Zylinderabstützung an einer luftgekühlten Kolbenmaschine Bei wassergekühlten Kolbenmaschinen ist es allgemein üblich, die Zylinderbüchsen an ihrer dem Zylinderkopf zugewandten Seite mit einem Bund zu versehen, der auf der genannten Seite die Zylinder kopfdichtung aufnimmt, wogegen er auf der gegen überliegenden Seite am Zylindergehäuse abgestützt ist. Der Zylinderkopf ist mittels Zylinderkopfschrau- ben mit dem Zylindergehäuse verbunden. Die hierbei auftretenden Druckkräfte werden vom Bund der Zy linderbüchse aufgenommen und auf das Gehäuse übertragen. Dabei werden Auflagefläche und Dich tungsfläche so angeordnet, dass sowohl im Bund wie auch im anliegenden Teil der Zylinderbüchse durch diese Druckkräfte höchstens geringe Biegemomente auftreten.
Die so im Zylindergehäuse verankerten Zylinderbüchsen können sich bei Erwärmung wäh rend des Betriebes in ihrer Längsrichtung zum Kur belgehäuse hin frei ausdehnen.
Eine derartige Zylinderabstützung ist dagegen bei Zylindern luftgekühlter Kolbenmaschinen nicht mög lich, da bei diesen die auf der Zylinderaussenseite angeordneten Kühlrippen am Zylinder störend wir ken und zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Der Bund, der für eine solche Zylinderabstützung not wendig wäre, müsste einen dem radialen Ausmass die ser Rippen entsprechend grösseren Durchmesser auf weisen. Der Bund müsste daher erhebliche Biege momente aufnehmen, was zu unerwünschten Form änderungen der Zylinderbohrung und zu einer grö sseren Zylinderkopfdichtung führen würde.
Als wei tere Folge würde auch der wirksame Durchmesser, der ein Mass für die Grösse der Kraft ist, mit der die Zylinderkopfschrauben angezogen werden müs sen, entsprechend grösser, so dass die Zylinderkopf schrauben, bei gleichbleibender Anzahl, selbst in ihrem Querschnitt bis zu 50 % vergrössert werden müssten, um den gleichen spezifischen Druck auf die Dichtungsfläche übertragen zu können.
Die erheblich grösseren Kräfte würden zu einer stärkeren Ausfüh rung des Gehäuses und des Zylinderkopfes führen, falls man nicht im Interesse eines allgemein erwünsch ten, möglichst niedrigen Gewichtes derartiger Ma schinen diesen grösseren Kräften entsprechend er höhte Biegungsmomente und als deren Folge Defor mationen der Kolbenlauffläche, die zu einem Ver ziehen der Zylinderbohrung bis zu 4/1o mm führen könnten, in Kauf nehmen wollte. Deformationen die ser Grössenordnung hätten jedoch eine geringere Le bensdauer und Leistung der Maschine zur Folge.
Um diese Nachteile zu vermeiden, werden in der Regel die Zylinder luftgekühlter Kolbenmaschinen nicht mittels eines auf der dem Zylinderkopf zuge ordneten Seite befindlichen Bundes, sondern in der Nähe des entgegengesetzten Endes im Kurbelgehäuse durch lange Ankerschrauben, welche vom Zylinder kopf bis zum Kurbelgehäuse reichen, abgestützt. Das hat jedoch unter anderem den Nachteil, dass diese Ankerschrauben die Wärmeausdehnung der Zylinder in der Längsrichtung behindern und dabei die durch diese Ausdehnung bewirkten Kräfte aufnehmen müs sen.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, diese Nachteile zu vermeiden und den Zylinder luftgekühl ter Kolbenmaschinen in ähnlicher vorteilhafter Weise abzustützen, wie dies bei der eingangs erörterten Abstützung der Zylinderbüchsen wassergekühlter Maschinen der Fall ist. Die Erfindung betrifft daher eine Zylinderabstützung an einer luftgekühlten Kol benmaschine für Zylinder mit einem die Zylinder kopfdichtung aufnehmenden Bund.
Diese Abstützung ist gemäss der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass sie einen auf dem Kurbelgehäuse abgestützten Ring aufweist, der die auf dem Bund des Zylinders lasten den Druckkräfte aufnimmt. Zweckmässig ist der Ring in seiner axialen Längsmittelebene geteilt, wobei der die Anlagefläche für den Bund des Zylinders auf weisende Teil des Ringes den Zylindermantel über den ganzen Umfang anliegend umschliesst, so dass die auf den Bund ausgeübten Druck kräfte praktisch keine die Zylinderbohrung defor mierenden Biegemomente hervorrufen.
Beispielsweise haben Nachprüfungen ergeben, dass solche auf Ver ziehen beruhende Deformationen nur in der Grössen ordnung bis zu 4/10o mm auftraten.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes.
Fig. 1 zeigt einen Schnitt nach der Linie A-B in Fig. 2, welche einen Querschnitt nach der Linie C-D darstellt.
Der Zylinder 1 ist in üblicher Weise über den grössten Teil seiner Länge auf der Aussenseite mit ringsumlaufenden Rippen 11 versehen. Er ist an sei nem dem Zylinderkopf 2 zugewandten Ende mit einem nach aussen vorstehenden Bund 3 versehen, welcher die übliche ringförmige Zylinderkopfdichtung 5 aufnimmt. Die vom Bund 3 aufgenommenen Druck kräfte, welche von dem durch die üblichen, nicht dargestellten Zylinderkopfschrauben auf den Dich tungsring 5 gepressten Zylinderkopf 2 herrühren, wer den von einem Ring 4 aufgenommen, der hinter den Bund 3 greift und auf dem Kurbelgehäuse 7 abge stützt ist.
Der Ring 4 ist in seiner axialen Mittellängs- ebene geteilt, wobei beide Ringhälfton durch zwei Querschrauben 12 miteinander verbunden sind, die durch an den Ringhälftenenden vorgesehene Augen hindurchgeführt sind. Der die Anlagefläche für den Bund 3 aufweisende Teil 13 des Ringes 4 umschliesst den Zylinder 1, der an dieser dem Bund 3 benach barten Stelle keine Ringrippen aufweist, über den ganzen Umfang satt anliegend. Dagegen ist der die Abstützfläche gegenüber dem Kurbelgehäuse 7 auf weisende Teil des Ringes 4 in seiner lichten Weite so bemessen, dass er die Ringrippen 11 nicht berührt.
Der Ring 4 weist auf der dem Kurbelgehäuse 7 zu gewandten Seite einen ringförmigen Vorsprung 6 auf, der in einer entsprechenden Ausnehmung des Kur belgehäuses 7 geführt ist.
Der Ring 4 umgibt den Zylinder mit einem durch den Teil 13 oben geschlossenen Ringraum 10, der sich auch über das Kurbelgehäuse 7 erstreckt. In die sem Ringraum münden einander diametral gegen überliegende, im Ring 4 angeordnete Öffnungen, nämlich gemäss den Pfeilen in Fig. 2 eine Eintritts öffnung 8 und eine Austrittsöffnung 9 für die durch den Ringraum geführte Kühlluft.
Da über die axiale Länge des Ringteils 13 keine Kühlrippen am Zylinder 11 angeordnet werden kön nen, ist es vorteilhaft, diese Länge möglichst kurz zu halten, um die Kühlwirkung möglichst wenig zu be einträchtigen. Zu diesem Zwecke empfiehlt es sich, den Ring aus einem Material höherer Festigkeit als demjenigen des Zylinders und des Kurbelgehäuses vorzusehen. Der Ring besteht daher zweckmässig aus Stahl oder Stahlguss, wogegen der Zylinder 1 und das Kurbelgehäuse 7 in üblicher Weise aus Gusseisen bzw. Leichtmetall bestehen können.