Tragvorrichtung für Reckstange Die Erfindung bezieht sich auf eine Tragvorrich tung für eine Reckstange, die eine in mindestens angenähert senkrechter Lage im Boden verschieb bare Säule aufweist, welche Säule über den Boden teilweise hochgezogen und mittels einer an der Säule angreifenden Klemmeinrichtung festgestellt werden kann, wobei die Klemmeinrichtung die Säule in Ein spannlage gegen die Innenwand einer sich im Boden über einen Teil der Säule nach unten erstreckenden Büchse andrückt, und wobei die Säule eine Einrich tung zum Gewichtsausgleich aufweist.
Eine Tragvorrichtung dieser Art ist zum Beispiel auf Seite 31 eines 1932 von J. Plaschkowitz in Wien herausgegebenen Prospektes beschrieben.
Die Erfindung bezweckt eine Tragvorrichtung der erwähnten Art, die gegenüber den bekannten den Vorteil hat, dass unter dem Boden kein Keller raum vorhanden zu sein braucht, in dem die Säule nach unten geschoben werden kann, und dass weiter die Säule in hochgezogener Lage besonders fest und sicher in einer Haltebüchse festgeklemmt werden kann; auch soll erreicht werden, dass die Säule mit der Vorrichtung zum Gewichtsausgleich als Ganzes von oben her ohne mühsame Montage- und Demon tagearbeit aus dem Boden hochgezogen und wieder versenkt werden kann.
Bei der bekannten Tragvorrichtung greift die Klemmeinrichtung nur an einer Stelle der Säulen wandung an, so dass die Einspannung der Säule un zuverlässig und nicht genügend stabil ist. Auch ist die Ausgleichseinrichtung ausserhalb der Säule an geordnet, so dass ein Entkuppeln dieser Einrichtung gegenüber der Säule notwendig ist, wenn man die Säule ganz aus dem Boden entfernen will, zum Bei spiel bei Reparatur oder Wartung der Einspannein- richtung. Der notwendige Kellerraum bedingt zudem eine Erhöhung der Baukosten.
Um diese Nachteile zu beheben, ist gemäss der Erfindung vorgesehen, dass die Klemmeinrichtung zwei Druckstücke zum Festklemmen der Säule gegen über der Büchse besitzt, und die Druckstücke je eine der Aussenwandung der Säule angepasste Druckfläche besitzen und in Längsrichtung der Säule verschiebbar in der Büchse gelagert sind, derart, dass die Druck flächen in der Einspannlage an zwei, im Abstand voneinander liegenden Stellen mit der Säule zusam menarbeiten und diese gegenüber der der Form der Säule angepassten Innenwandung der Büchse festklemmen, wobei die Büchse an ihrem untern Ende an ein unten geschlossenes Rohr von einer solchen Länge angeschlossen ist,
dass die Säule ganz aufgenommen werden kann und wobei die Aus gleichseinrichtung ganz innerhalb der Säule ange ordnet ist.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung bei spielsweise näher erläutert: Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch die im Boden eingesetzte Büchse und durch das an der untern Seite der Büchse angeschlossene Rohr.
Fig. 2 zeigt eine perspektivische Ansicht der Einrichtung teilweise im Schnitt, wobei die Aus gleichseinrichtung und das Rohr nur teilweise dar gestellt sind.
Fig. 3 zeigt eine perspektivische Darstellung der in der Säule untergebrachten Ausgleichseinrichtung. Fig. 4 zeigt eine perspektivische Darstellung des Deckels zum Verschliessen der öffnung im Boden. Fig. 5 zeigt einen senkrechten Schnitt durch einen Teil der Säule mit einer andern Ausbildung der Ausgleichseinrichtung.
Wie aus Fig. 1 hervorgeht, ist eine sich im Boden 1 nach unten erstreckende Büchse 2 fest angeordnet, zum Beispiel einbetoniert; am Unterende der Büchse ist ein unten abgeschlossenes Rohr 3 zum Aufneh- men der Säule befestigt. Das Rohr 3 ist in einem im Boden ausgesparten Loch 5 untergebracht. Das Loch 5 hat einen etwas grösseren Durchmesser als das Rohr 3. Die Wand des Loches 5 ist mit einer Röhre 6 ausgekleidet.
Das in den Boden versenkte Rohr 3 ist durch eine lösbare Flanschverbindung mit dem Unterende der Büchse verbunden. Die Büchse kann zum Bei spiel ein Gussstück sein. Bevor das Rohr im Boden versenkt wird, wird ein Loch ausgebohrt, wobei des sen Durchmesser etwas grösser als der Durchmesser des Rohres ist, so dass das Rohr von dem umgeben den Boden Abstand hat und, falls erforderlich, leicht entfernt werden kann.
Wie aus Fig. 2 hervorgeht, befindet sich in der Büchse 2 und im Rohr 3 die Säule 7, die die Form eines zylindrischen, unten offenen Rohres hat. Büchse 2 und Rohr 3 haben gemeinsam eine solche Länge, dass sie die Säule 7 ganz aufnehmen können, so dass diese nicht über den Boden 1 hinausragt.
In der Büchse 2 ist die Einrichtung zum Fest klemmen der Säule 7 in einer ausgezogenen Lage untergebracht. Diese Einrichtung besteht aus zwei, an den entsprechenden Enden der Büchse 2 genau übereinander angeordneten Druckstücken 8, einer Bedienungsstange 9 und zwei lösbar mit einer Büchse verbundenen Führungsblöcken 10 für die Druck stücke B. Die Druckstücke 8 sind mit je einer Boh rung mit Innengewinde versehen und sind mittels dieses Gewindes lösbar auf je ein mit Schraubenge winde versehenes Ende der Stange 9 geschraubt. Stange 9 ist in einem Lager 11 drehbar gelagert.
Jeder Führungsblock 10 ist mit zwei schrägen Schiebeflächen 12 versehen, die gegebenenfalls aus Nylon oder einem ähnlichen Kunststoff bestehen, um eine Schmierung überflüssig zu machen. Die Druckstücke 8 können auf den Flächen 12 verscho ben werden.
Die Stange 9 hat im obern Teil einen Ansatz, zum Beispiel einen Vierkant 13, an dem der (nicht dargestellte) Bedienungsschlüssel angreifen kann.
Im vorliegenden Beispiel ist vorgesehen, dass die Bohrungen der Druckstücke 8 und die beiden Enden der Stange 9 mit entgegengesetzt gerichtetem Schrau bengewinde (Links- und Rechtsgewinde) versehen sind. Die Schiebeflächen des obern Führungsblockes verlaufen entgegengesetzt zu denjenigen des untern Führungsblockes, und zwar schräg aufwärts in der Richtung der Säule 7, so dass bei Drehung der Be dienungsstange 9 die beiden Druckstücke 8 in Längsrichtung der Säule 7 aufeinander zu bzw. aus einander bewegt werden.
Wenn sie aufeinander zu bewegt werden, werden sie mit ihrer der Aussenwand der Säule 7 angepassten freien Druckfläche gegen zwei im Abstand voneinanderliegenden Stellen der Säule 7 gedrückt und klemmen diese dadurch zwi schen sich selbst und der der Form der Säule an gepassten gegenüberliegenden Innenwand der Büchse 2 fest; die Säule befindet sich in Einspannlage. Wenn die Druckstücke auseinanderbewegt werden, wird die Klemmwirkung an der Säule aufgehoben und diese kann in der Büchse 2 und der Röhre 3 ver schoben werden.
Am obern Ende der Bedienungsstange 9 ist ein kleiner Stift 22 festgemacht (Fig. 2), und zwar der art, dass das obere, bei Aufhebung der Klemmwir kung von der Säule 7 freikommende Druckstück nur so weit hoch gehen kann, dass es mit seiner obern Fläche an die untere Seite des aus der Stange hinausragenden Stiftes stösst. Der Stift wirkt also als Anschlag.
In der Säule 7 ist die Gewichtsausgleichseinrich- tung untergebracht. Diese besteht nach einer bevor zugten Ausführungsform (Fig. 3) aus einem zentral in der Säule 7 angeordneten Stab oder Rohr 14, des sen Durchmesser wesentlich kleiner ist als der Innen durchmesser der Säule 7. Auf dem Stab 14 ist ein zum Beispiel aus Blei bestehendes Gegengewicht 15 verschiebbar. Dieses Gewicht ist im obern Teil mit drei Seilen 16 fest verbunden, die über je eine am Stab 14 drehbar gelagerte Scheibe 17 und weiter am Gewicht 15 entlang zum untern Ende der Säule 7 laufen, und dort an einem am Ende angebrachten Ring 18 befestigt sind.
Die Abstützung des Stabes 14 erfolgt auf einem scheibenförmigen, aus nach giebigem Material, zum Beispiel Gummi, hergestell ten, als Puffer wirkenden Sockel (Fig. 2), der in einem fest am Boden des Rohres 3 angebrachten Ring 20 gefasst ist.
Wenn die Säule 7 aufwärts, also aus dem Boden gezogen wird, schiebt sich das Gegengewicht 15 auf dem Stab 14 nach unten und umgekehrt, so dass der Gewichtsausgleich der Säule 7 hergestellt ist. Ober halb der Seilscheiben 17 sind am Stab 14 drehbar gelagerte Rollen oder Scheiben 21 (im vorliegenden Fall drei) angebracht, die bei Verschiebung der Säule an ihrer Innenwand abrollen und als Führung wirken. Ebenso wie die Seilscheiben 17 können auch die Scheiben 21 in Nylonlager gelagert sein, so dass keine Schmierung erforderlich ist.
An Stelle von Seilen können auch Kabel, Bän der, Ketten usw. benutzt werden. Die Zahl kann grösser oder kleiner als drei sein.
Der in Fig. 4 perspektivisch dargestellte Deckel 23 ist so ausgebildet, dass er die Oberseite der Büchse 2 abdecken kann. In diesem Fall ist der obere Rand der Büchse 2 in einem Abstand, der der Dicke des Deckels entspricht, unterhalb der Bodenoberflä che angeordnet, so dass die Oberseite des Deckels in der Ebene der Bodenoberfläche liegt (Fig. 1).
Der Deckel weist eine Öffnung 24 auf, die in Betriebslage des Deckels oberhalb des freien Endes der Bedienungsstange 9 liegt, so dass die Festklemm- einrichtung bedient werden kann, ohne dass man den Deckel zu entfernen braucht. Weiter ist der Deckel mit einer zweiten öffnüng 25 zum Durchlassen der Säule 7 versehen. Wenn die Säule 7 ganz unter die Bodenoberfläche abgesenkt ist, können die öffnun- gen 24 und 25 mit einer innerhalb des Ringes 26 eingepassten Abdeckplatte (nicht dargestellt) abge deckt werden.
Am Deckel ist eine mit einem Knopf 27 oder dergleichen zu betätigende Riegelvorrichtung oder Klinke 28 verschiebbar gelagert, die in hochgezoge ner Lage der Säule 7 mit einer in der Wand der Säule 7 ausgesparten Öffnung zusammenarbeiten kann. Damit die Klinke in verschiedenen Säulen höhen wirksam werden kann, ist die Säule mit einer Anzahl übereinanderliegender Öffnungen versehen.
Wenn nun die Klemmwirkung der Druckstücke auf die Säule 7 aufgehoben wird, so fällt die Säule 7 nicht sofort im Rohr 3 abwärts, sondern wird noch gehalten. Sie hängt also auf der Klinke. Zieht man die Säule aus dem Boden aufwärts, so ist vor dem Festklemmen dafür zu sorgen, dass die Klinke in eine der Öffnungen in der Säulenwand hineinragt. In der obersten Einspannlage der Säule 7 ragt deren unteres Ende noch in den Boden, das heisst in die Büchse 2 hinein, um die Säule mittels der Backen 8 fest klemmen zu können.
Die Ausführungsform der Ausgleichseinrichtung nach Fig. 5 unterscheidet sich von der zuerst be schriebenen Ausführungsform im wesentlichen darin, dass das Gegengewicht 15 nicht die Röhre oder den Stab 14 umgibt, sondern innerhalb der Röhre 14a angeordnet und über eine Kette 16 mit dem Ring 18 unten an der Säule 7 befestigt ist. Durch die oben angeordneten Scheiben 21 und den unten angeord neten Ring 18, der die Säule umschliesst, wird eine gute Führung der in senkrechter Lage im Boden verschiebbaren Säule 7 erreicht. Die Gewichtsaus gleichseinrichtung befindet sich ganz innerhalb der Säule 7, wie dies die Fig. 3 und 5 erkennen lassen.
Die Druckstücke und die Stange können im Hin blick auf Reparaturen oder die laufende Wartung schnell und ohne Mühe aus der Büchse entfernt wer den. Durch geeignete Verbindung der Führungs blöcke mit der Büchse können auch diese leicht ent fernt werden. Da die Druckstücke eine gemeinsame Bedienungsstange haben, werden sie gleichmässig und mit einer bei beiden Druckstücken gleich grossen Kraft gegen die Säule gedrückt.