CH329734A - Verfahren zur Herstellung von Körpern aus Kunststoffschaum und danach hergestellter Körper - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Körpern aus Kunststoffschaum und danach hergestellter KörperInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Eörpern aus Kunststoffschaum und danach hergestellter K¯rper Es existieren verschiedene Verfahren zur Erzeugung von Kunststoffsehaum zwecks Herstellung von Platten, Profilen usw., darunter auch Verfahren, bei denen ein Kunststoff sehaum gebildet wird, der durch geeignete Behandlung aushärtbar ist. Die aus derarti gem Kunststoffsehaum hergestellten Korper hängen in ihren mechanischen Eigenschaften weitgehend von der Sehaumstruktur ah und zeigen im allgemeinen bei einer Feinschaumstruktur wesentlich günstigere Eigenschaften als bei Grobsehaumstruktur. Die Bestrebungen zur Verfeinerung der Struktur solchen Kunst stoffsehaumes haben zu verbesserten Herstellungsverfahren der Schaummasse selbst geführt, jedoch stehen der weiteren Porenzahl vergrosserung von Knnststoffschaum, der bereits Feinschaumstruktur besitzt, bei der Schanmerzeugwg selbst grosse Schwierigkei- ten im Wege. Demgegenüber ermöglicht das erfindungs- gemässe Verfahren eine weitere Strukturver- feinerung derartigen Schaumes. Die Erfin dung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von ausgehärteten Kunststoffschaumkorpern mit Feinschaumstruktur und ist dadurch gekennzeichnet, da¯ an dem im Aushärtungszustand befindlichen, aber noch verformbaren Kunststoffsehaum durch Ausübung von Drucli eine Volumenverkleinerung vorgenommen wird, wobei die Porenzahl des Schaumes wenigstens angenähert unverändert bleibt, und dass der so verdichtete Schaum fertig ausgehÏrtet wird. Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Körper aus Kunststoffsehaum mit Feinschaumstruktur, hergestellt nach dem genann- ten Verfahren. Die Herstellung von Kunststoffschaum erfolgt im allgemeinen derart, dass eine schaumbildende Substanz auf wirksame Weise verschäumt wird und zu einem geeigneten Zeitpunkt während dieses Prozesses der Kunststoff und, falls in der Schaummasse noch nicht enthalten, geeignete Katalysatoren beigefügt werden. Der so entstehende Kunststoffschaum muss, noch bevor der Aushär- tungsvorgang beginnt, einen Mindestgehalt an gleichmässig verteiltem Kunststoff besitzen, soll das Endprodukt die erwünschte mechanische Qualität aufweisen. Diese Bedingung einzuhalten, wird um so schwieriger, je grosser die Zahl pro Volumeneinheit des Kunststoffschaumes vorhandener Poren wird und je hoher der erwünschte Kunststoffanteil pro Volumeneinheit Kunststoffschaum sein soll. F r eine Verbesserung der mechanisehen Eigenschaften des Kunststoffsehaumes, wie sie f r manche Körper aus diesem Material erwünscht ist, muss aber sowohl die Feinstruktur wie auch der Kunststoffanteil gesteigert werden, was mit den bei der Schaumerzeugung selbst zur Verfiigung stehenden Mitteln sehr schwierig ist und meist zu Inhomogenitäten führt. Eine Strukturverbesserung und Vergrösse rung des Kunststoffgehaltes pro Volumenteil im Endprodukt lässt sich jedoch in weiten Grenzen durch die erfindungsgemässe Nachverdichtung erreichen. Eine solche Naehver- dichtung ist besonders einfaeh durchführbar bei einem Kunststoffsehaum, der innerhalb relativ kurzer Zeit und ohne weitere Massnahmen vom verformbaren Anfangszustand durch Aushärtung in den stabilen Endzustand übergeht. Für einen derartigen Kunststoffschaum wird das erfindungsgemässe Verfahren beschrieben, jedoch ist die Erfindung hierauf nicht beschrÏnkt, sondern auch für andere Arten aushärtbaren Kunststoffsehaumes anwendbar, beispielsweise f r einen nur bei Wärmebehandlung aushärtbaren Kunststoffschaum. Ein im Aushärtezustand befindlieher und selbsttätig den Aushärtungsprozess bis zum stabilen Endzustand fortführender Kunststoffschaum, beispielsweise hergestellt im Verfahren naeh Patent Nr. S2T737, ändert mit fort schreitender Aushärtung behanntlich seine Verformbarkeit. Im Anfangszustand ist der Kunststoffschaum noch leicht verformbar, und derartige Formänderungen sind bleibender Natur, während nach dem Erreichen des stabilen Endzustandes nur noch geringe ela stische Verformungen ohne Zerstörung des Kunststoffsehaumkörpers möglich sind. Bei der Verformung des Kunststoffsehaumes in seinem Anfangszustand ist aber gro¯e Vorsieht geboten, da bereits ein geringer Druck die Feinschaumstruktur stark beeinträehtigen kann, was unerwünscht ist. Nun hat sich aber durch Untersuchungen herausgestellt, da¯ wÏhrend der fortschreiten- den Aushärtung des Kunststoffschaumes kurzzeitig ein Zustand erreicht wird, bei dem eine Verformung unter Druck zwar an den einzelnen Sehaumzellen eine bleibende Deformation bewirkt, aber die Poren nur zusammengedr ckt und weder zerstört werden, noch sich zu grosseren Eohlräumen zusammenschliessen. Wird der Kunststoffschaum in diesem Zustand mit geeigneten mechanischen Mitteln zu- sammengedrückt, also im Volumen verkleinert, so findet eine sogenannte Nachverdichtung statt, bei der auch im verkleinerten Volumen angenähert die ursprüngliche Porenzahl vor- handen ist. Wird die Volumenverkleinerung so lange aufrechterhalten, bis der Aushär- tungsprozess den stabilen Endzustand erreicht hat, dann behält der Kunststoffsehaum dieses Volumen und die ihm aufgezwungene Ge- stalt auch nach dem Aufhören der Wirksam- keit der die Volumenverkleinerung hervor- rufenden mechanischen Mittel. Diese Verfor- mung wird deshalb als unelastische Nachver- dichtung bezeichnet. Erfolgt eine Verformung unter Volumenverkleinerung dann, wenn der Aushärtungs- prozess über den für eine unelastische Nachverdichtung geeigneten Zustand hinaus fortgeschritten ist, dann ergibt sich eine andere Art von Nachverdichtung. Es zeigt sieh nÏmlieh, da¯ in diesem Fall die Volumenverkleinerung nach Erreichen des stabilen Endzustandes der Aushärtung und nach Aufhören der Wirkung der die Volumenverkleinerung her vorrufenden mechanischen Mittel durch die Elastizität des so nachverdichteten Kunst stoffsehaumes zum Teil wieder r ckgÏngig gemacht wird, das Volumen sieh also wieder etwas vergrössert. Diese Art der Verformung wird aus diesem Grunde als halbelastische Nachverdichtung bezeichnet. Bei einem gegebenen, selbsttätig aushär- tenden Kunststoffsehaum lassen sich die f r unelastische und halbelastische Nachverdich tungen geeigneten AushÏrtungszustÏnde durch Ermittlung des ¯bergangs von unelastisclier zu halbelastiseher Naehverdiehtung leicht feststellen und dann jeweils bei konstanten übrigen Faktoren exakt reproduzieren. Der jeweils zweckmϯige Nachverdich tungsfaktor, also das Verhältnis zwischen ur- sprüngliehem Volumen des Kunststoffschaumes und Volumen des naehverdichteten Korpers nach h v¯lliger Aushärtung, richtet sich nach dem Verwendungszweek des naehver dichteten Kunststoffsehaumes und kann in weiten Grenzen variieren. Beispielsweise wurde bei einem Carbamidharzsehaum mit Feinsehaumstruktur ein Nachverdichtungs- faktor 5 ohne Schwierigkeiten erzielt. Eine derartige Strukturverfeinerung bei Kunststoffsehaum ist mit andern Mitteln bisher nient erzielbar. Gleichzeitig findet mit der Strukturverfeinerung eine Erhöhung des Kunststoffanteils pro Volumeneinheit Kunst stoffsehaum statt. Beispielsweise kann der Kunststoffgehalt bereits beim unverdichteten Schaum auf den bei der Erzeugung noch zu- lässigen Höchstwert gebracht und mittels Nachverdichtung dann um den Nachverdich- tungsfaktor erhöht werden. Umgekehrt kann aber auch zur Erzielung eines nachverdichteten Kunststoffsehaumes vorgegebenen Kunststoffgehaltes im unverdichteten Schaum der Kunststoffanteil um den Nachverdichtungsfaktor verringert werden, was zur Er zielung einer guten Homogenität und konti nuierlichen Schaumerzeugung von Vorteil ist. Beispielsweise wurde ein nachverdichteter Carbamidharzsehaum mit einem Carbamid harzgehalt von 12, 5 kg/m3 hergestellt, bei dem eine unelastische Nachverdichtung um den Faktor 5 erfolgt war, so da¯ ein Carbamidharzgehalt im unverdiehteten Schaum von nur etwa 2, 5 kg/m3 notwendig war. Zur erfindungsgemässen Nachverdichtung des Kunststoffsehaumes kann derselbe erst in Form von Blöeken hergestellt werden, beispielsweise durch Giessen, und diese Blöcke dann in die zur jeweiligen Verformung md Naehverdiehtung erwünschte Grosse mechanisch unterteilt werden. Die zu verdichtenden Stüeke werden dann in Pressformen entsprechender Dimensionen gebracht, die erwünschte Naehverdichtung durch Zusammenpressen au± ein vorgeschriebenes Endmass durchgeführt und der nachverdichtete Kunstharzsehaum dann in der Form belassen, bis die völlige Aushärtung erfolgt ist. Erfolgt hierbei die Nachverdiehtung in einem Aushärtezustand für unelastische Nachverdichtung, so weist der aus der Pressform kommende Körper aus Kunst stoffschaum die Gestalt dieser Pressform mit guter Masshaltigkeit auf. Auf diese Weise lassen sich also Platten, Behälter, Verpackungen und profilierte Gegenstände aller Art aus dem nachverdichteten Kunststoffschaum herstellen. Die Nachverdichtung kann aber auch in einem kontinuierlichen Verfahren erfolgen, besonders dann, wenn die selbsttätig fort schreitende Aushärtung sehr rasch abläuft. Dann ist es zweckmässig, den Kunststoffschaum durch rotierende und eventuell geheizte Walzen hindurchlaufen zu lassen, die eine Nachverdichtung um den erwünsehten Faktor bewirken. Allerdings muss hierbei der nur kurzzeitig wirkende Pressdruek zur Nachverdichtung ausreichen. Auf diese Weise k¯nnen dann langgestreekte Körper, wie Rohre, halbkreisförmige Rohrschalen, Rinnen und andere Längsprofile, aus nachverdichtetem Kunststoffsehaum hergestellt werden. Die nach dem oben beschriebenen Verfahren in seinen versehiedenen Varianten hergestellten Körper aus naehverdichtetem, ausge härtetem Kunststoffsehaum weisen eine ganze Reihe vorteilhafter Eigenschaften auf, die mit nicht nachverdichtetem Kunststoffschaum überhaupt nicht oder nur unter Sehwierig- keiten erzielbar sind. Ein wesentlicher Vorzug besteht in der verbesserten Elastizität derartiger Körper, was besonders bei Platten und Längsprofilen wertvoll ist. Es wird dadurch sowohl eine Verbesserung bezüglich Biegebeanspruchung wie auch bezüglich Druckbeanspruchung erzielt. Ferner weisen Körper aus nachverdichtetem Kunststoffschaum eine wesentlich geringere Wasseraufnahme auf als entsprechender unverdichtet verwendeter Kunststoffschaum.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung von ausge härteten Kunststoffsehaumkörpern mit Feinsehaumstruktur, dadurch gekennzeichnet, dass an dem im Aushärtungszustand befindlichen, aber noch verformbaren Kunststoffschaum durch Ausübung von Druck eine Volumenverkleinerung vorgenommen wird, wobei die Porenzahl des Schaumes wenigstens angenä- hert unverändert bleibt, und da¯ der so ver dichtete Schaum fertig ausgehartet wird.II. Ausgehärteter Kunststoffschaumkorper mit Feinschaumstruktur, hergestellt nach dem Verfahren nach Patentanspruch I.UNTERANSPR¯CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die die Volumenverkleinerung verursachenden Kräfte so lange auf den Kunststoffsehaum wirken, bis der Aushärtungsprozess jede weitere bleibende Volumenänderung desselben verhindert.2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffsehaum bei der Volumenverkleinerung in die gewünschte endgültige Form gebracht wird, die er nach erfolgtem AushÏrten unverÏndert beibehÏlt.3. Verfahren nach Patentanspurch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Volumenverkleinerung in einem solchen Stadium des Aushärtungsprozesses erfolgt, dass diese Volumenverkleinerung nacli Beendigung des Aushärtungsprozesses und Entlastung vom Druck zum Teil wieder durch die Elastizität des Kunststoffsehaumes rückgängig gemacht wird.4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen des Kunststoffschaumes um den Verdichtungsfaktor 2 bis 5 verkleinert wird.5. Verfahren naeh Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Verdichtung bestimmte Kunststoffschaum weniger als 3 kg Kunststoff pro m3 enthÏlt.6. Verfahren naeh Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass im Aushärtungs- zusta. nd befindlicher, aber noch verformbarer, in Form eines Blockes vorliegender Kunststoffschaum mechanisch in mehrere Teile zerlegt wird, und dass an diesen Teilen dann die Volumenverkleinerung vorgenommen wird.7. Verfahren, nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der im Aushär- tungszustand befindliche, noch verformbare, zur Verdichtung bestimmte Kunststoffschaum in einem kontinuierlichen Prozess erzeugt und kontinuierlieh verdiehtet wird.8. Verfahren nach Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdiehtung durch Zusammenpressen des Kunststoffchaumes durch Walzen erfolgt.9. Verfahren naeh Unteransprueh 7, dadurc gekennzeichnet, dass der Kunststoffschaum bei der Verdichtung die Gestalt langgestreckter Profile erhÏlt.
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| CH329734T | 1953-09-23 |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1245102B (de) * | 1961-09-01 | 1967-07-20 | Collo Rheincollodium Koeln Ges | Verfahren zur Herstellung leichter Formpressteile aus haertbaren Kunststoff-Schaumstoffen |
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1953
- 1953-09-23 CH CH329734D patent/CH329734A/de unknown
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