Wechselkassette mit veränderlichem Filmschaltschritt, insbesondere für Rollfilmkame#- Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Wechselkassette, mit veränderlichem Fümschalt- schritt. Diese Art Wechselkassetten sollen vorzugs weise an Rollfilmkameras Verwendung finden. Es ist aber durchaus denkbar, dass diese Kassetten auch den Reproduktions- und Kopierapparaten, Röntgen aufnahmegeräten, Kameras mit oder ohne Federwerk oder Motorantrieb, anwendbar sind.
Rollfilmkameras, die Einrichtungen zur Ver änderung ihres Aufnahmeformates besitzen, sind be reits in verschiedenen Ausführungsformen bekannt. Die den handelsüblichen B II-Film verwendenden Kameras sind beispielsweise zum Teil nicht nur so eingerichtet, dass normales Aufnahmeformat von 6X9cmauf6X6cmbzw.von6X6cmaufdas Teilformat 4,5 X 6 cm verkleinert werden kann, sondern sind zum Teil auch mit Mitteln versehen, die es ermöglichen, wahlweise anstelle des breiten B 11-Films auch den normalen Kinofilm zu verwen den und damit Aufnahmen im Kleinformat von 24 X 36 mm zu machen.
Bekannt ist weiterhin, bei Rollfilmkameras die zur Veränderung des Bildfor mates dienenden Mittel gleichzeitig auch zur entspre chenden Veränderung des Filmschaltschrittes heran zuziehen, beispielsweise dadurch, dass man den Griff zur wahlweisen Einstellung des Schalthubes der Filmbewegung mit der verstellbaren Begrenzung des Blendenarmes kuppelt. Besitzen derartige Kameras keinen gekuppelten Verschlussaufzug und Filmtrans port, so haben sie den Nachteil einer geringen Auf nahmebereitschaft; sind sie mit derartigen Kupplun gen ausgerüstet, so wird ihr Triebwerk verhältnis mässig kompliziert und teuer.
Ungelöst geblieben ist bis jetzt im Kamerabau die Aufgabe, Kameras so mit einer Wechselkassette auszurüsten, dass das im Kamerakörper befindliche umfangreiche Verschlussaufzugs- und Filmfortschalt- Getriebe derart aufgeteilt wird, dass sich einmal im Kamerakörper das Verschlussaufzugsgetriebe und zum andern in der Wechselkassette das Fümtransport- v aetriebe befindet.
Die Wechselkassette nach der Erfindung kenn zeichnet sich dadurch, dass das Tragwerk für die Filmtransport- einschliesslich Fümschaltschritt-Ände- rungseinrichtung und das Gehäuse der Wechselkas sette als zwei selbständige gegeneinander austausch bare Baueinheiten ausgebildet sind, die sich zu einer betriebsfähigen Baueinheit zusammenschliessen lassen.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes in vereinfachter Darstel lungsweise schaubildlich dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 eine mit veränderlichem Filmschaltschritt ausgerüstete Wechselkassette mit gebrochenem Wand teil und Fig. 2 einen dazugehörenden Kamerakörper, Fig. 3 einen abnehmbar ausgebildeten Oberteil einer Wechselkassette mit dem Filmschaltwerk und Fig. 4 ein zugehöriges Kassettengehäuse,
Fig. 5 ein Kassettenoberteil und Fig. 6 ein Kassettengehäuse anderer Grundriss form.
In Fig. 2 zeigt der linke Teil die zentrale Schalt-. handhabe 1, die absatzweise einerseits den nicht mitdargestellten Verschluss der Kamera aufzieht und anderseits die Filmfortschaltung bewirkt. Diese Schalthandhabe 1 ist starr mit der Drehachse 2 ver bunden und kann im Sinne des auf ihr gezeichneten Doppelpfeils hin und her geschwenkt werden. Unter ihr sind koaxial zwei miteinander gekuppelte Zahn räder 3 und 4 angeordnet, von denen das Zahnrad 4 mit dem seitlich von ihm gelagerten Zahnrad 5 dauernd in Eingriff steht.
An ihrer Unterseite trägt die Schalthandhabe _l eine Schaltklinke 6, die in die Zähne des Rades 3 eingreift, wenn die Schalthand- habe entgegen dem Uhrzeigersinn geschwenkt wird, die aber ausser Eingriff kommt, wenn die Schalt handhabe wieder in ihre Ausgangsstellung zurück geschwenkt wird.
Wird die Schalthandhabe im Sinne der obigen Darlegung geschwenkt, so bewegt sie einerseits die Drehachse 2, die direkt oder indirekt den Verschluss- aufzug bewirkt. Anderseits erteilt sie dem Zahnrad 5 eine Drehbewegung, die mit Hilfe des an diesem Zahnrad angeordneten Mitnehmers 5a auf das in Fig. 1 dargestellte, in der Wechselkassette 7 unter gebrachte Filmschaltwerk übertragen wird.
Zur Übertragung der Drehbewegung des Mitnehmers 5u auf das in der Wechselkassette 7 untergebrachte Filmschaltwerk dient ein in seinem Oberteil als ge schlitzter Zapfen ausgebildetes Kupplungsglied 8, in dessen Schlitz 9 der Mitnehmer 5a formschlüssig zu liegen kommt. Dieses Kupplungsglied 8 ist so auf der Achse 10 der Filmtransporttrommel 11 form schlüssig angeordnet, dass der Formschluss an der Trennstelle 12 beliebig unterbrochen oder wieder hergestellt werden kann.
Ist der Formschluss zwischen dem Kupplungsteil 8 und der Achse 10 unterbrochen, so dreht sich die vom Mitnehmer 5a angetriebene Kupplung 8 mit samt dem auf ihm angeordneten Zahnrad 13 im Leer lauf, ohne die Achse 10 der Filmtransporttrommel <B>11</B> mitzubewegen. Die Fig. 1 zeigt die das Filmband 14 bewegende Transporttrommel 11 in einem Bewe gungsabschnitt, in dem Formschluss besteht-und das vorgesehene Übersetzungsgetriebe ausser Eingriff steht. Das Kupplungsglied 8 überträgt also seine vom Mitnehmer 5a übermittelte Drehbewegung di rekt auf die Achse 10 und schaltet damit das Film band 14 im normalen Schaltschritt fort.
Das Übersetzungsgetriebe ist zweckmässiger weise so ausgebildet, dass sich die Veränderungen des Übersetzungsverhältnisses, die zur Vergrösserung oder Verkleinerung des Schaltschrittes erforderlich sind, von aussen her einstellen lassen.
Wird der Formschluss auf die Achse 10 durch eine nicht näher dargestellte Handhabe unterbrochen und das Übersetzungsgetriebe eingeschaltet, indem seine beiden koaxial gekuppelten Zahnräder 15 und 16 mit den Zahnrädern 13 und 17 in Eingriff ge bracht werden, so überträgt jetzt das sich im Leer lauf drehende Kupplungsglied 8 mit Hilfe seines Zahnrades 13 seine Eigenbewegung auf das Wechsel rad 15 und dieses gibt seine Drehbewegung durch das mit ihm gekuppelte Zahnrad 16 an das fest. mit der Achse 10 verbundene Zahnrad 17 ab.
Wie ersicht lich ist, lässt sich in dieser Weise die abschnittsweise Drehbewegung der Filmtransporttrommel 11 und damit der Schaltschritt des Filmbandes 14 je nach der Zahl und Grösse der Wechselräder ändern, ohne dass hierdurch die Bewegung der Schalthabe 1 selbst irgendwie beeinflusst wird.
Um den Schaltschritt des Films in gleicher Weise auch dann wahlweise verändern zu können, wenn der Antrieb der Filmfortschaltung nicht von Hand aus, sondern durch ein etwa an der Unterseite der Kassette angesetztes automatisches Aufzugswerk erfolgt, ist auch das untere Ende der Filmwickelachse 10 mit einem entsprechenden Schlitz versehen, in die dann das Aufzugswerk mittels eines passend ge formten Querstiftes formschlüssig eingreifen kann.
Die den einzelnen Schaltschritten entsprechende Veränderung des Bildausschnittes in der Bildbühne und im Sucher geschieht entweder von Hand aus durch Einlegen entsprechender Masken oder selbst tätig durch Übertragungsmittel an sich bekannter Art. Die in Fig. 1 dargestellte Ausführungsform kann in mannigfacher Weise abgeändert werden, um sie etwa besonderen Kassettenformen oder Kassetten- grössen anzupassen.
Beispielsweise braucht das über- setzungsgetriebe nicht so angeordnet zu sein, dass sich seine Wechselräder durch Auf- und Abwärts bewegung mit den Antriebsrädern der Filmwickel achse in Eingriff bringen lassen, sie können auch durch Verschiebung in horizontaler Ebene in Eingriff oder ausser Eingriff gebracht werden. Weiterhin braucht beispielsweise das Kupplungsglied 8, die die vom Mitnehmer 5a übernommene Drehbewegung auf das Filmschaltwerk zu übertragen hat, nicht auf der Filmwickelachse 10 angeordnet werden, sondern kann neben ihr zu liegen kommen.
Das in Fig. 1 dargestellte Übersetzungsgetriebe ist gemäss der Erfindung mit dem gesamten übrigen Tragwerk des Films zu einer in sich selbständigen baulichen Einheit zusammengeschlossen. In gleicher Weise ist auch das Gehäuse der Wechselkassette mit samt seinem lichtabdichtenden Rollverschluss, Schie ber oder dergleichen und dessen Betätigungsteilen, sowie seinen zur Festmachung am Kamerakörper dienenden Verriegelungsteilen usw. als selbständige Baueinheit ausgebildet. Man erhält so zwei Bau einheiten, die zusammengesetzt eine in sich geschlos sene, betriebsfähige Einheit bilden, die sich aber auch nach Belieben wieder voneinander trennen und gegen einander austauschen lassen.
Um den Austausch beider Baueinheiten zu erleich tern, kann das Tragwerk für den Film an einem gegen über dem Kassettengehäuse auswechselbaren Wan- dungsteil angeordnet sein.
Fig. 3 und 4 zeigt eine in diesem Sinn gestaltete Wechselkassette, bei der das am Kassettendeckel 22 angeordnete Tragwerk 23 des Films die eine aus tauschbare Baueinheit und das Gehäuse 7 der Wech selkassette die andere austauschbare Baueinheit bil det. In Fig. 1 sind beide Baueinheiten vereinigt ge zeichnet. Eine solche Bauweise eignet sich nicht nur für die in den Fig. 1, 3 und 4 dargestellte Kassettenform, sondern kann ebensogut auch bei Kassetten von anderem Grundriss Anwendung finden.
Fig. 5 und 6 zeigen beispielsweise die Anwen dung des Erfindungsgedankens bei einer Kassette, die zwecks Unterbringung eines abnorm grossen Filmvorrates in Breitform gestaltet ist. Wie die Fig. 5 und 6 veranschaulichen, besitzt der mit dem Schalt- und Tragwerk des Films zu einer Baueinheit zusammengeschlossene Wandungs- teil 22 ein Sichtzeichen 24, das an der losen oder an die Kamera angesetzten Kassette den jeweils gewähl ten Schaltschritt des Films erkennen lässt.
Die Zahl der gemachten Schaltschritte (bzw. Bil der) wird an einer Anzeigevorrichtung 25 sichtbar gemacht. Zum Antrieb der Filmzähluhr dient vor zugsweise ein Schaltmechanismus, dessen Schalt schritte sich entsprechend den Änderungen des Film schaltschrittes einstellen lassen oder selbsttätig ein stellen. Die Sichtanzeige der Filmzähluhr ist mit ver schiedenen, den einzelnen Filmschaltschritten ent sprechenden Teilungsintervallen bzw. Bezifferungen, versehen.