CH342073A - Vorrichtung zur Herstellung von Fettprodukten, insbesondere Margarine - Google Patents
Vorrichtung zur Herstellung von Fettprodukten, insbesondere MargarineInfo
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Description
Vorrichtung zur Herstellung von Fettprodukten, insbesondere Margarine Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung zur Herstellung von Fettprodukten, insbesondere Margarine. Im nachstehenden wird die Vorrichtung in ihrer Anwendung zur Herstellung von Margarine beschrieben.
Bei der. Herstellung von Margarine wird eine Emulsion aus Wasser bzw. Milch und Öl oder ge schmolzenem Fett in verschiedener Weise abge kühlt.
So kann man eine heisse Emulsion mit kaltem Wasser besprühen. Mit diesem sogenannten Du schensystem bilden sich infolge der geringen Bewe gung während des Kühlens und der langsamen Ab kühlung zu grobe Fettkristalle. Durch Behandlung mit Knetwalzen kann man ein homogeneres Produkt erhalten, doch kann man die durch dieses Kühl system bedingte Kristallisation nicht mehr beein flussen.
Beim Kühlen mit den bekannten Kühltrommeln erreicht man eine rasche Abkühlung ohne Anwen dung von Druck und praktisch ohne Bewegung. Durch eine anschliessende Nachkristallisation kann man im fertigen Produkt eine gute, ziemlich feine Kristallstruktur erreichen.
Eine weitere bekanntgewordene Kühlmethode be steht darin, einen sogenannten Votator zu verwenden. Bei diesem System verwendet man geschlossene tief gekühlte Röhren. In diesen Röhren wird die Emul sion durch ein Rühr- und Kratzsystem in Bewegung gehalten, wobei feine Kristalle entstehen, die in der Praxis oft zu fein werden, so dass man eine salben- förmige, fettig schmeckende Margarine erhält.
Es wurde bereits versucht, diesen Nachteil des an sich guten Votatorsystems zu beheben, indem man in der Emulsion Kristalle vorbildete, die eine gröbere Kristallisation bewirken sollten. Durch Erhöhung der Temperatur der erhaltenen kristalli- sierten Masse schmelzen die feinsten Kristalle wie derum, wonach nochmals kristallisiert wird und man ein Endprodukt mit besserer Kristallstruktur erhält.
Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung können diese Nachteile beseitigt werden. Es wurde gefunden, dass man Margarine oder Fettmischungen von hoher Qualität in sehr einfacher Weise in einer verhältnis. mässig sehr einfachen Apparatur herstellen kann.
Es hat sich gezeigt, dass die gewünschten Di mensionen der Kristalle in der festen. oder pasten- förmigen Emulsion oder Fettmasse erzielt werden kann, wenn man eine noch flüssige Emulsion oder Fettmasse, die unter Druck gehalten wird, unter kräftiger Bewegung rasch kühlt. Dies kann mit Hilfe der erfindungsgemässen Einrichtung erzielt werden, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass sie ein Kühl rohr sowie eine Druckvorrichtung aufweist und letz tere geeignet ist, eine flüssige Fettmasse unter so hohem Druck durch das Kühlrohr zu pressen, dass die im Kühler sich verfestigende Fettmasse ohne Rühr- und/oder Schabevorrichtung kontinuierlich das Rohr durchfliesst.
Es sind ziemlich hohe Drücke erforderlich, da keine andern Mittel vorgesehen sind, um die Emul sion oder Fettmasse im Rohr zu bewegen, wobei diese Drücke beträchtlich grösser sind als in einem Votator. Der verwendete Anfangsdruck ist vorteil- hafterweise mindestens 40 Atmosphären überdruck. Während im Votator die Energie durch die Rühr- und Schabeeinrichtung zugeführt wird, führt man hier diese Energie in Form von sehr hohem Druck zu. Dieser Druck fördert die Kristallisation.
Vorteilhaft ist eine Pumpe vorgesehen, welche geeignet ist, die flüssige Fett-Öl-Wasser-Emulsion oder die flüssige Fettmasse in das Rohr, das vorzugs weise im Gegenstrom gekühlt wird, einzupressen. Versuche haben ergeben, dass Wasserkühlung mei stens genügt. Als Wasser kann man Grundwasser, das gewünschtenfalls mit Eis gekühlt wird, verwen den. Beim Durchfliessen des gekühlten Rohres wird die Emulsion oder Fettmasse immer viskoser und verlässt den Apparat in mehr oder weniger unter kühltem Zustand, worauf die Kristallisation statt findet.
Am Ausgangsende des Rohres können-Verteiler- einrichtungen wie Platten, weitmaschige Siebe und dergleichen vorgesehen sein, welche die immer noch unter Druck stehende Masse zerteilen und homo genisieren und ihr mindestens eine Nachbehandlung erteilen. Mit Hilfe eines Hahnens kann der Druck, unter welchem die unterkühlte Emulsion oder Fett masse den Apparat verlässt, das sogenannte Pres sen>>, geregelt werden. Ferner können Mittel vorhan den sein, um in die Emulsion oder Fettmasse Luft oder ein anderes Gas in feiner Verteilung einzu pressen, bevor sie das Kühlrohr verlässt. Am Ende des Rohrsystems kann der Druck immer noch etwa 20 Atmosphären betragen.
Die Vorrichtung kann mit Vorteil Mittel auf weisen, um das gekühlte Rohr, insbesondere an der Stelle, wo sich die Margarine oder das Fett darin verfestigen, zur Vibration zu bringen. Dadurch er fährt die gekühlte Masse eine zusätzliche Bewe gung, so dass das Entstehen zu grober Kristalle ver hindert wird.
Versuche in der Praxis haben ergeben, dass schon mit einem einfachwandigen Spiralrohr in einem Wasserbehälter, der gegebenenfalls eisgekühltes Wasser enthält, besonders gute Ergebnisse erzielbar sind. In diesem Falle erfolgt die Kälteübertragung von der Rohrwand zu dessen Mitte. Vorzugsweise weist die Vorrichtung jedoch ein doppelwandiges Rohr auf, wobei das Kühlwasser auch durch das innere Rohr fliesst und die Emulsion oder Fettmasse sich in verhältnismässig dünner Schicht zwischen der äussern Wand des Innenrohres und der innern Wand des Aussenrohres bewegt.
Es bewegt sich dann zwi schen beiden Wänden eine Schicht der Emulsion oder Fettmasse. Die Kühlung erfolgt dann sehr rasch, so dass die Emulsion rasch durch die Appara tur fliessen kann. Die Fliessgeschwindigkeit liegt bei spielsweise im Bereich von etwa 0,5 m/sec.
Die Einrichtung hat verschiedene Vorteile. Kühl trommeln oder andere teure Installationen sind nicht mehr notwendig. Die Emulsion oder Fettmasse steht mit der Atmosphäre nicht in Kontakt, so dass die Infektionsgefahr sehr gering ist und die Vorrich tung deshalb sehr hygienisch arbeitet. In diesem ge schlossenen Rohrsystem werden Verluste vermieden.
Da keine Rührer, Schaber oder dergleichen ver wendet werden, gibt es keine beweglichen Teile und daher geringere Unterhaltskosten und ausserdem geringere Gefahr der Verunreinigung der behandel ten Masse durch Metallteilchen.
Die neue Einrichtung ermöglicht ferner eine billige Herstellung des Fettproduktes. Es lassen sich mit dieser Einrichtung durch Veränderung des Druckes, des Temperaturgefälles und der Durch flussgeschwindigkeit auch die Art und Geschwin digkeit der Kristallisation je nach Art und Zusam mensetzung des Ausgangsmaterials regeln.
Die erfindungsgemässe Einrichtung kann nicht nur zur Herstellung von Margarine und dergleichen Öl und/oder Fett enthaltenden Emulsionen, sondern auch von Fett oder Fettmischungen verwendet wer den, wobei die gewünschte Kristallisation des Fettes in den Rohren mittels sehr hohem Druck der bis zu <B>100</B> Atmosphären und mehr betragen kann, erzielt wird. Das derart gewonnene Fett kann beim Ver lassen des Rohres geknetet oder durch Zerteilungs- einrichtungen geführt werden.
Mit der erfindungsgemässen Einrichtung kann beispielsweise wie folgt gearbeitet werden: Eine Emulsion bestehend aus 82 Gew.% Fett- Öl-Komponente, 16 Gew % Wasser und als Rest übrige Zusätze wie geschmackgebende Stoffe, Farb stoffe, Konservierungsmittel, falls erforderlich, oder dergleichen,
wobei die Fett-Öl-Komponente aus 20 Gew o/o Kokosfett, 30 Gew.% Palmöl, 20 Gew II/o Rapsöl und Rest Fischöl besteht, wird bei 32 C in ein Spiralrohr eingeführt.
Das Spiralrohr hat eine lichte Weite von 10 mm und eine Länge von 50 m und wird von aussen mit Wasser gekühlt. Das Kühlwasser hat eine Anfangs temperatur von 10 C, die auf etwa 14 C ansteigt. Der am Anfang auf die Emulsion ausgeübte Druck ist 150 Atmosphären, während der Druck, bei dem die sich verfestigende Emulsion am Ende der Ein richtung vor der Zerteileinrichtung und bevor die sich verfestigende Emulsion die Einrichtung verlässt, noch 80 Atmosphären beträgt. Die Emulsion ver lässt den Apparat mit einer Temperatur von 17 C.
Der Ausstoss ist 165 kg/h, was einer Durchfluss- geschwindigkeit von 0,5 m/sec entspricht.
Wenn das Spiralrohr doppelwandig ist und die gleiche Kühlfläche aufweist, so genügt eine Rohr- länge von 20 m, und die Durchflusszeit ist nur 40% der oben genannten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Einrichtung zur Herstellung von Fettprodukten, insbesondere Margarine, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Kühlrohr sowie eine Druckvorrichtung aufweist und letztere geeignet ist, eine flüssige Fett masse unter so hohem Druck durch das Kühlrohr zu pressen, dass die im Kühler sich verfestigende Fettmasse ohne Rühr- und/oder Schabevorrichtung kontinuierlich das Rohr durchfliesst. UNTERANSPRÜCHE 1. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlrohr ein Spiralrohr ist. 2. Einrichtung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch Mittel zum Zerteilen der Fettmasse nach dem Verlassen des Kühlrohres. 3.Einrichtung nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie Trennplatten oder Siebe aufweist. 4. Einrichtung nach Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, um diejenigen Teile des Kühlrohres, in denen die Masse sich verfestigt, zur Vibration zu bringen. 5. Einrichtung nach Unteranspruch 1, gekenn zeichnet durch ein doppelwandiges Kühlrohr, in welchem die Masse zwischen den beiden Wänden hindurchfliessen kann. 6. Einrichtung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch Mittel zum Einpressen eines Gases in die Masse, bevor diese das Kühlrohr verlässt.
Applications Claiming Priority (1)
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-
1954
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