Befestigungs- und Spanneinrichtung für Siebgewebe, insbesondere für Siebkörbe von Siebmaschinen zur Abwasser- und Betriebswasserreinigung Die Erfindung betrifft die Befestigung und Span nung von Siebgeweben, wie sie hauptsächlich bei Siebkörben von Siebmaschinen von Abwasser- und Betriebswasser-Reinigungsanlagen verwendet werden und die bisher fast ausschliesslich durch feste Ver bindungen des Siebgewebes mit Randprofilen durch Nieten, Schrauben, Schweissen und dergleichen erfolg ten.
Dabei wurde das Siebgewebe an den Verbin dungsstellen durchbohrt oder beschädigt, und oft tra ten an diesen Stellen Einrisse auf. Bekannt ist auch die Siebbefestigung durch Einklemmen des Gewebes in Randprofilen, die dann mehrfach abgekantet wur den. Diese Randprofile sind teuer, ausserdem erfor dert die Befestigung und Spannung mehrere Arbeits gänge. Wegen der Korrosionsempfindlichkeit spielt auch die Werkstofffrage eine erhebliche Rolle, die besonders verteuernd wirkt, wenn hochwertiger legier ter Stahl verwendet werden muss, wie es meistens bei Betriebs- und Abwassersiebmaschinen nötig ist. Die Folge ist, dass die zum Siebgewebe gehörenden Teile einen sehr erheblichen Anteil am Verkaufspreis der Siebmaschinen ausmachen.
Die Erfindung soll sich hauptsächlich auf soge nannte Siebkörbe von Siebmaschinen, das heisst Sieb gewebe, beziehen, die gewölbeartig über ein Trag gerüst gespannt sind und meistens die Form von Halbzylindern mit ebenen Stirnseiten aufweisen. Diese Siebkörbe werden auswechselbar auf der Sieb maschine befestigt. Sie bestehen aus Längs- und Querversteifungen und dem mit Randprofilen ver- sehenen, darübergespannten Siebgewebe. Die Erfin dung besteht darin, dass die Ränder des Siebgewebes, vorzugsweise durch Einlegen von Stäben in die um geschlagenen Ränder, mit Wulsten versehen sind und dass diese durch lose Spannprofile und Spann mittel kraftschlüssig auf das Siebgerüst gespannt sind.
An Stelle des eingelegten Stabes kann auch ein auf dem Rand des Siebgewebes aufgelöteter oder auf gegossener Wulst oder auch ein bereits in den Sieb geweberand eingewebter Wulst verwendet werden. Besonders zweckmässig zur Spannung kann die Ver wendung von Winkelprofilen sein, deren einer Flansch am Siebgewebe anliegt, während am andern die Spannvorrichtung angreift, so dass ausser der in Rich tung des Siebgeweberandes wirkenden Spannkraft noch ein Kippmoment erzeugt wird, das den am Siebgeweberand anliegenden Flansch kräftig gegen die das Siebfeld tragende Unterlage presst. An Stelle des Winkelprofils kann ein Flachstab als Spannprofil verwendet werden, der an den Stellen, an denen die Spannschrauben angreifen, mit Befestigungsaugen versehen sein kann.
Durch die Kantenpressung des Spannprofils auf den Randwulst des Siebgewebes soll der Siebgeweberand am Herausgleiten aus der Ein spannung verhindert werden, ohne dass es anderer Befestigungsmittel, wie Nieten, Schweissen und der gleichen bedarf. Die Einspannung des Siebgewebes mit losen Spannprofilen erleichtert sehr die Montage und vermeidet jede Verletzung des Siebgewebes.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Befestigungs- und Spanneinrich tung an einem halbzylindrischen Siebkorb einer Trom- melsiebmaschine dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch die obere Längsspannstelle des Siebkorbes, Fig. 2 die Seitenansicht der untern Ecke, Fig. 3 den Querschnitt nach der Linie III-111 der Fig. 2 und Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3.
Das Siebkorbgerüst besteht in der Hauptsache aus zwei parallel zueinander angeordneten Längsprofilen a und dazwischen befestigten, kreisförmig gebogenen Querstäben b sowie an beiden Enden des Siebkorbes angeordneten Stirnwänden c. Über die Querstäbe b wird ein Siebgewebe d gespannt. An seinen Rändern ist es um Profilstäbe ei und e. gelegt, wobei die Stäbe ei an den beiden Längsrändern des Siebkorbes angeordnet sind, während die Stäbe e2 über die End- bögen b des Siebgerüstes verlaufen.
Die Stäbe ei und e., werden vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt und haben ein kantiges Profil, damit das Siebgewebe bei der Spannung nicht aus der Klemmbefestigung herausgleiten kann. Für die Montage, aber auch zum Festhalten des umgeschlagenen Siebgeweberandes während und nach der Spannung, wird der umge schlagene Rand des Siebgewebes d mit dem am Winkel a anliegenden Siebgewebe verklebt.
Die Spanneinrichtung des Siebkorbes besteht aus den am Traggerüst a bzw. an den Siebkorb-Endschei- ben c verankerten Spannschrauben g1 und g:, dem Spannwinkel h1 für die Querspannung und den Spann stäben h" für die Längsspannung.
Bei der Montage wird das bereits mit den Wulsten ei und e.= versehene Siebgewebe<I>d</I> über die Bogenstäbe<I>b</I> des Siebkorbes gelegt, dann werden auf die Spannschrauben g1 und g2 die Spannprofile h1 und 1a., aufgesteckt und mittels der Spannmuttern angezogen. Dabei stützt sich die Flanschkante i des Spannwinkels h1 gegen den Wulst ei und die Kante<I>j</I> des Stabes<I>h.,</I> gegen den Wulst e2, wodurch das Gewebe d in Quer- und Längsrichtung gespannt wird.
Das in Fig. 3 eingezeichnete Kraftbild zeigt, dass durch die Spannkraft k der Winkel h1 beim Anziehen der Schrauben -i ein im Uhrzeigersinn wirkendes Kippmoment erfährt. Das Siebgewebe d wird also mittels des Spannwinkels h1 nicht nur in Richtung der Kraft<I>k</I> gespannt, sondern auch an den Winkel<I>a</I> angepresst. Dasselbe gilt für die Längsspannstelle nach Fig. 1, wo ebenfalls nicht nur der Wulststab e2 nach rechts gezogen,
sondern auch der Siebgewebe rand zwischen dem Spannstab h. und dem Gerüst stab b eingeklemmt wird.
In der Fig. 3 ist ein exzentrischer Stellring n dar gestellt, der zum vermehrten Anpressen des am Sieb gewebe anliegenden Flansches des Winkels hl dienen kann. Die Anpressung erfolgt durch Drehung dieses Stellringes, der dann in an sich bekannter Weise durch seitlich eingesetzte Schrauben gesichert wird.
Zwischen dem Spannprofil hl und dem Sieb gewebe d ist in der Fig. 3 ein Gummistreifen o ge zeigt, der Korrosionsangriffe auf das Siebgewebe verhindert, so dass als Spannprofil ein normales Win keleisen an Stelle der bisher in solchen Fällen nötigen teuren, rostfreien Stahlprofile verwendet werden kann.
Die Vorteile des beschriebenen Beispiels liegen darin, dass das Siebgewebe an keiner Stelle durch bohrt oder verletzt zu werden braucht, und dass mit wenigen Zugschrauben oder andern einfachen Spann einrichtungen eine sehr gleichmässige und hohe Span nung erzielt wird. Der gleichmässige Anpressdruck auf das Siebgewebe ist auch hinsichtlich der Dicht haltung des Siebkorbes ein grosser Vorteil. Ein weite rer Vorteil ist, dass das Siebkorbgerüst und das Sieb korbgewebe getrennt voneinander an die Baustelle gebracht und das Siebgewebe dort ohne besondere Vorrichtung aufgespannt werden kann. Ebenso ist das Auswechseln eines beschädigten Siebgewebes äusserst einfach.
Man braucht nur das flache Sieb gewebe an den Standort der Siebmaschine zu schik- ken, denn dort kann es auch von ungeübten Leuten leicht auf das Siebkorbgerüst aufgezogen werden. Die Ausführung ist besonders wertvoll bei Feinsiebgewe- ben, die bisher durch die bekannten Spannmittel und -verfahren oft beschädigt wurden.
Bei der Verwendung von Schrauben zum Span nen des Siebgewebes ist die Spannung beliebig ein stellbar, wodurch die Lebensdauer des Siebgewebes gegenüber den bisherigen Befestigungsarten erheblich verlängert werden kann. Die Spannschrauben kön nen in grossen Abständen angebracht werden, weil die Übertragung der Spannkräfte vorteilhaft durch sehr biegesteife Spannprofile erfolgt. Dadurch wird viel Montagezeit erspart. Vor allem aber ist die erfin dungsgemässe Siebbefestigung und -spannung sehr billig, weil nur einfachste Bauelemente dazu erforder lich sind.
Hinsichtlich der Korrosion, die bei Siebmaschi nen oft schwer zu lösende Aufgaben stellt, ist die beschriebene Siebbefestigung ebenfalls sehr einfach und sicher, weil zwischen den korrosionsempfindli chen Teilen, nämlich zwischen dem Spannprofil und dem Siebgewebe bzw. zwischen diesem und dem Traggerüst des Siebkorbes Gummi- oder Kunststoff streifen eingelegt werden können, die weder Niet- noch Schraubenlöcher aufweisen.