<Desc/Clms Page number 1>
Zeitgesteuerter Antrieb Beim Antrieb von Registriergeräten und andern zeitgesteuerten Messeinrichtungen hängt der Gang des zeitgebenden Uhrwerkes von der Belastung durch das gesteuerte bzw. angetriebene Element ab. Diese Belastung kann z. B. durch die Kraft zur Bewegung eines Papierstreifens gegeben sein. Die von der Grösse der Belastung abhängige Gangänderung des Uhrwerkes könnte bei der Justierung mitberücksich- tigt werden, wenn die Belastung konstant wäre. Das kann aber bei derartigen Antrieben nie vorausgesetzt werden, da die Belastung meist die Folge von Reibungsverlusten ist, die grundsätzlich starken Schwankungen infolge Verschmutzung Temperatur- änderungen usw. unterworfen sind. Darüber hinaus ist z.
B. beim Antrieb eines von einer Vorratsrolle ablaufenden Papierstreifens das erforderliche Drehmoment von den Durchmessern der Streifenwickel abhängig und ändert sich damit auch stark während des gesamten Ablaufvorganges. Bei Registrierverfah- ren, die eine hohe Konstanz der Vorschubgeschwin- digkeit verlangen, sind die von den oben erwähnten Laständerungen verursachten Gangschwankungen nicht mehr tragbar. Das trifft z. B. für die neueren Impuls-Registrierverfahren zu, bei denen die Geräte ohne Papierrollenwechsel jeweils für die Dauer eines ganzen Monats in Betrieb sind. Dabei wird verlangt, dass der Gangfehler nach einem Monat wartungslosen Betriebes etwa 5 Minuten nicht übersteigt.
Gemäss der Erfindung wird ein zeitgesteuerter Antrieb vorgeschlagen, bei welchem die Abtriebswelle mit einem die Antriebskraft liefernden Uhrwerk verbunden ist, dessen Gang durch ein unbelastetes Uhrwerk gesteuert und nachgeregelt wird.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele gemäss der Erfindung schematisch dargestellt. Einander entsprechende Teile tragen gleiche Bezugszeichen. Fig. 1 zeigt eine Anordnung, bei der das steuernde Uhrwerk den Rückerzeiger des die Antriebskraft liefernden Uhrwerkes über ein Differentialgetriebe verstellt.
In Fig. 2 ist eine Einrichtung dargestellt, bei welcher das steuernde Uhrwerk über einen elektromagnetischen Fühlhebel und eine Schlossscheibe unter Zwischenschaltung eines Differentialgetriebes den Rückerzeiger des die Antriebskraft liefernden Uhrwerkes beeinflusst. Bei der Anordnung nach den Fig. 3a und 3b ist das Differentialgetriebe durch eine elektromagnetische Kupplung ersetzt.
In Fig.l sitzt das Sonnenrad 21 eines Differentialgetriebes auf der Hauptwelle 22 des steuernden Uhrwerkes 19. Entsprechend ist auf der Hauptwelle 23 des die Antriebskraft liefernden Uhrwerkes 1 das Sonnenrad 24 befestigt. Das Planetenrad 25 des Differentialgetriebes läuft zwischen den beiden Sonnenrädern 21 und 24 und ist auf einer Achse 26 gelagert, die ihrerseits um die Achse 27 drehbar angeordnet ist. Die beiden Sonnenräder 21 und 24 haben verschiedenen Drehsinn, so dass sich das Planetenrad 25 mitdreht und um die Achse 27 ver- schwenkt wird, sobald eine Gangdifferenz auftritt.
Diese Verschwenkung des Planetenrades wird über den Hebel 28 auf den Rückerzeiger 12 übertragen, dessen Stellung von der Skala 29 angezeigt wird und der über die Welle 30 den Gang des Uhrwerke 1 regelt. Die Abtriebswelle 2 wird über die Zahnräder 31 und 32 von der Hauptwelle des die Antriebskraft liefernden Uhrwerkes angetrieben. Durch die gesamte Anordnung wird erreicht, dass die Umdrehungsgeschwindigkeit der Abtriebswelle 2 auch dann im Rahmen der Genauigkeit des steuernden Uhrwerkes kon-
<Desc/Clms Page number 2>
stant ist, wenn die Belastung am Stiftenrad 3 schwankt.
Gemäss Fig.2 treibt das die Antriebskraft liefernde Uhrwerk 1 über die Welle 2 und das Stiftenrad 3 einen Registrierstreifen 33 an. Der Rücker- zeiger 12 dieses die Antriebskraft liefernden Uhrwerkes ist so mit dem Planetenrad 25 eines Differentialgetriebes verbunden, dass er bei einer Schwenkung des Planetenrades 25 ebenfalls verstellt wird. Das Sonnenrad 24 des Differentialgetriebes wird über das Zahnradpaar 34, 34' angetrieben und rollt auf dem Planetenrad 25 ab. Das Sonnenrad 21 des Differentialgetriebes ist mit einer Scheibe 35 verbunden, die einen keilförmigen Einschnitt aufweist. In periodischen Zeitabständen, beispielsweise alle 5 Minuten, wird nun von dem steuernden Uhrwerk 19 ein Kontakt geschlossen,-der die Spule 17 unter Strom setzt.
Die Übersetzung der Zahnräder 34 und 34' ist so gewählt, dass der mit dem Anker 16 verbundene keilförmige Hammer 14 bei Kontaktgabe in die Vertiefung der Scheibe 35 kurzzeitig eingreift. Solange die Spule 17 keinen Strom führt, wird das Planetenrad 25 infolge Haftreibung nicht verschwenkt, sondern beide Sonnenräder 21 und 24 drehen sich mit gleicher Geschwindigkeit in entgegengesetzter Richtung um. Läuft nun beispielsweise das die Antriebskraft liefernde Uhrwerk 1 zu schnell, so hat dies zur Folge, dass der Hammer 14 bei der nächsten Impulsgabe nicht genau die Kerbmitte trifft, sondern auf die eine Seitenwand der Kerbe aufschlägt und infolge seiner Massenträgheit die Scheibe 35 so lange dreht, bis der Hammer auf dem Grund des keilförmigen Schlitzes angekommen ist.
Durch diese Drehung der Scheibe 35 wird das Planetenrad 25 in einer solchen Richtung verschwenkt, dass der Rückerzeiger die Ganggeschwindigkeit des Uhrwerkes 1 verkleinert. Geht das Uhrwerk 1 zu langsam, so wird analog der Rückerzeiger in der andern Richtung verstellt. Durch entsprechend kurze Impulsgabe ist dafür Sorge getragen, dass der Hammer die Scheibe 35 nicht so lange festhält, dass dadurch auch bei richtigem Gang des Werkes eine Verstellung des Rückerzeigers erfolgen könnte.
In dem in Fig. 3a erläuterten Ausführungsbeispiel treibt das Uhrwerk 1 über eine Welle 2 das Stiftenrad 3 an. Ausserdem ist aus diesem die Antriebskraft liefernden Uhrwerk eine relativ schnellaufende Welle 4 herausgeführt, die über die Rutschkupplung 5 und die Welle 6 mit der als Anker wirkenden Schlossscheibe 7 der elektromagnetischen Kupplung 8 verbunden ist. Das Gehäuse 8 der elektromagnetischen Kupplung, das in seinem Innern eine nicht dargestellte Spule aufweist, ist zusammen mit einer Welle 9 drehbar gelagert, die über ein Getriebe 10, 11 den Rückerzeiger 12 des die Antriebskraft liefernden Uhrwerkes 1 beeinflusst.
Die Scheibe 7 der elektromagnetischen Kupplung besitzt an ihrem äussern Umfange zugleich eine Reihe von Zähnen, in die der vom steuernden Uhrwerk ausgelöste elektromagnetische Fühlhebel einschlägt, wie aus Fig. 3b hervor- geht. Der Fühlhebel 13 mit dem keilförmigen Hammer 14 ist in dem Punkte 15 schwenkbar gelagert und weist einen Anker 16 auf, der von der Spule 17 angezogen wird. Diese Spule liegt in einem Stromkreis mit der Spannungsquelle 18 und dem steuernden Uhrwerk 19. Die Klemmen 20 dieses Stromkreises führen ausserdem zu den nicht eingezeichneten Schleifringen am Gehäuse der elektromagnetischen Kupplung B.
Die beschriebene Einrichtung arbeitet wie folgt: In periodischen Zeitabständen schliesst das steuernde Uhrwerk 19 kurzzeitig den Stromkreis für die elektromagnetische Kupplung und die Spule 17 des Fühlhebelmagneten. Die elektromagnetische Kupplung und der Fühlhebelmagnet sind so aufeinander abgestimmt, dass die als Anker wirkende Schloss- scheibe bereits von der nicht dargestellten Spule der elektromagnetischen Kupplung 8 angezogen ist, wenn der Hammer 14 in eine Kerbe der Schloss- scheibe einschlägt.
\flenn nun beispielsweise das die Antriebskraft liefernde Uhrwerk 1 zu langsam gelaufen ist, so wird die Schlossscheibe und damit das Gehäuse der elektromagnetischen Kupplung beim Eintreffen eines Steuerimpulses um einen bestimmten Winkelbetrag gedreht. Diese Drehung stellt den Rückerzeiger 12 des die Antriebskraft liefernden Uhrwerkes 1 so ein, dass es seinen Gang beschleunigt. Die Rutschkupplung 5 ist so bemessen, dass bei offenem Stromkreis die Schlossscheibe 7 mitgedreht wird, dass dagegen beim Einschlagen des Fühlhebels die Rutschkupplung in Tätigkeit tritt, falls eine Gangdifferenz vorhanden ist.
Die Zähnezahl der Schlossscheibe und die Umdrehungszahl der Welle 4 sind so aufeinander abgestimmt, dass die Kerben der Schlossscheibe gleich oft benutzt werden. Ausserdem ist die Zahl der zwischen zwei Steuerimpulsen an dem Fühlhebel vorbeilaufenden Zähne so gross zu wählen, dass der zu Beginn der überwachung infolge fehlender Synchronisation mögliche Gangfehler vernachlässigbar klein bleibt. Schon nach Ablauf einer f7berwachungs- periode ist eine Synchronisierung eingetreten.
Die zuletzt beschriebene Einrichtung kann auch so beschaffen sein, dass die Schlossscheibe mit dem Gehäuse der elektromagnetischen Kupplung verbunden ist, während der Anker dieser Kupplung über ein Getriebe auf den Rückerzeiger des die Antriebskraft liefernden Uhrwerkes 1 einwirkt.