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Verfahren zur Herstellung von Salzen in Wasser unlöslicher Triterpensäuren Es ist bekannt, dass Triterpensäuren ausser in Weissdorn in zahlreichen andern Pflanzen, insbesondere Pflanzen der Familie der Labiaten, Rosaceaen und Ericaceaen, vorkommen.
Im Gegensatz zu Crataegus oxyyacantha und monogyna, welche in Blättern und Blüten neben Oleanol- und Ursolsäure auch noch Crataegolsäure enthalten, kommt bei andern Pflanzen, soweit festgestellt werden konnte, Crataegolsäure nur selten bzw. in sehr geringen Mengen vor, so dass sie in der Regel nur andere Triterpensäure, insbesondere Oleanol- und Ursolsäure enthalten.
Im Hauptpatent ist ein Verfahren zur Herstellung von Salzen der in Wasser unlöslichen Triterpensäuren aus Weissdorn beschrieben. Gegenstand des vorliegenden Patentes ist nun ein Verfahren zur Herstellung von Salzen in Wasser unlöslicher Triterpensäuren, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass andere, solche Triterpensäuren enthaltende Rohstoffe als Crataegus, mit Lösungsmitteln extrahiert werden, die halogenierte flüssige Kohlenwasserstoffe enthalten, die oberhalb 40 und unterhalb 200 sieden,
dass die Extrakte nach Verdampfen der Lösungsmittel von Fett und fettlöslichen Farbstoffen befreit und die Triterpensäuren nach weiterer Reinigung durch Behandlung mit Basen in Salze übergeführt werden.
Zur Extraktion der Triterpensäuren besonders geeignet sind wiederum Mischungen der genannten halogenierten Kohlenwasserstoffe mit niedrig siedenden sauerstoffhaltigen Lösungsmitteln, insbesondere den Anfangsgliedern der aliphatischen Alkoholreihe, die 1 bis 5 Kohlenstoffatome besitzen, wobei der Alkoholgehalt in einem derartigen Gemisch 50 Vol.%, insbesondere aber 30 Vol. /o nicht überschreiten sollte.
Derartige Gemische ergeben durchwegs bei weitem die höchsten Ausbeuten an Triterpen- säuren. Die Ausbeuten sind insbesondere auch durch- wegs besser als bei Verwendung der halogenierten Kohlenwasserstoffe ohne Alkoholzusatz. Anstelle von Mischungen mit Alkoholen können, wenn auch mit etwas weniger Erfolg, Mischungen verwendet werden, welche anstelle der Alkohole andere sauerstoffhaltige Verbindungen, wie niedrige aliphatische Ketone oder Ester, enthalten.
Der weitaus günstigste halogenierte Kohlenwasserstoff ist das Trichloräthylen, da es auch ohne oder nur bei geringem Alkoholzusatz sehr gute Ausbeuten an Triterpensäuren ergibt. Aber auch beim Trichloräthylen ist ein Alkoholzusatz im allgemeinen vorteilhaft. Infolgedessen können Trichloräthylen oder Gemische, die neben Trichloräthylen bis 50 Vol.O/" vorzugsweise bis 30 Vol.%, Alkohol enthalten, verwendet werden.
Bei den andern halogenierten Kohlenwasserstoffen sollte der Zusatz an sauerstoffhaltigen niedrigsiedenden Lösungsmitteln, insbesondere an Alkoholen, mindestens 5, vorzugsweise aber 10 Vol.O/" betragen, damit eine gute Ausbeute bei nicht zu hohem Aufwand an Lösungsmitteln erhalten wird.
Auf die gleiche Art und Weise können auch Extrakte aus derartigen Drogen, die neben wasserunlöslichen Anteilen wasserlösliche Anteile enthalten, zwecks Abtrennung der Triterpensäure behandelt werden.
Aus den mit Hilfe der Lösungsmittel erhaltenen triterpensäurehaltigen Extrakten werden Fettstoffe und fettlösliche Farbstoffe, am besten entsprechend dem Verfahren des Hauptpatentes, durch Behandlung mit aliphatischen oder cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffen, wie Ligroin, Benzin, Cyclohexan und dergleichen, abgetrennt.
Auch wenn die Ausgangsdroge bereits entfettet wurde, wird erfindungsgemäss eine derartige Behandlung der Extrakte stets durchgeführt, da in den Extrakten immer noch kleine Reste an Fetten und vor allem auch grössere Mengen an fettlöslichen Farbstoffen vorhanden sind.
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Nach dem Verfahren erhaltene Ausbeuten an rohen Triterpensäuren aus verschiedenen Pflanzen mit Hilfe von 5 Vol.% Methanol enthaltendem Trichloräthylen gehen aus der nachstehenden Tabelle hervor.
EMI2.5
Drogenmenge Ausbeute an % Ausbeute Droge getrocknet rohen Triterpen- an Droge Farbe in g Säuren in g Folia althaeae 3000 7,0 0,233 grün Herba cichorii 3000 4,5 0,150 grün Cortex cacao 5000 0,5 0,010 hell Cortex phaseoli (fructus) 2200 2,0 0,092 hell Folia farfarae 4500 11,5 0,25 dunkelgrün Herba salvia prat. (deutsche Ware) 3400 23,0 0,67 dunkelgrün Pirus malus et comunis (Trester) 3200 64,0 2,0 hellgelb Herba origani 3500 19,0 0,54 dunkelgrün Herba hederae helicis 2000 6,0 0,30 dunkelgrün Herba hederae terestris 2500 32,0 1,28 dunkelgrün Herba serpylli c.
F1. 3000 45,0 1,50 dunkelgrün Flores ericae 3500 189,0 5,40 hellgelb Cortex salicis frag. 5700 70,0 1,22 hellgrün Herba tanaceti c. fi. 3500 3,0 0,08 dunkelgrün Folia sennae Tinnovelly 3000 18,0 0,60 dunkelgrün Folia rosmarini 3200 145,0 4,53 rotbraun Folia uvae ursi 5470 150,0 2,72 grün Folia castaneae vescae 1650 6,0 0,36 grün Folia betulae 3600 248,0 6,88 dunkelgrün Folia saponariae 3000 5,0 0,16 dunkelgrün Folia quercus 3000 12,0 0,40 grün Radix taraxaci 2400 5,0 0,20 hellgelb Radix liquiritiae 2500 3,0 0,12 hellgelb Flores caryophylli 1700 105,0 6,17 hellgelb Herba myrtilli 3000 30,0 1,0 grün Apfeltrester 3000 62,0 2,06 hell Fol.
rosmarini Wiederholung 3000 148,0 4,60 rotbraun Flores ericae 3000 165,0 5,30 hell Herba geum 3000 20,0 0,66 dunkelgrün Herba bistortae 2200 12,0 0,54 dunkelgrün Herba matricariae 3000 3,0 0,0 dunkelgrün Flores pruni spinosae 3000 40,0 1,30 hellgrün Herba ericae c. Flor. 3000 160,0 5,30 hellgrün Herba agrimoniae 3000 9,0 0,30 hellgrün Herba alchemillae 3000 40,0 1,30 dunkelgrün Herba anserinae 3000 20,0 0,66 hell Fructus pruni spinosae 3000 6,0 0,20 hell Wie bereits erwähnt, erhält man nahezu die gleichen Ausbeuten bei Verwendung von Trichloräthylen ohne Alkoholzusatz. Bei Verwendung anderer halogenierter Kohlenwasserstoffe ist zur Erzielung der gleichen Ausbeuten durchwegs ein höherer Gehalt an Alkohol notwendig.
Das rohe, von Fett und von fettlöslichen Farbstoffen befreite Triterpensäuregemisch ist durchwegs noch durch Farbstoffe gefärbt, die nicht fettlöslich sind und wird deshalb erfindungsgemäss weiter gereinigt, z.
B. durch Adsorption. Hierzu verwendet man am besten Lösungen des Triterpensäuregemisches in einem Gemisch von halogeniertem Kohlenwasserstoff, beispielsweise Trichloräthylen, und einem niederen aliphatischen Alkohol, vorzugsweise mit 1 bis 3 Koh- lenstoffatomen. Besonders günstig ist eine Lösung in einem Gemisch aus gleichen Teilen halogeniertem Kohlenwasserstoff und Alkohol. Als Adsorptions- mittel können Aktivkohle, aktives Aluminiumoxyd, Bentonit und dergleichen verwendet werden.
Je nach der Menge des verwendeten Adsorptionsmittels und des Ausgangsmaterials, aus dem das Triterpensäure- gemisch isoliert wurde, fällt das gereinigte Produkt nach Abdestillieren des Lösungsmittels praktisch farblos bis schwach gelblich oder hellgrün an,
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Die weitere Reinigung des rohen Triterpensäure- gemisches durch selektive Adsorption ist zumeist nicht erforderlich, wenn die einzelnen Triterpensäuren isoliert werden sollen; es erwies sich aber trotzdem als vorteilhaft, da die Trennung leichter vonstatten geht.
Die weitere Reinigung des Triterpensäuregemisches ist auch durch Behandlung mit einem Ester mit höchstens 3 Kohlenstoffatomen, also Methylformiat, Me- thylacetat und Äthylformiat, insbesondere aber Me- thylformiat, in der Kälte möglich. Hierbei werden die Farbstoffe weitgehend herausgelöst, zusammen mit eventuell vorhandenen Sitosterinen und kleinen Mengen niedrig schmelzender Triterpensäuren noch unbekannter Konstitution.
Es ist aber auch möglich, beide Methoden zur weiteren Reinigung des Triterpen- säuregemisches nacheinander anzuwenden.
Eine Auftrennung in die einzelnen Triterpensäuren ist möglich. Wie jedoch festgestellt wurde, erhält man beim fraktionierten Einengen bzw. bei fraktionierter Fällung keine sehr reinen Individuen, sondern die einzelnen Säuren sind immer noch mit andern Säuren verunreinigt.
Eine bessere Trennung kann, wie gefunden wurde, durch Behandlung mit Estern, die höchstens 3 Kohlenstoffatome besitzen, insbesondere wiederum Methyl- formiat, in der Hitze erreicht werden. Hierbei bleibt die Ursolsäure praktisch ungelöst, während Oleanol- säure und niedriger schmelzende Triterpensäuren, zusammen mit eventuell vorhandenen restlichen Farb- stoffmengen, in Lösung gehen.
Eventuell vorhandene Crataegolsäure geht nur zum Teil in Lösung, die Hauptmenge verbleibt zumeist bei der ungelösten Ur- solsäure. Ist keine Crataegolsäure in der betreffenden Pflanze vorhanden, so besteht der Rückstand bei der Behandlung mit heissem Methylformiat aus nahezu reiner Ursolsäure.
Erfindungsgemäss werden die erhaltenen Triterpen- säuren durch Behandlung mit Basen in Salze übergeführt. Als Basen können die Hydroxyde der Alkalimetalle, Ammonium-hydroxyd und wasserlösliche organische Basen verwendet werden. Beispiel 1 Ericablüten wurden bei 95' C in einem Trockenschrank vollständig getrocknet. Zur Erreichung der Höchstausbeute an Triterpensäuren wurde die trockene Droge in einer Mühle zum Drogenmehl zerkleinert.
3500 g dieser zerkleinerten Ericablütendroge wurden in drei Stufen, jeweils mit der fünffachen Menge (17,5) einer Lösungsmittelmischung, bestehend aus 80 Teilen Trichloräthylen und 20 Teilen Methanol, in der Siedehitze unter Rückfluss extrahiert. Für jede Stufe betrug die Erhitzungsdauer zwei Stunden, jeweils ab Siedebeginn, anschliessend wurde heiss filtriert.
Die Extraktfiltrate wurden vereinigt ohne Rücksicht auf zum Teil ausgeflockte Triterpensäureanteile und das Lösungsmittel im Vakuum zunächst bei 10 mm Hg, zuletzt bei 15 mm Hg vollständig abdestilliert.
Der dickflüssige fettige, gelbbraune (bei den meisten andern Pflanzen grün) gefärbte Rückstand wurde mit zwei Liter Benzin mit einem Siedepunkt von 60 bis 70' C unter Umrühren aufgenommen und der ungelöste Triterpensäurerückstand durch Filtration abgetrennt. Der Rückstand auf dem Filter wurde mit Benzin so lange nachgewaschen, bis das Filtrat fast farblos erschien.
Das so erhaltene rohe Triterpensäuregemisch hat nach dem Trocknen eine gelbe Farbe, wiegt 189 g und schmilzt bei 225 bis 227' C.
Durch Behandlung einer Lösung der so erhaltenen, entsprechend den späteren Ausführungen weiter gereinigten Triterpensäuren, beispielsweise einer Lösung in Trichloräthylen oder Äther mit Natronlauge, wurden die Natriumsalze der Säuren hergestellt.
Auf die gleiche Art und Weise, d. h. unter Verwendung des gleichen Lösungsmittelgemisches, der gleichen Temperatur, Mengenverhältnisse und sonstigen Bedingungen, wurde eine weitere Anzahl von Pflanzen behandelt, die im einzelnen in der nachstehenden Tabelle I mit den dabei erhaltenen Ergebnissen aufgeführt sind.
EMI3.72
<tb> Tabelle <SEP> 1
<tb> Drogenmenge <SEP> Ausbeute <SEP> an <SEP> oha <SEP> Ausbeute
<tb> Droge <SEP> getrocknet <SEP> rohen <SEP> Triterpen- <SEP> an <SEP> Droge <SEP> Farbe
<tb> in <SEP> g <SEP> säuren <SEP> in <SEP> g
<tb> 1. <SEP> Flores <SEP> ericae <SEP> 3500 <SEP> 189,0 <SEP> 5,40 <SEP> hellgelb
<tb> 2. <SEP> Apfeltrester <SEP> 3200 <SEP> 64,0 <SEP> 2,0 <SEP> hellgelb
<tb> 3. <SEP> Folia <SEP> rosmarini <SEP> 3200 <SEP> 145,0 <SEP> 4,53 <SEP> rotbraun
<tb> 4.
<SEP> Folia <SEP> althaeae <SEP> 3000 <SEP> 7,0 <SEP> 0,233 <SEP> grün
<tb> 5. <SEP> Herba <SEP> cichorii <SEP> 3000 <SEP> 4,5 <SEP> 0,150 <SEP> grün
<tb> 6. <SEP> Folia <SEP> Farfarae <SEP> 4500 <SEP> 11,50 <SEP> 0,25 <SEP> dunkelgrün
<tb> 7. <SEP> Herba <SEP> salvia <SEP> prat. <SEP> (deutsche <SEP> Ware) <SEP> 3400 <SEP> 23,0 <SEP> 0,67 <SEP> dunkelgrün
<tb> B. <SEP> Herba <SEP> origani <SEP> 3500 <SEP> 19,0 <SEP> 0,54 <SEP> dunkelgrün
<tb> 9. <SEP> Herba <SEP> hederae <SEP> helicis <SEP> 2000 <SEP> 6,0 <SEP> 0,30 <SEP> dunkelgrün
<tb> 10. <SEP> Herba <SEP> hederae <SEP> terestris <SEP> 2500 <SEP> 32,0 <SEP> 1,28 <SEP> dunkelgrün
<tb> 11. <SEP> Herba <SEP> serpylli <SEP> c. <SEP> fl.
<SEP> 3000 <SEP> 45,0 <SEP> 1,50 <SEP> dunkelgrün
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EMI4.1
Tabelle 1 (Fortsetzung) Drogenmenge Ausbeute an % Ausbeute Droge getrocknet rohen Triterpen- an Droge Farbe in g Säuren in g 12. Cortex Balicis frag. 5700 70,0 1,22 hellgrün 13. Herba tanaceti c. fl. 3500 3,0 0,08 dunkelgrün 14. Folia sennae tinnevelly 3000 18,0 0,60 dunkelgrün 15. Folia castanceae vescae 1650 6,0 0,36 grün 16. Folia betulae 3600 248,0 6,88 dunkelgrün 17. Folia saponariae 3000 5,0 0,16 dunkelgrün 18. Folia quercus 3000 12,0 0,40 grün 19. Radix taraxaci 2400 5,0 0,20 hellgelb 20. Radix liquiritiae 2500 3,0 0,12 hellgelb 21. Flores caryophylli 1700 105,0 6,17 hellgelb 22. Herba myrtilli 3000 30,0 1,0 grün 23. Herba geum 3000 20,0 0,66 dunkelgrün 24. Herba bistortae 2200 12,0 0,54 dunkelgrün 25. Herba matricariae 3000 3,0 0,10 dunkelgrün 26.
Flores pruni spinosae 3000 40,0 1,30 hellgrün 27. Herba ericae c. flor. 3000 160,0 5,30 hellgrün 28. Herba agrimoniae 3000 9,0 0,30 hellgrün 29. Herba alchemillae 3000 40,0 1,30 dunkelgrün 30. Herba anserinae 3000 20,0 0,66 hell 31. Fructus pruni spinosae ' 3000 6,0 0,20 hell 32. Flores ericae 3000 165,0 5,30 hell 33. Apfeltrester Wiederholung 3000 62,0 2,06 hell 34. Fol. rosmarini 3000 148,0 4,60 rotbraun Proben der unter 1 bis 12, 14 bis 16, 18, 21 und 22 aufgeführten Pflanzen der Tabelle I wurden mit Tri- chloräthylen ohne Zugabe eines Alkohols unter sonst gleichen Bedingungen extrahiert. Die dabei erhaltenen Ausbeuten waren innerhalb der Fehlergrenze praktisch gleich, durchwegs etwas niedriger in Höhe von 2 bis 6%.
Farbe und Schmelzpunkt der mit Trichloräthylen erhaltenen Triterpensäureprodukte entsprachen denen der Tabelle.
Beispiel 2 Bei der Behandlung der gemäss Beispiel 1 erhaltenen feiest zerkleinerten rohen Triterpensäuregernische mit jeweils der 15fachen Menge Methylformiat bei einer Temperatur von 15 C wurden die Sitosterine, der grösste Teil der grünen und gelben fettunlöslichen Farbstoffe sowie ein Teil der niedrigst schmelzenden Triterpensäure (175' C) und sonstige Verunreinigungen herausgelöst.
Die Arbeitsweise ist folgende: Das Triterpensäurepulver wird mit der 10fachen Volummenge des Gewichtes der Triterpensäuren Me- thylformiat 60 Minuten verrührt und anschliessend die gekühlte Mischung (15' C) über Nutschen bei geringem Vakuum filtriert. Mit der restlichen 5fachen Methylformiatmenge wird der Rückstand auf dem Filter weitgehend gewaschen, bis das Filtrat fast farblos erscheint.
Die getrockneten Triterpensäurerückstände sind nur mehr schwach gefärbt oder sogar fast farblos. Die in der Tabelle I aufgeführten Ausbeuten verringern sich nach Behandlung mit Methylformiat um fast 15 bis 25%. Die Menge der abgetrennten Begleit- stoffe ist von Pflanze zu Pflanze verschieden.
Die Schmelzpunkte steigen dementsprechend und betragen z. B. für die ersten drei Drogen der Tabelle I:
EMI4.34
<tb> vor <SEP> der <SEP> Methylformiatbehandlung <SEP> 225, <SEP> nachher <SEP> 240 <SEP> C
<tb> <SEP> <SEP> <SEP> 223 <SEP> <SEP> 2490 <SEP> C
<tb> <SEP> <SEP> <SEP> 220 <SEP> <SEP> 236 <SEP> C
Die gereinigten Triterpensäuregemische der ersten drei Drogen der Tabelle I wurden ausserdem noch zur weiteren Reinigung in der 10fachen Menge einer Mischung aus gleichen Teilen Chloroform und Iso- propylalkohol gelöst, diese Lösung bei 50 C mit Aktivkohle behandelt und nach der Filtration das Filtrat vom Lösungsmittel befreit.
Die dabei zurückbleibenden Triterpensäuren, die vorher noch eine geringfügige Färbung aufwiesen, wurden durch diese Behandlung völlig farblos. Die Schmelzpunkte erhöhten sich ausserdem noch um 2 bis 4 C.
Durch Behandlung einer Lösung der gereinigten Triterpensäuren mit Natronlauge unter Rühren wurden sie in die Natriumsalze überführt, die ebenfalls farblos waren. Einige der Triterpensäuregemische wurden durch Behandlung mit einer Calciumhydroxydlösung in kohlensäurefreier Atmosphäre in die Calciumsalze überführt.
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Beispiel 3 Folia uva ursi wurde im Trockenschrank bei 95 C vollständig getrocknet.
Die trockene Droge wurde möglichst fein zermahlen. 5470 g des Drogenmehls wurden in drei Stufen mit jeweils der 4fachen Menge des Gewichtes der Droge in Volumeinheiten einer Lösungsmittelmischung, bestehend aus 85 Teilen Chloroform und 15 Teilen Isopropylalkohol, extrahiert. Es wurde je zwei Stunden ab Siedebeginn erhitzt und sodann heiss filtriert. Die Filtrate wurden trotz teilweiser Kristallisation der Triterpensäuren vereinigt und im Vakuum zunächst bei 100 mm Hg, dann bei 15 mm Hg vollständig vom Lösungsmittel getrennt.
Der fettige dickflüssige Rückstand wurde mit zwei Liter Benzin vom Siedepunkt 60 bis 70' C unter Um- rühren aufgenommen und der ungelöste Triterpen- säurerückstand durch Filtration abgetrennt. Der Rückstand auf dem Filter wurde mit Benzin nachgewaschen, bis das Filtrat farblos erschien. Nach dem Trocknen stellte man ein Gewicht von 150 g fest. Dieser Rückstand schmolz bei 240 bis 243' C und hatte grüne Farbe.
Durch Behandlung einer ätherischen Lösung der weiter gereinigten Triterpensäuren mit einer In-Kali- lauge unter Rühren wurden die Kaliumsalze der Triterpensäuren hergestellt. Auf die gleiche Art und Weise wurden wiederum weitere Pflanzen behandelt.
Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1I zusammen gefasst.
EMI5.27
<tb> Tabelle <SEP> 11
<tb> Drogenmenge <SEP> Ausbeute <SEP> an <SEP> o
<tb> Droge <SEP> Ausbeute
<tb> ge <SEP> /o <SEP> getrocknet <SEP> rohen <SEP> Triterpen- <SEP> an <SEP> Droge <SEP> Farbe
<tb> in <SEP> g <SEP> säuren <SEP> in <SEP> g
<tb> 1. <SEP> Folia <SEP> uvae <SEP> ursi <SEP> 5470 <SEP> 150,0 <SEP> 2,72 <SEP> grün
<tb> 2. <SEP> Herba <SEP> geranii <SEP> 3000 <SEP> 2,6 <SEP> 0,08 <SEP> grün
<tb> 3. <SEP> Herba <SEP> lamii <SEP> albi <SEP> 3000 <SEP> 4,1 <SEP> 0,13 <SEP> grün
<tb> 4. <SEP> Herba <SEP> equiseti <SEP> arvensis <SEP> 3000 <SEP> 9,9 <SEP> 0,33 <SEP> grün
<tb> 5. <SEP> Herba <SEP> bursae <SEP> past. <SEP> 3000 <SEP> 16,5 <SEP> 0,55 <SEP> grün
<tb> 6.
<SEP> Herba <SEP> rumicis <SEP> acetosae <SEP> 3000 <SEP> 3,0 <SEP> 0,10 <SEP> grün
<tb> 7. <SEP> Herba <SEP> millefolii <SEP> c. <SEP> flor. <SEP> 3000 <SEP> 20,0 <SEP> 0,67 <SEP> grün
<tb> B. <SEP> Herba <SEP> polygoni <SEP> avi. <SEP> 3000 <SEP> 16,0 <SEP> 0,53 <SEP> grün
<tb> 9. <SEP> Herba <SEP> virgaureae <SEP> 2700 <SEP> 7,2 <SEP> 0,26 <SEP> hell
<tb> 10. <SEP> Herba <SEP> artemisiae <SEP> 2200 <SEP> 3,0 <SEP> 0,13 <SEP> grün
<tb> 11. <SEP> Herba <SEP> filicis <SEP> maris <SEP> 2600 <SEP> 30,0 <SEP> 1,15 <SEP> hell
<tb> 12. <SEP> Herba <SEP> levistici <SEP> 2700 <SEP> 23,0 <SEP> 0,85 <SEP> grün
<tb> 13. <SEP> Herba <SEP> hyperici <SEP> 3300 <SEP> 20,0 <SEP> 0,60 <SEP> hell
<tb> 14. <SEP> Herba <SEP> thymi <SEP> 3400 <SEP> 175,0 <SEP> 5,14 <SEP> braun
<tb> 15. <SEP> Herba <SEP> clematidis <SEP> 3000 <SEP> 4,6 <SEP> 0,15 <SEP> grün
<tb> 16.
<SEP> Herba <SEP> convolvuli <SEP> 3000 <SEP> 21,2 <SEP> 0,70 <SEP> grün
<tb> 17. <SEP> Herba <SEP> cichorii <SEP> 2600 <SEP> 13,3 <SEP> 0,50 <SEP> grün
<tb> 18. <SEP> Herba <SEP> viscum <SEP> album <SEP> luv. <SEP> 3000 <SEP> 80,0 <SEP> 2,66 <SEP> grün
<tb> 19. <SEP> Folia <SEP> rubi <SEP> fructicosi <SEP> 3000 <SEP> 33,0 <SEP> 1,10 <SEP> grün
<tb> 20. <SEP> Folia <SEP> juglandis <SEP> 2500 <SEP> 12,6 <SEP> 0,50 <SEP> hell
<tb> 21. <SEP> Folia <SEP> sambuci <SEP> nig. <SEP> 3500 <SEP> 14,0 <SEP> 0,40 <SEP> grün
<tb> 22. <SEP> Radix <SEP> primulae <SEP> 3200 <SEP> 10,0 <SEP> 0,31 <SEP> hell
<tb> 23. <SEP> Cortex <SEP> quercus <SEP> 3200 <SEP> 10,0 <SEP> 0,31 <SEP> braun
<tb> 24. <SEP> Fructus <SEP> cynobasti <SEP> cum <SEP> sein. <SEP> 3000 <SEP> 12,0 <SEP> 0,40 <SEP> hell
<tb> 25. <SEP> Fructus <SEP> caratoniae <SEP> 2000 <SEP> 3,48 <SEP> 0,17 <SEP> hell
<tb> 26.
<SEP> Flores <SEP> anthemidis <SEP> 800 <SEP> 2,0 <SEP> 0,25 <SEP> hell
<tb> 27. <SEP> Flores <SEP> lavendulae <SEP> 3200 <SEP> 145,0 <SEP> 4,53 <SEP> braun
<tb> 28. <SEP> Herba <SEP> alchemillae <SEP> 3000 <SEP> 12,0 <SEP> 0,40 <SEP> grün
Zum Vergleich wurden die ersten 10 Drogen mit Chloroform extrahiert, wobei die Ausbeuten 10 bis 15% niedriger als in Tabelle II angegeben waren. Chloroform ohne Zusatz eines Alkohols ergibt also deutlich geringere Ausbeuten und ist infolgedessen den Mischungen und Trichloräthylen unterlegen.
Beispiel 4 Die rohen Triterpensäuren der Pflanzen 1, 5, 7, 11, 12, 14, 18, 19 und 27 der Tabelle TI werden mit der 10fachen Volummenge Methylformiat pro Gewichtsteil rohe Triterpensäuren behandelt, und zwar so, dass man ähnlich wie nach Beispiel 2 vorgeht, jedoch bei
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einer Temperatur von 10' C arbeitet. Im Methyl- formiat lösen sich die Sitosterine, die grünen und gelben Farbstoffe fast völlig und ein Teil der niedrigst schmelzenden Triterpensäure. Die Triterpensäuren hellen sich auf, die meisten werden farblos.
Das Gewicht der Ausbeuten verringert sich um durchschnittlich 20%. Im Falle des Beispiels Uva Ursi verringert sich das Gewicht der Ausbeute z. B. um 18%, so dass 113g mit einem Schmelzpunkt von 249 bis 254' C mit hellgrüner Farbe zurückbleiben.
Jeweils 1 g der so gereinigten Triterpensäuren wurde in 10g Alkohol gelöst und Diäthanolamin bis zur Erreichung eines pH-Wertes von 7,7 zugeführt und zu der erwärmten Mischung 10 g Propylenglykol gegeben, anschliessend weiteres Diäthanolamin bis zur Erreichung eines pn-Wertes von 8,5 hinzugefügt. Auf die gleiche Art und Weise lassen sich haltbare Lösungen anderer organischer Amine herstellen.
Beispiel S Die rohen Triterpensäuregemische der Drogen nach Tabelle I und II bzw. die mit Methylformiat nachbehandelten Gemische wurden durch Behandlung mit Adsorptionsmitteln wie folgt weiter gereinigt: Je 100 g der noch etwas gefärbten Triterpensäure- gemische werden mit der 20fachen Menge einer Lösungsmittelmischung von Trichloräthylen und Methanol 1:1 unter Rückfluss in der Wärme gelöst und heiss filtriert. Unter Zusatz von ein bis drei Kaffeelöffeln Entfärbungskohle wird die Lösung drei bis sechs Stunden unter Rückfluss gekocht und heiss filtriert.
Die Filtratlösung wird unter Vakuum von zuerst 100 mm Hg, zuletzt von 15 nun Hg zur Trockene gebracht und die weissen Triterpensäuremassen gesammelt. Die Schmelzpunkte der weissen Produkte stiegen nur geringfügig gegenüber den mit Methyl- formiat gereinigten Produkten an.
Die so gereinigten Triterpensäuren wurden in Trichloräthylen gelöst und durch Schütteln mit einer n/2-Kalilauge in die schwer schmelzbaren Kaliumsalze überführt. Auf die gleiche Art und Weise lassen sich auch Lithium-, Natrium-, Calcium- und Ammo- niumsalze herstellen.
Es wurde beobachtet, dass die meisten Triterpen- säuregemische 3 bis 5 Einzelverbindungen enthalten. Zur Erläuterung der vollständigen Auftrennung der Triterpensäuregemische in Einzelverbindungen dienen noch nachfolgende Beispiele.
Diese Trennungsmethode ist sowohl durchführbar mit den noch gefärbten Triterpensäuren als auch mit den entfärbten Produkten.
Beispiel 6 Aus 3500 g Flores ericae wurden gemäss Beispiel 1 durch Extraktion mittels Trichloräthylen und Entfettung mit Benzin 182 g Triterpensäuren gewonnen. Das getrocknete grünlichgelbe Pulver schmolz bei 2240 C. Die Ausbeute von 182 g betrug, bezogen auf die Einwaage der Droge 5,2%.
Zur weiteren Reinigung wurde dieses rohe Gemisch feinst pulverisiert und mit 1800 cm3 Methylformiat bei 10 C 60 Minuten unter Rühren behandelt und über eine Nutsche bei geringem Vakuum filtriert. Der Rückstand auf der Nutsche wurde mit 1000 cm3 gekühltem Methylformiat gewaschen, bis das Filtrat nur gering gefärbt war.
Nach dem Trocknen des ungelösten Teils B verblieben 151 g Triterpensäuren, welche fast farblos waren und bei 236 bis 240 C schmolzen.
Der abgetrennte Teil B 1 befindet sich in der Methylformiatlösung, aus welcher durch Behandlung mit niedrigstsiedendem Ligroin 20 g Festsubstanz mit einem Schmelzpunkt von 154 bis 157' C abgeschieden werden konnten. In dieser Festsubstanz sind die Sitosterine enthalten, zusammen mit einem Teil der niedrigst schmelzenden Triterpensäure, welche gereinigt bei ungefähr 175' C schmilzt.
Die Hauptgruppe der Triterpensäuren mit der Bezeichnung B wurde in vier Stufen mit je 1000 cm3 Methylformiat unter Rückfluss ausgekocht und heiss filtriert.
Es lösen sich 18 g im heissen Methylformiat, diese werden als Gruppe B2 abgeschieden und gesondert weiter aufgetrennt. Ungelöst blieb die Gruppe A der Triterpensäuren, sie wog 113 g und schmolz bei 241 bis 244' C.
Auftrennung der Triterpensäuregruppe A: Um aus dieser Gruppe die unmittelbar kristallisier- fähige Ursolsäure abzutrennen, geht man folgendermassen vor: Die zum feinen Pulver zermahlene Triterpensäure- gruppe A wurde mit Methylenchlorid in vier Stufen mit jeweils 1000 cm3 in der Siedehitze je 60 Minuten behandelt und heiss filtriert. Unlöslich verblieben 102 g, welche fast reine Ursolsäure darstellten und bei 254 C schmolzen.
Um daraus die kristallisierte Ursolsäure zu erhalten, löste man diese 102 g in 5000 cm,' Äthylalkohol und stellte die Lösung zur Kristallisation im Eisschrank bei 2 C mehrere Tage auf. Die Lösung in Äthylalkohol muss in der Siedehitze vorgenommen werden. Es kristallisierten 89 g Ursolsäure mit einem Schmelzpunkt von 279 bis 282 C.
Aus der Mutterlauge konnte man nochmals 8 g kristallisierte Ursolsäure wie folgt gewinnen: Der Trockenrückstand der Mutterlauge wurde noch zweimal mit je 100 em3 Methylenchlorid bei Siedehitze über je 30 Minuten ausgekocht und der Rückstand davon nach dem Trocknen in Äthylalkohol gelöst. Aus dieser Lösung kristallisierten dann 8 g weitere Ursolsäure.
Um die Produkte der Triterpensäuregruppe A vollkommen weiss zu erhalten, ist es zweckmässig, dass man diese vor Behandlung mit Methylenchlorid in einer Lösungsmittelmischung von 1 Teil Trichlor- äthylen und 1 Teil Methanol löst. Man benötigt für
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100 g Triterpensäuren 2000 cm9 der Mischung. Die Entfärbung erfolgt mit Kohle unter Kochen der Lösung über fünf Stunden.
Auftrennung der Triterpensäuregruppe B2: Bringt man die durch Heissextraktion gewonnene Methylformiatlösung aus der Triterpensäuregruppe B durch Abdestillieren des Lösungsmittels zur Trockene, so erhält man 18 g Rückstand mit einem Schmelzpunkt von 224 bis 226' C.
Zur Trennung der in diesem Rückstand enthaltenen Verbindungen extrahiert man ebenfalls mit Methylen- chlorid in der Hitze.
Mit jeweils 250 cm3 Methylenchlorid wurde die Gruppe B2 je 60 Minuten gründlich ausgekocht. Ungelöst verblieb der Rückstand B G 1, welcher einen Schmelzpunkt von 262 bis 264' C aufwies und 5,7 g wog.
Aus diesem Rückstand B G 1 konnte man durch direkte Kristallisation mit Alkohol reinste Oleanol- säure gewinnen.
Man löste den Rückstand von 5,7 g in 200 cm3 Alkohol und filtrierte in der Hitze, entfärbte mit einem Teelöffel Kohle von den letzten Spuren Farbstoff, verringerte nach Abtrennung der Kohle das Volumen auf 50 cm3 und stellte zur Kristallisation.
Im Eisschrank kristallisieren 3,8 g reinste Oleanol- säure mit einem Schmelzpunkt von 300' C. Nach einmaliger Umlösung aus Äthylalkohol erhält man Oleanolsäure, welche bei 304 C schmilzt. Die weitere Auftrennung der in der Methylenchloridlösung verbleibenden Triterpensäuren geschah wieder wie nachfolgend.
Die Methylenchloridlösung der Gruppe B 2 wurde auf ein Zehntel Volumen eingeengt und in Eis gestellt. Es schieden sich 5,2 g einer Triterpensäure aus, welche im Chromatogramm ziemlich rein erscheint und bei 205'C schmolz (B G 2).
Das klare Filtrat wurde durch Abdestillieren vcm Lösungsmittel befreit und der trockene Rückstand gesammelt. Der Schmelzpunkt der noch nicht völlig reinen, niedrigst schmelzenden Triterpensäure betrug 160 bis 156' C (B G 3).
Die Methylenchloridlösung der Gruppe A wurde auf ein Zehntel Volumen eingeengt und in Eis gestellt. Es schieden sich 17 g einer Triterpensäure ab, welche bei 222 bis 224' C schmolz und ziemlich rein erschien (AG2).
Das helle Filtrat der restlichen Methylenchlorid- lösung wurde zur Trockene gedampft. Da die rückbleibende Masse klebrig ist, konnte kein Schmelzpunkt bestimmt werden. Die Menge betrug 3,8 g (AG 3).
Die so hergestellte reine Oleanolsäure und Ursol- säure wurde jeweils in Trichloräthylen gelöst und mit einer n/-Natronlauge durchgerührt und die entstehenden Natriumsalze abgetrennt.
Zur besseren Übersicht sei auf das Schema -l verwiesen.
Beispiel 7 3200 g Apfeltrester wurden nach dem Trocknen feinst zermahlen und nach der Arbeitsweise des Bei- spiels 1 mit einem Lösungsmittelgemisch, bestehend aus 80 Teilen Trichloräthylen und 20 Teilen Methanol, extrahiert.
Das auf diese Weise gewonnene rohe Triterpen- säuregemisch wog 63,5 g (1,98% Ausbeute, bezogen auf die trockene Ausgangsdroge). Die Farbe der Triter- pensäuren war hellgelb; Schmelzpunkt 223 bis 225' C.
Dieses feinst pulverisierte Triterpensäuregemisch wurde zunächst mit 600 cm3 Methylformiat bei 10' C unter Rühren 60 Minuten behandelt und dann über eine Nutsche filtriert. Der schwachgelbe Rückstand wurde noch mit 300 cm3 gekühltem Methylformiat nachgewaschen und anschliessend getrocknet.
Es verblieb der Teil B der Triterpensäuren ungelöst (43 g). Dieser Rückstand ist fast farblos und hat einen Schmelzpunkt von 246 bis 249' C.
Der Teil B 1 des Triterpensäuregemisches befindet sich im Methylformiatfiltrat. Das Methylformiat wurde abdestilliert und der Rückstand mit Benzin ausgekocht. Ungelöst verblieben 19 g mit einem Schmelzpunkt von 136 bis 139' C.
Die Benzinlösung hinterliess beim Abdampfen noch 8,5 g eines klebrigen Rückstandes.
Die Hauptgruppe B der Triterpensäuren wurde in vier Stufen mit je 500 em3 Methylformiat kräftig unter Rückfluss aufgekocht und heiss filtriert.
Es lösen sich 17 g, mit einem Schmelzpunkt von 234 bis 236' C im heissen Methylformiat, diese werden als Gruppe B 2 abgeschieden und gesondert weiter aufgetrennt.
Die Gruppe A der Triterpensäuren blieb ungelöst und wog 21,9 g, sie schmolz bei 255 bis 258' C. Auftrennung der Triterpensäuregruppe A: Um aus dieser Gruppe die unmittelbar kristalli- sationsfähige Ursolsäure abzutrennen, geht man folgendermassen vor: Die zum feinen Pulver zermahlene Triterpensäure- gruppe A wurde mit Methylenchlorid in vier Stufen mit jeweils 300 cm3 in der Siedehitze 30 Minuten behandelt und heiss filtriert.
Ungelöst verblieben 15 g, welche fast reine Ursol- säure darstellen und einen Schmelzpunkt aufwiesen von 268 bis 269'C (AG 1).
Um daraus kristallisierte Ursolsäure zu erhalten, löst man diese Menge in 600 cm3 Äthylalkohol in der Siedehitze und stellt diese Lösung nach Filtration zur Kristallisation auf.
Nach einigen Tagen kristallisieren aus dieser Lösung 13 g Ursolsäure mit einem Schmelzpunkt von 279 bis 282' C.
Die Methylenchloridfiltrate wurden auf 200 cm3 eingeengt und die konzentrierte Methylenchloridlösung 60 Minuten ins Eiswasser gestellt. Es fielen 3 g einer Triterpensäure (AG2) aus, welche ungereinigt bei 247 bis 248' C schmolz.
Die Mutterlauge der Methylenchloridlösung hinter- lässt nach Abdestillieren des Lösungsmittels einen Rückstand (AG3) von 3,5 g, welcher bei 205 bis 208' C schmolz.
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Auftrennung der Triterpensäuregruppe B2: Die durch Heissextraktion gewonnene Methyl- formiatlösung wurde zur Trockne gebracht, es verblieb ein Rückstand von 17 g, welcher bei 234 bis 236' C schmolz.
Mit jeweils 250 cm3 Methylenchlorid wurde die Gruppe B2 viermal je 30 Minuten gründlich ausgekocht.
Ungelöst verblieb ein Rückstand B G 1, welcher 6 g wog und einen Schmelzpunkt von 250 bis 258' C aufwies.
Aus diesem Rückstand konnte man durch direkte Kristallisation mit Alkohol diesmal keine Oleanolsäure gewinnen, sondern wiederum 1,5g Ursolsäure mit einem Schmelzpunkt von 279 bis 281' C.
Die Auftrennung der in der Methylenchloridlösung verbleibenden Triterpensäuren geschah wie folgend: Die Methylenchloridlösung wurde auf ein Zehntel Volumen eingeengt und in Eis gestellt.
Es schieden sich 2,8g Triterpensäure (BG2) aus, welche einen Schmelzpunkt von 210 bis 215' C aufwies.
Der Schmelzpunkt des Rückstandes der Methylen- chloridlösung betrug nach Abdestillieren des Methylen- chlorides 163 bis 165' C und wog 4,5 g (B G 3).
Es ist auch bei diesem Versuchsbeispiel zweckmässig gewesen, dass man noch mit Entfärbungskohle die letzten Reste Farbstoff entfernte, um schneeweisse Kristalle zu erhalten.
Die nach der vorstehenden Methode erhaltene reine Ursolsäure wurde in Chloroform gelöst und durch Schütteln mit einer n/2-Kalilauge in das Kaliumsalz der Ursolsäure überführt (vgl. Schema 2).
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EMI9.1
Schema 1 Droge (Flores ericae) 3500 g Triterpensäuregemisch roh; 182 g; = 5,2 % Ausbeute. (Methylformiattrennung kalt) Filtrat enthaltend Hauptteil B B 1; 20 g; F: 154-157 151 g; F: 236-24011 (Sitosterine) (Methylformiattrennung in der Siedehitze) Gruppe B 2 Gruppe A 18 g; F: 224-22611 133 g; F: 241-244 (Methylenchlorid- (Methylenchloridtrennung Siedehitze) trennung Siedehitze) B G 1; Rohursolsäure 5,7 g; AG1; 102 g; F: 262-2631> F: 267-270 B G 2; (1.
Alkoholkrist.) > A G 2; 17 g; 5,2 g; F: 205 F: 222-224 Oleanolsäure Ursolsäure krist. krist. 3,8 g; 89 g; F: 300 F: 279-282 Umgelöst: F: 304 Aus Mutterlauge durch 2. Methylenchloridbehandlung und 2. Umkrist. AG3; BG3; 3,7 g; 8 g Ursolsäure 3,8 g; F: 160-165 Masse klebrig
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Schema 2 Apfeltrester 3200 g Tiiterpensäuregemisch roh; 62,5 g; F: 223-2250 C (Methylformiattrennung kalt) k Filtrat enthaltend Hauptteil B B1; 19 g; F: 136-13911 C 43 g; F: 246-2490 C (Methylformiattrennung ._------ in der Siedehitze) Gruppe B 2 Gruppe A 17 g; F: 234-236 C 22 g; F: 255-258 C (Methylenchlorid- (Methylenchloridtrennung Siedehitze) trennung) B G 1; 6 g Rohursolsäure F: 250-258 C A G 1; 15 g; F: 268-269 C B G2; (Alkoholkrist.) >-AG2; 2,8 g; 3 g; F: 210-215 F:247-248 B G 3;
Ursolsäure Ursolsäure A G 3 4,5 g; krist. krist. 3,5 g F: 163-165 F: 279-281 13 g F: 205-208 F: 279-282
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