CH342690A - Verfahren zum Gerben von Häuten - Google Patents

Verfahren zum Gerben von Häuten

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CH342690A
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Inventor
Ehrensperger Hans
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St Lawrence Corp Limited
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/24Chemical tanning by organic agents using lignin derivatives, e.g. sulfate liquor

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Description


      Verfahren        zum    Gerben von Häuten    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gerben  von Häuten, bei welchem insbesondere wasserlösliche       Ligninderivate    als aktive Bestandteile verwendet wer  den, ein Mittel zur     Ausführung    des Verfahrens sowie  nach dem Verfahren gegerbtes Leder.  



  Die üblichen Mittel, welche für die     Gerbung    Ver  wendung finden, bestehen aus Pflanzenextrakten.  Man hat auch schon versucht, wasserlösliche       Ligninderivate    aus     Sulfitablauge    als     Gerbmittel    zu  verwenden. Jedoch hat keiner dieser Versuche zu  einer vollständigen     Gerbung    geführt. Diese Gerb  mittel mussten stets durch die üblichen     Gerbmassnah-          men    ergänzt werden, um ein für den Handel geeig  netes Leder zu erzielen.  



  Es sind auch bereits synthetische     Gerbmittel    her  gestellt worden, indem man     Ligninsulfonsäure    aus  sauren Ablaugen mit andern chemischen Stoffen,  beispielsweise mit einem Aldehyd und Harnstoff um  gesetzt hat. Diese     Gerbmittel    werden vor der Ger  bung separat hergestellt, also nicht etwa während  der eigentlichen     Gerbung    gebildet, indem man die  aktiven Substanzen bei hoher Temperatur zur Kon  densation bringt, um auf diese Weise wasserlösliche  Polymere herzustellen. Diese Polymere     sind    sauer,  damit sie ähnlich wie die vegetabilischen     Gerbmittel     durch ihre chemische Affinität zu dem Gewebe der  tierischen Haut wirken.

   Aber auch diese Stoffe be  wirken bloss eine teilweise     Gerbung    und bedürfen der  Ergänzung durch die üblichen     Gerbmassnahmen.     



  Ferner hat man     Gerbmittel    auch schon herge  stellt, indem man     Alkalilignine    aus alkalischen Ab  laugen mit chemischen Stoffen, beispielsweise mit  Chlor behandelte, und dadurch ein substituiertes       Lignin    herstellte. Auch mit diesen Produkten lässt  sich nur eine teilweise     Gerbung    erzielen.  



  Es ist nun gefunden worden, dass man eine  gute     Gerbung    erreichen kann, wenn man in und auf    dem zur Lederherstellung vorbereiteten     Häutematerial     aus einer     wässrigen    Lösung, mit welcher das Häute  material getränkt wird und welche als Bestandteile       ein        wasserlösliches        Ligninderivat,    ein     wasserlösliches          Di-    oder     Polyamid    einer zwei- oder mehrbasischen  Säure, z.

   B. ein entsprechendes     Amid    der     Cyanur-          säure    oder einen Stoff, der ein solches     Säureamid     abgibt und einen wasserlöslichen Aldehyd oder einen  Stoff, der     einen    solchen abgibt, enthält, wobei der  Aldehyd und das     Säureamid    miteinander umgesetzt  sein können, durch Ansäuern bei Raumtemperatur  einen weitgehend     inerten,    irreversiblen, wasserunlös  lichen Niederschlag erzeugt. Diese     Gerbung    kann ent  weder für sich allein durchgeführt werden, oder man  kann sie, sofern es erwünscht ist, als Zusatz zu an  dern     Gerbverfahren    benutzen.  



  Die gemäss vorliegender Erfindung normaler  weise verwendeten umgearbeiteten     Lignine    sind       Ligninderivate,    die man nicht in der Natur vor  findet. Sie gehören auch nicht in die Klasse der  Extrakte, denn sie sind chemisch umgewandelt und  infolgedessen verschieden von den     ursprünglichen,     natürlichen     Ligninen    in der Holzfaser.  



  Vorteilhaft verwendet man für das erfindungs  gemässe Verfahren wasserlösliche     Ligninderivate,    die  in den Ablaugen aus den chemischen Verfahren zur  Herstellung von Papierbrei enthalten sind. Man  kann aber auch die umgewandelten     Lignine    benutzen,  die beispielsweise durch die Auflösung des Rück  standes der     Verzuckerungsprozesse    von     Cellulose    er  halten werden, beispielsweise nach dem Verfahren von       Bergius    und     Scholler.     



  Die Laugen werden gewöhnlich als saure Ab  laugen und alkalische Ablaugen bezeichnet. Die       Lignine    aus dem Rückstand der     Verzuckerungsver-          fahren    werden mit Alkali oder andern     Agentien    gelöst  und gehören zur alkalischen Gruppe. Die umgewan-      Belten     Lignine,    welche aus den sauren Ablaugen ge  wonnen werden, werden als     Säurelignine    bezeichnet,  während man die umgewandelten     Lignine    aus alkali  schen Ablaugen     Alkalilignine    nennt.  



       Sulfitablauge    ist eine saure Lauge. Dies ist in  zweckmässiger Weise in der April-Ausgabe 1949 der  Zeitschrift     Chemistry    in     Canada    auf Seite 36 erläu  tert. Bei dem Verfahren zur Herstellung von Papier  brei mit     Sulfit    werden die Holzspäne mit einer sau  ren     Calcium-bisulfitlösung    gekocht. Am Ende der  Kochperiode bleibt ungefähr die Hälfte des Holzes als  mehr oder weniger reine     Cellulose    zurück, und der  Rest des Holzes     (Lignin,    Zucker usw.) löst sich auf,  und die Flüssigkeit wird als     Sulfitablauge    bezeichnet.  



  Der hauptsächliche Bestandteil der     Sulfitablauge     ist     Ligninsulfonsäure,    ein     Ligninderivat,    in welchem  mindestens eine     Sulfogruppe    in das     Ligninmolekül     durch den chemischen     Kochprozess    bei der Brei  herstellung eingeführt wurde. Die     Ligninsulfonsäure     ist in der sauren Lauge in Form eines Salzes ent  halten, welches dem .besonderen Material entspricht,  welches bei der Herstellung der     Bisulfitsäure    Verwen  dung fand.

   Die zumeist verwendeten     alkalischen     Stoffe sind     Calcium,    Magnesium, Ammonium und  Natrium.     Sulfitablaugen    sind starksauer und weisen  einen PH-Wert von 2 oder noch weniger auf, wenn sie  frisch sind. Wenn man sie aber konzentriert oder  feste Stoffe daraus herstellt, verlieren sie den grössten  Teil ihrer Säure, da die flüchtigen Säuren während  des     Eindampfens    weggehen. Die festen Rück  stände weisen, wenn sie aufgelöst werden, einen     AI-          Wert    von 4,5 oder darüber auf.  



       Alkalilignine    (vgl. beispielsweise USA-Patent       Nr.2639968)    enthalten die umgewandelten     Lignine,     welche sich bilden, wenn Holz oder anderes     Lignin-          cellulosematerial    einer heissen alkalischen Behand  lung, gewöhnlich unter     Druck,    unterworfen wird.

    Diese     Alkalilignine    sind in der Ablauge enthalten,  welche aus verschiedenen     Papierbreiverfahren    her  rührt, beispielsweise aus dem     Sodaverfahren,        d:m     Sulfat- oder     Kraftprozess,    oder aus dem alkalischen       Sulfitverfahren.    Sie können mehr oder weniger kleine  Unterschiede in der besonderen Zusammensetzung  aufweisen, je nach dem, ob sie aus dem Soda-,     Sulfat-          oder    alkalischen     Sulfitverfahren    herkommen, bei wel  chem verschiedene Mengen von alkalischen Stoffen,  wie     Alkalihydroxyd,        Natriumsulfid,

          Natriumcarbonat,          Natriumsulfit,    als auch neutrales Natriumsulfat be  nutzt werden.     Alkaliablaugen    haben gewöhnlich einen       p;i-Wert    von etwa 9,5.  



  Im Handel herrscht eine gewisse Verwirrung in  bezug auf die     Alkaliablaugen.    Schwarzlauge wird     in     einigen Gegenden als     allgemeine    Bezeichnung für       Kraftablaugen    und auch solche Ablaugen verwen  det, welche sich von der     Kraftablauge    unterscheiden.  Der Ausdruck Schwarzlauge wird also häufig all  gemein für     Alkaliablaugen    verwendet, während er  manchmal anderseits wieder nur für ein besonderes  Material benutzt wird, das zwar zu den     Alkaliablaugen     gehört, sich aber von der     Kraftablauge    unterscheidet.

      In der vorliegenden Beschreibung ist davon abgesehen  worden, unter diesen Ausdrucksformen zu unter  scheiden. Es soll aber hervorgehoben werden, dass  die Lauge, welche von Howard     Smith        Paper        Mills          Limited    in     Cornwall    als Schwarzlauge bezeichnet  wird, eine kritische Löslichkeit in Verbindung mit  dem     Amid    und dem Aldehyd bei einem     pH-Wert     von etwa 8,5 aufweist. Gleichzeitig zeigt diese  Schwarzlauge eine Zwischenzone, welche bis 5,5     p1,     reicht.

   Im Gegensatz zeigen andere Laugen, welche  von der genannten Firma gemäss ihrem Ursprung als  Kraftlaugen bezeichnet werden, einen kritischen     pss-          Wert    von etwa 6,5 und eine Zwischenzone, die bis  zum     pH-Wert    5 hinabreicht.  



  Die Herstellung löslicher     Ligninderivate,    die sich  für das erfindungsgemässe Verfahren eignen, aus un  löslichen     Ligninen,    welche aus der     Celluloseverzuk-          kerung    herrühren, wird in der Veröffentlichung der       Technical        Association    of     the        Pulp     &      Paper        Industry,     New York, vom 27.

   Februar 1946 im      Tappi    Bulle  tin  genauer erläutert: Das Holz wird nach dem       Bergius-Verfahren    mit Hilfe von konzentrierter Salz  säure oder nach     Scholler    mit verdünnter Schwefel  säure verzuckert. Das zurückbleibende     Lignin    stellt  eine schwarze krümelige Masse dar, die mehr oder  weniger rein ist, immer aber noch die Struktur des Hol  zes aufweist. Infolge von     Polymerisations-und    Konden  sationsreaktionen ist es in jedem Lösungsmittel unlös  lich und daher nur schwer in Reaktion zu bringen.

    Diese schwarze Masse, das     Bergius-    und     Scholler-          Lignin,    kann in ein wasserlösliches Produkt über  geführt werden, indem man sie bei     160-170e    C etwa  eine Stunde lang mit     5-10 '"i-er        Natriumhydroxyd-          lösung    erhitzt. Das     Lignin    löst sich in der alkali  schen Flüssigkeit als sogenanntes     Alkalilignin    auf und  kann daraus in fester Form abgeschieden werden,  indem man die alkalische Lösung entweder mit Koh  lendioxyd oder mit Mineralsäuren ansäuert.

   Man  erhält ein     Alkalilignin,    welches ähnlich demjenigen  ist, das man aus einer     Soda-Schwarzlauge    gewinnt und  frei ist von jedem     Kohlehydratmaterial.    Es kann  gemäss der Erfindung in derselben Weise verwendet  werden wie das     Alkalilignin    aus dem     Soda-Schwarz-          laugeverfahren.    Man kann auch gemischte     Lignin-          derivate    benutzen.  



  Die Ablaugen selbst können sowohl in verdünn  tem als auch in konzentriertem Zustand oder einge  dampft bis zur Trockene benutzt werden. Auch ge  reinigte Produkte können Anwendung finden. Bei  spielsweise kommt     Säurelignin    als     Ligninsulfonsäure     in der Form der     Calcium-,    Magnesium-,     Natrium-          oder        Ammoniumsalze    in Betracht. Ähnlich gereinigte       Alkalilignine    finden gleichfalls Anwendung.  



  Es scheint, dass, ungeachtet des besonderen     Lig-          ninderivates,    welches man anwendet, stets eine gleich  artige Reaktion stattfindet. Diese neue Reaktion ist  charakteristisch für das     Ligninmolekül    als ganzes und  hängt nicht von irgendeinem Radikal oder einer  Gruppe von Radikalen ab, welche daran angeschlos  sen sind. Die     Ligninderivate    aus Ablaugen des indu-           striellen        Holzaufschlussverfahrens    werden der leichten  Zugänglichkeit wegen jedoch vorzugsweise als was  serlösliche     Ligninbestandteile    benutzt.  



  Als wasserlösliche     Di-    oder Polyamide von     zwei-          oder    mehrbasischen Säuren kommen für das erfin  dungsgemässe Verfahren neben entsprechenden     Ami-          den    der     Cyanursäure    vor allem folgende durch die  nachstehende Formel wiedergegebenen     Amide    in Be-         tracht:     
EMI0003.0012     
    worin das Radikal R die Gruppe  
EMI0003.0013     
    bedeutet.

    Wirksame     Säureamide    sind Harnstoff,     Thioharn-          stoff,        Sulfuramid,        Malonsäureamid,        Bernsteinsäure-          amid,        Biuret,        Guanidin    und     Di-thio-biuret.    Vor  zugsweise benutzt man Harnstoff.  



  Man kann auch Mischungen von mehreren     Ami-          den    verwenden. So kann man beispielsweise Harn  stoff zusammen mit     Melamin    verwenden, wobei man  vom letzteren aus wirtschaftlichen Gründen vorteil  haft nur kleinere Mengen benutzt, beispielsweise nur       11/.        Gew.    % der übrigen     Säureamidmengen.     



  Die für das vorliegende Verfahren geeigneten  Aldehyde sind entweder wasserlösliche Aldehyde  oder wasserlösliche Aldehyde abgebende Substanzen.  Beispiele von geeigneten Aldehyden sind Form  aldehyd,     Furfural,        Acetaldehyd,        Glyoxal    und       Crotonaldehyd.    Vorzugsweise benutzt man Form  aldehyd und     Furfural.    Die beiden andern Aldehyde  wirken langsamer. Wenn man sie aber in Mischung  mit Formaldehyd verwendet, haben sie eine gute  Wirkung.  



  Formaldehyd kann man in seinen verschiedenen  Modifikationen verwenden, einschliesslich der festen  Substanzen, welche Formaldehyd abgeben. Beispiels  weise sind     Paraformaldehyd,        Trioxymethylen    und       Hexamethylentetramin    solche feste Körper, die     in    der  erfindungsgemäss verwendeten Lösung Formaldehyd  abspalten. Diese festen Modifikationen von Form  aldehyd sind besonders nützlich als wirksame Be  standteile von festen, trockenen     Gerbmischungen,    wel  che für die Durchführung des erfindungsgemässen  Verfahrens noch in Wasser zu lösen sind.  



  Wenn man     Furfural    benutzt, bildet der erhaltene  Niederschlag ein pechschwarzes Pulver, welches dem  Russ ähnlich ist, und es wird eine     Schwarzgerbung     über das ganze Gewebe erhalten.  



  Man kann auch Mischungen von mehreren Alde  hyden benutzen.  



  Es soll erwähnt werden, dass, wenn man beispiels  weise Formaldehyd in wässriger Lösung mit einem         Amid,    wie Harnstoff, verwendet, mindestens bis zu  einem gewissen Punkt ein wasserlösliches Primär  reaktionsprodukt entstehen kann, z. B.     Methylolharn-          stoff    und     Dimethylolharnstoff.    Üblicherweise gibt  man Formaldehyd im     L7berschuss    zu, was jedoch nicht  erforderlich ist; man kann unter Umständen auch die       Primärreaktionsprodukte    ohne Zusatz von Aldehyd  benutzen.  



  Aus Zweckmässigkeitsgründen wird das vorlie  gende Verfahren allgemein so beschrieben, dass man  von einem Aldehyd und einem     Amid    ausgeht. Ent  weder reagieren diese beiden Stoffe beim Ansäuern  direkt mit dem     Ligninderivat,    oder sie bilden zunächst  in der Lösung ein wasserlösliches Reaktionsprodukt,  das seinerseits beim     Ansäuern    mit dem     Ligninderivat     reagiert und ein unlösliches Reaktionsprodukt ergibt.  Der genaue Vorgang der chemischen Umsetzungen bei  dem Verfahren der Erfindung ist nicht vollkommen  klar.  



  Die für die Erfindung wesentliche Tatsache be  steht darin, dass sich     schliesslich    ein wasserunlösliches  Reaktionsprodukt bildet, das weitgehend     inert    und  irreversibel ist. Dieses Reaktionsprodukt entsteht aus  dem     Ligninderivat,    dem Aldehyd und dem     Säureamid,     z.

   B. einem     Amid    der     Cyanursäure,    gleichgültig, ob  der Aldehyd oder das     Amid    als solche dem     Lignin-          derivat    in der     wässrigen        Gerbflotte    zugesetzt werden,  oder ob ein     Aldehydspender        und/oder    ein     Amidspen-          der    benutzt werden, oder ob der Aldehyd und das       Amid    als solche in der     Tränklösung    erhalten bleiben,  oder ob sie teilweise oder ganz in ein primäres was  serlösliches Produkt verwandelt werden,

   oder ob ein  solches Produkt unmittelbar anstelle des Aldehyds  und des     Amids    zugesetzt wird. Die Bildung eines sol  chen Reaktionsproduktes hängt von den Bedingungen  im Bad ab. Beispielsweise kann man     annehmen,     dass in einer neutralen oder schwachalkalischen Lö  sung zunächst     Methylolharnstoff    gebildet wird. In  gleicher Weise kann     Cyanamid,    wenn es der Lösung  zugesetzt wird, in     Melamin    umgewandelt werden. Diese  Variationen haben aber auf den endgültig erzeugten  Niederschlag keine ausschlaggebende Wirkung.  Ebenso ist die Reihenfolge, in welcher man die     Agen-          tien    zusetzt, gleichgültig.

   Sie ist so lange ohne Bedeu  tung, als die Stoffe alle vor der Bildung des Nieder  schlages zugegen sind.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung besteht zu  nächst in einem     Durchtränkungsvorgang,    in welchem  die die     Gerbmittel    enthaltende Lösung in     innige    Be  rührung mit dem Rohmaterial gebracht werden, und  in einem darauffolgenden     Fixierungssehritt,    in wel  chem diese     Agentien    dadurch unlöslich gemacht wer  den, dass man die Lösung ansäuert. Ohne diesen  zweiten Schritt ist die     Gerbung    nicht wirksam.  



  Während der     Durchtränkungsperiode    wird das  Rohmaterial eingeweicht durch die Lösung der wirk  samen     Ligninamidaldehydagentien,    und diese Sub  stanzen verteilen sich gleichmässig auf dem Gewebe.  In der     Fixierungsperiode    reagieren die wirksamen  Stoffe schnell, indem die Stabilität der Lösung auf-      gehoben wird und sich in     situ    das wasserunlösliche  Reaktionsprodukt bildet, welches sich in und auf dem  Material abscheidet und die     Gerbung    hervorruft. Da  die Reaktion     exotherm    ist, werden die Stoffe vorteil  haft in solcher Verdünnung angewendet, dass keine  Temperatursteigerung bemerkt werden kann.

   Das  Rohmaterial bleibt in der Behandlungsflüssigkeit wäh  rend der Reaktion ohne jede Erhitzung.    Der besondere     pH-Wert,    den man in der Durch  tränkungsperiode einhält, hängt von der Lösung ab,  die man verwendet. Falls diese     Sulfitablauge    oder       Säurelignine,    die davon abgeleitet sind, enthält,  arbeitet man in der     Durchtränkungsperiode    bei einem       p,1-Wert,    der über der kritischen Grenze von etwa 3,5  liegt, damit die aktiven Stoffe in Lösung bleiben.

   Falls  die Lösung alkalische     Lignine    enthält, ist die kritische  Grenze nicht so scharf und kann je nach der Art der       Ligninderivate    schwanken. über 8,5 bleiben die       Alkalilignine    im allgemeinen in Lösung. Viele Alkali  lignine, welche aus Laugen, die gewöhnlich als Kraft  laugen bezeichnet werden, hergestellt werden, bleiben  in Lösung, wenn der     pH-Wert    grösser als 6,5 ist. Inner  halb dieser Grenzen muss der     pH-Wert    für jede  besondere Lösung durch einen     Vorversuch    festgestellt  werden.

      Für den     Fixierungsvorgang    wird der     pH-Wert    vor  zugsweise hinreichend tief unterhalb dieser Löslich  keitsgrenzen eingestellt. Es besteht aber eine Zwi  schenzone zwischen der Löslichkeitsgrenze und der  Niederschlagsgrenze, innerhalb welcher eine teilweise  Fällung Platz greifen kann. Beispielsweise reicht diese  Zwischenzone bei der     Sulfitablauge    oder den daraus  gewonnenen Derivaten von etwa 3,5 abwärts bis     zu     2,5. Im Falle der     Alkaliablaugen    oder ihrer Derivate  kann die Zwischenzone abwärts bis etwa 5 reichen.

    Im Falle einiger     Alkalilignine,    insbesondere bei Kraft  laugen, reichen diese Grenzen bis zu einem     pH-Wert     von 5,5     abwärts.    Wenn es nun auch möglich ist, in  einzelnen Fällen bei der     Fixierung    nahe an dieser  Grenze zu arbeiten, so ist es doch zu empfehlen, den       pH-Wert    entsprechend tief unter 5,5 und noch besser  unter 5 einzustellen, wenn man     Alkalilignine    anwen  det.

   Als allgemeine Regel kann für den     Fixierungs-          vorgang    gelten, dass der     pH-Wert    zweckmässig entspre  chend tief unter die Zwischenzone gesenkt wird, damit  man mit Sicherheit eine sofortige und rasche Fällung  erzielt. Wenn einmal die Reaktion beendet ist, ist sie  irreversibel. Die Fixierung ist meistens endgültig und  dauernd.  



  Das vorliegende Verfahren ist durch seine Kürze  gekennzeichnet im Vergleich zu andern Typen von       Gerbverfahren.    Der     Durchtränkungsvorgang    verlangt  im allgemeinen bloss eine Zeit von 2 bis etwa 24 Stun  den, je nach den Bedingungen des Rohmaterials. Die  Niederschlagung kann fast augenblicklich erreicht  werden, je nach der Geschwindigkeit, mit welcher man  den PH-Wert einstellt. Die     Ansäuerung    nimmt im all  gemeinen weniger     als    1 Minute in Anspruch, und die  Reaktion ist im allgemeinen nach 45 Minuten be-    endet, je nach dem Widerstand, den das Rohmaterial  der Durchdringung entgegensetzt.  



  Die     Tränkung    wird bei gewöhnlicher Temperatur  durchgeführt.  



  Die Einstellung des für den     Tränkungsvorgang     geeigneten     pH-Wertes    kann mit einer grossen Anzahl  von chemischen Stoffen durchgeführt werden, solange  dieselben das Gleichgewicht zwischen den drei wirk  samen Bestandteilen nicht stören, beispielsweise durch  eine verfrühte Ausfällung. Ausser der Wirkung der  Einstellung des     p11-Wertes    haben manche chemischen  Stoffe oder Kombinationen derselben noch verschie  dene weitere Wirkungen. Beispielsweise dienen  manche dieser Stoffe als Puffer, und diese Wirkung  ist besonders bedeutungsvoll. Zu dieser Klasse von  chemischen Stoffen gehören beispielsweise Natrium  acetat,     Natriumformiat,    Phosphate, Ammonium  chlorid.

   Andere chemische Stoffe dienen dazu, gleich  zeitig das Gewebe zu erweichen und die Durchdringung  zu fördern. Wieder andere haben einen     Quellungseffekt.     



  Manche der     Säuerungsagentien    reagieren mit dem       Überschuss    an     Ligninstoffen,    indem sie einen unlös  lichen Niederschlag erzeugen, der sich mit dem er  findungsgemäss erzeugten Reaktionsprodukt zusam  men in dem     Häutematerial    absetzt und dieses da  durch ergänzt.  



  Ein Beispiel davon ist das Aluminiumchlorid,  welches ein     Aluminiumsalz    der     Ligninsulfonsäure    ab  scheidet. In ähnlicher Weise werden verschiedene  Effekte erzielt, wenn man andere     Säuerungsmittel    und  Kombinationen solcher Mittel benutzt.  



  Zur Einstellung des     pIj-Wertes    der Lösung kann  auch ein wasserlösliches Silikat benutzt werden, wenn  die     Durchtränkung    bei einem PH-Wert von 7 und  darüber ausgeführt wird. Das Silikat wirkt dann  nicht mehr als     Alkalisierungsmittel,    sondern es hat  auch eine weitere Wirkung. Bei der     Ansäuerung    wird  es unter     Abscheidung    von Kieselsäure zersetzt und  scheidet sich mit dem     Ligninaldehydamid-Nieder-          schlag    aus. Die Kieselsäure schlägt sich in und um  die Faser gleichzeitig mit dem     Ligninaldehydamid-          Reaktionsprodukt    nieder.

   Bevorzugte Silikate sind  beispielsweise     Natriumsilikat    und     Kaliumsilikat.    Diese  Silikate sind in wässriger Lösung nur unter alkalischen  Bedingungen stabil, und sie können daher nur benutzt  werden, wenn die     Durchtränkung    bei einem PH-Wert  von 7 oder darüber ausgeführt wird. Netzmittel kön  nen benutzt werden, um die     Eindringung    in das Roh  material zu fördern. Wenn man sie mässig und in  der richtigen Kombination verwendet, unterstützen  diese Mittel den     Gerbvorgang,    wobei jedoch die  Grundprinzipien des Vorganges dieselben bleiben.  



  Die Herabsetzung des     p11-Wertes    nach der Voll  endung der Durchdringung wird dadurch herbeige  führt, dass man das imprägnierte Material mit einem  geeigneten sauren Mittel oder mehreren solchen  Mitteln ansäuert. Für diesen Zweck benutzt man vor  zugsweise Salzsäure.

   Man kann aber auch verschie  dene organische und anorganische Säuren oder auch  saure Substanzen verwenden, beispielsweise Essig-      säure, Alaun,     Natriumbisulfit,        Nätriumbisulfat,    Alu  miniumsulfat,     Ammoniumsulfat,        Ammoniumchlorid,          Ammoniumnitrat,        Natriumhydrosulfit,    Zinkchlorid,  Aluminiumchlorid, Milchsäure,     Oxalsäure,    Phosphor  säure, Schwefelsäure, Salpetersäure usw. Man kann  auch verschiedene Kombinationen der vorgenannten  sauren Stoffe mit Vorteil anwenden.  



  Der Betrag an wirksamen     Gerbmitteln,    berechnet  in bezug auf 100% des Rohmaterials, kann von etwa       5 ,K')    für eine unvollständige     Gerbung    bis zu mehr als  50 Gewichtsprozent betragen. Im allgemeinen ist es  aber zweckmässig, 18 bis 40% zu verwenden. Der  Betrag ist nicht kritisch, wie jeder Gerber weiss. Die  aufzuwendende Menge hängt nur von dem gewünsch  ten Ergebnis ab.  



  Das Verhältnis der drei wirksamen Stoffe in der  Lösung ist gleichfalls nicht kritisch. Es ist im all  gemeinen wünschenswert, eine grössere Menge der       Ligninderivate    als der übrigen     Gerbmittelkomponen-          ten    anzuwenden. Präparate, welche etwa 66 Ge  wichtsprozent;, oder mehr enthalten, sind besonders  wirksam.  



  Zweckmässige Bereiche für die drei wirksamen  Stoffe sind nachstehend in runden Zahlen zusammen  gefasst:  Wasserlösliche feste     Ligninderivate    40 bis 60 l        Amid    20 bis 40%  Aldehyd mit     37 h    festen Stoffen 17 bis 30%    Alle vorstehenden Zahlen beziehen sich auf Gewichts-    Prozente.  Die Menge an Niederschlag, welcher im Leder  fixiert wird, kann in einem weiten Bereich schwanken,  beispielsweise von 30 bis etwa 50 Gewichtsprozent  oder mehr. Eine geringere Menge von etwa 5% auf  wärts bis     35 i     genügt aber im allgemeinen und ist  auch vorzuziehen.  



  Wenn man wegen der doppelten Wirkung der Ein  stellung des     pH-Wertes    und der Niederschlagung von  Kieselsäure im Leder ein Silikat verwendet, kann  die Menge der Kieselsäure von     1/@%    bis zu 50% des       Ligninaldehydamidniederschlages    betragen.  



  Das Leder, welches nach diesem Verfahren her  gestellt wird, hat einzigartige Eigenschaften. Die       Gerbung    ist dauernd und nicht umkehrbar im Ver  gleich mit den üblichen     Gerbungsmethoden.    Der Nie  derschlag, welcher aus den aktiven Stoffen während  der     Fixierungsperiode    gebildet wird, sitzt fest in und  zwischen den Fasern des Rohmaterials und erteilt da  durch dem Leder ungewöhnliche Eigenschaften. Im  Fall von     Sulfitablaugen    ist der Niederschlag     kremweiss     bis lederbraun. Im Fall von alkalischen Laugen ist  er dunkler. Bei Anwesenheit von     Furfural    in der       Lösung=    erhält man ein Produkt, das gewöhnlich  schwarz ist.

   Der Niederschlag ist chemisch weit  gehend     inert.    Er ist unlöslich in kaltem oder kochen  dem Wasser, fast unlöslich in Säuren und nur teil  weise löslich in starken Alkalien. Er hat meistens  keinen Schmelzpunkt. Er verkohlt bei höherer Tem  peratur. Er ist praktisch unlöslich in organischen    Lösungsmitteln und ist meistens     inert    gegenüber Oxy  dationsmitteln. Er ist auch meistens farbecht, selbst  dann, wenn er durch lange Zeit hindurch dem direk  ten Sonnenlicht ausgesetzt wird. Offenbar hält der  Niederschlag die     einzelnen    Fasern der Haut oder  des Hautgewebes voneinander getrennt und verhütet  dadurch eine Schrumpfung oder Versteifung.

   Die  Eigenschaften des Leders bei Benetzung sind um vie  les besser als die Eigenschaften des nach den üblichen  Verfahren durch vegetabilische Mittel gegerbten Le  ders. Die Temperatur, bei welcher das Leder  schrumpft, liegt ähnlich der von Chrom gegerbtem  Leder in scharfem Gegensatz zu vegetabilisch gegerb  tem Leder, das gegenüber Temperaturen von etwa  50  C bereits empfindlich ist.

      <I>Beispiel 1</I>  Material: eingesalzene Häute PH 1,7    In diesem Fall wurde der     pH-Wert    des Roh  materials zunächst auf einen für die Vornahme des       Gerbprozesses    geeigneten Wert eingestellt, indem man  es über Nacht in eine Lösung einlegte, welche     Thio-          sulfat,        Natriumchlorid,        Natriumbicarbonat    und Form  aldehyd im nachstehenden Verhältnis enthielt:  
EMI0005.0037     
  
    Thiosulfat <SEP> 5
<tb>  Natriumchlorid <SEP> 5
<tb>  Natriumbicarbonat <SEP> 1
<tb>  Formaldehyd <SEP> 1       Die Häute wurden dann in einer Trommel in die       Gerblösung    eingebracht, welche in folgendem Ver  hältnis zusammengesetzt war:

    
EMI0005.0039     
  
    Natriumchlorid <SEP> 5
<tb>  Thiosulfat <SEP> <B>8%</B>
<tb>  Harnstoff <SEP> 10%
<tb>  Sulfitablauge
<tb>  (feste <SEP> Stoffe) <SEP> 25
<tb>  Formaldehyd <SEP> 15
<tb>  Wasser <SEP> 37
<tb>  <B>100%</B>       Das Rohmaterial wurde in der Trommel inner  halb der     Gerblösung    18 Stunden lang gedreht. Dann  wurde eine verdünnte     Salzsäurelösung,    welche eine  Konzentration von etwa 7% aufwies, langsam zur       Gerblösung    während 4 Stunden zugesetzt, um den       pH-Wert    bis auf 1,7 herabzudrücken. Man liess dann  das Material über Nacht in der sauren Lösung stehen,  und dann wurde es herausgenommen und der wei  teren Verarbeitung in üblicher Weise unterworfen.

      <I>Beispiel 2</I>  Material: eingesalzene Häute     pH    1,5    In diesem Fall würde das Rohmaterial über Nacht  in einer den     pH-Wert    einstellenden Lösung einge  weicht, welche 10%     Natriumchlorid    und 5%     Thio-          sulfat    enthielt.

   Das Material wurde dann in der       Gerblösung,    welche die nachstehende Zusammen  setzung hatte, in einer Trommel gedreht:    
EMI0006.0001     
  
    Natriumchlorid <SEP> 3,5%
<tb>  Harnstoff <SEP> 4,4%
<tb>  Sulfitablauge
<tb>  (feste <SEP> Stoffe) <SEP> 7,0%
<tb>  Natriumbisulfit <SEP> 1,8%
<tb>  Wasser <SEP> <U>83,3</U>
<tb>  100,0%       Das Rohmaterial wurde mit Unterbrechungen in  der     Gerblösung    während 24 Stunden bewegt. Man       1o    fügte dann etwa 5     %        Formaldehyd    zur Lösung hinzu  und drehte das ganze nochmals während 20 Stunden.

    Darauf wurde 1 % konzentrierte     Salzsäure    zur Lösung  hinzugesetzt und die Bewegung in der Trommel so  lange fortgeführt,     dass    eine     Gesamtbewegungszeit    von       1s    ungefähr 48 Stunden herauskam. Zu Ende dieser  Periode hatte der     p,1-Wert    den Betrag von 1,8.

      <I>Beispiel 3</I>    Material: ausgelaugte Häute PH 7,0  In diesem Fall kam das Rohmaterial unmittelbar       2o    in die     Gerblösung,    welche die nachstehend angege  bene Zusammensetzung hatte:  
EMI0006.0013     
  
    Natriumchlorid <SEP> 3,5%
<tb>  Harnstoff <SEP> 4,4%
<tb>  Sulfitablauge
<tb>  (feste <SEP> Stoffe) <SEP> 7,0%
<tb>  Natriumbisulfit <SEP> 1,8%
<tb>  Formaldehyd <SEP> 5,0%
<tb>  Wasser <SEP> <B>78,3%</B>
<tb>  100,0%       Die Bewegung des Materials in der     Gerblösung     wurde mit Unterbrechungen während einer Zeit von  36 Stunden fortgesetzt. Dann wurden     11/.2 /a    konzen  trierte Salzsäure während 90 Minuten zugesetzt, um  den     pH-Wert    auf 1,7 zu erniedrigen.

      <I>Beispiel 4</I>    Material: eingesalzene Schafhäute, entfettet     pH    1,5  Es fand keine Auswaschung und keine Spülung  statt. Das     Rohmaterial    wurde sofort in eine     Gerb-          lösung    folgender Zusammensetzung eingebracht:  6 Häute: Gesamtgewicht 5686 g;     20 /a        Gerb-          material,    das sind 1137 g, bestehend aus Harnstoff,  Formaldehyd und festen Stoffen aus     Sulfitablauge,     entsprechend den nachstehend angegebenen Verhält  nissen:

    
EMI0006.0025     
  
    227 <SEP> g <SEP> Harnstoff
<tb>  455 <SEP> ml <SEP> Formaldehyd
<tb>  455g <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)       Zum Ausgleich wurden folgende Stoffe zugesetzt:  
EMI0006.0026     
  
    114 <SEP> g <SEP> Natriumchlorid
<tb>  303 <SEP> g <SEP> Natriumacetat
<tb>  3l00 <SEP> ml <SEP> Wasser       Das     Häutematerial    und alle chemischen Stoffe  wurden in trockener Form in die Trommel einge-    bracht. Dann wurden Wasser und Formaldehyd ge  mischt und während der Bewegung der Trommel zu  gesetzt. Nach der letzten Hinzufügung wurde die  Durchdringung 2 Stunden lang vor sich gehen ge  lassen. Man setzte dann 330 ml konzentrierte Salz  säure, gelöst in der doppelten Menge von Wasser,  hinzu. Die Bewegung der Trommel wurde 30 Mi  nuten lang fortgesetzt, und dann liess man den Inhalt  über Nacht stehen.

   Es wurde darauf mit Wasser  gewaschen, gefettet usw., wie es bei der Leder  herstellung üblich ist.    <I>Beispiel 5</I>  Material: eingesalzene Kalbshäute    Es wurde nicht gewaschen oder gespült. Die  Häute wurden in die     Gerblösung    eingelegt, welche  folgende Zusammensetzung hatte:  20%     Gerbmittel,    berechnet auf 2230 g einge  salzenes Rohmaterial, was folgender Zusammen  setzung entspricht:  
EMI0006.0030     
  
    89 <SEP> g <SEP> Harnstoff
<tb>  178 <SEP> g <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  178 <SEP> ml <SEP> Formaldehyd
<tb>  45 <SEP> g <SEP> Natriumehlorid
<tb>  119 <SEP> g <SEP> Natriumacetat
<tb>  1200 <SEP> ml <SEP> Wasser       Der Vorgang war der gleiche wie in Beispiel 4. so  Die Dauer der     Gerbung    betrug 7 Stunden.

   Nach die  ser Zeit wurde die ganze Masse mit 160 ml Salz  säure, gelöst in der doppelten Menge von Wasser,  angesäuert. Darauf folgte der übliche     Aufarbeitungs-          vorgang.        8s     Die Kalbshäute waren vollständig durchgegerbt  und von ausgezeichneter Qualität.

      <I>Beispiel 6</I>         (Furfural-Gerbung)        glänzend   <I>pechschwarz</I>  Material: eingesalzene Schafhäute    Es wurde nicht gewaschen oder gespült, sondern  die Häute kamen unmittelbar in die     Gerblösung    von  folgender Zusammensetzung:  
EMI0006.0038     
  
    15 <SEP> g <SEP> Natriumehlorid
<tb>  25 <SEP> g <SEP> Natriumbisulfit
<tb>  60 <SEP> g <SEP> Harnstoff
<tb>  30 <SEP> g <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  60 <SEP> ml <SEP> Furfural
<tb>  90 <SEP> ml <SEP> Holzgeist
<tb>  400 <SEP> ml <SEP> Wasser       Die Mischung von Wasser, Holzgeist und     Fur-          fural    wurde in der Trommel, die das Hautmaterial und  die trockenen Gerbstoffe enthielt, 11/2 Stunden "lang  gedreht.

   Dann fügte man 40 ml konzentrierte Schwe  felsäure in 350 ml Wasser hinzu und setzte das Dre  hen 30 Minuten lang fort.      Die ganze Masse liess man über Nacht stehen,  wobei sich die Farbe entwickelte.  



  <I>Beispiel 7</I>  <I>(Schwefelsäure)</I>  Material: 50 kg eingesalzene Hautstücke jedes  Gewichtes, insgesamt 19 Teile  Es wurde weder gewaschen noch gespült, sondern  das ganze Rohmaterial gelangte sofort in die     Gerb-          lösung    folgender Zusammensetzung:  
EMI0007.0003     
  
    3 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  6 <SEP> kg <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  6 <SEP> kg <SEP> Formaldehyd
<tb>  1,5 <SEP> kg <SEP> Natriumchlorid
<tb>  4 <SEP> kg <SEP> Natriumformiat
<tb>  etwa <SEP> 30 <SEP> 1 <SEP> Wasser       Während 15 Stunden lang wurde die Mischung  mit Unterbrechungen in der Trommel gedreht. Dann  setzte man 10%ige Schwefelsäure so lange hinzu, bis  der     pH-Wert    auf 1,5 abgesunken war.

   Es wurde  dann ausgewaschen und mit 8% nichtionischen Ölen  gefettet.    <I>Beispiel 8</I>       (Hexamethylen-tetramin)       Material: eingesalzene Hautstücke     pH    1,5, Gesamt  gewicht 42 kg, etwa 30% Gerbstoff  Es wurde nicht gewaschen oder gespült, sondern  das ganze Rohmaterial wurde sofort in die     Gerblösung     eingebracht, die folgende Zusammensetzung hatte:  
EMI0007.0008     
  
    2,5 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  5 <SEP> kg <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  4 <SEP> kg <SEP> Hexamethylen-tetramin
<tb>  1,5 <SEP> kg <SEP> Natriumchlorid
<tb>  etwa <SEP> 25 <SEP> 1 <SEP> Wasser       Nach einigen Stunden der Bewegung in der  Trommel hatte der     pH-Wert    den Betrag von 5,5 an  genommen.

   Nun wurde verdünnte Salzsäure hinzu  gefügt, bis der     p,1-Wert    auf 4,0 gesunken war. Man  liess dann die Trommel mit Unterbrechungen 24 Stun  den lang laufen, säuerte an und arbeitete in üblicher  Weise auf.  



  <I>Beispiel 9</I>       (Alkalisulfitablaugen)        Gerhung   <I>bei</I>     pH   <I>8</I>  Material: eingesalzene gespaltene Häute und Haut  stücke; Gesamtgewicht: 75 kg  Das Material wurde in     fliessendem    Wasser 5 Stun  den lang gewaschen und dann in die     Gerblösung    ein  gebracht, welche folgende Zusammensetzung aufwies:  
EMI0007.0016     
  
    5 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  10 <SEP> kg <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  4 <SEP> kg <SEP> Paraformaldehyd
<tb>  2,5 <SEP> kg <SEP> Natriumchlorid
<tb>  6,25 <SEP> kg <SEP> Natriumbicarbonat
<tb>  3,75 <SEP> kg <SEP> Ammoniak
<tb>  38 <SEP> 1 <SEP> Wasser       . Die Masse wurde 15 Stunden lang in der Trommel  bewegt.

   Man liess dann das Gemisch über Nacht  stehen. Darauf wurde angesäuert und die Aufarbei  tung in üblicher Weise vorgenommen.  



  <I>Beispiel 10</I>    <I>(Neutrale</I>     Sulfitablauge)        Gerbung   <I>bei</I>     p.   <I>7</I>  Material:     eingesalzene    Spalthäute 77 kg  Das Material wurde in 95 Liter Wasser einge  bracht, zu welchem<B>12,5</B> kg     Natriumsulfit    zugesetzt  war. Nachdem man die Masse über Nacht stehen       liess,    hatte sie einen     pH-Wert    7 angenommen.

   Nun  wurde die Flüssigkeit abgezogen und durch die     Gerb-          lösung    ersetzt, welche folgende Zusammensetzung  hatte:  
EMI0007.0026     
  
    5 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  10 <SEP> kg <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  4 <SEP> kg <SEP> Paraformaldehyd
<tb>  4 <SEP> kg <SEP> Natriumacetat
<tb>  2,5 <SEP> kg <SEP> Ammoniak
<tb>  45 <SEP> 1 <SEP> Wasser       Das Material wurde mit Unterbrechungen 20  Stunden lang in der Trommel bewegt. Dann wurde  angesäuert und in üblicher Weise aufgearbeitet.

      <I>Beispiel l l</I>  <I>(Alkalische Kraftlauge)</I>     Gerbung   <I>bei</I>     pH7     Material: eingesalzene Spalthäute und Hautstücke;  Gesamtgewicht 30 kg    Das Material wurde in einer 5%igen     Natrium-          carbonatlösung    so lange in der Trommel bewegt,  bis der     pH-Wert    überall 7,5 betrug.

   Die Flüssigkeit  wurde dann abgezogen und durch die     Gerblösung    er  setzt, die folgende Zusammensetzung hatte:  
EMI0007.0033     
  
    2 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  8 <SEP> kg <SEP> Kraftlauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  2 <SEP> kg <SEP> Paraformaldehydpulver
<tb>  2,5 <SEP> kg <SEP> Natriumcarbonat
<tb>  19 <SEP> 1 <SEP> Wasser       Das Material wurde mit Unterbrechungen 20  Stunden lang in der Trommel bewegt und dann an  gesäuert, bis der     pH-Wert    auf 3 gesunken war. Die  weitere Aufarbeitung erfolgte wie üblich.

      <I>Beispiel 12</I>  <I>(Alkalische</I>     Schwarzlauge)        Gerbung   <I>bei</I>     pH   <I>8,5</I>  Material: ausgelaugte gespaltene Häute und Haut  stücke; Gesamtgewicht 12,5 kg  Das Material wurde sogleich in die     Gerblösung    Zoo  eingebracht, welche folgende Zusammensetzung auf  wies:  
EMI0007.0039     
  
    0,75 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  2,5 <SEP> kg <SEP> Schwarzlauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  0,12 <SEP> kg <SEP> Natriumsulfat
<tb>  0,5 <SEP> kg <SEP> Paraformaldehyd
<tb>  9,5 <SEP> 1 <SEP> Wasser         Die Masse wurde mit Unterbrechungen 20 Stun  den lang in der Trommel behandelt, dann     angesäuert     und wie üblich aufgearbeitet.  



  <I>Beispiel 13</I>         (Getnischte   <I>alkalische Kraftlauge und Schwarz-</I>  <I>lauge);</I>     Gerbung   <I>bei PH 8</I>  Material: ausgelaugte gespaltene Häute und Haut  stücke; Gesamtgewicht 12,5 kg  Das Material wurde unmittelbar in die     Gerb-          lösung    eingebracht, die folgende Zusammensetzung  hatte:  
EMI0008.0006     
  
    0,75 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  1,25 <SEP> kg <SEP> Schwarzlauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  1,25 <SEP> kg <SEP> Kraftlauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  0,12 <SEP> kg <SEP> Natriumsulfit
<tb>  0,5 <SEP> kg <SEP> Paraformaldehyd
<tb>  9,5 <SEP> 1 <SEP> Wasser       Das Material wurde mit Unterbrechungen 20  Stunden lang in der Trommel bewegt, dann ange  säuert und wie üblich aufgearbeitet.

      <I>Beispiel 14</I>       (Thioharnstof        f   <I>und</I>     Harnstoff)       Material: ausgelaugte Spaltstücke und  Häute; Gesamtgewicht 50 kg  Das Material wurde sofort in die     Gerblösung    ein  gebracht, die folgende Zusammensetzung hatte:  
EMI0008.0011     
  
    1 <SEP> kg <SEP> Thioharnstoff
<tb>  2 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  6 <SEP> kg <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  6 <SEP> kg <SEP> Formaldehyd
<tb>  2,5 <SEP> kg <SEP> Natriumchlorid
<tb>  28 <SEP> 1 <SEP> Wasser       Die Masse wurde mit Unterbrechungen 20 Stun  den lang in der Trommel behandelt, dann angesäuert,  über Nacht stehengelassen und wie üblich auf  gearbeitet.  



  <I>Beispiel 15</I>       (Nachgerbung   <I>nach eitler</I>     Chromgerbung)     Material: teilweise chromgegerbte gespaltene Häute;  Gesamtgewicht 12,5 kg  Das Material wurde unmittelbar in die     Gerblösung     eingebracht, die folgende Zusammensetzung auf  wies:  
EMI0008.0015     
  
    1,5 <SEP> kg <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  0,75 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  0,75 <SEP> kg <SEP> Natriumchlorid
<tb>  0,25 <SEP> kg <SEP> Alaun
<tb>  15 <SEP> 1 <SEP> Wasser       Die Masse wurde 8 Stunden lang in der Trommel  behandelt. Dann wurde 1 kg Formaldehyd hinzu  gefügt und die Behandlung in der Trommel durch  weitere 3 Stunden lang fortgesetzt. Schliesslich wurde  angesäuert und wie üblich aufgearbeitet.

      <I>Beispiel 16</I>  Material: 2 mittelschwere Häute (Kuhhäute) vom       Bronsontyp,    ausgelaugt; Gewicht 21 kg  Die     Gerblösung    war folgendermassen zusammen  gesetzt:  
EMI0008.0018     
  
    23 <SEP> 1 <SEP> Wasser
<tb>  1,5 <SEP> 1 <SEP> flüssiges <SEP> 37%iges <SEP> Formaldehyd
<tb>  1,5 <SEP> kg <SEP> gepulvertes <SEP> Melaminharz
<tb>  0,11 <SEP> kg <SEP> Natriumhydroxyd       Die genannten Stoffe wurden in einer     Gerbtrom-          mel    1 Stunde lang behandelt, bis alles gelöst war.

   Man  setzte dann 5 kg feste Stoffe aus Kraftlauge     (unraffi-          nierte    feste Stoffe von     East        Angus        Quebec)    hinzu.  Dann wurde wieder gedreht, bis die festen Stoffe aus  der Kraftlauge gelöst waren. Der     pH-Wert    betrug zu  diesem Zeitpunkt 10. Jetzt wurden die Häute ein  gelegt. Die ganze Masse wurde 6 Stunden lang bewegt.  Dann wurde mit verdünnter Salzsäure so lange ge  säuert, bis der     p,1-Wert    auf 1,5 bis 2 gesunken war.  Nach 40 Minuten wurde die Trommel angehalten und  über Nacht stehengelassen.  



  Das gewonnene Leder wurde in der üblichen  Weise aufgearbeitet. Das Produkt war von vorzüg  licher Qualität.  



  <I>Beispiel 17</I>  Material: 2 extraschwere Häute vom     Bronsontyp;       Gewicht 32,5 kg    Die Häute waren ausgelaugt und hatten einen       p11-Wert    von B. Die     Gerblösung    wurde folgender  massen hergestellt:  
EMI0008.0031     
  
    23 <SEP> 1 <SEP> Wasser
<tb>  2,5 <SEP> kg <SEP> Melaminharz
<tb>  7 <SEP> kg <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  (Three <SEP> Rivers <SEP> Mill, <SEP> St. <SEP> Lawrence <SEP> Corp.)
<tb>  1,11 <SEP> flüssiges <SEP> Formaldehyd       Die Bestandteile wurden zuerst in der Trommel  gelöst. Die Lösung wies einen     pH-Wert    von 7,2 auf.  Nun wurden die Häute hinzugefügt. Die Masse wurde  5 Stunden lang in der Trommel gedreht, bis die  Durchdringung vollständig war.

   Inzwischen war der       p11-Wert    auf 6,6 bis 6,9 gefallen.    Nun wurde die Masse mit verdünnter Salzsäure  angesäuert und die Trommel nochmals 40 Minuten  laufen gelassen. Der PH-Wert fiel dabei auf 1,5. Nun  wurde die Trommel angehalten und einige Stunden  lang stehengelassen. Darauf wurde     weitergesäuert     und nochmals über Nacht stehengelassen. Die ge  gerbten Häute wurden dann wie üblich aufgearbeitet.  Das erhaltene Leder war von vorzüglicher Qualität.  <I>Beispiel 18</I>  Es wurde dieselbe Arbeitsweise wie beim Beispiel  16 eingehalten, jedoch mit dem Unterschied, dass  das     Natriumhydroxyd    durch 0,37 kg     Natriumsilikat     von 40      Be    ersetzt war.

        Die Verarbeitung stimmte mit der in Beispiel 16  beschriebenen Weise überein, jedoch mit der Aus  nahme, dass der     pH-Wert    zum Zeitpunkt, als die Häute  hinzugefügt wurden, einen Wert zwischen 10,5 und  11 hatte. Das nach dem Verfahren gemäss Beispiel 16  erhaltene Leder hatte vorzügliche Qualität.

      <I>Beispiel 19</I>  Material: 2 extraschwere Häute, frisch ausgelaugt;  Gewicht 27 kg  Die     Durchtränkung    in der Trommel wurde mit  einer     Gerblösung    folgender Zusammensetzung vor  genommen:  
EMI0009.0004     
  
    23 <SEP> 1 <SEP> Wasser
<tb>  1 <SEP> kg <SEP> Melamin
<tb>  7 <SEP> kg <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  (Three <SEP> Rivers <SEP> Mill, <SEP> St. <SEP> Lawrence <SEP> Corp.)
<tb>  2,21 <SEP> flüssiges <SEP> Formaldehyd
<tb>  1 <SEP> kg <SEP> Harnstoff       Die Lösung wurde in der Trommel zunächst  1 Stunde lang gedreht, bis alle festen Stoffe gelöst  waren. Der     pH-Wert    betrug zu diesem Zeitpunkt 7.  Nun wurden die Häute zugesetzt und die Masse durch  weitere 5 Stunden hindurch in der Trommel behan  delt.

   Darauf wurde die Masse mit verdünnter Salz  säure angesäuert, die Trommel weitere 40 Minuten  gedreht, dann angehalten und über Nacht stehen  gelassen. Der     pH-Wert    war auf 2 abgesunken.  



  Die gegerbten Häute wurden in üblicher Weise  aufgearbeitet und ergaben ein Leder von vorzüglicher  Qualität.    <I>Beispiel 20</I>    Material: 2 extraschwere Häute, frisch gelaugt;  Gewicht 28 kg    Die     Tränklösung    wurde in der Trommel aus fol  genden Bestandteilen hergestellt:  
EMI0009.0008     
  
    23 <SEP> 1 <SEP> Wasser
<tb>  1 <SEP> kg <SEP> Melamin
<tb>  5 <SEP> kg <SEP> Kraftlauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  (Fast <SEP> Angus <SEP> Mill, <SEP> St. <SEP> Lawrence <SEP> Corp.)
<tb>  2,21 <SEP> flüssiges <SEP> Formaldehyd
<tb>  1 <SEP> kg <SEP> Harnstoff       Die Lösung wurde in der Trommel 2 Stunden  lang bewegt, bis alle festen Stoffe aufgelöst waren.  Danach hatte die Lösung einen     pH-Wert    von 11. Nun  wurden die Häute zugesetzt.

   Die Masse wurde  6 Stunden lang in der Trommel bewegt, dann mit  verdünnter Salzsäure angesäuert, bis der     pH-Wert    auf  2 abgesunken war. Die Trommel wurde weitere 40  Minuten lang gedreht und dann über Nacht stehen  gelassen. Die gegerbten Häute wurden in üblicher  Weise aufgearbeitet und ergaben ein vorzügliches  Leder.

      <I>Beispiel 21</I>  Material: 2 ausgelaugte Häute im Gewicht von  12,5 kg     p.-Wert    7,5 bis 8  Die     Gerblösung    wurde in der Trommel folgender  massen hergestellt:  
EMI0009.0013     
  
    19 <SEP> 1 <SEP> Wasser
<tb>  2 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  1 <SEP> kg <SEP> Paraformaldehyd
<tb>  5 <SEP> kg <SEP> Kraftlauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  (East <SEP> Angus <SEP> Mill, <SEP> St. <SEP> Lawrence <SEP> Corp.)       Die Bestandteile wurden in der Trommel 1 Stunde  lang behandelt, bis vollständige Lösung eingetreten  war. Der     pH-Wert    betrug zu diesem Zeitpunkt 12.  Dann wurde 0,12 kg     Natriumsilikat    von 40      B6    hinzu  gefügt.

   Die     Gerblösung    verblieb vollkommen klar.  Nun wurden die Häute eingebracht und 5 Stunden  lang in der Trommel gedreht. Nach dieser Zeit war  die Durchdringung vollkommen. Die Masse wurde  dann mit verdünnter Salzsäure angesäuert, bis der       pH-Wert    auf 4 gesunken war. Man liess dann die  Masse über Nacht stehen. Die gegerbten Häute wur  den in üblicher Weise aufgearbeitet. Das so her  gestellte Leder war von guter Qualität.

      <I>Beispiel 22</I>  <I>(Kraftsilikat)</I>  Material: 2 ausgelaugte extraschwere Häute;  Gewicht 27,5 kg     pH    8    Die     Gerblösung    wurde folgendermassen herge  stellt:  
EMI0009.0021     
  
    28 <SEP> 1 <SEP> Wasser
<tb>  6 <SEP> kg <SEP> Kraftlauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)
<tb>  (Fast <SEP> Angus <SEP> Mill, <SEP> St. <SEP> Lawrence <SEP> Corp.)
<tb>  2 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  1,25 <SEP> kg <SEP> Paraformaldehyd
<tb>  1,5 <SEP> kg <SEP> Natriumsilikat <SEP> (40  <SEP> Be)       Diese Stoffe wurden zusammen in die Trommel  eingebracht und bis zur vollständigen Auflösung etwa  1 Stunde lang bewegt. Die Lösung wurde vollkom  men klar und hatte einen     pH-Wert    von 13.

   Nun wur  den die Häute hinzugefügt und 5 Stunden lang     in    der  Trommel gedreht. Man säuerte dann mit verdünnter  Salzsäure an, bis der     pH-Wert    auf 2,5 bis 3 abge  sunken war. Dann liess man die Masse über Nacht  stehen und arbeitete sie in bekannter Weise auf. Das  Leder war von guter Qualität.    <I>Beispiel 23</I>    Material: frisch eingesalzene Häute vom       Grain-Davistyp    PH 3  Das Material wurde in verdünnter Ammoniak  lösung 3 Stunden lang gewaschen.

   Nach dem Abzug  der Waschflüssigkeit wurde es in eine     Gerblösung    fol  gender Zusammensetzung eingebracht:    
EMI0010.0001     
  
    3 <SEP> 1 <SEP> mit <SEP> Natriumcarbonat <SEP> gekochter <SEP> Säure  lauge <SEP> (Bröwn <SEP> Corp. <SEP> Berlin <SEP> N. <SEP> H.)
<tb>  mit <SEP> einem <SEP> pH <SEP> von <SEP> ungefähr <SEP> 2
<tb>  0,5 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  0,37 <SEP> kg <SEP> Paraformaldehyd
<tb>  0,75 <SEP> kg <SEP> Natriumsilikat <SEP> in <SEP> ungefähr <SEP> <B>1500</B> <SEP> ml
<tb>  Wasser       Die Lösung wurde 30 Minuten lang in der Trom  mel behandelt und war dann vollkommen klar. Der       PH-Wert    betrug 9,5. Nun wurde das Hautmaterial  zugesetzt und 6 Stunden lang in der Trommel behan  delt. Dann wurde angesäuert und über Nacht stehen  gelassen.

   Der     pH-Wert    war auf 2 gesunken.  



  Die gegerbten Häute wurden in üblicher Weise  aufgearbeitet. Das Leder war gut gegerbt und von  guter Qualität.  



  <I>Beispiel 24</I>  Material: 3600 g frisch gesalzene Häute vom     Graintyp     Die Häute wurden mit verdünnter Ammoniak  lösung gewaschen und dann in die     Gerblösung    ein  gebracht, die folgendermassen zusammengesetzt war:  <B>7,51</B> Wasser  2 kg     Calcium-lignin-sulfonsäure    (feste Stoffe)       (Three        Rivers        Mill.    St. Lawrence     Corp.)     1 kg     Natriumsilikat    (40      B6)    in 11/2 kg Wasser  Die Lösung wurde zunächst für sich 2 Stunden  lang in der Trommel bewegt.

   Dann fügte man Na  triumsilikat hinzu, was die Ausfällung von     Calcium-          silikat    zur Folge hatte. Dann wurde der     pH-Wert    auf  alkalische Reaktion eingestellt. Man setzte 0,25 kg       Paraformaldehyd    hinzu und liess die Trommel 1 Stunde  lang laufen. Zu diesem Zeitpunkt wurden 0,5 kg  Harnstoff zugesetzt und     gleichzeitig    das Hautmaterial  eingebracht. Man     liess    die Trommel 6 Stunden lau  fen. Der     pa-Wert    betrug 8,5. Jetzt wurde mit ver  dünnter Salzsäure angesäuert, über Nacht stehen  gelassen und in üblicher Weise aufgearbeitet. Das  Leder war gut gegerbt.

      <I>Beispiel 25</I>  Material: 2 ausgelaugte Häute; Gewicht 25 kg  Die     Gerblösung    wurde folgendermassen herge  stellt:  
EMI0010.0021     
  
    19 <SEP> 1 <SEP> Wasser
<tb>  3,5 <SEP> kg <SEP> Harnstoff-Formaldehydharz <SEP> (wasserlöslich)
<tb>  0,51 <SEP> flüssiges <SEP> Formaldehyd
<tb>  5 <SEP> kg <SEP> Sulfitablauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)       Der     pF1-Wert    wurde zwischen 5 und 6 eingestellt.  Nach vollständiger Auflösung setzte man das Haut  material     hinzu    und liess die Trommel 8 Stunden lau  fen. Dann wurde angesäuert, bis der     pH-Wert    auf 2  abgesunken war und über Nacht stehengelassen.  



  Das Produkt wurde in üblicher Weise zu Leder  verarbeitet.  



  <I>Beispiel 26</I>  Material: 2     ausgelaugte    Häute; Gewicht 27,5 kg  Die     Gerblösung    wurde in der Trommel aus fol  genden Bestandteilen hergestellt:  
EMI0010.0027     
  
    19 <SEP> 1 <SEP> Wasser
<tb>  3 <SEP> kg <SEP> Harnstoff <SEP> -Formaldehydharz
<tb>  (wasserlöslich)
<tb>  0,51 <SEP> flüssiges <SEP> Formaldehyd
<tb>  6 <SEP> kg <SEP> Kraftlauge <SEP> (feste <SEP> Körper)
<tb>  (Fast <SEP> Angus <SEP> Mill, <SEP> St. <SEP> Lawrence <SEP> Corp.)       Nach vollständiger Auflösung betrug der     pH-Wert     9,5. Nun wurde das Hautmaterial zugesetzt und die  Trommel 6 Stunden lang     laufengelassen,    wodurch  eine vollständige     Durchtränkung    erreicht wurde.

   Die  Masse wurde dann angesäuert, bis der     pH-Wert    unter  3 gesunken war und über Nacht stehengelassen. Dann  wurde in üblicher Weise aufgearbeitet, um das Leder  zu gewinnen.  



  <I>Beispiel 27</I>  Material: 2 ausgelaugte Häute; Gewicht 29 kg  Die     Gerblösung    wurde in der Trommel folgender  massen hergestellt:  
EMI0010.0033     
  
    19 <SEP> 1 <SEP> Wasser
<tb>  1 <SEP> kg <SEP> Melamin
<tb>  1 <SEP> kg <SEP> Harnstoff
<tb>  2,2 <SEP> 1 <SEP> flüssiges <SEP> Formaldehyd
<tb>  0,37 <SEP> kg <SEP> Natriumsilikat <SEP> (40  <SEP> B6)
<tb>  5 <SEP> kg <SEP> Kraftlauge <SEP> (feste <SEP> Stoffe)       Nach vollständiger Lösung wurde das Haut  material eingebracht. Der     pl,-Wert    betrug etwa 10.  Man liess die Trommel 6 Stunden lang laufen, bis  die Durchdringung vollkommen war. Dann wurde die  Masse angesäuert, bis der     pH-Wert    unter 3 gesunken  war und über Nacht stehengelassen.  



  Das gegerbte Material wurde darauf in üblicher  Weise zu Leder verarbeitet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum Gerben von Häuten, dadurch gekennzeichnet, dass man das Häutematerial mit einer wässrigen Lösung durchtränkt, die als Bestandteile ein wasserlösliches Ligninderivat, einen wasserlöslichen Aldehyd oder einen Stoff, der einen solchen abgibt, und ein wasserlösliches Di- oder Polyamid einer zwei- oder mehrbasischen Säure oder einen Stoff, der ein solches Amid abgibt, enthält, wobei der Aldehyd und das Säureamid auch miteinander umgesetzt sein kön nen,
    und dann zwecks Erzielung eines weitgehend inerten, irreversiblen, wasserunlöslichen Niederschla ges in situ in und auf dem Häutematerial bei Raum temperatur ansäuert. II. Mittel zur Ausführung des Verfahrens ge mäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass es als Bestandteile ein wasserlösliches Ligninderivat, einen wasserlöslichen Aldehyd oder einen Stoff, der einen solchen abgibt, und ein wasserlösliches Di- oder Polyamid einer zwei- oder mehrbasischen Säure oder einen Stoff, der ein solches Amid abgibt, ent hält,
    wobei der Aldehyd und das Säureamid auch miteinander umgesetzt sein können. III. Gegerbtes Leder, hergestellt nach dem Ver fahren gemäss Patentanspruch I. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man als wasserlösliches Lignin- derivat ein Säurelignin benutzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man als wasserlösliches Lignin- derivat ein Alkalilignin benutzt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Sulfit- ablauge verwendet. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Lignin- sulfonsäure verwendet. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man die Tränkung bei einem pii-Wert von mehr als 3,5 und die Ausfällung bei einem PH von weniger als 2,5 durchführt. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man die Tränkung bei einem pH-Wert von mehr als 8,5 und die Ausfällung bei einem PH von weniger als 5 durchführt. 7. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man Formaldehyd benutzt. B. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man Furfural benutzt. 9. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man Harnstoff benutzt. 10. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man Melamin benutzt. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man der Tränkungslösung ein wasserlösliches Silikat zusetzt. 12. Verfahren nach Patentanspruch I und Un teranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man ein wasserlösliches Salz der Ligninsulfonsäure benutzt.
CH342690D 1955-01-24 1955-01-24 Verfahren zum Gerben von Häuten CH342690A (de)

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