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Waffe zur Nahbekämpfung eines Angreifers Die vorliegende Erfindung betrifft eine Waffe zur Nahbekämpfung eines Angreifers mit einem Reservoir für einen flüssigen Wirkstoff und mit Mitteln, die den Wirkstoff in flüssigem Zustande in einem anhaltenden Strahl auszutreiben gestatten, welche gekennzeichnet ist durch mindestens ein druckfestes Reservoir, worin mindestens ein Wirkstoff und ein leicht flüchtiger Treibstoff zum Austreiben des Wirkstoffes enthalten sind.
Vorzugsweise treibt man den Wirkstoff in fein zerstäubtem Zustand aus, z. B. als Aerosol, wobei man den flüssigen Wirkstoff in dem leicht flüchtigen Treibmittel mit sich führen und unter dem eigenen Dampfdruck des Treibmittels mitsamt dem Treibmittel ausfliessen lassen kann. Dem Wirkstoffstrahl kann vorzugsweise ein gut haftender Schaum beigemischt werden, welcher die Haftung des Wirkstoffes am Angreifer unterstützt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Waffe nach der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht der Waffe, und Fig. 2 ist ein Längsschnitt durch die Waffe.
Die dargestellte Waffe weist ein länglichovales Gehäuse 1 mit einem Haltegriff 2 auf. In dieses Gehäuse 1 sind drei Flaschen 3, 4 und 5 eingesetzt, die mittels ihrer Ventile 6, 7 bzw. 8 mit einem Gehäusedeckel 9 verbunden sind und mit diesem ein zusammenhängendes Aggregat bilden, das als Ganzes in das Gehäuse 1 eingesetzt und aus diesem entfernt werden kann. Im Gehäuse 1 sind Haltebleche 10 eingebaut, die die Flaschen 3 bis 5 gegen seitliche Verschiebung stützen.
Die Flasche 5 ist auch unten mit einem Ventil 11 versehen, an welchem eine Verbindungsleitung 12 mit einem flexiblen Teil 13 angeschlossen ist. Die Leitung 12 ist von unten in die Flasche 4 eingeführt und in Form einer rechteckigen Schlange durch dieselbe geführt. Längs des in der Flasche 4 liegenden Teils der Leitung 12 sind Austrittsöffnungen 14 vorgesehen.
Die Ventile 6, 7, 8 und 11 sind so ausgebildet, dass sie durch seitlichen Druck gegen die aus den Flaschen herausragenden Ventilkörper ge- öffnet werden können. über dem Deckel 9 des Gerätes ist eine Auslöseschiene 15 mit drei gleichartigen Löchern angebracht, durch welche Löcher die Körper der Ventile 6, 7 und 8 durchragen. Diese Auslöseschiene ist am hintern Ende rechtwinklig abgebogen und durch eine Öffnung 16 und einen Halteschlitz 17 im Griff 2 durchgeführt.
Ungefähr in der Mitte des horizontalen Teils der Auslöseschiene 15 ist eine Stange 18 angebracht, die mit ziemlich Spiel durch den Deckel 9 durchgeführt ist, das Gehäuse 1 senkrecht durchragt und am untern Ende mit einem auf den Ventilkörper 11 wirkenden horizontalen Teil 19 versehen ist. Auf den Ventilkörper 6 ist eine nach vorn gerichtete Düse 20, auf den Ventilkörper 7 ein nach vorn gerichtetes Rohr 21 und auf den Ventilkörper 8 eine Alarmvorrichtung 22, z. B. eine Pfeife, aufgesetzt.
Das Ventil 6 ist mit einer Tauchleitung 23 verbunden, die in eine in der druckfesten Flasche 3 befindliche Flüssigkeit eintaucht. Diese Flüssigkeit besteht aus einem leicht flüchtigen Treibmittel, das bei einer Temperatur von 20 C z. B. ungefähr einen Dampfdruck von 2,8 At. aufweist, in welchem Treibmittel ein Wirkstoff, z. B. Tränengas oder sonstiger anorganischer Wirkstoff oder ein organischer Wirkstoff, z. B. ein Zwiebelextrakt oder dergleichen, in flüssiger Form gelöst ist. über dieser Lösung befindet sich die gasförmige Phase des Treibmittels.
Als Treib- und Lösungsmittel eignen sich besonders Chlor- Fluor-Kohlenwasserstoffe, die unter der Bezeichnung
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Freon (eingetragene Marke) bekannt sind. Diese Stoffe weisen teils sehr tiefe Siedepunkte auf und erzeugen daher bei Normaltemperatur relativ hohe Dampfdrücke. Wird das Ventil 6 durch seitlichen Druck geöffnet, so wird die in der Flasche 3 befindliche Flüssigkeit unter dem eigenen Dampfdruck des Treibmittels durch die Tauchleitung 23, das Ventil 6 und die Düse 20 ausgetrieben, wobei das Treibmittel in der Flasche 3 bei abnehmendem Drucke stets sofort nachverdampft und den austreibenden Druck aufrechterhält.
Es entsteht dadurch ein kontinuierlicher Strahl an der Düse 20. Nach dem Austritt der Flüssigkeit aus der Düse 20 verdampft das Treibmittel fast augenblicklich und der darin gelöste Wirkstoff fliegt in Form eines feinsten Nebels oder Aerosols weiter.
In der Flasche 4 befindet sich in analoger Weise ein Treibstoff der oben bezeichneten Art zusammen mit einem darin gelösten Schaumstoff, z. B. einem seifenartigen Stoff. Derartige Flaschen mit geeigneten Schaumstoffen befinden sich auf dem Markte und können grundsätzlich in dieser handelsüblichen Form verwendet werden. Es ist aber im allgemeinen erforderlich, diese Lösung von schaumbildender Masse und Treibmittel vor Gebrauch etwas zu schütteln, damit augenblicklich bereits Schaum austritt.
Eine genügende Durchwirbelung der in der Flasche 4 befindlichen Substanz wird beim dargestellten Ausführungsbeispiel dadurch erreicht, dass man bei dem oder gegebenenfalls kurz vor dem Öffnen des Ventils 7 der Flasche 4 durch die Leitung 12 bzw. deren Austrittsöffnungen 14 ein Gas in die Flasche 4 einströmen lässt, das eine tüchtige Durchwirbelung der Substanz in der Flasche 4 zur Folge hat. Zu diesem Zwecke ist in der Flasche 5 ein Treibstoff vorzugsweise der oben erwähnten Art eingefüllt, welcher einen höheren Dampfdruck besitzt als der in der Flasche 4 befindliche Treibstoff für die schaumbildende Substanz. Der Dampfdruck des Treibmittels in der Flasche 4 kann bei 20 C z. B. 2,8 At. betragen, während der Dampfdruck in der Flasche 5 bei derselben Temperatur z.
B. 5 At. betragen kann.
Handhabung und Arbeitsweise der dargestellten Waffe sind wie folgt: Der Angegriffene erfasst die Waffe am Griff 2, wobei er die Finger zwischen dem Gehäuse 1 und der Auslöseschiene 15 durchschiebt. Unter dem erforderlichen Haltedruck soll die Auslöseschiene nicht so weit aus der dargestellten Ruhelage verschoben werden, dass sich die Ventile öffnen. Ist die Waffe auf den Angreifer gerichtet, so kann durch erhöhten Druck gegen den im Griff 2 befindlichen Teil der Auslöseschiene dieselbe so weit verformt werden, dass die Ventile 6, 7, 8 und 11 betätigt werden.
Dabei kann die Anordnung so getroffen sein, dass das Ventil 11 etwas vor den Ventilen 6, 7 und 8 geöffnet wird, so dass die Substanz in der Flasche 4 bereits tüchtig durchwirbelt ist, wenn das Auslassventil 7 dieser Flasche geöffnet wird. Werden die Ventile 6, 7 und 8 geöffnet, so tritt aus der Düse 20 in der in Fig. 2 angedeuteten Weise ein Strahl von Treibmittel und Wirkstoff aus, wobei sich jedoch das Treibmittel sehr rasch verflüchtigt und nur der Wirkstoff in Form eines Aerosols weiterfliegt. Gleichzeitig tritt aus dem Rohr 21 ein Schaumstrahl aus, welcher sich vor der Waffe mit dem Wirkstoffstrahl vermischt und mit diesem zusammen den Angreifer trifft.
Dieser Schaum vermischt mit stark konzentriertem Wirkstoff, z. B. Tränengas in flüssiger Form, bleibt am Gesicht des Angreifers gut haften und macht denselben augenblicklich für einige Zeit aktionsunfähig. Gleichzeitig wird die Alarmvorrichtung 22 durch aus der Flasche 5 austretende Treibmittelgase betätigt und macht weitere Personen darauf aufmerksam, dass das Verteidigungsgerät gebraucht werden musste, so dass sie dem Angegriffenen erforderlichenfalls Hilfe leisten können.
Die zu verwendenden Wirkstoffe und insbesondere die verwendeten Treibstoffe sollen keinen dauernden schädigenden Einfluss auf die Haut und die Augen des Angreifers ausüben, so dass die Verwendung der Waffe ungefährlich ist. Es kann auch von Vorteil sein, der Waffe eine besondere Gestalt zu geben, die in keiner Weise an eine Waffe denken lässt, damit der Angreifer sich nicht bedroht fühlen muss und von seiner eigenen, nicht ungefährlichen Waffe Gebrauch macht.
Anstelle der dargestellten Waffe könnte natürlich für gewisse Zwecke auch ein einfacheres, billigeres Gerät genügen, bei welchem z. B. die Alarmvorrichtung weggelassen ist. Ferner könnte gegebenenfalls auch auf das Auswerfen eines Schaumstrahls verzichtet werden, in welchem Falle das Gerät nur mit einer Flasche 3 auszurüsten wäre. In einer andern Ausführungsform könnte auch die Düse 20 im Rohr 21 angeordnet werden, so dass der Schaumstrahl und der Wirkstoffstrahl konzentrisch austreten. Es ist auch denkbar, dass der Wirkstoff selbst ein Schaumstoff ist oder dass Wirkstoff und Schaumstoff im gleichen Gefäss in ein und demselben Treibmittel gelöst sind, in welchem Falle ein gemischter Wirkstoff- und Schaumstoffstrahl aus einer Düse ausgeworfen werden könnte.
Enthält die Waffe keinen Wirkstoff mehr, so kann das ganze Flaschenaggregat mit dem Deckel 9 und der Auslöseschiene 15 ausgebaut und durch ein neues ersetzt werden, oder es können gegebenenfalls nur einzelne der Flaschen 3 bis 5 ersetzt werden.
Ein wesentlicher Vorteil der Waffe liegt darin, dass selbst wenn nur Wirkstoff ausgeworfen wird, ein gut sichtbarer Nebelstrahl entsteht, der sofort auf das Ziel gerichtet werden kann.
Das Gerät kann überall Verwendung finden, wo bösartige Angreifer mit ungefährlichen Mitteln unschädlich gemacht werden sollen, z. B. bei der Polizei, bei Bank- und Postschaltern oder auch im Umgang mit gefährlichen Tieren.
Gegebenenfalls könnte die Waffe mit unschädlichen oder giftigen Wirkstoffen zu militärischen Zwecken verwendet werden.
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