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Vorrichtung zum Beschicken von Schachtöfen Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Beschicken von Schachtöfen, insbesondere solcher Öfen, welche zum Sintern und Kalzinieren kalkhaltigen Materials bestimmt sind, wobei das Material von oben eingefüllt wird, während die Endprodukte aus dem untern Teil des Ofens entfernt werden.
Ein Zweck der vorliegenden Erfindung richtet sich darauf, eine Vorrichtung zum Beschicken von Schachtöfen zu schaffen, die derart funktioniert, dass das gesamte Beschickungsgut in der z. B. für den Brenn- und Sinterungsprozess erforderlichen horizontalen Schichtung und Verteilung in den Ofen gelangt. Wenn also der Kübel die eingefüllten Materialschichten, z. B. Kalkstein, Koks und dergleichen, in einer bestimmten Schichtung und Körnung enthält, so sollen mit Hilfe der neuen Vorrichtung diese Schichten in den Schachtofen einfallen, ohne dass ihre Verteilung wesentlich gestört wird.
Gemäss bekannten Beschickungsverfahren wird die Ladung zur Gichtöffnung des Schachtofens mittels eines Aufzuges oder anderer Transporteinrichtungen befördert und in eine Verteilungsvorrichtung gefüllt, welche auf dem obern Teil des Schachtofens angeordnet ist, oder die Ladung wird in Kübel gefüllt, welche zur Gichtöffnung des Schachtofens gebracht werden, worauf ihr Inhalt unmittelbar in den Schachtofen entleert wird.
Die im obern Teil des Ofenschachtes eingebauten Verteilungseinrichtungen sind indes der unmittelbaren Einwirkung der Abgase ausgesetzt, die infolge ihrer hohen Temperatur und chemischen Zusammensetzung eine frühzeitige Zerstörung einer solchen Vorrichtung bewirken. Um soweit wie möglich eine derartige Zerstörung zu vermeiden, muss die Verteilungsvorrichtung verhältnismässig robust ausgebildet werden, was ihre Eignung zur guten Ausführung der Verteilung der Ladung beeinträchtigt.
Ein anderer wesentlicher Nachteil einer solchen in dem obern Schachtteil eingebauten Verteilungsvorrichtung besteht darin, dass sie nur dann genau und befriedigend arbeitet, wenn die Bestandteile der Ladung eine bestimmte Stückgrösse aufweisen, während - falls nur eine geringe Veränderung der Stückgrösse vorhanden ist - die Verteilung nicht mehr in der beabsichtigten Art und Weise vor sich geht. Es ist also nicht möglich, die Verteilungsvorrichtung der schwankenden Stückgrösse des Beschickungsgutes während des Ladevorganges anzupassen, da es ausserordentlich schwierig, wenn nicht unmöglich ist, die notwendigen Veränderungen an der Verteilungsvorrichtung während des Betriebes des Schachtofens vorzunehmen.
Wenn anderseits ein Beschickungskübel zum Laden des Schachtofens benutzt wird, welcher auf der Ofensohle Gefüllt und zur Gichtöffnung des Schachtofens befördert wird, worauf der Inhalt des Kübels unmittelbar in den Ofen entleert wird, so tritt unvermeidbar beim Entleeren des Kübels eine Vermischung der Schichten des Füllgutes ein und die Verteilung der Schichten wird zerstört.
Diese Störung der Schichten und die mit solcher Störung verbundenen Nachteile werden durch die Ausbildung einer Vorrichtung zum Beschicken von Schachtöfen gemäss der vorliegenden Erfindung vermieden.
Die Erfindung geht aus von an- sich bekannten Vorrichtungen zum Beschicken von Schachtöfen, die zur Wärmebehandlung stückigen Materials dienen und deren Beschickung mit Material und Brennstoffen von oben mit Hilfe eines auf einer heb- und senkbaren Aufhängevorrichtung aufgehängten Kübels erfolgt, dessen Boden durch eine Anzahl Sektoren gebildet wird, die am Aussenrand des Kübels ange- lenkt sind und beim Aufsetzen des Kübels auf die Ofengicht durch eine Schwenkung nach unten ge-
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öffnet werden, so dass der Kübelinhalt herausfallen kann, worauf die Sektoren durch eine Schwenkung nach oben wieder geschlossen werden können.
Erfindungsgemäss wird diese bekannte Vorrichtung zum Beschicken von Schachtöfen derart ausgestaltet, dass zwischen den Bodensektoren und einem den Kübel frei umfassenden, vertikal beweglichen Ring Gelenkverbindungen eingeschaltet sind, die beim Abheben des leeren Kübels von der Ofengicht eine teilweise Schliessung der Bodensektoren bewirken, welche dann beim Aufsetzen des Kübels auf ein Untergestell an der Füllstelle durch einen von dem Untergestell auf die Bodensektoren ausgeübten Druck vervollständigt wird, worauf in dieser Schliessstellung die Bodensektoren durch ein zentrales, vertikal bewegliches Halteorgan verriegelt werden, während beim Aufsetzen des wiedergefüllten Kübels auf die Ofengicht das Halteorgan gesenkt wird, so dass es die Sektoren freigibt, die nunmehr durch ihr Eigengewicht,
unter dem Druck der Kübelfüllung sowie unter der Wirkung der Hebelverbindung zwischen dem vertikalbeweglichen Ring und den Drehgelenken der Bodensektoren, schlagartig geöffnet werden, so dass der gesamte Kübelinhalt unter Beibehaltung seiner Schichtung sowie ohne wesentliche Entmischung oder Vermischung in den Ofenschacht fällt.
Zweckmässig werden an dem Untergestell der Schliessvorrichtung und den Bodensektoren des Kübels schräge Gleitflächen und Rollen vorgesehen, die zusammen beim Aufsetzen des Kübels auf das Untergestell einen Druck auf die schwenkbaren Sektoren derart ausüben, dass diese vollständig geschlossen werden.
Zweckmässig kann der Kübel ferner derart lösbar mit seiner Aufhängevorrichtung verbunden sein, dass er sich beim Aufsetzen auf das Untergestell, also in der Füllstellung, selbsttätig von der Aufhängevorrichtung löst, so dass er sich bei auf dem hierbei drehbar ausgebildeten Untergestell aufgesetzter Lage während der Füllung ungehindert mit diesem drehen kann, während die Aufhängevorrichtung über dem sich drehenden Kübel an dieser Drehung nicht teilnimmt.
Die Drehscheibe des Untergestelles kann dabei mit schräg verlaufenden Flächen versehen sein, die beim Aufsetzen des Kübels die Sektoren desselben durch entsprechende Führung von an den Sektorenenden angeordneten Rollen schliessen.
Die Aufhängevorrichtung, mit welcher der Kübel lösbar verbunden ist, ist zweckmässig so ausgebildet, dass beim Aufsetzen des Kübels auf das Untergestell Gleitstücke sich auf Anschläge aufsetzen und eine Traverse sich auf einen dazwischenliegenden Anschlag aufsetzt, wobei an dieser Traverse mittels Zapfen eine Verschlussvorrichtung so gehalten wird, dass beim weiteren Absenken des Kübels der Kübel gelöst wird und sich frei drehen kann.
Die Sektoren des Kübelbodens werden zweckmässig durch Ansätze einer zentralen, axial verschieb- lichen Stange in der Mitte des Kübels in Schliesslage gehalten. Diese Stange erhält im Augenblick des Aufsetzens des Kübels auf die Ofengicht eine axiale Nachlaufbewegung, derart, dass die Sektoren des Bodens freigegeben werden und frei nach unten fallen können. Die die Sektoren in der Verschluss- stellung haltende Stange ist vorteilhaft mit Hilfe einer beweglichen Kupplung mit der axial verschieblichen Stange sowie über Hebel und Rollen mit der in senkrechter Richtung beweglichen Aufhängevorrichtung verbunden.
Die die Verschlusssektoren haltende Stange ist innerhalb des Kübels zweckmässig durch eine Wand geschützt, so dass der zur Füllung bestimmte Kübelraum ringförmigen Querschnitt hat. Beim Aufsetzen des Kübels auf die Ofengicht wird ferner z. B. durch mit den Bodensektoren verbundene Gelenkverbindungen eine Ausschwenkbewegung der Sektoren derart bewirkt, dass die Sektoren der Fallbewegung des Kübelinhaltes voreilen.
Die die Voreilung der Bodensektoren bewirkenden gelenkigen Verbindungen weisen zweckmässig mit dem den Kübel frei umgebenden Ring verbundene Stegbleche auf, die durch Laschen und Bolzen, die durch Langlöcher hindurchgehen, mit den über ihre Gelenkanschlüsse hinaus verlängerten Bodensektoren verbunden sind, wobei die zeitweise aufeinanderwirkenden Flächen der Stegbleche und der Verlängerungen der Sektoren derart ausgestaltet sind, dass beim Abheben des geleerten Kübels von der Ofengicht eine teilweise Schliessung der Sektoren erfolgt. Zweckmässig werden die erwähnten Laschen und die Langlöcher so bemessen, dass die beschleunigte Bewegung der Bodensektoren beim Fallen derselben nach Durchlaufen der senkrechten Stellung wieder abgebremst wird.
Die Erfindung soll nun auf Grund der beigefügten Zeichnungen ausführlich und beispielsweise beschrieben werden.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Schachtofenbeschik- kungseinrichtung gemäss der Erfindung.
Fig. 2 zeigt einen geöffneten Kübel während des Absetzens auf die drehbare Plattform der Füllvorrichtung.
Fig. 3 ist ein Ausschnitt eines Grundrissquer- schnittes entlang der Linie I-I gemäss Fig. 2. Fig.4 zeigt den geschlossenen Kübel auf der Plattform der Füllvorrichtung.
Fig.5 ist ein Grundrissquerschnitt gemäss Linie H-II in Fig.2.
Fig.6 zeigt die obere Schachtofenöffnung und den auf die Beschickungsöffnung abgesetzten geschlossenen Kübel.
Fig.7 zeigt die obere Schachtofenöffnung und den Kübel in geöffneter Stellung.
Fig. 8 stellt die Beschleunigungsvorrichtung für die Bodenklappen mit einem Sektor in geschlossener Stellung dar.
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Fig. 9, 10 und 11 zeigen verschiedene Stellungen der Beschleunigungsvorrichtung gemäss Fig. 8 sowie der Bodenklappe.
Fig. 12 ist eine Ansicht mit teilweisem Längsschnitt des obern Teils der Schliessvorrichtung für den Kübel.
Fig. 13 zeigt einen Teil des Hebelsystems der Schliessvorrichtung in etwas grösserem Massstab.
Fig. 14 zeigt denselben Teil des Hebelsystems in anderer Stellung.
Im einzelnen, insbesondere unter Bezugnahme auf Fig. 1, ist der Kübel 20 in der Beschickungsstellung über der Öffnung des Schachtofens 21 angeordnet und mittels einer Aufhängevorrichtung 22 aufgehängt, welche auf einer oberhalb derselben angeordneten Laufschiene 23 beweglich angeordnet ist. Nachdem die Ladung aus dem Kübel entleert wurde, wird der geleerte Kübel aus der mit 24 (Fig. 1) bezeichneten Stellung durch Bewegung der Aufhängevorrichtung 22 entlang der Schiene 23 bis zu einer mit 25 gekennzeichneten Stellung oberhalb der drehbaren Plattform 26 geführt, welche mit einem Zahnkranz 27 und einem Ritzel 28 versehen ist, das von einem Motor 29 über einen Riemenantrieb 30 und eine Welle 31 angetrieben wird, so dass die Drehscheibe 26 in Drehung versetzt werden kann.
Nachdem der Kübel 20 auf die Drehvorrichtung 26 abgesetzt wurde, wird er beispielsweise mittels einer Schurre 32 schichtweise mit verschiedenen Materialien gefüllt, welche für ein Kalzinierungs- oder Sinterungsverfahren im Schachtofen erforderlich sind.
In Fig. 2 ist mit Bezugszeichen 33 die Basis der Füllvorrichtung bezeichnet, auf welcher die ringförmig gebogene Schiene 34 angeordnet ist. Die Drehscheibe 35 ist an ihrem Umfang mit einer Mehrzahl von Rädern 36 versehen, welche auf der Schiene 34 laufen. Die Plattform 26 ruht mit ihrem Tragkranz auf jenen Rädern 36 und ist mit einer mittleren Öffnung 38 versehen. Weiterhin ist die Plattform 26 mit einer ringförmigen Vertiefung versehen, die eine zentral angeordnete konische Fläche 39, eine ringförmige Bodenfläche 37 und eine ausserhalb angeordnete Randfläche 40 besitzt, wobei die Flächen 39 ., 37 und 40 zusammen die vorerwähnte ringförmige Vertiefung bilden. Die Grundmauer 41 umgibt den Schacht 42, in welchem die Drehvorrichtung, bestehend aus den Teilen 34-40, eingebettet ist.
Auf der Mauer ist ein Gestell befestigt, das aus den Führungsleisten 43, 44, 45 und 46 besteht (vergleiche Fig.5), wobei zwecks besserer Übersichtlichkeit in den Fig. 2 und 4 nur die Führungsleisten 43 und 44 dargestellt sind.
An den erwähnten Führungsleisten sind Anschläge 47 und 48 angebracht. Zwischen diesen Füh-, rungsleisten wird die Aufhängevorrichtung 22 für den Kübel 20 während seiner Aufwärts- und Abwärtsbewegung mittels der Traversen 50 und 51 und der Führungsschuhe 52, 53, 54 und 55 geführt. Die Führungsschuhe bilden einen Teil der Aufhängevor- richtung und bewegen sich jeweils zwischen den zwei Einzelschienen der Führungsleisten.
Diese Traversen 50, 51 sind mittels eines Hebelgestänges, umfassend die Hebel 130, 131, 132, mit dem Hängekopf 57 verbunden, der einen Teil der Aufhängevorrichtung 22 bildet. Ein Ende des Hebels 130 ist bei 133 jeweils an den Traversen 50 und 51 drehbar gelagert und mit dem Hebel 131 bei 134 gelenkig verbunden. Das andere Ende des letzteren Hebels ist bei 135 an dem Kopf 57 drehbar angebracht, zusammen mit dem am freien Ende gebogenen Hebelarm 132, der mit dem Hebel 131 fest verbunden ist.
Die Aufhängevorrichtung 22 umfasst weiter eine Mehrzahl von Tragarmen 49, die am Hängekopf 57 befestigt sind und welche wiederum einen Haltering oder Stützringsegmente 93 tragen. Ausserdem ist der Hängekopf 57 mit Auflagebacken 56 zur Auflage auf dem Anschlag 47 ausgestattet.
Der Hängekopf 57 der Aufhängevorrichtung 22 ist mit einer mittleren Aussparung 58 (Fig. 2) versehen, an welche nach oben die Öffnung in der Hülse 59 und nach unten die Öffnung in der Hülse 71 sich anschliessen. Die Aussparung 58 nimmt die Auslösevorrichtung für das Öffnen und Schliessen. der Bodensektoren des Kübels. auf. Diese Auslösevorrich- tung arbeitet mit einer vertikal angeordneten Bodenschliessstange 61 zusammen, die an ihrem untern Ende einen konisch zulaufenden Teller oder Ansatz 62 aufweist.
Aus Fig. 12 geht die Struktur des Hängekopfes 57 und der Auslösevorrichtung im einzelnen hervor. An ihrem obern Ende weist die Bodenschliessstange 61 eine halsartige Verengung 63 und einen Bund 64 auf. Ein Kupplungsring 65 besitzt eine innere Aussparung 65a und unterfasst mit seinem untern Ende den Bund 64 der Bodenschliessstange 61, während er mit seinem obern Ende eine Erweiterung der Stange 66 in Form eines Tellers 67 übergreift, der den Abschluss einer halsartigen Verengung 68 der Stange 66 bildet.
Vermittels des Kupplungsringes sind die beiden Stangen 61 und 66 gegeneinander drehbar verbunden, so dass beim Füllvorgang des Kübels derselbe zwecks gleichmässiger Schichtung des Füllgutes unabhängig von der Aufhängevorrichtung gedreht werden kann. Die Stange 66 ist fest mit dem untern Ende einer Hülse 69 verbunden, welche an ihrem obern Ende eine zweiarmige Buchse 70 bildet, wobei die Hülse 69 innerhalb einer im Boden des Hängekopfes 57 befestigten Führungshülse 71 vertikal verschieblich geführt ist.
Die Buchse 70 ist mit einer Führungshülse 71' verbunden, die gegenüber der Rohrstange 72 verschiebbar ist, welche aus der Aussparung 58 durch die im obern Teil des Hängekopfes 57 befestigte Führungshülse 59 nach oben hinausragt.
An der Rohrstange 72 ist im obern Teil der Aussparung 58 ein Bund 73 fest angeordnet. In der Nähe ihres untern Endes ist die Rohrstange 72 zur exakten Führung der Auslösevorrichtung mit einem Quer-
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zapfen 74 versehen, welcher in einer Nut 75 der Führungshülse 71' geführt und im rechten Winkel zur erwähnten Auslösevorrichtung angeordnet ist.
Der Bund 73 weist an zwei gegenüberliegenden Seiten jeweils einen Zapfen 76 auf, um den ein Hebel 77 schwenkbar ist. Die Hebel 77 sind dazu vorgesehen, sich mit ihren nockenartigen Enden 78 über Anschlagrollen 79 zu legen, welche von einem Ende der Winkelhebel 80 getragen werden. Die Winkelhebel 80 sind an Zapfen 81 an einer in die Aussparung 58 vorspringenden Schulter 80a drehbar gelagert. Die Arme 82 der Hebel 80 sind je mit einer Zugfeder 83 verbunden, deren anderes Ende am Kopf 57 befestigt ist. Diese Zugfedern 83 haben das Bestreben, die Winkelhebel 80 in Richtung der Pfeile A zu drehen. Gerade Hebelstangen 84 sind drehbar bei 85 mit den Hebelstangen 77 und bei 86 mit der Buchse 70 verbunden.
Die Rohrstange 72 ist an ihrem obern Ende, welches von dem Hängekopf 57 vorragt, mit einem Endstück ausgestattet, in dem die Achse 122 der Aufhängevorrichtung 22 quer zu der Stange 72 drehbar gelagert ist.
Die Aufhängevorrichtung 22 wird durch eine Kette 22a gehalten, die von einer Fahrkatze 23a herabhängt, welche auf einer Laufschiene 23 fährt (vergleiche Fig. 1). Die Achse 122 erstreckt sich mit ihren Enden in Nuten 122a, welche in zwei Tragblechen 87 vorgesehen sind, wobei diese Tragbleche am Oberteil des Hängekopfes 57 fest angebracht sind. Der Kübel 20 besitzt eine äussere zylindrische Wand 91 (Fig.2, 4, 6 und 7), an deren oberem Ende ein Ring 92 befestigt ist, welcher zur Auflage auf dem Haltering 93 des Hängekopfes 57 dient. Eine innere zylindrische Wand 94 bildet eine mittlere vertikale Öffnung 95 des Kübels 20. Die Bodenschliessstange 61 ragt frei durch diese Öffnung 95 nach unten. Der Kübel 20 ist lose von einem Winkelring 96 umgeben, der mit einer Ringplatte 97 fest verbunden ist.
Der Boden des Kübels 20 wird von einer Mehrzahl von kreissektorförmig zugeschnittenen Platten 98 gebildet, welche mittels der Scharniere 99, welche Zapfen 111 und Arme 110 der Bodenplatten 98 umfassen (Fig. 8 bis 11), an dem untern Umfang der Kübelwand 91 befestigt sind.
Jede Bodenplatte 98 trägt an ihrem zur mittleren Längsachse des Kübels gerichteten Ende eine Führungsrolle 100 und eine Nase 101. Die Führungsrolle 100 ist an einem Arm 102 auf der Unterseite jeder Bodenklappe befestigt und dient dazu, sich auf den Abschrägungen 39, 40 der Plattform 26 abzurollen, wodurch die Bodenplatten geschlossen werden.
Wie aus den Fig. 8-11 hervorgeht, sind die Bodenklappen 98 an ihren Aussenenden mit Ansatzblechen 103 versehen, die ausserhalb des Umfanges des Kübels 20 liegen und Zapfen 109 sowie Nasen 113 tragen, während die Ringplatte 97 eine Anzahl sich nach unten erstreckender Stegbleche 104 trägt, von denen jedes einem Ansatzblech 103 einer der Bodenplatten 98 entspricht und diesem zugekehrt liegt. Jedes dieser Stegbleche 104 ist mit einem Zapfen 105 versehen.
Eine Lasche 106, welche mit ihrem kürzeren Langloch 107 am Zapfen 105 des Stegbleches 104 und mit ihrem längeren Langloch 108 am Zapfen 109 des Ansatzbleches 103 der Bodenplatten angelenkt ist, stellt die Verbindung mit dem Kübel zwischen der Ringplatte 97 und dem Kübel 20 über ein weiteres Ansatzblech 110 der Bodenplatte und dem Zapfen 111 am Kübel 20 her. Für die Funktion der beschriebenen Teile ist es wichtig, dass die Ringplatte 97 mit Aussparungen 112 für die Nasen 113 der Ansatzbleche 103 der Bodenplatten versehen ist und die Stegbleche 104 einen kurvenartig ausgebildeten Teil 114 aufweisen.
Gemäss Fig. 6 und 7 ist der Ofenschacht 115 an seinem obern Teil mit einem erweiterten Raum 116 versehen. Dieser erweiterte Raum ist durch die Ofenbühne 117 überdeckt, welche durch Verstärkungsplatten 118 abgestützt wird. In der Mitte der Ofenbühne 117 ist eine kreisförmige Öffnung vorgesehen, die von einem Auflagering 120 umgeben ist. Auf diesem Ring sind Führungsbacken 119 angeordnet, die zur Aufnahme und Führung der Tragarme 49 des Hängekopfes 57 des Kübels 20 dienen.
Der Durchmesser der zentralen Öffnung der Ofenbühne 117 ist genügend weit bemessen, um den Kübel 20 und das Hebelgestänge ungehindert durch die erwähnte Öffnung hindurchgehen zu lassen, während der äussere Umfangsteil der Ringplatte 97 jeweils auf dem Auflagering 120 der Öffnung zur Auflage kommt.
Die erläuterte erfindungsgemässe Vorrichtung arbeitet in der nachstehend beschriebenen Weise: Ein entleerter Kübel 20 mit geöffneten, herabhängenden Bodenklappen 98 wird mittels der Laufschiene 23 bis oberhalb der Einfüllstation (linke Seite in Fig. 1) transportiert und mit Hilfe der Aufhängevorrichtung .22 auf die Plattform 26 abgesenkt, so dass die Führungsschuhe 52-55 des Hängekopfes 57 in die entsprechenden Führungsleisten 43-46 eingreifen. Der Kopf und der Kübel werden so weit abgesenkt, bis die Führungsrollen 100 der Bodenklappen 98 auf die nach innen geneigte Abschrägung 40 der Drehscheibe 26 auftreffen.
Die Führungsrollen werden durch die Abschrägung 40 nach innen gelenkt, wodurch eine Schliessbewegung der Bodenplatten 98 herbeigeführt wird, die dadurch vervollständigt wird, dass die Führungsrollen sich längs der mittleren Abschrägung 39 nach aufwärts bewegen, welch letztere zur Drehachse der Drehscheibe 26 hin ansteigt.
Diese Schliessbewegung der Führungsrollen ist derart auf die Abwärtsbewegung der Bodenschliessstange 61 abgestimmt, dass die Rollen 100 sich unter den konisch zulaufenden Ansatz 62 schieben, während gleichzeitig die Nasen 101 in eine Stellung oberhalb desselben Ansatzes 62 der Bodenschliessstange 61 gelenkt werden, deren unteres Ende sich während der letzten Stufe der Abwärtsbewegung des Kopfes und
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des Kübels in die mittlere Aussparung 38 der Drehscheibe 26 legt.
Gegen Ende der Absenkbewegung des Kopfes und des Kübels treffen zunächst die Traversen 50 und 51 auf die Anschläge 47, während der Kopf 57 noch weiter abgesenkt wird, bis die Führungsschuhe 52-55 auf die entsprechenden Anschläge 48 der Führungsleisten 43-46 auftreffen. Durch die Bewegung des Kopfes 57 nach abwärts und mit seinem untern Ende weg von den Traversen 50 und 51 werden die Hebel 130 und 131 bewegt, und der gebogene Hebel 132 wird nach aufwärts weg von dem obern Ring 92 des Kübels 20 (vergleiche Fig. 4) geführt, so dass der Kübel für eine leichte Aufwärtsbewegung während der Schliessbewegung der Bodenplatten 98 freigegeben wird.
Der Kübel 20, der mittels der gebogenen Hebel 132 in hängender Stellung festgehalten wurde, wobei der Ring 92 auf dem Haltering 93 des Kopfes 57 ruhte, steht nunmehr auf der Drehscheibe 26 (vergleiche Fig.4), wobei der Ring 92 um eine kurze Distanz über den Haltering 93 angehoben ist, so dass der Kübel 20 auf der Scheibe 26 frei gedreht werden kann, während die gesamte Haltevorrichtung 22 einschliesslich Kopf 57 stationär bleiben kann. Der Kübel kann somit gefüllt werden, während er sich dreht, so dass eine gleichmässige Schichtung der Materialien in demselben erzielt wird.
Diese Drehbewegung des Kübels 20 auf der Scheibe 26, die ohne Berührung mit der Aufhängevorrichtung 22 erfolgt, wird ferner durch den Umstand ermöglicht, dass während des letzten Abschnittes der Abwärtsbewegung des Kübels und des Kopfes die Bodenschliessstange 61 durch die Rollen 100 leicht angehoben wurde, wobei der konische Ansatz 62 etwas gehoben wird, so dass der obere Bund 64 am obern Ende der Stange 61 in der innern Aussparung 65a des Kupplungsringes 65 ebenfalls leicht angehoben wird (vergleiche Fig. 12).
Während des Einfüllens des Kübels mit Hilfe der Schurre 32 wird der Kübel auf der Scheibe 26 mittels des Motors 29, des Riemenantriebes 30, des Ritzels 28 und des Zahnkranzes 27 gedreht.
Der gefüllte Kübel 20 wird dann von der Drehscheibe 26 abgenommen, indem zuerst die Aufhängevorrichtung 22 mittels der Kette 22a angehoben wird. Dadurch werden der Kopf 57 und der an den Tragarmen 49 befestigte Haltering 93 gehoben, wobei der Ring 92 des Kübels 20 auf den Haltering 93 auftrifft. Gleichzeitig wird der Hebel 77, der sich in der in Fig. 4 gezeigten Position befindet, während der Kübel 20 auf der Scheibe 26 steht, durch die Aufwärtsbewegung der Stange 72 betätigt, so dass seine Nase 78 auf der Anschlagrolle 79 in der in Fig.6, 12 und 13 veranschaulichten Stellung zur Auflage kommt.
In der in Fig. 13 dargestellten Position übt der Hebel 77, der nach aufwärts gezogen wird, mit seiner Nase 78 einen Druck auf die Anschlagrolle 79 aus, und zwar in der Richtung der mittels einer strichpunktierten Linie K1 angedeuteten Kraftlinie. Dadurch wird der Winkelhebel 80 mit seinem freien Arm 82 gegen den Anschlag 123 gedrückt, so dass die Feder 83 entspannt wird. Der Aufwärtszug der Rohrstange 72 und der Abwärtszug der Hülse 69 wirken somit in entgegengesetzter Richtung auf den Drehpunkt 85, und die mit der Hülse 69 verbundene Bödenschliessstange 61 wird durch den Hebel 80 in geschlossener Stellung gehalten, welch letzterer der abwärts gerichteten Kraft K1 durch Auflage auf dem Anschlag 123 widersteht.
Gleichzeitig werden während des Anhebens von Kübel und Hängekopf die Hebel 130, 131 und 132 aus der in Fig. 4 gezeigten Stellung in die in Fig. 2 veranschaulichte Position umgelegt, wobei der Hebel 132 den Kübel auf dem Haltering 93 feststellt.
Der gefüllte und angehobene Kübel 20 und die Aufhängevorrichtung 22 werden darauf mittels der Laufschiene 23 aus der Stellung 25 oberhalb der Einfüll@station in die Stellung 24 oberhalb des Schachtofens gefahren. Der Hängekopf .und der Kübel werden dort nach abwärts in die in Fig. 6 gezeigte Stellung gesenkt, wobei die gesamte Bodenschliessvorrichtung des Kübels sich in der in Fig. 12 veranschaulichten Stellung befindet, mit der Ausnahme, dass der Bund 64 der Bodenschliessstange 61 auf dem Boden der innern Aussparung 65a des Kupplungsringes 65 ruht.
In der in Fig. 6 veranschaulichten Stellung wird die Ringplatte 97 des Kübels auf den verstärkten Auflagering 120 der Ofenbühne 117 aufgesetzt. Der nun einsetzende Vorgang des öffnens und Entleerens des Kübels ergibt sich aus der Darstellung in Fig. 6, 7, 13 und 14.
Wenn die Kübelringplatte 97 sich auf den Ring 120 der Ofenbühne 117 aufsetzt, wird bewirkt, dass die Winde 23c die Kette 22a und mit dieser zusammen die Seilscheiben 121 sowie deren Achse 122 weiter absenkt. Gleichzeitig senkt sich die Stange 72 um eine kleine Strecke in bezug auf den Hängekopf 57 und den Kübel 20, wobei die beiden letzteren während des gesamten Entleerungsvorganges mittels der Sperrhebel 132 miteinander gekoppelt bleiben.
Durch diese Abwärtsbewegung der Stange 72 wird eine Bewegung aller in der Aussparung 58 enthaltenen Teile aus der in Fig. 13 veranschaulichten Stellung dieser Teile über ihre in Fig. 14 gezeigte Position in eine Endstellung bewirkt, wie sie in Fig. 7 dargestellt ist.
Fig. 14 zeigt, dass während der Abwärtsbewegung der Stange 72 der Hebel 77 einwärts schwenkt, wie durch den Pfeil C angedeutet, dass ferner das obere Ende des Hebels 84 dieser Bewegung folgt und die auf die Anschlagrolle 79 ausgeübte Kraft nunmehr aus der mit K1 bezeichneten Richtung in die mit K2 bezeichnete Richtung übergeht. Der Winkelhebel 80 wird dadurch von dem Anschlag 123 gegen die Wirkung der Feder 83 abgehoben und lässt die Hebel 77 und 84 in die in Fig.7 gezeigte Stellung abfallen.
Dadurch wird es ermöglicht, dass die Hülse 69 und die Bodenschliessstange 61 eine plötzliche Abwärts-
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bewegung ausführen, die schneller ist als die lang- same Absenkbewegung der Kette 22a und der Stange 72, wobei der Abstand zwischen den Drehpunkten 76 und 86 von dem in Fig. 14 gezeigten Abstand auf denjenigen gemäss Fig.7 vergrössert wird. Dadurch werden die Bodenplatten 98 plötzlich freigegeben. Diese Freigabe der Bodenplatten löst ihrerseits den Sperrmechanismus, der den Kübel 20 und die Ringplatte 97 in ihren relativen, in Fig.6 gezeigten Stellungen hält.
Die sich daraus ergebende Betätigung des den Kübel 20 mit der Ringplatte 97 verbindenden Hebelgestänges soll im einzelnen unter Bezugnahme auf Fig. 8-11 erläutert werden.
Wenn die Bodenschliessstange 61 gesenkt wird, gleiten die Nasen 101 der Bodenplatten 98 nach unten auf dem konischen Ansatz 62, und die Bodenplatten schwingen abwärts um ihre Drehzapfen 111, wodurch eine Hebelwirkung zwischen den Zapfen 111 und 105 (vergleiche Fig. 8) entsteht, die ein Hebehnoment M = Kübelgewicht mal wirksame Entfernung zwischen 111 und 105 ergibt.
Dieses Moment beschleunigt die Öffnungsbewegung der Bodenklappen über die Öffnungsgeschwindigkeit hinaus, welche sie auf Grund ihrer Schwerkraft annehmen würden. Während daher der Kübel sich bei Freigabe aus seiner in Fig. 8 veranschaulichten Sperrstellung auf Grund der weiteren Absenkung der Kette 22a sowie der gesamten, aus Hängekopf und Kübel gebildeten Einheit um eine kurze Strecke weiter abwärts in die in Fig. 9 gezeigte Stellung bewegt, führen die Bodenklappen 98 diese beschleunigte Öffnungsbewegung aus, die schneller ist, als wenn sie durch die Schwerkraft allein bewirkt würde, während der Inhalt des Kübels 20 lediglich mit der Beschleunigung herausfällt, welche durch die Schwerkraft erzeugt wird.
Die Beschleunigungsenergie der sich öffnenden Bodenklappen entspricht derjenigen Energie, die beim weiteren Absenken des Kübels frei wird, d. h. sie ist gleich dem Kübelgewicht mal vom Kübel zurückgelegter Absenkstrecke.
In Fig. 9 haben die Bodenklappen 98 eine Stellung erreicht, in welcher sich der Kübelinhalt frei und ohne Störung durch die Klappen entleeren kann. Der Kübel 20 hat seine tiefste Stellung erreicht. Während des gesamten Absenkvorganges von Fig. 8 bis 9 beschreibt die Nase 113 des Ansatzbleches 103 jeder Bodenklappe 98 einen Teil einer Kurve, die mittels der strichpunktierten Linie 124 in Fig.9 gekennzeichnet ist. Jedoch endet die Bewegung der Bodenklappen nicht in der in Fig.9 dargestellten Stellung. Infolge ihrer Bewegungsenergie wird die Schwenkbewegung der Bodenklappen nach aussen fortgesetzt, bis sie die in Fig. 10 veranschaulichte Stellung erreichen.
In dieser Endstellung hat die Bewegungsenergie der Bodenklappen im Vergleich mit der Stellung des Kübels gemäss Fig.9 eine kurze Aufwärtsbewegung des ganzen Kübels bewirkt. Die Energie der Bodenklappen wird somit mit dem Anheben des Kübels verbraucht, und die Bodenklappen werden wirksam abgebremst. Die Boden- klappen pendeln daher zwischen Totpunktlage und äusserster Stellung langsam aus und verbleiben in angenäherter äusserster Stellung, wobei die Nase 113 in der gezeichneten Ausnehmung 112 Platz findet (Fig. 10).
Wenn der Kübel entleert ist, wird dieser mit dem Hängekopf durch die Aufzugwinde vom Ofen abgehoben. Da nun auch die Ringplatte 97 von ihrer Auflage 120 abgehoben wird, drückt das Gewicht der Ringplatte mittels Stegblech 104 auf die Nase 113, wobei die Nase an der entsprechend ausgebildeten Fläche 114 des Stegbleches 104 nach aussen gleitet, bis die Stellung in Fig. 11 erreicht ist, die der angenäherten Verschlussstellung entspricht. Um dies zu ermöglichen, muss die Lasche 106 mit Langlöchern ausgebildet sein, wie dies Fig. 1l zeigt. In dieser Stellung - mit geöffnetem Boden - wird der Kübel von der Stellung 24 über dem Ofen in die Stellung 25 zurückgeführt und erneut auf die Einfüllplattform 26 abgesenkt.