleine Spiel zwischen dem Bremsklotz und der Bremsscheibe entsteht.
Diese Rückführfeder ist nun so einge spannt, dass sie bei Bremsbelagabnützungen überbeansprucht wird und eine neue -end gültige Form annimmt, bei der sie noch eine schwache Rückführkraft ausübt, damit sie das in der Bremse erforderliche Spiel wieder er zeugt. Diese Rückführfeder darf natürlich keine erhärtenden Legierungen enthalten.
Eine weitere wichtige Eigenschaft einer sol chen Stahlfeder besteht darin, dass sie zwar, während sich die Bremsklötze 12 und 13 bis auf die dünnste Stärke abnützten, durch Über beanspruchung über die Streckgrenze hinaus ständig kürzer gemacht werden kann, dass sie jedoch nachher wieder ausgezogen werden kann, so dass sie im wesentlichen gleich lang wird, wie sie vor dem Verkürzungszyklus. war. Dieses Wiederausziehen und Wiederverwen- den der Feder kann öfters wiederholt werden, bevor die Feder springt oder anderswie un brauchbar wird.
Fast jede Art von Stahl federn kann für einen solchen Kompressions zyklus gebraucht werden, wenn sie genügend ausgeglüht wurde, so dass sie eine verhältnis mässig niedrige Streckgrenze hat.
An und für sich könnte jedes geeignete Material zur Herstellung einer solchen Feder verwendet werden; aber vorteilhaft wird Stahl verwendet, da die andern Materialien einen, zu tiefen Modul haben. Ausserordentlich gute Resultate werden erhalten mit einer unter dem Namen Armco -Eisen bekannten Legierung, die einen C-Gehalt von 1-3% besitzt, sowie mit Kohlenstoffstahl Nr.1005.
Die Fig. 2 zeigt schematisch und in stark grösserem Massstab die Anfangslänge a der Feder 18, ihre Länge b, wenn sie belastet ist, die zugehörige erste Streckgrenze c, die neue Ausgangslänge a', wenn sie etwas über die Streckgrenze c hinaus belastet und dann wie der entlastet wurde, und weitere Streckgren zen c' und c" sowie Ausgangslängen<B>d</B>" und a"'. Dieser Zyklus zeigt, dass eine Feder z.
B. drei verschiedene Streckgrenzen haben kann und infolgedessen auch drei neue Federlängen, von denen jede kürzer ist als die vorher gehende; gerade das nun wird in der gezeigten Bremse benötigt, eine Feder, die kürzer wird, wenn sich die Bremsklötze abnützen, und die zur ursprünglichen Länge ausgezogen werden kann, wenn neue Bremsklötze eingesetzt wer den, so dass sieh stets beim Nachlassen der Belastung ein kleines, von der Dicke der Bremsklötze unabhängiges Spiel zwischen den Bremsklötzen und der Bremsscheibe einstellt. In Wirklichkeit hat die Feder eine fast un beschränkte Zahl von neuen, stets kürzeren Längen, da sie bei jedem Bremsen etwas über die Elastizitätsgrenze beansprucht wird, die dadurch auch jedesmal etwas verschoben wird.
Wenn die abgenutzten Bremsklötze durch neue ersetzt werden, kann auch die Feder wieder auf ihre ursprüngliche Anfangs grösse ausgestreckt werden, so dass ein zweiter Zyklus von vorn beginnen kann. Üblicher- weise ist die zur Überschreitung der Streck grenze nötige Kraft für die verschiedenen Anfangslängen der Feder konstant.
Aus dem Vorstehenden ergibt sich, dass der Zweck der Erfindung mit einem ausser ordentlich einfachen und nicht teuren Mittel erreicht wurde und"dass die Bremse wunsch gemäss arbeitet, so dass bei unbelasteter Bremse stets dasselbe kleine Spiel zwischen der Brems backe und der Bremsscheibe vorhanden ist, unabhängig von der Dicke der Bremsbeläge. Das hat zur Folge, dass die Bremse nicht nachgestellt werden muss.