CH332908A - Verfahren zur Verringerung des Schwefelgehaltes im Eisen und zur Einsparung von Koks im Kupolofen - Google Patents

Verfahren zur Verringerung des Schwefelgehaltes im Eisen und zur Einsparung von Koks im Kupolofen

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CH332908A
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CH
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carbide
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calcium carbide
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cupola
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Timmerbeil Helmut Ing Dr
Hugo Dr Querengaesser
Krauss Werner
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Knorr Bremse Gmbh
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C1/00Refining of pig-iron; Cast iron

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Materials Engineering (AREA)
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  • Refinement Of Pig-Iron, Manufacture Of Cast Iron, And Steel Manufacture Other Than In Revolving Furnaces (AREA)

Description


  Verfahren zur Verringerung des Schwefelgehaltes im Eisen und zur Einsparung  von Koks im     Kupolofen    -    Zum Erschmelzen von Grau- und     Temper-          guss    sowie von     Rinneneisen    zur Herstellung  von     Stahlguss    hat man bisher vorteilhaft den.       Heisswind-Kupolofen    verwendet. Infolge der  hohen     Windvorwärmung    von 400  C und mehr  wurde eine Kokseinsparung von 30 % und  mehr gegenüber dem     Kupolofenbetrieb    mit  Kaltwind erreicht.

   Durch die geringeren       Koksmengen    des     Heisswindofens    gegenüber  dem     Kaltwind-Kupolofen    können im Heiss  windofen Schwefelgehalte von 0,1      /a    S     und          weniger    eingestellt werden, das heisst die       Schwefelgehalte    liegen etwa in der Grössen  ordnung um 30  /o- niedriger als bei dem im       Kaltwindofen    hergestellten Eisen.  



  Andere bekannte Verfahren zur     Ent-          sehwefelung    von Eisen werden mit Hilfe von       Kalziumkarbid    durchgeführt. Die Entschwe  felung mit     Kalziumkarbid    fand meistens in  der Pfanne statt, und zwar wurde     KhIzium-          karbid    in     Staubform    eingeblasen oder in       stiickiger        Form    aufgegeben. Das Verfahren  ist verhältnismässig umständlich und bringt  auch keine befriedigenden Ergebnisse, zumal  der     Temperaturabfall    des     Eisens    giesstech  nische Schwierigkeiten     verursacht.     



  Es ist. ferner bekannt.,     Kalziumkarbid    in  den Elektroofen aufzugeben, um mit Hilfe  der sich durch     Kalziumkarbid    bildenden kalk  haltigen Schlacke eine Entschwefelung durch-    zuführen.     Kalziiunkarbid    ist ferner als sogen.  Impfstoff bei der Herstellung von     Grauguss     schon früher verwendet worden.  



  Es gehört auch zum Stand der Technik,       Kalzirunkarbid    in den     Kupolofen    aufzugeben,  um ein     schwefelarmes        Kupolofeneisen    zu er  zielen.  



  Bisher hat man bei allen Versuchen mit       Kalziumkarbid    ein Karbid verwendet, bei  dem ein hoher Gasgehalt, der in     Litern    aus  gedrückt wird, eingestellt wurde. Diese     Kar-          bide    zeigen aber eine sehr hohe Schmelztem  peratur von 1800  C und mehr.  



  Bei der Aufgabe dieses Karbides mit einer  Schmelztemperatur von über 1800  C in den       Kupolofen    zeigte es sich, dass eine Beein  flussung des     Kupolofeneisens,    das heisst eine  Reaktion des aufgegebenen     Kalziumkarbides,     erst verhältnismässig spät, und zwar nach  einer Anzahl von Chargen, auftrat,     nämlich     dann, wenn oberhalb der     Düsenebene    im       Kupolofen    eine solche Temperatur eingestellt  werden konnte, dass die     Schmelztemperatur     des Karbids erreicht wurde.

   Bei dem     Kal-          ziumkarbid    mit einem .     Schmelzpunkt    von  1800  C     und    mehr     musste    also auch im     Kupol-          ofen    eine Temperatur von 1800  C erreicht  werden, um das Karbid zur     Wirkung    kommen  zu lassen.

        Überraschenderweise hat sieh nun gezeigt,  dass sich durch das vorliegende Verfahren  diese Nachteile vermeiden lassen und die  Reaktionsgeschwindigkeit des Karbids im       Kupolofen    ganz bedeutend gesteigert werden  kann:       Gegenstand    der vorliegenden Erfindung  ist ein Verfahren zur Verringerung des  Schwefelgehaltes im Eisen und zur Einspa  rung von     Koks    im     Kupolofen    unter Verwen  dung von     Kalziumkarbid,    welches dadurch  gekennzeichnet     ist,    dass Massnahmen getrof  fen werden, welche bewirken,

   dass das     Kal-          ziumkarbid    im     Kupolofen    bei Temperaturen  unter 1800  C     schmilzt.     



  Man kann dabei so verfahren, dass man  ein     technisches        Kalziumkarbid    verwendet, des  sen Schmelzpunkt zwischen 1650 und 1700" C  liegt. Es konnte nicht vorausgesehen werden,  dass der mit diesem niedrigen Schmelzpunkt  im Karbid zwangsweise vorhandene niedrigere  Gasgehalt bzw.

   die niedrigere     Gasausbeute,          die        bis        zu        10        %        imd        mehr        niedriger        liegt        als     bei     Kalziumkarbid    mit über 1800" C liegender  Schmelztemperatur, sich vorteilhafter erwei  sen     würde    als ein Karbid mit einem Schmelz  punkt über 1800" C und einer Gasausbeute  von mindestens 300 Liter.  



  Das Karbid mit einem Schmelzpunkt  niedriger als 1800" C, möglichst zwischen 1650  und 1700" C, kann in Mengen von bis zu  4 0/a vom Eisengewicht der     Kupolofengattie-          rung    beigefügt werden, und zwar     vorzugs-          weise        in        Mengen        von        etwa    2     %.     



  Die durch den     Karbidzerfall    freiwerdende  Wärme im     Kupolofen    ermöglicht bedeutende       Kokseinsparungen.    Beispielsweise wird bei  2 0/a     Karbidaufgabe    des Karbids mit einer  Schmelztemperatur     zwischen    1650 und 1700" C       eine        Einsparung        an        Koks        von        30-50        %.        er-          reicht,    wobei die Temperatur des flüssigen  Eisens keinen Abfall gegenüber der     Gattierung     erleidet,

   die ohne Karbid niedergeschmolzen  wurde. Entsprechend dieser geringeren     Koks-          ;    menge     ermässigt    sich auch der Schwefelgehalt  gegenüber dem     Kupolofeneisen,    das ohne Kar  bid     mit    entsprechend höherem Kokssatz er  schmolzen     wurde,    ebenfalls um     etwa    30 bis         50        %.        Gleichzeitig        erhöht        sich        entsprechend     dem geringeren Koksaufwand auch die Lei  stung des     Kupolofens.     



  Durch die vor und oberhalb der Düsen  ebene erreichbare hohe Schmelztemperatur  kann eine     Aufkohlung    des     Kupolofeneisens     auf einen höheren Kohlenstoffgehalt, als das  bei einem Niederschmelzen ohne Karbid der  Fall ist, erreicht werden. klau kann deshalb       zur    Erzielung hochwertiger Eisensorten den  Anteil an Roheisen ermässigen, das heisst den  Anteil an Schrott erhöhen, und damit die       Wirtschaftlichkeit    des     Kupolofenbetriebes     steigern.  



  Die Verwendung von     I%alziumkarbid    mit  niedrigem Schmelzpunkt unter 1800"C hat  den weiteren Vorteil, dass dieses Karbid ein  viel grösseres und     schnelleres    Reaktionsver  mögen zeigt. als ein Karbid mit dem höheren  Schmelzpunkt von 1800" C und mehr.  



  Oberhalb der Düsen des     Kupolofens    ent  stehen bei     Verwendung    von     Kalziumkarbid     in der     Gattierung    des     Kupolofens    Tempera  turen, die sonst nur in sogen.     Heisswindöfen          unter        Ver@@-endung    einer sogen.     orwärmunri     auf     400-500"    C und mehr erzielt werden  konnten.

   Durch diese hohen Temperaturen  wird die Reduktionstemperatur der Kie  selsäure eingestellt, wodurch durch Reduktion  von     SiO.,    beispielsweise aus der Schlacke, ein       Abbrand    des     Siliziums    aus der     Gattierung     verhindert wird, was ebenfalls zur Erhöhung  der Wirtschaftlichkeit des     Kupolofenbetriebes     beiträgt.  



  Die Eisentemperaturen am Abstich liegen  bei Verwendung des     Kalziumharbids    mit der  niedrigeren Schmelztemperatur von 1650 bis  1700" C keinesfalls     niedriger    als die Abstich  temperaturen bei Verwendung von Kalzium  karbid mit dem höheren Schmelzpunkt von  1800" C und mehr und     Verwendung    der glei  chen     Koksmenge.    So     konnten    durch     Einspa-          rung        von        30-50        %        Koks        -unter        Verwendung          von    ?  <RTI  

   ID="0002.0100">   %        Kalziumkarbid,        auf        den        Eisenein-          satz    bezogen, die gleichen     Abstielitemperatu-          ren    erzielt werden wie bei Schmelzen mit  einem Mehreinsatz von     30-5011/o    Koks ohne      Verwendung von     Kalziumkarbid.    Der ganze  Ofengang, u. a.

   die     Ausbrennung    des Futters,  ist, einschliesslich der wirtschaftlichen und  metallurgischen     Auswirkungen    infolge des  niedrigeren Koksverbrauches im     Kupolofen     und bei dem damit verbundenen niedrigeren  Schwefelgehalt genau so wie bei     Kupolöfen,     die mit Heisswind gefahren werden.

   Das     Kal-          ziumkarbid    wird     zweckmässigerweise    in     stücki-          ner    Form in der     Gattierlung    des     Kupolofens     aufgegeben, wobei man vorteilhaft die     Stück-          nrUsse    nicht zu klein wählen darf,     damit    diese  nicht. von dem Wund herausgetragen werden.  



  Es ist auch möglich, durch die Düsen oder  oberhalb der Düsen in den     Schmelzraum    das       Kalziunilzarbid    in     stückiger    oder in staubför  miger Form. einzubringen bzw. einzublasen.  



  Weiter ist es möglich, das     Kalziumkarbid     in einen     Heisswind-Kupolofen    aufzugeben,  wobei gegenüber den durch den     Heisswindbe-          trieb    erzielten Ersparnissen noch weitere Er  sparnisse durch Einsparung von Koks und die  genannten metallurgischen Vorteile, wie bei  spielsweise weitere Senkung des     Sehwefelge-          lialtes,    erzielt werden können.  



  Es ist selbstverständlich auch möglich, das       Kalziumkarbid    mit niedrigerem Schmelzpunkt  im     Kupolofen    mit basischer oder neutraler  Auskleidung zur Anwendung zu bringen, wo  bei eine basische oder neutrale Schlackenfüh  rung gegebenenfalls vorteilhaft ist. Selbst  verständlich kann das     Kalziumkarbid    in Ver  bindung mit. den im     Kupolofenbetrieb        übli-          ehen        Kalkzusätzen        heruntergeschmolzen    wer  den.  



  Schliesslich wurde noch gefunden, dass  man eine     ebenso    gute Wirkung erreichen  kann,     wein    man dem Karbid, dessen     Sehmelz-          punkt    niedriger     als    1800  C, vorzugsweise zwi  schen 1650 und     1700     C liegt, noch weitere  Mengen an     inerten,    festen, den     Schmelzpunkt     erniedrigenden Stoffen zusetzt.

   Dabei hat sich  gebrannter Kalk, der in guter     Durchmischung     mit dem Karbid verwendet wird, als beson  ders günstig erwiesen, weil durch diesen die  Wirkung des Karbids im     Kupolofen    in ge  wünschter Weise noch mehr beschleunigt wird  und die Hauptreaktion des Karbids möglichst    schon in     und    kurz unter der Schmelzebene des       Kupolofens    erfolgt.

   Die     M.Tirkung    des Karbids  mit niedrigem Schmelzpunkt     zeigt    sich also  nicht, wie bei Verwendung von normalem  Karbid mit hohem     Schmelzpunkt,    erst nach  5-7     Gattierungschargen,    sondern lässt sich  schon in der ersten Pfanne, das heisst schon  beim ersten Abstich,     feststellen.     



  Die gleiche     -'##@Tirkung    lässt sich aber auch  erzielen, wenn man normales Handelskarbid       finit    Schmelzpunkt von 1800  C und mehr ver  wendet     find    die     Schmelzpunkterniedrigung     durch Zusatz     inerter,    fester, den Schmelz  punkt des Karbids erniedrigender Stoffe, ins  besondere gebrannten Kalk, bewirkt und so,  eine     Karbidmasse    mit     niedrigerem    Schmelz  punkt, vorzugsweise     1650-1700 '    C erhält. Das  Karbid kann bei dieser Ausführungsform des  Verfahrens in der bekannten Stückgrösse in  den     Kupolofen    gleichzeitig mit gebranntem  Kalk aufgegeben werden.

   Der gebrannte Kalk       \vir    d     zweckmässig    in etwa der gleichen Kör  nung angewendet wie das Karbid. Das       niedrigschmelzende        Kalziumkarbid    bzw. das       Kalziumkarbid        und    die     inerten    Zusatzstoffe  können aber auch in grösseren oder kleineren       Körnungen    bzw. in Pulverform zur Anwen  dung gelangen     imd    gegebenenfalls in den  Ofen eingeblasen werden.

   Es ist auch möglich,  den     inerten    Zusatzstoff in einer zum     Kal-          ziumkarbid        unterschiedlichen    Körnung zu  verwenden.  



  Eisher war es bekannt, in den     Kupolofen          Kalkstein        im        Verhältnis        von        3-7        %        zum     Eisengewicht in der     Gattiertxng    aufzugeben.  Die     Verwendung    von gebranntem Kalk als       Gattierungsmittel    im     Kupolofen    ist aber neu.  



  Die Gesamtwirkung des Karbids, insbeson  dere die Erhöhung der Temperatur in der  Schmelzzone, wird noch besonders begünstigt,  wenn das Karbid mit dem Schmelzpunkt  unterhalb von     1.800     C bzw. das Karbid mit       dem.        inerten    Zusatz in     Umhüllungen    aufgege  ben wird. Dadurch wird bewirkt, dass das auf  gegebene Karbid oder auch das in     Mischung     mit dem gebrannten Kalk     aufgegebene    Karbid  durch den Wassergehalt der Verbrennungs-           luft    nicht zersetzt wird.

   Bei feuchter     Witte-          rang,    wo der Koks     und    das Roheisen beson  ders feucht sein können, tritt nämlich bei  ohne -Umhüllung aufgegebenem     Kalziumkar-          bid    eine vorzeitige     Zersetzung    ein. Dieser Zer  setzung kann man dadurch     begegnen,        da.ss     man das Karbid, gegebenenfalls in Gemisch  mit dem gebrannten Kalk, in brennbaren  Umhüllungen, das heisst in Säcken oder Beu  teln aus Kunststoff oder Papier verpackt, oder  auch in nicht brennbaren     Umhüllungen,        in     den     Kupolofen    aufgibt.

   Als solche nicht  brennbare Umhüllung ist besonders Eisen  blech     geeignet,    wobei das     Karbid    in guter       Durchmischtmg    mit Kalk, gegebenenfalls in  Blechpakete öder dergleichen     eingepresst,    ver  wendet wird.  



  Der Vorteil, das Karbid in Blechpakete zu  verpacken bzw. in Blech einzupressen, das  heisst in einen nicht brennbaren Umhüllungs  stoff, liegt darin, dass das Karbid mit dem  Schmelzgut im     Kupolofen    bis zur Schmelz  zone vordringt, ohne von dem Wassergehalt  der Verbrennungsluft (Ofenwind) vorzeitig  zersetzt     zu    werden.

   In der Schmelzzone wird  das Karbid gleichzeitig mit der     Gattierung     zum Schmelzen gebracht, und es kann dort in       konzentrierter    Form seine temperaturstei  gernde und schwefelverringernde Wirkung  im     KLipolofen        ausüben.    Es konnte     festgestellt     werden, dass durch die Verwendung von nor  malem Handelskarbid mit gebranntem Kalk  die gleichen technischen Vorteile erzielt wer  den konnten     wie    bei     @    der     Verwendung    von  Karbid     finit    niedrigem Schmelzpunkt.

   Es hat  sich insbesondere     gezeigt,    dass der Schwefel  gehalt im Eisen durch Aufgabe von Kalzium  karbid mit gebranntem Kalk in     demselbet.)_     Masse herabgesetzt wird,     wie    Einsparungen an  Koks gemacht werden, so dass auf eine zu  sätzliche Entschwefelung in der Pfanne ver  zichtet werden kann.

   Es zeigen sich ferner  die gleichen günstigen und     erwünschten        Auf-          kohltmgserscheinungen.    Auch wird die in und  direkt unter der     Schmelzzone    bzw. in der       Schmelzebene        erwünschte    hohe Schmelztem  peratur erreicht und die dadurch bewirkte  günstige     Temperatursteigerung    des Rinnen-         eisens.    Durch den geringeren     Kokssatz    wird  ferner auch eine wesentliche Leistungssteige  rung des     Kupolofens    bewirkt.  



  <I>Beispiel</I>       Auf    1 t Metalleinsatz in den     Kupolofen,     bestehend aus Roheisen,     Gussbrueli    und Schrott  sowie Kreislaufmaterial, werden 20 kg nor  males Handelskarbid in der Körnung von  etwa 5-50     mm    in     guter        Durehmischung    mit       1,.18    kg gebranntem Kalk der gleichen     Kör-          nung,        entsprechend        7;

  1%        des        Karbids,        in     den     Kupolofen    eingebracht, wobei das     Karbid-          Kalk-Gemisch    in dünnwandigen Blechtrom  meln verpackt ist. Das Handelskarbid hat eine  Gasausbeute von 300 Liter Azetylen pro kg  Karbid; der Schmelzpunkt des Karbids liegt  über     184011    C.  



  Dazu kommt der übliche     Kalksteinzusatz          von        3-6        %        des        Eisenanteils,        das        heisst        etwa     30-60 kg.

   Der     CaO-Gehalt    des dem Karbid  zugesetzten gebrannten Kalkes beträgt etwa       96%,        der        Kokssatz        beispielsweise        12,50/0,

          wäh-          rend    dieser früher ohne Verwendung von       Kalziuntkarbid    ohne und mit gebranntem       Kalk        etwa        19        %        betrug.        Gemäss        der        etwa        33-          bis    35     o/oigen        Kokseinsparung,    die in der  Höhe durch die Zusammensetzung der     Gattie-          rung    bestimmt wird,

   geht auch der Schwefel  gehalt des     R.inneneisens    von etwa 0,19 auf       0,13        %        zurück,        das        heisst        etwa        um        die        gleiche     Menge wie die Einsparung an Koks.  



  Die Mischung von     normalem    Handelskar  bid mit 7,4 Gewichtsprozenten an gebrann  tem Kalk, auf das     Handelskarbid    bezogen,  besitzt     einen    Schmelzpunkt von etwa 1700  C.  Gibt man auf 100     Gewiehtsteile    normales  Handelskarbid mit 300 Liter Azetylenaus  beute pro kg Karbid aber 12 Gewichtsteile       gebranntem    Kalk, das heisst bei einem     Kupol-          ofensatz    von 1000 kg Eisenanteil und 20 kg  normalem Handelskarbid 2,4 kg gebranntem  Kalk der genannten Körnung mit einem     Ca0-          Gehalt    von etwa 96 0/0,

   so kann der Schmelz  punkt der Mischung bis auf 1650  C     ermässigt     werden. Bei     diesen    Temperaturen kommt das  Karbid in Verbindung mit dem gebrannten      Kalk in der Schmelzzone zum Schmelzen und  damit     aueli    zur Wirkung.  



  Es ist aber nicht erforderlich, Kalzium  karbid mit hohem Schmelzpunkt und einer  hohen Gasausbeute in Mischung mit gebrann  tem Kalk in den     Kupolofen    einzubringen,  sondern es kann auch     Kalziumkarbid    mit  niedrigerem Schmelzpunkt und geringerer  t     lasausbeute,    beispielsweise von nur 270 Liter  je kg Karbid in den     Kupolofen    eingebracht  werden, wobei der Schmelzpunkt auch dieses  Karbids durch Zusatz von gebranntem Kalk  weiter ermässigt werden kann.  



  Dabei sei noch weiter bemerkt, dass das       Kalziumkarbid    mit     Kalziumoxyd    labile     Mole-          k_ularverbindungen    bildet, denen verschiedene       Eutektika    entsprechen. Bei etwa     1634     C liegt  ein Minimum mit dem tiefsten Schmelzpunkt.  Von diesem Minimum an steigt mit     zuneh-          inendem    Gehalt an     Kalziumoxyd    die Schmelz  temperatur wieder an, bis ein neues     Maxi-          inum    erreicht wird.

   Infolgedessen entsprechen  bei den tiefer schmelzenden     Karbid-Kalk-Ge-          inischen    einer bestimmten Temperatur zwei  oder mehr Gemische mit verschiedenem     Kalk-          gelia.lt.    Diese Gemische kann man als Lösun  gen der labilen     l1olekularverbindungen    im       Kalziumoxy    d oder umgekehrt auffassen.  



  Der technische Fortschritt des vorliegen  den Verfahrens besteht darin,     da.ss    sowohl dar       Kalziumkarbid    mit erniedrigtem Schmelz  punkt als auch das normale Handelskarbid       reit    entsprechendem Kalkzusatz infolge ihres  niedrigen     Schmelzpunktes    mit der aufgege  benen     C-Tattieiaing        herunterschmelzen    und die       entschwefelnde    und     temperatureteigernde     Wirkung des Karbids sofort eintritt.  



  Darüber hinaus bewirkt dieser Karbid  zusatz auch eine Leistungssteigerung, die etwa  in der Grössenordnung der prozentualen Koks  einsparung liegt,- und eine bedeutende Er  mässigung des Schwefelgehaltes des Binnen  eisens, wobei die Verringerung des     Schwefel-          ;elialtes    selbstverständlich von der     Basizität     der Schlacke abhängig ist.  



  Bei     Kupolöfen    mit saurer Auskleidung  muss die Schlacke sauer gehalten werden, und  die erreichte Erniedrigung des Schwefelge-         haltes    im     Rinneneisen    entspricht prozentual  der     Einsparung    an Koks gegenüber dem Kalt  windbetrieb ohne Verwendung von Kalzium  karbid mit gebranntem     Kalk.     



  Bei     Kupolöfen    mit basischer Auskleidung  oder     Küpolöfen    mit neutralem Futter, bei  spielweise aus     Kohlenstoffstampfmasse        im    Ge  stell, kann die     entschwefelnde        Wirkung    des       Kalziumkarbids    mit     erniedrigtem    Schmelz  punkt ganz     bedeutend    gesteigert werden, da  der Ofen mit hochbasischer     Entschwefelungs-          schlacke    gefahren werden kann.

   Es ist deshalb  auch möglich, fast den gesamten Schwefel in  die Schlacke überzuführen und     Rinneneisen     mit Schwefelgehalten zu erhalten, die in der       Grössenordnung        von        etwa        0,01-0,02        %,,        teils     niedriger, liegen.

   Die durch die Verwendung  von     Kalziumkarbid    in Verbindung mit ge  branntem Kalk erreichbare sehr hohe Schmelz  temperatur vor den Düsen bewirkt     eine    gute       Aufkohlung,    das heisst eine Erhöhung des  Kohlenstoffgehaltes des     Rinneneisens    und die  damit verbundenen qualitätsmässigen Vorteile.  



  Der mengenmässige Zusatz von Kalzium  karbid mit unter 1800  C liegendem     Schmelz-          punkt,    bzw. von     Kalziumkarbid    in Mischung  mit gebranntem Kalk darf bei     Kupolöfen    mit  saurer Auskleidung nur so hoch erfolgen, dass  die Schlacke noch vorwiegend sauer, also kie  selsäurehaltig ist. Mengenmässig ist deshalb  der prozentuale Anteil des     Kalziuunkarbids     bzw. von Karbid mit Kalkzusatz an der     Gat-          tierung    nach oben hin begrenzt.  



  Bei     Kupolöfen    mit basischer     Auskleidung     bzw. mit neutraler Auskleidung hingegen, die  beide eine hochbasische Schlackenführung  zulassen, sind dem Mengenanteil von     Kälzium-          karbid,    gegebenenfalls in Mischung mit ge  branntem Kalk, keine Grenzen gesetzt.  



  Das Verfahren zur Verringerung des  Schwefelgehaltes im Eisen -und zur Einspa  rung von Koks im     Kupolofen        unter    Verwen  dung von     Kalziumkarbid    mit niedrigerem       Schmelzpunkt    als 1800  C, vorzugsweise mit  einem Schmelzpunkt von 1650-1700  C, bietet  also nicht nur bedeutende metallurgische Vor  teile, insbesondere durch die     Erreichung     niedrigerer Schwefelgehalte     und    einer besse-      reu     Aufkohliuig    in Verbindung mit     einer     hohen     Schmelzüberhitzung    und der damit  verbundenen feineren     Graphitausscheidung;

       sondern auch     wirtschaftliche    Vorteile, indem  infolge der bedeutenden     Kokseinsparung     unter Einsatz der für den     Kalziumkarbid-          verbrauch    aufzuwendenden Kosten eine Sen  kung der Herstellungskosten für das flüssige  Eisen erzielt werden kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Verringerung des Schwefel gehaltes im Eisen und zur Einsparung von Koks im Kupolofen unter Verwendung von Kalziumkarbid, dadurch gekennzeichnet, dass Massnahmen getroffen werden, welche bewir ken, dass das Kalzüunkarbid im Kupolofen bei Temperaturen unter 1800 C schmilzt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass ein technisches Kalziumkarbid verwendet wird, dessen Schmelzpunkt zwischen 1650 und 1700 C liegt. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmelzpunkt des Karbids durch Zu satz von inerten, festen, den Schmelzpunkt von Kalziumkarbid erniedrigenden Stoffen noch weiter erniedrigt wird und dieser Zusatz in guter Durchmischung mit dem Karbid er folgt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Handelskarbid mit einem über 1800 C liegenden Schmelzpunkt verwendet und die Sehmelzpunkterniedrigung des Karbids durch Zusatz von inerten, festen, den Schmelzpunkt von Kalziumkarbid er niedrigenden Stoffen bewirkt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-3, dadurch gekenn zeichnet, dass als schmelzpunkterniedrigender, inerier Stoff gebrannter Kalk verwendet wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-4, dadurch gekenn zeichnet, dass das verwendete Karbid in stüekiger Form aufgegeben wird. 6. Verfahren nach den Unteransprüchen 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass die iner- ten Zusatzstoffe in stückiger Form aufgege ben werden. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch und den Unteranspriichen 1--4, dadurch gekenn zeichnet, dass das Kalziunikarbid in Pulver- form in den Kupolofen eingeblasen wird. B. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-4 und 7, dadureii gekennzeichnet, dass die inerten Zusatzstoffe mit dem Kalziumkarbid in Pulverform in den Kupolofen eingeblasen werden. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch und den Unteranspriichen 1---4, 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass der inerte Zusatzstoff in der gleichen Körnung wie das Kalzium karbid verwendet wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-4, 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass der inerte Zusatzstoff in einer andern Körnung als das Kalziunikarbid verwendet wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-5, dadurch gekenn zeichnet, dass das Kalziunikarbid in einen Kupolofen aufgegeben wird, dessen Wind vor gewärmt ist. 12.
    Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-5 und 7, dadurch ge kennzeichnet, dass das Ka.lziun iharbid in einen Kupolofen eingeblasen wird, dessen Wind vorgewärmt ist. 13. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-5 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Kalziumkarbid in einem Kupolofen mit basischer Auskleidung und basischer Schlackenführung aufgegeben wird. 14.
    Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-5 und 11, dadurch gekennzeichnet, da.ss das Kalziumkarbid in einem Kupolofen mit neutraler Auskleiden; imd neutraler Schlackenführung aufgegeben wird. 15. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-5 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Kalziumkarbid in einen Kupolofen mit neutraler Auskleidung und basischer Schlackenführung aufgegeben wird. 16.
    Zerfahren nach Patentanspruch, da- dureh gekennzeichnet, dass das karbidhaltige -Material in einer Umhüllung aufgegeben wird. 17. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 16, dadurch gekennzeichnet., dass als Umhüllung brennbare Stoffe verwen det werden. 1S. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass als Umhüllung Kunststoff verwendet wird. 19. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass als Umhüllung Papier verwendet wird. 20.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass als Umhüllung nicht brennbare Stoffe .verwendet werden. 21. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 16 und 20, dadurch gekennzeichnet, dass als nicht brennbarer Stoff Eisenblech zur Anwendung gelangt und das kalziumkarbidhaltige Material, in Blechpakete eingepresst, zur Aufgabe in den Kupolofen gelangt.
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