CH332459A - Filtereinrichtung, vorzugsweise zur Reinigung von Rohwasser aus Flüssen und Seen - Google Patents
Filtereinrichtung, vorzugsweise zur Reinigung von Rohwasser aus Flüssen und SeenInfo
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Description
Filtereinrichtung, vorzugsweise zur Reinigung von Rohwasser aus Flüssen und Seen
Es wird schon seit langem versucht, die Versorgung mit Trinkwasser und mit Wasser zu Industriezweeken von Quellen-md Grund wasservorkommen unabhängig zu machen, indem Fluss-oder Seewasser einer geeigneten Reinigmgsoperation unterworfen wird. Derartige Reinigungsoperationen sind zum Beispiel Klären des Wassers durch ein Sieb und naehfolgendes Behandeln mit chemischen Mitteln oder geeignetes Filtrieren.
Man kennt Anordnungen, welche dadurch gekennzeich- net sind, dass das zu reinigende Wasser zwei Filterschichten durchläuft, wobei die eine aus gTobkörnigem und die andere aus feinkorni- gem Material besteht. Das zu filtrierende Rohwasser durchläuft zuerst den grobkörnigen und hernach den feinLörnigen Filter ; dabei nimmt der erste die Hauptmenge der Schwebestoffe auf, und der zweite filtriert den Rest der Schwebestoffe.
Es ist auch schon versucht worden, die Trennung des Wassers von den Schwebe- stoffen mit Hilfe von geeigneten Flocliungs- mitteln zu erleichtern. Diese Flock-Lingsmittel haben die Aufgabe, die Zusammenballung der Seliwebestoffe zu grösseren Partikeln zu veranlassen, welche dann wirksamer zurückgehal- ten werden können. Zu derartigen Zwecken geeignete Flockungsmittel sind beispielsweise Ferrichlorid, Ferrosulfat und Aluminium- sulfat.
Je nach dem p-Wert des zu reinigenden Wassers wird man das eine oder das andere dieser Mittel einsetzen ; so eignet sich Ferrichlorid besonders für das Ausflocken von Schwebestoffen in Wasser, dessen p-Bereich auf der alkalischen Seite liegt, während Ferrosulfat, vorteilhaft in Kombination mit Kalk- milch, für saures Wasser geeignet ist. In. vielen Fällen wird dem Floekungsmittel zur Unterstützung seiner Wirkung noch Natriumsilikat zugegeben.
Das flockenhaltige Wasser wird auf üb- liche Weise filtriert. Von Zeit zu Zeit iniissen die Filter von den zurückgehaltenen Flocken befreit werden. Da diese Arbeit zeitraubend ist und zudem einen unerwünschten Unterbruch der Filtration nach sich zieht, wurde nach einer Einrichtung gesucht, welche es erlaubt, in kontinuierlicher Arbeitsweise den Hauptteil der Flocken vor der Filtration des Wassers wegzuschaffen.
Es wurde nun gefunden, dass eine wirksame Filtereinrichtung, vorzugsweise zur Reinigung von Rohwasser aus Fliissen und Seen, die mit Hilfe von Flockungsmitteln arbeitet, darin besteht, dass im gleichen Gehäuse vor ein Schwebestoff-Filter ein Flockungsraum und ein Absetzraum für die Flocken einge- baut sind. Die Wirksamkeit dieser Einrichtung wird noch gesteigert, wenn einerseits die Zuleitung für die zu reinigende Flüssigkeit in den Flockungsraum tangential angeordnet und anderseits sowohl im Flockungsraum als auch im Absetzraum ein langsam drehender Riihrer eingebaut ist. Die Wirlsung der eben geschilderten Filtereinrichtung ist verblüf- fend.
Es gelingt beispielsweise bei Rohwasser, dessen pg-Wert zwischen 7 und 8 liegt, mit Hilfe von Ferrichlorid als Flockungsmittel durci die genannte Anordnung 94 /ou der aus- geflockten Schwebestoffe vor dem Kuftreffen auf die Filterschieht zu entfernen, so dass die Filtersehicht nur noch 6"/o der Flocken zu- rückhalten muss. Die dabei erzielte Verringerung der Zahl der Rückspülungen des Filters ist augenscheinlich : Mit der neuen Einrichtung muss die Filtersehicht 16mal weniger oft gereinigt werden, als dies bei den üblichen Verfahren der Fall ist.
Trotz der erstaunlichen Wirk mg der Anordnung mit Flockungs-und Absetzraum kann die Durchflussgeschwindigkeit der zu reinigenden Fliissigkeit gegenüber den üblichen Filteranlagen beschleunigt werden. Zudem hat die neue Anlage gegenüber den bekannten den Vorteil, dass sowohl Flok kungs-und Absetzraum als auch die Filter- schicht im selben Gehäuse untergebracht sind ; dies ist in bezug auf den Raumbedarf der Anlage von nicht zu unterschätzender Bedeu tung.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Aus führungsbeispiel der erfindungsgemässen Fil tereinrichtung dargestellt und im folgenden erläutert. Die zu behandelnde Flüssigkeit, z. B. Rohwasser, versetzt mit einem Flockv, mgs- mittel, tritt durch die I. eitung 1 an der Stelle 2 in den Flockungsraum 3 der Filtereinrichtung. Der Eintritt-erfolgt tangen- tial, wodurch erreicht wird, dass die Aufwärts- strömung im Floekungsraum 3 statt gerad- linig schraubenlinienähnlich verläuft. Wäh- rend des Aufwärtsstromens bilden sich im Wasser Flocken.
Durch das schraubenlinien- förmige Fliessen des Wassers wird der Flok kungsweg verlängert, die Aufwärtsbewegung der gebildeten Flocken verlangsamt und damit eine Anreicherung derselben erreicht.
Rührarme 4 unterstützen die schrauben- linienähnliche Wasserbewegung tind verhindern gleichzeitig ein Zusammenballen der Flocken zu grösseren Klumpen. Die Geschwin- cligkeit der Rührarme 4 wird jedoch so gewählt, dass auch eine Zerkleinerung der Flokken nicht eintritt. Das flockenhaltige Wasser fliesst nun über die obere Kante 5 des Flokkungsraumes 3. Sobald das Gemisch aus der vertikalen in die horizontale Stromungsrich- tung gelangt, fallen die Flocken infolge ihres höheren spezifischen Gewichtes in den trichterförmig ausgebildeten Absetzraum 6. In diesem Raum ist ebenfalls ein Rührer 7 eingebaut.
Dieser verhindert das Zusammenballen der Flocken zu grosseren Gebilden und beför- dert die auf dem Boden abgelagerten Sinkstoffe nach dem Floekenauslauf 8. Hier werden die Flocken in Form eines dicken wässe- rigen Breis aus der Filtereinrichtung entfernt.
Das Wasser strömt, befreit von den Flocken, durch den mit Schlitzen versehenen zylindrischen Aufsatz 9. Nach dem Passieren der Schlitze fliesst das Wasser vertikal nach unten zur Filterschicht 10. Diese wird ebenfalls vertikal durchströmt, wobei die wenigen übrig- gebliebenen feineren Flocken zurückgehalten werden. Die Filtersehicht besteht vorteilhaft aus einem feinkornigen Material. Beispiele dafür sind Quarzsand oder rostfreier Stahlsand. Das aus der Filterschicht 10 ausgetretene, von Schwebestoffen vollständig befreite Wasser fliesst durch den Filterboden in die darunter liegende Kammer 11 und von hier durch die Leitung 12 zu den Verbrauchs- stellen.
Wenn die Filterschicht 10 so stark verschmutzt ist, dass entweder ein Durchbruch der Trübung stattfindet oder der Filterwiderstand das gewünschte Mass überschreitet, wird durch Öffnen der Hahnen 13 und 14 Luft und Wasser unter die Filterschicht getrieben ; diese wird in üblicher Weise durch Rück- spülen von der Verschmutzung befreit. Das abfliessende Schmutzwasser verlässt das Filter durch die Leitung 15 und den während der Spiiloperation geöffneten Hahnen 16. Zur Entliiftung des Raumes 17, sowie um ein gleichmässiges Wegstromen des Rückspülwassers und der Luft aus dem. Baume 17 zu gewährleisten, sind im Umfang mehrere Rohre 18 angeordnet.
Das mit der neuen Filtereinrichtung gewonnene Wasser ist sehwebestofffrei und er staunlicherweise bakterienarm. So entspricht das mit einer beschriebenen Einrichtung bei spielsweise aus dem Rhein bei Basel gewonnene Wasser in bezug auf Klarheit dem Trinkwasser dieser Stadt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Filtereinrichtung, vorzugsweise zur Reinigung von Rohwasser aus Flüssen und Seen, die mit Hilfe von Flockungsmitteln arbeitet, dadurch gekennzeichnet, dass im gleichen Ge häuse vor ein Schwebstoff-Filter (10) ein Floekungsraum (3) und ein Absetzraum (6) für die Flocken eingebaut sind.UNTERANSPRÜCHE l. Filtereinrichtung gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuleitung (1) für die zu reinigende Flüssigkeit in den Flockungsraum (3) tangential angeordnet ist.2. Filtereinrichtung gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich- net, dass im Flockungsraum (3) ein langsam drehender Rührer (4) eingebaut ist.3. Filtereinrichtung gemäss Patentanspruch und den Unteransprüehen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Absetzraum (6) ein langsam drehender Rührer (7) eingebaut ist.4. Filtereinrichtung gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet durch einen Flockenauslauf (8), um die Flocken aus dem Absetzraum (6) entfern. en zu können.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH332459T | 1956-08-22 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH332459A true CH332459A (de) | 1958-09-15 |
Family
ID=4502445
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH332459D CH332459A (de) | 1956-08-22 | 1955-09-02 | Filtereinrichtung, vorzugsweise zur Reinigung von Rohwasser aus Flüssen und Seen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH332459A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0048448A1 (de) * | 1980-09-23 | 1982-03-31 | Alfredo Prandoni | Vorrichtung zum Reinigen gewerblicher Abwässer und dgl. |
-
1955
- 1955-09-02 CH CH332459D patent/CH332459A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0048448A1 (de) * | 1980-09-23 | 1982-03-31 | Alfredo Prandoni | Vorrichtung zum Reinigen gewerblicher Abwässer und dgl. |
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