Pneumatisch abgefederter Sitz für Strassen- und Geländefahrzeuge Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein pneu matisch abgefederter Sitz für Strassen- und Gelände fahrzeuge. Die Abfederung geschieht bei den bisher üblichen Sitzen meistens mechanisch durch auf Druck oder Zug beanspruchte Schraubenfedern. Die mechanische Abfederung solcher Sitze weist gegen über der pneumatischen Abfederung Nachteile auf. Ein grosser Nachteil besteht darin, dass bei Sitzen mit Rückenlehne die Rückenlehne gegenüber der Grundfläche in vertikaler Richtung nicht, die Sitz fläche aber abgefedert ist.
Aus diesem Grunde ent stehen während der Fahrt bei schlechten Strassen verhältnissen und unebenem Gelände zwischen dem Rücken des Benützers und der Rückenlehne relativ grosse Verschiebungen in vertikaler Richtung, welche einerseits zu Rückenleiden des Benützers führen können, anderseits zu vermehrtem Verschleiss der Kleider und des Überzuges der Lehne führen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die mechanische Abfederung nicht nach Gewicht und Wunsch des Benützers eingestellt werden kann. Abgesehen davon, dass die Schraubenfedern von Zeit zu Zeit lahm wer den und ersetzt werden müssen, können die Schwin gungen nicht wirksam gedämpft werden.
Der pneumatisch abgefederte Sitz nach vorliegen der Erfindung zeichnet sich durch mindestens zwei miteinander in Verbindung und unter Druck stehende Luftbehälter aus, wovon der eine mit einem Pneu- matikschlauchventil versehen und mindestens einer formveränderlich ausgebildet und zwischen Grund fläche und Sitzfläche eingebaut ist, damit die von unebenen Fahrbahnen auf den Fahrzeugrahmen übertragenen Schläge aufgenommen und durch Luft wechsel von einem Behälter zum andern wirksam gedämpft werden.
Dank des Pneumatikschlauchven- tils kann die pneumatische Abfederung dem Gewicht des Benützers angepasst und nach dessen Wunsch weicher oder härter eingestellt werden. Im Gegensatz zur mechanischen Abfederung können bei der pneu matischen Abfederung die Schwingungen wirksam gedämpft werden.
In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungs beispiele des Erfindungsgegenstandes zum Teil sche matisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt im Querschnitt einen pneumatisch abgefederten Sitz mit Rückenlehne.
Fig.2 zeigt schematisch im Querschnitt einen pneumatisch abgefederten Sitz mit hochgezogener Gesässpartie.
Fig.3, 4 und 5 zeigen schematisch im Quer schnitt verschiedene Ausführungsmöglichkeiten des pneumatisch abgefederten Sitzes.
Fig. 6 zeigt schematisch die im pneumatisch ab gefederten Sitz zur Parallelführung notwendige Dop pelschere.
Fig.7 zeigt im Querschnitt einen pneumatisch abgefederten Sitz, wie er für Velos und Motorräder vorgesehen ist.
Fig.8 zeigt die Draufsicht auf den Sitz nach Fig. 7, wobei die gestrichelt gezeichneten Linien die Form der Doppelschere andeuten.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, weist der pneumatisch abgefederte Sitz mindestens zwei Luft- behälter 1 und 2 auf, welche miteinander entweder durch einen Durchlass 3 oder Plattenventile 17 und Ausgleichsöffnungen 18 in Verbindung stehen. Wäh rend der Luftbehälter 1 immer aus deformierbarem Material besteht, kann der Luftbehälter 2 eine starre Konstruktion sein oder aus einer luftdichten Hülle bestehen, welche in einem geschlossenen Raum ein gebettet ist.
Der aus einer Manschette bestehende oder kugelförmige Luftbehälter 1 ist zwischen der Grundplatte 5 und der Deckplatte 4 montiert. Zu diesem Zweck weisen Deckplatte 4 oder Grundplatte 5 oder beide einen Ansatz 6 auf, an welchem der Luftbehälter 1 vermittels Bride 7 befestigt ist. Der Luftbehälter 2 kann ein Bestandteil der Deckplatte 4 oder der Grundplatte 5 oder von beiden sein. Der Behälter 2 kann aber auch sonstwie innerhalb oder ausserhalb des eigentlichen Sitzes angeordnet sein. Damit sich bei vertikalen Schwingungen die Deck platte 4 zur Grundplatte 5 flächenparallel verschiebt, ist eine Doppelschere 8 angeordnet. Je zwei Scheren arme a sind durch Scharnier 9 einerseits mit der Deckplatte 4 und anderseits mit der Grundplatte 5 drehbar verbunden.
Die entgegengesetzten Scheren arme b sind mit Laufrollen 10 versehen, die in U- förmigen, an der Deckplatte 4 und Grundplatte 5 befestigten Schienen 11 geführt sind und bei verti kalen Schwingungen die Distanzveränderung zwi schen Grundplatte 5 und Deckplatte 4 aufnehmen. Auf der Deckplatte 4 ist ein Rahmen 12 befestigt, der seinerseits die Sitzfläche 13 und die Rücken lehne 14, welche miteinander verbunden sein kön nen, aufnimmt.
Wie aus Fig. 1 hervorgeht, kann der auf der Deckplatte 4 befestigte, über dem Grundrahmen 22 befindliche Sitzrahmen 12 mit Gurten 23 und über- zug 24 so bespannt sein, dass im entstehenden Hohl raum der Luftbehälter 2, der in diesem Fall aus einer luftdichten Hülle besteht, Platz findet und zugleich als Sitzpolster wirkt.
Während Fig. 2 einen Sitz darstellt, bei welchem die Gesässpartie hochgezogen und der Luftbehälter 2 mit dem Durchlass 3 als starre Konstruktion mit der Deckplatte 4 verbunden ist, zeigt Fig. 3 einen Sitz, bei dem der Luftbehälter 2 mit dem Durchlass 3 als starre Konstruktion mit der Grundplatte 5 zusam mengebaut ist.
Aus Fig.4 ist zu entnehmen, dass je ein Luft behälter 2 als starre Konstruktion mit der Deck platte 4 und der Grundplatte 5 zusammengebaut sein kann, wobei die Verbindung zwischen dem Luft behälter 1 und den Luftbehältern 2 durch Platten ventile 17 und Ausgleichsöffnungen 18 hergestellt wird.
Wie aus Fig. 5 zu entnehmen ist, kann der Luft behälter 2 in den Luftbehälter 1 eingebaut sein, wo durch der Luftbehälter 1 in zwei Kammern unter teilt wird, welche je vermittels eines Plattenventils 17 und einer Ausgleichsöffnung 18 mit dem Behäl ter 2 in Verbindung stehen. Im weiteren ist ersicht lich, dass der Luftbehälter 1 oben. und unten je einen Abschlussdeckel. 15 aufweisen kann, welche Deckel in die Deckplatte 4 und Grundplatte 5 eingelassen sind.
Aus Fig. 6 ist der Aufbau der für alle Ausfüh rungsarten notwendigen Doppelschere 8 ersichtlich, wobei je zwei parallele Scherenarme durch eine Welle 26 starr miteinander verbunden sind.
Fig. 7 und 8 illustrieren den Aufbau eines pneu matischen Sitzes für Motorräder und Velos. Grund sätzlich bleibt sich der Aufbau gleich für solche Sitze, nur ist die Form entsprechend dem Verwendungs- zweck abgeändert. Der Sitzform entsprechend, kann ein Drahtgeflecht 19 mit der Deckplatte 4 so verbun den sein, dass ein Hohlraum besteht, in welchem der aus einer luftdichten Hülle bestehende Luftbehälter 2 untergebracht ist. Entsprechend der Maschenweite des Drahtgeflechtes 19 bilden sich wegen des Luft druckes im Behälter 1 und 2 Wölbungen 20, welche mit Leder oder Gewebestoff 21 so überzogen sind, dass sich eine luftgepolsterte Satteldecke ergibt.
Ferner ist auch der Behälter 1 durch Leder oder Gewebe stoff 16 verdeckt, das an der Grundplatte 5 befestigt ist.
Bei der pneumatischen Abfederung der Sitze für Strassen- und Geländefahrzeuge werden im Gegen satz zur mechanischen Abfederung die von der Fahr bahn herrührenden Stösse durch Luftpolster aufge nommen. Wenn zum Beispiel das Fahrzeug über eine Erhöhung in der Fahrbahn fährt, wird der Fahr zeugrahmen mit der Grundplatte 5 schlagartig an gehoben. Dank des unter geringem Überdruck ste henden deformierbaren Luftbehälters 1 folgt die Deckplatte 4 mit dem Gewicht des Benützers, infolge des Beharrungsvermögens, der Bewegung der Grund platte 5 nicht. Aus diesem Grunde wird der Luft behälter 1 zusammengepresst, dessen Volumen sich verkleinert und einen Druckanstieg zur Folge hat.
Dies bewirkt, dass ein Teil der Luft vom Behälter 1 nach dem Behälter 2 durch Durchlass 3 oder Ventil 17 abströmt. Diese Luftbewegung vom Behälter 1 nach dem Behälter 2 oder umgekehrt durch ent sprechend enge Durchlässe 3 oder Ventile 17 bewirkt eine wirksame Dämpfung der Schwingungen. Diese Dämpfung ist besonders ausgeprägt bei Anordnung von Ventilen 17 und Ausgleichsöffnungen 18. Die Ventile 17 sprechen auf entsprechende Druckunter schiede in den Behältern 1 und 2 an, während klei nere Druckunterschiede durch die Ausgleichsöffnung 18 ausgeglichen werden. Das gleiche Wechselspiel kann aber auch durch eine Vertiefung in der Fahr bahn hervorgerufen werden.
In diesem Falle senkt sich der Fahrzeugrahmen mit der Grundplatte 5 schlagartig. Dank des Luftpolsters im Behälter 1 folgt das Gewicht des Fahrers dieser Bewegung ebenfalls nicht, was eine Distanzvergrösserung zwischen der Grundplatte 5 und der Deckplatte 4 bewirkt. Aus diesem Grunde wird auch das Volumen des Behäl ters 1 grösser und entsprechend der Druck kleiner, was ein Abströmen von Luft vom Behälter 2 nach dem Behälter 1 zur Folge hat. Der nachfolgende Gegenschlag bewirkt umgekehrt, dass der Luftbehäl ter 1 wieder zusammengepresst und der Druck ent sprechend erhöht wird, was ein Zurückströmen der Luft nach dem Behälter 2 bewirkt. Bei dem Sitz nach Fig. 5 spricht eine der beiden Kammern auf Erhöhungen in der Fahrbahn und die andere auf Vertiefungen an.
Durch das bei allen Ausführungsbeispielen vor gesehene gewöhnliche Pneumatikschlauchventil 25 kann der Druck in den Behältern 1 und 2 durch Zufuhr von Luft erhöht oder durch Ablassen von Luft erniedrigt werden, so dass die Federung je nach Gewicht und Wunsch des Fahrers härter oder wei cher eingestellt werden kann.