Tabak mit verminderten beissenden oder reizenden Eigenschaften Die vorliegende Erfindung betrifft Tabak mit. verminderten beissenden und reizenden 1@@i@renschaftcn, welcher dadurch gekennzeich net ist., dass er kleine Mengen polymeres N- Vinylpy-ri#olidoii enthält-.
Es wird allgemein anerkannt, dass die beissenden oder reizenden Eigenschaften des Tabak; beim Kauen desselben bzw. seines Ranches beim Tabakrauchen. zum Teil ge- wissen. Flarzen und Teeren zuzuschreiben sind, die im Tabak vorhanden sind oder während dessen Verbrennung gebildet, werden.
Es wurde gefunden, da.ss POly-N-vinl'1- pyrrolidon, nachstehend ganz allgemein als Polyvinylpyrrolidon bezeichnet, insbesondere ein wasserlösliches Palymerisat, das in der USA-Pa.tentsehrift Nr. 2265.150 beschrieben ist.
und durch Polymerisation von N-Vinyl-rx- pyrrolidon hergestellt werden kann, die Eigen schaft besitzt, sieh mit den im 'Tabak vor= handenen Teeren und Harzen zu binden, wo dureli gewisse beissende oder reizende Wir- kum,en des Tabaks wesentlich verringert werden.
So werden im Falle von Kau- und Schnupftabak die beissenden und reizenden Wirkungen des Tabaks selbst und im Falle voii Ranelita.baken. (Zigarren, Zigaretten, Pfeifentabaken) die Menge der Teere und Harze oder ihrer thermischen Zersetzungs- o(lei# Verbrennungsprodukte, die im Raueli vorhanden sind, verringert.
<B>Es</B> wurde gefunden, dass, wenn eine kleine Menge Polvviiiyll)vri,o@liclon dein Tabak zuge- setzt wird, und zwar entweder im Blatt während irgendeiner Stufe seiner Verarbei tung oder bevor oder nachdem es zerrieben oder zerschnitten worden ist, das Polyvinyl- pyrrolid'.on sich mit den darin vorhandenen Harzen und Teeren zu verbinden scheint, so da.ss im Falle von Kau- und Schnupftabak die beissenden oder reizenden Eigenschaften des Tabaks wesentlich verringert werden, und im Falle von Tabak, der in Pfeifen, Zigarren oder Zigaretten geraucht werden soll, die Menge der Teere und Harze und auch des Nikotins in dem Rauch des Tabaks,
der eine kleine Menge Poly"-inylpyrrolidon ent hält, herabgesetzt wird, wodurch die beissen den und reizenden Eigenschaften des Rauches wesentlich verringert werden.
Das Polyvinylpyrrolidon kann dem Tabak zweckmässig einverleibt werden, indem auf den Tabak, und zwar entweder in Blattform oder nachdem er geschnitten worden ist, eine wässerige Lösung von Polyvinylpyrrolidon aufgesprüht. wird.
Beispiel <I>1</I> Ein geschnittener Rauchtabak wurde mit einer 10prozentigen wässerigen Lösung von Polyvinylpyrrolidon mit einem K-Wert von etwa. 25 besprüht, wobei 100 em3 der Sprüh lösung je etwa. 4"a0 g Tabak benutzt wur den. Der Tabak wurde dann trocknen ge lassen. Ein Teil des behandelten Tabaks wurde zu Zigaretten verarbeitet.
Beim Rau- chen dieser Zigaretten und auch beim Rau chen eines Teils des behandelten Tabaks in einer Pfeife konnte kein Einfbass auf den Geschmack und die Brennfähigkeit des Ta baks festgestellt werden.
Aus dem so behan delten Tabak hergestellte Zigaretten wurden auch in einer Zigarettenrauchmaschine und ein Teil des so behandelten Tabaks wurde in einer Pfeifenrauchmaschine geraucht; in beiden Fällen wurde festgestellt, dass die Menge der Harze und Teere im Rauch des behandelten Tabaks wesentlich geringer war als die aus dem Rauch desselben Tabaks, der nicht mit Poly viny l'pyrrolidon behandelt wor den war.
Hierbei wurde deichzeitig auch festgestellt, dass die Anwesenheit. des Poly- vinylpyrrolidons keinen Einfluss auf die Brennfähigkeit des 'Tabaks zu haben scheint und dass die Asche aus dem mit Polyvinyl- py rrolidon behandelten Tabak eine wesent lich grössere -Menge an Harzen und 'Teeren enthielt, ahs sie in der Asche desselben Tabaks enthalten war, der nicht in der genannten Weise behandelt worden war.
<I>Beispiel</I> 400 g Tabak, der durch Öffnen handels üblicher Zigaretten erhalten worden war, wur den in 4 Teile von je 100 g zerlegt. Mit drei dieser Proben wurden 1 bzw. 2 und 4 g trockenes, fein gepulvertes Polyv inylpyrroli- don mit einem Ii-NVert von etwa. 30 sorg- fältig gemischt. Aus jedem Teil wurden dann wieder Zigaretten hergestellt, und diese Zi garetten geraucht.
Beispiel <I>3</I> Auf drei Tabakansätze für Zigaretten von je 1'00g wurden Mengen von 1 bzw. 2 und 4 g Polyv inylpyrrolidon in Form einer 10 prozentigen Lösung in Isopropylalkohol auf gesprüht. Der Tabak wurde an der Luft ge trocknet, wobei ein feiner Film von Poly- vinylpyrrolidon auf dem Tabak verblieb. Das Tocknen wurde sehr sorgfältig in einer feuch ten Atmosphäre durchgeführt, so dass nur ein sehr geringer Verlust. an der natürlichen Feuchtigkeit des Tabaks eintrat.
Aus den so behandelten Tabakansätzen wurden Zigaretten hergestellt, und gleichzeitig auch noch aus einer vierten Probe von unbehandeltem Ta bak desselben Ursprungs. Die so erhaltenen Zigaretten wurden dann durch Rauchen mit einander verglichen.
Alle nach Beispiel 2 und 3 erhaltenen Zigaretten, die mit Poly viny lpy rr oliclon be handelt worden waren, waren wesentlich milder als die Zigaretten, die aus demselben, aber unbehandelten Tabak hergestellt worden waren, und die Zigaretten, die nach dein Verfahren des Beispiels 3 erhalten wurden, waren denen des Beispiels 2 überlegen.
Durch Vergleich der Zigaretten, die nach den Verfahren der Beispiele 2 und 3 erbal ten wurden, wurde festgestellt, dass diejeni gen, die ? 1/o Poly vinylpyrrolidon enthielten, wesentlich besser waren als diejenigen, die nur 1% Polyvinylpyrrolidon enthielten. Die Anwendung einer grösseren Menge Poly- viny lpy rrolidon als 4010, und zwar insbeson dere in den Zigaretten, die nach dem Ver fahren des Beispiels 3 erhalten wurden,
scheint nicht erforderlich zu sein, da. bei dieser Menge keine Zunahme in der Wir kung festgestellt werden konnte.
Infolge des verhältnismässig hohen Prei ses des Polyvinylpyrrolidons wird vorzugs weise nur die geringste -Menge davon benutzt, die notwendig ist, um die ge wünschte Abnahme in den beissenden und reizenden Eigenschaften des Tabaks oder dem Rauch davon zu erzielen. Diese -Menge kann natürlich bei den ver schiedenen Tabaksorten verschieden sein, und sie ist auch abhängig von dem Verfahren, nach welchem das Poliyvinylpy rrolidon dem Tabak einverleibt wird. Die geeignetste -Menge kann jedoch durch Vorversuehe leicht fest gestellt werden.
Das Polyvinylpyrrolidon kann dein Tabak in jeder Stufe seiner Verarbeitung zugesetzt werden, und zwar entweder vor, während oder nach dem Fermentieren und Reifen, und es wird dem Tabak zweckmässig zusammen mit den andern üblichen Zusatzstoffen, wie den Feuclitstoffen (Gly-cerin oder Gly- kol), Geruchs- oder Geschmacksstoffen oder Chlorophyll und dessen Abkömmlingen, ins besondere Chlorophylilin (das heisst den was serlöslichen Chlorophyllfaktoren), zugesetzt.
Wird das Poly--inylpyrrolidon dem Tabak zu sammen mit- gewissen andern üblichen Zusatz stoffen zu-esetzt, so wird die Verarbeitung wesentlich vereinfacht.
Es scheint, dass der Polymerisationsgrad des I?oly v inylpy-rro iidons auf dessen Fähig keit, sieh mit den Teeren. und Harzen im Tabak zu verbinden und deren Menge im Tabakrauch zti verringern, keinen besonderen Einfluss hat. Zweckmässig werden die was- serlöslielien Polt' merisate von Polyvinyl- pyrrolidon benutzt (das heisst. Polymerisate mit einem.
Polymerisationsgrad, der einem Fikentsclier K--Wert von 10 bis 90, entspricht). Obgleich sich auch Polt' viny lpy rrolidon mit einem. K-Wert über 90' noch mit, den Teeren und Harzen im Tabak verbindet, so sind doch derartige Iloelipolymerisate etwas schwierig löslich \und daher nicht. so gut geeignet.
Polt' vinylpy rrolidon mit einem Molekular- -()(,wicht im Bereich von etwa- 5000 bis 40,000 und einem mittleren. Molektllargewieht von etwa ?5 000 sowie einem K-Wert von etwa. 30 ist bereits als Ersatzstoff für Blutplasma benutzt worden. Polymerisate dieser Art. kön nen auch zur Durchführung vorliegender Iafindun benutzt werden.
Es sind jedoch für die Durchführung der Erfindung auch Ansätze von Polymerisaten mit einem niedri geren oder höheren K-Wert als er für ge wisse pharmazeutische Anwendungen brauch bar ist, in gleicher Weise wirksam, und daher können gegebenenfalls auch derartige niedri ger- oder höhermolekulare Polym.erisiations- produkte verwendet werden.