CH335931A - Verfahren zur Steigerung der Aromabeständigkeit von Kaffee, Kaffee-Ersatzstoffen, Kaffee-Zusatzstoffen und Kaffee-Extrakten - Google Patents
Verfahren zur Steigerung der Aromabeständigkeit von Kaffee, Kaffee-Ersatzstoffen, Kaffee-Zusatzstoffen und Kaffee-ExtraktenInfo
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Description
Verfahren zur Steigerung der Aromabeständigkeit von Kaffee, Kaffee-Ersatzstoffen, Kaffee-Zusatzstoffen und Kaffee-Extrakten Bekanntlich sind die Aromastoffe von geröstetem Bohnenkaffee sehr unbeständige bzw. empfindliche Verbindungen. Neben ihrer Flüchtigkeit sind sie chemisch sehr aktiv und neigen zu Umsetzungen, ins besondere zu Kondensationsreaktionen und Polymeri- sationserscheinungen in Sinne der Maillardschen Re aktion. Man ist daher bestrebt, Berührungen des Kaffees mit der atmosphärischen Luft möglichst aus zuschliessen bzw. auf ein Mindestmass zu beschrän ken. Zu diesem Zwecke wurden sowohl der Abschluss der einzelnen Kaffeebohnen durch Glasurmittel als auch die Verpackung in luftundurchlässige Behälter, gegebenenfalls im Vakuum oder in einem inerten Gas vorgeschlagen. Während die Glasurmittel regelmässig stofffremd sind und damit eventuell den Geschmack beeinflussen können, hält die Wirkung einer gas dichten Packung nur so lange an, wie sie unverletzt ist. Es wird nun vorgeschlagen, den gerösteten Kaffee durch eine Bindung der Aromastoffe selbst lager beständiger zu machen. Da artfremde Konservie rungsmittel zwangläufig unerwünschte geschmackliche Veränderungen hervorrufen, sind nur stoffeigene Sub strate für diesen Zweck geeignet. Im Bohnenkaffee ist bekanntlich eine grosse An zahl organischer Körper festgestellt worden, wie Diketone, Aldehyde, Mercaptane u. a. m. Über raschenderweise wurde nun gefunden, dass bestimmte Verbindungen, nämlich Pyronderivate, insbesondere das Maltol , infolge ihrer Struktur alterungshem- mende Eigenschaften entwickeln. Der Maltolgehalt des gerösteten Bohnenkaffees ist jedoch ausserordent lich gering und liegt ungefähr in der Grössenordnung von 0,10/00. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Steigerung der Aromabeständigkeit von Kaffee, Kaffee-Ersatzstoffen, Kaffee-Zusatzstoffen und Kaffee- Extrakten, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass deren Maltolgehalt auf 1-20100 erhöht wird. Dieser relativ geringe Zusatz hat eine überraschende Aromabeständigkeit der entsprechend behandelten Produkte, insbesondere bei den teuren, wertvollen und geschmacklich differenzierteren Kaffeesorten zur Folge. Die Wirkung der Anreicherung des Bohnen kaffees mit Maltol ist einwandfrei durch überprü- fung von einschlägigen chemischen Kennzahlen mög lich, die richtunggebend für den Verlauf von Alte rungsprozessen sind. Es ergibt sich aus ihnen, dass die mit Maltol angereicherten Kaffeesorten wesent lich günstigere Testzahlen für die Erhaltung der Geschmacksqualitäten im Vergleich zu unbehandelt gebliebenem Kaffee aufweisen. Je inniger die Berührung des Maltols mit den Bestandteilen der Kaffeebohne ist, um so besser ist die Wirkung. In vielen Fällen ist es daher empfeh lenswert, einen maltolhaltigen Ansatz von Kaffee in Puderform herzustellen, den zu behandelnden Boh nenkaffee in üblicher Weise zu mahlen und dann das Mahlgut mit dem maltolhaltigen Puderkaffee-Ansatz innig zu bestäuben bzw. zu vermischen, wobei der maltolhaltige Puderbestandteil das gröbere Mahlgut möglichst dicht umhüllen soll. Infolge der natürlichen Hygroskopizität des Bohnenkaffees bleibt der Puder kaffee auf dem Mahlgut haften, ohne dass die An wendung besonderer Haftmittel notwendig ist. Da bei Kaffee-Ersatzstoffen, insbesondere Kaffee- Ersatzmischungen, ähnliche Verhältnisse wie bei Boh nenkaffee vorliegen, ist das vorgeschlagene Verfahren sinngemäss auch auf die Behandlung von Kaffee- Ersatzstoffen anwendbar. Da Malzkaffee selbst einen Maltolgehalt in einer Grössenordnung von 0,8-10/00 aufweist, besteht auch die Möglichkeit, Kaffee-Ersatz- stoffe, insbesondere Kaffee-Ersatzmischungen, mit (gegebenenfalls von den Spelzen befreitem) Malz kaffee zu vermischen bzw. zu bepudern. In ähnlicher Weise kann auch bei Bohnenkaffee allein oder bei Kaffee-Ersatzmischungen, die Bohnenkaffee enthal ten, vorgegangen werden. Das erfindungsgemäss durchgeführte Verfahren weist gegenüber den bisher angewendeten Verfahren zur Erhöhung der Aromabeständigkeit von Kaffee und Kaffee-Ersatzmitteln durch Zugabe besonderer aromabindender Stoffe den bedeutenden Vorteil auf, dass hierbei ein an sich bereits in dem gerösteten Bohnenkaffee in geringer Menge enthaltener Bestand teil in seiner Konzentration erhöht wird. Wie bereits erwähnt, kann man dies dadurch erreichen, dass man unter anderem reines Maltol dem Bohnenkaffee oder dem Kaffee-Ersatzmittel zufügt. Nach einer andern Ausführungsform des Verfahrens gibt man zwecks Erhöhung des Maltolgehaltes dem Bohnenkaffee bzw. Kaffee-Ersatzmittel ein an sich bereits besonders maltolhaltiges Mittel, wie Malzkaffee, hinzu, um die gewünschte Aromabeständigkeit zu erreichen. Man kann natürlich auch Maltol und Malzkaffee gleich zeitig zum Erhöhen des Maltolgehaltes zugeben. Der erhöhte Maltolgehalt bewirkt, dass die flüch tigen Aromastoffe gebunden werden, eine für den Fachmann überraschende Tatsache. Beim Aufbrühen oder Extrahieren dieses erfindungsgemäss behandelten Kaffees werden dann die durch den Maltolzusatz ge bundenen Aromastoffe wieder voll wirksam freige geben, so dass durch die Zugabe des Maltols bzw. des besonders maltolhaltigen Malzkaffees keine Beein trächtigung des Geschmackes von Kaffee oder kaffee ähnlichen Mitteln eintritt. <I>Beispiel 1</I> 50 kg gerösteter Kaffee werden in üblicher Weise gemahlen. Von dem Mahlgut wird etwa 1 kg einem zur Feinstmahlung geeigneten Mahl- oder Zerkleine rungsaggregat zugeführt und puderfein gemahlen, wobei gleichzeitig 50 bis 100 g Maltol hinzugefügt werden. Sobald das Gemisch eine homogene Beschaf fenheit aufweist, wird dieser maltolhaltige Puder dem übrigen Mahlgut wieder zugefügt und mit ihm innig vermischt. <I>Beispiel 2</I> 25 kg Malzkaffee werden zunächst entspelzt; das von den Spelzen befreite Mahlgut wird puderfein ge mahlen und mit weiteren 25 kg gemahlenen Kaffee- Ersatzstoffen oder gemahlenem Bohnenkaffee innig vermengt. <I>Beispiel 3</I> Ein nach einem der Beispiele 1 und 2 hergestelltes Erzeugnis wird in gemahlenem Zustand in einen Extraktionsapparat verbracht und zu einem Extrakt verarbeitet, der nach Bedarf in an sich bekannter Weise eingedickt oder zu Pulver getrocknet wird. <I>Beispiel 4</I> Die zur Behandlung bestimmte Menge von ge röstetem Bohnenkaffee, Kaffee-Ersatzstoffen oder Kaffee-Zusatzstoffen wird in bekannter Weise extra hiert. Dem flüssigen Extrakt wird Maltol in der Höhe von 1 bis 20/00, berechnet auf das Gewicht des trockenen Extraktionsgutes, beigefügt. Durch ent sprechende Einrichtungen wird dafür gesorgt, dass vor der Weiterverarbeitung alle gelösten Stoffe in dem Extrakt gleichmässig verteilt sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Steigerung der Aromabeständig- keit von Kaffee, Kaffee-Ersatzstoffen, Kaffee-Zusatz- stoffen und Kaffee-Extrakten, dadurch gekennzeich net, dass deren Maltolgehalt auf 1-20j00 gesteigert wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man gemahlenen Kaffee mit Maltol oder einem maltolhaltigen Produkt, z. B. mit einer Mischung von feingemahlenem geröstetem Bohnen kaffee und Maltol, vermischt oder bestäubt. 2.Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Malzkaffee, z. B. entspelzter Malzkaffee, verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran sprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mit Maltol angereicherten Erzeugnisse zu flüssigen oder Trockenextrakten weiter verarbeitet werden.
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