CH332457A - Verfahren zur Gewinnung von Backhefe mit erhöhtem Trockensubstanzgehalt auf Saugfiltern - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Backhefe mit erhöhtem Trockensubstanzgehalt auf Saugfiltern

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CH332457A
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Kuestler Ernst Ing Dipl
Karl Dr Rokitansky
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Ver Mautner Markhof Sche Press
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
    • C12N1/02Separating microorganisms from their culture media

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Description


  Verfahren zur Gewinnung von Backhefe mit erhöhtem Trockensubstanzgehalt auf Saugfiltern    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur  Gewinnung von Bachhefe mit. erhöhtem     Trok-          kensubstanzgehalt    auf Saugfiltern aus wässe  rigen Hefesuspensionen.  



  In der Regel     erfolgt    die     Entwässerung    von  Hefesuspensionen (Heferahm) in der Hefe  industrie durch Abpressen der Hefe auf Fil  terpressen unter hohem Druck (3 bis 12 Atm.  Überdruck), um mit Sicherheit ein genügend  trockenes und daher sicher verkaufsfähiges  Produkt zu erhalten. Dieses Arbeitsverfahren  hat den Nachteil, dass es nur diskontinuierlich  ausgeführt werden kann und dass die auf den       Filterpressen    anfallende     entwässerte    Hefe in  den meisten Fällen zu trocken isst, um eine zu  verlässige Verformung (Pfunden) zu erlau  ben, so dass ein weiterer Arbeitsgang, näm  lich eine neuerliche Anfeuchtung mit Wasser  vor der Verformung, erforderlich ist.

   Ferner  ist es beim Abpressen der Hefe auf Filter  pressen schwierig, im laufenden Betrieb schnell  und sicher gleichmässige und genaue Einstel  lung des Gehaltes der abgepressten Hefe an  Trockensubstanz und der Plastizität der abge  pressten Hefe zu erzielen. Trotz dieser Nach  teile der Hefegewinnung auf     Filterpressen     hat die Entwässerung von Hefe auf Saug  filtern,     insbesondere    auf Drehfiltern, welche  eine kontinuierliche Arbeitsweise gestatten,  ein gleichmässigeres Produkt liefern und weni-    ger Bedienungspersonal benötigen, nur in ge  ringem Masse in die Technik eindringen kön  nen.

   Bei den viel geringeren, unter einer  Atmosphäre liegenden Drucken, die auf Saug  filtern erzielbar sind, erhält man eine Hefe  mit zu hohem Wassergehalt bzw. zu geringem  Trockensubstanzgehalt (im Durchschnitt 27,5%  Trockensubstanzgehalt), so dass eine solche  Hefe nur unter günstigen klimatischen Be  dingungen verkäuflich ist. Die nach dieser  Arbeitsweise     gewonnene    Hefe trocknet     rasch     ab und aus und wird dadurch unansehnlich;  die Formlinge zeigen eine starke     Schwitz-          wasserbildung    und dadurch bedingt ein     Weich-          und    Runzligwerden der Einwickelpapiere und       Verpackungskartons.     



  Nach einem andern bekannten Verfahren  wird eine Erhöhung des Trockensubstanz  gehaltes der Hefe in der Weise erreicht, dass  der Heferahm vor der Filtration mit     osmotiseh     wirksamen Stoffen, wie z. B. Zucker, Koch  salz,     Natriiunsulfat,        Kalziumchlorid    und der  gleichen, versetzt wird.

   Durch den Zusatz der       osmotisch        wirksamen    Stoffe wird der     osmo-          tische    Druck des die Hefezellen umgebenden  Hefewassers erhöht, wodurch     Zellwasser    aus  den Hefezellen so lange austritt,     bis    im Innern  der Zellen und in dem die Hefezellen um  gebenden, mit     osmotisch    wirksamen Substan  zen versetzten Hefewasser der gleiche osmo-      tische Druck herrscht.

   Die auf diese Weise  hergestellte Hefesuspension, in der Hefezel  len mit verringertem Zellwassergehalt vorlie  gen, wird sodann in bekannter Weise von der       Hauptmenge    des die Hefezellen     umgebenden          Hefewassers    getrennt. Die so erhaltene Hefe  mit erhöhtem Trockensubstanzgehalt enthält  aber ausserhalb der Hefezellen noch die gleiche  Wassermenge wie eine nicht in der geschilder  ten Weise mit osmotisch wirksamen Stoffen  behandelte Hefe. Der die Zellen umgebende  Wasseranteil ist lediglich von den Druck  bedingungen bzw. Druckunterschieden ab  hängig, welche beim Abpressen bzw. Absaugen  des Hefewassers herrschen.

   Da die für die  Hefe charakteristischen Werte, wie Trocken  grad, Griff und Plastizität, jedoch lediglich  von der Wassermenge abhängig sind, die die  Hefezellen umgibt, werden bei diesen Verfah  ren ebenso ungünstige Plastizitäts- und     Trok-          kenheitseigenschalten    erzielt wie bei den  üblichen Trennverfahren, welche ohne vorher  gehende, auf osmotischen Wirkungen beru  hende Verfahrensschritte arbeiten. Die so     her-          gestellte    Hefe hat jedoch gegenüber der nicht       vorbehandelten    Hefe den Nachteil, dass in  dem Wasser, das die abgepressten Hefezellen  umgibt, osmotisch wirksame Stoffe enthalten  sind, wodurch eine derartige Hefe nur sehr  beschränkt verwendbar ist.  



  Das Verfahren gemäss der vorliegenden       Erfindung        gestattet        es,    durch Entwässerung  einer     Hefesuspension    auf Saugfiltern aller  Art, also in kontinuierlicher     Arbeitsweise,    eine  Backhefe zu erhalten, welche von den oben  genannten Nachteilen frei ist und sich durch  einen erhöhten Gehalt an     Trockensubstanz     sowie durch eine günstige (d. h. also vermin  derte)     Plastizität    auszeichnet. Zugleich ge  lingt es nach dem erfindungsgemässen Ver  fahren, eine Backhefe von verbesserter Halt  barkeit und höherem Trieb als bisher zu er  halten. Das Verfahren gemäss der Erfindung  kann auf allen Saugfilterapparaten durch  geführt werden, so z.

   B. auf Vakuumband  filtern, Bandzellenfiltern, und dergleichen.  Am geeignetsten haben sich jedoch Vakuum  trommelfilter und insbesondere die von Rosen-    quist entwickelten Drehsaugfilter und ähn  liche Vakuumtrommnelfilter bewährt.'  Das Verfahren gemäss der Erfindung be  ruht auf folgenden Erwägungen: Für die  Eigenschaften der     aus    einer     Suspension    (Hefe  rahm) abgetrennten Hefe sind vor     allem    das  Extrazellularwasser, das Intrazellularwasser  und deren Summe, der Gesamtwassergehalt,  massgebend. Unter Extrazellularwasser ist hier  bei der Anteil des     Wassers    zu verstehen, der  sich ausserhalb der Hefezellen befindet. Beim  Heferahm ist es das Wasser bzw. die ver  dünnte Würzelösung, in der die Zellen schwim  men.

   Bei der auf Filtern abgepressten,     abge-          nutschten    und daran anschliessend     pfundier-          ten    Hefe ist es der Anteil des Wassers, der  sich in den engen Kapillaren, die von den  mehr oder weniger dicht aneinanderliegenden  Zellen gebildet werden, befindet. Von der  Menge des Extrazellularwassers ist der  Griff   der Hefe abhängig. Die Menge des     Extra-          zellularwassers    bestimmt demnach, ob sieh die  Hefe bzw. der daraus hergestellte Formling  (Hefepfund) feucht, klebrig, trocken, glatt  oder samtig anfühlt. Ferner ist von der Menge  des Extrazellularwassers auch die Plastizität  der Hefe abhängig.

      Das Intrazellularwasser ist der Anteil des  Wassers, der sich innerhalb der Hefezellen  befindet. Die Menge des Intrazellularwvassers  kann dadurch verändert werden, dass man  dis Hefezellen durch osmotisch wirksame Lö  sungen beeinflusst. Bringt man die Hefezellen  in eine Lösung, deren osmotischer Druck grö  sser ist als der osmotische Druck ihres     Zell-          saftes,    so tritt Wasser bzw.

   Flüssigkeit aus  dem     Zellinnern    in die Lösung über, in     wel-          eher    die Zellen     suspendiert    sind (sogenannte        Cytorrhyse     oder     Zellkontraktiön,    vergleiche  S.     Windisch    und C.     Emders    in  Die     Brauwelt      1946, Seiten 151 bis 220). Der     Trocken3ub-          stanzgehalt    der     cytorrhysierten    Zellen steigt.

    Ersetzt man nun die     Lösung,    die einen höhe  ren     osmotischen    Druck hat, als dem     osmoti-          schen    Druck     des        Zellsaftes    entspricht,     durch     eine solche     Lösung,    deren     osmotischer    Druck  geringer     ist        als    der des     Zellsaftes,    z. B. durch      Wasser, dann tritt aus der Lösung Wasser  wieder in dlas Zellinnere ein.

   Sowohl der osmo  tisch bedingte Wasseraustritt aus den Hefe  zellen als auch der Wasserrücktritt in die       Hefezellen    sind Vorgänge, die eine bestimmte  Zeit. benötigen. Während die Menge des Extra  zellularwassers für den Griff und die Plasti  zität der geformten (gepfundeten) Hefe von  auschlaggebender Bedeutung ist, hat die  Menge des Intrazellularwassers auf diese Ei  genschaften keinen wesentlichen Einfluss.

   So  wurde     festgestellt,    dass Hefepfunde aus stark  cytorrhysierten Zellen, die man durch Zu  gabe osmotisch wirksamer Stoffe zum Hefe  rahm erhalten kann, bei oft sehr hohem Trok  kensubstanzgehalt (33% Hefetrockensubstanz  und darüber) sich gleich nass anfühlen wie  Hefepfunde, die aus wenig oder nicht     cytorr-          hysierten    Zellen bestehen, obwohl diese letz  teren nur etwa 27,5%o Hefetrockensubstanz  enthielten, wobei vom gleichen Heferahm aus  gegangen und der gleiche Druck angewendet  worden war.

   In beiden Fällen ist nämlich der  für den Griff und die Plastizität der Hefe  massgebliche Gehalt an Extrazellularwasser  der Hefepfunde (der nur von der beim Filter  vorgang zur Anwendung gelangenden Druck  differenz abhängt) gleich und nur der Intra  zellularwassergehalt sehr verschieden. Dieser  ist bei den cytorrhysierten Zellen wesentlich  kleiner als bei den nicht eytorrhysierten Zel  len. Der Gesamtwassergehalt als Summe von  Extra- und Intrazellularwasser ist im Falle  der aus eytorrhysierten Zellen bestehenden  Hefepfunde auch entsprechend kleiner als bei  Pfunden aus nicht eytorrhysierten Zellen.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung zur  Gewinnung von Backhefe mit erhöhtem     Trok-          kensubstanzgehalt    auf Saugfiltern, z. B. Va  kuumtrommelfiltern, aus wässerigen Hefesus  pensionen,     ist    dadurch gekennzeichnet, dass  man die wässerige     Suspension    der Hefe mit       osmotisch    wirksamen     Substanzen    versetzt, die  einen Austritt vom Intrazellularwasser aus  den Zellen bewirken, dass man die Suspension  der in dieser Weise     eytorrhysierten    Hefezel  len auf das Saugfilter bringt und auf     diesem     in der gebildeten Schicht der Hefe das wässe-    rige, die osmotisch wirksamen Stoffe enthal  tende Extrazellularwasser,

   dessen Menge von  der am Saugfilter     angewendeten    Druckdiffe  renz abhängt, durch eine Flüssigkeit ver  drängt, deren osmotischer Druck niedriger  ist als der des Zellsaftes, wobei die Verdrän  gung des die osmotisch wirksamen Stoffe ent  haltenden Extrazellularwassers so gesteuert  wird, dass die Verdrängung beendet ist, bevor  die Wiederaufnahme von Wasser in Form von  Intrazellularwasser durch die Zellen vollendet  ist, und dass alsdann die von den osmotisch       wirksamen    Stoffen befreite     Hefeschicht    der  weiteren Einwirkung der Druckdifferenz auf  dem Saugfilter unterworfen wird, wobei durch  Aufnahme von Extrazellularwasser durch die  Hefezellen eine Abnahme des Extrazellular  wassergehaltes unter den durch die Druck  differenz bedingten Wert eintritt.  



  Es kommt also nach der dem Waschen  folgenden neuerlichen Einstellung der der  Druckdifferenz entsprechenden Menge Extra  zellularwasser in der Hefeschicht bei nunmehr  gleichbleibendem Gesamtwassergehalt zu einer  Vermehrung des Intrazellularwassergehaltes  der Zellen auf Kosten des zwischen ihnen  befindlichen Extrazellularwassers.

      Während bisher die Menge des Extra  zellularwassers einer auf einem Saugfilter     ab-          genutschten        Hefeschicht    und damit ihr Griff  und ihre Plastizität im     wesentlichen    lediglich  durch     die        beim    Filtervorgang angewendete       Druckdifferenz    beeinflusst wurde, gelingt es  mit, Hilfe des     Verfahrens    gemäss der Erfin  dung, den Gehalt an     Extrazellularwasser    un  ter .den der .Druckdifferenz entsprechenden       Wert    zu senken, und zwar je nach den Erfor  dernissen mehr     oder    weniger.  



  . Zur Ausführung     das        Verfahrens    geht man  zweckmässig wie folgt vor: Man     versetzt    zu  nächst den Heferahm mit einer     osinotisch     hochwirksamen Substanz, wie Kochsalz, so     d@ass     der     osmotische    Druck des     Extrazellularwas-          sers    grösser wird,

   als der     osmotische    Druck des       Zellsaftes    der     Hefezellen.    Zufolge des Unter  schiedes im     osmotischen        Druck        erfolgt    der       Flüssigkeitsaustritt    aus den Hefezellen. Man      überlässt die Suspension sich selbst, bis der  Wasseraustritt entprechend der osmotischen  Druckdifferenz praktisch vollständig beendet  ist, was nach einigen Minuten der Fall ist.  Den so vorbehandelten Heferahm bringt man  nunmehr auf den Saugfilter, z.

   B. ein Vakuum  drehfilter, auf welchem es zunächst zur Bil  dung einer Hefeschicht mit einem von den  Bedingungen abhängigen ganz bestimmten Ge  halt an Extrazellulalrwasser und einem durch  letzteres bedingten ganz bestimmten  Griff   kommt. Die Kapillarräume dieser Hefeschicht  sind mit osmotisch wirksamen Extrazellular  wasser erfüllt, dessen Menge der am Dreh  filter zur Anwendung kommenden Druck  differenz entspricht. Nun wäscht man diese  Hefeschicht möglichst kurz mit Wasser, vor  zugsweise Leituugswasser, dessen osmotischer  Druck     niedriger        als    der     osmotische    Druck des  Zellsaftes der Hefezellen ist.

   Durch diesen  Auswaschvorgang wird die in den Kapillaren  der Hefeschicht befindliche, osmotisch hoch  wirksame Flüssigkeit durch eine osmotisch  weniger     wirksame    verdrängt, wobei sofort der  Wiedereintritt von Wasser in die Hefezellen  beginnt, der so lange andauert, bis sich der  dem osmotischen Druck des Auswaschmittels,  also Wasser, entsprechende Intrazellularwas  sergehalt der Hefezellen eingestellt hat. Sowohl  der erste Vorgang (Verdrängung der osmo  tisch hochwirksamen Lösung durch den Aus  waschvorgang) als auch der zweite (Wieder  eintritt von Wasser in die Zellen) benötigt  eine ganz bestimmte Zeit.  



  Es kommt nun darauf an, den Verdrän  gungsvorgang so zu steuern, dass er vor der  vollständigen Wiederaufnahme des Wassers  durch die Hefezellen, die sogleich in Berüh  rung mit dem     Waschwasser,    das zur Verdrän  gung     des    kochsalzhaltigen     Wassers    verwendet  wird, beginnt, beendet ist. Dieses Ziel kann  durch, die Regelung der     Intensität    der Wa  schung in     Abhängigkeit    von der Schichtdicke  der am Filter abgesetzten Hefe und     durch    Be  messung der Einwirkungsdauer auf Grund  weniger Versuche leicht erreicht werden. Nach  Bewegung des Filters mit der Hefeschicht aus  der Auswaschzone, bei Verwendung eines    Trommel- bzw.

   Drehfilters nach der Drehung  der Trommel aus der Auswaschzone, wird das  Extrazellularwasser zum Teil zufolge der  durch düs Vakuum     bedingten    weiterarbeiten  den Druckdifferenz abgesaugt, zum Teil aber  von den Hefezellen aufgesaugt, so dass die  Menge des Extrazellulärwassers durch die Auf  nahme als Intrazellularwasser durch die Hefe  zellen weiter vermindert wird, ohne dass je  doch so viel     Wasser    von den Hefezellen intra  zellular aufgenommen wird, wie die Hefe ohne  Behandlung mit den osmotischen Mitteln un  ter gleichen Bedingungen enthielte.

   Es ist von  wesentlicher Bedeutung, dass die Verdrängung  des die     osmotisch    wirksamen Stoffe enthal  tenden Extrazellularwassers durch eine Flüs  sigkeit mit niedrigerem     osmotischem    Druck,  wie     Wasser,    in kürzerer Zeit durchgeführt  wird, als die     vollständige    Wiederaufnahme  von Wasser durch die Hefezellen dauern  würde.

   Die für die Verdrängung des die       osmotisch        wirksamen    Stoffe enthaltenden       Extrazellularwassers    aufzuwendende Zeit ist  nach Sekunden     zu        bemessen    und beträgt, je  nach der Dicke der     Hefeschicht,    in vielen  Fällen nur 0,5 bis 1,5 .Sekunden. Die Aus  waschung     erfolgt        vorteilhafterweise    nur auf  einer     verhältnismässig    schmalen Zone der Fil  terfläche (bzw. des Trommelumfanges:).

   Würde  noch während des     Verdrängungsvorganges,     also während des     Auswaschens    der Hefe  schicht., die Wiederaufnahme des     Wassers     durch die     Rückcytorrhyse    beendet sein, also  die Dauer der     Auswaschzeit    so lange währen,  wie die Hefezellen zur     vollständigen        Rück-          cytorrhyse    benötigen,

   so würden die Hefe  zellen nachfolgend kein     Extrazellularwasser          mehr    aufsaugen können und das     Endprodukt     würde in diesem Falle die der Druckdifferenz  am Filter entsprechende Menge     Extra.zellular-          wasser    aufweisen, so dass der angestrebte Er  folg einer Verminderung des     Extrazellular-          und        Gesamtwassergehaltes    nicht erreicht wer  den würde.

   Da aber bei dem Verfahren gemäss  der Erfindung die Hefe     eilten    Teil des der       Druckdifferenz        entsprechenden        Extrazellular-          wassens    aufsaugt, ergibt sich hieraus eine Ver  besserung     des    Griffes und der Plastizität.. Man      gewinnt daher auf Sangfiltern eine Backhefe,  die in jeder Hinsicht der Hefequalität ent  spricht, die man bei Anwendung der bisher  in der Hefeindustrie üblichen Filterpressen  erhält. Überdies kann man bei Anwendung  des Verfahrens gemäss der Erfindung Hefe  von einem Trockensubstanzgehalt von 29 bis  33%o und selbst noch höheren Gehaltes an  Trockensubstanz, z.

   B. 37,5 % und darüber,  gewinnen, so dass     selbst    ein höherer Gehalt  an     Trockensubstanz    erzielbar ist, als der  Trockensubstanzgehalt von auf Filterpressen  bei hohem Druck abgepresster Hefe beträgt.  Durch die Bemessung des Zusatzes an osmo  tisch wirkenden Stoffen und durch die Steue  rung der Waschbehandlung ergibt sich also  die Möglichkeit, Griff, Plastizität und     Trok-          kensubstanzgehalt    der Backhefe in weiten  Grenzen planmässig auf gewünschte Werte  einzustellen.  



  Als osmotisch wirksamer Stoff kommt we  gen seiner Billigkeit vor allem     Kochsalz    in  Betracht. Es können aber auch andere osmo  tisch wirkende Elektrolyte, wie beispielsweise  Glaubersalz, oder auch     Nichtelektrolyte,    wie  Alkohole, zur Herbeiführung der Cytorrhyse  der Zellen verwendet werden.    <I>Beispiel</I>  Zur Abseheidung der Hefe aus dem wie  unten beschrieben behandelten Heferahm  wurde ein Vakuumtrommelfilter bekannter  Bauart verwendet, wie es in der Zeichnung  (Fig.l) schematisch dargestellt ist. Das Fil  ter besteht aus der doppelwandigen Trommel  1, deren äussere Wandung perforiert ist und  die mit einem Filtertuch belegt ist. Die Trom  mel wird durch die Hohlwelle 3 bewegt, die  mit der     Trommelwandung    durch die Hohl  speichen 4 verbunden ist.

   Das Vakuum wird  durch die Vakuumpumpe 5 erzeugt, die mit  der Hohlwelle durch die     Saugleitung    6 ver  bunden ist. Der untere Teil der Trommel  durchwandert bei seiner Drehung eine     Wanne     7, welcher der Heferahm durch eine Druck  leitung 8 aus dem Lagertank zugeführt wird.  Zur Regeluing der Schichtdicke der auf der  Trommel gebildeten Hefeschicht dient der Ab-    streifer 9, zur Abnahme der behandelten Hefe  das Abschermesser 10. Die Hefeschicht ist mit  11 bezeichnet. Es sind ferner Sprühdüsen 12  und 13     vorgesehen,    welche es gestatten, die  frisch gebildete     Hefeschicht    auf einem be  schränkten Teil des Trommelumfanges mit  Wasser in geregelter Menge zu besprühen.

   Der       Durchmesser    der     Filtertrommel    betrug bei  der in der Praxis durchgeführten Arbeits  weise 2000 mm, die Breite der Filtertrommel  1250 mm, die gesamte Filterfläche 7,23 m2.  Die wirksame Druckdifferenz betrug 710 mm  Hg (etwa 0,9 at).  



  100 hl Heferahm (1 hl Heferahm etwa  18 kg Hefetrockensubstanz enthaltend) wer  den im Lagertank bei laufendem Rührwerk  mit 5 hl Kochsalzlösung, welche 78,8 kg NaCl  enthielten, versetzt (100 hl Heferahm + 5 hl  Kochsalzlösung = 105 hl Flüssigkeit; davon  0,75% = 78,8 kg NaCl). Diese Salzzugabe ent  spricht 0,75 kg NaCl pro Hektoliter des     Hefe-          rahmes.    Der Wasseraustritt aus den Zellen  (Cytorrhyse) tritt rasch ein und ist in weni  gen Minuten beendet, so dass der Heferahm  schon etwa 5 Minuten nach Zusatz der Koch  salzlösung der Wanne 7 des Trommelfilters  kontinuierlich zugeführt werden kann. Man  kann aber den so behandelten Heferahmu auch  einige Tage, z. B. 3 bis 4 Tage, lagern. Die  Zuführung des Heferahmes zur Wanne des  Filters erfolgt zweckmässig bei 14 bis 16  C.

    Auf der Filtertrommel, die sich mit einer Um  drehungszahl von acht Umdrehungen in der  Minute dreht, bildet sich eine Hefeschicht im  Abschnitt A der Filtertrommel, die durch  den Abstreifer 9 auf eine Schichtdicke von  rund 0,3 min eingestellt ist. Diese Hefeschicht  besteht zunächst aus voll cytorrhysierten Hefe  zellen und dem kochsalzhaltigen Extrazellular  wasser.

   Obwohl eine Probe dieser Hefeschicht  einen geringeren Wassergesamtgehalt, also  einen hohen     Trockensubstanzgehalt,        zeigt    (hier       30,5 /0),    fühlt     ,sie    sich vollständig nass an, da  ihr     Extrazellularwassergehalt    der am Dreh  filter     wirksamen    Druckdifferenz (hier etwa  0,9     at:)        entspricht,    während     der        Intrazellula.r-          wassergehalt        niedrig    ist.

   Durch die Drehung  der Trommel gelangt die Hefeschicht fort-      laufend in den Bereich des Abschnittes B  der Trommel, in welchem Bereich sie mit  Wasser aus den Düsen 12 und 13 besprüht  wird. Die besprühte Fläche beträgt 0,77 m2  (das ist 11%o der gesamten Filterfläche), die  zugeführte Wassermenge 480 Liter pro Stunde  oder 0,5 Liter pro 1 kg Hefe von einem     Trok-          kemmbstanzgehalt    von 29,7%. Die Zeit, wäh  rend welcher die Hefeschicht im Abschnitt B  mit Wasser besprüht wird, beträgt 0,8 bis  1 Sekunde. Während des Besprühens mit Was  ser tritt eine Rückeytorrhyse, also eine Wie  deraufnahme von     Wasser    durch die in ihrem  osmotischen Gleichgewicht gestörten Zellen  ein, wobei ein Teildes aufgesprühten Wassers  von den Hefezellen aufgenommen wird.

   Der  Wiedereintritt von Wasser ist jedoch noch  nicht beendet, wenn die nunmehr salzfreie  Hefeschicht durch die Drehung der Filter  trommel in den Abschnitt C gelangt, in wel  chem sie während der weiteren Umdrehung  der Trommel noch 3,2     Sekunden    verbleibt,  worauf sie dann vom Abschermesser 10 abge  streift und der     Verformungs-(Pfundier-)ma-          schine    zugeführt wird. Im Abschnitt C neh  men die Zellen bereits in der Zeit Extrazellu  larwasser auf, in der sich die der herrschen  den Druckdifferenz entsprechende Menge von  Extrazellularwasser einstellt.

   Von diesem Zeit  punkt an ändert sich der Gesamtwassergehalt  der Hefeschicht, d. h. much ihr Trockensub  stanzgehalt (im angeführten Beispiel beträgt  er 29,7%) nicht mehr, doch findet nunmehr  eine Verschiebung von Wasser innerhalb der  Hefeschicht statt, indem infolge der weiter  verlaufenden Rückcytorrhyse eine weitere  Wasseraufnähme durch die Hefezellen statt  findet, Lind, daher der Intrazellularwasserge  halt der Hefezellen erhöht, der Extrazellular  wassergehalt der Hefeschichte und die davon  abhängige Plastizität aber erniedrigt wird.  Auch in der vom Abschermesser des Trommel  filters abgenommenen Hefe macht sich noch  der Aufsaugeffekt des Extrazellularwassers  geltend.

   Wenn man unmittelbar am Messer  des Trommelfilters Hefe abnimmt und diese  in der Hand knetet, bemerkt man deutlich ein   Trockenwerden  der Hefe, verbunden mit    einer entsprechenden Piastizitätsabnahme, was  auf den weiterwirkenden Aufsaugungseffekt  durch Aufnahme von Extrazellularwasser  durch die Hefezellen und die dementspre  chende Erhöhung des Intrazellularwasserge  haltes zurückzuführen ist. Entnimmt man 5  Minuten nach demn Abheben der Hefe vom  Filter durch das Abschermesser 10 eine Probe,  so zeigt die so behandelte Hefe einen Gehalt  an Trockensubstanz von 29,7%o und eine Pla  stizität von 3,10 mm Einsinktiefe eines Probe  körpers innerhalb von 2 Minuten.

   Um zu einer  richtigen Beurteilung der durch Anwendung       des    Verfahrens erzielbaren Verbesserung der  Hefequalität, insbesondere im Hinblick auf  die Trockensubstanzzunahme und Plastizität,  zu gelangen, wurde der gleiche Heferahm, je  doch ohne Salzzugabe, auf dem gleichen Trom  melfilter unter den gleichen     Bedingungen    be  handelt. Die so erhaltene Hefe besass einen  Gehalt an Trockensubstanz von nur 27,8%.  Die Plastizität dieser Hefeprobe ist bei     An-          wendulng    derselben Messmethode 6,69 mm Ein  sinktiefe. Demnach beträgt die nach dem vor  liegenden Beispiel erreichte Trockensubstanz  zunahme 1,9 % und die Plastizitätsabnahme  3,59 mm.

      Die durch     Salzzugabe    mit nachfolgendem  Auswaschen erzeugte Hefe fühlt sich wesent  lich trockener an als die aus unbehandeltem  Heferahm gewonnene Hefe, was auf die     Trok-          kensubstanzzunahme,verbunden    mit der durch  das Verfahren gemäss der Erfindung beding  ten Abnahme des     Extrazellulaiwassers,        zu-          riickzuführen    ist.

      Die Erhöhung des     Trockensubstanzgehal-          tes,    die nach dem Beispiel bei Zusatz von  0,75 kg Kochsalz pro Hektoliter     eines        bestimm-          ten        Heferahms        1,9%        beträgt,        ist        von        der     Menge des     Kochsalzzusatzes    (oder von andern       osmotisch    wirksamen Substanzen) zum Hefe  rahm abhängig.

   In     Fig.    2     ist    durch die voll  ausgezogene Kurve die Abhängigkeit der Zu  nahme des     Trockensubstanzgehaltes    von der  Menge des dem Heferahm     zugesetzten    Koch  salzes dargestellt. Auf der Abszisse ist in dem  Diagramm die dem Heferahm     zugesetzte    Koch-      Salzmenge in kg NaCl pro Hektoliter Hefe  rahm und auf der Ordinate die prozentuale  Erhöhung des Trockensubstanzgehaltes der  vom Filter abgenommenen Hefe aufgetragen.

    Man ersieht daraus, dass die Zunahme des  prozentualen Trockensmbstanzgehaltes der er  haltenen Hefe bis zu einem Gehalt des     Hefe-          rahmes    an etwa 0,6 kg NaCl pro Hektoliter  Heferahm der verwendeten Kochsalzmenge  direkt proportional ist. Man hat es somit bei  dem Verfahren gemäss der Erfindung in einem  weiten Bereich in der Hand, den Trockensub  stanzgehalt der Hefe durch den Zusatz an  Kochsalz auf einen gewünschten Wert einzu  stellen.  



  Die striehlierte Kurve in Fig. 2 zeigt die  Abhängigkeit der Plastizität einer geformten  (gepfundeten) Backhefe gleichfalls in Ab  hängigkeit von dem Kochsalzzusatz zum Hefe  rahm, wobei auf der Abszisse die Menge des  Kochsalzes in kg NaCl pro Hektoliter Hefe  rahm, auf der Ordinate ein Mass für die  Plastizität angegeben ist.

   Die für die Plasti  zität angegebenen Werte wurden mit einem  an sich bekannten Plastizitätsmesser durch  Bestimmung der     Einsinktiefe    eines Prüfge  wichtes von 162,6 g in die unter stets gleichen  Bedingungen hergestellten Hefeformlinge  (Hefepfunde) nach 2 Minuten     gemessen.    Die  gestrichelte Kurve zeig, dass die Abnahme  (Verbesserung) der Plastizität der dem Hefe  rahm zugesetzten Menge an     Kochsalz    bis etwa  0,8 kg NaCl pro Hektoliter direkt proportional  ist, so dass einer Erhöhung des Trockensub  stanzgehaltes stets auch eine erwünschte Ab  nahme der Plastizität entspricht.

   Versuche mit  Heferahm verschiedener     Erzeugung    haben  ferner gezeigt, dass die den beiden Kurven       zugrunde    liegenden Werte nur wenig     streuen     und daher die     dargestellten    Abhängigkeiten  für Heferahm im allgemeinen gelten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Gewinnung von Backhefe mit erhöhtem Trockensubstanzgehalt auf Saug filtern aus wässerigen Hefesuspensionen, da durch gekennzeichnet, dass man die wässerige Suspension der Hefe mit osmotisch wirksamen Substanzen versetzt, die einen Austritt von Intrazellularwasser aus den Hefezellen bewir ken, dass man die Suspension der in dieser Weise cytorrhysierten Hefezellen auf das Saugfilter bringt und auf diesem in der ge bildeten Schicht der Hefe das wässerige, die osmotisch wirksamen Stoffe enthaltende Extra- zelltilarwasser, dessen Menge von der am Saug filter angewendeten Drackdifferenz abhängt,
    durch eine Flüssigkeit verdrängt, deren osmo- tischer Druck niedriger als der des Zellsaftes ist, wobei die Verdrängung des die osmotisch wirksamen Stoffe enthaltenden Extrazellular- wassers zeitlich so gesteuert wird, dass die Verdrängung beendet ist, bevor die Wieder aufnahme von Wasser in Form von Intra- zellularwasser durch die Hefezellen vollendet ist,
    und dass die von den osmotisch wirksamen Stoffen befreite Hefeschicht der weiteren Ein wirkung der Druckdifferenz auf dem Saug- filter unterworfen wird, wobei durch Auf nahme von Extrazellularwasser durch die Hefezellen eine Abnahme des Extrazellular- wassergehaltes unter den durch die am Filter herrschende Druckdifferenz bedingten Wert eintritt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet., dass die Gewinnung der Hefe auf Vakuumtrommelfilter in kontinuier lichem Arbeitsgang erfolgt. 2: Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als osmotiseh wirksame Substanz Kochsalz verwendet wird. 3. Verfahren nach dem Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass der Hefesuspension zwischen 0,1 und 1,0 kg Kochsalz pro Hektoliter Hefesuspension zugesetzt worden. 4.
    Verfahren nach Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass der Hefesuspension 0,2 bis 0,6 kg Kochsalz pro Hektoliter Hefe suspension zugesetzt werden. 5. Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Flüssigkeit mit niedrigerem osmotischem Druck Wasser verwendet wird.
    6. 'Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Saugfilter gebildete Schicht der osmotisch wirksame Stoffe enthaltenden Hefe unmittel bar nach ihrer Bildung auf einem beschränk- ten Abschnitt des Filters mit der Flüssigkeit mit niedrigem osmotischem Druck ausgewa schen wird.
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WO2010146260A1 (fr) * 2009-06-19 2010-12-23 Lasaffre Et Compagnie Levure, procede de preparation, composition, installation et utilisations

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