Spinnmaschine zur Herstellung von Kunstfäden, insbesondere von Cordfäden Es sind im Laufe der letzten Jahre und. :fahrzehnte viele Vorrichtungen zur Herstel- lun <U>-</U> - von Kunstfasern und Kunstseide be- imnritgeworden. Alle diese Vorriehtungen weisen jedoch gewisse Mängel auf, sei es hin- siehtlieli der Sehwierigkeit des Anspinnens. ,ei es hinsichtlich der Unzulänglichkeit ein zelner i1-laschinenteile oder durch die Möglieh- hcit,
den geformten Faden in irgendeinem Stadium nachträglich zii schädigen, seine Eigenschaften negativ zu beeinflussen und anderes mehr. Alle diese Mängel zu beheben und eine Vorrichtung zu schaffen, die hin siehtlieh Platzbedarf, Bedienungsbedarf, Aus- weehselbarkeit einzelner Teile, Fadentransport und Leistung allen zu stellenden Anforderun- @ren ;eniigt, ist. das Ziel der Spinnmasehine -emäss der Erfindung.
Ein besonderer Nachteil vieler Spinn- niasehinen beruht darauf, dass der geformte Faden einerseits beim Auflaufen auf das Auf- nahineorgan - bzw. beim fortlaufenden Spin nen und Naehbehandeln beim Auflaufen auf (las Naclibehandhlngsorgan - noch nicht rest los durchkoagulier bzw.
zersetzt ist bzw. dass die Zersetzung auf umständliche und wenig praktische Weise durchgeführt wird, und dass anderseits eine Streckung des Fadens in einem falschen Verfahrensaugenblick nicht v ermie- den wird. Hierdurch erhalten die Fäden ein zu hohes Quellungs- und ein zu geringes Sehrunipfungsvermögen, was sich nachteilig auf die Gebrauchseigenschaften des Fadens, insbesondere als Cordmaterial, auswirkt.
Auch die Anordnung der bisher bekannten kontinuierlich arbeitenden Spinn-, Naehbe- handlungs- und Zwirnvorrichtungen in drei Etappen ist nachteilig wegen der Bedienungs- sehwierigkeiten und der Unannehmlichkeit, die darin liegt, dass das Säurespinnbad die oberste Etage einnimmt, dann die mit allerlei fliessenden Flüssigkeiten verschiedener che mischer Natur arbeitende Nachbehandlung in der mittleren Etage angeordnet ist und für die.
Zwirnvorrichtung die -untere Etage be nutzt wird, so dass immer die Möglichkeit der Schädigung des gegen Chemikalien sehr empfindlichen Fertiggarnes durch solche leerabtropfenden oder -spritzenden Stoffe be steht.
Um diese Schwierigkeiten zu beheben, ist auch schon vorgeschlagen worden, den Faden aus dem Spinnbad nach oben heraustreten zu lassen und nach Fertigkoagulation auf einem versehränkten Walzenpaar oder ähnlich wir kenden Apparaturen durch ein mit MVasser- strahlpumpen zum Ansaugen der Fäden be triebenes Rohr mit.
den ebenfalls mit Injektor- pumpen in einzelnen hintereinander geschal teten Rohren strömenden Behandlungsflüssig keiten naehzubehandeln und nach Passieren einer konischen Troekenwalze oder dergleichen direkt zu zwirnen. Auch diese Vorrichtung hat Nachteile, da die Naehbehandlung und die Zwirnung räumlich nicht oder ungenügend getrennt sind und die Wäsche mit im Gleich strom bewegten Nachbehandlungsflüssigkeiten unzureichend ist.
Alle diese Mängel sollen durch die vorlie gende Erfindung behoben werden. Gegenstand der Erfindung ist eine Spinn inaschine zur Herstellung von Kunstfäden hoher Festigkeit, beispielsweise von Cord fäden, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass auf der einen Maschinenseite die Spinnanlage, Zuführung der Spinnlösung, Filter, aus schwenkbare Spinndüse, erstes Fällbad mit darüber angeordneter Abzugsvorrichtung mit für sich regulierbarem Abzug montiert ist, unter dessen anderer Seite das zweite Fäll- bad mit.
Fadenführv orriehtung angeordnet ist, über dem die Auflaufseite der Verstreekungs- vorrichtung mit ebenfalls für sieh regulier barer Geschwindigkeit liegt, während unter der Ablaufseite dieser Verstreckungsvorrich- tung das dritte Fällbad mit der Überführungs anlage für den gesponnenen Faden auf die andere Maschinenseite angeordnet und mit Absaugvorrichtung für Gase und Dämpfe :
-ersehen ist und über dieser mindestens eine aus v erschränkten Walzen bestehende Vor richtung zur Nachbehandlung, ebenfalls mit gesondertem Antrieb, liegt, über der wiederum ein Bad und darüber eine mit gesondertem Antrieb versehene, aus verschränkten erhitz ten Walzen bestehende Trockenvorrichtung sich dreht, von der aus das getrocknete Faden bündel über eine durch ein Relais gesteuerte Blasvorrichtung durch eine von konditionier ter Luft im Gegenstrom durchströmte Röhre in den Textilraum gelangt., wo am Ende der Blasröhre eine Absaugevorrichtung für das austretende Fadenbündel liegt, in die letzteres eingesaugt wird,
wenn das erwähnte Relais anspricht und die anschliessende Aufnahme vorrichtung ausser Betrieb ist.
Mit einem bevorzugten Ausführungsbei spiel dieser Maschine gelingt es, auf einfache Weise in kontinuierlichem Arbeitsgang eine einwandfreie Kunstseide herzustellen, welche wegen ihrer hervorragenden physikalischen Eigenschaften besonders für Reifencord brauchbar ist. Ein --grosser Vorteil dieses Bei spiels liegt auch darin, dass die Möglichkeit bestellt, bereits vorhandene Betriebsmaschi iren in kurzer Zeit unter Benutzungy der neuen. Gesichtspunkte umzubauen, so dass eine über raschend schnelle Umstellung vorhandener Be triebe möglich ist.
Dieses Beispiel ermöglicht es ferner in vor teilhafter Weise, den Fabrikationsprozess in drei Arbeitszyklen zu unterteilen, die bezüg lich der dazu verwendeten Mittel und der Arbeitsbedingungen voneinander verschieden sind.
Im. ersten dieser Arbeitszyklen, dem Spinn betrieb, wird der Faden ausgefällt, verstreckt und die Cellulose regeneriert. Dieser Arbeits gang wird gänzlich im sauren lIediurn aus geführt. Der Arbeiter, der diese Arbeit. aus führt. und dessen Hände mit starker Säure be schmutzt sind, kommt infolge der Anordnun- nicht mehr mit gewaschener Ware in Berüh rung. Sein Arbeitszyklus ist einfach und kurz.
Auch der zweite Arbeitszyklus ist kurz und umfasst das \Vaschen, die weitere Nachbehand lung, das allfällige Verstreeken, das Trocknen unter Spannung, um das gewünschte Schrumpfvermögen des Garnes einzustellen, und endlich den Transport des Fadens in ein höherliegendes Stockwerk. Der Arbeiter, wel- eher in diesem Zyklus arbeitet, hat an den Händen Waschwasser und kommt kaum mit. der abfliessenden, äusserst schwach sauren Flüssigkeit in Berührung.
Er kommt also mit keinen starken Säuren in Berührung und kann darum. auch den gewaschenen Faden nicht mit solchen beschmutzen. Anderseits kommt er mit dem fertigen Produkt der Textilabteilungen nicht mehr in Berührung.
Der dritte Arbeitszv klus, der in einem Stockwerk über demjenigen, in welchem die vorhergehenden Operationen stattfinden, aus geführt wird, umfasst den Textilteil. Die An ordnung ist derart durchgebildet, dass das Fertigprodukt nicht durch die Lösungen, Dämpfe oder von den vorhergehenden che mischen Arbeitsprozessen stammende Gase ge- seliädigt.werden kann.
In den Fig. 1 bis 4 der Zeichnung sind vier verschiedene derartige Ausführungsfor men der Erfindung in Form einer Spinn- tnasehine zur Herstellung von Kunstfäden aus Kunstseide, insbesondere von Cordfäden, sche matisch dargestellt.
Die vier dargestellten Ausführungsformen unterscheiden sich voneinander im wesent lichen durch verschiedenartige Ausbildung des dritten Spinnbades und der Mittel zum Über führen des fertig verstreekten und zu Cellu- losc regenerierten Fadenbündels zur Wasch und weiteren Nachbehandlung.
Bei allen vier Ausführungsformen ist 1 das Zuleitungsrohr für die Spinnlösung, die unter Passieren einer Spinnpumpe und eines Filters 2 durch die Spinndüse 3 in das Spinn bad 4 gesponnen wird. Die Ausbildungsform des das Spinnbad 4 enthaltenden Behälters richtet sieh einerseits nach der Zusammen setzung der verwendeten Spinnlösung und anderseits nach der Zusammensetzung und der Temperatur des verwendeten Spinnbades und der unter Berücksichtigung dieser Ver hältnisse jeweils benötigten Schlepplänge im Fällbad. Auch der Abstand der Abzugsgalette 6 wird so gewählt, dass der gesponnene Faden :
> beim Auflaufen auf diese Galette 6 unter Berüeksiehtigung der gewählten Abzugsge- >:ehwindig1,:eit den für die nachfolgende Ver- streckung günstigsten Zersetz1tngsgrad er reicht hat. Von der Abzugsgalette 6 läuft das Fadenbündel in das zweite, unter dieser ange ordnete Bad 8, aus dem es unter Passieren einer geeigneten Führung 7 unter starker V erstreekung von der Abzugsrolle 9 abgezo gen wird. Die Drehgeschwindigkeit. der Ab zugsrolle 9 kann für sich gesondert und un abhängig eingestellt und verändert werden.
Die Abzugsrolle 9 kann ebenso wie die Ab zugsgalette 6 entweder als eine für jede Spinnsteile gesondert, ausgebildete Rolle oder auch als durchgehende Walze für die gesamte Maschinenlänge ausgebildet sein. Von der Ab zugsrolle 9 fällt der Faden in das letzte, dritte Bad 10, in welchem er unter Durchlaufen entsprechend angeordneter Führungselemente restlos zu Cellulose zersetzt wird. Im Gegensatz zu den Ausführungsformen der Vorrichtung gemäss den F'ig. 2 bis 4 ist das Bad 10 bei der Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 1 nicht weiter unter teilt.
Es ist bis auf die Eintritts- und Aus trittsöffnung für das Fadenbündel mit Dek- keln versehen, die zur Bedienung leicht auf geklappt werden können. Oberhalb des Bades 10 ist eine nicht gezeichnete Absaugvorrich- tung zum Absaugen aller hier auftretenden Dämpfe und Gase vorgesehen.
Bei der Vorrichtung gemäss Fig. 2 ist das Bad 10 geteilt. Vom obern Teilbad ist das tiefer angeordnete abgedeckte Teilbad 13 ab geteilt, in das das Fadenbündel durch eine von aus dem obern Teilbad des Bades 10 ab fliessender Badflüssigkeit bespülte Rinne 12 herabgeschwemmt wird.
Bei den Vorrichtungen gemäss Fig. 3 und -1 geschieht die Förderung des Fadenbündels durch eine geschlossene Rinne bzw. ein Rohr 12, dessen Länge so eingestellt ist, dass der Faden mit Sicherheit völlig zu Cellulose rege neriert in das Teilbad 13 eintritt. Die Bäder 4, 8, 10 und 13 sind zweckmässig durchlaufend längs der ganzen Maschinenlänge als Kanäle ausgebildet und in bekannter Weise mit Zu- und Ablauf versehen.
Es ist nicht unumgänglich notwendig, bei der beschriebenen Vorrichtung die eigentliche Spinnseite streng von der Nachbehandlungs seite abzutrennen, jedoch erweist sich diese Anordnung wegen der sonst für die Faden qualität bestehenden schädlichen Einflüsse als durchaus zweckmässig.
Abreissende Fäden werden durch die in den Kanälen aufrechterhaltene Badströ- mung nach einem Maschinenende hin fort geschwemmt, so dass ein Herausnehmen des Spinndüsenhalters und ein neues Anspinnen völlig vermieden wird. Die Bäder sind so tief ausgebildet, dass durch dieses Abschwem-_ men von Abfall die laufenden Fadenbündel nicht gestört werden.
Bei der Vorrichtung nach Fig. 3 fördert im Bad 10 ein Injektor 26 Flüssigkeit aus dem Teilbad 13 oben in das Förderrohr 12, wobei diesem Förderrohr 12 noch zusätzlich kaltes oder heisses Wasser zugeführt werden kann. Bei der Vorrichtung nach Pig. 4 trägt das Förderrohr 12 an der Eintrittsstelle des Fadenbündels einen Trichter 11, dessen oberer Rand etwas unter dem Flüssigkeitsniveau im obern Teilbad des Bades 10 liegt.
Seitlich unterhalb des Trichters 11 ist ein in Fig. .l nicht gezeichneter, mit kaltem oder heisseng Wasser, zweckmässig aber mit Dampf betrie bener Injektor angeschlossen, der das Faden bündel auflockert und durch das Rohr 1.2 för dert.
Bei dieser Ausführungsform der Vor richtung kann das Rohr 12 verhältnismässig flach geführt sein, wodurch eine unerwünselit grosse Höhe der Vorrichtung vermieden wer den kann. Zweekinässig weist das Rohr 12 in geeigneten Abständen vorgesehene Verengun gen auf, -um ein allzu starkes öffnen des Fadenbündels ztt vermeiden, das Unzuträg lichkeiten zur Folge haben könnte.
Das För derrohr 12 wird zweelzmässig oberhalb des Flüssigkeitsniveaus des als Schwemmkanal ausgebildeten Teilbades 13 in dieses ein-e- führt und das Fadenbündel nach oben dureli die. öffnung 1.1 einem verschränkt angeordne ten und liinsiehtlieh ihrer Umdrehungszahl für sich gesondert regulierbarem Waschwal zenpaar 15 zu einer im Gegenstrom arbeiten den 'VVäsehe und gegebenenfalls auch zur wei teren Naelibehandlung zugeführt.
Von den Walzen des Walzenpaares 15 läuft das Faden bündel durch ein über diesen Walzen ange ordnetes und diese zweckmässig überdeckendes, der Avivierung oder Sehlichte dienendes Bad 16 und von dieseln auf ein hinsichtlich der Umdrehungsgeschwindigkeit ebenfalls geson dert regulierbares Troekenwalzenpaar 17,
von dem es - gegebenenfalls unter einer gewissen Verdehnung und Beibehaltung eines bestimm ten Schrumpfungsvermögens bei Wiederbe- fenelitung - durch das Förderrohr 19 in den darüber liegenden Textilraum gefördert. wird, wobei durch ein Rohr 25 dem Förderrohr 19 laufend konditionierte Luft dem laufenden Fadenbündel entgegenströmt, so dass der Faden fertig konditioniert zur textilen Ver arbeitung gelangt. Auf dem Wege des Fadens ist ein Relais 23 vorgesehen,
das bei eineng Fadenbruch eine Blasvorrichtung 18 in Be trieb setzt, die unter gleichzeitiger Ausschal tung des dein Faden ent-egenströmenden Stromes konditionierter Luft den abgerisse nen Faden durch das Rohr 19 wieder nach oben bläst, wo er zunächst von einem Absattg- rohr 20 angesaugt wird. Der abgerissene und durell das Förderrohr 19 hoeh;-cblasene Faden kann dann mittels eines beweggliehen, z. B.
mit Druckgas oder Druckluft betriebenen Ililfsinjektors 21 gefasst und einer mit einer Spule 24 versehenen Sptilvorrielitttug 22 oder aueb gleich einer Zwirnvorrichtung zugeführt: werden. Bei hier auftretenden Fadenbrüchen wird der nachgelieferte Faden autoniatiseh in das Saugrohr 20 abgesaugt, bis die Störuni; wieder behoben ist. Bei \Verminderung der Fadenspannung aus irgendeinem Grunde, z.
B. wegen Wechsels der Spule 24, sehalte t das Relais 23 den Injektor bzw. die Blas- vorrielitung- 18 ein, so dass der Faden durch das Förderrohr 19 geblasen wird, an dessen Ausgang er in das\ Saugrohr 20 abgesaugt oder mittels des Hilfsinjektors 21 der Spul- volriehtung 22 zugeführt -erden kann.
Diese Einriclitun;- ermöglicht es der Textilabtei- lung, räumlieb und arbeitsmässig unabhängig von der chemischen Abteihm- zu arbeiten.
Die automatische Schaltung für den In- jektor 18 wird mittelbar mit, der pneuma tischen Schaltung für die Klimaanlage gekup- pelt, welche durch den Luftstrom geschlossen wird, solange der Injektor 18 arbeitet, aber wenn er ausschaltet, wird klimatisierte Luft durch die Zuleitung 25 in das Transportrohr 19 im Gegenstrom zum. Fadenlauf getrieben.
Auf diese Art erreielit der Faden das Auf nahmeorgan schon konditioniert und tempe riert.