Kannenringspinnmaschine Die Erfindung bezieht sich auf eine Kan- nenringspinnmaschine, die es gestattet, unter Verwendung des Hochverzugstreckwerkes der Anmelderun direkt ab Streckenband auf, der Feinspinnmaschine zu spinnen. Die bisher bekanntgewordenen Kannenringspinnmaschi- nen bedingen in allen Ausführungen neben dem bedeutend grösseren Platzbedarf auch noch die Gestellung neuer Maschinentypen in der Feinspinnerei sowie bisher nicht übliche Maschinen im Vorwerk.
Ausserdem ist die Bedienung bei diesem Verfahren sehr um ständlich, so dass trotz 2ä-30jähriger Vor arbeit vonseiten der Textilmaschinenhersteller sich dieses Verfahren keinerlei merkbare Ver breitung erwerben konnte. Ein weiterer gro sser Nachteil war, wenn auch einmalig, die ständig grössere Materialvorlage bei der Ring spinnmaschine, die im Vergleich zu der üb lichen Vorlage der Flyerspule zur Kanne das sechs- bis achtfache Quantum benötigt.
Weitaus grösser wird noch dieser Nachteil, wenn es zur Verarbeitung von gekämmten Materialien kommt., da diese zu feineren NTUm- mern ausgesponnen werden, so dass sich diese vorhin angeführten Zahlen um das Mehrfache vergrössern. Gerade bei den vorstehend ge nannten Materialien sind bei dem der An meldung zugrundeliegenden Verfahren beson dere Vorteile zu erwarten, und zwar dadurch, dass, wenn bei ungekämmtem Material ein bis zwei Arbeitsgänge benötigt werden, bei ge- kämmten Materialien drei bis vier Flyerpassa- gen notwendig sind.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Kannenringspinnmaschine weist diese Nachteile nicht mehr auf. Die zur Verwendung gelangende Kanne erfordert unter Beibehaltung des bisherigen Durchmes sers keinerlei Änderung an der Strecke. Die Höhe der Kannen gestattet deren Unterbrin- g'ung in dem bisherigen Raum des Spulen- gatters der Ringspinnmaschine.
Durch Ände rung des Streckenwerkes bzw. der Gatteraus- führung kann jede bisher verwendete normale Ringspinnmaschine auf Kannenspinnen um gestellt werden. Der Inhalt der Kanne kann verschieden gewählt werden und beträgt zum Beispiel bei einem Durchmesser von 9'" und einer Höhe von 300 mm rd. 1,2 kg, was ungefähr das Doppelte einer bisher üblichen F'lyerspule ist.
Durch die Mittigführung der Lunte zwischen den Kannen ist die Bedie nung beim Auswechseln der Kannen von vorn sehr leicht durchführbar, so dass ein konti nuierliches Arbeiten der Ringspinnmaschine, soweit die Luntenführung und -Ergänzung üi Frage kommt, gewährleistet ist.
Die Aufstellung bisher üblicher Kannen erfolgte normalerweise auf durchlaufenden Böden oder auf in Maschinenlängsrichtung verlaufenden Roststäben.
Im Gegensatz dazu werden die Spinnkan- :.; z: bei den genannten Ausführungsbeispielen der Erfindung auf quer oder schräg zur Ma schinenlängsachse angeordneten Führungen aufgeschoben bzw. von diesen abgezogen. Durch diese Anordnung wird die Bedienung, wie Auf- und Absetzen der Kannen, dadurch wesentlich erleichtert, dass die Bedienungs person die Kannen am untern Rand der Stand fläche oder an einem im Boden befindlichen Loch oder dergleichen anfassen und ohne Griffwechsel auf- und abschieben kann. Diese Anordnung ermöglicht es, dass insbesondere die Bedienung der obern Etagen auch von kleinerem Bedienungspersonal mühelos vorge nommen werden kann.
Ebenso wird durch diese Anordnung der Stand der Kannen in bezug auf Spindelstellung ständig fixiert. Ein weiterer Vorteil ist durch die Schaffung schmaler Aufstellflächen für den Kannen boden gegeben, wodurch einmal die Staub ablagerung auf ein Mindestmass beschränkt und zum andern die übersichtlichkeit der Ma schine erhöht wird.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil dabei ist es, dass die Kannen, ausgeführt aus durch sichtigem Material oder versehen mit Schau glas oder Schauschlitz, jederzeit auf Kannen inhalt überprüft werden können. Von beson derer Bedeutung ist noch, dass durch die be sondere Form der Spinnkannen deren Rück führung als Leergut und deren Raumbean spruchung bei der Lagerhaltung besonders Rechnung getragen ist. Des weiteren ist vor teilhaft, dass die kostspieligen Absaug- oder Abblaseanlagen für das Aufsteckgatter bis heriger Ausführung in Wegfall kommen, da der Kanneninhalt keinerlei Verstaubung un terliegt.
Gegen Austrocknung ist der Inhalt der Spinnkannen gegenüber Flyerspulen weitestgehend gesichert. Auch der nun einmal notwendige Weg der freihängenden Strecken lunte von der Kanne bis zum Streckwerk ist bei dieser Anordnung auf ein Minimum be schränkt, so dass auch hier keinerlei Nachteile, wie Verflusungs- oder Austrocknungserschei- nungen, auftreten. Dies alles sind Vorteile gegenüber den bisher bekanntgewordenen Einrichtungen, wie Kannen in der Maschine, Kannen unter einer Zwischendecke, Kannen über einer Zwischendecke, Kannen hinter der Maschine bei ein- oder zweiseitig ausgeführ ten Maschinen usw.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungs gemässen Kannenringspinninaschine zeigt die Zeichnung.
Man erkennt in Fig. 1 bei a die Kannen, die, entsprechend ausgebildet, in dem bisheri gen Raum des Spulengatters Platz finden.
Die Fig. 1a, 2 und 3 zeigen beispielsweise die Fühiningen i' für die Spinnkannen, schräg zur Maschinenlängsachse angeordnet., und zwar Fig. <I>1a</I> im Aufriss, Fig. 2 im Grundriss und Fig. 3 in Seitenansicht.
Fig. 4 zeigt die Führungen i" quer, das heisst senkrecht zur Maschinenlängsachse an geordnet.
Nachstehend werden einige Ausführungs formen von Spinnkannen erläutert, die ins besondere für die Kannenringspinnmaschine der vorstehend beschriebenen Art mit Erfolg Verwendung finden können. Die Kanne hat. eine von der üblichen Form abweichende Ge staltung, um den Raumbedarf für die Spinn kannen so zu verringern, dass für die ganz> Spinnmaschine einschliesslich des für die Spinnkannen benötigten Raumes nicht mehr Raum benötigt wird als für eine übliche mit Aufsteckgatter für die Wickelspulen ausge rüstete Spinnmaschine.
Letzteres ist gleichbe- deutend damit, dass man das Ka.nnenspinn- prinzip auf übliche Ringspinnmaschinen usw. übertragen kann, ohne dass deren bisherige Breiten bzw. der bisherige Raumbedarf über schritten wird.
Demgemäss ist. unter Beibehaltung des üblichen Durchmessers die Höhe auf etwa. ein Drittel der bisher üblichen Höhe verkürzt.
Die vorstehend erwähnte Kannenausfüh- rung kann sowohl einen abgestuften Zylinder mantel. als auch einen nach oben kegelig sieh erweiternden Mantel aufweisen.
In allen Fällen ist ein Nachteil der bis herigen Methoden vermieden, nämlich dass bei dein Direktspinnprozess vom Streckenband eine Spezialmaschine mit grosser Rauminan- spruehnalime, grosser Ausführung der Fein- spinnmaschine selbst und erheblicher Bedie nungsbehinderung vermieden ist.
Der Transport wird dann wesentlich er leichtert, wenn die Formgebung so gewählt ist, dass sich die leeren Kannen ineinander stellen lassen. Auf diese Weise kann man viele Kannen ineinanderstecken, so da.ss der Transport und die Lagerung praktisch keine Schwierigkeiten mehr mit sieh bringen. Um den kontinuierlichen Ablauf des Strecken bandes aus der Kanne nicht. zu stören, ist die Ausführung der Kanne aus durchsichtigem Material oder bei undurchsichtigem Material durch ein Schauglas oder aber durch einen offenen Schlitz am untern Ende der Kanne jederzeit, auf den Kanneninhalt zu über prüfen.
In Fig. 5 ist ein zylindrisches Kannen gefäss a, mit unterer Schauöffnung b veran schaulicht.
In Fig. 6 erkennt man einen aus zwei 7y lindrisehen Abschnitten c und d bei e abge stuften kannenartigen Behälter, wiederum mit dem Schauglas b.
In Fig. 7 ist. ein kegelig verlaufender Be hälter f veranschaulicht, der ebenfalls bei @@ eine Schauöffnung besitzt.
Die Spinnkanne ist mit einer Handhabe versehen, um ein leichtes und rasches Aus wechseln der Spinnkanne auf der Ringspinn- inaschine zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wird der Kannenmantel a, <I>c, f</I> über den Bodenrand g der Spinnkanne nach unten ver längert, um. so eine Angriffsfläche für die Hand des Bedienungspersonals zu schaffen.
Es ist weiterhin auch möglich, im Boden der Spinnkanne eine Aussparung beliebiger Form, länglich, rund oder dreieckförmig vor zusehen. Schliesslich könnte auch am Kannen mantel im Bereich der Schauöffnung ein Handgriff angebracht werden, z. B. durch Annieten, Anschweissen, Anpunkten oder der gleichen. Weitere Ausführungsbeispiele der Kanne sind in Fig. 8 bis 10 der Zeichnung dargestellt.
Fig. 8 zeigt eine zylindrische Kanne a mit. nach unten über den Boden herabgezogenem Kannenmantel a'. Fig. 9 zeigt eine abgesetzte zylindrische Kanne mit ebenfalls nach unten über den Kannenboden g herabgezogenem Mantel.
Fig. 10 zeigt eine konische Kanne mit nach unten gezogenem Mantel f.
Die Handhabe ist in den Figuren mit dem Bezugszeichen L bezeichnet und kann durch Einziehen und Zurücksetzen des Kannen bodens oder durch Aufsetzen eines zusätz lichen Ringbandes auf das untere Mantelende gebildet werden.
Weiter ist es möglich, auf dein Kannen mantel einen Handgriff zu befestigen, z. B. durch Aufnieten, Anschweissen. Aufpunkten. Anlöten, Ankleben.
Auch ist es denkbar, im Kannenboden eine ,Aussparung vorzusehen, in die sich die Hand des Bedienungspersonals einlegt.