Arbeitsbock, insbesondere zum Ausführen von Polsterarbeiten Die vorliegende Erfindung betrifft einen insbeson dere zum Ausführen von Polsterarbeiten dienenden Arbeitsbock, der sich dadurch auszeichnet, dass ein zum Aufsetzen eines Werkstückes bestimmter Träger mit Hilfe einer Universal-Gelenkvorrichtung in belie biger Richtung neigbar und feststellbar am obern Ende eines in der Höhe verstellbaren Ständers ange ordnet ist.
In der beigefügten Zeichnung ist beispielsweise eine bevorzugte Ausführungsform des Erfindungs gegenstandes veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt diesen Arbeitsbock in Seitenansicht und teils im senkrechten Schnitt.
Fig. 2 stellt einen senkrechten Schnitt nach der Linie II-11 in Fig. 1 dar.
Fig. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie 111-III in Fig. 1.
Fig. 4 zeigt eine perspektivische Darstellung des Arbeitsbockes mit einem darauf angeordneten Pol sterstuhl.
Der dargestellte Arbeitsbock weist einen in der Höhe verstellbaren Ständer auf, der wie folgt aus gebildet ist: Ein senkrecht verlaufendes Rohrstück 11 ist an seinem untern Ende mit einem dreiarmigen Fuss 12 versehen. Von jedem Arm des Fusses 12 geht eine schräg verlaufende Stütze 13 gegen die obere Endpartie des Rohrstückes 11, um das letztere gegen Schwingungen zu sichern. Das Rohrstück 11 bildet eine Führung für eine senkrechte, ausziehbare Säule 14 mit zylindrischer Aussenfläche. Auf der Säule 14 ist eine Bride 15 lösbar festgeklemmt, mit deren Hilfe die Säule 14 auf der obern Stirnfläche des Führungs rohres 11 abgestützt ist.
Gemäss Fig.3 besitzt die Bride 15 zwei nach aussen abstehende Lappen 16 und 17, die mittels einer Klemmschraube 18 mit Hand griff 19 gegeneinandergezogen werden können, wobei die Bride 15 auf der Säule 14 festgeklemmt wird. Je nach der axialen Lage der Bride 15 auf der Säule 14 ergibt sich eine mehr oder weniger grosse Höhe des beschriebenen Ständers. Die Säule 14 ist dabei in der Führung 11 drehbar, wobei die Bride 15 auf dem obern Ende des Führungsrohres 11 gleiten kann.
An seinem obern Endteil ist das Führungsrohr 11 mit einem Längsschlitz 20 und beiderseits desselben mit zwei nach aussen abstehenden Lappen 21 versehen, die mit Hilfe einer Klemmschraube 22 mit zugehöri gem Handgriff 23 gegeneinandergezogen werden kön nen, zwecks Festklemmens der Säule 14, um dieselbe gegen Drehung zu sichern.
Am obern Ende des beschriebenen Ständers, das heisst am obern Ende der Säule 14, ist ein U-Stück 31 festgeschweisst, zwischen dessen beiden Schenkeln ein Rohrstutzen 32 starr befestigt ist. Die beiden Ele mente 31 und 32 bilden zusammen einen Gelenkteil eines ersten Scharniergelenkes 33, dessen anderer Ge lenkteil 34 zwei nach unten ragende Flansche auf weist, welche die parallelen Aussenflächen der Schen kel des U-Stückes 31 aussen übergreifen.
Zwischen die Schenkel des U-Stückes 31 und die Flansche des Gelenkteils 34 sind Fiberscheiben 35 eingesetzt. Die Gelenkteile 31, 32 und 34 sind durch einen Bolzen 36 zusammengehalten, der mit seinem einen Ende in eine Mutter 37 eingeschraubt ist, welche am einen der genannten Flansche des Gelenkteils 34 unlösbar be festigt ist. Der Bolzen 36 weist ferner einen Bund 38 auf, welcher den andern der genannten Flansche am Gelenkteil 34 aussen übergreift. Das von der Mutter 37 abgekehrte Endstück des Bolzens 36 ist zu einem Handgriff 39 umgebogen, mit dessen Hilfe der Bol zen 36 gedreht werden kann zwecks Zusammenpres sens oder Lösens der Teile 31 und 34 und der Fiber scheiben 35.
Durch den Bolzen 36, die Mutter 37 und den Bund 38, welche Elemente zusammen eine Klemmvorrichtung bilden, lässt sich das Scharnier- Gelenk 33 mehr oder weniger stark hemmen oder gewünschtenfalls ganz feststellen. Die Schwenkachse des Scharniergelenkes 33 verläuft rechtwinklig zur Längsrichtung der Säule 14 und somit waagrecht, wenn sich der Arbeitsbock in Gebrauchslage befindet.
Der bereits erwähnte Gelenkteil 34 besitzt auch zwei nach oben umgebogene Flansche und bildet auch Bestandteil eines zweiten Scharniergelenkes 40, das analog dem ersten Scharniergelenk 33 ausgebildet ist. Der andere Gelenkteil des zweiten Gelenkes 40 weist ebenfalls ein U-Stück 41 auf, zwischen dessen Schen kel ein Rohrstutzen 42 fest eingefügt ist, wie Fig. 2 zeigt. Zwischen die Aussenseiten des U-Stückes 41 und die nach oben ragenden Flansche des Gelenkteils ,i4 sind auch hier Fiberscheiben 43 eingesetzt. Mit Hilfe eines Bolzens 44 sind die Gelenkteile 41, 42 und 34 zusammengehalten.
Das eine, mit Gewinde versehene Ende des Bolzens 44 ist in eine Mutter 45 einge schraubt, die am einen der nach oben ragenden Flan sche des Gelenkteils 34 befestigt ist, während ein Bund 46 des Bolzens 44 den andern, nach oben ragenden Flansch des Teils 34 aussen übergreift. Das von der Mutter 45 abgekehrte Ende des Bolzens 44 weist einen Vierkantansatz auf, auf welchen ein pas sender Schlüssel 47 lösbar aufgesetzt ist. Eine auf einen Gewindeteil aufgeschraubte Mutter 48 dient zur Sicherung des Schlüssels 47 gegen unbeabsichtigtes Lösen vom Bolzen 44. Der Bolzen 44, die Mutter 45 und der Bund 46 bilden eine Klemmvorrichtung zum Hemmen des Scharniergelenkes 40 oder zum Fest stellen desselben.
Die Schwenkachse des Gelenkes 40 verläuft rechtwinklig zu jener des ersten Gelenkes 33, derart, dass beide Scharniergelenke 33 und 40 zusam men eine Universal-Gelenkvorrichtung bilden, welche gestattet, den obersten Gelenkteil 41, 42 in jeder be liebigen Richtung zu neigen.
Das U-Stück 41 ist mit der Mittelpartie einer Leiste 51 verschweisst, auf welcher ein Rahmen be festigt ist, der aus Leisten 52 und 53 besteht. Die Lei sten 52 sind auf den Endpartien der Leiste 51 abge stützt und verlaufen paarweise parallel zueinander, einen Schlitz 54 zwischen einander frei lassend. Die Leiste 51 verläuft quer über die Mitte des Rahmens 52, 53 und dient zur Verbindung des letzteren mit der Gelenkvorrichtung 33, 40. Eine Flachschiene 55 ist mit ihren beiden Endete je in der Mitte einer Rah menleiste 53 befestigt und verläuft unterhalb des Rohrstutzens 42 hindurch, mit welchem die Schiene 55 verschweisst ist.
Auf diese Weise bildet die Flach schiene 55 zwei Streben, die zur Ebene, welche die Längsachsen der Rahmenleisten 52 und 53 enthält, schräg verlaufen, wodurch ein Vibrieren des Rah mens 52, 53 bezüglich des obersten Gelenkteils 41, 42 verunmöglicht wird. Der Rahmen 52, 53 und die durch die Flachschiene 55 gebildeten Streben bilden zusammen einen Träger für ein zu bearbeitendes Werkstück, wobei die bereits erwähnte Ebene des Rahmens 52, 53 als Auflageebene für das Werk stück benutzt werden kann. Mit Hilfe der Universal- Gelenkvorrichtung 33, 40 ist der genannte Träger in beliebiger Richtung neigbar und feststellbar.
Gemäss Fig. 1, 2 und 4 der Zeichnung sind auf dem Rahmen 52, 53 zwei Winkelprofilschienen 60 befestigt, und zwar mit Hilfe von an diese Schienen angeschweissten Schraubenbolzen 61 (FiG. 1), die durch die Schlitze 54 zwischen den einander benach barten Rahmenleisten 52 hindurchragen und auf der andern Seite je eine Unterlagscheibe 62 und eine Mutter 63 tragen. Diese Muttern 63 sind je mit einem winkelförmigen Arm 64 versehen, der ein rasches Lösen und Anziehen der Mutter ermöglicht, ohne dass hierfür besondere Werkzeuge erforderlich wären.
An jeder der Profilschienen 60 sind zwei Anschläge 65 in Form von Winkelstücken 65 befestigt, die je einen in der Zeichnung nicht sichtbaren, angeschweiss ten Bolzen aufweisen, welcher durch einen zugeord neten Längsschlitz 66 der betreffenden Profilschiene 60 hindurchnagt und auf der andern Seite eine zu geordnete Mutter trägt, die genau gleich wie die Mut tern 63 ausgebildet sein kann. Anstelle von Schlitzen 66 könnten an den Profilschienen 60 auch eine Reihe von Langlöchern vorhanden sein. Die Profilschienen 60 sind bezüglich des Rahmens 52, 53 verstellbar, während die Winkelstücke 65 in bezug auf die Profil schienen 60 verstellbar sind.
In Fig. 4 ist veranschaulicht, wie die Profilschie nen 60 und die Winkelstücke 65 eingestellt werden. können, damit sie den vier Beinen eines zu bearbei tenden Polsterstuhls 70 Auflage und Halt gegen seit-. liches Abgleiten bieten, auch wenn der Rahmen 52, 53 in eine schräge Lage eingestellt wird. Der beschrie bene Arbeitsbock gestattet dann, das Polstermöbel 70 auf bequeme Weise nacheinander in alle jene Stel lungen zu bringen, die für das Anbringen der Polste rung, z. B. das Einschlagen der Nägel 71, die gün stigsten sind.
Dabei ist es zweckmässig, die Klemm schraube 22 und die Schraubenbolzen 36 und 44 nicht vollständig festzuziehen, damit allein durch Überwindung einer gewissen Reibung der Oberteil des Arbeitsbockes in der Führung 11 gedreht und der Rahmen 52, 53 in seiner Neigung verstellt werden kann. Der Arbeiter kann dabei fast unverändert am gleichen Platz bleiben, vorzugsweise so, dass für ihn die beste Beleuchtung des Werkstückes gewährleistet ist. Nicht nur zum Nageln, sondern beispielsweise auch zum Nähen von Polstermöbeln ist der beschriebene Arbeitsbock eine wertvolle Hilfe.
Gegebenenfalls kann man auf die Winkelprofil schienen 60 und die Anschlagwinkel 65 verzichten und den zu bearbeitenden Polstergegenstand unmittel bar auf den Rahmen 52, 53 aufsetzen, z. B. so, dass Beine des Polstermöbels an den Rahmenleisten 52 bzw. 53 vorbei nach unten ragen. Anstelle der Schie nen 60 lassen sich auf analoge Weise auch andere Hilfsmittel zum Aufsetzen oder Befestigen der zu bearbeitenden Werkstücke auf dem Rahmen 52, 53 befestigen, z. B. eine Tischplatte.
Gegenüber den bisher in der Polsterindustrie übli chen primitiven Arbeitsböcken, die praktisch nicht verstellt werden konnten, gewährt der beschriebene Arbeitsbock entschiedene Vorteile, wie aus der vor stehenden Beschreibung ersichtlich ist.