Verfahren und Vorrichtung zum Nasssieben fester Teilchen
Die vorliegende Erfindung betrifft das Nasssieben fester Teilchen mit Hilfe eines festen Siebes. Das Sieben kann z. B. zum Aus- scheiden fester Teilchen aus einer Flüssigkeit oder einer Suspension und zum Trennen fester Teilchen nach versehiedener Grosse dienen.
Mittels fester Siebe gelingt es, grobk¯rnige Produkte zufriedenstellend abzusieben ; , werden in Erzwäsehen öfters feste Stabsiebe angewandt. Beim Absieben feinkörniger Pro- dukte stellen sieh jedoch Schwierigkeiten ein ; es treten Verstopfitngen des Siebes, auf, und die Leistungsfähigkeit eines festen Siebes für feinkornige Produkte ist daher gering. Aus diesem Grunde verwendet man für feinkor- nige Produkte meistens sieh bewegende Siebe, wie Schüttelsiebe, Sehwingsiebe und Drehsiebe.
Auch sind bereits feste Siebe mit einer gekrümmten Sieboberfläche bekannt, über die das Sieb^ut in einer krummen Bahn geleitet wird, wodurch das Sieben durch die auftreten- den Zentrifugalkräfte gefordert wird. Bei einem solchen Siebverfahren ergibt das Abführen der Überlauffrakt-ion manchmal Schwie rigkeiten. Dies ist, wenigstens zum Teil eine Folge der Tatsache, dass das (lut auf diesen Sieben eine spiralige Bahn beschreibt.'Weiter- hin sind diese Siebe kompliziert und teuer.
Die vorliegende Erfindung betrifft nunmehr ein Verfahren zum Nasssieben fester Teilchen mit Hilfe eines festen Siebes, wobei die Teilchen nebst Flüssigkeit mindestens annähernd tangential der konkaven Seite einer zylindrischgekrümmtenSieMläehezugeleitet werden. Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungs- richtung des Siebgutes auf der SieboberflÏche von der Aufgabestelle bis zum Abflussende mindestens annähernd senkrecht zu der Erzeugenden der zylindrischen Siebfläche über den Siebboden verläuft, derart, dass die ein zelnen Teilehen sieh annähernd in einer Ebene bewegen, welche senkrecht zu der Erzeugenden der Zylinderfläche steht.
Vorzugsweise wird das Verfahren derart durchgeführt, dass man die Teilehen des Siebgutes in einer mindestens annähernd vertikalen Ebene der Siebfläche zuführt, d. h. also, das Sieb ist in soleher Weise aufgestellt, dass die Erzeugende waagrecht verläuft ; wei terhin wird das Gemiseh dem Sieb zweck mässigerweise mit einer Geschwindigkeit von zumindest 0, 5 m/sek zugeleitet.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Siebvorriehtung zum Durchführen dieses Verfahrens, im weiteren Text mit ?Krummsieb bezeichnet.
Die erfindungsgemässe Siebvorrichtung weist einen zylindrisch gekrümmten Sieb boden txrnd iMittel auf, die zur Zuführung des aus in Flüssigkeit suspendierten Teilchen bestehenden Siebgutes angenähert tangential zur konka. ven Seite des Siebbodens dient und ist dadurch gekennzeichnet, dass der Siebboden einen Teil eines Zylindermantels bildet. und dass Mittel zum Auffangen und Entfernen der Teilchen vorgesehen sind.
Vorzugsweise ist der Siebboden derart gekrümmt, dass ein Teilehen, das sieh von der Aufgabe-bis zur Abflussseite bewegt, einen Bogen durchlÏuft, der einem Winkel von h¯chstens180¯ entspricht, und die Krümmungs- halbmesser'des Siebbodens sind einander zweek- mässigerweise überall gleich, mit andern Worten, der Siebboden ist. einem Kreiszylinderausschnitt entsprechend gekrümmt.
Es ist jedoch auch möglieh, dem Siebboden in der Rieh tung-von der Aufgabestelle bis zum Abflussende eine zu-oder abnehmende Krümmnng zu erteilen ; der Begriff Zylinder wird hier also in mathematischem Sinne angewandt ; es ist-eine Fläche, die durch eine parallel zu sich selber fortbewea e Gerade erzeugt wird.
Der Siebboden wird z. B. dadurch gebildet, dass man einen rechteckigen Siebboden in nur einer Richtung parallel zu einer Seite umbiegt, z. B. über einen Winkel von 90¯. Das Sieb lässt sich somit. in einfacher Weise herstellen und beim Sieben wird die ganze Siebfläehe benutzt, dies im Gegensatz zu den bekannten gekrümmten festen Sieben, deren Siebfläehe nur teilweise oder ungleichmässig benutzt wird und deren Herstellung grosse Kosten mit sich bringt und viel Material erfordert.
Die Erfindung wird an Hand der beilie genden schematisehen Zeichnungen erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt des Siebes in Schrägansicht.
Fig. 2 zeigt im Querschni zwei Siebstäbe.
Fig. 3 zeigt einen Teil eines Siebbodens.
Fig. 4-7 zeigen den Verschleiss der Siebstäbe.
Fig. 8-20 zeigen weitere Ausführungsfor- men der Vorrichtung.
In Fig. 1 stellt 1 ein Bleeh dar, über welches das zu trennende Siebgut in einer durch die Pfeile a bezeichneten Richtungen herangeführt wird. Dieses Blech 1 kann z. B. den Boden einer offenen Rinne oder eines ge schlossenen Kanals oder eine der flachen Seiten eines mehr oder weniger zusammengepress- ten Gummisehlauches bilden. Das Blech 1 schlie¯t tangential an die konkave Seite eines gekrümmten Siebbodens 2 an, der sich ans einer Anzahl StÏben 3 zusammensetzt, zwischen denen sieh Spalte 4 befinden.
Der Siebboden ist derart gekrümmt, dass die Stäbe 3 als die Erzeugenden einer Zylinderfläche betrachtet werden k¯nnen, oder mit andern Worten,der Siebboden besteht aus einem Stabsieb, das derart gekrümmt ist, dass die Stäbe nach wie vor gerade sind.
Feine Teile und Flüssigkeit entweichen durch die Spalte, sammeln sieh in einem BehÏlter 5 und werden aus diesem durch ein Rohr 6 abgeführt. Der Behälter 5 sehliesst den Siebboden 2 an dessen konvexer Seite völlig ab, so dass keine Verluste auftreten können. Die groben Teile bewegen sieh über den Siebboden hinweg und werden, wie durch die Pfeile b bezeichnet, am Abflussende des Siebbodens tangential und senkreeht zum letzten Stab 3 vom Siebboden abgeführt. Diese Teile sammeln n sich, wie Fig.1 zeigt, in einem Behälter 7, aus welchem sie durch das Rohr 8 abgeführt werden.
Statt dieses Behälters 7 lässt sieh auch eine an den Siebboden anschlie- ssende Rinne bzw. ein an denselben anschliessen der Kanal verwenden. Eine Endwand 9 und eine Seitenwand 10 dienen dazu, Verluste durch Verspritzen und Abfliessen des Gemisches zu vermeiden. Au¯erdem kann das ganze Sieb mittels einer Deckplatte 11 abgeschlossen werden.
In Fig. l sind die Stäbe 3 waagrecht angeordnet und der Siebboden bildet einen Kreiszylinderausschnitt von etwa 65¯, wobei die Aufgabestelle hoher u : nd das Abflussende für die L berlauffraktion tiefer angeordnet ist. Es ist jedoch durchaus möglieh, den Siebboden in anderer Weise aufzustellen ; die Stellung ist nebensächlich, wenn nur ein guter Abfluss der Durehfallfraktion gewährleistet ist. Der Abflu¯ der ¯berlauffraktion ist abhÏngig von der Konzentration des Aufgabegntes, der Zu- leitungsgeschwindigkeit, der Ment, Aufgabegut je Einheit Siebbreite (mithin der Dieke der aufgegebenen Schicht) und sehliesslieh von der Länge des Siebbodens.
Diese Grössen hat man selbstverständlieh bei der Konstruk- tion und der Anwendung dieser Siebe zu be rüeksichtigen. Die Zuleitungsgeschwindigkeit kann z. B. in einfacher Weise geregelt werden, wenn man das Siebgut dureh einen Gummi- sehlaueh leitet, den man mehr oder weniger zusammenpresst.
Bei Befestigen des Siebbodens hat man dafür Sorge mi tragen, dass die konkave Seite desselben möglichst wenig vorspringende Teile aufweist, weil sonst die Strömung des Siebgutes über den Siebboden beeintrÏchtigt w rde. Die Befestigungsmittel sind deshalb womöglieh an der konvexen Seite des Siebbodens anzuordnen. Überhaupt ist jedes Hindernis an der konkaven Seite des Siebbodens zu venneiden.
Die StÏbe 3 haben einen reehteckigen Quer- schnitt. jedoch mit einigermassen abgerunde- ten Ecken zur Vermeidung scharfer Ränder.
Die Stäbe sind derart. angeordnet, dass, wenn man den Siebboden geradebiegt, die Spalte gleichfalls im Querschnitt reehteekig sind.
Bei einem gekrümmten Siebboden sind die Spalte daher im Quersehnitt trapezförmig. fig 2 zeigt im Querschnitt zwei Stäbe 3, die bereits lÏngere Zeit im Gebrauch sind. Um deutlieh zu machen, worum es sieh hier handelt, ist die Stellung und die Entfernung der Stäbe zueinander stark übertrieben ge zeiehnet. Weil der Siebboden gekrümmt ist, werden Teilchen, die sieh in der durch die Pfeile c bezeichneten Richtung über den linken Stab bewegen, an die Seitenkante des rechten Stabes anprallen und dort einen Versehleiss herbeiführen. Dies hat zur Folge, dass die linke Oberkante sämtlieher Stäbe abgerundet. wird, was die Siebwirkung beeinträeh tint.
Dieser Übelstand kann jedoch zum gröss- ten Teil beseitigt werden, wenn man das Gemiseh hinsiehtlieh der Stäbe von der andern Seite zuleitet, wie durch den Pfeil d angegeben ist. Dreht man also den Siebboden naeh einer gewissen Zeit, wodurch die Aufgabeseite zur Abflussseite wird, so erreicht man einen gleich- mässigeren Verschleiss der Stäbe.
Fig. 3 zeigt eine Art Stabsieb, das sieh dazu eignet, zu einem Krummsieb verformt zu werden. Dabei sind die Stäbe 3 in solcher Weise gebogen, dass eine Schlinge 12 entsteht.
Durch die Schlingen der Stäbe läuft eine Be festigungsstange 13. Jeder Stab 3 macht zumindest. eine Schlinge 12 um eine Stange 1. 3, aber die Zahl der Schlingen kann auch grosser sein, und zwar je nach der Länge der Stäbe.
Derartige Siebböden sind im Handel erhältlich.
Es seien hier beispielsweise einige Abmes- sungen bewährter Krummsiebe mit spaltf¯r migen Öffnungen genannt, deren. Siebböden die Form einer Kreiszylinderfläche haben.
1. Krümmungshalbmesser 400 mm, Zentri- winkel 180 , Breite des Siebbodens 300 mm.
2. Krümmungshalbmessser 510 mm, Zentriwinkel 90 , Breite des Siebbodens 1200 mm.
Auch kleinere oder grössere Krümmungs- halbmesser, z. B. von 15 bis 150 cm lassen sieh anwenden, während auch kleinere Zentri- winkel von z. B. 45 möglich sind. Die Anvendung von Zentriwinkeln grösser als 180 ist ebenfalls möglich, aber diese weist im all- gemeinen keinen Vorteil auf.
Fig. 4 zeigt einen neuen Stab mit recht- winkligem Profil und abgerundeten Ecken.
Fig. 5 zeigt. den Stab eines bereits lÏngere Zeit in Betrieb befindlichen, aber noch nicht gedrehten Siebbodens.
Der Verschleiss des Siebbodens ist nicht überall gleich gross, die Vorderseiten der Stäbe werden stärker abgenutzt als die Hin terseiten. Auf die Dauer kann die Siebwirkung dadureh stark herabgesetzt werden. Dies lässt sieh jedoch vermeiden, indem man den Siebboden auf dem Sieb umdreht, und zwar der art,d'assdieursprünglicheAufgabestelle zum Abflussende und das urspriingliehe Abfluss- ende zur Aufgabestelle wird. Auf diese Weise kann ein gleichmässiger Verschleiss des Siebbodens bewirkt werden. Allerdings hat der Siebboden in diesem Falle hinreichend dick zu sein, was bei einem Stabsieb durchaus mog- lieh ist.
Weiterhin empfiehlt es sich, die Stäbe aus verschleissfestem Material anzufertigen.
Die Fig. 6 und 7 zeigen Stäbe von gedrehten Siebboden, bei denen der-in Fig. 7 dargestellte Stab den gr¯¯ten Verschlei¯ aufweist.
Die Pfeile bezeichnen die Strömungsrichtung.
Die Neigungen der Versehleissflächen sind in den Figuren stark übertrieben, die Erschei- nung lässt sich jedoch mit dem blossen Auge sehr gut beobachten.
Fig. 8 zeigt eine Ausführungsform der Siebvorrichtung. Die zu trennende Trübe e wird in einen Uberlaufbehälter 121 geleitet, der eine Trennungswand 122 und einen Über laufrand 123 aufweist, der sieh über die ganze Breite des Siebbodens erstreckt. Gegenüber dem Überlaufrand 123 befindet sieh ein Blech 124, das zusammen mit der Aussenwand 125 des Überlaufbehälters 121 dazu vorgesehen ist, das Gemisch tangential auf den aus Stäben 127 bestehenden gekrümmten Siebboden 126 zu leiten. Die Art und Weise, wie der Siebboden 126 befestigt worden ist, wird in der Fig. 8 nicht dargestellt. Damit sind jedoch auch keine besonderen Schwierigkeiten verbunden.
Es ist nur von Bedeutung, dass die Befestigungsmittel symmetrisch angebracht sind, so da¯ der Siebboden in einfacher Weise gedreht werden kann, wodurch die Aufgabestelle zum Abflussende und das Abflussende zur Aufgabestelle wird.
Unter dem ersten Teil des Siebbodens ist ein Auffangtrichter 128 aufgestellt, unter dem letzten Teil dieses Siebbodens befindet sieh ein Auffangtrichter 129, und die Überlauf- fraktion des Siebes sammelt sich in einem Auffangtrichter 130. Der Auffangtriehter 129 ist mit einer Abfuhrleitung 131 ausgestattet, die mittels einer Pumpe 132 mit dem Über- laufbehälter 121 in Verbindung steht. Zwisehen den Auffangtriehtern 128 und 129 ist ein Blech 133 angebracht, das um eine Achse 134 drehen kann,, so dass ein Teil der Durch- faiUfraktion erforderlichenfalls entweder in den Auffangbehälter 128 oder in den Auffangbehälter 129 geleitet werden kann.
Im Betrieb wird die zu trennende Trübe e dem Überlaufbehälter 121 zugeleitet und, nach- dem sie gleichmässig über die ganze Breite des Siebbodens 126 verteilt worden ist, tangential auf diesen Siebboden 126 geleitet mit einer Geschwindigkeit von zumindest 50 em je Sek.
Jeder der Stäbe kratzt. eine dünne Schicht vom Trübestrom ab. Die Dieke dieser Schicht beträgt, wie sieh aus den erzielten Ergebnissen ableiten lässt, in normalen Fällen et-wa 1G der Spalt. breite zwischen zwei Stäben. Ein festes Teilchen, das sieh mindestens zur Hälfte in dieser Schicht befindet, wird mitgerissen und durch diesen Spalt hindurch abgeführt. Der Durchschnitt des grössten Teilehells, das in diesen Spalt geraten kann. übersteigt demnach um zweimal die Dicke der abgekratzten Schicht, so dass dieser Durchschnitt in normalen Fällen 2 X1/4=die HÏlfte, der Spaltbreite betrÏgt.
Die nächsten Stäbe kratzen in älilicher Weise der Reihe nach weitere Schichten von diesem Triibestrom ab, wobei die Konzentration an groben Teilen in der Resttrübe selbstverständlich immer mehr ansteigt. Dieser Rest wird letzten Endes in den Trichter 130 aufgefangen und bei g abgeführt.
Die Menue Feststoff nimmt von der Auf gabestelle bis zum Abflussende ab. Demzufolge ist der Verschleiss am grössten in der NÏhe der Aufgabelstelle. Er greift zunäehst etwaige Unebenheiten im Siebboden an, was die Siebwirkung verbessert. Weiterhin nutzen die Stäbe an der Vorderseite ab, wie aus den Fig. 4-7 hervorgeht. Infolgedessen wird die von den Stäben abgekratzte e Schicht. dünner und das Trennkorn wird deshalb feiner, denn die Grösse des Trennkorns entsprieht der Dicke der abgekratzten Schicht. Durch Dre hung des Siebbodens kann diesem ¯belstand abgeholfen werden, wodurch eine verhältnis- mässig konstante Siebwirkung erzielt. wird.
Wirdd'erSiebbodengedreht,sohatdies zur Folge, dass die Aufgabestelle aus verhÏlt nismässig wenig abgenutzten Stäben besteht und das Abflussende aus verhältnismässig stark abgenutzten Stäben, wodurch das Trennkoni am Abflussende grober ist als am Aufgabeende. Durch Rezirkulation der Durehfallfraktion des letzten Siebteils oder durch eine Mach- behandlung dieser Fraktion auf einem fol genden Sieb steigert. man die Trenmehärfe.
In Fig. 8 wird die Durchfallfraktion. f des ersten Siebteils gesondert abgeführt : diese bildet die feine Fraktion. Die Durehfallfraktion des letzten Siebteils wird naeh dem Über taufbehälter 121 zurückbefordert. Da sich die Verhältnisse bei fortschreitendem Verschleiss einigermassen ändern, ist es erwünseht, die Trennungswand zwischen den Auffangtrich- tern 128 und 129 einstellbar anzubringen, zu welchem Zweck gemäss Fig. 12 ein sehwenk- bares Bleeh 133 vorgesehen ist.
Mit Hilfe des liier dargestellten Verfahrens hat man über raschend gute Ergebnisse erzielt.
Beispielsweise wurde in Wasser suspendierter Sand'mit dem spezifischen Gewicht 2, 7 in einer Vorrichtung naeh Fig. 12 gesiebt.
Der Siebboden bestand aus waagrechten Siebstäben, deren Breite 2 mm betrug und zwisehen denen Spalte von 1 mm Weite vorgesehen waren. Der Quersehnitt der Sieb fliiehe hatte die Form eines Viertelkreises mit einem Halbmesser von 500 mm, wobei die Be rührungslinie am Aufgabeende senkrecht angeordnet war. Die Breite des Siebbodens betrug 250 mm.
Die Auffangtrichter waren derart aufgestellt, dlass die Durchfallfraktion des obern Siebabsehnittes (mit einem Bogen ent- sprechend einem Winkel von 60 ) in den Auf fangtrichter 128 geriet und die Durchfallfraktion des untern Siebabschnittes (mit einem Bogen entsprechend einem Winkel von 40 ) im Auffangt.richter129aufgefangenwurde.
Der ¯berlaufrand 123 befand sich 500 mm über dem obern Rand des Siebbodens, und zwischen dem Blech 124 und der Aussenwand 125 war eine 30 mm weite Spalte vorgesehen.
Es wurden naehstehende Ergebnisse erzielt : Aufgabemenge (e) 57, 49 m3/st.
Feststoff im Aufgabegut 176 g/Liter Durchfallfraktion (f) 54, 47 m3/st.
Feststoff in der Durehfall fraktion 133 g/Liter Überlauffraktion (ss) 3, 02m3/st.
Feststoff in der Überlauf- fraktion 949 g/Liter
Kornverteilung des Durchfallfraktion ¯berlauffraktion Feststoffes in den (f) (g) getrennten Fraktionen CTrösser als 1000 Mikron 0,01% 43,7% 500 bis 1000 Mikron 0,29% 26,0% 350 bis@ 500 Mikron 3,6% 18,0% 210 bis 350 Mikron 22,7% 7, 2% 105 bis 210 Mikron 25,4% 1,8% geringer als 105 Mikron 48, 0 /o 3, 3 /o
100% 100 %
Aus diesen Angaben geht hervor, dass die l) urehmesser des 50 /o-und des 95''/o-Korns 400 bzw. 520 Mikron betrugen (die Durch- messer des 50 /o-und des 95%-Korns sind die Durchmesser der Komer, von denen 50 /o bzw.
95% des Aufgabegutes in die Überlauf frak- tion geraten sind). Das Verhältnis der Durch- messer des 50%-Korns und des 95 /o-Korns xvar also 400/520 = 0, 77, und der Steinmetzer Fehler (Siehe Glück Auf 77, Seite 121 bis 128 und 137-146, Heft 8 und 9, J. Steinmetzer, Die Windsichtung der Feinkohle ) belief sieh auf 9%.
Das Verhältnis der Durchmesser des a0 /o- und des 95 /o-Korns sowie der Steinmetzer- Fehler sind Anzeichen für die Trennschärfe.
Zwei Versuche, bei denen die beiden Durcifallfraktionen zusammengef gt wurden. und die mit gleichem Material und unter gleichen Umständen durehgeführt wurden, ergaben Verhältniszahlen von 0, 47 und 0, 48 und einen Steinmetzer-Fehler von 11 und 13 /o. Dar- aus geht hervor, dass mit. der Vorrichtung von Fig. 12 eine wesentlich schärfere Tren nung erzielt werden kann als mit einer Vor richtung, wo nur eine einzige Durchfallfrak- tion anfällt.
Die Fig. 9-12 zeigen Vorriehtungen mit schwenkbarem Siebboden. Fig. 9 zeigt im Querschnitt den Siebboden in der einen und Fig. 10 zeigt diesen Siebboden in der andern Stellung. Fig. 11 gibt eine Seitenansicht dieser Vorriehtung.
In den Fig. 9-11 stellt 141 einen Behälter dar, der dazu dient, die bei A eintretende Triibe durch die Spalte 142 hindurch tangential auf den Siebboden 143 zu leiten. Dieser Siebboden 143 ist zwisehen. zwei Bleche 144 eingespannt, welche Bleche 144 zusammen mit einer oder mehreren Versteifungsrippen 145 und den Abtropfblechen 146 und 146'den Kasten 147 bilden. Dieser Kasten 147 ist auf einer waagreehten Achse 148 befestigt, die drehbar in den aufrechtstehenden Wänden 149 und 149'eines zentralen Sammelbehälters 154 gelagert ist. Diese Achse ist in der Zuleitungs- fläche, genau unter dem Spalt 142, angebracht.
Auf der Achse 148 ist ein Hebel 1. 51 vorgesehen, der mit einem Segment 152 zusammenwirkt und darin mit Hilfe eines Stiftes 153 fixiert werden kann. Zu diesem Zweck ist das Segment 152 mit zwei Öffnungen 150 und 150'versehen, so dass der Kasten 147 in den zwei Betriebsstellungen verriegelt werden kann. Die Durchfallfraktion C fliesst zwischen den Abtropfblechen 146 und 146' hindurch in den zentralen Sammelbehälter 154 und wird von dort bei D durch die Leitung 155 abgeführt.
Die Oberlauffraktion B wird in der in Fig. 9 bezeichneten Stellung in den Sammeiraum 156 und in der in Fig. 10 bezeichneten Stellung in den Sammelraum 156'aufgefan- gen, welche Sammelräume sieh zu beiden Seiten des Zentralsammelbehälters 154 befinden.
In beiden Fällen strömt die tberlauffraktion anschliessend durch einen gemeinsamen Sam melbehälter 157 in das Abfuhrrohr 158, aus dem sie bei E abgeführt wird.
Fig. 12 zeigt eine Vorrichtung, deren Zu- leitungsmittel denen der Fig. 9 bis 11 entsprechen. Auch der Kasten 159, in dem der Siebboden untergebracht ist, entspricht. im wesentliehen dem m den Fig. 13-15 dargestellten Kasten 147, jedoch mit dem Untersehied, dass der Kasten an der Seite einen Auslauf 160 aufweist und an der Unterseite geschlossen ist, indem die Abtropfbleehe 146 und 146'miteinander verbunden sind. Als Auffangmittel für die i berlauffraktion ist hier eine Rinne 161 vorgesehen, die sieh unter dem Kasten befindet und sieh zu beiden Seiten der Zuleitungsfläche erstreckt.
Neben der Rinne 161 ist ein Sammelbehälter 162 aufgestellt, oberhalb dessen sieh die Mündung des Auslaufes 160 befindet. Die Dnrehfallfrak- tion wird stets an derselben Stelle im Sammel- behälter 162 aufgefangen, die Überlauf frak- tion dagegen wird wechselweise vor und hinter der Bildebene in der Rinne 161 aufgefangen.
Die Fig. 18-20 beziehen sieh auf eine Siebvorrichtung, die mit einem schwenkbaren Zuleitungsorgan versehen ist. Die Fig. 18 und 19 sind Längsschnitte der Vorriehtung lmd Fig. 20 stellt einen Querschnitt dieser Vorrieh- t-ung nach der Linie III-III in Fig. 1. 8 dar, wobei sich das Zuleitungsorgan jedoch in der Mittelstellung befindet. Die Fig. 18 und 19 zeigen die beiden wirksamen Stellungen, welche das Zuleitungsorgan einnehmen kann ; sonst liegt kein Untelsellied zwischen beiden Zeichnungen vor.
In den Fig. 18-20 stellt 509 einen Bell ter dar, dessen Seitenwände 510 und 512 durch Versteifungselemente 513 und 514 miteinander verbunden sind. Zwischen diesen Sei tenwä. nden 510 und 512 ist in einer Weise, die auf der Zeichnung nicht näher angegeben ist, ein Siebboden 515 befestigt. Dieser Sieb boden ist kreisförmig gekrümmt und bildet einen Bogen mit einem Winkel von etwa 270¯.
Die Symmetrieebene cles Siebbodens ist senkrecht angeordnet, wobei sieh der offene Teil an der Unterseite befindet. In den emvähnten Seitenwänden sind ausserdem in gleicher Höhe hohle Zapfen 516 und 517 vorgesehen, deren Achsen sieh in der Symmetrieebene des Siebbodens befinden und um welche ein kippbares Zuleitungsorgan 518 schwenken kann. Am hohlen Zapfen 516 ist eine Leitung 519 ange- schlossen, durch die hindurch bei A eine Trübe in das Zuleitungsorgan 518 fliesst. Der houle Zapfen 517 ist durch eine Blindflansche 520 abgeschlossen.
Das Zuleitungsorgan 518 hat die Funktion, die Trübe tangential auf den Siebboden 515 zu leiten ; es ist mit Handgrif- fen 521 und 522 ausgestattet, die durch die Sehlitze 523 und 524 ausserhalb des Behälters 509 hervorragen und mit deren Hilfe das Zuleitungsorgan wahlweise in die in Fig. 18 oder in Fig. 19 angegebene Stellung umge- stellt werden kann. Bei der Umstellung von der einen in die andere Stellung wird das Zu leitungsorgan über einen Winkel von etwa 90¯ gedreht. Der Raum zwisehen den Seiten- wänden 510 und 512 wird durch eine Haube 525 geschlossen, die mittels der Handgriffe 526 und 527 entfernt werden kann.
Die Haube 11 ruht auf den Rand'leisten 528 und 529, die an den Seitenwänden befestigt sind d und die Abdichtung zwischen der Haube und den Seitenwänden besorgen.
Die Uberlauffraktion des Siebbodens 515 sammelt sich in einem Behälter 530 und wird bei B durch die Leitung 531 aus der Vorrieli- tung entfernt. Die Durchfallfraktion wird von der Haube 525 aufgefangen, sammelt sieh im Behälter 509 und tritt bei C durch das Rohr 532 aus der Vorrichtung.
Es ist möglich, dass ein Teil der Durehfallfraktion des obern Teils des Siebbodens 515, indem er von der Haube 525 zur ckprallt, auf die konvexe Seite des Siebbodens fällt. Bei Anwendung der hier beschriebenen Vorrichtung bat man denn auch notwendigerweise für eine hinreichend grosse Zuleitungsgeschwindigkeit Sorge zu tragen, so dass die Durehfallfraktion mit hinreiehender Kraft durch die Spalte in dem obern Teil des Siebbodens hindurehströmt. Bei normalem Ge brauch des Siebbodens liegt bereits eine hin reichend grosse Zuleitungsgeschwindigkeit vor.
Selbstverständlich hat man auch zur r ¯berwindung des Höhenunterschiedes eine hinreichende Zuleitungsgeschwindigkeit anzusetzen.
Bei einem Halbmesser des Siebbodens von 50 em kann man sieh im allgemeinen mit einer Gesehwindigkeit begnügen, die einer Gesehwin- digkeit, welche mitHilfeeinerSäuledesAuf- gabegutes von 2 m Hohe erreicht werden kann, gleichkommt. Falls das zugeleitete Produkt sehr viskos ist, ist eine grössere Zuleitungs- geschwindigkeit zu. wählen ; z. B. bei einem Halbmesser von 50 cm eine einer 4 m hohen Trübsäule entsprechende Geschwindigkeit. Bei einem grösseren Halbmesser hat man gleichfalls eine grössere Zuleitungsgeschwindigkeit anzusetzen.
Es ist schon darauf hingewiesen worden, dass es empfehlenswert sein kann, die Durch fallfraktion des letzten Siebbodenteils gesondert, zu sammeln. Dies ist auch bei Anwendung der beschriebenen Vorriehtung möglich. Dazu braueht man nur den Behälter 509 in zwei Teile zu trennen und jeden mit einer eigenen Abflussleitung auszustatten, wobei die Trennung derart durehgeführt wird, dass die Durchfallfraktion der ersten Hälfte des Siebbodens in dem einen Teil und die Durchfallfraktion der andern Hälfte in dem andern Teil gesammelt wird. Erforderlichenfalls kann die Haube 525 in der Mitte mit einer an den Siebboden anschliessenden Scheidewand versehen sein, so dass die Auffangvorrichtung auch an der obern Seite in zwei Teile geteilt wird, aber dies ist nieht notwendig.
Wohl hat man den Umstand zu berücksichtigen, dass die Zusammensetzung des in dem einen Teil ge sammelten Produktes stets ändert, wenn das Zuleitungsorgan 518 in die andere wirksame Stellung gebracht wird, so dass es notwendig ist, eine ¯nderung im Abfluss der gesammelten Produkte vornehmen zu können. Dies kann z. B. mit Hilfe von Klappen durchgef hrt werden, die derart mit dem Zuleitlmgsorgan gekuppelt sind, dass bei Drehung des Zuleitungs- organs auch die Klappen die entsprechende Stellung einnehmen.
Vorzugsweise. ist der Drehwinkel des Zuleitungsorgans zwischen den beiden wirksamen Stellungen mindestens 75 und höchstens 105 , was bedeutet, dass der Quersehnitt des Siebbodens einen Bogen entspreehend einem Win Izel von 255 bis 285 hat. Die Auffa. ngmit. tel der ¯berlauffraktion schlie¯en, vorzugsweise an beide Enden des Siebbodens an.
Diese Siebvorriehtung ist von besonderer Bedeutung, wenn ein starker Verschleiss auftritt, d. h. wenn die Strömungsrichtung des Siebgutes über den Siebboden häufig umgekehrt werden muss. Beim Sieben stark reiben- den Siebgutes hat dieses Umkehren der Strö- mungsrichtung nämlich mehrere Male täglich zu erfolgen ;
beim Sieben von Siebgut mit geringerer Reibwirkung braucht diese Hand- lung nur etwa einmal wöchentlich stattzufin- den, und in diesem Falle kann man sieh allenfalls auf eine Umdrehung des Siebbodens selber besehränken. Diese Siebvorriehtung eignet sieh denn auch besonders zum Sieben von Rohstoffen für die Zementherstellung von Bohrspülungen und sonstigen Sand enthaltenden Gemischen.
Nach Fig. 13 wird ein in Flüssigkeit sus pendiertes, aus zu trennenden Festteilen bestehendes Gemisch bei p einem Überlaufbehäl- ter 201 zugeführt, der durch eine Seheidewand 202 in zwei Teile getrennt ist, und zwar derart, dass das Gemisch unter der Scheidewand durchströmen muss, um den Überlaufrand 203 zu erreichen.
Ausserhalb des Überlaufbehälters befindet sich dem Überlaufrand 203 gegenüber ein Blech 204, das, zusammen mit der Wand 205 des ¯berlaufbehÏlters 201, das Gemisch tangentia auf den Siebboden 206 leitet ; der Behälter 201, der Überlaufrand 203 und das Blech 204 haben die gleiehe Breite wie der Siebboden 206. Die Durchfallfraktion des Krummsiebs sammelt sich in einem Sammelbehälter 207 und wird schliesslich bei q abgeführt.
Bei r fliesst Tasser in einen Überlaufbehälter 208 ; das Wasser strömt über den aber- laufrand 209 und wird mittels der Bleehe 210 und 211 tangential auf den Siebboden 212 ge leitet. Der Oberrand des Siebbodens 21@ ? schliesst unmittelbar an das Abflussende des Siebbodens 206 an und fällt mit diesem Ab flussende zusammen. Die iVberlauffraktion des Siebbodens 206 vereinigt sieh mithin mit dem aus dem Überlaufbehälter 208 austretenden Fl ssigkeitestrom, und zwar an der Siebseite desselben.
Das Blech 210 erstreekt sieh bis gerade gegenüber dem Abflussende des Siebbodens 206, wodurchvermiedenwird,dass sieh Teilehen quer durch den Wasserstrom hindurehbewegen. Die Teilehen werden vom Wasserstrom mitgerissen und infolgedessen auf dem Siebboden 212 ausgewaschen.
Die Durchfallfraktion des Siebbodens 212 wird in den Sammelbehälter 213 aufgefangen und bei s abgeführt. Die Überlauffraktion des Siebbodens 212 sammelt sieh in dem Behälter 214 und wird bei t abgeführt. Die in Fig. 13 dargestellte Vorrichtung kann z.
B. in einer Schwerflüssigkeitswäsche Anwendung finden, wobei dann der Siebboden 206 als Abtropfsieb und der Siebboden 212 als (erstes) Beriese- lungssieb dienen kann. Die Vorrichtung ge- mäss Fig. 14 kommt derjenigen von Fig. 13 gleich, jedoch mit dem Untersehied, dass der Siebboden 212 um 180¯ um eine senkrechte Achse gedreht ist, so da¯, wie diese Figur zeigt, die konvexe Seite des Siebbodens 212 sieh auf der rechten Seite und die konvexe Seite des Siebbodens 206 sich an der linken Seite befindet, wÏhrend sich gemϯ Fig. 17 die konvexen SeitenbeiderSiebbödenaufder- selben (linken) Seite befinden. Aus diesem Grunde weiehen die in den Fig.13 und 14 gezeichneten Anschl sse zwischen beiden.
Siebböden einigermassen voneinander ab. Gemäss Fig. 14 befindet sieh das Abt'lussende des Siebbodens 206 gegenüber der Aufgabestelle des Siebbcdens 212. Das Blech 210 endet oberhalb) des Abflussendes des Siebbodens 2 06, so dass dessen Überlauffraktion unterhalb des untern Randes vom Bleeh 210 abgeführt wird und an der Aufgabestelle des Siebbodens 212 von dem aus dem Überlaufbehälter 208 hinaustre- tenden Wasserstrom mitgeris en werden kann.
GemÏl; der Ausführungsform von Fig. 15 wird das zu trennende Gemisch bei u und Wasser bei v zugeleitet. Das Wasser v flie¯t zwischen den Blechen 215 und 216 hindurch tangential auf den Siebboden 217. Das zu trennende Gemisch gleitet durch einen Zuleitungstrichter 228 in den Wasserstrom. Das Bleeh 216 erstreekt sieh bis unterhalb des Zu- leitungstrichters 228, damit das zu trennende Gemisch nieht durch den Wasserstrom hindurchtritt. Die Durchfallfraktion des Sieb bodens 217 wird im Sammelbehälter 218 aufgefangen und bei ? abgef hrt. Am Abfluss- ende des Siebbodens 917 ist eine Rieselvorrich- tung 219 vorgesehen, die z.
B. aus einem par allel. zur Erzeugenden des Siebbodens 217 angebrachten Rohr bestehen kann, das mit Sprühoffnungen 220 ausgestattet ist, dessen Axen tangential an den Siebboden 221 gerichtet sind.
Die konvexen Seiten der Siebboden 217 und 221 befinden sieh auf derselben Seite.
Der Siebboden 221 sehliesst in solcher Weise an den Siebboden 217an,dass die Überlauf- fraktion des Siebbodens 217 in Berührung kommt mit dem aus der Rieselvorrichtung 219 heraustretenden Flüssigkeitsstrom und von diesem mitgerissen wird. Die Durchfallfrak- tion des Siebbodens 221 wird in einen Sammel- behÏlter 222 aufgefangen und bei x abgeführt.
Die Überlauffraktion des Siebbodens 221 sammelt sieh in dem Sammelbehälter 223 und wird bei y entfernt.
Fig. 16 zeigt ein Krummsieb mit Zufüh- rungsmitteln, die einigermassen von den obenerwähnten abweichen. In dieser Figur stellt p eine Trübe dar, die einem Überlaufbehälter 401 zugeleitet wird, dessen Überlaufrand 402 zugleich als Zuleitmgsrand des Siebbodens 403 dient. Gegenüber dem Überlaufrand 402 befindet sieh ein Blech 404, das sieh über die ganze Siebbreite erstreckt und parallel zur Tangentialebene angeordnet ist, die an der Aufgabestelle den Siebboden berührt.
Dieses Blech 404 bewirkt, dass die Trübe tangential auf den Siebboden 403 geleitet wird.
In dem Überlaufbehälter ist ein Blech 405 angebracht, das sich über die ganze Breite des Siebbodens s erstreckt und eine gleieh- mässige Verteilung der zugeführten Trübe ber den Siebboden erzeugt. Erforderlichenfalls k¯nnen die Bleehe 405 und 404 an der Oberseite durch ein Bleeh 406 miteinander verbunden sein, welche Verbindung in der Fig. 16 durch eine gestrichelte Linie bezeich- net ist.
Eine Vorriehtung gemäss Fig. 16 hatte beispielsweise einen, Siebboden, dessen Form einem Kreiszylinderaussehnitt von 90 entsprach.
Der Halbmesser betrug 400 mm. Die Breite des Siebbodens war 250 mm. Die Stäbe wiesen ein trapezf¯rmiges Profil mit abgerundeten Kanten auf. Die grösste Breite der Stäbe betrug 2, 5 mm, die Spaltbreite zwischen den Stäben belief sieh auf 1 mm. Der Abstand zwischen dem Blech 404 und dem Aufgabeende des Siebbo, dens war 15 mm.
Die Aufgabemenge betrug 23, 2 m3 je Stunde und bestand aus Wasser mit 145 g Sand und feinem Kies je Liter. Die Durehfallfraktion belief sieh auf 20, 6 m3 je Stunde, die ¯berlauffraktion auf 2, 6 m3 je Stunde.
Das 50%-Korn hatte einen Durchmesser von 0, 45 mm, das as 95%-Korn wies einen Durch- messer von 0, 80 mm auf. (Mit 50 bzw. 95 /o Korn wird die Korngrösse der K¯rner bezeiehnet, von denen 50 bzw. 950le in die ¯ber lauffraktion geraten.)
Ohne Anwendung des Bleches 404 ergab sieh, dass, die Kapazität des Siebes infolge Ver stopfung nachliess, während das Trennkorn grösser und die Siebwirkung ungenauer wurde.
Fig. 17 zeigt eine andere Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung. In dieser Figur stellt 303 ein luft-und wasserdichtes Gehäuse dar, in dem der Siebboden 301 untergebracht ist. An diesen Siebboden schliesst tangentiel eine Zuleitung 302 an. Diese Zuleitung kann beispielsweise aus einer Anzahl Röhren bestehen, die sieh in geschlossener Formation über die ganze Breite des Siebbodens erstrecken. Es kann jedoch Vorteile bieten, Íffnungen zwischen den R¯hren und ? oder zwischen den Rohren und der Seitenwand der Vorrichtung anzubringen ; die in den Räu- men oberhalb und unterhalb des Siebbodens vorherrschenden Dr cke können sieh dann über diese Íffnungen ausgleichen.
Als Zuleitung des Aufgabegutes kann gleichfalls eine spaltf¯rmige Íffnung benutzt werden ; in diesem Falle ist er erwünscht, dass Mittel vorhanden sind, die das zugeführte Gemisch gleichmässig über die ganze Länge des Spaltes verteilen, so dass auch das Sieb gleichmässig besehiekt wird.
Das GehÏuse 303 ist mit einem Abfluss- rohr 304 mit Regelventil 305 für die Durch- fallfraktion und mit einem Abflussrohr 306 mit Regelventil 307 für die Uberlauffraktion ausgestattet. Weiterhin sind zu beiden Seiten der Zuleitung 302 R¯hren 308 und 309 mit Absperrventilen 310 und 311 vorgesehen, welche Röhren durch das Roh 312 mit einer mit einem Absperrventil 315 versehenen Ent lüftungsleitung 314 in Verbindung stehen und erforderlichenfalls über das Rohr 312 und das Absperrventil 313 auch mit einer Druckgas- oder Druekflüssigkeit liefernden Quelle verbunden sein können.
Weiterhin ist das Gehäuse 303 zu beiden Seiten der Zuleitung 302 mit Manometern 316 und 317 ausgestattet.
Das Gehäuse 303 kann völlig mit Flüssig- keit gefüllt sein, wobei ein im Gehäuse vor handenes Luftkissen durch Öffnung der Absperrventile 310, 311 und 315 entfernt werden kann. Ist. das Gehäuse 303 völlig mit Flüssigkeit gefüllt, so kann der Druck im Gehäuse mittels der Absperrventile 305 und 307 reguliert werden, welche Ventile derart einstellbar vorgesehen sind, dass die Drüeke unterhalb und oberhalb des Siebbodens sich gegenseitig aus- gleichen. Erforderlichenfalls kann durch die Leitungen 312, 308 und 309 zusätzliches Was- ser unter Druck zugeleitet werden.
Die Grosse dieser oberhalb und unterhalb des Siebbodens 301 herrsehenden Drücke ist in diesem Fall auch von der Einstellung der Absperrventile 310 und 311 abhängig. Ist das Gehäuse ganz mit Flüssigkeit gefüllt, so empfiehlt es sieh, die Zuleitungsmittel 302 über die ganze Breite des Siebbodens anzuschliessen, so dass das Ge- häuse dureh die Zuleitungsmittel in zwei Teile verteilt wird und sieh somit kein Kurzschluss zwischen den Räumen unterhalb und oberhalb des Siebbodens einstellen kann. Dies ist jedoch nicht notwendig.
Die Vorrichtung kann aber auch funktionieren, wenn ein Luftkissen im Gehäuse 303 vorhanden ist. In diesem Falle ist das Absperrventil 315 geschlossen und die Absperr- ventile 310 und 311 geöffnet, so dass die Drücke in den Räumen unterhalb und oberhalb des Siebbodens sich stets über die Leitungen 308 und 309 ausgleichen können. Falls Öffnungen in den Zuleitungsmitteln ange- bracht sind, durch die die Bäume unterhalb und oberhalb des Siebbodens miteinander in Verbindung stehen, können sich die Drüeke auch bei geschlossenen Absperrventilen 310 und 31 l ausgleichen.
Ausserdem liegt die Mög- lichkeit vor, dureh die Leitung 312 eine zu sätzliche Luftmenge oder ein anderes Gas unter Druck zuzuleiten, in welchem Falle das Gehäuse 303 mit Gas gefüllt bleiben kann.
Es ist jedoeh von grösster Wichtigkeit. dass unter allen Umständen die Drüele in den Räumen unterhalb und oberhalb des Siebbodens 301 einander im wesentlichen gleich sind, weil sonst die Siebwirkung beeinflusst wird. Es ist ja klar, dass die Teilchen bei einem Überdruck in dem Raum oberhalb des Siebbodens durch das Sieb gepresst werden, was zu Verstopfungen Anlass gibt, während diese Teilchen im Falle eines Unterdruekes im Raum oberhalb des Siebbodens nur schwer durch die Spalte hindurehgehen können.
Die durch die Leitungen 304 und 306 abgeführten Fraktionen sind einem Druck ans- gesetzt. Dieser Druck kann zum Hinauf- befördern der Fraktionen auf ein höheres Niveau oder zum Betreiben eines Hydrozyklons oder eines folgenden Krummsiebes benutzt werden.
In dieser Weise ist es m¯glieh, verschiedene Behandlungen durchzufüh- ren, ohne dass man dabei zwischen diese Behandlungen Pumpen oder Vorratsbehälter zu sehalten braucht. Weiterhin können aufein- anderfolgende Behandlungen stattfinden, ohne dass die Produkte mit der Luft in Berührung kommen, so dass ein hvgieniseher Betrieb ge- währleistet ist.
Falls bloss an der Durehfallfraktion des Siebes eine Weiterbehandlung vorzunehmen ist, kann es empfehlenswert sein, die Über lauffraktion über ein Sternrad oder eine sonstige Schleusenvorrichtung abzuf hren.
Ein wichtiger Vorteil des beschriebenen gekrümmten Siebbodens besteht darin, dass bei hinreichender Zuleitungsgesehwindigkeit auf eine Korngrosse gesiebt wird, die bedeutend geringer ist als die Sieb¯ffnung. So kann z. B. mit einem 1, 3-mm-Sieb auf mm gesieb werden und mit einem 1/2-mm-Sieb auf 0, 2 mm.
Es liegt dann keine Verstopfungsgefahr mehr vor, weil keine Teilchen durch das Sieb hindurchgehen, deren Grösse den Sieb¯ffnungen gleiehkommt. Es ist dafür jedoch notwendig, dass die Siebfläehe verhältnismässig glatt be- schaffen ist. Drahtsiebe sind aus diesem Grund weniger geeignet, hingegen lassen sich vorteilhaft Stabsiebe und gelochte Bleche verwenden.
Vorzugsweise sind die im Siebboden ange brachten Öffnungen Spalte, die parallel zur Erzeugenden angeordnet sind, und der Siebboden besteht aus Stäben eines im wesent- lichen rechteckigen Profils, während die Stäbe derart angeordnet sind, dass auch die Spalte ein im we, seníliehen reehteekiges Profil aufweisen. (Weil der Siebboden gekrümmt ist, 3 die Spalte bei rechteckigem Profil der Stäl) in Wirklichkeit trapezförmig, die Abweichung von einem Rechteck ist jedoeh ge- ring.)
Es betrifft dies nur die konkave Seite des Siebbodens ; es ist dabei selbstverständlich von keinem Interesse, ob die Stäbe an der konvexen Seite des Siebbodens rechtwinklig oder trapezförmig ausgebildet sind, wenn nur die Spalte keine Verengung aufweisen.
Im allgemeinen haben die Stäbe der Stabsiebe ein trapezförmiges Profil, wodurch vermieden wird, dass sieh Teile zwisehen die Stäbe einklemmen. Dazu kommt, dass das Sieb infolge seiner hohen Kapazität einem starken Verschleiss ausgesetzt, ist. Bei einem trapezförmigen Profil erweitern sich die Öffnungen allmählieh, und aus diesem Gronde gebührt einem reehteekigen Profil der Vorzug.
Es ist weiterhin von Bedeutung, dass die Spaltbreite von derselben Grössenordnung oder kleiner ist als die Stabbreite.
Besonders wenn man eine Feinsiebbehandvornehmen will, empfiehlt sieh die Anwendung von Stabsieben mit senkrecht zur Durchflussrichtung angeordneten Spalten. Auf diese Weise sind nämlich feine Spalte mög- lieh bei einem hinreichend starken Siebboden.
Es ist denn auch als einer der wiehtigsten Vorteile des Siebes zu betrachten, dass sieh der Siebboden in einfacher Weise aus geraden Stäben herstellen lässt, die überall senkrecht zur Strömungsriehtung angeordnet sind und eine genügend starke Konstruktion aufweisen.
Gelochte Siebplatten mit kleinen Öffnungen sind wu dünn.
Wird an Stelle von Stäben eine gelochte Platte verwendet, so ist es von Bedeutung, dass sich keine Gräte um die Öffnungen befinden, oder falls trotzdem welche vorhanden sind, nur an der untern (konvexen) Seite des Siebbodens. Schon sehr kleine Gräte üben einen merklichen Einfluss auf die Siebwir- kung aus, wenn auch dieser Einfluss vor übergehender Natur ist, weil sich Gräte und sonstige Unebenheiten während des Betriebes dieses Siebes schnell abnutzen.
Die Siebvorriehtung hat infolgedessen eine guteselbstregu.lierendeWirkung.AnSteLlen, wo die Öffnungen am grössten sind, ist auch der Verschleiss am stärksten, wodurch das Trennkorn, im Gegensatz zu den bekannten Sieben, überall ungefähr gleich ist. Zwar bekommt ein Siebboden auf die Dauer eine einigermassen unregelmässige Form, es k¯nnen sieh u. a. eine Art Wellungen in der Siebfläehe einstellen, aber dies beeinträchtigt die gute Siebwirkung nicht.
Die Stäbe nahe an der Aufgabestelle des Siebbodens haben einen stärkeren Verschleiss als die Stäbe nahe am Abflussende. Demzufolge ist. das Trennkorn am Abflussende etwas grö- ber als an der Aufgabestelle. Wird eine sehr scharfe Trennung gefordert, so empfiehlt es sieh, den Durchfall des nahe am Abflussende e befindliehen Teils des Siebbodens gesondert zu sammeln und aufs neue zu sieben, z. B. indem man die so erhaltene Fraktion aufs neue demselben Sieb zuleitet.
Das erfindungsgemässe Sieb lässt sich in einfacher Weise konstruieren, beansprucht bei einer bestimmten Kapazität einen nur geringen Platz und vermag feiner zu sieben als die bereits bekannten Siebe. LI-Lis diesem Gronde sind besondere Anwendungszwecke für das Sieb möglich, und zwar in der Stärke- industrie zum Ersatz der teuren beweglichen Siebe aus Seidengewebe oder Nylon, in Kohlen-und Erzwäsehen zur Abtrennung der sehr feinen Teile und/oder der Schwertrübe, oder zum Sieben viskoser Gemische, wie Bohr- suspensionen und eines Breies aus ungebrannten Zementrohstoffen.