Hilfsvorrichtung zum Richten von Fahrzeugseheinwerferpaaren
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Hilfsvorrichtung zum Richten von Fahrzeug scheinwerferpaaren.
Beim Richten oder Einstellen von Fahr zeugscheinwerfern wird gewöhnlich ein vertikaler Lichtschirm in gewisser Entfernung vom Vorderende des Fahrzeuges aufgestellt und werden die Scheinwerfer so verschwenkt, da¯ das Lichtmuster von jedem derselben auf den Schirm fÏllt ; ferner werden die Scheinwerfer entsprechend nach links oder rechts und nach oben oder unter verschwenkt, bis die Strahlenmuster mit am Schirm vorgesehenen Markierungen zusammenfallen.
Ein Nachteil dieses üblichen Richtver- fahrens ist der verhältnismässig grosse Platzbedarf, der in kleineren Garagen, Reparaturwerkstätten und dergleichen oft nicht zur Verfügung steht. Ein weiterer Nachteil ist die Notwendigkeit, das Licht hochstrahlig auszurichten, das heisst mit nicht-abgeblendeten Scheinwerfern, da das niederstrahlige Lichtmuster, das heisst mit abgeblendeten Scheinwerfern, für Richtzweelce nicht besonders geeignet ist.
Das Arbeiten mit ¸nieder strahligem Licht wäre aber vorzuziehen, da aus Sicherheitsgründen die Richtgenauigkeit f r solches Scheinwerferlicht wichtiger ist als f r Hochstrahlung, weil Niederstrahlung für Stadt-und Vorortverkehr, wo Zweibahnver kchr vorherrscht, und Hochstrahlung für ilberlandverkehr bestimmt ist, wo dies nicht zutrifft. Theoretisch sollte zwischen Hochund Niederstrahlausrichtung eine ganz bestimmte Beziehung bestehen, das heisst, wenn bei Hochstrahlung optimale Ausrichtung erhalten worden ist, so sollte theoretisch dasselbe auch automatisch für Niederstrahlung zutreffen.
Zufolge unvermeidlicher Unge nauigkeiten der Fabrikation, wie z. B. beim Montieren der Hoch- und der Niederstrah lungsdrähte in den Lampen, wird jedoch eine solche ¯bereinstimmung kaum genau erreichbar sein. Daraus folgt, dass, wenn die Lampen gemäss den üblichen, oben angeführten Verfahren auf Hochstrahlung ausgerichtet werden; die Fabriktionsungenauigkeiten die Aus- richtung auf Niederstrahlung beeinträchtigen.
Da die Ausrichtung vorteilhafterweise nach Niederstrahlung erfolgen sollte, dies aber bei den herrkömmlichen Verfahren und Vorrich tungen für Garagen und Reparaturwerk- stätten praktisch nicht in Frage kommt, so wäre es vorzuziehen, die Lampen in der Fabrik genau auf Niederstrahlung auzuriehten, da dort ohne weiteres eine kompliziertere Ausrichteapparatur verwendet werden könnte.
Die Lampen könnten dann so geeicht werden, dass die genau gleiche Einstellung zwischen den entsprechenden Teilen an einem Fahrzeug wiederhergestellt werden könnte, wodurch die genaue Niederstrahl-Ausrichtung gewährleistet würde.
Die vorliegende Erfindung zielt nun auf die Schaffung einer Hilfsvorrichtung zum Richten von Fahrzeugscheinwerferpaaren, die sich fur eine solche Verwendung in kleineren Garagen und Reparaturwerkstätten eignet, da sie ein Einstellen ohne Lichtstrahlen ermög- licht. Diese Hilfsvorrichtung besitzt zwei Richt. vorriehtlmgshallptteile, von denen jeder einen mit Mitteln zum abnehmbaren und ausgerichteten Befestigen am Scheinwerfer versehenen Rahmen und einen am Rahmen in der Horizontalebene scllwenkbar gelagerten und gemäss der Eichung der Scheinwerfer einstellbaren Teil aufweist.
Diese Hauptteile sind zum Richten der Scheinwerfer in eine bestimmte Lage in bezug auf eine die Hauptteile verbindende Bezugsgerade zu bringen.
Diese Hilfsvorrichtung ist erfindungs- gemäss dadurch gekennzeichnet, dass der eine Riehtvorrichtungshauptteil einen Haspel mit biegsamem Band trägt, welches nach dem Abwickel. n als Bezugsgerade dient, während sieh am andern Richtvorrichtungshauptteil ein Be festigungshaken für das Ende des abgewickel- ten Bandes befindet.
Die Vorrichtung kann ferner Mittel aufweisen zum Ausrichten des Gerätes in einer Horizontalebene, bestehend aus einem einen Teil des Rahmens bildenden Zeiger und einem an letzterem schwenkbar befestigten Bezugsteil, der eine Skala trägt, auf der der Zeiger einstellbar ist.
Mittels einer Hilfsvorrichtung nach der Erfindung kann das Scheinwerferpaar in der Fabrik genau eingestellt bzw. ausgerichtet, mit entsprechenden Eichstrichen versehen und dann in der Werkstätte gemäss letzteren mon- tiert werden. So kann diese Vorrichtung bei einem Fahrzeugscheinwerfer, der sowohl in vertikaler wie auch horizontaler Ebene ausgerichtet werden soll, in der Fabrik auf einen Scheinwerfer aufgesetzt werden und letzterer genau auf Niederstrahlung ausgerichtet, dann durch Markierung der Anzahl von Einheiten -z. B.
Winkelgrade links oder rechts und auf-oder abwärts, durch die der Scheinwerfer in bezug auf eine gegebene Ebene gedreht werden muss, um eine vollständige Ausrieh- tung auf Niederstrahlung zu erhalten-ge- eicht und sehlussendlich auf einem Fahrzeug so montiert werden, dass er in bezug auf die genannte gegebene Ebene um die Zahl von Winkelgraden nach rechts oder links und nach oben oder unten, entsprechend den vorbestimmten Eichstrichen, gedreht ist.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt :
Fig. 1 die Vorderansielit eines Autos, dessen Scheinwerfer mit dem ersten Beispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung versehen sind,
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Vorderteil dieses Autos,
Fig. 3 zum Teil eine Draufsicht, zum Teil einen Schnitt, in einem grösseren Massstab, durch den einen der beiden Richtvorrichtungs- hauptteile in Fig. 1,
Fig. 4 zum Teil eine Seitenansicht, zum Teil einen Mittellängssehnitt des in Fig. 3 gezeigten Vorrichtungshauptteils,
Fig. 5 eine Seitenansicht einer auf einem im Schnitt nach der Linie 5-5 in Fig. 6 gezeigten Fahrzeugscheinwerfer montierten Richtvorrichtung nach Fig. 3, 4,
Fig. 6 eine Vorderansicht zu Fig.
5, mit Teilsehnitten,
Fig. 7 einen Schnitt nach der Linie 7-7 der Fig. 6.
Auf einem Motorfahrzeug 12 (Fig. 1 und 2) sind zwei Scheinwerfer 14 und 16 montiert, von denen jeder, wie auch deren Halterung, von herkömmlicher Bauart ist, die nachstehend eingehend beschrieben ist. An jedem dieser Scheinwerfer ist nun ein Richtvorrichtungs- hauptteil 18 bzw. 20 wegnehmbar befestigt, und diese beiden Vorrichtungen sind durch ein biegsames Band 22 miteinander verbnn- den.
Die beiden Vorrichtungen 18, 20 sind einander gleich, ausgenommen, dass die erstere mit einem Hakenstift 24 versehen ist zwecks Befestigens des einen Endes des Bandes 22, wenn dieses zwischen den beiden Vorrichtungen gespannt wird, und. dass die Vorrichtung 20 mit einem Federhaspel 26 versehen ist zur Aufnahme des Bandes 22, wenn der Apparat nicht im Gebrauch ist. Fig. 3 zeigt den Haken 24 und den Haspel 26 in grösserem Massstab, wobei die Vorrichtung 20 abgebrochen gezeichnet ist, um den entsprechenden Teil der Vorrichtung 18 sichtbar zu machen.
Wie aus Fig. 3 und 4 hervorgeht, weist jede der beiden Vorrichtungen 18, 20, die aus Leiehtmetall hergestellt sind, einen Rahmen 28 auf, der provisorisch an einem der beiden Scheinwerfer befestigbar und mittels einer Schraube 30 an einem T-förmigen Be zugsteil 32 schwenkbar ist. Der Rahmen 28 weist einen Ring 34 von wenigstens annähernd dem gleichen Durchmesser wie der Seheinwerfer 14 auf, nebst einem an der Unterseite des Ringes 34 befestigten Zeiger 36, der rechtwinklig zum Ring nach aussen gerichtet ist.
Der Rahmen 28. kann in bezug auf den T-förmigell Bezugsteil 32 auf irgendeine gewünsehte Einstellung an der horizontalen Einstellplatte 38 verschwenkt und, falls erwünscht, mittels einer Feststell-Flügelschraube 40 arretiert werden. Weiter ist am Rahmen 28 eine Libelle 42 befestigt, die mittels Justier sehrauben 44 auf einem Träger 46 montiert ist.
Letzterer ist mittels einer Feder 47 mit dem Rahmen 28 verbunden und kann in bezug auf diesen mittels einer Schraube 48 und einer auf eine Ansatzschraube 52 aufgeschraubten Mutter 50 verstellt werden. Durch Drehen der Justiermutter 50 wird die Libelle 42 gegeniiber dem Rahmenteil 28 gekippt. Am Umfang der Mutter 50 sind Kerben 53 vorgesehen, die gemäss einem gegebenen Eichsystem numeriert sind. Mittels einer federbelasteten Klinke 54 kann die Libelle 42 um einen vorbestimmten Betrag gekippt werden, indem die Klinke in eine dem gewiinschten Justierungsgrad entsprechende Kerbe 53 einfällt. Eine Stellschraube 51 verhindert eine vollständige Umdrehung der Spindel.
Im Ring 34 des Rahmens 28 ist ein Ansauger 56 untergebracht, der den Scheinwerfer 14 festhält, wenn er gegen diesen gedriickt wird. Der Ansauger 56 wird von einem teilweise mit Gewinde versehenen Stab 58 getragen. Mittels am Umfang des Ringes 34 ange brachten flache, mit Anzug versehenen Stiften 68 und 68'kann jede der beiden Vorrichtungen 18, 20 am Scheinwerfer in richtiger Lage aufgesteekt werden, wobei diese Stifte am Rand des Seheinwerfers aufliegen und so den Ring 34 genau parallel zur Ebene der Lampenlinse halten.
Nachdem die Stifte 68, 68'auf den Rand des Scheinwerfers aufgesetzt worden sind, wird der Rahmen 28 durch Einwärtsdrücken eines Knopfes 60 am Scheinwerfer befestigt, wobei der Ansauger 56 auf letzteren gedrüekt und dann ein auf den Stab 58 aufgeschraubter Druckknopf 62 gedreht wird, um ihn gegen die Stirnfläche 64 des Ringes 34 anzudrücken, damit die Vorrichtung in ihrer Lage festgehalten wird.
Der oben beschriebene Apparat kann verwendet werden, um irgendeinen herkömmlichen Fahrzeugscheinwerfer genau auszurichten und eignet sich zum Riehten von Scheinwer- fern mit gebündeltem Strahlengang (osealed- beam -Scheinwerfer), die vorher geeicht worden sind, damit sie trotz Fabrikationsunge- nauigkeiten genau gerichtet werden können.
Fig. 5 zeigt einen an einem solchen in einem Kotflügel 72 eines Autos auf bekannte Art und Weise montierten Scheinwerfer befestigten Vorrichtungshauptteil. In einer Fassung 70 ist ein Napf 74 angeordnet, der an mehreren über den Innenrand 76 der Fasstmg verteilten Punkten letztere berührt.
Der Napf 74 wiederum dient selbst als Fassung für die sealed-beamo-Vorrichtung 78, die mittels Drähten 79 in an sich bekannter Weise an einen elektrischen Stromkreis angeschlossen ist. Die Vorrichtung 78 ist mittels eines Halteringes 80 im Napf 74 befestigt.
Der Ring 80 ist mittels Schrauben 82 mit dem Napf 74 verbunden, wobei diese Schrau- ben Flanschteile 84 des Halteringes 80 durchsetzen und in entsprechende Flansehteile 86 des Napfes 74 greifen. Dieses ganze Gebilde wird mittels Flansche 90 des Napfes 74 durchsetzenden lmd in an der Fassung 70 befestigte Muttern 92 greifenden Justier-. schrauben 88 in der Fassung 70 in der richti- gen Lage festgehalten. Als im allgemeinen den Justierschrauben 88 diametral entgegenwirkend sind ein oder mehrere Federn 94 vor gesehen, die zusammen mit den Schrauben 88 den Napf 74 mit der Fassung 70 in Berüh- rung halten.
Wie aus Fig. 6 und 7 ersichtlich, ist der Ring 34 mit an ihm mittels Schrauben 98 befestigten Sicherheitsfedern 96 versehen. Wie aus Fig. 7 hervorgeht, übergreifen diese Federn 96 den Aussenrand des Napfes 74, um ein Abfallen der Richtvorrichtung vom Sehein- werfer zu verhindern, wenn der Ansauger versehentlich gelöst wird.
Die oben besehriebene Richtvorrichtung kann zum genauen Einstellen von Sehein- werfern benützt werden, die vorgängig geeicht worden sind zweeks Feststellens der Anzahl von Teilstrichen, durch die die Lampen nach rechts bzw. links oder nach oben bzw. unten gedreht werden müssen, um so trotz Fabrikationsungenauigkeiten eine genaue Ausrichtung zu erhalten.
Um die beiden Scheinwerfer an einem Fahrzeug auszurichten, werden die oben be schriebenen Bichtvorrichtungshauptteile 8, 20 mittels der Ansauger 56 an den Sehein- werfern befestigt und wird das biegsame Band 22 zwischen den beiden Vorrichtungsteilen festgespannt. Berührt das Band 22 gerade die Flächen 21, 23 der beiden T-förmigen Bezugsglieder, wie das in Fig. 2 dargestellt ist, so sind die beiden Vorrichtungsteile 18, 20 auf dem Fahrzeug richtig ausgerichtet, so dass zum Ausrichten der beiden Lampen die gege- benen Eichstriche verwendet werden können.
An den beiden Teilen 18, 20 ist sowohl die Justiermutter 50 wie auch die horizontale Justierplatte 38 so geeicht und mit einer Teilung versehen, dass sie den in der Fabrik zum genauen Ausrichten der Lampen verwendeten Eichungen entsprechen, wobei in der Fabrik die Lampen ohne weiteres niederstrahlig genau ausgerichtet werden können. Eine sowohl für die horizontale Einstellung wie auch für die mit Zahlen versehene Skalenscheibe an der Justiermutter typiselie Skala ist so beschaf- fen, dass jeder Teilstrich auf der horizontalen Skala und jede Zahl der Skalenscheibe eine Strahljustierung nach rechts bzw. links, oder nach oben bzw. unten von 2 cm auf 6 m darstellt.
Nachdem die beiden Vorrichtungsteile 18, 20 auf den beiden Scheinwerfern montiert und mittels des biegsamen Bandes aufeinander ausgerichtet worden sind, wie das oben besehrieben worden ist, werden die Scheinwerfer gemäss den vorbestimmten, auf ilmen markierten Eichstrichen gerichtet, indem die Justiermutter 50 auf die mit der der gewünsch- ten Vertikalverstellung entsprechenden Zahl versehene Verbe gedreht wird und dann die Justierschrauben 88 gelöst bzw. angezogen werden, bis die Luftblase in der Libelle 42 ? zentriert ist und unter dem Zeiger 36 die richtige Horizontalskalenablesung erhalten wird.
Die beiden Scheinwerfer sind dann genau ausgerichtet, und zwar trotz Fabrika- tionsungenauigkeiten.
Die richtige Seheinwerferausrichtung kann erhalten werden, indem zuerst der Zeiger 28 auf den richtigen Horizontaleiclistrich eingestellt, dann die Flügelsehraube 40 zwecks Festlegung der Justierung arretiert und die Justiermutter auf die richtige Kerbzahl gedreht wird, worauf dann die Justierschrauben 88 gelöst bzw. angezogen werden, um die Luftblase in der Libelle 42 zu zentrieren, und die beiden Vorriehtungsteile gedreht werden, bis das Band 22 gerade die Flächen 21, 23 der T-formigen Bezugsteile berührt, wie das in Fig. 2 gezeigt ist.