Verfahren zur Herstellung einer dehnbaren Wirkware, nach dem Verfahren hergestellte Wirkware, und Garnwickel zur Ausführung des Verfahrens Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Her stellung einer dehnbaren Wirkware, insbesondere eines Damenstrumpfes, aus Garnen aus vollsynthe tischem Material, insbesondere Polyamiden.
Die Elastizität von Wirkwaren ist von verschie denen Eigenschaften der Fasern, welche das Er zeugnis bilden, und von diesem selbst abhängig, nämlich von der Festigkeit, der Längsdehnbarkeit und der Biegeelastizität der Fasern und des aus ihnen gebildeten Garnes sowie der Anzahl, Form und Lage der Maschen in der Wirkware. Gewöhn lich besitzen gewirkte Strumpf- und Trikotwaren gleichmässig runde Maschen, die in der Ware flach liegen, und infolge dieser Maschenausbildung ist die Dehnfähigkeit der Wirkware beschränkt.
Beispiels weise beträgt die Dehnung eines voll geminderten Nylonstrumpfes ungefähr 70% in jeder Richtung. Diese Dehnung, die als Dehnbarkeit der Ware be kannt und durch die Art der Herstellung der Wirk ware gegeben ist, erfolgt unter Verformung der Ma schen, wenn Zug angewendet wird. Bei Verwendung von Nylon und andern Garnen mit guten elasti schen Eigenschaften gehen die Maschen in ihre nor male oder Ausgangslage zurück, sobald der zum Dehnen der Ware ausgeübte Zug aufgehoben wird.
Bei Nylonerzeugnissen kann, wenn ein genügen der Zug angewendet wird, auch die Dehnung über 70% erzielt werden. Unter diesen Bedingungen wird jedoch das Garn in der Wirkware selbst übermässig gedehnt; auch ist der hierfür erforderliche Zug unter den tatsächlichen Benutzungsbedingungen der Ware unbequem. Ausserdem führt das wiederholte Dehnen unter derartigen Bedingungen, wie es nor malerweise beispielsweise im Falle von Damen strümpfen auftritt, zwangläufig zu einem Verlust der Form der Ware.
Es sind bereits Verfahren vorgeschlagen worden, nach welchen Wirkwaren, wie Strümpfe und derglei chen, mit einem grösseren Streckvermögen hergestellt werden können. Diese Verfahren bestehen darin, dass man das Nylongarn zunächst fixiert, dann einen Teil des Garnes in einer Richtung drillt, um ihm ein Rechtsdrall-Drehmoment zu erteilen, und einen an dern Teil des Garnes in der entgegengesetzten Rich tung drillt, um ihm ein Linksdrall-Drehmoment zu erteilen.
Das gedrillte Garn wird dann geleimt, da mit in ihm zeitweilig während des Wirkvorganges das Torsionsmoment nicht zur Wirkung kommt, worauf aus den gedrillten Garnen abwechselnd wenigstens eine Maschenreihe aus dem im Drehsinn gedrillten Garn, wenigstens eine Maschenreihe aus dem im andern Drehsinn gedrillten Garn gebildet wird, um die gewünschte Wirkware herzustellen, und dann der Leim von der genannten Wirkware entfernt wird, um in den gedrillten Garnen die Tor sionsmomente auszulösen.
Demgegenüber ist das den Gegenstand der vor liegenden Erfindung bildende Verfahren zur Her stellung einer dehnbaren Wirkware dadurch gekenn zeichnet, dass bei der Herstellung wenigstens eines Teils derselben abwechselnd wenigstens eine Ma schenreihe aus im einen Drehsinn gedrillten Garnen, wenigstens eine Maschenreihe aus im ent gegengesetzten Drehsinn gedrillten Garnen und wenigstens eine Maschenreihe aus ungedrillten Garnen gebildet wird.
Die Erfindung betrifft ferner eine nach .diesem Verfahren hergestellte dehnbare Wirkware, insbe sondere einen Damenstrumpf, aus Garnen aus voll synthetischem Material, insbesondere Polyamiden, welche Wirkware dadurch gekennzeichnet ist, dass sie wenigstens teilweise aus abwechselnden Maschen- reihen aus in einem Drehsinn gedrillten Garnen, aus im entgegengesetzten Drehsinn gedrillten Garnen und aus ungedrillten Garnen besteht.
Es könnte angenommen werden, dass die Neigung von ein- oder mehrfädigem Garn, sich zu krängeln und Schleifen zu bilden, beseitigt werden kann, wenn auf das Garn zwischen dem Zuführungswickel und der Wirkmaschine ein genügender Zug ausgeübt wird. Unglücklicherweise kann jedoch auf das Garn, während es der Maschine zugeführt wird, nur ein sehr geringer Zug ausgeübt werden, da die Spannung wesentlich vergrössert wird, sobald es sich in der Maschine befindet, so dass das Garn zerreisst.
Nach der üblichen Praxis wird daher das Garn von der Spule oder dem Wickel dem Kopf der Wirk maschine frei und ungespannt zugeführt. Wenn das Garn aber ein Torsionsmoment aufweist, wie es bei der Durchführung des erfindungsgemässen Ver fahrens mit gedrilltem Garn aus vollsynthetischem Material der Fall ist, so kann es gleichzeitig um mehrere Wickelgänge vom Wickel springen, so dass das Garn an dieser besonderen Stelle praktisch ohne Spannung bleibt, und das durch die Verdrillung er zeugte Torsionsmoment verursacht dann, dass das Garn sich verknotet oder in Schleifen legt, so dass eine mangelhafte Ware erhalten wird.
Die vorliegende Erfindung umfasst daher weiter einen Garnwickel zur Ausführung des Verfahrens, bei dessen Verwendung dieser Nachteil nicht auf tritt. Dieser Garnwickel ist gekennzeichnet durch eine Spule, auf der gedrilltes, einfädiges Garn aus vollsynthetischem Material, insbesondere Poly amiden, in einer Richtung aufgewickelt ist, die der Richtung des Dralles entgegengesetzt ist, wobei die Spule an ihrem Abzugsende eine garnfreie Zone auf weist, auf die das Garn beim Abziehen von der Spule aufschlupfen kann.
Wenn Strumpfbahnen oder Strümpfe hergestellt werden, werden in deren Schaftteil vorzugsweise nicht mehr als vier Reihen hintereinander mit jedem Garn gestrickt.
Ein Strumpf oder eine Strumpfbahn, bei welcher die Beinpartie (Schaft) und/oder die Saumpartie nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellt worden ist, zeichnet sich dadurch aus, dass die so gestrickte Partie dehnbar ist und im entspannten Zu stand ein Fischgräten- oder Waschbrettmuster besitzt, welches davon herrührt, dass sich die Maschen durch das Freiwerden des in ihnen vorhandenen Dralles auf ihre Kanten drehen.
Bei dem vorliegenden Verfahren wird das Garn nicht mit Klebstoff behandelt, da diese Arbeitsweise, wie oben bereits angegeben, keinen Vorteil darstellt. Statt dessen kann zweckmässig nach dem Drillen und vor dem Verstricken das Garn in besonderer Weise aufgespult werden, wodurch verhindert wird, dass sich das Garn auf seinem Wege nach der Strick- oder Wirkmaschine krängelt und Schleifen bildet.
Insbesondere kann jedes der gedrillten Garne auf eine Spule in einem Drehsinn aufgewickelt werden, der seinem Drall entgegengesetzt ist, das heisst, das Garn mit dem Z-Drall wird auf die Spule im Uhr zeigersinn, und das Garn mit dem S-Drall wird ent gegen dem Uhrzeigersinne aufgewickelt. Ausserdem ist es von Vorteil, wenn das Garn nur über einen Teil der Spule aufgewickelt wird, so dass ein Teil der Spule, beispielsweise ein Viertel ihrer Länge, garnfrei bleibt. Bei dieser Anordnung wird, wenn das Garn vom freien Ende der Spule zur Strick maschine abgezogen wird, durch den im Garn vor handenen Drall verursacht, dass sich dieses nach dem Kern der Spule zu dreht und das freie Ende der Spule umfasst.
Infolgedessen wird der Drall, durch den normalerweise ein Krängeln oder eine Schleifen bildung des Garnes an dieser Stelle verursacht wer den würde, dazu benutzt, diesen Nachteil zu be seitigen.
Die Spule, auf die das Garn aufgewickelt wird und von der es der Strickmaschine zugeführt wird, kann aus irgendeinem üblicherweise benutzten Ma terial bestehen. Vorzugsweise wird jedoch für die Spule Synthan, Holz oder ein anderes Material be nutzt, das ermöglicht, dass sich ein elektrostatisches Feld zwischen der Spule und dem von ihr abgezo genen Garn ausbildet. Auf diese Weise wird ein Anhaften des Garnes an der Spule erleichtert.
Wie bereits angegeben, eignet sich das erfin dungsgemässe Verfahren insbesondere zur Herstel lung von durchsichtigen voll geminderten Strumpf waren. Es wurde gefunden, dass besonders schöne Resultate erhalten werden, wenn für eines der ge drillten Garne vor dem Drillen fixiertes und für das andere gedrillte Garn sowie für das ungedrillte Garn unfixiertes Garn verwendet wird. Es kann jedoch auch für beide gedrillten Garne fixiertes Garn ver wendet werden, wobei ebenfalls gute Produkte erhal ten werden.
Wenn also beispielsweise Strumpfwaren, hergestellt werden und hierbei für das eine gedrillte Garn ein Garn benutzt wird, das vor dem Drillen fixiert worden ist, während das andere gedrillte Garn einfach ohne Fixierung gedrillt worden ist, so besitzt das hergestellte Erzeugnis eine sehr hohe Elastizität (eine Dehnung in der Grössenordnung von 150-250 /o.) und eine genau bestimmte Musterung. Wenn nur unfixierte Garne benutzt werden, ist die Dehnbarkeit des erhaltenen Erzeugnisses etwas ge ringer, aber die Musterung ist praktisch die gleiche, wie sie unter Verwendung nur eines einzigen fixier ten Garnes erhalten wird.
Werden dagegen für beide gedrillten Garne solche verwendet, welche vor dem Drillen fixiert wurden, so besitzt das erhaltene Er zeugnis elastische Eigenschaften, die denen des Er zeugnisses etwa gleichwertig sind, bei dem von nur einem fixierten Garn ausgegangen wurde, obgleich die Ware sich etwas wirft, das heisst ein kreppartiges Aussehen besitzt.
Für das erwähnte Fixieren der zu drillenden Garne, das keinen Teil des erfindungsgemässen Ver fahrens bildet, können die üblichen Verfahren an gewendet werden; vorzugsweise soll hierbei kein Schrumpfen des Garnes eintreten, da sonst das fixierte Garn eine andere Denierzahl als das un- fixierte besitzt und ein Erzeugnis mit weniger er wünschtem Aussehen erhalten wird. Zweckmässig wird Garn verwendet, das auf feste Zylinder gewickelt etwa 15 bis 30 Minuten Dampf bei<B>110</B> bis 130 C oder heissem Wasser ausgesetzt worden ist.
An sich können Garne von beliebiger Denierzahl benutzt werden, obgleich einer der wesentlichen Vor teile des Verfahrens gerade darin besteht, dass nach ihm zum erstenmal dehnfähige Strumpfwaren von grösster Feinheit hergestellt werden können. Ge eignete Garngrössen sind solche von 10, 12 und 15 Denier, die auch am meisten zur Verfügung stehen.
Das Ausmass des dem gedrillten Garn erteilten Dralles kann verschieden sein, doch soll der Drall im Bereich von 2 bis 16 Drehungen je cm liegen. Vorzugsweise wird das Garn so stark gedrillt, dass es je cm 4 bis 8 Drehungen besitzt, und jedes Garn soll im gleichen Ausmasse gedrillt werden. Für dieses Drillen können die üblichen Drillvorrichtungen be nutzt werden.
Nachdem die Garne gedrillt und in der oben be schriebenen Weise aufgespult worden sind, kann die gewünschte Wirkware unter Verwendung einer Strick- oder Wirkmaschine oder einer ähnlichen Vorrichtung, mit der abwechselnd eine oder mehrere Maschenreihen zunächst mit dem einen und dann mit dem andern gedrillten und hierauf mit dem ungedrillten Garn gestrickt werden können, herge stellt werden. Bei der Herstellung von voll gemin derten Strumpfwaren sollen mindestens in der Bein partie nicht mehr als vier aufeinanderfolgende Ma schenreihen aus dem gleichen Garn hergestellt wer den; mehr als vier derartige Reihen bilden im Strumpf Streifen, das heisst Flächen von verschie denen Tönungen.
Der Saum des Strumpfes kann beliebige Form haben. Es kann ein üblicher Saum, für welchen bei spielsweise ein Garn von 40 Denier benutzt wird, verwendet werden. Es könnten auch Maschenreihen aus nicht gedrilltem einfädigem Nylongarn vom glei chen oder verschiedenen Denier, oder aus mehr- fädigem Garn mit solchen aus entgegengesetzt ge drillten mehrfädigen oder einfädigen Garnen abwech seln.
Ebenso können in der Beinpartie ein ungedrill- tes und zwei entgegengesetzt gedrillte Garne vom gleichen oder verschiedenen Denier miteinander ab wechseln.
So kann beispielsweise ein Strumpf her gestellt werden, indem abwechselnd je zwei Ma schenreihen mit rechts gedrilltem einfädigem Nylon- garn von 15 Denier und acht Drehungen je cm, mit links gedrilltem einfädigem Nylongarn von 15 Denier und acht Drehungen je cm und mit ungedrilltem ein- fädigem Nylongarn von 15 Denier gestrickt werden.
Nachdem der Strumpf gestrickt worden ist, wird' er vorteilhaft dadurch entspannt, dass er spannungsfrei bei Zimmertemperatur wenigstens 2-6 Stunden und vorzugsweise 24 Stunden stehengelassen wird. Hier durch wird ermöglicht, dass durch den Drall die Ma- sehen über ihre Kanten in eine entspannte Stellung gedreht werden, durch die der Wirkware ein fisch- grät- oder waschbrettartiges Muster erteilt wird.
Nach dem Entspannen wird die Wirkware zweck mässig in dem entspannten Zustand teilweise fixiert, um die Maschenbildung in dem entspannten Zu stand festzulegen. Diese Massnahme gehört nicht mehr zur Erfindung und kann in irgendeiner ge eigneten Weise durchgeführt werden, beispielsweise indem die Wirkware in lockerer Form in eine Be handlungskammer gebracht und 15-60 Minuten Wärme (Wasserdampf) einer Temperatur von etwa 75 bis 100 C und einer relativen Feuchtigkeit zwi schen 70 und 10011/a ausgesetzt wird.
Vorzugsweise wird die Ware der Wärme 50 Minuten bei einer relativen Feuchtigkeit von 7011/o ausgesetzt, wie sie durch 86 C am feuchten Kolben und 96 C am trockenen Kolben eines Psychrometers angezeigt wird. Darauf kann die Ware, was ebenfalls nicht mehr zur Erfindung gehört, gereinigt, gefärbt und in üblicher Weise geprüft und zugerichtet werden. Da sie stark zusammengezogen ist, muss sie auf einer kleineren Zurichtform als üblich zugerichtet werden, d'11 sonst ihre Elastizität beim Fixieren zum grossen Teil verlorenginge.
So hat beispielsweise ein Damen strumpf der Grösse 91/2 normalerweise eine Länge von etwa 78 cm und wird auf einer Form derselben Länge zugerichtet. Ein erfindungsgemäss hergestellter Strumpf der Grösse 91/2 hat jedoch im entspannten Zustand nur eine Länge von etwa 45-60 cm und soll daher auf einer Form dieser Länge und ent sprechend kleinerer Breite fertiggestellt werden.
Die Erfindung wird durch das folgende Beispiel näher erläutert: Es werden drei auf je eine Spule gewickelte Garne verwendet.
Für das erste wird von einem einfädigen Nylon- garn von 15 Denier ausgegangen, das vorgängig fixiert wurde, indem es auf eine Metallspule oder einen Zylinder, der hohe Dampftemperaturen aus hält, aufgewickelt und der Wickel aus dem Nylon- garn dann in einen Behälter eingesetzt und in diesem wenigstens 15 Minuten einem Dampfdruck von etwa 1,75 kg/cm2 ausgesetzt wurde.
Durch diese vor gängige Fixierung, die keinen Bestandteil des erfin dungsgemässen Verfahrens darstellt, wird gewähr leistet, dass die herzustellende elastische Verdrillung durch keine spätere Dampfbehandlung des Garnes oder der Maschenware mehr fixiert wird, sondern in dem Garn das notwendige Torsionsmoment aufrecht erhält, um die Dehnbarkeit der Maschenware her vorzurufen. Obgleich das Fixieren des Garnes auf einem festen Zylinder bevorzugt wird, so können doch auch gute Resultate erzielt werden, indem das Garn mit Dampf oder heissem Wasser in Form von Strängen oder Kuchen behandelt wird, was ein Schrumpfen des Garnes ermöglicht.
Dem so fixierten Garn wird ein Drall von vier Umdrehungen je cm im Z-Sinne erteilt, um das zur Erzeugung der dehnbaren Ware notwendige Tor- sionsmoment zu schaffen. Die erforderliche Anzahl der Windungen hängt vor allem von der Stärke oder dem Denier des Garnes und dem gewünschten Aus mass der Dehnbarkeit der Wirkware ab. Dem 15- Denier-Garn dieses Beispiels sollten jedoch zwei bis vier Windungen gegeben werden.
Nach dem Drillen wird das Garn in der weiter unten näher erläuterten Weise auf eine Holzspule aufgewickelt, von der es in der oben beschriebenen Weise einer Strumpfwaren-Strickmaschine zugeführt werden kann. Die Spule hat z. B. eine Länge von etwa 25 cm und einen Durchmesser von etwa 3,5 cm. Das Garn wird auf die Spule vom Boden her aufgespult, wofür eine Spulvorrichtung mit einem Hub von etwa 5 cm benutzt wird. Am obern Ende der Spule werden etwa 5 cm freigelassen, die als Abschlupfzone dienen.
Für das zweite zu verarbeitende Garn wird eben falls von einem einfädigen Nylongarn von 15 Denier ausgegangen; dieses wird jedoch im unfixierten Zu stande verarbeitet. In gleicher Weise wie dem ersten Garn wird ihm ein Drall von vier Umdrehungen je cm, diesmal jedoch im S-Sinne erteilt. Auch dieses Garn wird nach dem Drillen auf eine Holzspule auf gewickelt.
Als drittes Garn wird ein unfixiertes und unge- drilltes einfädiges Nylongarn von ebenfalls 15 Denier verwendet. Die Strumpfware wird unter Verwen dung von drei Trägersystemen, je eines für jedes Garn, unter Vermeidung von Krängelung gestrickt, wobei für die Herstellung der Beinpartie eines ferti gen vollgeminderten Strumpfes abwechselnd zwei Maschenreihen aus dem fixierten Z-gedrillten Garn,
zwei Maschenreihen aus dem unfixierten S-gedrillten Garn und zwei Maschenreihen aus dem unfixierten, ungedrillten Garn gebildet werden. Der Saum wird aus 40 Denier mehrfädigem Garn (mit sechs Um drehungen/cm) hergestellt.
Nachdem das Erzeugnis aus der Maschine ge nommen worden ist, wird es unter den in der Strickerei herrschenden Bedingungen (28 C und 5211/o relative Feuchtigkeit) 24 Stunden sich entspan nen gelassen. Das Torsionsmoment in dem Garn be wirkt dabei eine Verdrehung der Maschen, so dass eine Wirkware mit einem durch die Maschenreihen aus dem ungedrillten Garn unterbrochenen Fisch grätenmuster erzielt wird. Nach dem Verfestigen, Säumen, Reinigen, Färben und Zurichten oder For mieren wird ein Strumpf mit etwa kreppartigem Aus sehen erhalten, der aber eine ausgezeichnete Elasti zität besitzt.
Die Grösse des auf der Spule garnfrei gelassenen Raumes, das heisst die Grösse der Schlupf- -oder Ab gleitzone am Abzugsende, die erforderlich ist, um ein Krängeln oder eine Schleifenbildung des gedrill ten Garnes zu vermeiden, kann sehr verschieden sein und hängt von den verschiedenen andern Ar beitsfaktoren ab, wie der Grösse des Dralles oder des Torsionsmomentes im Garn, dem Durchmesser, der Länge und der Glätte der Spule, der Länge und der Dicke des auf ihr aufgespulten Garnes, der Länge des Aufspul- oder Wicklungshubes, dem Material, aus welchem die Spule hergestellt ist,
dem Abstand, den das Garn durchlaufen muss, um die erste Führung der Wirkmaschine zu erreichen, der Er schütterung der Maschine, den statischen Felddiffe rentialen und der Dichte des Wickels. Die Grösse dieser Zone kann jedoch für irgendeine gegebene Reihe von Arbeitsbedingungen leicht ermittelt wer den. Ganz allgemein wurde jedoch gefunden, dass, da das Drehmoment in einem vor dem Drillen fixier ten Garn für den gleichen Drall grösser ist als bei einem nichtfixierten Garn, das vor dem Drillen fixierte Garn eine grössere Schlupf- oder Abgleit- zone erfordert. Auch ist mit Erhöhung des Dralles in dem Garn eine grössere Abgleitzone erforder lich.
Es wurde ferner gefunden, dass das Garn bei seinem Abzug einen Oberflächenkontakt zur Basis des Wickels in einer diagonalen Richtung von wenigstens 1/,1 des Umfanges des Wickels haben muss, um ein Krängeln zu verhindern, aber nicht mehr als 3/.4 des Umfanges, da sonst entweder die Maschen zu straff gestrickt werden oder das Garn wegen übermässigen Zuges zerreisst. Der beste Oberflächen kontakt beträgt daher 1/3 des Durchmessers des Wickels.
Was ferner den Durchmesser der Spule anbe trifft, so wird vorzugsweise die Spule benutzt, auf der das rohe Nylon geliefert wird. Diese Spule be steht aus Ahornholz und hat einen Durchmesser von etwa 3,5 cm und eine Länge von 25,4 cm. Um mit dieser Spule die besten Resultate zu erhalten, soll das Garn auf diese so aufgewickelt werden, dass etwa 3,8 cm vom Boden oder Fuss ausgegangen und das Garn dann auf die Spule durch eine Spulvorrich- tung bis auf etwa 5 cm vom Kopf der Spule aufge wickelt und hierbei ein konischer Hub von 5 cm benutzt wird.
Der Abstand von 5 cm vom Kopf ist die erforderliche Abgleitzone> beim Beginn des Abzuges von der Spule, um ein Krängeln oder eine Schleifenbildung zu verhindern. Wenn das Garn von der Spule abgezogen wird und sich nach dem Fusse bewegt, dann besteht natürlich ein grösserer Ober flächenkontakt mit der Basis der Spule, aber dieser reicht nicht aus, eine übermässige Verknap pung des Garnes in der Masche oder ein Zerreissen des Garnes im Kopf der Wirkmaschine herbeizu führen. Bei Spulen mit einem Durchmesser unter 2,5 cm tritt diese Schwierigkeit jedoch zuweilen auf, und sie sollte daher vermieden werden.
Es wurde auch gefunden, dass eine Spulenbasis von etwa 2,0 cm einen Abstand vom Kopf zum Garn von nur etwa 1,6 cm als Abgleitzone erfordert, doch muss dann höher als 3,8 cm vom Fuss aus gegangen werden, da das Garn während des Ab zuges von einem derartig kleinen Durchmesser eine zu grosse Oberflächenfriktion erfährt. Basisdurch messer im Bereich von etwa 2,5 bis etwa 4,5 cm sind die besten, jedoch können auch grössere oder kleinere Durchmesser mit Erfolg benutzt werden.
Die zweckmässige Dicke oder Höhe des Garn wickels auf der Spule beträgt im allgemeinen etwa 0,65 bis 1,25 cm, aber es kann auch von einem Wickel gestrickt werden, der ausserhalb dieses Be reiches liegt. Eine Hublänge von etwa 3,8 bis 5 cm hat sich als zweckmässig erwiesen, und der Abstand vom Kopf der Spule bis zur ersten Führung an den Wirkmaschinen kann etwa 5 bis 20 cm betragen, obgleich der Abstand nicht entscheidend ist. Die Dichte der Wicklung hängt von der Grösse des Zuges ab, der bei der Überführung des Garnes auf die Spule angewendet wird. Normalerweise ist eine ziemlich dichte Wicklung der Spule erwünscht, und eine Wicklung mit einer Dichte von 80 hat sich als brauchbar erwiesen (wobei mit Dichte eine Härte messung in kg/cm2 bezeichnet wird).
An der Erfindung können natürlich auch ver schiedene Änderungen getroffen werden. So kann beispielsweise in weiterer Ausbildung der Abgleit- zone ein lose passender Reifen, Ring oder derglei chen auf den Kopf der Wicklung aufgesetzt werden. Durch diese Hilfsmittel wird das Verhindern der Schleifenbildung oder des Krängelns des Garnes unterstützt, wenn es zwischen diesen Hilfsmitteln und der Spule abgezogen und der Strickmaschine zugeführt wird.
Obgleich die Erfindung insbesondere bei der Herstellung von voll geminderten Strumpfwaren von Vorteil ist, so kann sie doch ganz allgemein auch zur Herstellung von irgendwelchen andern Wirk waren aus Nylon benutzt werden, für die eine hohe Elastizität oder Dehnfähigkeit erwünscht ist. Unter Nylon sollen hier ganz allgemein die bekannten synthetischen linearen Polyamide verstanden werden.