Verfahren zur Herstellung von Elektroden für elektrische Kondensatoren In der Fabrikation von elektrischen Kon densatoren und Elektroden aus Leitern, die mit einem Überzug aus Isoliermaterial ver sehen sind, hat es sich gezeigt, dass das Isolier material bei der Herstellung des Überzuges dazu neigt, sich von den Rändern des Leiters zurückzuziehen. Es ist daher bereits vorge schlagen worden, solche Elektroden in der Weise herzustellen, dass der Leiter mit einem Überzug aus Isoliermaterial versehen, hierauf die Randpartien des überzogenen Leiters weg geschnitten und dann durch Auflösen ein Teil des an den Schnittstellen freiliegender Leiter ränder entfernt wird, so dass das Isolier material den Leiterrand überragt und damit den Weg zwischen den im fertigen Konden sator zusammengelegten Elektroden verlän gert.
Ein Verfahren zum Herstellen einer Elek trode, bei dem dieser Auflösungsprozess an gewendet wird, ist im schweizerischen Patent Nr.316939 beschrieben. Bei diesem Verfah ren wird der Leiter zuerst mit einem Über zug aus Isoliermaterial versehen; hierauf wer den irgendwelche unbedeckte Teile des Leiters durch Auflösen entfernt, worauf das Ganze wieder vollständig überzogen und hierauf der Leiter der Länge nach in zwei Teile geschnit ten wird, so dass jeder Teil einen freigelegten Leiterrand aufweist, aber im übrigen vollstän- dig mit Isoliermaterial bedeckt ist. An den freigelegten Leiterstellen lassen sich,dann mit Leichtigkeit die elektrischen Anschlüsse her stellen.
Dieses bekannte Verfahren eignet sich vor züglich zur Herstellung von Elektroden für Wickelkondensatoren, ist aber nicht so leicht für Kondensatoren mit einer grossen Anzahl von Elektroden, wie bei Stapelkondensatoren, anwendbar.
Das Verfahren nach vorliegender Erfin dung zeichnet sich gegenüber dem bekannten Verfahren dadurch aus, dass der Leiter zuerst mit einem Überzug aus Isoliermaterial ver sehen wird, worauf in sich auf die Länge des Leiters verteilenden. & bständen Schlitze in den Leiter geschnitten, hierauf alle freiliegende Leiterteile durch Auflösen entfernt und schliesslich der Leiter durch Weiterführen der genannten Schlitze bis ziun Leiterrand in ge trennte Abschnitte zerlegt wird.
Nachstehend ist die Erfindung unter Be zugnahme auf die beiliegende Zeichnung an einigen Ausführungsbeispielen ausführlich be schrieben.
In der Zeichnung zeigen die Fig.1(a) bis 1(d) verschiedene Her stellungsstufen der Elektroden, die Fig. 2 einen aus solchen Elektroden zu- sammengesetzten Stapel und die Fig. 3 (a) und 3 (b) einen Elektroden- stapel mit einer zweiten Belegung, die aus einem auf einem isolierenden Überzug aufge brachten Metallüberzug besteht.
In der Fig. 1(a) ist der durch seine Rän der 2 angedeutete Leiter 1 mit einem Über zug 3 aus Isoliermaterial versehen. Dieser Überzug verläuft in den Randpartien nicht immer gerade, weshalb der mit dem Überzug versehene Leiter durch Wegschneiden der Randzonen auf die in Fig. 1(b) gezeigten Ränder 4 zurückgeschnitten wird, an denen der Leiter wieder freigelegt ist. Ausserdem sind in Fig. 1(b) noch die Schlitze 5 gezeigt, mit denen der überzogene Leiter, in regel mässigen Abständen auf die Länge des Lei ters verteilt, versehen ist, und in denen der Leiter ebenfalls freigelegt ist. Die so bearbei tete Elektrode wird nun zunächst durch eine Lösung hindurchgeführt, welche die freigeleg ten Metallränder auflöst, aber das Isolier material nicht angreift.
In der Lösung wird das Metall des Leiters auch an jenen Stellen entfernt, an denen der Leiter infolge Unvoll- kommenheiten des Überzuges freiliegt.
Durch den Auflösungsprozess entsteht eine Elektrode, deren Oberflächen vollständig vom Isoliermaterial bedeckt sind und deren Ränder so weit im Isoliermaterial zurückliegen, dass die Ränder der überzogenen Elektrode rillen- förmig erscheinen.
Die Fig. 1(c) zeigt den überzogenen Lei ter nach dem Verlassen des Auflösungsbades, wobei die Ränder des Leiters 1 mit 6 bezeich net sind, über welche jetzt die Randzonen 7 des Isoliermaterials hinausragen. Hierauf wird der so behandelte Leiter längs den Linien 8 weiter zerlegt, so dass getrennte Elektroden entstehen, von denen die Fig. 1 (d) zwei zeigt. Wie aus dieser Figur ersichtlich ist, weisen diese Einzelelektroden 9 Stellen 10 und 11 auf, an denen der Leiter bis an den Rand verläuft, so dass an diesen Stellen elelktrische Anschlüsse hergestellt werden können, beispielsweise durch Aufspritzen eines Metallüberzuges.
Die Fig.2 zeigt einen aus einer Anzahl von Einzelelektroden 9 zusammengesetzten Stapel, in welchem die Elektroden so ange- ordnet sind, dass ihre Anschlussstellen 10 und 11 abwechslungsweise' auf entgegengesetzten Seiten des Stapels liegen.
Zwischen den Verfahrensstufen nach den Fig. 1 (c) und 1 (d), das heisst nach dem Her stellen der rillenförmigen Ränder und vor dem Auftrennen längs der Linien 8 kann ein weiterer Überzug aus Isoliermaterial aufge bracht werden, um die Rillen und sonstigen Stellen, an denen Metall entfernt worden ist, auszufüllen und dadurch die Ränder besser zu schützen und den Kriechweg zwischen den Elektroden zu vergrössern.
Da auf entgegengesetzten Seiten des Sta pels jede Elektrode mit einer Anzahl von An schlussstellen versehen sein kann, kann jede Elektrode so in Reihe in einen elektrischen Stromkreis gelegt werden, wie dies im schwei zerischen Patent Nr.314777 beschrieben ist. Ferner können zwischen die mit einem Über zug versehenen Elektroden noch Elektroden ohne Überzug eingelegt oder auf sie aufge bracht werden.
Die Fig. 3 (a) zeigt einen überzogenen, durch die Randlinien 6 begrenzten Leiter 1, dessen Isoliermaterial-Überzug 3 durch die Randlinien 12 und 13 gezeigt ist, während mit 7 die über das Leitermetall hinausragenden Teile des Überzuges bezeichnet sind. Ausser dem ist in dieser Figur ein weiterer Isolier materialüberzug 14 mit den Randlinien 15 und 16 gezeigt, der aufgebracht worden ist, um irgendwelche beim Auflösungsprozess ent stehende Räume auszufüllen. Das Material 14 ist hierauf noch mit einem leitenden Über zug 17 versehen worden, ausgenommen an den durch die Linien 19 abgegrenzten Stellen 18.
Der so überzogene Leiter wird dann längs den Linien 20 in Einzelelektroden zerlegt. Die Fig. 3 (b) zeigt einen aus solchen Ein zelelektroden bestehenden Stapel, wobei diese Elektroden so gestapelt sind, dass die Ränder 21 einer jeden Elektrode auf der Seite des Stapels miteinander ausgerichtet sind, so dass an dieser Stelle ein Anschluss hergestellt wer den kann. Die aus leitendem Material beste henden Überzüge 17 bilden die andere Elek trode des Kondensators, wobei der Anschluss, da diese Überzüge bei diesem Stapel mitein ander in Verbindung stehen, an irgendeiner oder mehreren Stellen hergestellt werden kann.
Die Isoliermaterialüberzüge können durch Aufbringen einer Lösung ,aus Isoliermaterial und nachherigem Trocknen zwecks Austreibens des Lösungsmittels hergestellt werden. Als Isoliermaterial kann ein polymerisierbares oder härtbares Kunstharz in seiner nichtpolymeri sierten oder ungehärteten Form verwendet werden. Dabei kann nach dem Austreiben des Lösungsmittels das Kunstharz polymerisiert oder gehärtet werden, beispielsweise durch Fortsetzen des für das Austreiben angewen deten Wärmeprozesses oder durch einen wei teren Wärmeprozess.