CH339233A - Verfahren zur Herstellung von Kompost aus Hausmüll - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Kompost aus HausmüllInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Kompost aus Hausmüll Es ist bekannt, dass Kompost aus Hausmüll be reitet werden kann, entweder dadurch, dass man den frischen Hausmüll sortiert, zerkleinert und siebt und das auf diese Weise erhaltene Produkt während kur zer Zeit reifen lässt, oder dadurch, dass man diesen Müll zunächst längere Zeit reifen lässt und das Sor tieren, Zerkleinern und Sieben nachträglich durch führt. Der auf die erstgenannte Weise erhaltene Kom post hat unter anderem den Vorteil eines hohen Ge haltes an organischen Stoffen, jedoch einen noch un genügenden Gehalt von sogenannten Spurenelemen ten, das heisst Stoffen wie Kupfer, Mangan, Bor, Zink und andere Elemente, in einer für Pflanzen aufnehmbaren Form.
Der auf die zweitgenannte Weise erhaltene Kompost zeigt im Vergleich mit Kompost der erstgenannten Art einen niedrigeren Gehalt an organischen Stoffen, aber einen grösseren Gehalt an Spurenelementen in aufnehmbarer Form. Ein Gemisch beider Sorten wäre daher günstig. Es ist ohne weiteres möglich, die beiden Sorten mitein ander zu mischen, aber in der Praxis lässt sich dies aus wirtschaftlichen Gründen schwierig durchführen, weil die Transportkosten des Kompostes einer Sorte nach demjenigen der andern Sorte - sie werden praktisch nie am gleichen Ort produziert - für ein so billiges Massenprodukt zu hoch sind.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, diesen übel stand zu beheben, und zwar durch Schaffung eines Verfahrens zur Bereitung von Kompost aus Haus müll, der mit niedrigen Investierungskosten herge stellt werden kann, und die Vorteile der obenstehend genannten Kompostsorten in sich vereinigt.
Dieser Zweck wird erfindungsgemäss dadurch erzielt, dass man den frisch geschütteten frischen Hausmüll mit altem, gereiftem Hausmüll oder mit Kanalschlamm zudeckt. Durch diese Zudeckung, welche z. B. innerhalb 24 Stunden nach der Schüt- tung ausgeführt wird, kommt man dem Auftreten von unliebsamen Gerüchen oder dem Anziehen von Insekten und Ratten zuvor. Dies hat den Vorteil, dass Kompost in der Nähe einer Ortschaft zubereitet werden kann. Dadurch werden sehr hohe Transport kosten für das Fördern von Hausmüll zu weit ent fernten Kompostieranlagen erspart.
Es ist an sich bekannt, frischen Hausmüll nach dem Schütten mit einer Erd- oder Steinschlagschicht zuzudecken. Auch dadurch wird dem Auftreten von unliebsamen Gerüchen und dem Anziehen von In sekten und Ratten vorgebeugt, aber die Kompostie rung des Hausmülls wird durch das Eindringen von Sand oder Steinschlag beeinträchtigt oder gegebenen falls ganz unmöglich gemacht. Dieses Verfahren wird denn auch ausschliesslich für das Wegschaffen von Hausmüll benutzt. Man wird dabei immer neue Stel len zum Schütten des Mülls suchen müssen, was mit dem fortschreitenden Abnehmen des Brachlandes Schwierigkeiten ergibt.
Das erfindungsgemässe Verfahren schafft auch in dieser Hinsicht einen Ausweg, indem nach dem Reifen des Kompostes dieser abtransportiert und verwendet werden kann. Hierdurch wird ein be stimmter Ort nach einiger Zeit immer wieder frei für das Schütten von neuem Hausmüll.
Bei einer richtigen Behandlung und einer genauen Bestinvnung des Reifungstermins entsteht ein Produkt, das zum Teil aus gereiftem, aus dem frischen Hausmüll erziel ten Material besteht und zum Teil aus gereiftem, gegebenenfalls sortiertem, für die Zudeckung be nutztem altem Hausmüll, der sich während dieser Zudeckung schon teilweise mit dem frischen Haus müll gemischt hat und übrigens bei der weiteren Verarbeitung (Abgraben, Zerkleinern und Sieben) mit dem frischen Müll gemischt wird, ohne dass dafür spezielle Massnahmen erforderlich sind.
Es ist bekannt, dass der Düngungswert von Kom post durch Beimischung von Fäkalien oder Kanal schlamm erhöht werden kann. Diese Beimischung hat jedoch den grossen Nachteil, dass sie eine gewisse Gefahr mit sich bringt, nämlich die Verbreitung von Infektionskrankheiten, Wurmeiern, Pflanzensamen (Tomaten) und dergleichen.
Man kann frischen Hausmüll vor dem Zudecken mit Fäkalien und,,'oder Kanalschlamm mischen, z. B. durch Besprengen des frischen Hausmülls mit diesen Stoffen in flüssiger Form. Durch die hohe Tempera tur, welche während des Reifens, zufolge der Bakte rienwirkung und der chemischen Umsetzung entsteht (etwa 70 C), findet eine Pasteurisierung statt, wo durch die angegebene Gefahr völlig vermieden wird, ohne dass die Qualitätsverbesserung, welche durch die Beimischung erzielt wird, darunter zu leiden hat.
In Fällen, wo die genannte Gefahr nicht akut ist, z. B. wo der Kompost für Urbarmachung bestimmt ist, kann die Beimischung von Kanalschlamm in vor teilhafter und einfacher Weise dadurch erfolgen, dass der frische Hausmüll statt mit altem Müll, mit trockenem Kanalschlamm zugedeckt wird. Hier durch wird ebenfalls einem Auftreten von Geruchent- wicklung oder einer Anziehung von Insekten und Ratten vorgebeugt. Dieses System kann mit Vorteil an Stellen angewendet werden, wo noch kein alter Hausmüll zur Verfügung steht und in nicht zu grosser Entfernung eine Kanalisationsanlage vorhanden ist.
Eine zweckmässige Durchführung des erfindungs gemässen Verfahrens ergibt sich, wenn man den fri schen Hausmüll auf einen bestehenden Komposthau fen schüttet und mit Material zudeckt, das aus diesem Haufen abgegraben wird. Die Förderkosten werden dabei auf ein Minimum beschränkt, während die Möglichkeit zu einer kontinuierlichen Herstellung von Kompost entsteht.
Zweckmässig wird man den Komposthaufen sek torweise aufbauen und abgraben. Dabei entsteht ein Sektor mit geschüttetem Hausmüll, der sich in zu nehmender Reifung befindet. Dem Radius an der einen Seite des Sektors entlang, ist die Reifung vollendet und dem Radius an der andern Seite ent lang, liegt das eben geschüttete Material. Der Winkel des freien Sektors wird durch Wahl des Radius des Sektors (abhängig von der täglich zugeführten Menge) derart bestimmt, dass ein grosser Spielraum zwischen dem Zufuhrtempo von frischem Hausmüll und dem Abfuhrtempo des fertigen Kompostes möglich ist.
Auf diese Weise kann während eines Zeitraumes von geringer Nachfrage viel Kompost, der in einem Zeit punkt grosser Nachfrage für einen günstigen Preis verkauft werden kann, angesammelt werden, wobei der Winkel des freien Sektors abnimmt.
Diese Arbeitsweise hat noch den weiteren Vor teil, dass in der Mitte des Haufens ein freier Raum gelassen werden kann für die Aufstellung einer Bear beitungsanlage (Sortieren, Zerkleinern, Sieben). Dieser Anlage kann dann über einen, der betreffenden Seite des Sektors strahlweise entlangliegenden Förderer das gereifte Material zugeführt werden. Dabei kann eine mobile Anlage benutzt werden. Diese kann auf einanderfolgend in verschiedenen Komposthaufen verwendet werden, was eine viel wirtschaftlichere Ausnutzung einer solchen Anlage ermöglicht.
Mit Rücksicht auf den ungünstigen Einfluss des Windes wird man beim Abgraben des gereiften Teils um den Komposthaufen einen Wall stehen lassen bzw. aufwerfen.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der beiliegenden Zeichnung, in der einige Ausführungs beispiele des neuen Verfahrens dargestellt sind, näher erläutert.
Fig. 1 stellt eine Draufsicht auf einen Kompost haufen dar, wobei eine erste Variante des erfindungs gemässen Verfahrens angewandt ist.
Fig. 2 und 3 zeigen weitere Varianten des neuen Verfahrens.
In Fig. 1 ist ein neben einem Kanal 1 liegender Schüttplatz 2 dargestellt. Der frische Hausmüll wird an der einen Seite 4 des Haufens 3 zugeführt und der fertige Kompost wird an der andern Seite 5 ab gegraben. Um diesen Schüttplatz befindet sich ein Wall 6, bestehend aus dem überrest eines abgegra benen Komposthaufens oder aus aufgeschütteter Erde oder anderem Material. In diesem Wall können eine oder mehrere Öffnungen 7 vorgesehen sein zum Durchlassen der Müllwagen und dergleichen. An der Seite 5 wird täglich eine kleine Menge Kompost ab gegraben und zum Zudecken des bei 4 frisch ge schütteten Hausmülls verwendet.
Wenn ein Posten Kompost abgeliefert werden muss, kann das abge grabene Material, nach dem Passieren einer Bearbei tungsanlage zum Sortieren, Zerkleinern und Sieben, in ein Schiff oder einen Frachtwagen geleert werden.
In Fig. 2 ist eine Ausführungsvariante dargestellt, bei der von einer Seite 8 her sektorweise geschüttet und abgegraben wird. Dieses Schütten kann auf ver schiedene Weise erfolgen, z. B. schichtenweise oder in Form einzelner Haufen. Letzteres kann erwünscht sein, unter anderem mit Rücksicht auf eine reichliche Luftzufuhr.
Fig. 3 zeigt eine weitere Variante, bei welcher kontinuierlich hinzugeschüttet und abgegraben wer den kann. Im Zentrum 9 kann die Verarbeitungs anlage aufgestellt werden, wenn ein Kompostauftrag abgeliefert werden soll. Mittels eines Förderers wird das von der einen Seite 5 abgegrabene Material zu der Anlage geleitet. Der Winkel des Sektors 3, be stehend aus Hausmüll, der einigermassen kompostiert ist, nimmt während einer Stillstandsperiode in der Ablieferung zu. In einem Zeitpunkt grosser Nach frage kann eine solche Menge verarbeitet und abge liefert werden, dass noch gerade ein Sektor vorhanden ist mit einer Seite 5, die aus genügend gereiftem Material besteht, das zum Zudecken des frisch ge schütteten frischen Hausmülls an der Seite 4 benö tigt wird.
Die Grösse des Komposthaufens kann un- abhängig der pro Zeiteinheit zugeführten Hausmüll menge, der Leistung der Verarbeitungsanlage und andern betriebstechnischen oder wirtschaftlichen Faktoren angepasst werden. Für jede Stadt können mehrere solche Komposthaufen gemacht werden. Hierdurch werden die Transportkosten des Haus mülls erniedrigt.
Im Hinblick darauf, dass mittels des neuen Ver fahrens an beliebig vielen über das ganze Land ver teilten Orten Kompost produziert werden kann, wer den nicht nur die Produktionskosten des Kompostes herabgesetzt, sondern auch die Transportkosten für längere Strecken vermieden. Daher kann dieser für die Landwirtschaft so wichtige Dünger gegen einen erschwinglichen Preis geliefert werden, ohne dass die Behörden beträchtliche Beträge für die Wegfuhr des Hausmülls auszugeben brauchen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Kompost aus Hausmüll, dadurch gekennzeichnet, dass man den frisch geschütteten, frischen Hausmüll mit altem, gereiftem Hausmüll oder mit Kanalschlamm zudeckt. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man den frischen Hausmüll vor dem Zudecken mit Fäkalien mischt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man den frischen Hausmüll vor dem Zudecken mit trockenem Kanalschlamm mischt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man den frischen Hausmüll vor dem Zudecken mit Fäkalien und trockenem Kanal schlamm mischt.4. Verfahren nach Patentanspruch und den Un teransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man den frischen Hausmüll neben einen bestehenden gereiften Komposthaufen schüttet und mit aus diesem Haufen abgegrabenen Material zudeckt. 5. Verfahren nach Patentanspruch und den Un teransprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man den Komposthaufen sektorweise aufbaut und abgräbt. 6.Verfahren nach Patentanspruch und den Un teransprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man beim Abgraben des gereiften Teils um den Komposthaufen einen Wall stehen lässt.
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Cited By (2)
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| AT521230A1 (de) * | 2018-05-09 | 2019-11-15 | Magistrat Der Stadt Wien Magistratsabteilung 42 Wiener Stadtgaerten | Verfahren zur Herstellung eines Substrates für Straßenbäume auf überbaubaren Standorten |
| AT521231A1 (de) * | 2018-05-09 | 2019-11-15 | Magistrat Der Stadt Wien Magistratsabteilung 42 Wiener Stadtgaerten | Verfahren zur Herstellung eines Substrates für Straßenbäume auf offenen, nicht überbaubaren Standorten |
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1955
- 1955-10-01 CH CH339233D patent/CH339233A/de unknown
Cited By (4)
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| AT521230A1 (de) * | 2018-05-09 | 2019-11-15 | Magistrat Der Stadt Wien Magistratsabteilung 42 Wiener Stadtgaerten | Verfahren zur Herstellung eines Substrates für Straßenbäume auf überbaubaren Standorten |
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| AT521230B1 (de) * | 2018-05-09 | 2020-02-15 | Magistrat Der Stadt Wien Magistratsabteilung 42 Wiener Stadtgaerten | Verfahren zur Herstellung eines Substrates für Straßenbäume auf überbaubaren Standorten |
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