Verfahren und Vorrichtung zur Erhöhung der Schienenhaftung von Gleisförderern, insbesondere Lokomotiven Die Erfindung hat ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erhöhung der Schienen haftung von Gleisförderern, z. B. Lokomo tiven, unter Benutzung magnetischer Kräfte zum Zwecke der Steigerung der Zugkraft zum Gegenstand.
Die Grösse der Schienenhaftung ist bei Gleisförderern mit Laufrädern bedingt durch den Raddruck und den Reibungskoeffizienten zwischen Rad und Schiene. Um diese Schie nenhaftung zu erhöhen, bläst man in der Praxis, z. B. beim Anfahren, Sand zwischen Rad und Schiene. Eine weitere Steigerung der Zugkraft war bislang: nur bei Zahnrad bahnen möglich, die jedoch ungewöhnlich hohe Anlage- und Betriebskosten verursachen.
Es wurde nun gefunden, dass die Schienen haftung und damit. die Zugkraft ohne Ver grösserung des Fahrzeuggewichtes in sehr wirk samer und einfacher Weise durch die Verwen dung zeitweise aussetzender, auf die Schiene einwirkender Magnete erhöht werden kann.
Eine Vorrichtung zur Ausübung dieses Verfahrens besteht, darin, dass an dem Gleis förderer eine angetriebene endlose Kette vor gesehen ist, deren Glieder Teile aus ferro- magnetischem Werkstoff aufweisen, die beim Abrollen der Kette über die Schiene höchstens so lange magnetisch erregt werden, wie sie mit. ihr in Berührung stehen. Der Aufbau. entspricht also dem einer Raupenkette. Hier- bei kann entweder immer nur ein Glied auf einer oder beiden Seiten des Fahrzeuges mit der Schiene in Berührung treten, oder es kön nen mehrere Glieder zwecks Erhöhung der Haftung gleichzeitig wirken.
Vorteilhaft sind an den einzelnen Ketten gliedern drehbare Dauermagnete vorgesehen, welche durch mechanische Steuermittel so verstellt werden, dass sie nach dem Auflaufen auf die Schiene eingeschaltet und vor dem Ablaufen ausgeschaltet werden.
Hierdurch wird ein leichtes Lösen der Kettenglieder von der Schiene erreicht. Gleichzeitig ist auch die Gewähr dafür gege ben, dass ferromagnetische Verunreinigungen sich von den Magnetsystemen, die nunmehr nach aussen feldfrei geworden sind, leicht lösen.
Stattdessen können aber auch die Ketten glieder von Polschuhpaaren gebildet werden, welche durch fest mit dem Gleisförderer ver bundene Dauermagnete nur dann magnetisch erregt werden, wenn sie mit der Schiene in Berührung stehen. Bei dieser Anordnung wird die Erregung der bewegten Magnete in einfachster Weise durch Vorbeilaufen der Polschuhpaare vor den Polen des feststehen den Dauermagneten bewirkt.
Aus betrieblichen Gründen, z. B. wenn eine verstärkte Zugkraft nicht erforderlich ist, kann die Kette von der Schiene abhebbar gemacht sein, wobei der Antrieb gegebenen- falls -gleichzeitig ein- bzw. ausgekuppelt wird.
Die Erfindung findet vorteilhaft Anwen dung bei Rangierlokomotiven, Bergbahnen, Grubenbahnen und in den Fällen, wo es wün schenswert ist, bei geringstem Fahrzeug gewicht grosse Zugkräfte auszuüben, so z. B. zum kurzzeitigen Beschleunigen leichter Triebwagen.
In der Zeichnung sind Beispiele von Vor richtungen zur Durchführung des erfindungs gemässen Verfahrens veranschaulicht, und zwar zeigen: Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine raupenkettenartige Vorrichtung aus gesteuer ten Magnetsystemen, Fig. 2 die Ansicht einer endlosen Kette aus gelenkig miteinander verbundenen Pol schuhen, die an einem ortsfesten Magneten vorbeigleiten, Fig. 3 einen senkrechten Querschnitt durch Magnet und Polschuhe nach der Linie I-I der Fig. 2, Fig. 4 einen senkrechten Querschnitt durch ein System mit verstellbarem Magnet in der Einschaltstellung, Fig. 5 einen senkrechten Querschnitt durch das System mit verstellbarem Magnet in der Ausschaltstellung, Fig. 6 eine Ansieht auf die Kette gemäss Fig. 2, von unten auf die Polschuhe gesehen, Fig.
7 eine Unteransicht auf die Polschuhe für eine derartige Kette mit anderer Pol gestaltung, Fig. 8 den Einbau einer heb- und senk baren Raupenkette mit gesteuerten Magnet systemen nach Fig. 1, Fig. 9 einen Schnitt durch ein Magnet system gemäss Fig. 1 mit Steuerorganen in der Einschaltstellung und Fig. 10 einen Schnitt durch das gleiche Magnetsystem nach der Fig. 9 in der Aus schaltstellung.
Die um die beiden Antriebsräder 1 ge führte Raupenkette ist aus Magnetsystemen 2 zusammengesetzt, bei welchen die Dauer magnete 3 mittels der Hebel 4 paarweise ge steuert werden. Die Steuerung erfolgt in der Weise, dass die Hebel der Magnetsysteme an einer schematisch ;dargestellten Steuer schiene 5 vorbeigleiten.
Die Steuerschiene ist hierbei. so gestaltet, dass das erste Magnet system 6, welches in Pfeilrichtung auf die Schiene 16 aufläuft, noch nicht von der Steuerschiene 5 beeinflusst ist, sich also in ausgeschaltetem Zustand befindet, während das in Bewegungsrichtung vorausgehende Ha- gnetsystem 7 von der Steuerschiene durch Herabdrücken der Hebel in die Arbeitslage gebracht ist. Desgleichen ist das vorletzte auf der Schiene laufende Magnetsystem 8 noch in Arbeitsstellung, während das vorausgehende, sich bald ablösende Magnetsystem 9 bereits ausgeschaltet ist. Die Bewegung in die Aus schaltstellung kann bei dieser Vorrichtung durch eine Rückholvorrichtung, z. B. Federn oder dergleichen, selbsttätig bewirkt werden.
Die Kette gemäss Fig. 2 und 3 besteht aus den Polschuhen 10, die mittels Laschen 11<U>ge-</U> lenkig verbunden sind und an dem ortsfesten Magneten 12 vorbeigeführt, werden, wobei sie auf die Dauer des Gegenüberstehens magne tisch erregt werden. Bei der Anordnung nach Fig. 4 und 5 ist ein aus Polschuhen 13, 15 und einem drehbaren Dauermagneten 14 zu sammengesetztes Magnetsystem für die Ver wendung in der Kette vorgesehen. Durch Drehen des Magneten aus der Einschaltstel lung (vgl. Fig. 4) in die Ausschaltstellung (vgl. Fig. 5) kann die Steuerung des Magnet systems von Null bis zu einem Maximalwert über Zwischenwerte bewirkt. werden.
Die Stellung gemäss Fig. 5 kommt hierbei nur 'für das Abheben der gesamten Vorrichtung von der Schiene in Frage. Für diese steuerbaren Magnetsysteme findet eine Kette mit. entspre- ehend grösserer Höhe der Polschuhe 15 Ver wendung. Zwischen den Polschuhen 10 bzw. 15 und der Schiene 16 können beispielsweise Verstärkungsstücke 17 vorgesehen sein.
In Fig. 7 ist eine andere Ausführungs form der Unterseite der Polschuhe 18, die mit den Schienen unmittelbar in Berührung kommt, dargestellt. Die Verbindungsbolzen 19 zwischen beiden Polschuhen und den Laschen sind aus urmagnetischem Material hergestellt. Fig. 8 zeigt die Anordnung einer magne tischen Raupenkette 34 in einem Drehgestell 35 mit entsprechendem Antrieb 36. Die Ge samtanordnung der Raupenkette kann inner halb des Drehgestelles, wo sie in den Füh rungsschlitzen 37 gelagert ist, gehoben und gesenkt werden.
Die Fig. 9 und 10 veranschaulichen Ma gnetsysteme, wie sie in der Raupenkette ge mäss Fig. 1 Verwendung finden können, in grösserem Massstab. Fig. 9 zeigt die verstell baren Magnete in aus- und Fig. 10 in einge schaltetem Zustand.
Auf die zur Verwendung gelangenden Werkstoffe bei einem derartigen Aufbau ist hier nicht besonders eingegangen worden, da sie jedem Magnetfachmann geläufig sind. Lediglich sei erwähnt, dass es wichtig ist, die jenigen Teile der Magnetsysteme, die wech selnder magnetischer Beanspruchung oder Flussrichtung unterliegen, aus solchen Stoffen herzustellen, die geringe Hysteresisverluste aufweisen.